Hallo datafox!
Rechtschreibung hat ja nichts mit Intellekt zu tun.
doch tut es, zumindest mit einem teilaspekt des intellekts.
Da muss ich dir widersprechen!
Ich kenne gar nicht wenige sehr bis hochintelligente Menschen, z.T. mit Uni-Abschluss, die sich mit der Rechtschreibung schwer tun.
fehlende rechtschreibung… deutet
drauf hin, daß derjenige entweder mangelhafte schulbilding hat
bzw. analphabet ist, zu wenig liest und schreibt, mangelhafte
gedächtnisleistung hat (d.h. sich das schriftbild nicht
einprägen kann) oder eben null sprachgefühl hat.
Das alles kann für den einen oder anderen zutreffen, so aber eine
allgemeingültige Aussage zu machen, halte ich für äußerst bedenklich.
Sprachgefühl (Was genau ist das eigentlich? - Ich verwende es ihm Sinn von „Fähigkeit, sich ausdrücken zu können“) und Rechtschreibung sind 2 Paar Schuhe: Ich habe/hatte Schüler, die drücken sich gekonnt aus, schreiben perfekt aufgebaute und fantasievolle Aufsätze in farbiger Sprache - nur halt mit (manchmal sogar sehr) schlechter Rechtschreibung…
Mir persönlich ist die Rechtschreibreform viel zu wenig weit gegangen: Hätten wir doch die totale Kleinschreibung! Wie viele Deutsch-Stunden könnten wir verwenden, den Kindern die Sprache als solche beizubringen, sie zu lehren, sich gut auszudrücken - nein, wir müssen sie mit der Großschreibung u.a. plagen! Keine europäische Sprache hat die Großschreibung, warum wir?
und menschen mit gesundheitlichen problemen wie legasthenie!
Seit wann ist denn Legasthenie eine Krankheit?
Die Definition für Legasthenie ist sehr schwierig, weil die Meinungen darüber nach wie vor sehr auseinandergehen; bei weitem nicht jede LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) hat mit Legasthenie zu tun.
Soviel steht aber fest: Es ist keine Krankheit und auch kein Leiden (Obwohl Betroffene sehr darunter leiden, sind es doch meistens hochintelligente Leute, die sich ihrer Leg. sehr bewusst sind.) und hat auch nichts mit der Psyche zu tun!
kurz: ich finde es unmöglich, wenn jemand seine eigene
muttersprache nicht komplett beherrscht. es stößt mich in
chats und foren ab.
Und im real life?
ich finde menschen anziehend, die
schriftlich ihre sprache bis zur hochsprache beherrschen und
keine scheu haben, einen brief an den präsidenten oder an
medien zu richten.
Das ist aber ein eigenartiges Kriterium!
dazu
: Eine Bäurin aus unserem Dorf hatte Probleme mit den Bundesforsten und schrieb deshalb an den damaligen Bundeskanzler Dr. Kreisky. Der Brief machte später im Ort die Runde, weil er wirklich gespickt war mit Schreibfehlern und auch nicht gerade in Hochsprache verfasst. Als Unterschrift setzte sie den Vulgonamen: Deine G…in.
Bruno Kreisky antwortete ihr persönlich.
Wie ich auf RS-Fehler reagiere:
Nur soweit sie in meine berufliche Kompetenz fallen - da werden sie natürlich korrigiert, mit dem nötigen Respekt vor der Schwäche des Kindes …
Ich ärgere mich über keinen Schreibfehler, sei er in Zeitungen, Briefen usw. - wozu auch? Amüsieren, ja, das tu ich mich öfter.
Allerdings stört es mich, wenn Sprecher, Redner usw. mit der Grammatik nicht zurecht kommen, ärgern tu ich mich deswegen auch nicht…
Chao!
Helene
