Israel greift den Iran an

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Na gut, so wird ein Schuh daraus. Es gibt immer mal Dinge, die einem im Augenblick so bewegen, dass man darüber vergleichbare Katastrophen vergisst.

Nein, die genannten Anschläge sind NICHT vergleichbar!

Anscheinend will Netanjahu weiter eskalieren:

Der Grund? Ein rechtsextremer Minister, ohne den Netanjahu sein Amt und somit den Schutz vor der Justiz verlieren würde:

Netanyahu versuche damit obendrein, den rechtsextremen Finanzminister Bezalel Smotrich in der Regierung zu halten.

Ohne ihn wäre Netanyahu am Ende, nachdem bereits zwei ultraorthodoxe Parteien die Regierung verlassen haben. Smotrich verlangt von allen Rechten am vehementesten die Annexion des Küstenstreifens sowie den Wiederaufbau von jüdischen Siedlungen in Gaza nach dem vollständigen Rückzugs Israels aus Gaza, den der damalige Ministerpräsident Ariel Sharon im Jahr 2005 befohlen hatte.

Der Armeechef ist dagegen:

Angeblich ist der Generalstabschef Eyal Zamir gegen eine vollständige Annexion. Aus Regierungskreisen heisst es, Zamir könne ja seinen Hut nehmen, wenn ihm das nicht passe.

Eine Besetzung durch Bodentruppe wäre eine Katastrophe mit Ankündigung:

Der Krieg hat Gaza in ein Trümmerfeld verwandelt. Über 80 Prozent der Infrastruktur sind zerstört, laut Uno-Angaben befinden sich über 70 Prozent der Bevölkerung auf der Flucht, die Wasserversorgung ist zusammengebrochen, Nahrungsmittel sind kaum verfügbar, Seuchen breiten sich aus. In diesem Kontext eine Annexion zumindest theoretisch zu erwägen, bedeutet, aus einer humanitären Katastrophe politisches Kapital schlagen zu wollen. Es wäre ein Schritt, der moralisch, politisch und völkerrechtlich katastrophale Folgen hätte.

Das ist Netanjahu aber egal, der Krieg ist für ihn schon längst nur Mittel zum Zweck:

In ihrer Sichtweise ist der dauerhafte Krieg kein Ausnahmezustand, sondern ein Mittel zu einer grundsätzlichen politischen und religiösen Transformation Israels und der gesamten Region.

Damit riskiert man aber Israels Sicherheit, da man sich international ins Abseits stellen würde:

Uno-Organisationen sprechen offen von «systematischer Zerstörung ziviler Infrastruktur». Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag untersucht mögliche Kriegsverbrechen. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International werfen Israel schwere Verstösse gegen das humanitäre Völkerrecht vor. Inzwischen sprechen sogar israelische Menschenrechtsorganisationen von «Genozid».

Eine formelle Annexion Gazas würde diese Vorwürfe bekräftigen. Sie wäre ein offener Bruch mit der Uno-Charta, mit der Genfer Konvention und mit der Resolution 242 des Uno-Sicherheitsrats, die eine territoriale Expansion im Zuge militärischer Gewalt verurteilt.

Hinzu käme wohl eine umfassende politische Isolation. Zwar unterstützen vor allem die USA die israelische Regierung. Doch selbst Donald Trump dürfte Schwierigkeiten haben, eine offene Annexion gegenüber den amerikanischen Bürgern zu legitimieren, wenn sie inmitten einer humanitären Katastrophe stattfindet. Zumindest einer vollständigen Besetzung soll er laut israelischen Angaben zugestimmt haben.
[…]
Eine Annexion Gazas würde zudem vielen Palästinensern endgültig die Hoffnung nehmen, einmal einen eigenen Staat zu haben. Damit aber dürfte sich der Widerstand gegen Israel immer weiter radikalisieren.

Netanjahu verspielt die Zukunft seines Landes bzw. seines Volkes. Und das nur, weil er sich nicht vor einem Gericht für seine Taten verantworten will.

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Bei den Beratungen soll es zwischen Zamir und Netanjahu zu zum Teil heftigen Auseinandersetzungen gekommen sein, in deren Folge der Ministerpräsident dem Armeechef nahe legte, seinen Hut zu nehmen, falls er der Linie der Regierung nicht folgen wolle. Zamir habe Netanjahu gesagt, die Eroberung von Ganz Gaza sei eine »Falle« für die IDF und hülfe den von der Hamas gefangengehaltenen israelischen Geiseln nicht.

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Wie sollen unterschiedliche Anschläge auch vergleichbar sein? Natürlich unterscheiden sie sich alle irgendwo (in der Opferzahl und im Verlauf). Subjektiv bewegt mich natürlich der besonders grausame Anschlag vom 7.10.23 auch besonders stark. Manche Opfer haben das Martyrium immer noch nicht ausgestanden.

Erfreulich und Hoffnung erweckend ist da ein Statement von Heinz-Rudolf Kunze, der gewiss nicht im Ruf steht, ein „Rechter“ zu sein:

Heinz Rudolf Kunze: Bin dagegen, Israel nicht mit Waffen zu beliefern | Jüdische Allgemeine https://share.google/lDyjtffQWkMIjmVDZ

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Hannover

Zahlreiche Prominente fordern, Israel wegen des von der Terrororganisation Hamas begonnenen Krieges keine Waffen mehr zu liefern. Der Rocksänger und Liedermacher Kunze ist da ganz anderer Meinung

Heinz Rudolf Kunze, Autor und Musiker (»Dein ist mein ganzes Herz«), zeigt sich im Gegensatz zu Dutzenden deutschen Prominenten solidarisch mit Israel. »Ich bin dagegen, Israel nicht mit Waffen zu beliefern«, sagte der 68-Jährige der »Berliner Zeitung«. »Die deutsche Staatsräson – und meine persönliche Überzeugung – sagt, dass wir uneingeschränkt und immer, weil es sich gehört, als Deutschland an der Seite Israels stehen müssen.«

Kunze führte in dem Interview aus: »Solange Israel umgeben ist von islamistischen Staaten und Gruppierungen, die völkermordbereit gegenüber Juden sind, ist es für mich selbstverständlich, dass der jüdische Staat, der um seine bloße Existenz kämpft, auch Waffen erhält.« Er finde es »unerträglich, dass in Deutschland völkermordbereite Islamisten frei demonstrieren dürfen, während Juden hierzulande wieder Angst um ihr Leben haben müssen«.

Waffenlieferungen nach Israel vorerst gestoppt…

Bist du doof? Oder einfach nur vergesslich?

Erst legst du anderen Usern deine Worte in den Mund, jetzt tust du so, als ob deine Aussagen von jemand anderem stammen. Das ist nicht normal…

Nein. Halte dich da raus.

Warum tust du dann so, als ob deine Aussagen von jemand anderem stammen? Liest du deine eigenen Postings nicht?

Netanyahu told Trump on the phone that widespread starvation in Gaza is not real and that it had been fabricated by Hamas, said the senior U.S. official, two former U.S. officials and the Western official, all of whom were briefed on the call. Trump interrupted Netanyahu and began yelling, they said, saying that he did not want to hear that the starvation is fake and that his aides had shown him proof that children there are starving, they said.

Wenn Netanjahu sogar Trump verliert, wird’s eng.

Er darf liebend gern. Nicht nur, weil ich fast exakt das Gleiche geantwortet hätte. Ausser, dass ich selbst verständlich eine

-in bin. :blush:

Das Signal, dass die Bundesregierung da abgibt halte ich zwar für falsch. Militärisch wird aber Israel jetzt vermutlich auch mit seinem eigenen Material klar kommen.

Asche auf mein Haupt :pensive:

Meinst du, da kommt noch was von @raketenbasis? Und falls ja, schreibt er Ironie richtig? :thinking:

Das schreibt man wie Iron Maiden

Ne, das ist doch diese neue Marvel-Heldin.

Diese Behauptung ist im Übrigen unwahr…

Ohne politische Lösung werde es keine Befreiung der Geiseln geben, betont die Armeeführung. Die Expansion bringe das Leben der noch nicht getöteten Geiseln in Gefahr. Die verschleppten Israelis drohten entweder bei israelischen Angriffen umzukommen oder von den Terroristen im Angesicht der vorrückenden Armee exekutiert zu werden. Das ist die Analyse, die von Militär und Geheimdiensten wiederholt vorgelegt, von Netanjahu aber ignoriert wurde.

Die Frage der Geiseln war es auch, wegen der die Regierung und Armeechef Eyal Zamir in der nächtlichen Sitzung aneinandergerieten. „Ich schlage vor, dass ihr die ‚Rückkehr der Geiseln‘ von der Liste der Kriegsziele streicht“, soll Zamir den Vertretern der Regierung an den Kopf geworfen haben.
[…]
Wenn die Regierung dem Ausland gegenüber so tue, als vertrage sich der Expansionsplan mit der Forderung, die humanitäre Hilfe für Gaza auszuweiten, so sei das eine „Lüge“, soll Zamir im Kabinett gesagt haben.
[…]
Der Regierung soll Zamir vorgeschlagen haben, dasselbe Ziel – die Bekämpfung der Hamas in Gaza-Stadt – nicht durch eine Besetzung des Gebiets, sondern durch vereinzelte, gezielte Missionen umzusetzen. Er stieß damit auf Ablehnung. „Das wäre kein Krieg“, wird Minister Zeev Elkin in Medien zitiert.

Der rechtsextreme Minister will den Krieg um des Krieges Willen. Das israelische Militär und die Geheimdienste fürchten um die Leben der Geiseln. Netanjahu ist das alles völlig egal.

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Sieh es im Sinne einer Überschrift, wie es t-online auch macht.
Deswegen hab ich ja den Artikel für Genaueres verlinkt…

Nun man hätte natürlich mit Himmler und sonstwem verhandeln können. Von Ausnahmen mal abgesehen, hat man das aber nicht. Und das war richtig. Die Nazis mussten niedergerungen und es musste ihnen der Prozess gemacht werden. Auch die antisemitischen Schufte heute dürfen nicht legitimiert, sondern müssen vor Gericht gestellt werden.