"Kann ich ein Eis?"

stand auf dem Lösungsblatt „Satzarten“, das die Lehrerin für das „Homeschooling“ mitgegeben hatte.
Damit ist diese Verstümmelung also offiziell im Lehrbetrieb angekommen :disappointed:
Soll ich jetzt aufgeben, meinen Kindern korrekten Satzbau beizubringen und das Ganze als „Sprache entwickelt sich halt nun mal“ hinnehmen, oder besteht noch Hoffnung?

Gruß,

Kannitverstan

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Lehr Deine Kinder weiter den korrekten Satzbau.
Mach´ne Kopie von dem Pamphleth, schick es ans Kultusministerium, mit der Frage seit wann in… …nicht mehr hochdeutsch gelehrt würde. ramses90

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„Homeschooling“ ist auch nicht gerade das Hochdaitsch. Nur eine ärgerlische Entwicklung.
Strunz!!!-Flasche leer!!!

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Vergiss es.
Ich habe schon längst aufgegeben, gegen „scheinbar“, „gehangen“, „Grüsse“ und „Strasse“ anzukämpfen.
Aber es tut immer noch weh.

Grüße
Dirk

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Und was genau hindert dich daran, dass ganze für einen Schreinfehler zu halten? Das üassiert dch ständig, dass man beim Tippen Wort vergisst. :slight_smile:

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„Scheinbar“ und „gehangen“ sind dort, wo scheinbar und gehangen korrekt sind, völlig korrekt.

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Jo. Es gibt auch Länder, in denen sind „Strasse“ und „Grüsse“ korrekt. Aber die meine ich nicht.

Das Land, in dem „scheinbar“ und „gehangen“ korrekt sind, wenn sie korrekt sind, heißt Deutschland. Mein „dort“ bezieht sich auf den Kontext, nicht auf irgendeine Geografie.

Gegen „scheinbar“ und „gehangen“ anzukämpfen heißt gegen etwas anzukämpfen, was in der in Deutschland gesprochenen deutschen Sprache in sehr vielen Fällen korrekt sind. Oder meinst Du, du kämpfst nur gegen die Fälle an, in denen es falsch ist? Das hast du aber nicht gesagt. Ich weiß, ich weiß … von jemanden, der sich um Sprache Sorgen macht, zu ertwarten, dass er sich verständlich und inhaltlich korrekt ausdrückt, ist schon irgendwie vermessen. :slight_smile:

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Eine elegante Methode wäre ja, in Anknüpfung an Denkers Beitrag den Satz tatsächlich für einen Flüchtigkeitsfehler zu halten bzw. in einer Nachricht an die Lehrerin so zu tun, als halte man es für einen solchen. Die Lehrerin fühlt sich dann nicht bloß gestellt. Man kann ja dessen ungeachtet darauf hinweisen, dass dieses Beispiel „versehentlich“ Schüler im falschen Gebrauch der Sprache bestärken kann…

Ich werde das Lösungsblatt auf jeden Fall mit einem Post-It versehen und mit in die Hausaufgabenmappe legen.

Gruß,

Kannitverstan

Kann natürlich sein. Auf demselben Blatt sind auch zwei Kommafehler… aber darüber sehen wir mal großzügig hinweg :wink:
Bei „Kann ich ein Eis?“ hört der Spaß aber auf. Mal schauen, was die Lehrerin dazu sagt.

Gruß,

Kannitverstan

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Zunächst mal: „Kann ich ein Eis?“ ist sehr wohl eine wohldefinierte Art von sprachlichem Ausdruck… Also auch ein Beispiel für eine „Satzart“. Ist halt bloß nicht - auch nicht unter Muttersprachlern - so geläufig, wie die Bezeichnung dafür lautet.

Ansonsten: Aus welchem Grund vermeidest du, uns wissen zu lassen, in welchem näheren Kontex dieses Satzbeispiel bzw. Lösungsding in der Rubrik „Satzarten“ angeführt war?

„Lösung“ also von welcher speziellen Frage?

Unter dem allgemeinen Thema „Satzarten“ könnte ja auch, so kontextfrei wie du es hier anbietest, z.B. gefragt worden sein: „Gib ein Beispiel eines Satzes mit unvollständigem Satzbau und begründe (in grammatischer Terminologie), inwiefern er fehlerhaft ist.“

Gruß
Metapher

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Wir befinden uns in der zweiten Klasse (staatliche Grundschule, Bayern), und es geht um die Unterscheidung „Aussagesatz / Ausrufesatz / Fragesatz“.
Die genannte Lösung gehört zur Rubrik „Fragesatz“.

Theoretisch. Aber dann hätte ich wohl kaum diesen Beitrag erstellt :wink:

Gruß

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Danke für die nachträgliche Info! Das macht diesen Eklat natürlich deutlich.

Sowas ohne erklärenden Zusatz zu bringen, ist schon heftig. Aber sowas von! (← siehe unten). Andererseits: Es ist ein Fragesatz!

Oft wird genau dieses Beispiel angeführt, wenn es darum geht, wie Kinder, die beginnen, den Sprachgebrauch zu durchschauen, gerne - auch bewußt ironisierend - mit der Sprache spielen: Sie wissen einfach, daß die → Ellipse bestens funktioniert. Unter anderem, weil sie im täglichen Gebrauch ist:

„Wie du mir, so ich dir“ (auch dann noch kürzer: „Wie du, so ich“
„Schönen Gruß!“ / „Guten Tag!“ / „Grüß dich!“
„Ab ins Bett!“
„Wirst du woh endlichl!?“
„Du wirst doch wohl nicht!“
„Das ist ja krass. Aber sowas von!“

Analog zu deinem Beispiel:
„Mir noch ein Stück (Kuchen)!“
„Darf ich nen Riegel?“
Und auch dein Besipiel ist manchmal noch elliptischer zu hören: „Ich ein Eis?“

Erwachsene, die das hören, erkennen aber in der Regel, daß die Kids hier absichtlich ironisierend sprechen. Und im seltensten Fall wissen die Kids nicht, wie es „richtig“ lauten müßte. Eine Korrektur wäre dann aus naheliegenden Gründen höchst kontraindiziert.

Gruß
Metapher

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Hallo M-Ponkt,

zu diesen Beispielen noch zwei - wie ich finde - recht hübsche Exempel aus der schier unerschöpflichen Welt des Schienenverkehrs:

  • In gefühlt jedem dritten der grausigen B3yg-Umbauwagen der Deutschen Bundesbahn war bis ungefähr 1975 in einem der Bilderrahmen, die dort an den Stirnwänden hingen und u.a. auch allerlei Drucke von fotografischen Aufnahmen attraktiver Reiseziele enthielten, ein silberhaariger und wenn ich mich recht entsinne schnauzbärtiger Schaffner (die gab es zu Zeiten noch) zu sehen, der zwinkernd eine Tafel Ritter Sport - Schokolade hochhielt und dazu fragte „Noch jemand ohne?“ (Ungefähr ebenso häufig war die Badenixe im Zweiteiler Adenauerscher Ausmaße, die für Dr. Drulas Bleichwachs warb).

  • Die Schnellzüge aus Richtung Frankfurt / Main wurden bis weit in die 1960er Jahre im Bahnhof Mannheim-Friedrichsfeld geteilt, der vordere Teil fuhr nach Heidelberg - Stuttgart oder in einzelnen Fällen über Schwetzingen nach Karlsruhe - Basel weiter, während die letzten zwei-drei Wagen abgekuppelt wurden und etwas später nach Mannheim hinübergeschleppt wurden. Der Bahnhof Friedrichsfeld wurde erst ziemlich spät mit einer Lautsprecheranlage ausgestattet, so dass die entsprechende Ansage vom Zugführer über den Bahnsteig gebrüllt werden musste. Damit er nicht so viele Silben zu brüllen hatte, hieß diese Ansage dann nicht „Reisende nach Mannheim werden gebeten, in die Wagen am Schluss des Zuges ein- oder umzusteigen“, sondern schlicht „Monnem hinde!!“ - aus diesem im Eisenbahnzeitalter weithin bekannten Ruf hat dann eine Werbeagentur sozusagen e contrario den Slogan „Monnem vorne!“ entwickelt, den es in dieser Form vorher nicht gab (und an dem inhaltlich auch gewisse Zweifel angebracht sind…).

Die knappste und vielleicht deutscheste aller Ellipsen ist wohl der Gruß, der hierzulande im geschäftlichen Kontakt alle Tageszeiten universell abdeckt: „Mahlzeit!“ - und der in der Abteilung Konnotat eine ganze Menge abdeckt, u.a. die nicht nur in Frankfurt/Main öfter mal entscheidende Parole ‚Hie gut Hohenzollern allewege!‘

Schöne Grüße

MM

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Ich habe auch nicht behauptet, gegen die korrekte Verwendung anzukämpfen.
Wenn du richtig gelesen hättest, hättest du gelesen, dass ich überhaupt nicht mehr ankämpfe. Also was willst du von mir?

„Nix da!“
Ich biete - zumindest als kürzeste Grußform: „Tach!“

„Jetzt du wieder.“

„Sei’s drum.“

„Gruß“

PS: Wir haben so viele Ellipsen und Brachylogien im Dt., man könnte ganze Unterhaltngen damit bestreiten :slight_smile:

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Moin,

Sprache ist das, was gesprochen wird, und wenn etwas oft genug und lang genug gesprochen wird, dann landet es im Duden. Immer wieder schön: Die Versuche der Redaktion, zu solchen Veränderungen passende Regeln zurechtzuklopfen - auf Biegen und Brechen.

Kinder sind nicht doof, die erkennen Redundanzen in den Regeln, ohne zu wissen, was redundant heißt, und sie wissen auch zwischen Regeln und Sprachgebrauch zu unterscheiden. Und sollte mal ein Kind damit nicht klarkommen, so liegt es sicher nicht am Schreib-, Tipp- oder Denkfehler der Lehrkraft.

Gruß
Ralf

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