Hallo Gerd!
Schön, dass mal jemand eine vernünftige Basis für den Dialog
sucht und nicht alles auf die Schiene „der Alte spinnt“
bringen möchte.
Dann enthalte ich mich zu diesem Punkt eben meines Kommentares.
Zunächst einmal: Liest man die kirchlichen Dokumente zu diesem
Thema, so werden Homosexuelle weder verurteilt, noch als
Bestien bezeichnet, sondern es wird allen Gläubigen (und
besonders den Seelsorgern) nachdrücklich klar gemacht, dass
nicht der Mensch an sich „abgewertet“ werden darf. Die
katholische Kirche verteufelt keinen homosexuellen Menschen!
Ich weiß sogar von Kollegen, die homosexuell sind und trotzdem
im kirchlichen Dienst sind.
Ich glaube sogar, daß sehr viele im kirchlichen Dienst (latent) homosexuell sind.
Hinter der Ablehunung der gleichgeschlechtlichen Partnetschaft
steht eben die überaus große Wertschätzung von Ehe und
Familie.
Wodurch leidet die Wertschätzung von Ehe und Familie? Sinn der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft ist, daß zum Beispiel, wenn ein Paar sich gemeinsam eine Wohnung einrichtet, diese aber nur auf eine Person gemeldet sein kann, im Falle des Todes des Wohnungsbesitzers, der Partner Anspruch auf die Wohnung hat, genauso, wie es in Hetero-Partnerschaften längst gültig ist.
Aber es sind der Kirche ja auch Hetero-Partnerschaften ein Dorn im Auge, darum geht es doch, es beschränkt sich ja nicht nur auf Homosexuelle.
Und da sieht der Papst schon große Gefahren für
unsere Gesellschaft auf uns zukommen
Welche?
- was ja auch seit Jahren
auch in anderen Bereichen (z.B. kinderfreundliche Gesellschaft
etc.) von der Kirche angemahnt wurde. Als Paul VI. gegen die
Pille ins Feld zog, hat man ihn (bis heute) verteufelt.
Wenn die Kirche eine Erklärung hätte, wie die Erde in 20 Jahren 7 Milliarden Menschen ernähren soll, können wir über die Absetzung der Pille reden. Geht es dabei nicht eher um das Selbstbestimmungsrecht der Frau? Interessanterweise tritt die Kirche (oder etwa nur der Papst?) ja auch gegen Kondome auf, was gerade in Zeiten wie diesen mehr als rückschrittlich ist.
Heute
wird in Apotheken Werbung für die natürliche Familienplanung
gemacht und unser Bundespräsident fordert den Mut, sich zu
Kind und Familie zu beknnen. Das alles kann man schon seit
über 30 Jahren in päpstlichen Dokumenten nachlesen.
Wie fortschrittlich, die Hippies der 60er traten dann also schon vor dem Papst für mehr Kinderfreundlichkeit ein.
Dir Kirche sieht die Gefahr, dass die Familie immer mehr
ausgehölt und entwertet wird
Wodurch? Oberflächliche Argumente werden nicht wahrer, wenn man sie gebetsmühlenartig wiederholt, sondern eher, wenn man sie begründen kann.
und sie steht mit dieser Ansicht
nicht alleine: Auch das Bundesverfassungsgericht macht eine
Gleichstellung von Familie und gleichgeschlechtl.
Partnerschaft nicht mit.
Soweit ich informiert bin, bekennt sich die deutsche Verfassung auch zu den Menschenrechten.
Und was da alles auf uns zukommen
kann/wird, wird sicherlich mit immensen Problemen behaftet
sein.
…welche zu erläutern Du offenbar außerstande bist.
Die Kernfamilie (Mutter, Vater, Kinder) ist eben auch
rein biologisch der Ort, in dem unter normalen Umständen
Kinder eine natürliche Sozialisation und Personalisation
erfahren dürfen. Und wenn ich sehe, dass lesbische Paare sich
mitlerweile ihre Samenspende im Internet holen können (!),
dann graust auch mir vor dieser Art von Familie!
Mir graust noch mehr von Hetero-Familien, in denen die KInder wie der letzte Dreck behandelt werden, nur weil die Partner gegengeschlechtlich sind, muß es noch keine heile Familie sein, Kinder können in einer Homo-Partnerschaft genauso gut wie schlecht aufwachsen, die sexuelle Orientierung spielt hier keine Rolle (eventuell werden Kinder aus Homo-Partnerschaften toleranter).
Man sieht: Es geht nicht um die Ablehnung Homosexueller an
sich, wohl aber Warnung vor den gesellschaftlichen
Veränderungen, die mit der gleichgeschlechtlichen Ehe auf uns
zukommen können.
Die da wären? Tu’ doch bitte nicht so, als ob es bis jetzt keine einzige Homo-Partnerschaft gäbe. Es geht einfach nur um die rechtliche Absicherung und Anerkennung einer Parnerschaft, die auch ohne den Segen der Kirche und des Staates bestehen bleibt, bloß sollte ein Partner, egal welcher sexueller Orientierung er angehört, auch erbberechtigt sein, oder eben wie ein Hetero-Partner anerkannt werden, welche Gefahr diesem Aspekt innewohnt, kann ich nicht verstehen.
Ich harre Deiner Erläuterungen und
grüße Dich
Gollum