Hallo Dorli,
Einspruch: Ich (30) habe das Lesen analytisch gelernt, wie
fast alle meiner (österreichischen) Zeitgenossen auch.
Das hat deine Landes- und Altersgenossin Datafox hier wenig drüber ja bestätigt. - Und ich habe bisher noch zu den wenigen Deutschen gehört, die der Meinung sind, das Österreich nicht hinter dem Mond liegt. 
Aber Ironie beiseite:
Dass die synthetische Methode die von dir geschilderten Nachteile hat, haben die Befürworter dieser Methode natürlich schon bald gemerkt und die Mischform der synthetisch-analytischen Methode kreiert.
Die synthetische Methode wurde in Deutschland Anfang der 50-er Jahre „eingeführt“, die synthetisch-analytische Mitte der 60-er.
Eingeführt steht in Klammern, weil das nur Hausnummern sind. Natürlich schwankt es von Bundesland zu Bundesland und zudem hat der Lehrer in diesem Bereich auch eigene Entscheidungsfreiheit.
Dass du und Datafox aber noch vor rund 25 Jahren analytisch unterrichtet worden sein solltet und du gar heute noch so arbeitest, wundert mich trotzdem. Denn die erwähnte Entscheidungsfreiheit des Lehrers findet ihre Grenze einfach dadurch, dass sich die erreichbaren und zugelassenen Schulbücher natürlich an der offiziellen Lese-Schreibmethode orientieren. - Oder meintest du synthetisch-analytisch? Ich kann mir nicht denken, dass Österreich und Deutschland in diesem Punkt voneinander abweichen.
Ich wache „wie ein Haftelmacher“ über die Rechtschreibung meiner Schüler, es stört
mich auch massiv, wenn mir in den Medien orthografische bzw. grammatikalische Fehler
begegnen.
Da haben wir ja wenigstens etwas gemeinsam. 
Im Netz … kleingeschrieben … eben so eingebürgert, weil’s einfach schneller geht.
Über das „Schnellerschreiben“ haben andere schon etwas gesagt. Ich denke, es kann sogar bremsen, weil man sich darauf konzentrieren muss, die gewohnte Umschaltung zu unterlassen.
Aber ich denke, nicht deine oder meine Gewohnheit ist wichtig, man schreibt ja für andere. Und dass Groß-Kleinschreibung das Lesen erleichtert, das ist ein Fakt. Dürfte ich über die Rechtschreibreform bestimmen, würde ich die Großschreibung ganz abschaffen und die eingesparte Unterrichtszeit für Wichtigeres verwenden. Aber solange es sie gibt, nutze ich gern ihre Vorteile und lasse sie ebenso gern anderen zukommen.
Gruß
Peter
(z.B. Stadthuhe, Bunchd, erschbarähn…)
Wer errät die Lösung?
Ich tippe auf Statue, …, ersparen.