OT Pubertät-Hatte ich Wundereltern, bzw.-mutter?
Hi Andrea und andere Mitfühlende dieses Themas,
ich habe dir zwar ein Sternchen verpasst, möchte aber versuchen grob aufzuzeigen, dass es anscheinend möglich ist, eine angenehme Pubertät zu erfahren.
Warum, kann ich durch folgende Schilderungen versuchen zu ergründen. Fiel mir nur so auf, als ich dich las.
als ich 14 war hab ich in mein Tagebuch folgendes geschrieben:
„Ich hasse meine Mutter, die Alte kann mich mal. Sie
interessiert
sich doch sowieso nicht für mich sondern nur für…“
usw.
diese Gefühle kenne ich nicht!!
Ich kann mich auch null an krassen Pubertätsstress erinnern. Meine Mutter sieht dies auch nicht anders. Wir haben noch immer ein vertrautes Verhältnis und reden offen und viel über früher. Kappeln uns heute allerdings eher als je zuvor.
Ich werde meine Kindheit und meine Pubertät nie
vergessen, denn Sie war prägend für mich als Erwachsene. Und
letztlich hatte jeder spätestens während der Pupertät Stress
mit seinen Eltern, Du willst doch nicht behaupten das dies bei
Dir anders war, oder?
JA! „Leider“ muss ich dies behaupten 
Prägend war sie wahrscheinlich auch für mich, aber mit vielleicht mit positiverer Erinnerung.
Meine Eltern waren allerdings auch sehr progressiv. Feierten Partys, integrierten mich und meine Freunde in ihre Gesellschaft, gaben mir das Gefühl vollwertig zu sein, nahmen mich ernst, erlaubten mir mit 14 nen 21-jährigen Freund (bedenklich?, hat bei mir aber funktioniert), liehen uns Auto für Urlaub, spielten nächtelang Skat, Tischtennis und vieles mehr mit uns. Da gäbe es noch mehr zu betonen, würde aber zu weit führen.
Meine Mutter schaffte es irgendwie, mehr Freundin als Mutter zu sein. Mag sein, dass dies an meinem gewalttätigen Vater lag und uns dies miteinander verschweißt hatte. Aber auch mit ihm hatte ich Frieden geschlossen, durch lange sehr offene, emotionale Gespräche im Erwachsenenalter.
Sie ist halt weder
Fisch noch Fleisch also weder Mädchen noch Frau. Errinner Dich
mal wie wars denn bei Dir in dieser Phase?
Ich denke, dadurch, dass mich meine Eltern stest als gleichwertig behandelten, mich ernst nahmen, mir weniger Vorschriften machten, sondern das, was sie wollten als Tipps und Ratschläge „verkleideten“, hat das gut funktioniert. Ich hatte es nicht nötig in Abwehrhaltung zu gehen, und sie hatten alles unter Kontrolle. Toleranz und Vertrauen als „Kontrollfunktion“. So widersinnig es erscheinen mag, aber ich denke das war die Zauberformel.
Sie raucht nicht, sie trinkt nicht, hat noch kein Kind empfangen…
;Aber in dem
Alter haben Erwachsene nunmal für Teenies nie Recht.
Ich hatte früh erlaubten, relaxten Sex in meinem Bett zu Hause. Völlig kontrolliert und doch frei! Ich brachte meine zahlreichen Freunde nach Hause. Mir wurde keiner verboten, sondern nur geraten, auf dies und jenes suspekte seiner Persönlichkeit zu achten, und MEINE ELTERN HATTEN IMMER RECHT! (sorry fürs Schreien)
Es benötigte wohl einen langen neuen Artikel, um dies alles zu analysieren. Für jedes Kind sind diese Erziehungsmethoden auch bestimmt nicht geschaffen.
Meine Erfahrungen zeigen mir halt, dass eine glückliche Pubertät möglich ist, wenn Vertrauen, Ehrlichkeit, Zusammenhalt, gegenseitiges Verständnis, respektvoller Umgang, Offenheit, Toleranz und Verantwortungsgefühl und Pflichtbewusstsein vermittelt werden.
Diese Dinge/Werte vermittelte mir zwar nur meine Mutter, aber es half mir, meine schlimmen Erfahrungen mit meinem Vater konstruktiv zu verarbeiten und sie halfen mir auch schon oft in meinem Leben.
Für mich, mein Leben und mein Familienleben sind diese Erfahrungen weder in Wert noch in Worte zu fassen/auszudrücken. Ich bin einfach dankbar dafür.
Das Einzige, was ich meiner Mutter vorwerfen kann ist, dass dies zu einem Idealismus geführt hat, der in dieser kaputten Welt keinen Platz findet.
Diphda, leicht angetrunken, da sie zurzeit unsere/ihre
„Von-Famile-und-Geschäft-Erholen-Woche“ hat
PS: bald sind wieder Mann und Sohn dran, dann bin ich wieder seltener hier *gg*