Mal wieder so ein Klops

Hi dusan!

Aus einer Laune heraus hat
er bisher nie Dogmen vertreten.

Ich weiss ja leider nicht, was alles darunter fällt, aber was
meinst du zu der Laune, daß Frauen keine Priester werden
dürfen?

das ist sicher keine Laune.
Da hat Paulus in seinen Briefen dafür gesorgt.

Und die Homosexualität ist schon im Gesetz des Mose verboten worden.

Gruss Harald

Hi,

das wort „ehe“ wurde lediglich sinnentfremdet.

ja leider, viele Begriffe wurden im Laufe der Zeit so
verdreht, dass es unweigerlich zu Missverständnissen kommen
muss.

was, bitte, bedeutet denn „Ehe“?

Der rein etymologischen Wortbedeutung nach Kluge stammt Ehe vom mhd. ewe -> ahd. ewa/euua/eoa „Bündnis, Vertrag, Gesetz“ ab. Auch westgermanisch aiwae „Recht“, evtl. altindisch evah „Lauf, Gang, Sitte“.

Das Wort per se hat also einen völlig weltlichen Charakter…

Gruß
Feanor

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Hallo Barbara,

Es ist ein absolutes Unding für
mich, dass die katholische Kirche hier auffordert, katholische
Dogmen in Politik und Staatsgesetz (!!) durchzusetzen. …
Diese Ansichten haben aber in meinen Augen nichts zu suchen,
wenn es um „staatliche“ Dinge geht, wie z.B. eheähnliche
Verträge vor dem Standesamt geht.

Hierin kann ich dir völlig zustimmen. Religiöse und staatliche Werte sind unterschiedliche und unabhängige Dinge. Wenn der Staat homosexuelle Partnerschaften begünstigt oder gleichstellt, so ist das seine Sache und ich werde es als geltendes Recht akzeptieren. Wenn ich der Meinung bin, dass eine solche Partnerschaft Gott missfällt, so ist es meine Sache.

Gruß
Carlos

Hallo Andreas,

Hast Du gewusst, dass die katholische Kirche, bzw. Mitglieder
dieser Kirche die Bücher des Neuen Testaments selbst
geschrieben haben, womit zumindest das NT durchaus eine
katholische „Lehre“ ist.

Nein, es sei denn du würdest z.B. Paulus als Katholiken bezeichnen, was ich für Blödsinn halte. Die Diskussion hatten wir vor kurzem.

Die Bibel wurde jedoch in

wichtigen Details (z. B. die Auswahl der zur heutigen
offiziellen Bibel gehörenden Schriften, bis hin zu konkreten
Textpassagen, die bei der Übersetzung den Bedürfnissen der
jeweiligen Kirchenoberen angepasst wurden).

Der Kanon der Schriften war im 2ten Jahrhundert abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt gab es zwar Christenversammlungen aber noch keine Kirche im heutigen Sinne und schon gar nicht die katholische Kirche.

Wenn aber die Bibel wirklich von der Kirche ihren Bedürfnissen angepasst wäre, warum hat sie dann nicht ihre wichtigsten Lehren dort begründet, z.B. die Dreieinigkeit, die Unsterblichkeit der Seele, die kirchliche Hierarchie, usw…

Der engl. Philosoph Alan Watts bemerkte einmal ganz richtig,
dass die Bibel ausschließlich dann Autorität hat, wenn ich der
Kirche glaube, dass dies das Wort Gottes ist.

Nicht alles, was alte Philosphen erzählt haben, ist sinnvoll. Ich kann der Bibel vertrauen und die Kirche verachten. Denke mal die Reformation zurück.

Fazit: die kirche kann sich ausschließlich deshalb anmaßen,
über das Sexualverhalten von Mitmenschen zu urteilen, weil
andere Mitmenschen der Kirche diese Autorität zumessen. Sprich
Schuld ist nicht die angestaubte Amtskirche, sondern
diejenigen, die die Lehre als gottgewollt akzeptieren.

Um über das Sexualverhalten anderer Menschen zu urteilen braucht es nicht mal eine Kirche:
Beispiele:

  • Nekrophilie
  • Inzest
  • Sodomie
  • Kanibalismus
  • Pädophilie
    Dies sind Verhaltensformen, die auch heute noch nicht allgemein akzeptiert werden (insbesondere die letzgenannte). Was heute die allerletzte Perversion ist, kann in einigen Jahren eine allgemein akzeptierte Verhaltensweise sein. Alles nur eine Frage des Zeitgeistes.

Gruß
Carlos

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so ist es
Moin Feanor

Der rein etymologischen Wortbedeutung nach Kluge stammt Ehe
vom mhd. ewe -> ahd. ewa/euua/eoa „Bündnis, Vertrag,
Gesetz“ ab. Auch westgermanisch aiwae „Recht“, evtl.
altindisch evah „Lauf, Gang, Sitte“.

Das Wort per se hat also einen völlig weltlichen Charakter…

Du sagst es.
Die Vorstellung, Ehe sei ein religiöser Begriff oder historisch gesehen eine religiöse Instituien ist zumindest im europäischen Kulturraum wohl eher Wunschdenken.

Gruss
Marion

Noch einmal: ‚Homo-Ehe‘
Hi datafox,

wir sollten auch noch zur Kenntnis nehmen, wer denn überhaupt von der „Homo-Ehe“ spricht.
Eben lese ich einen Kommentar von Radio Vatikan, in dem dieser Begriff ausführlichst strapaziert wird, obwohl die eingetragene Partnerschaft in keinem der erwähnten Länder so heißt. Das ist unredlich; hier ist es die Kirchenpresse, die mit den religiösen Gefühlen ihrer Leser/Hörer spielt, um unterschwellig gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften Front zu machen.

Bin mal gespannt, wie sich das Ratzinger-Papier liest, wenn es heute im Wortlaut vorliegt.

Grüße
Wolfgang

Das Dokument der Glaubenskongregation zur Gleichstellung von homosexuellen
Partnerschaften erscheint morgen

30.7.2003. In Kanada hat die Einführung der so genannten „Homo-Ehe“ erst vor
zwei Wochen heftige Proteste der Kirchen ausgelöst. In den USA ist die
Sachlage kompliziert: 37 der US-Staaten haben rechtlich festgeschrieben,
dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau möglich ist. Einzig Vermont hat
bislang homosexuellen Paaren einen eigenen Rechtsstatus gegeben. Heftig tobt
die Diskussion in Massachusetts, in dem ein Richterspruch zum Thema
aussteht. Sollten die Richter das strittige Gesetz billigen, wäre
Massachusetts der erste US-Staat mit einer regelrechten zivilen Ehe für
Schwule und Lesben.

Proteste hagelte es schon vorab: Morgen wird der Vatikan ein Dokument zum
Umgang mit homosexuellen Partnerschaften veröffentlichen. Aller Voraussicht
nach fasst der Text die Lehre der Kirche zu diesem Thema zusammen: ein Nein
zu homosexuellen Handlungen und damit auch ein Nein zu homosexuellen
Partnerschaften. Damit eckt die päpstliche Glaubenskongregation kräftig bei
den deutschen Grünen und beim Lesben- und Schwulenverband an, die die
katholische Position als diskriminierend und rückschrittlich bewerten.
Tatsächlich sind es die zahlreichen Gesetzesneuerungen und -initiativen in
Europa und Nordamerika zur Besserstellung von homosexuellen Paaren, die die
Glaubenskongregation haben aktiv werden lassen.

Die Welle der Gesetzesneuerungen begann in Nordeuropa: Dänemark war das
erste Land, das gleichgeschlechtlichen Paaren einen Rechtsstatus zusicherte.
Das war 1989. Es folgten Norwegen, Schweden, Island und Finnland. Schweden
ist jedoch bislang das einzige dieser Länder, das Homosexuellen auch die
Adoption von Kindern erlaubt. Die Niederländer taten es den Schweden im Jahr
2000 gleich: Homosexuelle Paare sind dort inzwischen den heterosexuellen
praktisch gleichgestellt. Zögerlicher kam der Prozess in Frankreich und
Deutschland in Gang. Die Franzosen führten 1999 ein Gesetz zu Legalisierung
nicht verheirateter Paare ein, das auch für Homosexuelle gilt und ihnen
Vorteile etwa bei der Steuer einräumt.

Ähnliches gilt übrigens für Kroatien. In Deutschland hingegen haben
homosexuelle Partnerschaften für die Steuer keine Relevanz. Dafür erlaubt
das Lebenspartnerschaftsgesetz seit Sommer 2001 etwa das Führen eines
gemeinsamen Namens und die Einsetzung eines gleichgeschlechtlichen Partners
als Erben. In der Schweiz ist das Ganze bislang nach Kantonen organisiert,
wobei nur Zürich und Genf homosexuelle Paare legalisiert haben. Ein
Gesetzesprojekt für die Gesamtschweiz hat bereits heftige Proteste im stark
katholisch geprägten Kanton Vallis hervorgerufen. In Spanien würde die
Opposition gerne gleichgeschlechtliche Partnerschaften legalisieren, was
aber seit Jahren am Widerstand der konservativen Regierungsparteien
scheitert. Heftige Diskussionen gibt es derzeit in Großbritannien, wo
ebenfalls eine Gesetzesnovelle zur Gleichstellung homosexueller Paare mit
der Ehe auf dem Tisch liegt.

Blick noch kurz über den Ozean: In Kanada hat die Einführung der so
genannten „Homo-Ehe“ erst vor zwei Wochen heftige Proteste der Kirchen
ausgelöst. In den USA ist die Sachlage kompliziert: 37 der US-Staaten haben
rechtlich festgeschrieben, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau möglich
ist. Einzig Vermont hat bislang homosexuellen Paaren einen eigenen
Rechtsstatus gegeben. Heftig tobt die Diskussion in Massachusetts, in dem
ein Richterspruch zum Thema aussteht. Sollten die Richter das strittige
Gesetz billigen, wäre Massachusetts der erste US-Staat mit einer
regelrechten zivilen Ehe für Schwule und Lesben. Die Verfassung der
Vereinigten Staaten schweigt sich zum Thema aus. Konservative Kreise würden
die Verfassung jedoch gerne um eine Festschreibung der Ehe auf Mann und Frau
ergänzen. Sollte ihnen das gelingen, wäre der Richterspruch in Massachusetts
wieder aufgehoben. Für die Kinderadoption ist das Tauziehen um die
Rechtsstellung Homosexueller in den USA übrigens gleichgültig - da die
Adoption dort nicht an einer festen Partnerschaft festgemacht wird, gibt es
Adoptivkinder mit homosexuellen Eltern in den Vereinigten Staaten schon
lang.

Quelle: http://www.radiovaticana.org/tedesco/newsted.htm

Hi Harald,

das ist sicher keine Laune.
Da hat Paulus in seinen Briefen dafür gesorgt.

und weil dieser Mensch seinen Machismo raushängen musste, dürfen Frauen keine Priester werden?

Wer garantiert da, ob das wirklich „Gottes Wille“ ist?

Herb

standesamtliche und christliche Ehe
Hi datafox,

aber ich frage: wer verursacht diese verwirrung? ist es nicht
der staat, der sich in die religion einmischt und nicht
umgekehrt?

Also, der Staat garantiert den Religionsgemeinschaften die freie Ausübung ihrer religiösen Überzeugungen. Mir ist nicht bewusst, dass er sich in die Religion einmischt. Oder hast du schon mal mitbekommen, dass z.B. der Bundeskanzler dem Papst vorgeschlagen hätte, wie er den katholischen Glauben denn am besten reformieren sollte?? Ich hab nichts dergleichen mitbekommen. Katholische Vorschläge zur staatlichen Gesetzgebung gibt es dagegen reichlich. Zur standesamtlichen Ehe: Der Staat hat auch die Aufgabe, Lebensgemeinschaften auf eine rechtliche Grundlage zu stellen. Es muss Gesetzte geben, die z.B. gegenseitige finanzielle Ansprüche, das Vorgehen im Scheidungsfall etc. regeln. Anders funktioniert es nunmal nicht. Das menschliche Zusammenleben braucht eine gewisse organisatorische Struktur, ansonsten gibt es Mord und Totschlag *gg*. Folglich mischt sich der Staat hier nicht in kirchliche Belange ein. Er stellt lediglich gesetzliche Grundlagen für alle Bürger (unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit) zur Verfügung. Ob jemand sich zusätzlich kirchlich trauen lassen und eine Ehe nach religiösen Geboten führen will, ist eine Privatangelegenheit, in der sich der Staat nicht einmischt!

Wenn die Christen mit dem weltlichen Gebrauch des Begriffs Ehe ein problem haben, können wir von mir aus auch die standesamtliche Ehe (auch für Mann und Frau) in „eingetragene Lebensgemeinschaft“ umbenennen. Ist mir ziemlich egal. Allerdings glaube ich nicht, dass das passieren wird. Dafür gibt es die Tradition der standesamtlichen Ehe einfach schon zu lange! Man kann doch einfach zwischen christlicher Ehe und standesamtlicher Ehe unterscheiden. Dann kann es ohne weiteres eine standesamtliche Ehe für Schwule und Lesben geben und eine christliche eben nicht! Man kann sowieso nur allen Homosexuellen und am besten auch allen Frauen (zumindest den katholischen) raten aus dem Verein auszutreten. Wieso soll man auch noch dafür bezahlen, dass man diskriminiert wird??

Viele Grüsse,
Lisa

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Hi Herb,

Wer garantiert da, ob das wirklich „Gottes Wille“ ist?

dafür braucht es keine Garantie.
Wer der Kirche angehört, soll auch deren Lehrsätze übernehmen. Alles andere ist Heuchelei.

Gruss Harald

Moin Marion,

Die Vorstellung, Ehe sei ein religiöser Begriff oder
historisch gesehen eine religiöse Instituien ist zumindest im
europäischen Kulturraum wohl eher Wunschdenken.

dann muss für die EHE im religiösen Sinn ein neues Wort her.

Das, wovon hier die Rede ist, ist rein religiöser Natur.

„Darum verläßt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.“ Genesis 2,24

„Haus und Besitz kann man von den Eltern erben; aber eine vernünftige Frau schenkt nur Gott, der Herr.“ Sprüche 19,14

„Sie werden also eins sein und nicht länger zwei voneinander getrennte Menschen. Was aber Gott zusammengefügt hat, darf der Mensch nicht trennen.“ Matthäus 19,6

Gruss Harald

Schön, dass mal jemand eine vernünftige Basis für den Dialog sucht und nicht alles auf die Schiene „der Alte spinnt“ bringen möchte.
Zunächst einmal: Liest man die kirchlichen Dokumente zu diesem Thema, so werden Homosexuelle weder verurteilt, noch als Bestien bezeichnet, sondern es wird allen Gläubigen (und besonders den Seelsorgern) nachdrücklich klar gemacht, dass nicht der Mensch an sich „abgewertet“ werden darf. Die katholische Kirche verteufelt keinen homosexuellen Menschen! Ich weiß sogar von Kollegen, die homosexuell sind und trotzdem im kirchlichen Dienst sind.

Hinter der Ablehunung der gleichgeschlechtlichen Partnetschaft steht eben die überaus große Wertschätzung von Ehe und Familie. Und da sieht der Papst schon große Gefahren für unsere Gesellschaft auf uns zukommen - was ja auch seit Jahren auch in anderen Bereichen (z.B. kinderfreundliche Gesellschaft etc.) von der Kirche angemahnt wurde. Als Paul VI. gegen die Pille ins Feld zog, hat man ihn (bis heute) verteufelt. Heute wird in Apotheken Werbung für die natürliche Familienplanung gemacht und unser Bundespräsident fordert den Mut, sich zu Kind und Familie zu beknnen. Das alles kann man schon seit über 30 Jahren in päpstlichen Dokumenten nachlesen.

Dir Kirche sieht die Gefahr, dass die Familie immer mehr ausgehölt und entwertet wird und sie steht mit dieser Ansicht nicht alleine: Auch das Bundesverfassungsgericht macht eine Gleichstellung von Familie und gleichgeschlechtl. Partnerschaft nicht mit. Und was da alles auf uns zukommen kann/wird, wird sicherlich mit immensen Problemen behaftet sein. Die Kernfamilie (Mutter, Vater, Kinder) ist eben auch rein biologisch der Ort, in dem unter normalen Umständen Kinder eine natürliche Sozialisation und Personalisation erfahren dürfen. Und wenn ich sehe, dass lesbische Paare sich mitlerweile ihre Samenspende im Internet holen können (!), dann graust auch mir vor dieser Art von Familie!

Man sieht: Es geht nicht um die Ablehnung Homosexueller an sich, wohl aber Warnung vor den gesellschaftlichen Veränderungen, die mit der gleichgeschlechtlichen Ehe auf uns zukommen können.

Viele Grüße!

Gerd Wagner

Gerd Wagner

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Hi Harald,

aber man darf diese Lehrsätze doch auch hinterfragen, oder? Sonst wäre die Erde immer noch eine Scheibe. Sogar die Kirche selbst ändert manchmal ihre Lehrsätze.

Paulus ist schliesslich auch nur ein Mensch. Gibt es eigentlich irgendwelche psychologischen Studien über diesen Mann? Hat sich da schon mal jemand rangetraut?

Viele Grüsse,

Herb

Fundamenatlismus
Hallo Harald!

Wer der Kirche angehört, soll auch deren Lehrsätze übernehmen.
Alles andere ist Heuchelei.

Warst nicht du es, der hier wiederholt den Unterschied zwischen Glaube und Kirche gepredigt hat?

Ich finde deine obige Aussage ist extremer Fundamentalismus und macht mir richtig Angst.

Was sagt eigentlich Hanna zu solchen Aussagen?

Grüße Dusan

Moin Harald,

dann muss für die EHE im religiösen Sinn ein neues Wort her.

Meinetwegen :smile:
Ich wollte mich ja nur dagegen verwehren, dass die Religion sich erst ein Wort aus dem weltlichen Leben entleiht, um dann anschießend zu postulieren, dass dieses Wort jetzt nur noch in einem religiösen Kontext zu verwenden sei :smile:

Das, wovon hier die Rede ist, ist rein religiöser Natur.

„Darum verläßt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng
mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und
Seele.“ Genesis 2,24

„Haus und Besitz kann man von den Eltern erben; aber eine
vernünftige Frau schenkt nur Gott, der Herr.“ Sprüche 19,14

„Sie werden also eins sein und nicht länger zwei voneinander
getrennte Menschen. Was aber Gott zusammengefügt hat, darf der
Mensch nicht trennen.“ Matthäus 19,6

Schon klar, aber als obiges verfasst wurde, gab es im europäischen Kulturkreis sicherlich bereits Lebensformen wie Partnerschaften und Familien, die völlig ohne Zutun der christlichen/jüdischen Vorstellungen einer solchen Lebensform bestand hatten und bereits damals Ehe (ein aus dem Mittelhochdeutschen und keineswegs aus dem hebräischen, aramäischen oder einer anderen Sprache des frühen Christentums/Judentums stammendes Wort) hießen.

Gruss
Marion

Dialog? Diskussion? Argumente?

Schön, dass mal jemand eine vernünftige Basis für den Dialog
sucht und nicht alles auf die Schiene „der Alte spinnt“
bringen möchte.

Da schließe ich mich mal ganz vorsichtig an.

Dir Kirche sieht die Gefahr, dass die Familie immer mehr
ausgehölt und entwertet wird […ganz viel weggelassen …] Die Kernfamilie (Mutter, Vater, Kinder) ist eben auch
rein biologisch der Ort, in dem unter normalen Umständen
Kinder eine natürliche Sozialisation und Personalisation
erfahren dürfen. Und wenn ich sehe, dass lesbische Paare sich
mitlerweile ihre Samenspende im Internet holen können (!),
dann graust auch mir vor dieser Art von Familie!

Ich habe diese Sätze jetzt mehrfach gelesen, um dahinter zu kommen, wie die Sorge um die Gesellschaft begründet wird. Die Aussage, die Vater-Mutter-Kind-Familie sei „biologisch“ für die „natürliche“ Sozialisation zuständig sein, mag richtig oder falsch sein, aber inwiefern stellt das ein Argument gegen die Ehe (oder meinetwegen staatlich zertifizierte Lebensgemeinschaft) Homosexueller dar? Und wie trägt die Samenspende für lesbische Paare zum Untergang des Abendlandes (Verzeihung, zur Destabilisierung der Gesellschaft) bei?

Hi,

wieso graust es Dir vor einer lesbischen Familie mit Kind? Was Du da pflegst sind reine Vorurteile, mehr nicht. Wie willst Du eine Familie beurteilen, ohne sie genau zu kennen?

Wenn ich Deinen Beitrag so lese, dann komme ich uf den Gedanken, dass Du denkst, sobald die gleichgeschlechtliche Partnerschaft alle Privilegien einer Ehe hat, werden alle plötzlich homosexuell. So viele homosexuelle Partnerschaften gibt es doch gar nicht, dass sie eine signifikante Änderung der Gesellschaft über Nacht bringen würden.

Und wenn der Bundespräsident und andere zum Mut für Kind und Familie rufen, dann frag ich mich, warum das überhaupt nötig ist. Das liegt nicht an homosexuellen, oder der Einstellung der Gesellschaft zur Homosexualität. Warum sich Familien keine Kinder mehr leisten wollen oder können, das hat andere Gründe.

Was Verhütung angeht, so haben auch natürliche Mittel keine Platz in der kirchlichen Lehre. Wenn’s nach dem Papst geht, dann gibt es Sex nur zur Fortpflanzung, sonst nicht. DAS nenne ich mal weltfremd.

Gruss,

Herb

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Gerd!

Schön, dass mal jemand eine vernünftige Basis für den Dialog
sucht und nicht alles auf die Schiene „der Alte spinnt“
bringen möchte.

Dann enthalte ich mich zu diesem Punkt eben meines Kommentares.

Zunächst einmal: Liest man die kirchlichen Dokumente zu diesem
Thema, so werden Homosexuelle weder verurteilt, noch als
Bestien bezeichnet, sondern es wird allen Gläubigen (und
besonders den Seelsorgern) nachdrücklich klar gemacht, dass
nicht der Mensch an sich „abgewertet“ werden darf. Die
katholische Kirche verteufelt keinen homosexuellen Menschen!
Ich weiß sogar von Kollegen, die homosexuell sind und trotzdem
im kirchlichen Dienst sind.

Ich glaube sogar, daß sehr viele im kirchlichen Dienst (latent) homosexuell sind.

Hinter der Ablehunung der gleichgeschlechtlichen Partnetschaft
steht eben die überaus große Wertschätzung von Ehe und
Familie.

Wodurch leidet die Wertschätzung von Ehe und Familie? Sinn der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft ist, daß zum Beispiel, wenn ein Paar sich gemeinsam eine Wohnung einrichtet, diese aber nur auf eine Person gemeldet sein kann, im Falle des Todes des Wohnungsbesitzers, der Partner Anspruch auf die Wohnung hat, genauso, wie es in Hetero-Partnerschaften längst gültig ist.
Aber es sind der Kirche ja auch Hetero-Partnerschaften ein Dorn im Auge, darum geht es doch, es beschränkt sich ja nicht nur auf Homosexuelle.

Und da sieht der Papst schon große Gefahren für
unsere Gesellschaft auf uns zukommen

Welche?

  • was ja auch seit Jahren
    auch in anderen Bereichen (z.B. kinderfreundliche Gesellschaft
    etc.) von der Kirche angemahnt wurde. Als Paul VI. gegen die
    Pille ins Feld zog, hat man ihn (bis heute) verteufelt.

Wenn die Kirche eine Erklärung hätte, wie die Erde in 20 Jahren 7 Milliarden Menschen ernähren soll, können wir über die Absetzung der Pille reden. Geht es dabei nicht eher um das Selbstbestimmungsrecht der Frau? Interessanterweise tritt die Kirche (oder etwa nur der Papst?) ja auch gegen Kondome auf, was gerade in Zeiten wie diesen mehr als rückschrittlich ist.

Heute
wird in Apotheken Werbung für die natürliche Familienplanung
gemacht und unser Bundespräsident fordert den Mut, sich zu
Kind und Familie zu beknnen. Das alles kann man schon seit
über 30 Jahren in päpstlichen Dokumenten nachlesen.

Wie fortschrittlich, die Hippies der 60er traten dann also schon vor dem Papst für mehr Kinderfreundlichkeit ein.

Dir Kirche sieht die Gefahr, dass die Familie immer mehr
ausgehölt und entwertet wird

Wodurch? Oberflächliche Argumente werden nicht wahrer, wenn man sie gebetsmühlenartig wiederholt, sondern eher, wenn man sie begründen kann.

und sie steht mit dieser Ansicht
nicht alleine: Auch das Bundesverfassungsgericht macht eine
Gleichstellung von Familie und gleichgeschlechtl.
Partnerschaft nicht mit.

Soweit ich informiert bin, bekennt sich die deutsche Verfassung auch zu den Menschenrechten.

Und was da alles auf uns zukommen
kann/wird, wird sicherlich mit immensen Problemen behaftet
sein.

…welche zu erläutern Du offenbar außerstande bist.

Die Kernfamilie (Mutter, Vater, Kinder) ist eben auch
rein biologisch der Ort, in dem unter normalen Umständen
Kinder eine natürliche Sozialisation und Personalisation
erfahren dürfen. Und wenn ich sehe, dass lesbische Paare sich
mitlerweile ihre Samenspende im Internet holen können (!),
dann graust auch mir vor dieser Art von Familie!

Mir graust noch mehr von Hetero-Familien, in denen die KInder wie der letzte Dreck behandelt werden, nur weil die Partner gegengeschlechtlich sind, muß es noch keine heile Familie sein, Kinder können in einer Homo-Partnerschaft genauso gut wie schlecht aufwachsen, die sexuelle Orientierung spielt hier keine Rolle (eventuell werden Kinder aus Homo-Partnerschaften toleranter).

Man sieht: Es geht nicht um die Ablehnung Homosexueller an
sich, wohl aber Warnung vor den gesellschaftlichen
Veränderungen, die mit der gleichgeschlechtlichen Ehe auf uns
zukommen können.

Die da wären? Tu’ doch bitte nicht so, als ob es bis jetzt keine einzige Homo-Partnerschaft gäbe. Es geht einfach nur um die rechtliche Absicherung und Anerkennung einer Parnerschaft, die auch ohne den Segen der Kirche und des Staates bestehen bleibt, bloß sollte ein Partner, egal welcher sexueller Orientierung er angehört, auch erbberechtigt sein, oder eben wie ein Hetero-Partner anerkannt werden, welche Gefahr diesem Aspekt innewohnt, kann ich nicht verstehen.

Ich harre Deiner Erläuterungen und

grüße Dich

Gollum

Junia
welche Kirche meinst du denn jetzt?:smile:

Btw. erwähnt und dankt Paulus mehreren sehr exponierte Frauen in der Mission:
Priska (Röm 16,3; 1 Kor 16,19)
Phoebe (Röm 16,1)
Junia (Röm 16,7) (bezeichnet sie sogar als Apostel)

So frauenfeindlich war es also gar nicht.

grüße,

barbara

ad Junia mit Zitat.
Hallo Dusan,

interessant ist in diesem Zusammenhang die Sache mit „Junias“ bzw. Junia. In den üblichen Bibelübersetzungen liest man immer noch: Röm 16, 7 „Grüßt Andronikus und Junias, die zu meinem Volk gehören und mit mir zusammen im Gefängnis waren; sie sind angesehene Apostel und haben sich schon vor mir zu Christus bekannt.“

Dazu zitiere ich mal eine Privatsite, die den neueren Forschungsstand an dieser Stelle gut wiedergibt:

" Es gibt eine für Übersetzungen interessante Textstelle in Röm 16,7; dort wird ein Apostel Junias gegrüßt. Nun gab es aber den männlichen Namen Junias gar nicht. Es gab nur Junia, den Frauennamen. In der Textgeschichte verändert sich nun der Name nachweislich von Junia zu Junias. Aber wenn im Laufe des Abschreibens aus einem weiblichen Apostel ein männlicher Apostel gemacht wird, so wird im Laufe der Textentwicklung versucht zu vertuschen, daß es weibliche Apostelinnen gab. Dies könnte parallel zu Entwicklungen passiert sein, in denen Frauen aus Leitungspositionen der Kirche gedrängt werden. Im griechischen Text steht Junian, der Akkusativ; es kommt dann auf den Akzent an. "

aus: http://members.surfeu.de/home/christoph.roemhild/fem…
(immerhin ist der Mann seit kurzem Pastor, das zur Quelle:smile:)

Ich hab das jetzt leider nicht mehr so parat, aber neben meinen Theologie-Profs ( ev.) sehen das selbst katholische Wissenschaftler heute etwas gelassener mit der Frau Apostel:wink:.

Was zeigt das: Gemogelt wurde immer:wink: - naja, geirrt und vergessen und zurechtgebogen, wenn’s politisch besser passte - deshalb kann kein Mensch die absolute Wahrheit wirklich wissen und deshalb sollten sich die Fundamentalisten auch nicht immer soweit aus dem Fenster hängen mit dem was Gott angeblich so alles wollte. Meine ich. Alles wörtlich nehmen führt in die Iree genauso wie alles zurechtbiegen, bis es passt.

Grüßle,

barbara

Hi Herb,

aber man darf diese Lehrsätze doch auch hinterfragen, oder?

fragen darf man immer :wink:

Sonst wäre die Erde immer noch eine Scheibe. Sogar die Kirche
selbst ändert manchmal ihre Lehrsätze.

Es steht ja auch nicht in der Bibel, dass die Erde eine Scheibe sei.
Wenn sich also im frühen Mittelalter irgendwelche Mönche dazu bemüßigt fühlten, die Scheibentheorie als Dogma zu erklären, ist es Aufgabe der Reformation, das rückgängig zu machen.

Paulus ist schliesslich auch nur ein Mensch. Gibt es
eigentlich irgendwelche psychologischen Studien über diesen
Mann? Hat sich da schon mal jemand rangetraut?

Über offizielle Studien ist mir nichts bekannt.
Es muß aber darauf Bedacht genommen werden, unter welchen Umständen und gesellschaftlichen Einflüssen, die Briefe des Paulus zustande gekommen sind.

Interessant ist doch auch, welche Anforderungen Paulus an einen Bischof stellt. (1.Tim.3,1-7)

Gruss Harald