Ja zur Gentechnik

Nebenwirkungen

Mich erschreckt, dass in unserer Gesellschaft jede neue
Technologie entweder als Segensbringer oder als
apokalyptischer Reiter gesehen wird. Eine Technologie
wertneutral einfach als Werkzeug zu sehen, scheint dagegen
unmöglich zu sein.
Grüße Rossi

Hallo Rossi,

ich sehe die Technologie gerne als Werkzeug.

Nur handelt es sich bei Genmanipulation nicht um „Werkzeug“ im herkömmlichen Sinn. Was dabei herauskommt kann ich nicht einfach in den Kasten legen, wegsperren und fertig. Hier geht es um lebende Substanzen, die sich möglicherweise „selbständig“ machen können.

Wie bei allen Medikamenten kann es auch hier unbeabsichtigte Nebenwirkungen geben. Und hier beginnt das Risiko. Wir können nicht voraussehen, wie unsere Umwelt derartige Manipulationen verträgt.

Ich war vor 30 Jahren ein Befürworter der Atom-Strom-Erzeugung.
In der Zwischenzeit ist aber soviel geschehen, das ich damals nicht für möglich gehalten habe, dass ich heute gegen Kernkraftwerke plädiere.

Also: bei Verdacht auf unerwünschte Nebenwirkungen lasse man lieber die Finger von dieser Methode.

Gruss Harald

Lieber RoS,

Bitte lies meinen Artikel genau. Ich habe geschrieben, die Krankheit könne zum Beispiel ein Zeichen sein, dass die Energien nicht richtig angewendet werden. Wenn man z.B. immer allen Aerger runterschluckt, kann man mit der Zeit ein Magengeschwür bekommen. Und das nenne ich keine Strafe Gottes. Dafür sind wir selbst verantwortlich.
Es gibt aber tausend Gründe, wieso jemand eine Krankheit hat. Man kann sich eine solche Erfahrung, z.B. als Behinderter, auch ausgesucht haben, um zu lernen, aus jeder Situation das Optimalste herauszuholen oder die Lebensfreude auch dann nicht zu verlieren. Viele Behinderte können uns da ein Vorbild geben.
Niemals, niemals haben wir das Recht, jemanden auf Grund einer Krankheit zu verurteilen. Im Gegenteil. Und von einer Strafe Gottes habe ich überhaupt nicht gesprochen. Für mich ist das Leben einfach eine Schule und alles, was passiert, hat den Sinn, uns weiterzuentwickeln. Hier geht es einfach um Glaubensansichten, die man teilen kann oder nicht.
Du kannst also von Deiner Palme wieder runterkommen.

Jolanda

Hallo Jürgen,

Es geht doch gar nicht darum, ob gut oder schlecht. Im Prinzip geht es doch einfach um den Glauben, ob hinter dem Menschen, der mit Genen geboren wird, die Krankheiten in sich bergen oder der vielleicht behindert geboren wird, ob da ein Sinn steckt oder nicht. Wenn Du glaubst, dass das ein Konstruktionsfehler ist von unserem Schöpfer oder von der Natur oder von weiss wem, dann ist es logisch, dass Du es verbessern willst. Wenn ich aber daran glaube, dass dieses Erbgut für diesen Menschen von Wichtigkeit ist, und auch überzeugt bin davon, dass Gott fähig wäre, vollkommene Gene herzustellen, aber es nicht tut, weil er den Menschen zum Bewusstsein führen will, dann werde ich mich hüten, in seinen Plan einzugreifen. Aber wie gesagt, das ist Glaubenssache.

Jolanda

selbst nachdenken
Lieber Rossi,
du kannst von glück sagen, dass meine Freundin dein Posting nicht liest, sonst würde sie dich nämlich von deiner Palme schütteln ohne dich auf zu fangen.

Aus Deinen Aussagen folgt also, dass ein Mitbürger mit Downsyndrom seine Energien
falsch angewendet hat, mithin also selbst schuld an seinem
Schicksal ist?
Denk bitte nach, bevor Du Dinge schreibst, die Deine Mitbürger
diffamieren können.

Sie mag es nämlich gar nicht, wenn man Behinderung und Krankheit in einen Topf schmeisst. Ich stimme ihr zu, wenn sie sagt, dass sie kerngesund ist, ihre Spastik und Feinmotorikstörung sind Behinderungen. Kennst du den Unterschied zwischen beiden?

Ciao Jutta

Ganz einfach: Die Probleme, mit denen die Gesellschaft durch
die Gentechnik konfrontiert wird, sind nicht neu. Deshalb
überrascht mich diese manchmal irrational erscheinende Angst
vor der Gentechnik: Nur keine gentechnisch veränderten
Pflanzen ins Freiland lassen - aber da war doch im letzten
Australienurlaub so ein hübsches Gräslein…
Verstehst du jetzt, was ich meine?

ja ok, das habe ich jetzt verstanden.
zustimmen möchte ich dem dennoch nicht. wie ich schon in einem andern posting sagte, lässt die natur nichts zu, was sie nicht selbst erschaffen kann. wenn du also einen australischen wüstenkaktus hier anpflanzt, wird dieser unweigerlich eingehen. pflanzt du aber hier einen genetische veränderten australischen wüstenkaktus hier an, (vielleicht mit kälte-gen, gibts doch bestimmt), so wird er sich auch hier in unseren breiten behaupten können.

Mich erschreckt, dass in unserer Gesellschaft jede neue
Technologie entweder als Segensbringer oder als
apokalyptischer Reiter gesehen wird. Eine Technologie
wertneutral einfach als Werkzeug zu sehen, scheint dagegen
unmöglich zu sein.

was gentechnik angeht bin ich nunmal sehr skeptisch. sie wird ein sehr machtvolles werkzeug sein und ihre handhabung wird eine gratwanderung bleiben.

ciao

Nur so als Beispiel:

Mein Sohn ist Bluter.
Mittlerweile ist es möglich, eine Art der Blutererkrankung
durch Genmanipulation zu heilen. Die ersten Transplantationen sind erfolgreich und vielversprechend.

Für mich ist diese Art der Genmanipulation durchaus positiv zu sehen, denn das Leben mit dieser Krankheit ist Aufwändig.

Gruß Stefan

Kennst du ihn?
Liebe Jutta

Sie mag es nämlich gar nicht, wenn man Behinderung und
Krankheit in einen Topf schmeisst. Ich stimme ihr zu, wenn sie
sagt, dass sie kerngesund ist, ihre Spastik und
Feinmotorikstörung sind Behinderungen. Kennst du den
Unterschied zwischen beiden?

Nun, in dieser Diskussion geht es um Gentechnik und nicht um psychosomatische Erkrankungen. In diesem Zusammenhang ist es deshalb naheliegend über Erbkrankheiten zu diskutieren. Sind das jetzt Behinderungen oder Krankheiten? Wo ziehst Du die Grenze? Ich glaube, das geht nicht so einfach, wie Du das hier suggerieren willst.
Ich halte mich deshalb lieber an die übliche medizinische Nomenklatur und spreche von Erb krankheiten.
Und solange sich nicht eine andere Nomenkaltur eingebürgert hat, gehe ich davon aus, dass jemand, die/der über „Krankheiten“ spricht, auch Erberkrankungen meint, besonders wenn dies im Kontext einer Diskussion über Gentechnik geschieht.
Kommunikation ist nur möglich, wenn man sich an das Standardvokabular hält. Eigene Begriffe, oder Begriffe die anders als üblich verwendet werden, muß man definieren, ansonsten sind Mißverständnisse vorprogrammiert.
Und deshalb finde ich nachwievor Jolandas Posting entsetzlich (nicht Jolanda selbst, sondern ihren Text), da sie in diesem Kontext (Gentechnik) verallgemeinernd von „Krankheiten“ und „negativen Energien“ spricht und nicht differenziert.

Grüße Rossi

Wenn du dich über erbkrankheiten weiter informieren willst:
http://www.ornl.gov/hgmis/medicine/assist.html

Ergänzung
Liebe Jutta
schau Dir auch mal das Posting von Stefan weiter oben an. Auch hier ist von „Krankheit“ die Rede. Und in diesem Fall noch von „negativen Energien“ zu sprechen wäre ein Faustschlag in das Gesicht des Kindes.

Grüße Rossi

hä?..wie jetzt
Hallo Jolanda,

deinem posting nach zu urteilen, kommst du mit der vorangegangen argumentation nicht zurecht und weichst geschickt aus! denn der behinderte (erbkranke) kommt demnach mit seinem schicksaal zurecht - von energien ist nicht mehr die rede bzw. nicht mehr in dem zusammenhang, in dem du sie in die runde geworfen hast! ich glaube kaum, daß sich ein embryo aussuchen kann woher seine gene kommen und von daher auch keine „energien“ lenkt! Deine Argumentation läuft plötzlich nur noch darauf hinaus, daß die menschen, zu denen deine ursprüngliche Ansicht nicht passt bewunderungswürdig sind und sich schon gefälligst selbst zu helfen haben! Irgendwo geht mir das gegen den strich!
Daniel

aus der natur schöpfen!
Hallo Jolanda,
ist aber nicht das ausnutzten der gentechnik nicht ein weiterer Schritt, aus der natur zu schöpfen? schließlich ist es nicht weniger natürlich, sich einen Stoff (zumindest ursprünglich) den ein schimmelpilz absondert zu inizieren?
Daniel

hallo jolanda,
(ich glaub so langsam muß ich dir doch auf den wecker fallen :o)
wieso ist aber genau das benutzen und entwickeln der gentechnik ein eingriff in das werk gottes (so es einen geben sollte) wäre es nicht genauso denkbar, daß gott gerade sehr viel gefallen daran hat, sein werk zu vervollständigen und mit ihm zu tun und zu lassen was er will, indem er uns menschen halt die gentechnik benutzen läßt?
Daniel

Hallo,

Schon richtig. Nur glaube ich nicht, dass kommende
Generationen sich den Luxus leisten können, auf
effizienzsteigernde Maßnahmen (wie eben Gentechnik), zu
verzichten. Unter Umständen müssen Getreidesorten so verändert
werden, dass sie unter den speziellen Umweltbedingungen eines
dürren Landstriches noch zuverlässig (!) Erträge liefern.
Wohlgemerkt, ich sehe im Einsatz der Gentechnik kein
Wundermittel, sondern vielmehr eine notwendige Maßnahme.
Übrigens ist die Hauptschwierigkeit IMO gar nicht mal das
Transportproblem, sondern vielmehr Kriege und innere Unruhen,
die den Aufbau einer funktionierenden Volkswirtschaft
verhindern.

Genau, aber warum fangen wir dann nicht mit einfachen, kleinen Schritten an? Warum werden denn die besten Böden in Deutschland zu Bauland gemacht und für immer versiegelt?? Nur weil das Land so das zigfache Wert ist. Aber wenn ein Landstrich mal versiegelt ist, kann sich dieser nicht mehr so schnell erholen.
Zudem gibt es schon Forschungsgruppen die sich auf alte Feldfrüchte spezialisiert haben, die noch nicht wie unsere Kornarten hochgezüchtet sind. Diese wachsen auch auf armen Bodenarten und bringen dennoch ausreichend Frucht. Zudem sind diese unempfindlicher auf verschiedene Krankheiten gegen die bei unserm Korn mit Spritzmitteln vorgegangen werden muß.

Übrigens hat Einstein nicht arglos an der Kernspaltung
geforscht, sondern war an einem militärischen Programm zur
Entwicklung der Atombombe beteiligt. Er wußte von Anfang an,
dass er an einer Waffe bastelt. Da seine Auftraggeber Militärs
waren kann ich seine Überrsaschung auch nicht nachvollziehen.
Von daher, bitte schere nicht militärische Rüstungsprojekte
und Grundlagenforschung über einen Kamm. Außerdem, jede
Technik kann mißbraucht werden. Wann wurde der erste Faustkeil
für einen Mord verwendet?

Ich weiß nur noch, daß Einstein mit anderen Wissenschaftlern dem amerikanischen Präsi einen Brief geschrieben haben, in dem sie um den Verzicht für den A-Bombeneinsatz gebeten haben. Also hatten sie zu Beginn der Forschung keine Ahnung was auf sie zukommen wird. Und das obwohl die freiwerdende Energie bei einer Atombombenexplosion ziemlich genau berechnet werden kann.

Um dich zu „beruhigen“: Biologische Kampfstoffe gibt es schon
lange (z.B. Anthrax, also Milzbrand). Meines Wissens kam es in
der Geschichte bereits sehr früh vor, das Belagerer ihre
Pest/Cholera/was-weiss-ich-toten Tiere oder Menschen in
belagerte Städte schleuderten, um dort eine entsprechende
Epedemie auszulösen. Ähnlich die berüchtigten Pockendecken für
die indianische Bevölkerung in Nordamerika.
Heute sind insgesamt sind mehr Waffen auf diesem Planeten
eigelagert als notwendig wären, um die gesamte Weltbevölkerung
ich-weiss-nicht-wie-oft auszulöschen. Da sind ein ein paar
neuartige Waffen auch nicht existenzbedrohender als die
bereits bestehenden Arsenale. Toter als tot geht nicht, oder?

Klar, auch ein Frühstücksmesser kann für einen Mord verwendet werden. Allerdings dauert das seine Zeit, bis 6 Mrd Menschen damit umgebracht worden sind.
Die Auswirkungen bei einem Eingriff in die Gene kann einfach nicht vorhergesehen werden. Somit kann auch keiner Garantieren, daß ein Eingriff keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat.
Daß eines klar wird: auch ich hätte nichts dagegen, wenn verschiedene Krankheiten durch die Genforschung ausgerottet bzw. geheilt werden könnten. Doch wenn wir damit unbekannt Risiken eingehen, frage ich mich, welchen Sinn das haben soll.

Grüße
Wolfgang

Lieber Rossi,

ich habe keineswegs deine Meinung über die negativen Energien bemängelt. Hierin stimme ich dir voll zu.

Allerdings wäre ich mir mit der Wahl einer anderen Erbkrankheit doch sehr viel zufriedener gewesen. Die Bluterkrankheit z.B. hätte mich wirklich nicht erregt. Da lässt sich medizinisch etwas unternehmen. Was willst du bei Trisomie21 tun?

Mir gefällt hierbei folgende Aussage besser:
"Um eine Krankheit im eigentlichen Sinne handelt es sich jedoch nicht. Menschen mit einer Trisomie 21 sind anders, gewiß, aber sie sind nicht automatisch krank, wenngleich sie ungleich häufiger als wir „Normalos“ unter bestimmten gesundheitlichen Problemen leiden. Am neutralsten scheint der Begriff „Trisomie 21“.Er beschreibt wertfrei die Besonderheit, um die hier geht: Diese Menschen haben eben 1 Chromosom mehr, als wir. Ist es ein Chromosom zuviel - oder eines mehr? "zitiert:Michael Höhne, Vater eines Kindes mit Downsyndrom,Arzt
http://www.institute.uni-bremen.de/~downsyn/down1.html

Bei Downsyndrom und Gentechnik fällt mir nur stets die Schwangerschaftsuntersuchung ein, wo die werdende Mutter gesagt bekommt, dass ihr Kind am Downsyndrom leidet und sie es sich überlegen soll, ob sie sich und dem Kind das Leben zumuten will.(Zwischen den „Zeilen“ steht dann, was wenn Sie mit diesem unwerten Lebewesen dann doch nicht zurechtkommen, wollen Sie wirklich, dass die gesamte Gesellschaft für Ihre Unfähigkeit ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen zahlen muß?)

Ciao Jutta
P.s.: Dein Link kam mir vor wie eine Linksammlung zu Linksammlungen. Verpasse ich etwas, wenn ich sie mir nicht bookmarke?

Liebe Jutta,

Was willst du bei
Trisomie21 tun?

Vielleicht gibt es eines Tages einen Weg, der nicht nur die Wahl zwischen einer Abtreibung oder einem bewußten Auf-sich-nehmen läßt. Bis dahin ist es ein weiter Weg.

Mir gefällt hierbei folgende Aussage besser:
"Um eine Krankheit im eigentlichen Sinne handelt es sich
jedoch nicht. Menschen mit einer Trisomie 21 sind anders,
gewiß, aber sie sind nicht automatisch krank, wenngleich sie
ungleich häufiger als wir „Normalos“ unter bestimmten
gesundheitlichen Problemen leiden. Am neutralsten scheint der
Begriff „Trisomie 21“.Er beschreibt wertfrei die
Besonderheit, um die hier geht: Diese Menschen haben eben 1
Chromosom mehr, als wir. Ist es ein Chromosom zuviel - oder
eines mehr? "zitiert:Michael Höhne, Vater eines Kindes mit
Downsyndrom,Arzt

Schön, so kann man es stehen lassen. Allerding finde ich am Begriff Krankheit oder krank sein nichts abwertendes.

Bei Downsyndrom und Gentechnik fällt mir nur stets die
Schwangerschaftsuntersuchung ein, wo die werdende Mutter
gesagt bekommt, dass ihr Kind am Downsyndrom leidet und sie es
sich überlegen soll, ob sie sich und dem Kind das Leben
zumuten will.

Ich habe inzwischen genügend Menschlein, oder besser Paraffinschnitte von Menschlein in der Hand gehabt, die noch vollständig auf einen Objektträger passen, um zu wissen, wie die Konsequenzen aussehen. Ich verbleibe dann immer mit einem Gefühl der Hilflosigkeit.

(Zwischen den „Zeilen“ steht dann, was wenn Sie
mit diesem unwerten Lebewesen dann doch nicht zurechtkommen,
wollen Sie wirklich, dass die gesamte Gesellschaft für Ihre
Unfähigkeit ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen zahlen
muß?)

Hier sprichst Du das meiner Ansicht nach viel größere ethische Problem der Gentechnik, oder besser der genetischen Diagnostik an. Es wird immer leichter, bestimmte Krankheiten sehr früh zu diagnostizieren, ohne dass klar ist, welche Entscheidungen aus dieser Diagnose heraus zu treffen sind. Ich meine das aus ethischer Sicht und nicht aus Sicht einer Laborroutine, die vielleicht nur auf Effizienz ausgerichtet ist.

P.s.: Dein Link kam mir vor wie eine Linksammlung zu
Linksammlungen.

So ist es.

Verpasse ich etwas, wenn ich sie mir nicht
bookmarke?

So wie du Dich offensichtlich bereits auskennst: Nein, du verpasst nichts. Die Linksammlung ist meiner Meinung nach ein guter Einstieg, mehr nicht.

Liebe Grüße Rossi

Hallo,

Genau, aber warum fangen wir dann nicht mit einfachen, kleinen
Schritten an? Warum werden denn die besten Böden in
Deutschland zu Bauland gemacht und für immer versiegelt?? Nur
weil das Land so das zigfache Wert ist. Aber wenn ein
Landstrich mal versiegelt ist, kann sich dieser nicht mehr so
schnell erholen.

Traurig, aber wahr.

Zudem gibt es schon Forschungsgruppen die sich auf alte
Feldfrüchte spezialisiert haben, die noch nicht wie unsere
Kornarten hochgezüchtet sind. Diese wachsen auch auf armen
Bodenarten und bringen dennoch ausreichend Frucht. Zudem sind
diese unempfindlicher auf verschiedene Krankheiten gegen die
bei unserm Korn mit Spritzmitteln vorgegangen werden muß.

Hier möchte ich einwerfen, dass zwar Hoffnung in Sicht ist, aber diese Arbeiten sollten genauso wie jede andere wissenschaftliche Arbeit gesehen werden. Man ist unterwegs. Zu hohe Hoffnungen (neudeutsch Hypes) gibt und gab es oft, genauso oft wie die anschließende Ernüchterung gab und geben wird. Leider schlägt diese Ernüchterung oft genug in eine Technikfeindlichkeit um.

Ich weiß nur noch, daß Einstein mit anderen Wissenschaftlern
dem amerikanischen Präsi einen Brief geschrieben haben, in dem
sie um den Verzicht für den A-Bombeneinsatz gebeten haben.

Das ist richtig. Aber du vergisst ein früheres Schreiben, in dem zum Bau derselben aufgefordert wurde.

Also hatten sie zu Beginn der Forschung keine Ahnung was auf
sie zukommen wird. Und das obwohl die freiwerdende Energie bei
einer Atombombenexplosion ziemlich genau berechnet werden
kann.

Eben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein derart hochintelligenter Mensch derart naiv ist und nicht ahnt, worauf das ganze hinausläuft. Ich glaube, dass es sich bei dem „keine Ahnung“ um eine der vielen Nachkriegslegenden handelt. Leider können wir ihn selbst nicht mehr fragen.

Klar, auch ein Frühstücksmesser kann für einen Mord verwendet
werden. Allerdings dauert das seine Zeit, bis 6 Mrd Menschen
damit umgebracht worden sind.

Mit den vorhandenen modernen Waffen aber nicht. Da geht das an einem Nachmittag.

Die Auswirkungen bei einem Eingriff in die Gene kann einfach
nicht vorhergesehen werden. Somit kann auch keiner
Garantieren, daß ein Eingriff keine negativen Auswirkungen auf
die Umwelt hat.

Garantieren kann das keiner. Aber, z.B. die Mobilität hat auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Und trotzdem erscheint es unserer Gesellschaft wertvoller, die Mobilität aufrecht zu erhalten, als auf jeglichen Straßen/Schienen/Luft-Verkehr zu verzichten. Hier gilt es abzuwägen, wieviel Verkehr verträglich ist. Genauso ist es bei der Gentechnik. Man muß sich die Frage stellen, wo der Nutzen überwiegt, wo nciht. Genauso wie bei der Verkehrspolitik ist es auch bei der Gentechnik, daß unterschiedliche Standpunkte existieren, daß eine öffentliche Diskussion stattfindet. Das ist auch gut so. Aber ein Totalverbot für Gentechnik scheint mir deutlich zu weit gegriffen.

Daß eines klar wird: auch ich hätte nichts dagegen, wenn
verschiedene Krankheiten durch die Genforschung ausgerottet
bzw. geheilt werden könnten.

Ehrlich gesagt, halte ich die Gentechnik in der Medizin für ein ethisch wesentlich schwierigeres Thema, als Gentechnik beim Ackerbau.
Man kann heute sehr viele Erbkrankheiten, aber auch z.B. Virusinfektionen mit Methoden der Gentechnik sehr sicher diagnostizieren. Nur was tun wenn der Befund da ist? Was tun mit einem ungeborenen Kind, dessen Erbinformation eine spätere schwere Krankheit erwarten läßt?
Was tun, wenn das werdende Kind nicht voll den Erwartungen der Eltern entspricht? Wo liegen hier die Grenzen zwischen machbaren und vertretbarem?

Doch wenn wir damit unbekannt
Risiken eingehen, frage ich mich, welchen Sinn das haben soll.

Kolumbus ging unbekannte Risiken ein, Cook ebenso wie Marco Polo. Wer Neuland entdecken will und damit auch neue Wege öffnen will, muß unbekannte Risiken eingehen. Das gilt für einzelne Entdecker genauso, wie für eine Gesellschaft als ganzes. Zu große risikoscheu bedeutet in einer sich wandelnden Welt nicht nur Stagnation, sondern Rückschritt. Unsere Aufgabe ist es daher, verantwortungsvoll vorwärts zu gehen.

Grüße Rossi

Hallo,

ja ok, das habe ich jetzt verstanden.

Gut, ich möchte verstanden werden.

zustimmen möchte ich dem dennoch nicht.

Schade, aber gut, es ist eben Deine Meinung.

wie ich schon in einem
andern posting sagte, lässt die natur nichts zu, was sie nicht
selbst erschaffen kann. wenn du also einen australischen
wüstenkaktus hier anpflanzt, wird dieser unweigerlich
eingehen. pflanzt du aber hier einen genetische veränderten
australischen wüstenkaktus hier an, (vielleicht mit kälte-gen,
gibts doch bestimmt), so wird er sich auch hier in unseren
breiten behaupten können.

Bist du dir so sicher, dass ein von Menschenhand verändertes Lebewesen so viele Vorteile in der Evolution hat? Wenn das Ergebnis so durchschlagend sein sollte, warum hat dann die Natur den Kaktus nicht mit der entsprechenden Kältebeständigkeit ausgestattet? (Ich meine das im übertragenen Sinne). Oder anders ausgedrückt: Warum sollte ein Lebewesen, dass durch Jahrmillionen durch die Evolution optimiert wurde, einem künstlich veränderten Lebewesen unterlegen sein?
Das kann nur in einer neuen, künstlichen Umwelt so sein. Das ist dann aber eine von uns Menschen geschaffene Umwelt (Stell Dir einfach die Hege und Pflege vor, die Hochleistungspflanzen benötigen).
Klar, es ist, wie ich in der Antwort an Wolfgang schon gesagt habe: Gentechnik ist nicht zum Nulltarif zu haben. Aber welche Technik ist das im Hinblick auf unsere Umwelt schon?

was gentechnik angeht bin ich nunmal sehr skeptisch. sie wird
ein sehr machtvolles werkzeug sein und ihre handhabung wird
eine gratwanderung bleiben.

Das war beim Schwarzpulver so (die meisten Menschen kommen bei bewaffneten Auseinandersetzungen durch Handfeuerwaffen ums Leben), das war beim Benzinmotor so (denke mal an den heutigen Straßenverkehr), das war beim Flugzeug so (es ist bis heute nicht klar, was der Eintrag von Abgasen in die oberen Schichten der Atmosphäre bewirkt), das war bei der Kerntechnik so, das wird bei der Gentechnik so sein und das wird auch bei der Informationstechnologie (Stichwort: totale Überwachung) so sein. Nur erleben wir bei der Gentechnik im Moment eine Phase der Ernüchterung, im IT-Bereich dagegen der totale Hype.
Da alle diese Technologien auch einen Nutzen für unsere Gesellschaft haben, bleibt uns nichts anderes übrig, als bei jedem einzelnen Schritt verantwortungsvoll abzuwägen.

Grüße Rossi

PS.: Ich vergaß Telekommunikation. Der Bereich ist IMO kurz vor der Kippe von Hype zu Ablehnung in der Bevölkerung (Stichwort Elektrosmog). Wollen wir es abwarten :wink: ?

Hallo,

Genau, aber warum fangen wir dann nicht mit einfachen, kleinen
Schritten an? Warum werden denn die besten Böden in
Deutschland zu Bauland gemacht und für immer versiegelt??

weil das völlig unbedeutend ist. Der Anteil vollversiegelter Fläche an der Gesamtlandesfläche in Deutschland liegt im unteren einstelligen Prozentbereich (H.-P. Blume: Handbuch des Bodenschutzes, 2. Aufl. 1992, Kap. 2.2)
Und weil die gesamte potentielle landwirtschaftliche Anbaufläche in D im Vergleich zu anderen Ländern global gesehen winzig ist

Nebenbei ist lohnende Landwirtschaft in D kein Flächenproblem, sondern schlicht und ergreifend fast nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben.

Aber wenn ein
Landstrich mal versiegelt ist, kann sich dieser nicht mehr so
schnell erholen.

Also, das stimmt so nicht. Wenn die Versiegelung die einzige Maßnahme war, wird sich ein entsiegelter Boden ganz fix wieder „erholen“, im Sinne von seine ursprüngliche Eignung als Pflanzenstandort wieder bekommen. Oder was verstehst Du unter „erholen“?

Gruesse,

HastaLavista

Hallo Daniel,

deinem posting nach zu urteilen, kommst du mit der
vorangegangen argumentation nicht zurecht und weichst
geschickt aus! denn der behinderte (erbkranke) kommt demnach
mit seinem schicksaal zurecht - von energien ist nicht mehr
die rede bzw. nicht mehr in dem zusammenhang, in dem du sie in
die runde geworfen hast!

Ich weiche nicht aus, aber ich kann auch nicht alle Möglichkeiten aufzählen, was eine Krankheit oder eine Behinderung von Geburt für Bedeutungen haben können. Das ist individuell ganz verschieden und muss jeder für sich herausfinden. Ich meine nur, dass die Krankheit einen Sinn hat.

ich glaube kaum, daß sich ein embryo
aussuchen kann woher seine gene kommen und von daher auch
keine „energien“ lenkt!

Gene sind unser Erbgut, dass wir mitgebracht haben. Ich glaube auch daran, dass wir mehrmals leben.
Vielleicht gibt es hier einfach keine gemeinsame Basis zum diskutieren.

Deine Argumentation läuft plötzlich
nur noch darauf hinaus, daß die menschen, zu denen deine
ursprüngliche Ansicht nicht passt bewunderungswürdig sind und
sich schon gefälligst selbst zu helfen haben! Irgendwo geht
mir das gegen den strich!

Das war wieder nur ein Beispiel. Ich möchte einfach nicht, dass Behinderte als zweitrangige Menschen angesehen werden. Mogolide Menschen sind, wieder als Beispiel, sehr sonnige Kinder und ihre Eltern würden sie nie wieder hergeben. Soll es sie in Zukunft nicht mehr geben? Aus Liebe zu den Eltern haben sich diese Kinder vielleicht inkarnieren lassen, um ihnen damit eine Möglichkeit zum geistigen Wachstum zu geben.
Die Frage ist, ob eine nur aus Gesunden bestehende Gesellschaft lohnenswert ist. Es wollte schon mal jemand die ‚reine‘ Rasse züchten. (Reiss mir aber jetzt nicht den Kopf ab)

Jolanda

Hallo Daniel

ist aber nicht das ausnutzten der gentechnik nicht ein
weiterer Schritt, aus der natur zu schöpfen? schließlich ist
es nicht weniger natürlich, sich einen Stoff (zumindest
ursprünglich) den ein schimmelpilz absondert zu inizieren?

Lies doch bitte den Artikel von Jens. Dann weisst du, was ich mit der Genmanipulation meine.

Jolanda

Hallo Jolanda,

ich wollte dich ganz bestimmt nicht persönlich angreifen! also sieh das ganze als diskusion und ich spiele den part, der gegen dich argumentiert. sorry, aber ich habe gemerkt, daß man aus leuten viel mehr herausholt und sie zum nachdenken anregt, wenn man einfach mal ein argument dagegen wirft. dies soll niemals heißen, daß ich jemanden wegen seiner einstellung oder seinen hier geäußerten meinungen beurteile!

Ok, jetzt wieder zum thema:

Ich weiche nicht aus, aber ich kann auch nicht alle
Möglichkeiten aufzählen, was eine Krankheit oder eine
Behinderung von Geburt für Bedeutungen haben können. Das ist
individuell ganz verschieden und muss jeder für sich
herausfinden. Ich meine nur, dass die Krankheit einen Sinn
hat.

Ist es aber nicht viel wahrscheinlicher, daß eine Krankheit einfach nur ein nach außen sichtbares zeichen für eine abwehrreaktion des Körpers gegen einen krankheitserreger, eine mangelerscheinung, einen im erbgut verankerten fehler darstellt. Interpretiert man nicht einfach zu viel hinein?!

Gene sind unser Erbgut, dass wir mitgebracht haben. Ich glaube
auch daran, dass wir mehrmals leben.

Hast du aber erst jetzt gesagt, denn von dem standpunkt aus könnte deine "Energie"theorie dann wieder begründet werden. gleichzeitig wäre es dann aber schon wieder schwierig seine „energien“ in einem Leben mit einer schweren behinderung bewust zu lenken! d.h. also spätestens ab dem leben, wo ein „bewustsein“ in unserem sinne nicht mehr vorhanden ist, wäre der mensch in einem teufelskreis, denn er kann seine „energien“ nicht mehr steuern, diese laufen falsch, er kommt in einem weiteren leben mit einer noch schwereren krankheit auf die welt, weil er ja seine energien falsch gelenkt hat … usw. (japs…hm…langer satz oder?)

Vielleicht gibt es hier einfach keine gemeinsame Basis zum
diskutieren.

Doch schon, aber für den obigen satz sollte man dann ein neues posting beginnen, denn ich glaub unsere mitleser wären ein wenig verärgert, wenn wir uns hier über leben nach dem leben unterhalten! *G*

Das war wieder nur ein Beispiel. Ich möchte einfach nicht,
dass Behinderte als zweitrangige Menschen angesehen werden.

hab ich auch nie so behauptet (und würde es auch nicht)

Mogolide Menschen sind, wieder als Beispiel, sehr sonnige
Kinder und ihre Eltern würden sie nie wieder hergeben. Soll es
sie in Zukunft nicht mehr geben?

mogolide menschen haben aber nicht nur ein sonniges gemüt, sondern eine schwere krankheit! das darf man in dem zusammenhang aber ganz bestimmt nicht vergessen. und ja! diese krankheit sollte es möglichst in zukunft nicht mehr geben!

haben sich diese Kinder vielleicht inkarnieren lassen, um
ihnen damit eine Möglichkeit zum geistigen Wachstum zu geben.

ich glaube, daß über dieses thema (weil eindeutig glaubensfrage) nicht diskutiert werden kann! ich persönlich glaube nicht daran und kann derartiges nicht nachvollziehen!

Die Frage ist, ob eine nur aus Gesunden bestehende
Gesellschaft lohnenswert ist.

keine ahnung, aber erstrebenswert ist sie allemal!

Es wollte schon mal jemand die

‚reine‘ Rasse züchten. (Reiss mir aber jetzt nicht den Kopf
ab)

Reiss!!! ne quatsch, aber es ist wohl eher der weg wichtig, mit dem dies erreicht werden soll. gentechnik sagt ja nicht, daß sie alle menschen gleich (gleichfarbig, gleich groß, gleich blöd …) macht, sondern gibt die chance, verschiedene krankheiten usw. zu heilen!

Gruß Daniel