Seit 714 Jahren weist man Juden aus, warum?

Hi kritisch wahrheitssuchender Fragesteller (*roftl*),

wenn man hier gut drei Jahre mitliest und schreibt vergeht einem halt irgendwann die Lust, bestimmte Nazi-Thesen wieder und immer wieder mit Detailinformationen zu entkräften. Durch ewiges Wiederholen wird’s ja nicht wahrer, was ihr schreibt:smile:. Und ich muss mir dreimal überlegen, ob ich überhaupt mit jemand reden will, der von „Wirtsländern“ spricht, damit implizit Juden als „Parasiten“ betrachtet und damit in die übelste antisemitische Kiste greift.

Zu ersten Verfolgungen kam es übrigens bereits 1096, im Zuge des ersten Kreuzzugs. Nach dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, sie der Ketzer liegt so nah, haben sich viele marodierende Truppen auf die Juden in den Städten gestürzt.

In der Spätantike und frühmittelalterlichen Kirche, in der Frühzeit des Judentums im damaligen Reich, lebten sie größtenteils frei von Anfechtungen. Die ersten Anfechtungen sind klar aus der kirchlichen Missionspolemik abzuleiten: z.B. die Tiraden des Agobard von Lyon im 9. Jahrhundert wie auch ein mit Austreibung gekoppelter Versuch der Zwangstaufe aus Mainz um 937.

Dramatisch wude es erst im Zuge der Kreuzzugsprogrome, die du sicher nicht ohne Grund unter den Tisch fallen gelassen hast. Pekuniäre Motive spielten keine Rolle, vielmehr"… ist sich die neuere Forschung einig, dass die Antriebe in den tiefgehenden religiösen Veränderungen der christlichen Gesellschaft zu suchen sind, die mit den Stichorten eucharistische Frömmigkeit, Armutsbewegung, kirchenreform, Endzeiterwartung umschrieben werden können, sich im Laufe des 11. jahrhunderts entwickelten und in der Kreuzzugsbewegung gipfelten" ( Michael Toch, Die Juden im Mittelalterlichen Reich, S. 112)

1146/47 dito. Immerhin haben ab und an die Kaiser „ihre Juden“ auch geschützt(z.B. Friedrich I)

Im 12./13. Jahrhundert bekommt der Judenhass eine neue Qualität, typische Anschuldigung waren „Ritualmord“ und „Hostienschändung“. "Die in verschiedenem Ausmaß methodisch der Mentalitätsgeschichte verpflichtete moderne Forschung ist sich in der grundsätzlichen Feststellung einig, dass die Beschuldigungen eine Projektions- oder Sündenbockfunktion einnahmen: die Unsicherheit und Ambivalenz in zentralen Fragen des christlichen Glaubens (Märtyrer- Heiligen-, Reliqienverehrung, Wunderglaube, Transubstantation) wurde auf die einig bestehende nicht christliche Gruppe projiziert und mit der Opferung der angeblich Schuldigen in ritualisiersten, dem Blutaberglauben entnommen Formen exorziert. " (Toch, 113) Verbreitungsmittel des Glaubens an Ritualmord und Hostienfrevel ist die Predigt und Exemplenerzählung, besonders durch die Medikanten.

Erst seit dem ausgehenden 13 Jahrhundert wurden die blutigen Verfolgungen fester Bestandteil des christlich-jüdischen Verhältnisss, was auch dazu führte, dass die meisten überlebenden Juden im Laufe des 14. jahrhunderts nach Osteuropa auswanderten. Vor allem die Pestwellen taten Mitte des 14. Jahrhunderts das ihre, in Deutschland kamen stadtinterne Putsche gegen Patriziat und Zunftregierungen hinzu (in Straßburg, Nürnberg z.B.).

Frankreich
In Frankreich kam es früher zur Vertreibung. Ein Zitat "Juden waren z.B. 1306 in Frankreich nicht beliebter oder verhaßter, ärmer oder reicher als in anderen Teilen Europas, aber der französische König brauchte Geld und suchte außerdem eine Gelegenheit, seine Prärogative reichsweit zur Geltung zu bringen; die Juden waren ein in seinen Augen dankbares Opfer für beide Zwecke[7]. Er hätte sich auch andere Opfer wählen können - und in den Tempelrittern z.B. fand er fast gleichzeitig auch noch andere -, aber sein und seiner Berater Blick war eben zunächst einmal auf die Juden seines Reiches gefallen und so wurden sie seine ersten Opfer, wanderte ihr Vermögen in seine Kassen. Für seine Handlungsweise lassen sich plausible Gründe finden, aber keiner läßt das Schicksal der Juden Frankreichs als geschichtlich zwingend notwendig erscheinen. So sind auch Juden später in Frankreich wieder zu finden, freilich in nur noch ganz unerheblicher Zahl. (Erst mit dem Zugriff Frankreichs auf Reichsgebiet wie die Länder links der Rhone und zuletzt das Elsaß und Lothringen sollte sich das ändern.) "

aus: http://www.uni-konstanz.de/FuF/Philo/Geschichte/Pats…

Hier findest auch noch nochmal sehr gut aufgeführt, was es mit den mittelalterlicen Judenverfolgungen auf sich hat - plus reichlich Quellen und Literatur, die du dir als nächstes zu Gemüte führen solltest. Aber nachdem du nichtmal bereit ist, die von mir genannten Archivthreads durchzulesen, in denen du eigentlich jede deiner Fragen beantwortet bekommst (zugegebenermaßen sicher nicht so, wie du das gerne hättest:wink:),

Deine Fragen zu Definition „Was ist ein Jude“ werden dir dort genauso beantwortet - und sehr kompetent, wie weitere Fragen zu Ursachen der Judenverfolgungen. Fragen zur Bibel sollest du vielleicht besser im passenden Brett stellen.

barbara

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Hallo !

Bei dieser Diskussion fielen mir noch ein paar Dinge ein, die auch zur Judenverfolgung, -erkennung und -diffamierung gehören.

Z.B. hieß es bis ins Ende der 40er Jahre, Juden hätten angewachsene Ohrläppchen. Dann, als wir Fahrradfahren lernten und die Füße nicht mit den Spitzen die Pedalen berührten, sondern mit der Fußmitte, hieß es, so fahren Juden Fahrrad. Der Deutsche fährt mit der Fußspitze, also mit den Zehen.
Das, was wir heute Nasenpopel nennen, war damals ein Jude.

Die Eltern und die Erwachsenen, die uns das alles mal beibrachten, hatten jetzt ihre Not, uns alles wieder auszutreiben. Das mußte dann 1945 sehr schnell gehen, weil jetzt die Denunziation von der anderen Seite kam und viele Rechnungen offen waren.

Es muß noch viel mehr Dinge gegeben haben, wie man einen Juden „erkennt“, wie man Juden diffamiert. Die Menschen damals lebten sehr intensiv damit, Juden zu erkennen. Die gesamte Bevölkerung war darauf getrimmt, jeden Juden zu erkennen. Nein, wurde darauf getrimmt. Nicht alle ließen sich trimmen. Und das hörte 1945 natürlich nicht schlagartig auf. Viele glaubten noch lange an den Schwachsinn der Nazipropaganda.

Für mich ist es immer wieder interessant, Bücher von Autoren zu lesen, die damals noch nicht mal geboren waren. Was die sich alles wieder aus anderen Büchern zusammenschreiben!

Gruß Max

Hallo Max,
danke für Deinen konstruktiven Beitrag!
Gruß Torsten
PS: es hilft uns Verhältisse zu veranschaulichen, das warum ist allerdings noch offen geblieben

Mahler war Mitbegründer der RAF und kein Terrorismus-Anwalt,
sein Rechtsanwalt war Gerhard Schröder unser heutiger
Bundeskanzler.

Hast recht, ich hatte verkürzt und leicht polemisch formuliert. Er war Mitbegründer der RAF und von Beruf Rechtsanwalt.

Ehrlich Barbara,
so stelle ich mir eine Antwort auf die Frage vor. Auch wenn es Dich Mühe und erkennbar Überwindung gekostet hat, werden hier mal tiefgreifendere Fakten auf den Tisch gelegt, und die Phrasendrescherei hat auch mal ihr gesegnetes Ende dabei.
Zwar ist der Text mit mehreren Wörtern gespickt, die nicht zu meinem (und sicher etlicher ehrlicher Anderer) Wortschatz gehöhren, aber bringt er uns auf dem Weg der Ursachenergründung doch möglicherweise ein klein wenig weiter.
Ehrlicherweise hoffte ich, daß in überschaubarem Zeitrahmen abgehandelt zu wissen, deshalb behandle ich Hinweise wie „in die Bibel zu schauen“ u. vom Arbeitsaufwand ähnlich geartete „Winke“ als das was sie sind.
Der Hinweis auf das notwendige Durcharbeiten von einem „Berg von Akten“ hilft dem „Antwortenden“ durch darauf oft folgende spontane „Ruhigstellung“ der Fragenden. Dem Fragenden an sich hilft es mutmasslich langfristig, aber am kurzen Ende der Zeitschine verbittert es ihn.
In jedem Fall wird Dein Beitrag als Antwort in einer Plattform die sich „Netzwerk zum Austausch von Wissen auf Gegenseitigkeit“ nennt gerecht.
Gruß Torsten

wirf einen blick ins neue testament.

Kannst Du mir noch freundlicherweise Seite und Textstelle
nennen?

nein kann ich nicht. weil es um das werk als solches geht.
das christentum ist als abspaltung von der jüdischen religion entstanden. ohne gegnerschaft zur mutterreligion hätte es sich nicht als eigenständiger glaube etablieren können. später wurde aus dem christentum eine ausschließlich nichtjüdische sache und aus einer innerjüdischen feindschaft wurde judenfeindschaft durch nichtjuden. deshalb ist antisemitismus ausschließlich in christlichen gegenden verbreitet. in thailand zum beispiel weiß niemand was ein jude überhaupt ist. in den philippinen wird man als israeli angepöbelt „habt ihr hörner?“. warum wohl? der moderne arabische antisemitismus hat seine ursprünge wohl weniger in der religion als in der politik und speist sich hauptsächlich von antisemitischen bildern des europas des 19. und 20. jahrhunderts (protokolle von zion, verschwörungen, ritualmorde. zb. antisemitische seifenopern im ägyptischen fernsehen usw.)

gruß
datafox

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Bei 2001 Nummer 12428 19,95 Euro.

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Gruß max

thailand zum beispiel weiß niemand was ein jude überhaupt ist.

da kann man aber im Umkehrschluss nicht positiv ins Feld führen, daß dort noch keine ausgewiesen wurden. (soll ein Spass sein)

Gab es auf den Philippinen welche, oder begründet sich die Missgunst nur durch die katholische Überlieferung?

Es scheint, daß nur dort Konfliktpotential bestand, wo Menschen in Person auf den Plan getreten sind.

Mir steht es im übrigen fern eine Disk. „wer hat den wahren Glauben“ zu führen.

Speziell dafür finde ich die Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ ISBN: 3123511618 Buch anschauen als up to date. Entsetzen würde es mich, wenn moderne gebildete Menschen sich allen Ernstes noch mit dieser Thematik ernsthaft beschäftigen müßten.
Gruß Torsten

Hallo Michael,
wie kann es einer zu ergründenden Erkenntnisfindung dienlich sein, wenn Du eine Quelle in Frage stellst, der für die Fragestellung jedoch einzig relevante Satz innerhalb der Quelle unabhängig davon als Wahr gilt?
Ich hätte die Frage also auch mit einer anderen allgemein als seriös eingestuften Quelle stellen können.
Es ging um den Fakt der Vertreibung (wahr), wozu also Deine Anspielungen?
Ich sehe darin ein Ablenkungsmanöver! Wozu tust Du das?
Nur um was geschrieben zu haben?
Um mich in ein fragwürdiges Licht zu stellen?
Hat uns Schubladendenken schon mal weitergeholfen? Wobei denn?
Gruß Torsten

Lieber Torsten,

wie kann es einer zu findenden Erkenntnisfindung dienlich
sein, wenn Du eine Quelle in Frage stellst, der für die
Fragestellung jedoch einzig relevante Satz innerhalb der
Quelle unabhängig davon als Wahr gilt?

Dann hast du anscheinend wesentlich mehr zitiert, als dir selbst relevant war. Und leider hast du eindeutig tendenziöse (nämlich stereotyp antijüdische) Sätze gewählt. Nicht zuletzt hast du auch die Quelle des Zitats benannt, so daß ich es dann (für meine Antwort) für seriöser halte, die Quelle erst einmal zu studieren. Denn gerade der Zusammenhang eines Zitats ist doch entscheidend, sind wir da einig? Leider macht der Zusammenhang deine Zitate nicht eben glaubwürdiger.
(Übrigens sind es u.a. die aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate, die deine Quelle auszeichnen und damit als unwissenschaftlich kennzeichnen. Der Absatz über Gott, den du teilweise zitierst, strotzt von Halbwissen und Fehlinformationen, was die Bibel und das Hebräische angeht. Wenn du möchtest, kann ich dir das auch mal genau aufdröseln, um zu zeigen, wie knapp daneben, aber genau seine Absicht treffend der Herr Conrad schreibt.)

Solche Ausdrücke wie

kritische Stimmen zum Einfluss der Juden auf ihre Wirtsländer

(vor allem das Wort „Wirtsländer“!!) oder:

die Spanier sperrten sich auch im 16. Jahrhundert wieder gegen den zunehmenden ::Einfluss der Juden in ihrem Land.

lassen bei mir alle Alarmglocken läuten: Das ist keine Erwähnung von Fakten, das ist eine sublime Stellungnahme. So schreibt kein seriöser Historiker! Und, es tut mir leid, du hast es zitiert. Dann muß ich einfach darauf eingehen, finde ich.

Ich hätte die Frage also auch mit einer anderen allgemein als
seriös eingestuften Quelle stellen können.

Nicht stellen können, sondern sollen. (Bitte.)

Es ging um den Fakt der Vertreibung (wahr)

Fakten unkommentiert neben Interpretationen zu stellen (s.o.) ist nicht wissenschaftlich.

wozu also Deine Anspielungen? Ich sehe darin ein Ablenkungsmanöver! Wozu tust Du das?
Nur um was geschrieben zu haben?

Nicht im mindesten. Es war einfach der Aspekt, der noch nicht erwähnt war. Und ich fühle mich verpflichtet zu warnen vor solchen Schriften, die wie der Wolf im Schafspelz daherkommen, eingangs sich (hast du den ganzen Text?) als humanistisch darstellen, um dann mittels aus dem Zusammenhang gerissener Zitate, Halbwissens und alter Vorurteile ihre eigentliche Tendenz zu entpuppen. Eine gefährliche Mogelpackung. Übrigens sollen das keine Anspielungen sein; ich habe nur versucht, knapp zu formulieren.

Um mich in ein fragwürdiges Licht zu stellen?

Das will ich auf keinen Fall. Glaube mir das bitte. Mir ist klar, daß du eine ernsthafte Frage hast, über die man auch offen sprechen muß. Aber bitte nicht (s.o.) mittels fragwürdiger Quellen.

Hat uns Schubladendenken schon mal weitergeholfen? Wobei denn?

Natürlich nicht. Aber vielleicht ist es der Erkenntnis doch hilfreicher, wenn man Argumente und Fakten in einen Zusammenhang einordnen kann. Was eigentlich gerade kein Schubladendenken sein sollte. :wink:

Gruß Michael

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Hallo Torsten

Dem Fragenden an sich hilft es mutmasslich langfristig

Damit hast du ein wahres Wort gelassen ausgesprochen. Es ist nicht realistisch zu erwarten, daß ein derart komplexes Thema

am kurzen Ende der Zeitschiene

geklärt sein kann.

Der Hinweis auf das notwendige Durcharbeiten von einem „Berg
von Akten“ hilft dem „Antwortenden“ durch darauf oft folgende
spontane „Ruhigstellung“ der Fragenden.

So sehe ich das nicht. In dem Fall kannst du hier nur Denk- oder „Leseanstöße“ erwarten. Ein Posting oder auch Dutzende davon mögen vielleicht Einzelfragen beantworten, aber nicht eine so grundsätzliche Fragestellung. Sieh es doch als Anregung.
Grüße
Michael

Das Denken

ALso liebe Barbara, es ist sehr nett, diese vielfältige
Verlinkung, hast Du eine Textstelle, die die Antwort gibt, die
mir stundenlanges nachlesen erspart?

„Ach, liebe Barbara, kannst du bitte für mich denken?“

Das zu sagen wäre ehrlicher, Torsten. Dann müsstest du aber aufhören, in diesem Forum zu spamen.

Antispamende Grüße

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deine gewählte ausdrucksweise, dein wissenschaftlich klingender duktus und deine rhetorischen fragen verschleiern nur sehr plump dein eigentliches anliegen. ich antworte nicht darauf. leuten wie dich sollte am am besten ignorieren als ihnen hier durch gegenreden auch noch ein podium zu bieten.

mit freundlichem gruß
datafox

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Hi!

Wie hat denn das gemeine Volk über den König gesprochen, der
ihnen ständig hohe Steuern abverlangte um nur augenscheinlich
rauschende Feste zu feiern?

Du unterstellst, dass die Herrscher ihrer Bevölkerung repressive Steuern auferlegt haben. Das mag vorgekommen sein, war aber nicht üblich (schlimm wurde Steuerzahlungen immer dann, wenn das Land unter Missernten zu leiden hatte). Steuern wurden auch nicht in Geldform gezahlt, sondern in Naturalien - jedenfalls von der Landbevölkerung.

Und je nachdem, wie die Herrscher mit ihrem Volk umgegangen sind (Gerechtigkeit, Schutz, Fürsorge) sprach man von guten oder schlechten Herrschern. Und unterstützte diese Herrscher freiwillig oder widerspenstig.

Hat denn ein Herrscher mehrheittlich ehrliche Sympathisanten
in seinem Gefolge? (vgl. heute: Schröder)

Für das Gefolge galt zumeist der Lehenseid, d.h. ein König vergab Rechte über Landgebiete an untergeordnete Adlige. Die hatten damit eine Chance, Ruhm, Macht und Wohlstand für ihre Familie zu mehren. Dafür verlangte der Lehensgeber Treue, einen Anteil am Wohlstand und im Eventualfalle militärische Unterstützung. Natürlich hatte ein Herrscher immer Gegenspieler, aber die konnten sich nur durchsetzen, wenn sie entsprechende Unterstützung hatten (vgl. hierzu den Zwist zwischen Staufen und Welfen im Mittelalter).

So wie ich es in Erinnerung habe, waren die Herrscher in
keinem Volk überaus beliebt (s. Guillotine).

Die Guillotine war ein Richtwerkzeug der Französischen Revolution. Die wiederum war eine Folge staatlicher Misswirtschaft in größtem Umfang, gekoppelt mit der Erkenntnis der Aufklärung (ein König wurde nicht mehr als „von Gottes Gnaden“ angesehen). Du wirst mit diesem Einwand unzulässigerweise zwei völlig unterschiedliche Epochen - und damit Machtverständnisse - durcheinander. Absolute Herrschaft wie im Mittelalter wurde von den Menschen als gottgegeben hingenommen. Vergleich also nicht aufklärerisch-revolutionäre Ideen mit dem Weltverständnis der Menschen im Hochmittelalter.

Wenn der Herrscher also Untertanen hat, die sich mutmasslich
alle wie piepsende Murmeltiere aufführen, warum die einen
ausweisen, und die anderen nicht?

Weil eine Gemeinschaft nichts so sehr zusammenschweißt wie ein gemeinsamer äußerer Feind. Ganz besonders, wenn der „Feind“ bereits im Landesinneren steht und sich durch Glaube, Verhalten und Aussehen deutlich von der Mehrheit der Bevölkerung unterscheidet (ist das Grundprinzip für jedes Pogrom).
Außerdem kann ein Herrscher nicht sein ganzes Volk ausweisen (oder töten), weil er sich damit selbst überflüssig und maövrierunfähig macht.
Wenn bei dir über Wochen drei Mal am Tag die Bibelforscher klingeln und dich daran erinnern, wie sehr deine Seele in Gefahr sei, wann jagst du sie davon oder machst ihnen die Tür nicht mehr auf?

Grüße
Heinrich
(der dir noch immer empfiehlt, sich vor solchen Diskussionen mit den Lebensumständen der Menschen in der entsprechenden Epoche zu befassen)

Hi!

Warum gab es die bekannte feindschaftliche Einstellung der
Nazis gegen die Juden? Wegen Ihrer Andersartigkeit?
Hat nicht Hitler, mit dem (beschlagnahmten) Vermögen der Juden
etliche Male nachlesbar Kriegsvorbereitungen getroffen.
Waren die Juden nicht in Wahrheit seine (nicht vor die Wahl
gestellten) unfreiwilligen Finanziers?

Um das Verhältnis der Nazis gegenüber den Juden zu beleuchten, würde ich dir ein intensives Studium der Bücher über Hitlers Kindheit, Jugend und insbesondere seiner Wiener Zeit nahe legen. Psychische Defekte, wie etwa der grenzenlose Hass auf bestimmte Bevölkerungsteile, werden zumeist in der Kindheit und Jugend gelegt. So gilt Hitlers Herkunft bis heute nicht als eindeutig belegt. Entgegen seiner Selbstauskunft in „Mein Kampf“ entstammt Hitler nicht „einer Arbeiterfamilie, die erbärmlich hungerte“, sondern einer kleinbürgerlichen Beamtenfamilie (sein Vater war Zollbeamter). Hitler verließ die Schule ohne Abschnluss und wurde mehrfach von der Wiener Kunstakademie wegen mangelndem Talentes abgewiesen. Aus einer Waisenrente und dem familiären Erbe bezog er eine monatliche Rente von 80 Kronen - das war mehr als ein Lehrer oder ein Jurist als Einstiegsgehalt bekam. Während des Ersten Weltkrieges wurde er zwar mit dem Eisernen Kreuz I.Klasse ausgezeichnet, von seinen Vorgesetzten aber nie zu einer Beförderung vorgeschlagen, da ihm die notwendigen Führungsqualitäten fehlten.
Ferner ist für die Charakterisierung dieses Mannes sein Verhältnis zu Frauen bezeichnend. Er war - auch in der Zeit vor 1933 - nie in der Lage, eine vernünftige Beziehung zu einer Frau aufzubauen und eine Beziehung einzugehen.
Dieser psychisch defekte Mensch, der sich selbst maßlos überschätzte, Kritik nicht vertragen konnte und eindeutig paranoide Züge aufwies, hat dann ein Werk verfasst, in dem er die Juden für alles Übel auf der Welt (und ihm gegenüber) verantwortlich machte. Diese Ideologie, gekoppelt mit Größenwahn, einer bedingungslosen Bereitschaft zur Gewalt, umgeben von antisemitischen Paladinen ohne Gewissen, machte die Nazis zu dem, was sie waren.

Hitler und der Nationalsozialismus ist ideologisch zu sehen, nicht finanziell.

Grüße
Heinrich

Hitler und der Nationalsozialismus ist ideologisch zu sehen,
nicht finanziell.

Hallo Heinrich,
wir wissen alle, daß die Ideologie, danke für die ausführliche Schilderung, der mentale Standpunkt gewesen ist.
Das er sich aber gezielt der jüdischen Mittel zwecks Finanzierung seiner Pläne bemächtigte steht doch ausser Zweifel.
Auch heute gibt es Ideologieen auf der ganzen Welt, die sicher besser als die der heutigen verbliebenen Supermacht (Irakinvasion) sind. Da sie aber keiner finanziert, bleiben sie theoretische Ideologieen, die die Praxistauglichkeit mutmasslich nie unter Beweis stellen können.
Oder:
Versuche doch mal US Präsident (oder Bundeskanzler) zu werden. Glaubst Du daß die bessere Ideologie zum Ziel führt oder das höhere finanzielle (und geschickt eingesetzte, insbesondere Medien => s. Italien, Berlusconi) Potential.
Die Ideologie der heutigen Politik wird doch nach der Schnauze des Volkes geschmiedet. Mal hören, worauf das Volk „anspringt“ und worauf nicht. Dann wird halt der erfolgsversprechendere Punkt forciert. (Parallele zur jüngeren Vergangenheit: Des Volkes Einstellung zur doppelten Staatsbürgerschaft (Neidkomplex auf Ausländer die darin einen Vorteil haben könnten) folgend: => Die CDU Unterschriftenaktion 1999)
Zusammenfassung:
Geld ist nicht Alles, aber ohne Geld ist Alles Nichts!
Gruß Torsten

Hallo Torsten,

es ist doch schon mehr als auffällig, dass du alle Antworten einfach überliest bzw. ausgerechnet auf diese nie eingehst. Könntest Du vielleicht einmal erklären warum?

Solange wir darauf keine Antwort erhalten, erübrigt sich hier doch jede weitere Diskussion mit dir.

Scholem,
Eli

Überlesen?
ALles gelesen und signiofikant zusammengefasst. Daß was wir schon zu wissen glaubten (der tiefgreifenderen Erkenntnis nicht dienlich) weggelassen.
Weisst Du ELi, trotz der Informationsgesellschaft, trotzt der aufgeklärten Menschen, trotz aller Vorkehrungen, die man dagegen getroffen hat, gibt es Menschen, die sich der Sprache der Religionsdifferenzierungen bemächtigen und erfolgreich Keile zwischen an sich nicht unterschiedlichen Menschen treiben.

Diese Keile bedeuteten die in den Büchern nachlesbaren schockierenden Ergebnisse der Geschichte, die Du bei gleichem Denkprozess und den gleichen sicher legitimen „Schlichtungsversuchen“ wieder geschehen lässt.

Ich schreibe aus einer Beobachterposition heraus. Ich modellieren zu8weilen den Gegenpol, obgleich ich ihn nicht darstelle, aber ich schüre in Dir Momente die aufzeigen, daß mit plumpen Parolen und „Parteiaussschlüssen“ wie bei Hohmann, nicht nach dem Verständnis des Volkes gerichtet wird.

Ich stellte mir die Frage seit Jahren, schon als Kind.
Warum gab es eine derartige religiöse Feindschaft Feindschaft, zur Zeit des Dritten Reiches. Eine Feindseligkeit, die nicht durch „Andersartigkeit“ erklärbar ist. Diese versimplifizierte "Andersartigkeit war aber alles, was der allgemeine Medienjargon seinerzeit hergab.

ALso forschte ich weiter, und jewtzt sind wir schon bei finanziellen Aspekten (nicht meine Worte, der Disk.-Tenor) angekommen!
Was machte es also für einen Sinn diesen aus meiner Sicht sehr relevanten Punkt einfach zu „unterschlagen“?

Die heutige Gesellschaft, steht an einem Scheideweg. Der Sozialstaat wird aufgelöst. In 9 Monaten haben 800.000 Menschen kein Einkommen mehr. http://…

Dafür sind Gründe und Ursachen zu suchen und aufzudecken.
Die Weltfinanz schiebt einen sie, und damit uns alle betreffenden GAU mit Mühe und Not vor sich her, ohne Idee für Lösungen parat zu halten.

Und dafür reicht es mir schlicht und ergreifend nicht, oberflächlich über Sympthome mit uralten Antworten zu fachsimpeln. Da muß die ganze Cheause wieder ausgegraben und neu aufgerollt werden. Stück für Stück begutachtet erörtert und jede Antwort hinterfragt werden, ob sie denn wirklich die Allumfassendste und Richtigste ist.

Dabei darf es keine „unsauberen“ Fragen geben! Jede Frage ist legitim, gestellt zu werden.

Meine war: WARUM?

Wenn eine Intellektuelle Gemeinschaft schon am „Warum“ scheitern würde, wäre es fatal. Aber wir sind ja auf dem Weg!
Gruß Torsten


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Hallo Eli,

nehmen wir also an es gibt 100 Bücher zum Thema, Du benennst ja kein Buch explizid.

Dann gehen wir davon aus, mir passiert es, die in der Ausgangsthreadquelle, daß von diesen 100 Büchern 50 in die eine oder andere Richtung unsachlich sind.

Dann sind 5 Jahre ins Land (sofern noch vorhanden) gezogen und um wieviel schlauer ist man geworden?

Es wird noch in Kürze einen Schwenk ins aktuelle Palästina-Problem geben, es ist also brisant hier heute und jetzt.
Es duldet keinen Aufschub nicht einen Tag! Menschen sterben dort täglich, soll man sich also zunächst mal in 100 Büchern verkriechen?
Gruß Torsten
PS zwar steht hier eine Frage, aber sie erwartet hier keine Antwort

Hallo Max,
danke für den ernstgemeinten wertvollen Hinweis.
Gruß Torsten

PS Aber, nehmen wir an ich hätte nach der Lektüre keine Fragen mehr, es gibt noch (Pi mal Daumen) 81.500.000 Menschen in Dt. die
das Buch nicht gelesen haben. Bleiben die dann auf einem mehr oder weniger unausgewogenen „unsachlichen“ Kenntnisstand hängen?

PPS gibts da vielleicht eine digitalisierte Version

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