Kann Jemand bitte mal was -typisch- Pseudodeutsches schreiben
?
Das ist ja ein weites Feld. Man könnte den Bogen sopannen von deutsch klingenden Worten, wie sie Charley Chaplin im „großen Diktator“ benutzt, wenn ich mich recht erinnere, bis hin zu pseudi-intellektuelljklingenden Sätzen wie meinetwegen:
„Vielleicht ist ja letztendlich die letzte Eschatologie des Seins auch nur ein vorläufiger, ungefährer Versuch einer Annäherung an das Seiende im Geseier des Vagen.“
Zum Bleistift!
meint
Branden
Hallo zurück.
Da gab es mal in den 60/70er Jahren einen holländischen Kabarettisten und Alleinunterhalter mit Namen: Toon Hermanns. Der machte so etwas in seiner ‚One man Show‘ mit allen möglichen Sprachen, die er als Liedtexte sang. Ich erinnere mich nur noch an das russische Lied:" Isja maj Waschtsch maschinka put…!" ())
Seit den 90er Jahren hat man nie mehr was von ihm gehört.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
Jacques Brel hat in seiner Verhohnepipelung der damals frisch entdeckten deutsch-französischen Freundschaft „Caporal Casse-Pompon“ ein paar Worte Pseudodeutsch. Das, was er seinem „ami“ in den Mund legt, soll nach einer schenkelklopfenden Halbschlüpfrigkeit aus dem Offizierskasino klingen und lautet „Ich schlafen at sie Hose und prellen so“ - wobei das wohl nicht giltet, weil schon richtige deutsche Wörter drin sind.
Etwas ähnliches, aber auch schon mit beinahe Sinn, gibts bei Frank Zappas Krautrock-Persiflage „Sofa“, u.a. „Ich bin dein geheimer Schmutz und verlorenes Metallgeld“, „Ich bin der Dreck unter deinen Warzen“ usw. Das giltet sicherlich noch weniger, weils schon regelrecht einen Sinn gäbe, wenns einen hätte.
Und dann hammer noch einen, den ich gehört habe, als ich - es war wohl 1976, jedenfalls war der Caudillo noch nicht so sehr lange tot - in Madrid einem Veteranen von der Blauen Division begegnet bin, der mich mit den deutschesten Worten begrüßt hat, die er kannte: „Sieg Chail Bratkartoffel!“
nein, das wusste ich nicht. Allerdings ist mir klar, nach welchen phonetischen, lexikalischen und grammatischen Regeln ein Satz gebildet werden muss, dass er zumindest wie deutsch aussieht… Die semantische Ebene kann/soll man ja für unseren Zweck außer acht lassen. Ich meine über dieses Prinzip auch während meines Studiums (lang, lang ist’s her…) gelesen zu haben.
Deshalb bin ich, ehrlich gesagt, mit Martins Ergänzung nicht sonderlich glücklich. So hat der Satz nämlich keine deutsche Satzstruktur mehr…
das wäre eine originelle Schreibweise, weil man dann die vor einiger Zeit hier diskutierte Herkunft des Ausdrucks von „Hohlhippe“ höchst seriös klingend durch eine alternative Deutung ersetzen könnte: „Aus dem Elsässischen nach 1871, von „Hunnen“ als Spottname für die Deutschen und „Bibele“ = Hühner: ‚Einen deutschen Offizier als (aufgeblasenen) Gockel bloßstellen‘“
Ob man das einem Lexikographen als Osterei abnehmen würde?
Deshalb bin ich, ehrlich gesagt, mit Martins Ergänzung nicht
sonderlich glücklich. So hat der Satz nämlich keine deutsche
Satzstruktur mehr…
Das stimmt. Mark Twain macht das absichtlich - in seinem Kontext gehts um die endlosen deutschen Schachtelsatzmöglichkeiten, die nach seiner Auffassung dazu führen können, daß einem das Ende der Sperrung überraschend in einem ganz anderen Satz begegnet als der Anfang. Das ist natürlich eine maßlose Übertreibung, könnte aber dem Nicht-Deutschsprachigen, der sich ab und zu durch Sperrungen tastet, die er sonst bloß aus der Algebra kennt, schon plausibel vorkommen. Twain formuliert an dieser Stelle auch nicht bloß absichtlich unsyntaktisch, sondern auch absichtlich ungrammatisch.
Aber Deinen Er-Fund hab ich nicht kaputtbröseln wollen damit.
Hallo,
lies mal Robert Scotts Übersetzung von Lewis Carrols Gedicht „Jabberwocky“: http://www.hyperborea.org/writing/jabberwocky.html
…wenngleich schon ein Sinn drin steckt, aber nicht in allen Wörtern
Grüße, Peter
Hallo, Herr Meyer,
hatten wir doch alles schon einmal
siehe /t/austueten-oder/1385010
Wobei ich vor allem auf meinen dortigen Beitrag mit dem „Zipferlake“, der genialen „Übersetzung“ Christian Enzensbergers des „Jabberwocky“ von Lewis Carroll hinweisen möchte.
Verdaustig war’s, und glasse Wieben
rotterten gorkicht im Gemank.
Gar elump war der Pluckerwank,
und die gabben Schweisel frieben.
Dass hier noch keiner auf Charlie Chaplins Rede als Diktator Hynkel hingewiesen hat, wundert mich. Schtonk!
Von Chaplin wird auch erzählt, dass er bei der Geburttagsfeier einer russischen Primaballerina eine Menge in russischer Sprache gehaltenener Reden über sich ergehen lassen musste, bis es ihm zu dumm wurde, ums Wort bat und ankündigte, er werde nun gleichfalls eine Rede halten, aber in chinesischer Sprache; und er hat dann eine halbe Stunde lang ein Pseudochinesisch gesprochen, aber so ausdrucksvoll in Mimik und Gestik, dass man meinte, jedes Wort verstehen zu können.
„Oh zerfrettelter Grunzwanzling…
… dein Harngedränge ist für mich
Wie Schnatterfleck auf Bienenstich
Grupp, ich beschwöre dich
mein punzig Turteldrom.
Und drängel reife mich mit krinklen Bindewördeln
Denn sonst werd ich dich rändern in deine Gobberwarzen
Mit meinem Börgelkranze, wart’s nur ab!“
Prostetnik Vogon Jeltz
in „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams. (den dt. Übersetzer hab’
ich leider nicht parat.)