Guten Morgen,
an dieser Stelle muß ich doch meinen Senf dazu geben.
Du hast zweifellos Recht mit Deiner Feststellung, daß viele Zustände auf Schlachthöfen, Tiertransporten und besonders in der Massenhaltung absolut nicht in Ordnung sind. Vielen Fleischkonsumenten ist es schlicht egal, ob ein Lebewesen leiden mußte oder nicht. Die Krönung der ignoranten Argumente sind dann in der Art „das Tier wurde ja zum Töten und Verzehren gezüchtet“.
Unser Tierschutzgesetz und viele Menschen wollen aber etwas anderes: Wenn wir denn schon als „Allesfresser“ nicht auf Fleisch verzichten mögen, dann soll das Tier lebenswert leben und bei der Tötung nicht mehr als absolut unvermeidbar leiden.
Die zweifellos vorhandenen Mißstände z. B. auf Schlachthöfen sind ganz und gar ungeeignet, um andere das Leben und die Kreatur mißachtende Handlungsweisen zu rechtfertigen. Dagegen gibts nämlich eine Handhabe, wenn sich nur jemand kümmert. Hier geht es darum, daß der Grundgedanke des Tierschutzgesetzes irgendwelchem spirituellem Zeuchs untergeordnet wird. Wann kommt der Nächste etwa mit der verschrobenen Vorstellung, Fleisch nur verspeisen zu können, wenn das Tier lebendig aufgespießt wird?
Wir müssen uns auch nicht über die je nach „Kulturkreis“ unterschiedlichen Schächtungsmethoden unterhalten. Das reicht vom irgendwie Abmurksen unter dem Gejohle Umherstehender bis zum geübten Schnitt.
Angst, dunkle Ahnung, rasender Schmerz, Panik, gurgelndes Ersticken bei vollem Bewußtsein - das sind Empfindungen eines fühlenden Lebewesens und zwar bei Mensch und Tier in gleicher Weise. Für das betroffene Lebewesen verdammt real. An dieser grausamen Realität ändert sich für das betroffene Lebewesen durch noch so viel Spirituelles und durch beliebige Gedankenkonstrukte der Schlächter rein nichts. Um dem Glauben zu frönen, wird mit dem fühlenden Wesen grausam und letztlich mißachtend verfahren. Was in irgendwelchen Überlieferungen steht, ob das wohl dem Tier hilft, die Prozedur leichter zu ertragen? Was sich Menschen an Behandlung ausdenken, weil ihre Gedanken um irgendeinen Popanz kreisen, ist das ein „Trost“ für das zuckende Lebewesen?
In diesem Zusammenhang muß ich sagen: Für Ihren Glauben sind Menschen bereit, Mitgeschöpfen die Realität zur Hölle zu machen. Daß unser Verfassungsgericht diesen spirituellen Unfug mitmacht, hat mich tief getroffen und mein Vertrauen in die klare Urteilsfähigkeit dieser Leute erschüttert.
Gruß
Wolfgang

Ungestört kann man weiter sein billiges Industriefleisch mampfen, immerhin hat man sich ja dafür eingesetzt, dass die armen Kühe von den „geldgierigen“ Juden und von den -dumpfen mittelalterlichen Ritualen folgenden- Moslems nicht mehr gequält werden. Wie war das noch mit dem Balken im Auge??..