Ohrenstöpsel oder Besseres gegen Lärm?

Hallo Ihr Lieben,

leider gehöre ich zu den Typen, die nachts „das Gras wachsen“ hören. Das nervt gewaltig, daher habe ich mal diese gelben "Lärm-Stop"s ausprobiert (weiche gummiartige Stöpsel, die man ins Ohr stopfen kann). Aber entweder bin ich zu doof für die Anwendung oder die helfen nicht wirklich … wer hat eine Idee, was man sonst noch gegen „Ruhestörung“ (die sich leider nirgendwie abstellen läßt) verwenden kann (womit man aber auch schlafen kann)?

Hallo Martina,

es gibt auch noch rosa Ohrenstöpsel. Die gelben sind aus so einem komischen Schaumstoffmaterial, helfen nicht wirklich und jucken außerdem. Die rosanen sind aus Wachs und dichten die Ohren etwas besser gegen Geräusche ab, außerdem jucken sie nicht.

Schöne Grüße

Petra

Vorsicht!
Hallo, Martina!

Es gibt die Möglichkeit, sich beim Hörgeräteakustiker einen individuellen Hörschutz anfertigen zu lassen. Es wird ein Abdruck von Deinem Ohrinneren genommen und das Teil dann aus Kunststoff gegossen.
Dieser Hörschutz drückt nicht, schließt optimal ab und hält lange.Kostet, glaube ich um die 60 Euronen.

Aaaaaber:Ich bin ebenfalls sehr geräuschempfindlich und wollte mir von meiner besten Freundin, die Hörgeräteakustikerin ist, einen solchen Hörschutz anfertigen lassen. Und weißt Du, was sie sagte? „Nö!“ sagte sie, „von mir kriegst Du so ein Ding nicht!“ Ihre Erklärung war, ich würde in die Gefahr kommen, eine Hyperakusis zu entwickeln, also eine Geräuschüberempfindlichkeit! Sie erklärte mir, dass ich mich eher an normale Geräusche gewöhnen sollte, die muss man nämlich „wegstecken“ können, also in den Hintergrund des Bewusstseins packen und sich nicht darauf konzentrieren und sie dadurch überbewerten. Ist ein psychisches Ding.

Dies nur als Denkansatz.

Gruß
Lea

Hallo Leidensgenossin!

Ich verwende seit Jahren diese hier:
http://www.sonicshop.de/De/Plugs/Sleepsoft.asp

Sehr zu empfehlen - wenn auch nicht ganz billig. Aber die halten ja 'ne Weile.

Oh, halt! Ich sehe gerade, dass die Dinger billiger geworden sind! Die haben sonst glaub’ ich über 20 € gekostet. Naja, es kann ja nicht alles teurer werden…

Gruß
Liza

Hallo, Lea,

das ist ja mal ein interessanter Ansatz. Hätte ich mich daran gehalten, wäre ich heute wahrscheinlich nur noch ein Nervenbündel, weil ich dann vermutlich unter chronischer Schlaflosigkeit litte. Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, daß mir ein Hilfsmittel zu besserem Schlaf schaden soll (von Schlaftabletten abgesehen *g*). Ist es nicht eher so, daß wenn ich versuche auch bei Geräuschen zu schlafen und mir das nicht gelingen will, ich unausgeschlafen, nervös, müde und gereizt bin, was doch noch viel mehr zu einer „Empfindlichkeit“, und zwar auf zahlreichen Ebenen führen würde?

Ich habe weit über 10 Jahre mit Ohrstöpseln geschlafen (mit ganz normalen) und keinerlei zunehmende Empfindlichkeit festgestellt. Im Gegenteil, mittlerweile schlafe ich durchaus auch mal ohne, es sei denn, jemand schläft neben mir.

Natürlich räume ich ein, daß es das von Dir beschriebene Phänomen bei Personen mit der Neigung dazu geben kann. In der Tinnitus-Klinik sind mir auch bedauernswerte Menschen begegnet, die einerseits schlecht hörten und dennoch andererseits lärmempfindlich waren.

Liebe Grüße

Avera

Es gibt die Möglichkeit, sich beim Hörgeräteakustiker einen
individuellen Hörschutz anfertigen zu lassen. Es wird ein
Abdruck von Deinem Ohrinneren genommen und das Teil dann aus
Kunststoff gegossen.
Dieser Hörschutz drückt nicht, schließt optimal ab und hält
lange.Kostet, glaube ich um die 60 Euronen.

Aaaaaber:Ich bin ebenfalls sehr geräuschempfindlich und wollte
mir von meiner besten Freundin, die Hörgeräteakustikerin ist,
einen solchen Hörschutz anfertigen lassen. Und weißt Du, was
sie sagte? „Nö!“ sagte sie, „von mir kriegst Du so ein Ding
nicht!“ Ihre Erklärung war, ich würde in die Gefahr kommen,
eine Hyperakusis zu entwickeln, also eine
Geräuschüberempfindlichkeit! Sie erklärte mir, dass ich mich
eher an normale Geräusche gewöhnen sollte, die muss man
nämlich „wegstecken“ können, also in den Hintergrund des
Bewusstseins packen und sich nicht darauf konzentrieren und
sie dadurch überbewerten. Ist ein psychisches Ding.

Dies nur als Denkansatz.

Gruß
Lea

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Hallo Martina,

also ich schlafe am besten mit einer netten Gute-Nacht-Geschichte aus dem mp3-Player ein. Die Geschichten hole ich mir als Hörbücher aus der Bücherei. Klappt wunderbar - ich höre die Nachbarn nicht mehr, auch nicht diese Standuhr der Nachbarn, die jede halbe Stunde bimmelt und auch nicht die Flugzeuge, die trotz Nachtflugverbot immer wieder bei uns vorbeirauschen.

Irgendwann ist die Geschichte zuende, der Player schaltet ab und ich schlafe trotzdem weiter. Mal mit mal ohne Kopfhörer in den Ohren (irgendwie ziehe ich sie schon mal in einem halbwachen Moment wieder heraus).

Viele Grüße

Anne

weiche gummiartige Stöpsel, die man
ins Ohr stopfen kann). Aber entweder bin ich zu doof für die
Anwendung oder die helfen nicht wirklich …

Vielleicht benutzt du es nicht korrekt? Mit „Reinstopfen“ tut sich da nämlich gar nichts. Ich habe Kopfhörer, die genauso funktionieren: Man muß das Gummiding zuerst mit zwei Fingern zu einer dünnen Röhre kneten. Diese Röhre wird dann bis zum Anschlag ins Ohr eingeführt. Man hält den Finger so lange von außen drauf, bis sich das Schaumstoff wieder ausdehnt und das Ohr dann von innen ausfüllt. Das dauert ein paar Sekunden. Dann sitzt der Knubbel fest, ist aber gleichzeitig angenehm zu tragen, weil sich kein Unterdruck bildet.

Den besten Lärmschutz bieten allerdings die berühmten rosa Wachskugeln. Wichtig ist dabei aber, daß man sich jeden Morgen gründlichst die Ohren reinigt (am besten mit einer Spritze und warmem Wasser), weil sich sonst ganz bösartige Klumpen bilden können, die das Ohr verstopfen oder sich gar entzünden können.

Gruß
dataf0x

Hi Martina,

vielleicht kannst Du ja als Zwischenlösung Dir von einer Apothekerin / einem Apotheker die Anwendung erklären und zeigen lassen. Die Frge ist jedoch für mich, ob Du nicht interessiert daran sein könntest, in der Nacht weniger das Gras wachsen zu hören und dafür mehr an der Matratze zu lauschen? Denn es hat ja nicht unbedingt was mit einem Supergehör zu tun als viel mehr mit etwas sensiblen Nerven oder psychischen Problemen und Problemchen. Wie wäre es, würdest Du vielleicht in ein paar Therapiestunden mal zeigen lassen, wie Du diese „Ruhestörung“ weniger an Dich heranlassen kommen kannst, wie Du zu mehr (Nacht-)Ruhe gelangen kannst?

Ciao,
Romana

Hallo,

Aaaaaber:Ich bin ebenfalls sehr geräuschempfindlich und wollte
mir von meiner besten Freundin, die Hörgeräteakustikerin ist,
einen solchen Hörschutz anfertigen lassen. Und weißt Du, was
sie sagte? „Nö!“ sagte sie, „von mir kriegst Du so ein Ding
nicht!“ Ihre Erklärung war, ich würde in die Gefahr kommen,
eine Hyperakusis zu entwickeln, also eine
Geräuschüberempfindlichkeit! Sie erklärte mir, dass ich mich
eher an normale Geräusche gewöhnen sollte, die muss man
nämlich „wegstecken“ können, also in den Hintergrund des
Bewusstseins packen und sich nicht darauf konzentrieren und
sie dadurch überbewerten. Ist ein psychisches Ding.

ich denke, die Gefahr besteht vor allem dann, wenn auch tagsüber allzu intensiv davon Gebrauch gemacht wird. Der Tag ist die Zeit, der lauten Geräusche und damit der „Abhärtung“. Die Nacht ist die Zeit der Ruhe. Wenn dort Störgeräusche den Schlaf verhindern oder unruhig werden lassen, dann sind psychische Störungen so gut wie sicher. Wir leben in einer lauten Zeit (Thema „Lärmverschmutzung“). Viel mehr, als das früher der Fall war.
Als ich vorletztes Jahr in Madeira im Urlaub war und abends hoch über dem Meer auf den Klippen saß, fiel mir erst auf, wie laut es bei uns auch nachts ist. Dort war praktisch kein Geräusch wahrnehmbar. Diese Stille hat früher den Menschen nicht geschadet. Wieso sollte sie das heute tun?
Wie du richtig angedeutet hast, handelt es sich um ein psychisches Problem. Es geht darum, den Lärm zu akzeptieren, in dem Umfeld in dem er unvermeidbar ist. Aber nicht darum, vermeidbaren Lärm auf Kosten eines erholsamen Schlafs zu erdulden.
Meines Erachtens resultiert die Überempfindlichkeit nicht direkt aus der Lärmvermeidung sondern aus dem ständigen Stress durch Hektik und Lärm, der auf die Psyche drückt. Die Lärmvermeidung ist eine Ausweichreaktion, die das Problem aber nicht beseitigt.

Gruß, Niels

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