Männer mit Bart

Hallo,

ich habe schon häufiger die Aussage vernommen, Männer mit Bart hätten etwas zu verbergen.

Gibt es zu diesem Ausspruch einen bekannten Hintergrund?

Grüße
Logan

*stetsglattrasiert*

Moin,

Gibt es zu diesem Ausspruch einen bekannten Hintergrund?

in welchem Dialekt soll ich Dir jetzt antworten?

Gandalf
Bartträger

Hi,

in welchem Dialekt soll ich Dir jetzt antworten?

die Wahl überlasse ich gerne Dir.

Bekomme ich denn von Dir als Bartträger eine offene Antwort? :smile:

Gruß
Logan

Hi,

in welchem Dialekt soll ich Dir jetzt antworten?

die Wahl überlasse ich gerne Dir.

damit wollte ich nur anmerken, daß mir die Wahl des Brettes (Dialekte und Mundarten) etwas seltsam erschien.

Bekomme ich denn von Dir als Bartträger eine offene Antwort?

-)

Ich habe nichts zu verbergen.
Ich trage einen Bart, weil es mir zu umständlich ist, mich jeden Tag zu rasieren, zumal ich eine höchst empfindliche Gesichtshaut habe.

Gandalf

Hi nochmal,

damit wollte ich nur anmerken, daß mir die Wahl des Brettes
(Dialekte und Mundarten) etwas seltsam erschien.

da habe ich nicht richtig geschaltet.
Ich dachte, da das offensichtlich eine Redensart zu sein scheint, wäre ich mit meiner Frage hier gut aufgehoben.

Ich habe nichts zu verbergen.
Ich trage einen Bart, weil es mir zu umständlich ist, mich
jeden Tag zu rasieren, zumal ich eine höchst empfindliche
Gesichtshaut habe.

Das leuchtet ein. Mir dagegen steht ein Bart schlicht und einfach nicht.

gute Nacht wünscht

Logan

Lass Deine Frage verschieben
Moin, Logan,

Deine Frage wäre evtl. im Brett „Kultur allgemein“ besser aufgehoben. Es ist ein ziemlich verbreiteter Volksglaube, dass Männer mit Bart etwas zu verbergen haben, und keine Redensart.
Das Haar spielt überhaupt eine recht große Rolle beim Entstehen von solch volkstümlichen Vorstellungen: Rothaarige sind frech (im Mittelalter wurden rothaarige Frauen sehr schnell als Hexen verdächtigt); Blondinen sind dumm; lange Haare, kurzer Verstand; krause Haare, krauser Sinn, mitten steckt der Teufel drin - es gibt gewiss noch mehr in dieser Richtung.

Solche Volksmeinungen kommen nicht von ungefähr - aber woher kommen sie? Ich weiß nicht, ob man überhaupt eine schlüssige Antwort auf die Frage finden kann. Auf jeden Fall ist es interessant zu versuchen, einem volkskundlichen Phänomen nachzuspüren.

Beim Bart ist die Sache relativ einfach: ein Bart verbirgt einen Teil des Gesichts. Dadurch wird das Erkennen der Mimik erschwert, wenn nicht gar unmöglich. Die Mimik ist eine wichtiges Element bei der Kommunikation, und wenn nun jemand dieses Element ausschaltet, verbirgt er seine Mimik.
Diese konkrete Tatsache kann man leicht und (vor)schnell auf den Charakter der Bartträger übertragen: Bärtige sind Heimlichtuer.
(Das ist meine rein private Hypothese für das Zustandekommen des Vorurteils)

Grüße
Pit
(mit Walross-Schnauzbart bis zum Kinn, wie Luigi Colani. Damit niemand falsche Schlüsse zieht: nein, ich eifere ihm nicht nach ;-»)

Moin, Logan,

ich habe schon häufiger die Aussage vernommen, Männer mit Bart
hätten etwas zu verbergen.

vor 20 Jahren war ich im Urlaub mal zu faul zum Rasieren, Mme d. hat’s gefallen, seitdem trage ich einen Bart. Oder, um Sigmund Freud himself ins Spiel zu bringen: „Manchmal ist eine Zigarre einfach nur eine Zigarre“.

Gibt es zu diesem Ausspruch einen bekannten Hintergrund?

Nicht dass ich wüsste.

Gruß Ralf

Hallo Pit,

Deine Frage wäre evtl. im Brett „Kultur allgemein“ besser
aufgehoben. Es ist ein ziemlich verbreiteter Volksglaube, dass
Männer mit Bart etwas zu verbergen haben, und keine Redensart.

das scheint tatsächlich treffender eingeordnet zu sein; gerade bei der Suche nach dem Ursprung - sei es nun Mythos oder Aberglaube.

Das Haar spielt überhaupt eine recht große Rolle beim
Entstehen von solch volkstümlichen Vorstellungen: Rothaarige
sind frech (im Mittelalter wurden rothaarige Frauen sehr
schnell als Hexen verdächtigt); Blondinen sind dumm; lange
Haare, kurzer Verstand; krause Haare, krauser Sinn, mitten
steckt der Teufel drin - es gibt gewiss noch mehr in dieser
Richtung.

Wenn ich mich nicht irre, dann spielt das Haar schon eine entscheidende Rolle beim Mythos des Samson (war sein Haar nicht die Quelle seiner Kraft)?

Solche Volksmeinungen kommen nicht von ungefähr - aber woher
kommen sie? Ich weiß nicht, ob man überhaupt eine schlüssige
Antwort auf die Frage finden kann. Auf jeden Fall ist es
interessant zu versuchen, einem volkskundlichen Phänomen
nachzuspüren.
Beim Bart ist die Sache relativ einfach: ein Bart verbirgt
einen Teil des Gesichts. Dadurch wird das Erkennen der Mimik
erschwert, wenn nicht gar unmöglich. Die Mimik ist eine
wichtiges Element bei der Kommunikation, und wenn nun jemand
dieses Element ausschaltet, verbirgt er seine Mimik.
Diese konkrete Tatsache kann man leicht und (vor)schnell auf
den Charakter der Bartträger übertragen: Bärtige sind
Heimlichtuer.
(Das ist meine rein private Hypothese für das Zustandekommen
des Vorurteils)

Schillers Tell ist ein gutes Beispiel für die Entstehung von Redensarten: Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt; Die Axt im Haus erspart den Zimmermann…usw…
(Es liegt einige Jahre zurück, dass ich Wilhelm Tell gelesen habe, daher gibt’s hier auch nur die Sparversion an Sprichwörtern).

Ich war der Vermutung aufgesessen, genannter Ausspruch habe u.U. einen ebenso klaren Ursprung, der sich so leicht eruieren lasse.

Ich danke Dir für Deine Antwort.

Grüße
Logan

Hi Ralf,

vor 20 Jahren war ich im Urlaub mal zu faul zum Rasieren, Mme
d. hat’s gefallen, seitdem trage ich einen Bart. Oder, um
Sigmund Freud himself ins Spiel zu bringen: „Manchmal ist eine
Zigarre einfach nur eine Zigarre“.

Ausnahmen bestätigen die Regel, schon klar;
oder ich messe dem Spruch zuviel Bedeutung bei.

Du stehst nicht zufällig auf die Band Camouflage? :smile:

Gruß
Logan

Hallo,

ich habe diesen Ausspruch noch nie gehört. Aber ich könnte mir vorstellen dass dieser Spruch zumindest in humoristischer Weise gemeint sein kann: Männer mit Bart verbergen ein evtl. etwas zu rundliches Gesicht infolge „guter Ernährung“. Auch hier: Private Hypthese.

Ansonsten glaube ich dass an den bereits genannten Sprüchen, in denen die Eigenschaften der Haare mit dem Charakter in Verbindung gebracht werden, nicht sonderlich viel dran ist. Vielleicht so eine Art selbsterfüllende Prophezeiung…

Gruß
Betasator

Hallo!

Ausnahmen bestätigen die Regel, schon klar;
oder ich messe dem Spruch zuviel Bedeutung bei.

Ich kann diesem Spruch nichts abgewinnen. In Jugendzeiten habe ich habe mich ausschließlich nass rasiert. Mein Bart ist das Ergebnis von Rasierfaulheit bei einer mehrwöchigen Motorradtour durch Griechenland 1981. Seither trage ich ohne Unterbrechung Vollbart (erst schwarz, jetzt grau), ganz einfach weil es für mich bequemer ist. Ich kann mir heute gar nicht mehr vorstellen, jeden Morgen in meinem Gesicht herumzuschaben zu müssen .
Grüße, Peter

Moin, Logan,

Du stehst nicht zufällig auf die Band Camouflage? :smile:

kenni ich nicht mal.

Ganz nebenbei und heute gratis die Lösung eines Rätsels:

Wenn Gott kein Grieche ist, wieso ist dann der Himmel blauweiß?
Der Himmel ist weißblau1. Also nix mit Griechen - die Bayern haben das Sagen.

Gruß Ralf

1Hier die 1. Strophe der Hymne, die ist ziemlich unstrittig:

Gott mit dir, du Land der Bayern,
Heimaterde, Vaterland!
Über deinen weiten Gauen
walte Seine Segenshand!
|: Er behüte deine Fluren,
schirme deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben
deines Himmels, weiß und blau! :expressionless:

Hallo Peter,

ich dagegen finde schon den Gedanken an einen Vollbart schier unerträglich. Ich muss mich auch immer pausenlos kratzen, wenn ich tatsächlich alle paar Monate mal einen 3-Tage-Bart trage.

Zum Glück sind die Menschen verschieden.

Schönen Sonntag wünscht
Logan

Guten Mittag, Ralf,

Du stehst nicht zufällig auf die Band Camouflage? :smile:

kenni ich nicht mal.

Hier ging es auch weniger um die Band an sich, als vielmehr um die tatsächliche Bedeutung des Wortes Camouflage.

Gott mit dir, du Land der Bayern,
Heimaterde, Vaterland!
Über deinen weiten Gauen
walte Seine Segenshand!
|: Er behüte deine Fluren,
schirme deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben
deines Himmels, weiß und blau! :expressionless:

Haha, das ist aber auch gar nicht minder weit hergeholt :smile:

Grüße
Logan

Hallo,

ich habe diesen Ausspruch noch nie gehört. Aber ich könnte mir
vorstellen dass dieser Spruch zumindest in humoristischer
Weise gemeint sein kann: Männer mit Bart verbergen ein evtl.
etwas zu rundliches Gesicht infolge „guter Ernährung“. Auch
hier: Private Hypthese.

ein naher Verwandter hat immer sein fliehendes Kinn mit Hilfe eines Bartes kaschiert. Das ging tatsächlich sehr gut.

Ansonsten glaube ich dass an den bereits genannten Sprüchen,
in denen die Eigenschaften der Haare mit dem Charakter in
Verbindung gebracht werden, nicht sonderlich viel dran ist.
Vielleicht so eine Art selbsterfüllende Prophezeiung…

Was meinst Du damit?

Gruß
Logan

Tach,

ich dagegen finde schon den Gedanken an einen Vollbart schier
unerträglich. Ich muss mich auch immer pausenlos kratzen, wenn
ich tatsächlich alle paar Monate mal einen 3-Tage-Bart trage.

Dreitagebärte kratzen in der tat, aber längere Bärte meist nicht.
Aber zum Barttragen kann man niemanden zwingen, so was muß aus eigener Entscheidung und mit großem Stolz passieren :wink:

Gandalf

1 Like

Hallo,

damit meinte ich dass die ein oder andere Redewendung eventuell nach folgendem Muster entstanden sein könnten:

Eine Person A beobachtet etwas an Person B. Daraufhin bringt Person A das Verhalten von Person B mit einem äußeren Merkmal in Verbindung und erstellt dadurch einen kausalen Zusammenhang (obwohl es vielleicht nur eine Korrelation ist). Durch diesen scheinbaren kausalen Zusammenhang sensibilisiert achtet man nun viel öfter und genauer auf das Verhalten von Personen die das bestimmte Merkmal von Person B aufweisen, wodurch dann früher oder später der scheinbare kausale Zusammenhang wieder bestätigt wird.

Beispiel:

Ein Mann wurde von seiner rothaarigen Frau betrogen. Daraufhin hat er beim Frustsaufen seinen Freunden davon berichtet, die daraufhin früher oder später auch mal von einer rothaarigen Frau betrogen wurden. Dies wiederum hat dann dazu geführt dass man gegenüber einem vermeintlichen Zusammenhang zwischen der Haarfarbe und der Treue besonders sensibilisiert war.
Und sobald man bei irgendwelchen posulierten Zusammenhängen ausreichend sensibilisiert ist findet man auch Beweise dafür. Dabei müssen Rothaarige statistisch nicht untreuer sein als Blondinen oder Schwarzhaarige usw.
Da man aber auf den scheinbaren kausalen Zusammenhang „rote Haare“ - „untreu“ fixiert ist, sind Rothaarige in der Wahrnehmung untreuer als Andere.

Gruß

Betasator

Hallo Logan

Wie wär’s, dieses einfach als Vorurteil abzutun?
Glattrasierte Männer könnten ja um nichts weniger etwas im Schilde fürhren, oder etwa nicht?

lG
Martin B

Hallo Betasator,

jetzt habe ich Dich verstanden, danke.

Ohne genaue statistische Ermittlung (in Deinem Beispiel: gleichermaßen Damen verschiedener Haarfarben) lässt sich selbstverständlich keine fundierte Begründung finden.

Gruß
Logan

Hallo Martin,

Wie wär’s, dieses einfach als Vorurteil abzutun?
Glattrasierte Männer könnten ja um nichts weniger etwas im
Schilde fürhren, oder etwa nicht?

sprichst Du aus eigener Erfahrung? :smile:

Gruß
Logan