Ideenfindung für einen möglichst arbeitnehmerfreundlichen Betrieb

stell ich mir das vor. Mit dem Hügel sollen die Energiekosten minimiert werden.

Gruß

Lisa

Ups, ein unterirdischer Bunker mit nur 2 so “Schießscharten” als einzige Lichtquelle? Stell ich mir sehr ungemütlich vor, schon gar nicht “arbeitnehmerfreundlich".

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Bei Fußbodenheizung, Klimadecken, mehrstündigen bezahlten Pausen und luxuriösen Mitarbeiterwohnungen kann man das vielleicht gerade so aushalten. Erst recht, wenn man die halbe Zeit im Homeoffice arbeitet.

Neinxxxxxx

Ich habe die Halle mit Erdreich bedeckt, weil die meiste Energie durch Dach und Fenster verloren geht. Ich kenne viele Firmen, die nur künstliches Licht haben. Das vermeiede ich durch sogenannte “solar tuhbes”. So hat man völlig ohne Energie Tageslicht. Die Fenster ersetze ich übrigens durch Webcams und Beamer. In meinem betrieb ist übrigens diArbeitsbelastung sehr hoch und die Bezahlung echt unterirdisch, wobei die Chefs in Luxus leben. So arbeiten hier nur sehr unzufriedene MA. und nur solche, die anderweitig keinen Job mehr bekommen. So herrscht eine hohe Fluktuation und so wandert auch viel Know-How ab. Das Unternehmen ist auch gegen Verbesserungen und geht dadurch bald Pleite. Deswegen kundige ich auch.

Gruß

lisg

https://youtube.com/shorts/icAqW_ErQ4E?si=Cv3QlNbOJo1UKgpY

Du machst gerade diverse Fehler.

  1. Treffe keine Entscheidungen in Bereichen, wo du dich nicht auskennst.
  2. Gehe vom Großen und Ganzen langsam in die Details, nicht anders herum.
  3. Vergeude deine Zeit nicht mit Mikro-Management. Delegiere!
  4. 80% der Youtube-Videos sind Werbung. Im Ausland muss das teilweise gar nicht gekennzeichnet werden. Traue denen nicht!
  5. Mache keine Annahmen über das, was deine potenziellen Kunden oder Arbeitnehmer wirklich wollen, wenn du diese nicht gefragt hast.

Aus meiner Erfahrung als Arbeitgeber: Mitarbeiter wollen keine langen Pausen! Selbst die gesetzlichen Mindestpausen werden liebend gerne eingespart.

Zu deinem Hügelgrab-Modell: Wahnwitzig unwirtschaftlich. Du musst übermäßig massiv bauen, damit das Dach nicht einstürzt. Erdreich ist ein guter Wärmeleiter, du wirst daher extrem gut dämmen oder viel heizen müssen. Es ist viel einfacher, billiger und wirksamer, gegen Umgebungsluft zu dämmen als gegen Erdreich.
Beamer benötigen Energie. Diese wird zu 100% in Wärme umgesetzt. Mit Beamern die Illusion von Fenster zu schaffen - das ist wirklich irrwitzig.

Baue konventionell, also um Himmels Willen überirdisch!
Nutze den uralten Tricl großer Dachüberstände. Im Sommer, bei hoch stehender Sonne, schirmen diese die direkte Sonneneinstrahlung ab. Im Winter lassen sie die wärmende Sonne herein. Viele Fenster nach Norden, aber keine Glaspaläste mit bodentiefen Fenstern.

So stellt sich übrigens eine Stadt ihr neues Stadthaus vor:

Das ist die Südseite. Da sollen Büros der Stadtverwaltung herein. Im Prinzip baut man da Gefängniszellen aus Legosteinen, bei denen man die Außenwände durch Glas ersetzt hat. Das nennt sich dann „offen und modern“. Ich nenne es eine Energievernichtungsmaschine.

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Nachdem ich die ganzen Beiträge gelesen habe, habe ich auch ein paar Fragen:

  1. Hast du einen verifizierten, belastbaren Geschäftsplan? Deine Firma kann nur dann überleben, wenn sie mehr einnimmt als ausgibt?
  2. Wie erklärst du den Widerspruch zwischen Produktion in Mehrschichtbetrieb und Gleitzeit? Das geht nicht gleichzeitig! Und wenn du nur den Bürojobs Gleitzeit einräumen willst, wirst du Unfrieden stiften und arbeitnehmerunfreundlich (weil ungerecht) sein - also genau das, was du nicht willst.
  3. Wenn ein Alleinstellungsmerkmal sein soll, dass der Kunde in der Nähe ist, nimmst du dir 99,999% der potenziellen Kunden - weil ungefähr so viele Firmen weltweit zu weit weg sind, um von diesem „Vorteil“ (der erst einmal zusätzliche Arbeit für den Kunde ist und damit unattraktiv) zu profitieren. Wie gehst du damit um?
  4. Vergiss die langen Pausenzeiten, wie schon mehrmals gesagt: Die Arbeitnehmer wollen abends schnell nach Hause zur Familie oder Hobby. Lange Pausenzeiten bedeuten spätes Heimkommen. Zumal dir ja schon gesagt wurde, dass Pausen nicht bezahlt sind. Hast du das berücksichtigt?

Tut mir leid, aber das Ganze klingt sehr naiv. Erst der Geschäftsplan, dann ihn von jemandem Kompetenten zerpflücken lassen, dann weinen, dann ihn überarbeiten, dann wieder zerpflücken lassen, dann ihn noch einmal verbessern, dann die Startfinanzierung organisieren (hierbei wird er wieder zerpflückt werden) und DANN erst Gedanken über die interne Organisation machen.

Ohne dass ich kompetent wäre, gehört meiner Meinung nach mindestens zum Geschäftsplan:

  • Produktanalyse (was will ich anbieten?)
  • Alternativenanalyse (wer bietet so etwas schon an? Wer bietet etwas an, womit mein Produkt unnötig ist?)
  • Kunden- und Marktanalyse (wie nachgefragt ist mein Produkt? Wie zahlungskräftig und zahlungswillig sind meine potenziellen Kunden? Wieviel kann ich im realistischen Fall einnehmen?)
  • Kosten- und Gewinnanalyse (wieviel muss ich aufwenden? Wieviel Gewinn habe ich dann?)
  • Vertrieb (wie kann ich meine Kunden erreichen, wie sie überzeugen?)
    und noch viel mehr …

Denk dran, der Grund, warum andere Firmen nicht die ganzen arbeitnehmerfreundlichen Sachen machen, die dir vorschweben, ist, dass sie (die Maßnahmen) TEUER sind. Darum musst du an den Gewinn denken, damit du das Geld hast für die Maßnahmen.

Die arbeitnehmerunfreundlichste Maßnahme, die ich mir vorstellen kann, ist, die Firma in den Bankrott zu treiben und alle Angestellten zu entlassen. Das solltest du vermeiden wollen.

Viel Erfolg,
Bombadil

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Und ggfs. - d.h. je nach Branche, Region, Mitarbeiterprofil - kann man unter den Risiken im Geschäftsplan auch aufführen, dass es schwierig werden kann, die notwendige Zahl qualifizierter Mitarbeiter zu finden und da kann man dann auch die ganzen - neudeutsch - Benefits aufführen. Da darf man dann aber auch gleich noch erklären, wie man sich die ganzen Gimmicks leisten können will, was ja durchaus ein Thema ist:

In erster Linie geht es halt darum, ein verkaufbares Produkt zu produzieren, für das der Markt auch einen Preis zahlen will und wird, der nicht nur die Aufwendungen abdeckt, sondern idealerweise zumindest mittelfristig einen Gewinn abwirft. Glückliche Mitarbeiter allein reichen dafür nicht, sondern sie müssen eben auch Aufträge abarbeiten.

Hallo,

bevor Du noch weitere hochfliegende Ideen entwickelst, solltest Du Dich bei einer Unternehmensgründung erst mal mit den “Basics” vertraut machen.

Dazu gehört zB der gesamte Komplex Arbeitsschutz/Arbeitssicherheit (dabei helfen IHK und BG gerne)

Dann kommt das Thema Arbeitsrecht mit einer Vielzahl von Gesetzen wie zB

BGB (§§ 611ff), ArbZG, BUrlG, EntgFzG, TzBfG, MuSchG um nur einige zu nennen.

Wenn Du von Anfang an in Arbeitschutz/Arbeitssicherheit und Arbeitsrecht “sauber” bist, bist Du schon besser als viele andere kleine Klitschen.

Und wenn Du dann von Anfang an Dich richtig gut fühlen willst, kannst Du ja schon zu Beginn Kontakt aufnehmen mit dem örtlich zuständigen Integrationsfachdienst,

Integrationsfachdienst | BIH

der die evtl. geeignete (schwer-) behinderte Bewerber*innen für Deinen Betrieb vermitteln kann und ggfs. Dich bei der Ausstattung von geeigneten “leidensgerechten” Arbeitsplätzen unterstützt - ggfs. auch mit hohen Zuschüssen.

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Man könnte einen Schlafraum mit Liegen für den Powernap anbieten.

Gruß T

Moin,

Sorry, aber wir sind doch nicht in Mittelerde. Wenn du Mitarbeiter und Maschinen hast, dann wird der Brandschutz auch wichtig, neben den ganz vielen anderen Dingen, die dir hier schon gesagt wurden. Diese Solartubes mögen ja Licht reinlassen, aber wie steht es um die Belüftung mit Frischluft und verbrauchter Abluft an sich?
Die Frage, ob so ein Bau wirklich genehmigungsfähig sein würde, ignoriere ich sicherheitshalber.

Das ist ein extrem relativer Begriff und wird daher gerne benutzt, ohne deren Geschichte zu kennen. Ich kenne sie auch nicht, aber gerade kleinere Unternehmen in Form einer GmbH fangen klein an, der Geschäftsführer ist typisch die treibende Kraft, das ist oftmals mit einem persönlichen Risiko verbunden. Als ich vor vielen Jahren den ersten Kredit für meine GmbH benötigte, sicherte sich die Bank im Grundbuch ab. O-Ton Filialleiter: „Wenn Sie kein Vertrauen in Ihr Geschäft haben, warum sollte ich das haben?“
Kurz: wenn du Geld für dein neues Unternehmen benötigst und das wird der Fall sein, dann wirst du Kredite benötigen. Wenn es nicht in der gewünschten Höhe im Spartopf liegt, dann benötigst du einen Kredit, dessen Höhe hier schon grob abgeschätzt wurde.
Die Chefs möge jetzt im Luxus leben, aber wie war es früher?

Du hast auch geschrieben, dass du schon potentielle Kunden hättest. Wenn das die Kunden sind, die aktuell von deinem Betrieb beliefert werden, dann solltest du an die Treuepflicht denken, wenn du während deines Arbeitsverhältnisses diese für eigene Zwecke ansprichst, nach Beendigung sieht es anders aus, kann aber durch ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot eingeschränkt werden.
Dennoch: von den potentiellen Kunden werden kaum welche übrig bleiben.

Das und nur das ist die erste Pflicht bei einer Gründung. Es scheint bei vielen Arbeitnehmern, die irgendwie selbstständig werden wollen, der Irrglaube zu herrschen, dass in dem Moment, in dem man selbstständig wird, sofort die Kunden in einer Schlange vor der Tür stehen, um Aufträge zu erteilen. Je nach Branche ist das ein wirklich mühseliges Geschäft und dauert.

-Luno

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Sie haben mehre teure Villen und Autos und sie wollten sich auch ein Privat Flugzeug gönnen

Arbeitnehmerfreundlich bedeutet grundsätzlich:

Familienfreundlicher Arbeitszeitrahmen
Flexibilität bei der Arbeitszeit
Gutes Arbeitsklima (Kommunikation untereinander und auch zwischen “Arbeiter” und “Führungskraft”)

Wertschätzung der geleisteten Arbeit durch angemessene Bezahlung und auch mal verbales Lob/Anerkennung.

Bei so kleinen Betrieben wie von Dir geschildert sind für mich die Punkte 1 und 2 bezüglich der Arbeitszeit da eher schwierig realisierbar , denn bei wenigen Arbeitskräften kann man sich nur schwer bei Ausfällen (z.B. Kind krank, oder man hat einen wichtigen Termin, de rnur während der Arbeitzeit zu absolvieren ist) vertreten. Auch Schichtdienste allgemein sind nicht besonders “arbeitnehmerfreundlich”, geschweige denn solche langen Pausen wie von Dir geplant.

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Mittlerweile plane Ich eine gewöhliche Halle.

Xxxxxxüxxx

Sie haben sich einen teuerste A6 allroad mit 263 Ps gekauft und einen BMW GT.

Vielleicht kümmerst Du Dich mal etwas weniger um die Autos anderer Leute als vielmehr darum, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Natürlich sollst Du hier keine Geschäftsgeheimnisse eines noch nicht existierenden Geschäftes breittreten, aber was Du bisher erzählt hast, sind ein paar Visionen und nette Ideen, aber nichts, was geeignet wäre, irgendjemanden davon zu überzeugen, Geld in Dein Unternehmen oder in irgendwelche Hardware zu stecken.

Das, was ich lese, lässt darauf schließen, dass Du ganz viele Ideen und Träume hast (was gut ist), aber insgesamt sehr blauäugig an die Sache herangehst. Bevor Du nicht Kunden hast, die Deine Anlagen anfänglich wenigstens ansatzweise auslasten, brauchst Du Dir über Mittagspausen, Homeoffice und Klimaanlagen keine Gedanken zu machen.

Du brauchst einen Geschäftsplan, der nicht nur, aber auch die Finanzseite behandelt. Selbst, wenn Du über die siebenstelligen Beträge verfügst, die Du brauchst, um die Halle zu bauen, die Maschinen zu kaufen und Rohmaterialien zu bestellen, werden Dich die laufenden Kosten insbesondere für die Mitarbeiter killen, bevor das erste Jahr rum ist.

Wobei es mit der Halle schon anfängt: eine neue Halle zu bauen, ist blanker Irrsinn, für den Dir niemand Geld leihen wird (und ich bin vom Fach), wenn Du nicht einen laufenden Geschäftsbetrieb vorweisen kannst, der genug Geld abwirft.

Ich habe in den letzten gut 25 Jahren schon so einiges gesehen, aber selbst wenn Unternehmen mit hunderten Millionen Umsatz und einer riesigen Manpower einen neuen Standort aufmachen, dann geht das in 50% der Fälle insofern schief, als dass die Inbetriebnahme sich verzögert, die ganze Veranstaltung viel teurer wird und/oder die Produkte am Anfang nicht oder nur mit Nacharbeiten zu gebrauchen sind. So manches Unternehmen habe ich auch schon komplett den Bach runtergehen sehen, weil das Desaster solche Dimensionen angenommen hat, dass der restliche Geschäftsbetrieb das nicht mehr auffangen konnte.

Ich will Dir mal schildern, wie so eine Gründung im Allgemeinen abläuft: der Vater einer Freundin und sein Kumpel haben bei einem metallverarbeitenden Unternehmen gearbeitet. Über die Jahre kamen sie auf den Gedanken, ein Unternehmen zu gründen. Sie haben mit ihrem Arbeitgeber gesprochen und konnten dem die Zusage abringen, dass der sie mit ersten Aufträgen versorgen wird, wenn er die Teile bei ihnen billiger bekommt als er sie zu dem Zeitpunkt selber herstellen konnte.

Dann haben die beiden Jungs sich zwei gebrauchte CNC-Fräsmaschinen beschafft und die in einer gemieteten Ecke einer bestehenden Halle abstellen lassen. Den Kauf haben sie zu 100% finanziert und als Sicherheit nicht nur die beiden Fräsmaschinen sicherungsübereignen müssen, sondern noch eine Grundschuld auf die selbstbewohnte Immobilie drauflegen müssen.

Die vom Ex-Arbeitgeber versprochenen Aufträge entpuppten sich als Fertigung von Einzelstücken, was zwar durchaus Geld abwarf, aber eben auch sehr viel Arbeit machte. Das Ende vom Lied war, dass die Tochter, die damals noch studierte, ihre Studentenwohnung aufgeben und zu ihren Eltern ziehen musste, weil das Geld nicht mehr reichte. Außerdem hat sie am Wochenende mitgeholfen, um die Aufträge abarbeiten zu können.

Ich will die Geschichte mit dem Hinweis ausklingen lassen, dass da heute - nach knapp 30 Jahren - immer noch zwei Personen mit den gleichen beiden Maschinen arbeiten.


Der langen Rede kurzer Sinn: suche Dir Hilfe. Bei der IHK soll es dem Vernehmen nach Gründungshelfer geben. Vielleicht können die Dir zumindest bei einer strukturierten Herangehensweise helfen.

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DDas habe ich schon und nur weil jemand sagte, Luxus ist Ansichtsache.

Die Firma haben übrigens die Eltern gegründet und die Nachkommen haben nur kassiert und das Geld abgeschöpft. Sie sind millnäre und die Arbeitsbelastung der MA ist sehr hoch und der lohn nur 2/3. Die Kinder haben nichts riskiert und geleistet. Deshalb herrscht in dem Unternehmen auch eine sehr hohe Fluktuation.

Gruß

Lisa