Ladenschluss

Als die Queen neulich mitteilte, daß die PUBS demnächst keine
geregelten Öffnungszeiten mehr haben werden, kamen genau diese
deine Argumente von den Wirten.

Das sind nicht „meine“ Argumente, sondern wiedergegebene Untersuchungen - für jeden nachlesbar in einer gutsortierten wirtschaftswissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Universitätsbibliothek.

Was will uns das sagen:
Durch längere Öffnungszeiten entzerrt sich natürlich der
Kundenandrang. Somit müssen nicht 5 Kassen besetzt sein
sondern nur noch 2. (Dein Arbeitsplatzargument bzw. Dein
Argument der Umsatzverschiebung)

Stimmt, daß genau das passiert ist, sieht man ja an den von mir zitierten Zahlen. Mal ehrlich: wozu recherchiert man eigentlich einen Diskussionsbeitrag, wenn so was drauf zurückkommt? Hast Du Belege für Deine Behauptung?

Der Deutsche kommt aber mit einem Phänomen nun überhaupt nicht
zurecht: Verbesserter Service.

Verbessert sich denn der Service am Kunden durch verlängerte Öffnungszeiten? Lies noch einmal meinen Beitrag genau durch.

Man kann entspannter einkaufen, man muß nicht hetzen, man
bekommt auch noch was, wenn man mal was vergessen hat etc.

Da stimme ich Dir vollständig zu.

Der Deutsche will keinen Service, weder ihn geboten bekommen
(Der Verkäufer schwatzt mir was auf) noch ihn genießen (Muß
ich alles bezahlen).

Ein Beleg für diese ziemlich grobe Generalisierung würde mich schon interessieren.

Es gab mal Zeiten, da waren am Mittwochnachmittag in ganz
Deutschland die Geschäfte geschlossen, als Ausgleich für den
Sammstagvormittag. Deiner Argumentation zufolge könnte man zur
Optimierung die Geschäfte nur eine Stunde am Tag öffnen, da
der Umsatz ja eh der gleiche bliebe, da die Leute ja nicht
weniger kaufen würden.

Dann hast Du „meine“ Argumentation nicht verstanden. Daß es da Grenzwerte nach oben und unten gibt, sollte man nicht aus dem engen Blickfeld verlieren - aber ich dachte, daß wäre jedem klar.

gruss
winkel

Gruss, Joachim

Ehrenrettung ALDI und LIDL…:smile:
hallo Christian,
auch bei ALDI un LIDL gibt´s hervorragende Ware.
Die Ware stammt zum Teil von genau dem gleichen Markenhersteller, den Du bevorzugst. Der Sekt von Aldi ist beste Markenware. Die Weißwürste von Aldi sind Topp. Bessere gibt´s nur noch beim Donisl in München frisch aus dem Sud.
Vielleicht weiß jemand die Homepage, in der die Hersteller der Aldi- und Lidl- Waren stehen.
Du wirst Dich wundern.
Grüße
Raimund
finde die „Dekoration“ bei Aldi auch „kontraproduktiv“.

so isses ja nun auch nicht

hallo Christian,
auch bei ALDI un LIDL gibt´s hervorragende Ware.
Die Ware stammt zum Teil von genau dem gleichen
Markenhersteller, den Du bevorzugst.

Die Hersteller sind in der Tat vielfach die gleichen, davon sind es aber nicht die gleichen Produkte. Die Aldi-Produkte werden nämlich mehrheitlich mit anderen - qualitativ geringerwertigen - Zutaten hergestellt, als die „echten“ Produkte. Deswegen sind sie noch lange nicht schlecht, nur schmecken sie anders und mir eben größtenteils nicht.

Der Sekt von Aldi ist
beste Markenware.

Faber ist auch eine Markenware, taugt aber nichts. Außer man steht auf Zuckerwasser mit Aromastoffen. Der Begriff Markenware ist dehnbar.

Du wirst Dich wundern.

Werde ich nicht, weil ich einige Unternehmen als Kunden habe, die Aldi-Produkte herstellen.

C.

eins noch

Durch eine
Änderung der Ladenöffnungszeiten wird nicht mehr Geld
eingenommen.

Ein Zitat von einem Vorstandchef eines deutschen Warenhauskonzerns (ich meine, es wäre einer von Karstadt gewesen, aber sicher bin ich mir nicht):
„Wenn der erzielte Umsatz unabhängig von den Öffnungszeiten wäre, brauchten wir nur eine Stunde in der Woche zu öffnen.“

Gruß
Christian

hallo Christian,

auch bei ALDI un LIDL gibt´s hervorragende Ware.
Die Ware stammt zum Teil von genau dem gleichen
Markenhersteller, den Du bevorzugst.

Die Hersteller sind in der Tat vielfach die gleichen, davon
sind es aber nicht die gleichen Produkte. Die Aldi-Produkte
werden nämlich mehrheitlich mit anderen - qualitativ
geringerwertigen - Zutaten hergestellt, als die „echten“
Produkte. Deswegen sind sie noch lange nicht schlecht, nur
schmecken sie anders und mir eben größtenteils nicht.

Der Sekt von Aldi ist
beste Markenware.

Faber ist auch eine Markenware, taugt aber nichts. Außer man
steht auf Zuckerwasser mit Aromastoffen. Der Begriff
Markenware ist dehnbar.

Dieser Sekt wurde vor 1 (?) Jahr gestestet: er ging als Sieger hervor!
Bei den Weißwürsten kann ich als Fachmann mitreden (eine meiner Leibspeisen) der Geschmack wird nur noch von der frischen Sudware übertroffen.
Die Maultaschen sind lt. meiner schwäbischen Regierung sehr gut.

Du wirst Dich wundern.

Werde ich nicht, weil ich einige Unternehmen als Kunden habe,
die Aldi-Produkte herstellen.

ich will auch nicht behaupten, dass alles 1. Klasse ist. Doch sehr viele Produkte sind vom Hersteller die Überproduktion. Für eineige Hersteller ist es günstiger, von ihrer Markenware mehr zu produzieren, als sie selbst absetzen können. Diese Mehrware wird unter anderer Bezeichnung billiger verhökert.

Grüße
Raimund

Moin Christian,

„Wenn der erzielte Umsatz unabhängig von den Öffnungszeiten
wäre, brauchten wir nur eine Stunde in der Woche zu öffnen.“

Der Satz kommt stets bei der Debatte, ist aber Unsinn. Es ist ja auch möglich (wie gesagt, muss nicht, ist aber möglich), dass es eine Sättigungsgrenze gibt. Bei 8 Stunden Öffnungszeit wird so viel wie bei 10 Stunden Öffnungszeit, aber mehr als bei 6 Stunden Öffnungszeit ausgegeben. Zumindest einen abnehmenden Grenznutzen von jeder zusätzlichen Stunde Öffnungszeit wird es geben.

Ciao

Ralf

Hi,

Faber ist auch eine Markenware, taugt aber nichts. Außer man
steht auf Zuckerwasser mit Aromastoffen. Der Begriff
Markenware ist dehnbar.

Dieser Sekt wurde vor 1 (?) Jahr gestestet: er ging als
Sieger hervor!

was wurde denn da getestet? (Mal davon abgesehen davon, daß ich von keinem Test etwas halte, den ich nicht selber durchgeführt habe.)

Bei den Weißwürsten kann ich als Fachmann mitreden (eine
meiner Leibspeisen) der Geschmack wird nur noch von der
frischen Sudware übertroffen.
Die Maultaschen sind lt. meiner schwäbischen Regierung sehr
gut.

Oh, den Käse von Aldi mag ich auch (Gouda), ebenso das Knabberzeug und die ein oder andere Schokolade (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Die Liste der Sachen, die ich von Aldi schon gegessen habe und nie wieder essen werde, ist sehr viel länger.

Wenn man mir aber die Wahl ließe (und die läßt man mir auch tatsächlich), würde ich eher bei Kaisers einkaufen als bei Aldi, weil ich nämlich weder die Nerven noch die Zeit habe, mich durch zwei Märkte zu quälen, weil ich in dem einen Laden die Hälfte dessen, was ich kaufen will, nicht bekomme oder nicht mag.

Gruß
Christian

Hallo Ralf,

Der Satz kommt stets bei der Debatte, ist aber Unsinn.

war ja auch ne absichtliche Provokation. :wink:

Es ist
ja auch möglich (wie gesagt, muss nicht, ist aber möglich),
dass es eine Sättigungsgrenze gibt. Bei 8 Stunden Öffnungszeit
wird so viel wie bei 10 Stunden Öffnungszeit, aber mehr als
bei 6 Stunden Öffnungszeit ausgegeben. Zumindest einen
abnehmenden Grenznutzen von jeder zusätzlichen Stunde
Öffnungszeit wird es geben.

Nun, da kommt es darauf an, für wen. Ich bin jedenfalls unverändert der Ansicht, daß es sich jeder selber aussuchen dürfen muß, wann er öffnet. Die Behauptung, die Läden würden die Öffnungszeiten eh nicht ausnutzen, daher bräuchte man keine weitere Liberlisierung, halte ich weiterhin insofern für Unfug, als daß es gar nicht die Frage ist, wieviele länger geöffnet haben, sondern ob es überhaupt welche gibt, die länger geöffnet haben (wollen), weil es eben Leute gibt, die zu diesen Zeiten einkaufen wollen.

Gruß
Christian

als Krankenschwester kannst Du sicherlich auch kompetent
Frallis Behauptung beantworten, dass Krankenschwestern im
Durchschnitt nur noch 2 bis 3 Jahre arbeiten und dann
ausgebrannt sind.

Sicherlich ist Krankenschwester ein harter Beruf (Argumente
dafür bringst Du auch) und keiner führt diesen 40 Jahre aus.
Aber 2 bis 3 Jahre halte ich dann doch für sehr übertrieben.

Hallo Ralf,

meiner Erfahrung nach, gibt es immer mehr Neuanfänger im Beruf, die sich schon nach einem Jahr ausgebrannt fühlen.
Das bedeutet aber nicht, dass sie dann gleich kündigen.

Es gibt eine Statistik, die besagt, dass viele Pflegepersonen, nach 4-5 Jahren aus dem Krankenpflegeberuf ausscheiden.
Wie und wann diese Daten erhoben wurden, weiss ich nicht.

Eine genauere Statistik zu diesem Thema zu erstellen, erscheint mir schwierig.
Viele weibliche Pflegekräfte scheiden nach ein paar Jahren wegen der Familiengründung aus dem Beruf aus und steigen später wieder in geringfügiger Beschäftigungsart oder geringerem Arbeitsumfang in den Beruf wieder ein.

Interessanter finde ich die Tatsache, dass es viel weniger Vollzeitbeschäftigte als früher in diesem Beruf gibt, selbst alleinstehende Pflegekräfte reduzieren ihre Arbeitszeit auf 60 - 75% ,obwohl sie mit Lohneinbussen und geringerer späterer Rente leben müssen (wenn es eine Rente später überhaupt noch gibt).
Das ist für mich ein Beweis der stärkeren Berufsbelastung, gegenüber früher.

Gruß
ute

Hi,

Faber ist auch eine Markenware, taugt aber nichts. Außer man
steht auf Zuckerwasser mit Aromastoffen. Der Begriff
Markenware ist dehnbar.

Dieser Sekt wurde vor 1 (?) Jahr gestestet: er ging als
Sieger hervor!

was wurde denn da getestet? (Mal davon abgesehen davon, daß
ich von keinem Test etwas halte, den ich nicht selber
durchgeführt habe.)

Gesachmack und Inhaltsstoffe. Ich kann da nicht mitreden: ich mag das Gesöff nicht. Ob´s Sekt, Spumante oder Champagner heißt. Es ist für mich immer eine Qual mitzutrinken.

Bei den Weißwürsten kann ich als Fachmann mitreden (eine
meiner Leibspeisen) der Geschmack wird nur noch von der
frischen Sudware übertroffen.
Die Maultaschen sind lt. meiner schwäbischen Regierung sehr
gut.

Oh, den Käse von Aldi mag ich auch (Gouda), ebenso das
Knabberzeug und die ein oder andere Schokolade (ohne Anspruch
auf Vollständigkeit). Die Liste der Sachen, die ich von Aldi
schon gegessen habe und nie wieder essen werde, ist sehr viel
länger.

Wenn man mir aber die Wahl ließe (und die läßt man mir auch
tatsächlich), würde ich eher bei Kaisers einkaufen als bei
Aldi, weil ich nämlich weder die Nerven noch die Zeit habe,
mich durch zwei Märkte zu quälen, weil ich in dem einen Laden
die Hälfte dessen, was ich kaufen will, nicht bekomme oder
nicht mag.

Klar ist in einem „normalem“ Laden angenehmer zu kaufen. Auch einen anzug kaufer ich lieber im Fachgeschäft, als beim Klamottenaugust von der Stange. Da vergeht mir die Lust am Kauf.

Und wie bezahlst Du die ganzen Arbeitslosen?

auch die maschinen müssen geplant, gebaut und gewartet werden. die jobs verschieben sich. heute gibt es auch keine setzer mehr.

grüße
lehitraot.

auch die maschinen werden automatisch produziert. Selbst die weiterentwickölung ist teilweise schon automatisiert. Nur der Ursprungsentwurf ist Menschenhand.
Doch nicht jeder Mensch eignet sich zum Ingeneur, zum Arzt zum Künstler…
Es gibt genügend, die „nur“ einfache Arbeiten verrichten können.
Ist das dann menschlicher Müll?
Frei zur Entsorgung?
Grüße
Raimund

Doch ich möchte mehr Service!

Der Deutsche kommt aber mit einem Phänomen nun überhaupt nicht
zurecht: Verbesserter Service.

Hallo Winkel,

ich würde mit verbessertem Service sehr wohl zurechtkommen.
Zum Beispiel würde ich mir wünschen, dass es wie in den USA einen Einpackservice an der Kasse geben würde.

Laut irgendeiner Umfrage eines grossen Warenhauskonzernes, würden sich die Deutschen beim Einpacken nicht gerne helfen lassen, da sie ihre eigene Einpackordnung bevorzugen würden.

Warum wird eine Umfrage gemacht, anstatt einen Versuch zu starten?

Wenn mir der Einpackservice meine Kühlschrankeinkäufe nicht mit meinen Mehleinkäufen in einer Tüte zusammenschmeissen würde, wäre so Etwas doch eine grosse Erleichterung.
In den USA habe ich diesen Service geniessen können und ich empfand Einkaufen das erste Mal als Stressfrei.

Wahrscheinlich scheitert es in Deutschland aber wieder an der Tatsache, dass die Einkaufstüten nicht kostenfrei sind und selbst mitgebrachte Einkaufsbehältnisse ausserhalb des Einkaufsraumes deponiert werden müssen, weil man Angst vor Diebstählen hat.

Warum funktioniert Sowas dann eigentlich in den USA?

Gruß
ute

Wie bescheuert kann eine Regierung eigentlich sein??? Nun wird
über eine weitere Aufweichung der Ladenschlusszeiten beraten.
Warum???

Ja, hast Recht. Wo kommen wir denn da hin, wenn sich jeder einfach einbildet, sein Geschäft dann offen zu halten, wann er es für gut hält…

Jeder hat genug Zeit, in den ca. 11 Stunden, die
Geschäfte in Deutschland täglich in der Woche geöffnet haben,
einzukaufen. Da müssen ganz bestimmt nicht längere
Öffnungszeiten am Samstag dazu kommen. Was für einen Sinn soll
das haben, am Wochenende bis 20 Uhr einkaufen zu können?

Hast wieder Recht. 11 Stunden haben genug Auswahl zu sein. Wär doch wirkliche eine Frechheit, wenn sich jemand die Freiheit herausnehmen wollte, dann einzukaufen, wann er will.

Die
Deutschen haben eh kaum noch Kohle in der Tasche.

Hast schon wieder Recht. Die dumme Masse muß vor sich selbst geschützt werden. Je weniger Zeit man diesen Deppen zum Geldausgeben gibt, desto besser. Wär ja noch besser, wenn jeder vollkommen frei über seine finanzielle Lage entscheiden könnte.

Und weil Du überall Recht hast, gehe ich auf den Rest gar nicht mehr ein. Gut, daß endlich mal jemand diese gräßliche Freiheit in der Marktwirtschaft eindämmen will. Die Menschen sind ja alle zu dumm, um über ihr eigenes Schicksal selbst zu bestimmen.

unfaßbar daß in vielen städten deutschlands und österreichs um
19:00 (!) tote hose in den einkaufsstraßen ist. nach 24 uhr
gibt es auch nichts warmes mehr zu essen außer würstel und
macdoof. schade. auch die touristen würden sicher mehr kaufen
wenn sie dürften. auch am sonntag.

Weil Du Österreich und Touristen ansprichst: Gerade daran kann man die Scheinheiligkeit und Inkonsequenz der Ladenschlußregelung in Österreich sehen. Jeder Landeshauptmann (= Ministerpräsident) kann nämlich für bestimmte Gebiete per Verordnung die Ladenschlußregelung erheblich ausweiten, sodaß Geschäfte durchaus auch bis Mitternacht und am Wochenende offen halten können. Im Sommer zB rund um den Wörthersee der Fall (in den „Touristengemeinden“, nicht aber in der Landeshauptstadt Klagenfurt, die gerade mal ein paar km vom ersten „großen“ Touristenort entfernt ist). Und da stellt man sich doch die Frage, wieso gerade die Touristen rund um die Uhr einkaufen sollen, die Wohnbevölkerung in anderen Gegenden aber nicht. Wo die Touristen sicher mehr Zeit zum Einkaufen hätten als die Einwohner.

Und die Tankstellen verdienen sich ein fettes Zubrot dank des Aufsperrverbots in der Nacht und am Wochenende. An den größeren Tankstellen kann man mittlerweile fast alles bekommen, was man auch im Supermarkt haben kann (so es noch irgendwie als „Reiseproviant“ durchgeht, auch zB Tiefkühlpizza etc) - aber halt zu einem extrem überhöhten Preis, mit dem sich die Tankstellen einen satten Monopolgewinn einfahren.

lehitraot (einkaufen bis 24 uhr - hier kein problem)

Falls Du einmal in (Ost-)Österreich bist und Dich der Frust packt: Fahr nach Ungarn, dort haben sie die Marktwirtschaft schon realisiert. Tesco und Auchan haben zB grundsätzlich bis Mitternacht offen, am Sonntag zumindest bis 20.00. In Budapest gibt es 24-7 Tescos etc. Und nicht nur in Touristengebieten.
(Ganz abgesehen von vielen anderen Fällen, in denen Ungarn Österreich schon längst überholt hat, zB Medienvielfalt.)

Ciao
P.

Hallo Frank,

Äääh, Moment. Ich stimme ja mit dem, was du sonst in deinem
Posting sagst überein ABER: wie stellst du dir die „ideale
Kinderbetreuung“ am Wochenende denn vor?

Eine ideale Kinderbetreuung ist eine, in der sich die Kinder wohl fühlen, bei der die Eltern kein schlechtes Gefühl haben und die in den Öffnungszeiten so flexibel sind, dass sie problemlos die normale Arbeitszeit der Eltern einschliesslich Anfahrt und Mittagspause abdeckt.

Dass ich es andererseits für ganz schlecht halte, wenn Eltern und Kinder gar keine gemeinsamen freien Tage mehr haben, habe ich selbst schon geschrieben.

Eine
außerfamiliäre Kinderbetreuung am Wochenende wäre für mich
kein Idealfall sondern schlichtweg eine Katastrophe.

Wenn die Eltern am Wochenende arbeiten müssen, wird es darauf hinauslaufen. Anders geht’s dann ja nicht.

Wenn wir
unsere Kinder nur noch bekommen, um sie von einer
Betreuungsstelle in die nächste zu bringen, sollten wir uns
doch bitte einfach von dem Gedanken frei machen, weiterhin
Kinder in die Welt zu setzen.

Naja, ich vermute, das hast Du jetzt absichtlich negativer als notwendig ausgedrückt. Was heißt schon „von einer Betreuungsstelle in die nächste“? Ich gehe davon aus, dass es immer der gleiche Kindergarten ist, der dann halt auch am Wochenende aufhaben müsste.

Mit vielen Grüßen, Stefanie

Hallo Lehi,

stell dir vor,
man würde das prinzip wirklich konsequent durchziehen und
wirklich *alles* würde für einen tag brachliegen. dann hätten
wirklich alle am selben tag frei! stell dir auch vor, das
fernsehen würde nichts senden, und auch das radio nicht, und
kino gäbe es auch keins (die haben ja auch frei!). aber was
macht dann die spaßgesellschaft, wenn sie nicht gemeinsam
shoppen, futtern und ausgehen kann?

Das ist mir zu schwarz/weiß. Ich habe nicht geschrieben, dass ich konsequent alle Einrichtungen am Wochenende schliessen will. Es gibt nämlich nicht nur die beiden Extremfälle „alles geöffnet“ oder „alles zu“, sondern eine ganze Skala von Mittelwegen, auf der wir uns bereits befinden und die ich als ganz sinnvoll empfinde.

Ich meine aber, dass wir unsere Lebensqualität jetzt nicht verbessern, sondern verschlechtern, wenn wir die Wochenenden weiter aufweichen, und zwar aus Gründen, die ich beschrieben habe (und die komischerweise in dieser Diskussion fast nie genannt werden).

Man kann zu einem gewissen Grad Wochenenden aufweichen, solange man es mit den Arbeitnehmern abdeckt, die damit einverstanden sind.
Nicht allen Leuten ist es so sehr wichtig, ihr Wochenende am Sa/So zu haben. Es gibt viele, die (noch) keinen Partner haben. Oder keine Kinder. Leute, deren Kinder aus dem Haus sind. Leute, die eher Einzelgänger sind. Es gibt Paare, bei denen sowieso nur eine® arbeitet, und denen es egal ist, wann er frei hat, weil der andere es sich sowieso einteilen kann. Diese Leute sind dann oft auch bereit, am Wochenende zu arbeiten.

Aber das sind eben längst nicht alle. Heute kannst du Dir, wenn Du einen Beruf wählst zumindest überlegen, ob das Wochenende ein wichtiges Kriterium für Dich ist und ob Du eher Familienmensch bist oder Einzelkämpfer. Aber wenn sich das weiter aufweicht, dann kannst Du Dir irgendwann nichts mehr aussuchen, sondern musst eventuell Dein Wochenende Do/Fr nehmen, während Dein Partner am Mo/Di frei hat und Deine Kinder am Sa/So. (Und wer damit nicht einverstanden ist, kann gehen.) Und diese Situation möchte ich gerne verhindern.

Ich habe übrigens auch schon in Israel gelebt (in Tel-Aviv) und ich fand es mit den Wochenende nicht so kritisch. Dass keine Busse fahren stört nicht weiter, da sie durch Sammeltaxix ersetzt werden, die nur 1 Schekel mehr kosten (ca. 25 Cent). Und da es 3 Religionsgruppen gibt, findet man - ausser vielleicht am Yom Kippur - eigentlich immer offene Läden, Kneipen, Restaurants. Und zwar sogar ohne, dass es die einzelnen Religonsgruppen stört. Radio und Fernsehen senden ja auch am Sabbat (ich weiß nicht, ob das früher vielleicht mal anders war?)

Ich versuche, die Frage der Wochenenden nicht ideologisch zu sehen, sondern mich einfach zu fragen: Wird mein Leben dadurch besser oder schlechter? Und zwar auch dann, wenn ICH diejenige bin, die am Wochenende arbeitet (oder mein Partner). Und da ist für mich die Antwort klar: gemeinsame Freizeit mit Partner und/oder Kindern hat einen sehr hohen Wert.

Mit vielen Grüßen, Stefanie

Als die Queen neulich mitteilte, daß die PUBS demnächst keine
geregelten Öffnungszeiten mehr haben werden, kamen genau diese
deine Argumente von den Wirten.

Das sind nicht „meine“ Argumente, sondern wiedergegebene
Untersuchungen - für jeden nachlesbar in einer gutsortierten
wirtschaftswissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen
Universitätsbibliothek.

Hi JFK,

ich dachte du zitierst, weil du dich mit den Argumenten identifizierst. Daß du wertfrei den Text hier reingestellt hast ist mir wohl entgangen.

Was will uns das sagen:
Durch längere Öffnungszeiten entzerrt sich natürlich der
Kundenandrang. Somit müssen nicht 5 Kassen besetzt sein
sondern nur noch 2. (Dein Arbeitsplatzargument bzw. Dein
Argument der Umsatzverschiebung)

Stimmt, daß genau das passiert ist, sieht man ja an den von
mir zitierten Zahlen. Mal ehrlich: wozu recherchiert man
eigentlich einen Diskussionsbeitrag, wenn so was drauf
zurückkommt? Hast Du Belege für Deine Behauptung?

Daß ich der Argumentation hier zustimme, nennst du " … wenn sowas darauf zurückkommt …". Was erregt dich an meiner Zustimmung? Und mein eigenes Geschäft wirst du als wissenschaftlich zitierender wahrscheinlich nicht als Beleg anerkennen. Das unterscheidet ja im Allgemeinen auch die Theoretiker von den Praktikern.

Der Deutsche kommt aber mit einem Phänomen nun überhaupt nicht
zurecht: Verbesserter Service.

Verbessert sich denn der Service am Kunden durch verlängerte
Öffnungszeiten? Lies noch einmal meinen Beitrag genau durch.

Das wollt eich damit behaupten, entgegen den Lehrmeinungen.

Man kann entspannter einkaufen, man muß nicht hetzen, man
bekommt auch noch was, wenn man mal was vergessen hat etc.

Da stimme ich Dir vollständig zu.

Der Deutsche will keinen Service, weder ihn geboten bekommen
(Der Verkäufer schwatzt mir was auf) noch ihn genießen (Muß
ich alles bezahlen).

Ein Beleg für diese ziemlich grobe Generalisierung würde mich
schon interessieren.

Oh, geh doch einfach mal in die foren Recht oder Handel, wo sich alle die kein Geld für Service bezahlen wollen, sich darüber beschweren, daß es keinen Service gibt.

Oder besser: Geh als Verkäufer in nem Kaufhaus hin und frage mal nen Kunden ob du ihn beraten darfst.

Oder wenn ich hier den Inhaber eines Geschäftes zitieren darf, daß nach 75 Jahren schließt: Die Kunden kamen zu uns um sich beraten zu lassen und gekauft haben sie dann im Baumarkt, ohne zu merken, daß es dort teilweise teurer war als bei uns!

Es gab mal Zeiten, da waren am Mittwochnachmittag in ganz
Deutschland die Geschäfte geschlossen, als Ausgleich für den
Sammstagvormittag. Deiner Argumentation zufolge könnte man zur
Optimierung die Geschäfte nur eine Stunde am Tag öffnen, da
der Umsatz ja eh der gleiche bliebe, da die Leute ja nicht
weniger kaufen würden.

Dann hast Du „meine“ Argumentation nicht verstanden. Daß es da
Grenzwerte nach oben und unten gibt, sollte man nicht aus dem
engen Blickfeld verlieren - aber ich dachte, daß wäre jedem
klar.

Klar ist nur eines: In D erhält jeder Änderungsvorschlag immer 2 Reaktionen: 1. Die Gewerkschaft wittert Ausbeutung des Arbeitnehmers. 2. Der Kunde befürchtet betrogen zu werden und daß sich sich der Unternehmer auf seine Kosten bereichert.

gruss
winkel

Hi!

Wie bescheuert kann eine Regierung eigentlich sein???

So bescheuert, wie die Idioten, die sie wählen…:wink:

Nun wird
über eine weitere Aufweichung der Ladenschlusszeiten beraten.
Warum??? Jeder hat genug Zeit, in den ca. 11 Stunden, die
Geschäfte in Deutschland täglich in der Woche geöffnet haben,
einzukaufen.

Wenn man als Beamter in der Zulassungsstelle arbeitet, mag diese Aussage richtig sein.

Da müssen ganz bestimmt nicht längere
Öffnungszeiten am Samstag dazu kommen. Was für einen Sinn soll
das haben, am Wochenende bis 20 Uhr einkaufen zu können?

Die persönliche Freiheit, einzukaufen, wann immer ich möchte.
Das müssen der Anbieter und der Kunde verhandeln, den Staat geht das nichts an.

Die
Deutschen haben eh kaum noch Kohle in der Tasche. Durch eine
Änderung der Ladenöffnungszeiten wird nicht mehr Geld
eingenommen. Im Gegenteil: Das Personal müsste aufgestockt
werden, Beleuchtungen, Kassen, Maschinen, Computer … müssten
länger laufen usw. was alles zusammen zu einer erhöhten
finanziellen Belastung der Firmen führt.

Wenn die Anbieter dies auch so sehen, können sie ja weiterhin zu den alten Zeiten schliessen.
Offenbar geht Deine Rechnung jedoch nicht auf, denn der Einzelhandel drängt massiv auf die Aufhebung des Ladenschlußgesetzes.

Da aber die Einnahmen
nicht durch erhöhte Nachfrage steigen werden, werden wir als
Kunden mit weiteren Preisaufschlägen zu rechnen haben.

Der Kunde kann reagieren und zu einem Laden gehen, der günstigere Preise hat.

Nebenbei denke ich, dass Kinder auch das Recht haben,
wenigstens am Wochenende mal ihre Mütter zu sehen. Die meisten
Angestellten im Einzelhandel sind weiblich und können,
aufgrund der meist recht schlechten Bezahlung, auch häufig
nicht die Alleinverdiener in einer Familie sein. Nun gut.
Jeder weiß, dass Kinder in diesem Land eh nichts wert sind -
zumindest solange sie noch nicht in die Sozialkassen
einbezahlen, aber nach PISA sollte doch auch der letzte
Politiker gemerkt haben, dass es durchaus positiv wäre, wenn
sich Eltern mal wieder etwas mehr Zeit für die Belange ihrer
Kinder nehmen würden.

Das ist Unsinn, die Gewerkschaften sorgen so oder so für eine eher geringe Belastung der deutschen Arbeitnehmer. Dass bei Öffnungszeiten von 7 bis 22 Uhr (nur als Beispiel) die Kassiererinnen nicht ebenfalls die 15 Stunden an der kasse sitzen müssen, ist klar. Dein Kommentar hier ist also reine Polemik.
Vielmehr würden neue Arbeitsplätze geschaffen werden, gegen die ja eigentlich niemand etwas haben dürfte…

Nach dem Willen unserer tollen
Sozi-Regierung sollen wir aber wohl bald alte DDR Verhältnisse
hier bekommen: Die Eltern sind den lieben langen Tag auf Achse
und der Staat erzieht die Kinder (von der Krippe über den
Kindergarten, in die verlässliche Grundschule mit
anschließender Kindertagesstätte und dann zur Gesamtschule).

Ich fürchte, hiermit hast Du durchaus Recht. DDR-Verhältnisse werden wir hier sehr bald bekommen. Nur leider nicht in der von Dir genannten Hinsicht.

Nur was ist am Wochenende??? Wohin mit den Kindern, wenn beide
Eltern arbeiten müssen und keine Oma, Tante … oder wer auch
immer da ist, aufzupassen? Ich hab da ´ne Idee! Wir bringen
alle unsere Kinder zu unserem hochgeschätzten Bundeskanzler.
Der passt bestimmt so lange auf sie auf.

Pure Polemik. Im Umkehrschluß wäre ja der arbeitslose Familienvater, der dann ja genügend Zeit für seine Kinder hat, der Optimalfall.
In dieser Gesellschaft muss man nun einmal arbeiten, um essen zu können. Die Kinder sind dabei das geringste Problem, sie beschäftigen sich eben (im Optimalfall) nach der Schule mit ihren Freunden im Hort. Willst Du das als Elternteil nicht, musst Du Dich eben finanziell in die Situation versetzen, zu Hause bleiben zu können. Gelingt Dir das nicht, musst Du da eben durch…

Grüße,

Mathias

Na, dann wollen wir ja mal ganz stark hoffen, dass du bei
deinem nächsten Auto-, Computer-, Fahrrad-, Fernsehkauf (führe
die Liste doch bitte selber weiter), wenn du eine Reise buchen
willst … mal ordentlich über den Tisch gezogen wirst.

Find ich nett, daß du mir alles gute wünschst. Also:
Computer- und Fernsehkauf bekomme ich noch ohne jede Beratung hin. Bei Fahrrädern (also Rennrädern oder MTBs, ein gutes Trekkingrad von einem schlechten zu unterscheiden schaff ich noch selber) verlasse ich mich gerne auf Leute, die Ahnung haben, vorzugsweise sind das aber keine Verkäufer, die natürlich ein berechtigtes Interesse daran haben, mir die italienische Schaltung anstelle der japanischen zu verkaufen, die nur ein drittel kostet (Bitte jetzt Diskussionen um Fahrradschaltungen…). Auch wird dir jeder Autoverkäufer erzählen, sein Auto sei das beste, also halte ich mich da an ADAC und Bekannte.
Davon abgesehen wird wohl niemand den kauf eines Autos oder einer Küche davon abhängig machen, ob er die Ware auch noch nach 20.00 Uhr kaufen kann. Es ist ja schon erstaunlich, welch einen Sturm der Entrüstung mein Posting ausgelöst hat. Was ich gesagt habe, war im Grunde nur, daß in den allermeisten Fällen keine Beratung nötig ist, so daß deren Fehlen kein Grund darstellt, ein Geschäft nicht länger offen zu halten.

Bist
du schon mal auf die Idee gekommen, dass nicht alle Leute so
viel Ahnung von allem haben, wie du das vorgibst zu haben.
Dass gerade alte Menschen häufig die Beratung brauchen, aber
aufgrund geringer Rente es sich häufig nicht leisten könnten,
dafür extra zu bezahlen.

Natürlich ist in einigen Fällen auch die Beratung wichtig. Aber ein Laden, der durch seine Kompetenz glänzt, kann doch, wenn eben diese Kompetenz das Kriterium ist, mit dem er seine Kunden lockt, durchaus auch nur bis 18:30 geöffnet haben. Wenn die Beratung dort besser ist, dann wird derjenige, der Beratung braucht, auch dann hingehen, wenn geöffnet ist.

Ich stimme Raimund vollkommen zu: die
Leute gehen sich die Beratung in dem einen Laden holen um dann
in dem anderen zu kaufen.

Das ist aber ein Problem, welches unabhängig von den Öffnungszeiten ist. Willst du vielleicht fordern, daß es überall eine Spitzenberatung geben muß, nur damit die Ware überall gleich teuer ist?

Das gibt´s übrigens auch im Bereich
Lebensmittel. Der Kunde geht z. B. in einen gut sortierten
Getränkemarkt, fragt da nach einer guten, aber bezahlbaren
Flasche Wein und kauft diese dann beim nächsten Einkauf im
Supermarkt.

Mag sein, daß es das gibt. Aber ich denke nicht, daß das die Regel ist. Wenn ich mich bei einem Weinhändler beraten lasse (Und von Wein habe ich als bekennender Biertrinker definitiv keine Ahnung!)- bspw. für ein Geschenk - dann kaufe ich da auch.

Gruß
L.