Hi Robert!
Der Artikel ist in meinen Augne wertlos. Es gibt zwar einige gute Ansaetze in Form von Fragen, aber der geistige Gehalt dahinter haelt sich sehr in Grenzen.
Ja, es gibt Kriterien. Auch wenn Uebergaenge durchaus fliessend sein koennen.
Kampfsportarten ohne bedeutungsvolle Philosophie oder geistigen Hintergrund als Kampfsport zu definieren ist hirnlos. Dass der Sport in erster Linie dem Wettkampf gilt und gewidmet ist wurde auch hier schon mehrfach erwaehnt. Boxen, TKD, JJ und Judo als reinen Kampfsport abzustempeln zeugt von einem mehr als schwachen Hintergrundwissen und planlosem Gelaber.
Der Mann scheint sich zumindest mit diesen Systemen in der Theorie noch nicht einmal ansatzweise beschaeftigt zu haben.
Kampfkuenste wurden nicht als Kampfkuenste konzipiert soviel steht fest. Sie sind ganz klar ueber den Zeitverlauf betrachtet zu dem geworden, was sie heute sind.
Das genannte Beispiel aus dem Text ist definitiv ein SV-System und keine Kampfkunst. Denn die Kunst beinhaltet tatsaechlich eine gewisse zeitliche Komponente. Krav Maga wurde erstellt und entwickelt und hat im Vergleich zu anderen Systemen keinen grossartigen historischen Background. Es ist das, was einem modernen SV-System wohl am ehesten entspricht.
Von welchen Weisheiten der Autor spricht wird mir nicht ganz klar, denn ich trainiere auf der Matte in der Regel. Ich hoere mir dort keine tollen Geschichten von vor 200 Jahren an und ich bekomme dort auch keine Geschichtsstunde ueber die Entwicklung und Entstehung, noch werde ich im Zen-Buddhismus oder Yoga unterrichtet. Das geschieht IMMER in Eigenregie.
Wer sich mit Capoeira, Okinawa-Te oder Shaolin Kung-Fu beschaeftigt hat, findet eine eindeutige Antwort auf die Frage, warum sie geschaffen wurden. Warum der Autor hier noch einmal eine rhetorische Frage in den Raum wirft ist in meinen Augen unverstaendlich, denn es gibt eine klare Antwort und es ist nicht seine. Es zeigt aber weiterhin, dass der Autor zwar einige Kampfkuenste beim Namen kennt, aber ganz offenkundig keinen blassen Schimmer davon hat.
Auch Boxen ist eine Kampfkunst, die sich ueber viele, viele Jahre hinweg entwickelt hat und das was heute gemacht wird ist reiner Sport. Es gab Zeiten, da wurde bare-knuckle geboxt, mit Wuerfen, Halte- und Wuergegriffen. Das Problem ist nur, dass es heute fast niemand mehr weiss und dass es fuer den Wettkampf eher unpraktikabel ist. So wie die UFC einst ohne Regeln anfing, gibt es heute ein ganzes Buendel an selbigen. Weil es fuer den Zuschauen nicht attraktiv ist und zu Lasten der Sicherheit der Sportler geht. Beides ist rein wirtschaftlich betrachtet toedlich fuer einen Sport, egal welcher Art.
Von daher ist der Artikel geistiger Duennschiss zu betrachten, verfasst von jemandem, der vermutlich die asiatischen Traditionen und deren Lehren schaetzt, aber von Kampfsport, -kunst und/oder Selbstverteidigung nicht viel haelt.
TapouT