Hallo Martin,
na gut, wenn man das alles unbedingt dialektisch betrachten
will (ich habe mich zu diesem Begriff inzwischen informiert,
und bin echt froh darüber, daß es nichts mit den von mir so
ungeliebten Dia-Betrachtungen zu tun hat), dann kann man’s
wohl tun. Wenn ich von irgendwo was wegnehme, dann entsteht
dort dadurch ein Loch. Fein. Wo ich aber noch nicht so recht
hinter gekommen bin, ist, was diese Betrachtungsweise nun
konkret bringen soll.
Beschäftige dich etwas mit Philosophie, die wird hierbei wirklich gebraucht.
Das lässt sich auch anderweitig simulieren.
Wie kann man das simulieren? Hat das schon mal jemand gemacht?
Hast Du ein Programm dazu geschrieben oder so? Das würde mich
sehr interessieren.Nein. Ich müßte googeln, aber es ist mir unvorstellbar, dass
dies nicht auch in der Quantenphysik genutzt wird.Mhh, Quantenphysik? Mein Gedanke war folgender: In der RT ist
ja von der Zeitdilatation die Rede, sowie von der
Längenkontraktion. Das heißt, daß die Zeit langsamer läuft
(sich „dehnt“), und Maßstäbe sich verkürzen. Wenn es nun
möglich wäre, daß die Zeit auch mal schneller läuft, dann
müßte es ja „Zeitkontraktion“ heißen, aber von einer solchen
habe ich – ebenso wie von einer „Längendilatation“ – noch nie
was gehört.
„gg“ das ist doch kein widerspruch. Wenn ein system zu einem anderen langsamer läuft, muß es sich umgekehrt ja andersherum verhalten. Womit hast du da ein Problem?
Apropos: Woher weiß die Zeit in solchen Fällen eigentlich, wie
schnell sie laufen muß?
Welche Zeit? du meinst, welcher Prozess wo schneller verläuft?
Das ist aber schon ziemlich abgehoben. Ich dachte immer, Zeit
ist einfach das, was 'ne Uhr anzeigt, und fertig. Ich sehe
bei dieser Definition auch kein Problem.Aber ich. Denn bei dieser Betrachtung bekommst du ein Problem
mit dem Begriff „Gleichzeitigkeit“.Wo soll das Problem denn liegen? Du meinst, weil man nicht
ausschließen kann, daß Uhren nicht immer gleich schnell
laufen? Deshalb fragte ich ja, wie man Gleichzeitigkeit
(Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse an verschiedenen Orten)
möglichst ohne Uhren feststellen kann. Du hast auch keine
Idee?
Aber klar doch. Überall an deinem Ereignishorizont herrscht Gleichzeitigkeit. Universumsweit.
Deshalb war Einstein auch gezwungwen, diesen auszuschließen.
Also ich hab gerade auf
http://kds-nano.dyndns.biz/moderne%20%C3%B6konomie/r…
'ne Suche durchgeführt nach dem Begriff „gleichzeitig“. Sie
ergab 36 Treffer. Das spricht nicht gerade dafür, daß
Einstein diesen Begriff ausschließen wollte. Oder schreibt er
irgendwo selbst, daß er ihn ausschließen will (dann bitte
Textstelle angeben)?
Suchs bitte selbst raus. Es steht tatsächlich drin. Dächte im Anhang Ende Seite vier, aber nicht sicher.
Ich meine, mal gehört zu haben, daß der irgendwo in einem
schwarzen Loch drinsteckt, genau weiß ich es aber nicht.Dann überlegen wir halt mal. Könnte er dort sein, wo die
Fluchtgeschwindigkeit c beträgt?Ah ja, kommt hin.
Ist er dann dort, wo prinzipiell etwas mit c „flieht“?
Nein, ein Ort, an dem die Fluchtgeschwindigkeit c ist, ist
etwas anderes als ein Ort, wo sich etwas mit c bewegt. Ein
Gefängnis, an dem ich 25 km/h laufen muß, um über den Graben
in die Freiheit zu springen, ist etwas anderes als ein
Trainingscamp für Sprinter, auf dem Leute manchmal mit 25 km/h
umherlaufen.
Wo ist da der qualitative Unterschied?
Ist er dann nicht exakt
dort, von wo aus dich Teilchen erreichen, welche ohne
Ruhemasse sich mit c bewegen? Also z.B. in 3 m Entfernung vor
einer hundertmillionstel Sekunde? Oder in 3000m Entfernung vor
einer hunderttausendstel Sekunde?Nein ich glaube, ein Ereignishorizont ist dort, wo die
Fluchtgeschwindigkeit c beträgt. Hier wo ich bin, gibt’s gar
keinen solchen Ereignishorizont, weil die
Fluchtgeschwindigkeit der Erde ja nur 11.2 km/s ist.
Und die des Lichtes deiner Taschenlampe? Die des Sonnenlichtes? Versteife dich bitte nicht auf den Wortteil „Flucht-“.
Für ruhemasselose Teilchen vergeht nämlich keine Zeit. Diese
Gleichzeitigkeit ist somit überall im Universum.Was bedeutet, daß Du bloß „0/0“ da stehen hast (die eine Null
wegen der Gleichzeitigkeit, die andere wegen „überall“), aber
„0/0“ kann jeden Wert annehmen.
Eindeutig. Mathe ist dafür tatsächlich ungeeignet, du hast recht.
Was in 4m Entfernung vor einer hundertmillionstel Sekunde passiert, ist Zukunft, unerreichbar. In 2m Entfernung Vergangenheit. In 3m liegt dein Ereigbishorizont zu diesem Zeitpunkt.
Sterne,
welche sich in einer Entfernung von 5 Mrd. ly befinden, deren
Licht wir empfangen, senden uns nicht Informationen von vor 5
Mrd. Jahren, sondern von gerade erst.
Ich begreife bis heute nicht, wie Physiker behaupten können,
sie sähen das Universum in seinen frühen Jahren durchs
Teleskop.Na ja, das Licht braucht halt Zeit, bis es bei uns angekommen
ist, weil es nicht unendlich schnell ist, sondern nur c
schnell.
Nein, wir erfahren diesen Ablaufprozess, das Licht braucht 0 „Zeit“.
Mathe ist nur ein Modell!
Und für was soll sie ein Modell sein? Ich würde eher
sagen, Mathe ist eines der wenigen Dinge, die gerade
kein Modell sind. Die Physik allerdings, die arbeitet
mit Modellen. Wenn Dich ein Auto über den Haufen fährt, dann
liegt dem Gutachten ein Modell zugrunde, welches das reale
Auto möglichst gut widerspiegelt. D. h. ob das Auto ein Radio
eingebaut hat oder nicht, fließt in das Modell nicht ein, wohl
aber, ob die Reifen neu oder abgefahren waren.
Arrgghhh! Vergleiche doch Erklärungsversuche mit z.B. dem Modell des idealen Gases oder idealem Stoß. Man kann Zusammenhänge schon anhand dessen aufzeigen, es hat aber zwingend nur als erklärender Vergleichsmaßstab zur Realität herzuhalten.
Du erklärst anhand eines Modells die realen Zusammenhänge.
Eine andere Möglichkeit gibt es gar nicht, oder kennst Du
eine?
Aber natürlich. Dialektische Logik durch Darstellung kausaler Abläufe und logischer Determiniertheit.
Zur Darstellung ist es teilweise geeignet, als Beweismittel nicht.
Das sei mal dahingestellt.
Apropos: Wie soll das eigentlich gehen, ein „Universum laufen lassen“?
Vor seinem geistigen Auge schon. Es kommt drauf an, welchen
Anfangszustand man annimmt. In der Natur ist ein bevorzugter
gegeben.Bevorzugter Anfangszustand gegeben??? Sorry, nix versteh…
Sind wir aus Antimaterie? Materie ist gegeben.
Du kannst in einem Zweiteilcvhenuniversum keiner Zeit eine
Richtung zuweisen. Bewegung findet statt, die zeitliche
Verlaufsrichtubng darfst du selbst frei wählen.Selbst wenn das stimmt, erkenne ich offen gestanden nicht, wo
jetzt der gravierende Unterschied zwischen einem Zwei- und
einem Dreiteilchenuniversum liegen soll.
Dem Determinismus. Im ZTU ist die Ablaufrichtung egal, im DTU nicht mehr.
Gruß
Frank
