Hallo Ihr 2,
Junia (Röm 16,7) (bezeichnet sie sogar als Apostel)
nur so nebenbei, es war doch ausgerechnet Martin Luther, der
Junia zu Junias gemacht hat, oder irre ich?
In der hebräischen Übersetzung von David Stern steht nämlich
Junia.Das weiß ich nicht mehr hundertprozentig, meine aber mich
erinnern zu können, dass sich diese falsche Übersetzung
bereits im 3.-4. Jahrhundert eingeschlichen hat.
Es ist keine Frage der Übersetzung, sondern der handschriftlichen Überlieferung. Bereits bei den Papyri (wovon der älteste, der den Römerbrief bezeugt, von ca. 200) ist, finden sich sowohl Junia, Junias als auch Julia (!). Nun ist Julia eher sekundär. Die Frage dreht sich hier also eher um Junia oder Junias, was auch deswegen schwierig ist, weil der Name hier im Akkusativ geschrieben ist, also beidemale Junian und zwischen weiblich und männlich nur anhand des Akzentes zu unterscheiden ist. Für Junia spricht jedoch, daß ansonsten der Name Junias in der gesamten Antike nicht belegt ist.
Die neutestamentliche Forschung ist sich einig über die Weiblichkeit dieser Person.
Das berühmte Schweigegebot für die Frauen, 1.Kor. 14,34 ist übrigens quellenkritisch unsicher. Schließlich verträgt es sich nicht mit 11,4 (wo die Frau beten und weissagen darf, jedoch nur mit verhüllten Haupt). Kluge Geister streiten sich darüber…
Wir sollten von Paulus aber nicht zuviel verlangen, schließlich ist er ein Kind seiner Zeit gewesen, genauso wie man wohl mal entsetzt über uns urteilen wird.
Wenn ich mich recht erinnere, ist Eure Diskussion aus der Feststellung erwachsen, daß Frauen keine Priester werden dürfen in der katholischen Kirche. Nu ja, wenn sie das denn als biblisch-neutestamentlich behaupten, wie steht es dann mit 1.Tim.3?
Grüße,
Taju
- wenn ich mir anschaue, was Gott im AT alles *nicht* verabscheut (Mord, Krieg, MetzelhierMetzelda, Vielweiberei (Hülfä)
)…
Ich meine den Jesus, der bei Huren und Zöllnern saß während die anderen die Nase rümpften…