Einmal noch
Hallo Frank,
Richter vertreten ausschliesslich Staatsgewalt nach gegebenen
Gesetzen. Diese müssen nicht zwingend „gefühltes Recht“
darstellen, sondern den Staat stabilisieren.
Polizisten müssen nicht zwingend jemand abschiessen, um ihn
vor Gewalttaten zu bewahren. Auch hier ist wieder die Ursache
interessant, was der Auslöer für den Gewaltakt war.
Nach Deiner Argumentation sollten dann nicht die Richter, sondern Bundestag und Bundesrat als Legislative die Terroristen sein. Die erlassen nämlich die Gesetze, mit denen Du offenkundig ein Problem hast; der Richter legt sie nur aus und fällt Urteile (wir brauchen jetzt keine Diskussion über Justizirrtümer anzufangen!). Mir persönlich ist es ganz recht, daß es die deutschen Gesetze gibt, denn sie decken sich fast vollständig mit meinen Wertevorstellungen (und auch denen der meisten anderen, unterstelle ich mal), insbesondere was das Strafrecht angeht (über Strafmaße usw. kann man ebenfalls diskutieren). Sie schützen mich schließlich vor der Willkür und Herrschaft von Stärkeren. Möchtest Du ein Faustrecht hier haben? Dankeschön!
Was den Polizist angeht: Es wird ihm niemand ernsthaft zugestehen, daß er jemanden erschießt, wenn es noch andere Alternativen gibt. Wenn es diese aber nicht gibt oder das Risiko für das Leben anderer zu groß ist, dann muß ein Täter auch nötigenfalls mit Gewalt daran gehindert werden, noch mehr Schaden anzurichten. Oder sind seine Rechte höher einzuschätzen als die unbeteiligter Personen?
Und jetzt mal ganz ehrlich: Oft kotzt es mich an, daß endlos die schlechte Kindheit von Serienkillern und Kinderschändern ausgebreitet wird, während die Opfer oder deren Angehörige zusehen müssen, wie sie mit den Taten weiterleben.
Wenn du das mit deinem Kind tätest und ich stünde daneben,
würde ich dir auch eine reinziehen. Wenn du dich widersetzt
gleich noch eine. Aber nicht, weil ich dich nicht mag, sondern
weils zum drüber nachdenken anregen soll. Dort fängt für mich
Terrorismusbekämpfung an.
Da ist schon ein Unterschied. Ich knalle ihn ja nicht ab.
Sicher. Und bei welchen Verletzungen ziehst Du Deine Grenze?
Erkläre mir bitte, wozu man geghen Kinder Gewalt anwenden
muss. Wenn man sein Gehirn bisl im Griff hat, findet man auch
andere Wege.
Da stimme ich Dir zu. Ich wollte das auch nicht gutheißen, sondern habe mich mit Deiner Reaktion befaßt. Wenn Du jemanden nur mit Gewalt daran hindern kannst, einen anderen zu mißhandeln, ist das in Ordnung (wie beim Polizist). Ich könnte auch - rein menschlich - verstehen, wenn Du im Affekt, aus Wut ihm eine langst, weil er seine körperliche Überlegenheit ausnutzt und einen Schwächeren verletzt, der sich nicht wehren kann.
Wenn Du aber Gewalt als Denkanstoß als Terrorismusbekämpfung siehst, dann komme ich da nicht mit. Will ich auch gar nicht!
ob ich das tatsächlich machen würde, sei dahingestellt. Ich
hab mir Schärers vika angeschaut und konnte deshalb nicht von
der Verbalattacke zurückhalten. Wieso haben dessen Kinder
psychische Probleme?
Letztens hatte ich auch Besuch, ein Kind mit angeblich
vermutetem Autismus war dabei. Eigenartiger Weise war während
des Besuchs davon nix zu spüren, eher das Gegenteil.
Ich werde mich schwer hüten, aus den Informationen einer Visitenkarte ein Urteil über jemanden zu fällen. Wenn schon, dann tue ich es aus seinen Äußerungen, die etwas ausführlicher sind. Und auch dann kann ich mich noch täuschen.
Jesus hat doch eh nur die Leute verarscht.
…
Er hat nur die damals gutgläubigen
und nach einem Erlöser für ihr schlechtes Leben suchende
Menschen ausgenutzt, um sich als „Herr“ bzw dessen Vertreter
über sie zu stellen und somit die Möglichkeit zu erhalten,
bissl besser als als Zimmermann zu leben.
Nenn mir bitte ein Beispiel, wo Jesus lt. Bibel besser gelebt
hat als als Zimmermann.
Ich schrieb, dass er es wohl versucht hatte. Seine Beweggründe
kann ich wohl schlecht kennen.
Ich kann oben weder einen Konjunktiv noch das Wort „versuchen“ entdecken. Werd ich wohl nochmal zum Optiker müssen. Aber wie dem auch sei, wenn Du seine Beweggründe nicht kennst, dann kannst Du objektiv gesehen genausowenig Deine Interpretation über Jesus’ Motive begründen wie die Christen die ihre.
Mir fällt da nur ein, daß er Fische
und Brot vermehrte und Wasser in Wein verwandelte. Aber das
sind ja Naturphänomene, für die uns noch die wissenschaftliche
Erklärung fehlt, sie wären ihm auch als Zimmermann zupaß
gekommen.
Nein, das muss Verarsche gewesen sein. Es ist bislang nicht
reproduziert worden.
Für Dich ist es Verarsche, für andere Glauben. Ich war nicht dabei, also muß ich mich für das eine oder andere entscheiden. Das gestehe ich jedem zu.
Es bleibt dabei, Religion Opium fürs Volk, genau wie ein
Zuhälter Heroin an seine Nutten verabreicht.
Ich habe es auch schon an anderer Stelle geschrieben: Es ist
im Namen jeder Religion schon Schindluder getrieben worden.
Allerdings gibt es auch genug Beispiele, wo in atheistischen
Systemen die Bürger unterdrückt wurden. Religion darauf zu
reduzieren ist so kurzsichtig, wie wenn man Tefal verklagen
würde, bloß weil die Ehefrau einem die Bratpfanne über den
Kopf gezogen hat.
Schlechtes Beispiel.
Genau das ist ja das perfide an jeglicher Religion, dass die
guten Seiten herausgestellt werden, um den Menschen damit
einen Hoffnungsschimmer zugeben auf ein besseres Leben. Genau
das ist Verarsche, denn bislang trat diese nie ein. Das
Bewusstsein wird entäußert an einen Gott, damit verliert der
Mensch aus den Augen, dass es nur einen einzigen geben kann,
der für sein Leben verantwortlich ist - er selbst!
Damit reduzierst Du jeden Gläubigen auf die Bewußtseinsebene eines gut dressierten Hundes. Es ist leider richtig, daß Religion benutzt wurde und wird, um Menschen für ein System zu manipulieren, aber es ist eben nicht immer so. Die Religionen haben Gebote und Verbote, an die der Orthodoxe sich halten muß, aber in deren Rahmen ist er immer noch für die Gestaltung seines Lebens und sein Tun und Handeln selbst verantwortlich. Und ob das so perfide ist, Schicksalsschläge mit Hilfe des Glaubens bewältigen zu können? Ist es so schlimm, wenn z.B. ein Kind, dessen Oma gestorben ist, sich damit tröstet, daß sie im Himmel ist, anstatt damit abgefertigt zu werden, daß sie in einer Holzkiste unter der Erde vermodert, und das war’s?
Religion ist in allererster Linie der Glauben, den ein Mensch
hat. Und den respektiere ich, auch wenn ich ihn nicht
nachvollziehen kann. Falls ein Diktator sie für seine Zwecke
ausnutzt, dann ist das seine Schuld, nicht die der Religion
Nix da, es ist die der Religion, die dem Diktatur die
Ausnutzung ermöglicht. Das war im Mittelalter so, das war im
real existierwenden Sozialismus so (Marx als Kultfetisch
verzerrt, Stalin als sein Jünger…) und es ist heute so
(Wirtschafts- und Warenfetischismus).
Ah. Alles und jeder, das oder der Dir nicht paßt, wird - schwupp - zur Devotionalie erklärt, und dann stimmt es wieder.
(siehe Pfannenbeispiel). Ich selbst schätze z.B. viele Werte
der großen Religionen als Richtung für das menschliche
Miteinander. Ich toleriere jeden Glauben, aber nicht unbedingt
Ich widerspreche dem nicht, dass in den Religionen auch viele
Teilwahrheiten enthalten sind. Beispielsweise waren die zehn
Gebote das damalige Grundgesetz und sind auch in dieser Weise
heute noch ähnlich in den Gesetzen zu finden.
Richtig. Gläubige glauben eben, daß diese Werte und Normen von einem Gott oder einer höheren Macht gegeben wurden. Schlimm? Nur das, was man draus macht!
das, was in seinem Namen gemacht wird - für mich ein feiner
Unterschied. Ich toleriere auch, daß Du offensichtlich
nichtgläubig bist, aber nicht, daß Du mich und viele andere
mit heroinsüchtigen Nutten vergleichst.
Tut mir Leid, war wohl etwas krass das Beispiel, ändert aber
nichts am Wahrheitsgehalt 
In diesem Sinne ist tatsächlich hierzulande jegliche
Wirtschaft mit einer Art Prostitution vergleichbar.
Stammtischparole.
Schick, wie intolerant diejenigen sind, die am lautesten
Toleranz für sich selbst einfordern!
Du darfst gern glauben, was du willst. Ich werde dich daran
deshalb nicht hindern und keinen anderen, solange die
Glaubensausübung nicht persönliche Interessen verletzt
(Beispiel Kirchglockenkrawall am Sonntagmorgen)
Wenn dies nach sieben Uhr morgens passiert (und das tut es), dann wirst Du die Kröte schlucken müssen, weil dann die gesetzliche Nachtruhe vorbei ist. Man kann sich auch einfach an Dinge gewöhnen, auch wenn man selbst nichts damit zu tun hat. Ich will ja auch niemand verbieten, mit seinem aufgemotzten Golf um die gleiche Zeit an meinem Schlafzimmerfenster vorbeizuhobeln. Oder die Kinder an ihrem Versteckspiel im Nachbarsgarten hindern. Oder die beiden älteren Damen anschnauzen, die sich über die samstägliche Hitparade der Volksmusik unterhalten.
Summa summarum: Wir werden auf keinen grünen Ast kommen. Du wirst meine Argumente wohl wieder mit Gegenargumenten beantworten, und das können wir fortführen, bis uns die anderen User und die Mods teeren und federn. Daher werde ich Deine weiteren Postings in dieser Sache kommentarlos tolerieren und mich freuen, daß es Richter, Polizisten, Kirchenglocken, Moscheen, Synagogen gibt.
Gruß
mowei