Justizsenatorin zu neuer Qualität von Bandenkriminalität

  1. Für Menschen mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Stubenfliege: ich sprach darüber, dass Berlin eine Hauptstadt mit wahrscheinlich über 4 Mio. Einwohner mit einer speziellen geographischen Lage ist und deswegen ein ganz anderes Kriminalitätsaufkommen hat als Radevormwald und Pulheim oder Oslo und Auckland (die letzten beiden sind ebenfalls Hauptstädte und jeweils die größte Stadt ihres Landes).
  2. In Berlin ist - insbesondere unter Berücksichtigung der Ausführungen unter 1. - die Situation so besonders gar nicht und schon gar nicht so außergewöhnlich gefährlich wie Du es hier darzustellen versuchst.
  3. Im internationalen Vergleich ist die Situation in Berlin sogar vergleichsweise harmlos, wenn man als Maßstab nicht eine Kleingartensiedlung in Kleinmachnow oder einen Bolzplatz in Miltenberg heranzieht.
  4. Bei Ferrum handelt es sich nicht um eine „Sondereinheit“ oder „Spezialeinheit“ (Frank Drebin lässt grüßen), sondern um eine besondere Aufbauorganisation. Das ist eine temporäre, anlassbezogene Organisationsstruktur, wie sie in Deutschland wahrscheinlich wöchentlich gebildet wird. In Berlin hat man dieser BAO vermutlich aus Publicitygründen einen eigenen Namen gegeben (und einen martialischen noch dazu), was ansonsten absolut unüblich ist.
    Dass die BAO nun schon seit über drei Monaten aufrechterhalten wird, kann ich mir nur so erklären, dass man sich dadurch erhofft, das notwendige Personal halten zu können. Ich kenne das Polizeigesetz Berlin nicht und auch nicht die entsprechenden Vorschriften, aber in anderen Bundesländern ist es im Rahmen von BAO erlaubt bzw. üblich bzw. sogar angestrebt, Dienstzeiten zu überschreiten und andere Schichten zu fahren (also 12- oder 24-Stunden-Schichten, statt des sonst üblichen Dreischichtsystems).
    Die Erfolge sprechen für dieses Konzept. Laut Bild hat man in zwei Monaten mit 200 aktiven Beamten inzwischen ganze 12 Waffen und 192 Stück Munition sichergestellt (was in etwa dem entspricht, was man an einem handelsüblichen Wochenende in der Düsseldorfer Alstadt einsammelt). Die Parallelen (*) zu dem von Dir gefeierten sinnlosen Aktionismus des Innenministers Dobrindt sind insofern in jeder Hinsicht offensichtlich und bestätigen meine Einschätzung der Kompetenz der Berliner Polizeiführung.

(*) Populistische Aktion, deren Sinnlosigkeit von Anfang an offensichtlich war, die eine Menge Geld kostet, Beamte verschleißt und am Ende genau der Misserfolg wird, der vorhergesagt wurde.

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Fake News! Es sind drei Monate :upside_down_face:

Ich habe drei Monate „errechnet“ und gedacht und dann zwei geschrieben. Sind diese Nonsensdiskussionen am Ende noch gesundheitsschädlich? :scream:

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Es ist

.eine spezialisierte Einheit, die sich mit der Aufklärung von Schießereien beschäftigt

Die Zahl der Schießereien und Drohungen mit Schusswaffen hatte sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt im Vergleich zu 2024. Deshalb gibt es beim Landeskriminalamt seit vergangenem November eine spezielle Einsatzgruppe

Bei gezielten Razzien kontrollierten die Sicherheitsbehörden laut Innenverwaltung knapp 5.000 Personen und fast 800 Lokale. Dabei wurden zwölf scharfe Schusswaffen beschlagnahmt. Bei gut 220 eingeleiteten Ermittlungsverfahren konnten in weniger als einem Viertel der Fälle Tatverdächtige ausfindig gemacht werden. Bislang erließ die Justiz neun Haftbefehle.

Der Kampf gegen organisierte Kriminalität ist mühsam. Nachts wird irgendwo auf Türen, Fenster, Autos (manchmal werden auch Menschen getroffen) geschossen. Wie oft wird man da jemanden auf frischer Tat ertappen. Es ist etwas anderes als bei Beziehungstaten.

Aha. Und weil man so spezialisiert ist und die Gefahr durch Waffen in Berlin so groß ist, hat man bei der Kontrolle von 5000 Personen und 800 Immobilien ganze 12 Waffen und keine 200 Schuss Munition sichergestellt. Das ist so offensichtlich kompletter Kokolores, den Du nicht nur glaubst, sondern auch noch als Beweis dafür heranziehst, dass die Zustände in Berlin in irgendeiner Form einer Hervorhebung bedürfen.

Mal ganz davon abgesehen, dass da keine 200 Leute von irgendwelchen Spezialeinsatzkräften oder Elitearbeiten hinter schießwütigen Gangstern herrennen, sondern es handelt sich um 200 normale Polizisten aus dem Wach- und Wechseldienst, die pro Tag nicht einmal 2 Patronen und pro Woche nicht einmal eine Schusswaffe aufgetrieben haben. 200 Polizisten, die nun seit drei Monaten im Wach- und Wechseldienst fehlen, d.h. in den Fußgängerzonen, auf den Straßen usw. und in der Zeit nicht nur unfassbar viele Überstunden angehäuft haben, sondern wahrscheinlich auch zermürbt sind - durch die vielen Überstunden und natürlich auch durch die ausbleibenden Erfolge. Man stelle sich nur vor: Du bist eine Woche lang mit 200 Leuten in 12 Stunden-Schichten unterwegs und am Ende teilst Du Dir mit Allemann den Wahnsinnserfolg von einer aufgetriebenen illegalen Waffe.

Wenn man Deinen Ausführungen auch nur ansatzweise Glauben schenken würde, müsste man davon ausgehen, dass man sich in Berlin einfach nur an eine Straßenecke stellen müsste, um innerhalb von zwei Stunden mehr Waffen und mehr Munition zu sehen, als die in drei Monaten aufgetrieben haben.

Ich würde sogar wetten, dass man in jeder normalen Kleinstadt in 800 Immobilien mehr illegale Waffen finden würde, als diese „spezialisierte Einheit“ bisher zu Tage gefördert hat. Das ist der gleiche Schwachsinn bzw. die gleiche Augenwischerei, dem/der Du schon in Hamburg aufgesessen bist, wo man in zehn Monaten „mit harten Kontrollen“ ganze 350 Messer aufgetrieben hat.

Es folgt dem immer gleichen Prinzip: irgendjemand (gerne von der afd) behauptet, es gäbe ein Problem - in Berlin, in Hamburg, an den Außengrenzen. Du glaubst das unbesehen, ohne die Aussagen zu hinterfragen oder gar anhand der Fakten zu validieren. Du schwafelst darüber, wie schlimm die Lage ist und forderst Maßnahmen.

Irgendwelche Politiker springen auf den Zug auf und setzen irgendwelche von vornherein absehbar untauglichen Maßnahmen in die Welt. Du begrüßt das und wenn sich das erwartete Ergebnis einstellt - also wenig Resultate bei hohen Kosten - feierst Du dieses Ergebnis, ohne - welch Überraschung - die Aussagen zu hinterfragen oder gar anhand der Fakten zu validieren.

So funktioniert Populismus und Du fällst immer und immer wieder darauf rein.

Herrlich. Zuerst willst du uns diese „Sondereinheit“ als Erfolg verkaufen und zwei Postings später suchst du schon händeringend Entschuldigungen für die offensichtliche Erfolglosigkeit. Bei dem Tempo wirst du uns in spätestens drei Postings erklären, dass du noch nie davon gehört hast :rofl:

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Keine Ahnung, ob beim BKA jemand von der afd ist.

Anscheinend erinnerst Du Dich schon selber nicht mehr, wie dieser Artikelbaum begann. Vielleicht liest Du wenigstens noch einmal den Titel, den Du selber ausgewählt hast. Ich sprach ebenfalls von Politikern und nicht vom BKA, das im Übrigen auch nichts mit den Aktivitäten der Polizei in Berlin zu tun hat, von denen Du hier so umfangreich und widersprüchlich berichtest.

Da Du zu dem ganzen Rest, den ich schrieb, anscheinend nichts mehr zu sagen hast, sind wir von diesem Punkt

wohl wirklich nicht mehr weit entfernt.

Das Wesentliche sind die Aktivitäten der Kriminellen.

Das ist zusammenhangloses Geschwätz mit dem Ziel, sich aus der Nummer irgendwie rauszuwieseln.

Nein.

Das BKA sprach von den Auswirkungen der Aktivitäten der Kriminellen ( nicht nur in Berlin)

Es ändert an den Auswirkungen auf die Innere Sicherheit nichts, dass hier die Berliner Polizei zuständig ist.

Wenn du Ideen hast, wie die Polizei noch wirksamer gegen die Täter vorgehen kann, nur zu.

Doch. Es ging um die Situation in Berlin, die sich offensichtlich weitaus weniger dramatisch darstellt als Du behauptet hast. Es ging darum, dass Du eine angebliche Spezialeinheit gefeiert hast, deren Erfolglosigkeit nichts anderes belegt als den Umstand, dass es in Berlin eben nicht an jeder Ecke Waffengewalt und Schießereien gibt. Und nicht zuletzt ging es darum, dass Du wie so oft Quellen präsentierst, die das Gegenteil von dem belegen, was Du behauptest. Naja und natürlich auch darum, dass Du den Unterschied zwischen Medium und Quelle nicht verstehst.

Oft genug.
Die SPD-Innensenatorin und ihre Polizeipräsidentin sind natüüüürlich ganz schlimme BlenderInnen.

Du hast Dich also dazu entschieden, die Fakten zu ignorieren. Das kommt überraschend.

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Nur weil du die Ergebnisse der Polizei als wenig empfindest, heißt das nicht, dass die Täter nicht häufiger „unterwegs“ sind.

Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei Berlin: „Wir erleben gerade eine Welle. Aber wer jetzt von einer neuen Eskalationsstufe spricht, verkennt, was seit Jahren auf Berlins Straßen passiert.“ Der Pressesprecher weiter: „Wir hatten auch in der Vergangenheit solche Schusswaffen-Wellen. Was wir jetzt erleben, ist eine wirklich hohe Taktung an gewalttätigen Schusswaffenvorfällen.“

Doch woher stammen die Täter? Benjamin Jendro erklärt: „Wir sehen einen Kontext in die Türkei. Das ist nicht sofort mit der uns bekannten Clan-Kriminalität gleichzusetzen. Wir haben schon Protagonisten, die wir aus dem Bereich Clan, arabische Großfamilien kennen. Auch die tauchen bei den Personenüberprüfungen auf. Aber wir haben jetzt auch Gruppierungen aus der Türkei. Ob hier immer ein Clan verantwortlich ist, müssen die Ermittlungen zeigen.“

Jendro klärt auf: „Über Rocker spricht gar keiner mehr. Oder über deutsche Gruppierungen, die früher an der Diskothekentür standen und entschieden haben, wer reinkommt und wer Drogen vertickt. Die wurden über die Jahre aus dem Geschäft gedrängt. Nun haben wir wieder neue Protagonisten, die vordringen und vielleicht den etablierten Gruppierungen wie Clans ein bisschen den Kampf ansagen. Es ist offensichtlich, dass Einfluss auf Berlins Straßen und OK-Geschäftsfelder (Organisierte Kriminalität, Anm. d. Red.) neu ausgelotet wird.“

Es gibt also viel zu tun. Aber die Strafverfolgung ist nicht immer einfach. Jendro: „Bei den Ermittlungen ist sicherlich ein Problem, dass die ja nicht mit einem reden, also weder die Opfer noch die Täter. Das macht es uns so schwer. Sie schießen sich gegenseitig über den Haufen, sind sich aber dahingehend einig, nicht mit der Polizei zu reden.“

Nur das SPD-Ressort in Berlin kritisieren und den Kopf in den Sand stecken, bringt es allein nicht.

Ich empfinde vor allem Dein Diskussionsverhalten als unterirdisch. Mal abgesehen davon, dass Du auf keine der Antworten ernsthaft eingehst, sondern immer wieder neue Haken schlägst, kann ich jemanden einfach nicht ernst nehmen, der ernsthaft versucht, 12 beschlagnahmte Waffen und 192 beschlagnahmte Stück Munition als Erfolg gegen die Kriminalität zu bewerten, wenn dafür drei Monate und 200 Beamte nötig waren.

Wobei ich damit übrigens nicht sagen will, dass ich von Deinem Verhalten überrascht bin. Dobrindt hast Du für eine ähnliche Pleite ja auch schon gefeiert.

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Wie willst du daran den Erfolg messen. Die Sonderheit zeigt sich, verunsichert die Szene. Nebenbei werden sicher noch ein paar andere Straftaten (als Beifang) verfolgt.

Für die „tagesschau“ schon. Aber für dich sind das ja fake-news.

Zum Zeitpunkt der Schüsse sei niemand in der Wohnung gewesen.
Der oder die Täter entkamen laut Polizei unerkannt. Die Ermittlungen hat die Sondereinheit „Ferrum“ (deutsch: Eisen) im Landeskriminalamt übernommen.
Berlin: Mehrere Schüsse auf Wohnungstür in Berlin-Köpenick abgefeuert | tagesschau.de

Warum das kein Erfolg ist, erklärte ich ausführlich, aber darüber bist Du genauso hinweggegangen wie über alle anderen Versuche, die Aktivitäten von „Ferrum“ einzuordnen.

Sagen wir mal so: es wird halt von Journalisten viel Schrott geschrieben, was daran liegt, dass die über Sachen schreiben, von denen sie keine Ahnung haben. Sie stützen sich dann auf Pressemitteilungen, irgendwas in ihrem Hinterkopf oder phantasieren was zusammen. Der eine schreibt von Sondereinheit, der andere schreibt von Sonderkommission (wie bspw. der Tagesspiegel) und manche eben von besonderer Aufbauorganisation, wozu ich auch schon einiges erklärte, worüber Du halt auch einfach hinweggegangen bist.

Der eine Journalist ordnet die BAO der Berliner Polizei zu, der andere dem Landeskriminalamt und der dritte schreibt das Ding Landeskriminalamt und Landespolizeidirektion zu. Nebenbei bemerkt, liest man auch häufig, dass die 12 Waffen sichergestellt worden seien, was irgendwie witzig ist, weil Sicherstellung im allgemeinen bzw. polizeilichen Sprachgebrauch eine gewisse Freiwilligkeit der Herausgabe impliziert, während man Beschlagnahme verwendet, wenn der fragliche Gegenstand dem Besitzer gegen seinen Willen abgenommen wird.

So sind sie halt, die Journalisten.

Entscheidend ist - und da kannst Du noch so viele Artikel kopieren -, dass in der Truppe 200 Leute seit drei Monaten verheizt werden, um im Schnitt jede Woche eine Waffe aus dem Verkehr zu ziehen und dafür 5000 Personen und 800 Örtlichkeiten begutachten mussten. Wie ich bereits zu erklären versuchte, hätte man wohl mehr Waffen gefunden, wenn man rein zufällig 5000 Leute auf der Straße kontrolliert oder 800 beliebige Wohnungen in einer Kleinstadt durchsucht hätte.

Das Ergebnis ist einfach erbärmlich und das hier

ist totaler Blödsinn. Die Polizei stochert offensichtlich im Nebel, weil sie sonst weitaus mehr Erfolge (oder überhaupt welche, müsste man wohl eher sagen) hätte erzielen können. Das Ganze dient nicht der Verbrechensbekämpfung bzw. -prävention, sondern ist eine Augenwischerei für die blöde bzw. uninformierte Öffentlichkeit.

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In Österreich reicht’s da schon, wenn die Polizei einen deutschen Nazi besucht:

Die österreichische Polizei hat bei einem deutschen Staatsbürger zahlreiche Waffen und mehr als 30.000 Schuss Munition sichergestellt.
[…]
Dabei wurden unter anderem 18 Schusswaffen und Schalldämpfer sowie die Munition gefunden.

Für diese Menge an Munition bräuchte Ferrum 39 Jahre.

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Ist das die gleiche Szene, die laut dir so schlimm ist wie noch nie zuvor? Bewundernswert wie du es nie zulässt, dass deine Meinung von Fakten beeinflusst wird.

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