Selbstverteidigung

Hallo,

nach dem abendlichen Lauf im dunklen Park und obligatem Angesprochenwerden kam mir wieder der Gedanke, dass Selbstverteidigungskenntnisse nicht das Schlechteste in solchen Momenten wäre…
Ich habe vor einiger Zeit probeweise einen Abend beim Aikido und einige Male beim Karate teilgenommen. Beides war nun nicht das Optimale für mich.
Kann mir jemand einen Rat geben, welche Sportart/Verteidigungsart sich da mehr eignen würde? Ich muss dazu sagen, dass ich weder „Kampfsport“ betreiben möchte, noch mich mit trivialen Psycho-Tricks anfreunden möchte. Es sollte eine gute Mischung sein und wenn diese von einer fernöstlichen Philosophie gestützt sind…umso besser.
Körperliches Hindernis ist bei mir eine Bandscheibe, die bei der Fallschule regelmässig Probleme macht. Dafür kann ich aber ganz schön lange laufen.
Hat jemand Erfahrungen mit Kursen im Polizeiverein?
Sind diese überhaupt für jede/n zugänglich?
Wie sind die Erfahrungen mit den Wochenende-Workshops? Langt so etwas überhaupt aus?

Vielen Dank vorab und Gruss,
Britta

Ich kann nur eine Frage beantworten: Eine Freundin von mir war beim Polizeisportverein, obwohl sie nichts mit der Polizei zu tun hat. Scheint also für jeden zugänglich zu sein.

War aber nicht lange dort, weil ihr der Umgangston und die Härte nicht gefiel. Aber das muss natürlich nicht bei allen Polizeisportvereinen so sein. Klar.

Hi Britta!

nach dem abendlichen Lauf im dunklen Park und obligatem
Angesprochenwerden kam mir wieder der Gedanke, dass
Selbstverteidigungskenntnisse nicht das Schlechteste in
solchen Momenten wäre…

Sicher nicht verkehrt, ABER SelbstverteidigungsKENNTNISSE reichen mit Sicherheit nicht aus.

Ich habe vor einiger Zeit probeweise einen Abend beim Aikido
und einige Male beim Karate teilgenommen. Beides war nun nicht
das Optimale für mich.

Ich kann weder das Aikido noch das Karate wirklich zur Selbstverteidigung empfehlen. In das Aikido (oder Ableger Aiki-Jitsu) muss man sehr, sehr, sehr viel Zeit investieren. Die Bewegungsablaeufe sind insbesondere am Anfang nicht wirklich klar und diese erlangten Kenntnisse auf die Strasse zu transferieren bedarf einer sehr, sehr langen Zeit.
Karata verhaelt sich aehnlich, wobei dieses geradliniger ist. Karate beschraenkt sich aber zu sehr auf zwei der vier Distanzen. Die Kick- und die Halbdistanz, was nicht unbedingt vorteilhaft ist.

Kann mir jemand einen Rat geben, welche
Sportart/Verteidigungsart sich da mehr eignen würde? Ich muss
dazu sagen, dass ich weder „Kampfsport“ betreiben möchte, noch
mich mit trivialen Psycho-Tricks anfreunden möchte.

Dein Titel war Selbstverteidigung (SV) und nicht „Kampfsport“, also behalten wir doch einfach die saubere Trennung bei. Die beiden o.g. Begriffe sind zwei voellig unterschiedliche Paar Schuhe. Psycho-Tricks werden immer wieder von Psychologen genannt. Da diese Jungs im allgemeinen allerdings sowieso ein wenig weltfremd sind und von der knallharten Realitaet oftmals keinen blassen Schimmer haben, lassen wir auch diese aussen vor.

Es sollte
eine gute Mischung sein und wenn diese von einer fernöstlichen
Philosophie gestützt sind…umso besser.

An guten Schulen gibt es immer einen grossen Zusammenhang zwischen Philosophie und SV (ausser bei neueren Zwittergattungen, die einfach zu neu sind um Tradition zu haben, wie z.B. All-Style-Jitsu, Combat-irgendwas etc.).

Körperliches Hindernis ist bei mir eine Bandscheibe, die bei
der Fallschule regelmässig Probleme macht. Dafür kann ich aber
ganz schön lange laufen.

Damit faellt Jiu-Jitsu schonmal raus, wo der Bodenkampf fuer Frauen sicherlich attraktiv ist, weil in Vergewaltigungssituationen mit einem potentiellen Angreifer kurzer Prozess gemacht werden kann.

Hat jemand Erfahrungen mit Kursen im Polizeiverein?
Sind diese überhaupt für jede/n zugänglich?

Ja sind sie in der Regel, aber sie sind nicht immer besser, als „normale“ Vereine, auch wenn der Name so vermuten laesst. Denn nur weil von der Polizei gesponsored werden heisst das nicht, dass die Qualitaet auch immer stimmt.

Wie sind die Erfahrungen mit den Wochenende-Workshops? Langt
so etwas überhaupt aus?

Ebenso klare wie einfache Antwort: NEIN!
Absoluter Schwachsinn. Man nimmt zwar ein paar gute Ideen mit, aber hierbei werden weder Selbstbewusstsein gestaerkt, noch findet eine vernuenftige Schulung statt. Man bekommt ein paar Denkanstoesse vermittelt, die sich allerdings auch allesamt auf einem Blatt Papier zusammenfassen lassen wuerden. Die meisten Methoden sind entweder bekannt (Kniestoss in die Weichteile), nicht immer anwendbar (Schlussel aus der Handtasche ziehen und zustechen) oder einfach nur praxisfremd (wir nehmen an, dass jemand an unserer Handtasche zieht und wir natuerlich dagegenhalten und ihm dabei eine verpassen und gleichzeitig Beinchen stellen). Beim ersten Mal vielleicht noch interessant fuer Leute, die echt absolut keinen blassen Schimmer haben, aber bringt es wirklich was fuer die SV??? Nein.

Kommen wir zurueck zum Punkt.

Meine Empfehlung an alle Frauen im Prinzip ist irgendein Ableger des *ing *un (Wing-Tsun, Ving-Chun, Wing-Tschun, Ving-Tsun etc.), aber auch nur, weil man hier an Krav-Maga sehr schlecht rankommt. Alle *ing *un Ableger entstanden aus der gleichen Basis. Feinheiten sind nur im Detail zu erkennen, wobei einige Ableger sicherlich effektiver sind und deren Namensgebung nicht nur im Verband begruendet liegt. Es sei dazu gesagt, dass Wing-Tsun (WT) am weitesten verbreitet ist, sich hierunter aber auch die groessten Abzocker, die die Kampfkunstwelt je gesehen hat, verbergen.

Warum empfehle ich jetzt fuer eine Frau fuer die SV ausgerechnet WT, obwohl ich selber sehr zufriedener Jiu-Jitsuka bin? (Mal abgesehen davon, dass Du Bandscheibenprobleme bei der Fallschule (Ukemi-Waza) hast)

*ing *un ist limitiert auf relativ wenige Techniken. Frauen tun sich im allgemeinen schwer mit den Bewegungsablaeufen etc. und erlernen eine Kampfkunst in der Regel schlechter und langsamer als ein Mann. Eine Fuelle an Techniken (die auch schon so manchen Mann zur Verzweiflung getrieben hat) verwirrt die Frau nur noch mehr, so dass sie in einer Stresssituationen gar nicht weiss wie sie reagieren soll. Bruce Lee hat damals schon gesagt, dass es besser ist EINE Technik richtig zu koennen als hundert verschiedene nur so halb. Alle Techniken sind RELATIV leicht zu erlernen und erfordern keinerlei Koerperakrobatik, wie z.B. im Tae-Kwon-Do.

*ing *un ist absolut kompromisslos. Im Zweifelsfall zuerst zuschlagen. Ein Mann, der eine Frau angreift, hat entweder NULL Manieren oder geht nicht gerade zimperlich ran. Eine Frau kann sich nur dann effektiv gegen einen koerperlich ueberlegenen Gegner verteidigen, wenn sie absolut kompromisslos ist. Erst zuschlagen, dann Fragen stellen. Frauen haben bei sowas eher mal gute Chancen vor Gericht wegzukommen als Maenner.

Es gibt noch weitere Vorteile, die ich nicht naeher ausfuehren moechte, weil das doch zu sehr ins Detail gehen wuerde, aber die wesentlichen Punkte sind genannt.

Warum wuerde ich *ing *un normalerweise nicht als Kampfkunst empfehlen?
WEIL *ing *un kompromisslos ist. Eine Verhaeltnismaessigkeit ist in meinen Augen nicht gegeben und als Mann hat man sehr schlechte Karten vor Gericht, wenn der Angreifer, der einen zwar geschlagen hat, einen gebrochenen Kiefer, Haematome und Prellungen noch und noecher hat und moeglicherweise zeugungsunfaehig wird.
Liebe WT-ler, ich weiss, dass Ihr mir widersprechen werdet, aber lasst es. Ich habe mich lange genug damit auseinandergesetzt und WT auf der Strasse gesehen. Das Ergebnis war zwar ueberzeugend, aber NICHT verhaeltnismaessig, also verschont mich mit Bekehrungen.

Frauen muessen durchgreifen, wenn sie sich verteidigen wollen. Andernfalls sind sie Freiwild.

Ach und nochwas. SV ist nichts, was man mal so eben erlernt. Alles was man lernt effektiv auf der Strasse anzuwenden und wirklich umsetzen zu koennen unter Stress ist nochmal was ganz anderes. Je nach Talent, Trainingseinheiten und Konstanz wuerde behaupten, dass es MINDESTENS 2, wenn nicht sogar eher 3 Jahre dauert bis man sich halbwegs vernuenftig verteidigt auf der Strasse. Man darf sich hierbei nichts vormachen. Eine unregelmaessige Teilnahme an den Einheiten verlaengert den Prozess natuerlich ungemein. Am Talent kann man nichts aendern.

In diesem Sinne, peace!!!

Carpe noctem,

                    eclipze

Hi,

ich schließe mich meiner Vorrednerin „Eclipze“ an.
Ich bin selbst WTler und es funktioniert tatsächlich. ABER:
Du kannst Dich auf einen ganzen Satz Geld einstellen (mit der Abzocke hat Sie nämlich genau getroffen…) und ungefähr, bei harter Arbeit, etwa 1-2 Jahre bis zu einem vernünftigen Grundwissen/ Können. Was die „Unverhältnismässigkeit“ angeht: an sich auch richtig ABER: wenn ich dafür meine Gesundheit und meine Zähne behalte, interessiert mich das erstmal überhaupt nicht. Wer meint, er müsste die Frau antatschen, ´ne Schlägerei anfangen, Streit suchen o.ä. muss mit den Folgen rechnen. Kampfsportarten/ Kampfkünste sind ja mittlerweile nichts exotisches mehr…
Von diesen „Hau ihn blau in 8 Stunden“-Kursen kann ich Dir nur abraten. Den Frauen wird hier ein völlig falsches Gefühl der Sicherheit vermittelt, das meiner Meinung nach eher gefährlich als hilfreich ist. Angst ist schließlich ein Warnsignal des Körpers und dient der Vermeidung von Schäden an diesem. Wird die Angst ausser Kraft gesetzt/ vermindert…
Such Dir was vernünftiges, bleib dabei und bis dahin: besorg Dir einen lautstarken Alarmgeber, der sich nicht so ohne weiteres abschalten lässt, sag jemand Bescheid wo Du hingehst und wann Du ungefähr zurückkommst, vermeide (wenn möglich) entsprechende Stadtteile und Örtlichkeiten und, so blöd das jetzt auch klingt, zieh Dich entsprechend an (Tarnung ist ja alles :smile:)
Benutze kein Tränengas, Messer o.a. Waffen. Die werden Dir eher gefährlich sein, als Dir bei der Abwehr zu helfen.
Schlussendlich noch ein Tip: sollte der Fall tatsächlich eintreten, schlag mit allem zu, was Du hast. Hände, Füße, Ellbogen, Knie. Am besten so schnell und hart wie möglich hintereinander und halte Dich nicht mit zielen auf. Die berühmten Nervenpunkte trifft man während einer Auseinandersetzung sowieso nicht zuverläsig. Zuhauen bis sich nichts mehr rührt und laufen…

Gruß

Steve

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Sorry, bin maennlich! ;0)
Hi Steve!

ich schließe mich meiner Vorrednerin „Eclipze“ an.

s.o.

Was die „Unverhältnismässigkeit“ angeht:
an sich auch richtig ABER: wenn ich dafür meine Gesundheit und
meine Zähne behalte, interessiert mich das erstmal überhaupt
nicht. Wer meint, er müsste die Frau antatschen, ´ne
Schlägerei anfangen, Streit suchen o.ä. muss mit den Folgen
rechnen. Kampfsportarten/ Kampfkünste sind ja mittlerweile
nichts exotisches mehr…

Ich kann aber nicht jedem Typen (WENN ich 'ne Frau waere) die Schneidezaehne in den Hals schieben „nur“ weil er mich beruehrt hat. Wenn’s auch unsittlich ist, aber eine Ohrfeige sollte da reichen.
Desweiteren siehst Du als Mann vor Gericht sehr alt aus, wenn Du 'nem Typen, der Dich zwar attackiert hat, alle Knochen brichst.

Von diesen „Hau ihn blau in 8 Stunden“-Kursen kann ich Dir nur
abraten. Den Frauen wird hier ein völlig falsches Gefühl der
Sicherheit vermittelt, das meiner Meinung nach eher gefährlich
als hilfreich ist. Angst ist schließlich ein Warnsignal des
Körpers und dient der Vermeidung von Schäden an diesem. Wird
die Angst ausser Kraft gesetzt/ vermindert…

Kann ich mich nur anschliessen.

Such Dir was vernünftiges, bleib dabei und bis dahin: besorg
Dir einen lautstarken Alarmgeber, der sich nicht so ohne
weiteres abschalten lässt, sag jemand Bescheid wo Du hingehst
und wann Du ungefähr zurückkommst, vermeide (wenn möglich)
entsprechende Stadtteile und Örtlichkeiten und, so blöd das
jetzt auch klingt, zieh Dich entsprechend an (Tarnung ist ja
alles :smile:)

Einfach nicht alleine nachts durch die Gegend tapern. Ich lasse niemanden, der weiblich ist, auch nur 5m alleine nach Hause gehen. Und der Job ist auch erst dann erledigt, wenn die Haustuere ins Schloss gefallen ist. Keinen Moment frueher. Nenn’ mich einen Chauvi, aber wenn’s einmal passiert, dann ist es schon einmal zuviel.

Benutze kein Tränengas, Messer o.a. Waffen. Die werden Dir
eher gefährlich sein, als Dir bei der Abwehr zu helfen.

Bei einem echten Angriff wirst Du sowieso nicht die Gelegenheit haben das Zeug aus der Tasche zu ziehen. Und in der Tat es ist hoechstens gefaehrlich. Wer nicht mit einem ASP oder Messer umgehen kann sollte das auch getrost sein lassen. Gleiches gilt fuer Gas-/Schreckschusspistolen.

Schlussendlich noch ein Tip: sollte der Fall tatsächlich
eintreten, schlag mit allem zu, was Du hast. Hände, Füße,
Ellbogen, Knie. Am besten so schnell und hart wie möglich
hintereinander und halte Dich nicht mit zielen auf. Die
berühmten Nervenpunkte trifft man während einer
Auseinandersetzung sowieso nicht zuverläsig. Zuhauen bis sich
nichts mehr rührt und laufen…

Typisch WT :0) Ich muss Dir allerdings Recht geben (gilt nur fuer Frauen).
Nervenpunkte sind meiner Meinung nach in einer Stresssituation unrealistisch. Ich moechte meine Empfehlungen hier allerdings nicht unbedingt so oeffentlich preisgeben. Man kann zwar alles nachlesen, da ich keine „Geheimtechniken“ meine, aber ich moechte hier niemanden gute Tips geben, noch auf dumme Gedanken bringen, also fuehre ich hier nicht aus, was ich empfehlen wuerde.

Carpe noctem,

                    eclipze

Aua, ein Fettnäpfchen…
I´m sorry!!!
Hab Dir unten aber noch was angemerkt…

Gruß

Steve

Hi Steve!

ich schließe mich meiner Vorrednerin „Eclipze“ an.

s.o.

Was die „Unverhältnismässigkeit“ angeht:
an sich auch richtig ABER: wenn ich dafür meine Gesundheit und
meine Zähne behalte, interessiert mich das erstmal überhaupt
nicht. Wer meint, er müsste die Frau antatschen, ´ne
Schlägerei anfangen, Streit suchen o.ä. muss mit den Folgen
rechnen. Kampfsportarten/ Kampfkünste sind ja mittlerweile
nichts exotisches mehr…

Ich kann aber nicht jedem Typen (WENN ich 'ne Frau waere) die
Schneidezaehne in den Hals schieben „nur“ weil er mich
beruehrt hat. Wenn’s auch unsittlich ist, aber eine Ohrfeige
sollte da reichen.
Desweiteren siehst Du als Mann vor Gericht sehr alt aus, wenn
Du 'nem Typen, der Dich zwar attackiert hat, alle Knochen
brichst.

Da geb ich Dir vollkommen recht. Allerdings ist, meiner Meinung nach, die berühmte „Verhältnismässigkeit der Mittel“ eher etwas für Fortgeschrittene. Voraussetzung hierfür ist nämlich, dass man die Situation voll im Griff hat. Hierzu brauche ich „sanfte“ Mittel. Entsprechende Techniken lernt man erst als Fortgeschrittener. Hier wäre es nötig, dem Gegner soweit überlegen zu sein, dass man sich die Anwendung sanfter Mittel erlauben kann (sprich: dass man sich wieder erfolgreich verteidigen kann, sollte der Angreifer den Angriff doch nicht einstellen [irgendwann muss man ihn ja wieder loslassen:smile:]).
Wenn man das entsprechend beherrscht, sollte man natürlich auf die Verhältnismässigkeit achten (Angriff kurz abwehren und laufen ist eh die beste Verteidigung).
Ich bin kein Freund von blutigen Auseinandersetzungen. Die enden auf beiden Seiten mit Verlusten (und wenn´s nur ein zerrissenes T-Shirt ist). Wenn laufen funktioniert, sollte man das tun. Unabhängig davon, wer den Streit angefangen hat.

Von diesen „Hau ihn blau in 8 Stunden“-Kursen kann ich Dir nur
abraten. Den Frauen wird hier ein völlig falsches Gefühl der
Sicherheit vermittelt, das meiner Meinung nach eher gefährlich
als hilfreich ist. Angst ist schließlich ein Warnsignal des
Körpers und dient der Vermeidung von Schäden an diesem. Wird
die Angst ausser Kraft gesetzt/ vermindert…

Kann ich mich nur anschliessen.

Such Dir was vernünftiges, bleib dabei und bis dahin: besorg
Dir einen lautstarken Alarmgeber, der sich nicht so ohne
weiteres abschalten lässt, sag jemand Bescheid wo Du hingehst
und wann Du ungefähr zurückkommst, vermeide (wenn möglich)
entsprechende Stadtteile und Örtlichkeiten und, so blöd das
jetzt auch klingt, zieh Dich entsprechend an (Tarnung ist ja
alles :smile:)

Einfach nicht alleine nachts durch die Gegend tapern. Ich
lasse niemanden, der weiblich ist, auch nur 5m alleine nach
Hause gehen. Und der Job ist auch erst dann erledigt, wenn die
Haustuere ins Schloss gefallen ist. Keinen Moment frueher.
Nenn’ mich einen Chauvi, aber wenn’s einmal passiert, dann ist
es schon einmal zuviel.

Sehr vernünftig, mach ich genauso. Allerdings hat hier eine Dame angefragt und die kann sich kaum selbst nach Hause begleiten :smile:
Vom Standpunkt der Sicherheit aus wäre eine Begleitung natürlich immer das Optimum. Allerdings fühlen sich manche Frauen, verständlicherweise, dadurch in ihrer persönlichen Freiheit beschnitten. Ich denke den Kompromiss muss jede für sich selber finden.

Benutze kein Tränengas, Messer o.a. Waffen. Die werden Dir
eher gefährlich sein, als Dir bei der Abwehr zu helfen.

Bei einem echten Angriff wirst Du sowieso nicht die
Gelegenheit haben das Zeug aus der Tasche zu ziehen. Und in
der Tat es ist hoechstens gefaehrlich. Wer nicht mit einem ASP
oder Messer umgehen kann sollte das auch getrost sein lassen.
Gleiches gilt fuer Gas-/Schreckschusspistolen.

Stimme ich vollkommen zu. Aber auch wer mit den Waffen entsprechend umgehen kann, sollte (sofern man nicht mit einer Waffe angegriffen wird) das Teil trotzdem stecken lassen.
Diese Unverhältnismässigkeit bekommst Du vor keinem Gericht der Welt durch. Da ist dann nichts mehr mit „entschuldigender Notstand“ oder „Verteidungsnotstand“…

Schlussendlich noch ein Tip: sollte der Fall tatsächlich
eintreten, schlag mit allem zu, was Du hast. Hände, Füße,
Ellbogen, Knie. Am besten so schnell und hart wie möglich
hintereinander und halte Dich nicht mit zielen auf. Die
berühmten Nervenpunkte trifft man während einer
Auseinandersetzung sowieso nicht zuverläsig. Zuhauen bis sich
nichts mehr rührt und laufen…

Typisch WT :0) Ich muss Dir allerdings Recht geben (gilt nur
fuer Frauen).
Nervenpunkte sind meiner Meinung nach in einer Stresssituation
unrealistisch. Ich moechte meine Empfehlungen hier allerdings
nicht unbedingt so oeffentlich preisgeben. Man kann zwar alles
nachlesen, da ich keine „Geheimtechniken“ meine, aber ich
moechte hier niemanden gute Tips geben, noch auf dumme
Gedanken bringen, also fuehre ich hier nicht aus, was ich
empfehlen wuerde.

Richtig: typisch WT. Kurz, aber schmerzhaft. Mit den Tips stimme ich Dir auch zu. Weitere werde ich hier auch nicht geben.
Ein paar grundsätzliche Dinge mussten aber sein. Sonst hätte sie sich ein Buch kaufen können und bräuchte die Frage nicht hier im Forum stellen. Es ging ja um Meinungen (bis auf ein paar Feinheiten haben wir ja eh die selbe)

So long :smile:

Steve

Carpe noctem,

                   
eclipze

Verhaeltnismaessigkeit
Hi Steve!

Da geb ich Dir vollkommen recht. Allerdings ist, meiner
Meinung nach, die berühmte „Verhältnismässigkeit der Mittel“
eher etwas für Fortgeschrittene. Voraussetzung hierfür ist
nämlich, dass man die Situation voll im Griff hat. Hierzu
brauche ich „sanfte“ Mittel. Entsprechende Techniken lernt man
erst als Fortgeschrittener.

Naja, zumindest im WT. Aber das ist das, was ich meinte. Deshalb empfehle ich nur Frauen WT. Keinem Mann.

Hier wäre es nötig, dem Gegner
soweit überlegen zu sein, dass man sich die Anwendung sanfter
Mittel erlauben kann (sprich: dass man sich wieder erfolgreich
verteidigen kann, sollte der Angreifer den Angriff doch nicht
einstellen [irgendwann muss man ihn ja wieder loslassen:smile:]).

Oder man bricht ihm den Arm.

Wenn man das entsprechend beherrscht, sollte man natürlich auf
die Verhältnismässigkeit achten (Angriff kurz abwehren und
laufen ist eh die beste Verteidigung).

Frei nach Sun-Tzu.

Ich bin kein Freund von blutigen Auseinandersetzungen. Die
enden auf beiden Seiten mit Verlusten (und wenn´s nur ein
zerrissenes T-Shirt ist). Wenn laufen funktioniert, sollte man
das tun. Unabhängig davon, wer den Streit angefangen hat.

Ich kenne nur wenige Leute mit halbwegs, die sich gerne auf die Fresse boxen. Stimmt! Einen muss man kassieren koennen. Auch als Frau, denn gefeit davor ist niemand.

Einfach nicht alleine nachts durch die Gegend tapern. Ich
lasse niemanden, der weiblich ist, auch nur 5m alleine nach
Hause gehen. Und der Job ist auch erst dann erledigt, wenn die
Haustuere ins Schloss gefallen ist. Keinen Moment frueher.
Nenn’ mich einen Chauvi, aber wenn’s einmal passiert, dann ist
es schon einmal zuviel.

Sehr vernünftig, mach ich genauso. Allerdings hat hier eine
Dame angefragt und die kann sich kaum selbst nach Hause
begleiten :smile:

Ich weiss. >:frowning: :0)

Vom Standpunkt der Sicherheit aus wäre eine Begleitung
natürlich immer das Optimum. Allerdings fühlen sich manche
Frauen, verständlicherweise, dadurch in ihrer persönlichen
Freiheit beschnitten. Ich denke den Kompromiss muss jede für
sich selber finden.

Zu diesem Thema gibt es fuer mich keine Kompromisse, weil die Sicherheit ueber dem verletzten Ego der einzelnen Person steht und es in dem Punkt nichts, aber auch rein gar nichts zu diskutieren gibt.

Richtig: typisch WT. Kurz, aber schmerzhaft. Mit den Tips
stimme ich Dir auch zu. Weitere werde ich hier auch nicht
geben.
Ein paar grundsätzliche Dinge mussten aber sein. Sonst hätte
sie sich ein Buch kaufen können und bräuchte die Frage nicht
hier im Forum stellen. Es ging ja um Meinungen (bis auf ein
paar Feinheiten haben wir ja eh die selbe)

Schon klar. Aber oeffentlich sage ich hier nichts mehr ohne meinen Anwalt :0) Per e-mail gerne, aber sonst? Noe, muss nicht sein.

Carpe noctem,

                    eclipze

Hallo Britta,

Kann mir jemand einen Rat geben, welche
Sportart/Verteidigungsart sich da mehr eignen würde? Ich muss
dazu sagen, dass ich weder „Kampfsport“ betreiben möchte, noch
mich mit trivialen Psycho-Tricks anfreunden möchte. Es sollte
eine gute Mischung sein und wenn diese von einer fernöstlichen
Philosophie gestützt sind…umso besser.

also ich betreibe in der zwischenzeit seit mehr als 16 jahren jiu jitsu und gebe in unserem verein mindestens 2 mal jährlich einen reinen frauen selbstverteidigungskurs. ehrlicherweise muß ich aber dazu sagen, daß die erfahrung lehrt, daß es „bruce lee in 10 wochen“ nicht gibt. das selbstbewußtsein der frauen wird in diesen kursen sicher gestärkt, und man vermittelt auch das grundsätzliche wissen für die notwendigsten fälle. wenn man das aber nicht regelmäßig trainiert, dann hat man die techniken in der regel ziemlich schnell wieder vergessen.

Körperliches Hindernis ist bei mir eine Bandscheibe, die bei
der Fallschule regelmässig Probleme macht. Dafür kann ich aber
ganz schön lange laufen.

womit kampfsportarten wie jiu jitsu bzw. aikido usw. eher flach fallen. es gibt so genannte atk kurse (anti terror kampf); diese sind aber in der regel ziemlich brutal und lehren techniken, wie man den gegen er effektiv und blitzschnell unschädlich macht. was bedeutet, daß man hier dinge gezeigt bekommt, wie man jemanden mit den fingern in die augen sticht oder die geniatien eintritt. meiner meinung nach braucht man für sowas keinen kurs, der sich unter dem deckmäntelchen „kampfsport“ verbirgt.

Hat jemand Erfahrungen mit Kursen im Polizeiverein?

wir trainieren öfters mit dem sek zusammen, aber diese techniken laufen auf was völlig anderes hinaus. und wie schon an anderer stelle hier erwähnt wurde: bei der polizei herrscht ein ähnlicher drill wie bei der bundeswehr…

Wie sind die Erfahrungen mit den Wochenende-Workshops? Langt
so etwas überhaupt aus?

definitiv nein. lass die finger davon. du glaubst nach dem kurs daß du „unbesiegbar“ bist, weil dein selbstwertgefühl extrem aufgebaut wurde. aber vom „kämpfen“ und verhalten in solchen situationen weißt du gar nix. außerdem kommte es immer anders als man denkt. das bedeutet, daß der reale angreifer nicht so kalkulierbar ist, wie dein partner beim training. dort werden aber nur standardsituationen durchgespielt. und wenn die sich ändern (was zu 99% der fall ist), dann bist du mit diesem crash kurs wissen nicht flexibel genug, dich auf eine neue situation einstellen zu können. und das lernt man nur mit viel training…

grüßle, der kleine Tiger

Hi Britta!

Hi!

So, bis hierhin habe ich Dir noch größteils zugestimmt, jetzt wirds aber kritisch :wink:

*ing *un ist limitiert auf relativ wenige Techniken.

Naja, die kleine Schule, die man traditionell ca. die ersten 3-4 Jahre macht ist limitiert, ja, dann wirds aber komplizierter und interessanter.
Die kleine schule ist in Perfektion schon fast unüberwindbar, wenn ein Wettkampf- oder Straßenkämpfer vor Dir steht.

Frauen
tun sich im allgemeinen schwer mit den Bewegungsablaeufen etc.
und erlernen eine Kampfkunst in der Regel schlechter und
langsamer als ein Mann. Eine Fuelle an Techniken (die auch
schon so manchen Mann zur Verzweiflung getrieben hat) verwirrt
die Frau nur noch mehr, so dass sie in einer Stresssituationen
gar nicht weiss wie sie reagieren soll. Bruce Lee hat damals
schon gesagt, dass es besser ist EINE Technik richtig zu
koennen als hundert verschiedene nur so halb. Alle Techniken
sind RELATIV leicht zu erlernen und erfordern keinerlei
Koerperakrobatik, wie z.B. im Tae-Kwon-Do.

wie gesagt, nur die kleine Schule

*ing *un ist absolut kompromisslos. Im Zweifelsfall zuerst
zuschlagen.

Das macht nur der Anfänger oder der, der unsicher ist. Wer souverän die Techniken beherrscht teilt kräfte, anstatt ihnen gegenzuwirken :wink:

Warum wuerde ich *ing *un normalerweise nicht als Kampfkunst
empfehlen?
WEIL *ing *un kompromisslos ist. Eine Verhaeltnismaessigkeit
ist in meinen Augen nicht gegeben und als Mann hat man sehr
schlechte Karten vor Gericht, wenn der Angreifer, der einen
zwar geschlagen hat, einen gebrochenen Kiefer, Haematome und
Prellungen noch und noecher hat und moeglicherweise
zeugungsunfaehig wird.

Wie schon angeschnitten, das Ergebnis eines Kampfes hängt immer davon ab, was für einen Sifu man hat, wie agressiv man ist und trainiert wird.
Es gibt auch beim WT sanfte Techniken, leider finden die harten mehr Beachtung und werden in den Verbandschulen stark trainiert.

Mein Sifu (ich mache übrigens WT) gehört nicht zu diesen Abzockern, ist in keinem Verband tätig und lehrt mir in allererster Linie meinen Körper zu beherrschen, auf den Gegner einzugehen, Kräfte zu teilen und den Gegener erstmal kommen zu lassen.
Hier wird noch großen Wert auf die weichen Techniken gelegt und es wird nicht auf höhere Grade trainiert, sondern auf die beherrschung des Körpers und der Techniken in Effizienz.
Und davon gibt es viele.

Letztes Jahr hatte ich z.B. kurz Unterricht bei einem Großmeister aus dem Shaolintempel, der garantiert nicht das „sofort platt machen“ gelehrt hat :wink:.

Liebe WT-ler, ich weiss, dass Ihr mir widersprechen werdet,
aber lasst es. Ich habe mich lange genug damit
auseinandergesetzt und WT auf der Strasse gesehen. Das
Ergebnis war zwar ueberzeugend, aber NICHT verhaeltnismaessig,
also verschont mich mit Bekehrungen.

Ich habe Dir nicht großartig widersprochen, ich habe nur den Eindruck, dass Du Dich sehr von der Leun Ting - Schule, wie sie in Europa größtenteils vertreten ist, stark beinflussen hast lassen.

Übrigens hat Bruce Lee ursprünglich auch WT gelernt, wurde aber nach einem Streit mit seinem Großmeister nicht mehr weitertrainiert und hat es dann mit Karate gemischt. Und Bruce Lee war ein fast perfekter Kämpfer :wink:

Grüße

Snarl

Off-topic: *ing *un
Hi snarl!

So, bis hierhin habe ich Dir noch größteils zugestimmt, jetzt
wirds aber kritisch :wink:

Alles andere waere glatter Selbstmord gewesen ;0)

*ing *un ist limitiert auf relativ wenige Techniken.

Naja, die kleine Schule, die man traditionell ca. die ersten
3-4 Jahre macht ist limitiert, ja, dann wirds aber
komplizierter und interessanter.

Ich habe das Wort „relativ“ gebraucht. Mir ist bewusst, dass es mehr Techniken gibt, aber auch diese kommen an die Quantitaet des Jiu-Jitsu z.B. nicht heran.

Die kleine schule ist in Perfektion schon fast unüberwindbar,
wenn ein Wettkampf- oder Straßenkämpfer vor Dir steht.

Die kleine Schule einer JEDEN Kampfkunst in PERFEKTION ist unueberwindbar.
Strassenschlaeger eroeffnen zu 75% mit einem rechten Schwinger. Dafuer braucht man keine grosse Erfahrung, aber das stand nicht zur Debatte. Ich sprach von Selbstverteidigung fuer Frauen. Wettkampfkaempfer sollte man nicht unterschaetzen. Nur weil sie bestimmte Dinge im Wettkampf nicht nutzen duerfen heisst das nicht auch gleich, dass er abseits der Matte nix kann.

*ing *un ist absolut kompromisslos. Im Zweifelsfall zuerst
zuschlagen.

Das macht nur der Anfänger oder der, der unsicher ist. Wer
souverän die Techniken beherrscht teilt kräfte, anstatt ihnen
gegenzuwirken :wink:

Ich hab’ KEINEN WT-ler gesehen, der verhaeltnismaessig reagiert hat. Dafuer ist die Angst verwundet zu werden zu gross ist und die Wut und das Verlangen austeilen zu muessen groesser. Ich rede hier nicht von popeligen Anfaengern, sondern von Leuten, die ihre PGs und TGs schon in der Tasche hatten.

Das Beherrschen und Teilen von Kraeften ist fast schon Illusion. Diesen Anspruch gestatte ich hoechstens einer handvoll Leuten auf der ganzen Welt.

Wie schon angeschnitten, das Ergebnis eines Kampfes hängt
immer davon ab, was für einen Sifu man hat, wie agressiv man
ist und trainiert wird.
Es gibt auch beim WT sanfte Techniken, leider finden die
harten mehr Beachtung und werden in den Verbandschulen stark
trainiert.

Die harten Techniken werden deshalb bevorzugt trainiert, weil sie auf der Strasse „effektiver“ sind, bzw. einfacher einzusetzen. Einen Kontrahenten auszuknocken ist nicht sooo schwer. Einen Kontrahenten zu kontrollieren und somit gleichzeitig absolut ueberlegen zu sein verlangen eine Perfektion, die die allerwenigsten erreichen.

Mein Sifu (ich mache übrigens WT) gehört nicht zu diesen
Abzockern, ist in keinem Verband tätig und lehrt mir in
allererster Linie meinen Körper zu beherrschen, auf den Gegner
einzugehen, Kräfte zu teilen und den Gegener erstmal kommen zu
lassen.

Das WT bietet eigentlich keine echten Offensiven Techniken. Tun eigentlich nur die wenigsten Kampfkuenste. Dadurch ist man schon gezwungen den Gegner kommen zu lassen.

Hier wird noch großen Wert auf die weichen Techniken gelegt
und es wird nicht auf höhere Grade trainiert, sondern auf die
beherrschung des Körpers und der Techniken in Effizienz.
Und davon gibt es viele.

Spielt ueberhaupt keine Rolle, wenn sie keine Anwendung finden.

Letztes Jahr hatte ich z.B. kurz Unterricht bei einem
Großmeister aus dem Shaolintempel, der garantiert nicht das
„sofort platt machen“ gelehrt hat :wink:.

Glaub’ ich Dir auf’s Wort. Hat ja auch keiner angezweifelt.

Ich habe Dir nicht großartig widersprochen, ich habe nur den
Eindruck, dass Du Dich sehr von der Leun Ting - Schule, wie
sie in Europa größtenteils vertreten ist, stark beinflussen
hast lassen.

Ich sprach von WT. Dieser Ausdruck ist von Dai Sifu Leung Ting gepraegt und erschaffen worden. Unter dem letzten anerkannten Grossmeister Yip-Man hiess das Dingen naemlich noch Ving-Tsun.

Uebernimmst Du den Begriff „unterwirfst“ Du Dich praktisch Leung-Ting. Andernfalls muesstest Du entweder eine neue Schreibweise erfinden oder Dich auf VT berufen.
WT darf es eigentlich auch nur heissen, wenn Du der WTEO oder der EWTO angehoerst und damit bei Leung Ting’s Juengern landest.

Übrigens hat Bruce Lee ursprünglich auch WT gelernt, wurde
aber nach einem Streit mit seinem Großmeister nicht mehr
weitertrainiert und hat es dann mit Karate gemischt. Und Bruce
Lee war ein fast perfekter Kämpfer :wink:

Ich weiss, dass Bruce Lee unter anderem WT trainiert hat, sogar unter Yip-Man. Karate weiss ich nicht genau. Ist moeglich, halte ich persoenlich aber fuer unwahrscheinlich.

Ob Bruce Lee ein fast perfekter Kaempfer war, laesst sich nicht wahrscheinlich nicht mehr feststellen :0) Fakt ist aber, dass Bruce Lee den Geist hatte, dem sich die meisten Kampfkuenstlern verschlossen. Er hat eine neue Aera in Sachen Kampfkunst eingeleitet und mit der Entwicklung des Jeet-Kune-Do einen Meilenstein gesetzt.

Carpe noctem,

                    eclipze

Hi Kleiner Tiger!

gebe in unserem verein mindestens 2 mal jährlich
einen reinen frauen selbstverteidigungskurs. ehrlicherweise
muß ich aber dazu sagen, daß die erfahrung lehrt, daß es
„bruce lee in 10 wochen“ nicht gibt.

Nicht nur, dass es ihn nicht gibt, sondern dass diese Kurse absoluter Unfug sind. Gruende sind genuegend in den anderen Artikeln angefuehrt.

das selbstbewußtsein der
frauen wird in diesen kursen sicher gestärkt, und man
vermittelt auch das grundsätzliche wissen für die
notwendigsten fälle. wenn man das aber nicht regelmäßig
trainiert, dann hat man die techniken in der regel ziemlich
schnell wieder vergessen.

Ein weiterer Punkt, warum diese Kurse eigentlich ueberfluessig sind.

womit kampfsportarten wie jiu jitsu bzw. aikido usw. eher
flach fallen. es gibt so genannte atk kurse (anti terror
kampf);

Anti-Terror-Kampf ist zusammengequirlte Scheisse, der man einen neuen Namen gegeben hat, um Geld damit zu verdienen. Ich muss zugeben. Anti-Terror-Kampf hoert sich ja schon toll an.

diese sind aber in der regel ziemlich brutal und
lehren techniken, wie man den gegen er effektiv und
blitzschnell unschädlich macht.

Was ich fuer Frauen in jedem Fall befuerworten wuerde. Eine Frau hat in der Regel sonst eigentlich ziemlich wenig Chancen einem koerperlich ueberlegenem Gegner auch nur in geringster Weise Paroli zu bieten.

was bedeutet, daß man hier
dinge gezeigt bekommt, wie man jemanden mit den fingern in die
augen sticht oder die geniatien eintritt.

Wunderbar! Wir reden hier von SV und nicht vom Kinderbodenturnen. Ein Mann, der eine Frau angreift hat NICHTS anderes verdient (erwaehnte ich bereits s. Artikel).

meiner meinung nach
braucht man für sowas keinen kurs, der sich unter dem
deckmäntelchen „kampfsport“ verbirgt.

Meine Rede. Das ist das was man im Kurs vermittelt bekommt. Kann man sich aber selber denken und wirklich gelernt hat man dann auch nix. Mal abgesehen davon, dass ich nur wenige Frauen kenne, die wirklich zutreten koennen.

Carpe noctem,

                    eclipze

Hallo Eclipze,

gebe in unserem verein mindestens 2 mal jährlich
einen reinen frauen selbstverteidigungskurs. ehrlicherweise
muß ich aber dazu sagen, daß die erfahrung lehrt, daß es
„bruce lee in 10 wochen“ nicht gibt.

Nicht nur, dass es ihn nicht gibt, sondern dass diese Kurse
absoluter Unfug sind. Gruende sind genuegend in den anderen
Artikeln angefuehrt.

da kann ich dir leider nicht uneingeschränkt zustimmen. diese kurse machen in sofern durchaus sinn, als daß diese das selbstbewußtsein aufbauen. eine frau die kein selbstbewußtsein hat, wird eher „alles über sich ergehen lassen“ als daß sie sich wehrt. und DAS ist der eigentliche sinn des kurses. zu begreifen, daß man nicht wehrlos ist.

… wenn man das aber nicht regelmäßig
trainiert, dann hat man die techniken in der regel ziemlich
schnell wieder vergessen.

Ein weiterer Punkt, warum diese Kurse eigentlich ueberfluessig
sind.

das ist so nicht ganz richtig. schlag zu - hau ab techniken braucht man nicht regelmäßig trainieren, die sind brutal und effektiv. richtige selbstverteidigung allerdings schon. aber das betreibt man ja nicht nur um sich zu wehren, sondern weil man fit bleiben will und einem diese art der sportlichen betätigung eben gefällt. man könnte ja auch hallenhalma spielen… :wink:

diese sind aber in der regel ziemlich brutal und
lehren techniken, wie man den gegen er effektiv und
blitzschnell unschädlich macht.

Was ich fuer Frauen in jedem Fall befuerworten wuerde. Eine
Frau hat in der Regel sonst eigentlich ziemlich wenig Chancen
einem koerperlich ueberlegenem Gegner auch nur in geringster
Weise Paroli zu bieten.

du kennst die frauen in meiner abteilung nicht… :wink:
abgesehen davon - man betreibt gerade deshalb kampfsport, um dieses defizit (kampf gegen einen körperlich überlegenen gener) auszugleichen. ich bin auch nicht gerade deutschlands antwort auf arnold schwarzenegger, traue mir aber schon zu einem deutlich körperlich überlegenen gegner die stirn zu bieten.

was bedeutet, daß man hier
dinge gezeigt bekommt, wie man jemanden mit den fingern in die
augen sticht oder die geniatien eintritt.

Wunderbar! Wir reden hier von SV und nicht vom
Kinderbodenturnen. Ein Mann, der eine Frau angreift hat NICHTS
anderes verdient (erwaehnte ich bereits s. Artikel).

nur zum thema sv : sv ist ein dehnbarer begriff und als sport betrieben ist das nicht das gleiche wie ein crash kurs. sobald du diesen sport „längere“ zeit betreibst (was wiederum ein dehnbarer begriff ist), kommt nämlich die verhältnismäßigkeit ins spiel. es ist nicht das gleiche, ob sich eine frau wehrt, die irgendwann einmal in ihrem leben einen „bruce lee in 5 tagen kurs“ absolviert hat und ihrem gegner die augen auskratzt, oder ob das eine frau macht, die seit 10 jahren kampfsport betreibt und bereits den x-ten schwarzgurt trägt…

daß eine frau die mit sv nix am hut hat sich nach bestem wissen und gewissen mit allen ihr zu verfügung stehenden mitteln wehren darf steht außer frage.

meiner meinung nachbraucht man für sowas keinen kurs, der sich ::unter demdeckmäntelchen „kampfsport“ verbirgt.

Meine Rede. Das ist das was man im Kurs vermittelt bekommt.
Kann man sich aber selber denken und wirklich gelernt hat man
dann auch nix. Mal abgesehen davon, dass ich nur wenige Frauen
kenne, die wirklich zutreten koennen.

dann kann ich nur empfehlen, ständig eine handtasche mit sich zu führen und darin einen backstein zu verstecken. und damit so lange zuhauen, bis sand rausbröselt… :wink:

Carpe noctem,

                   
eclipze

carpe diem, kleiner Tiger

Hi nochmal! :0)

da kann ich dir leider nicht uneingeschränkt zustimmen. diese
kurse machen in sofern durchaus sinn, als daß diese das
selbstbewußtsein aufbauen. eine frau die kein selbstbewußtsein
hat, wird eher „alles über sich ergehen lassen“ als daß sie
sich wehrt. und DAS ist der eigentliche sinn des kurses. zu
begreifen, daß man nicht wehrlos ist.

Welches Selbstbewusstsein? Warum sollten Frauen selbstbewusst aus diesem Kurs gehen? Gerade dieses Selbstbewusstsein von dem Du sprichst finde ich mehr als gefaehrlich. Frauen bekommen ein falsche Gefuehl vermittelt und fuehlen sich „unbesiegbar“ und sind gerade einmal geschult mit gefaehrlichem Halbwissen.
Das ist nicht nur schlecht, sondern auch aeusserst gefaehrlich, weil sie sich in einer Gefahrensituation entweder ueberschaetzen oder den Angreifer bestenfalls provozieren, um es dann 3 fach zurueckzubekommen.

das ist so nicht ganz richtig. schlag zu - hau ab techniken
braucht man nicht regelmäßig trainieren, die sind brutal und
effektiv.

Braucht man nicht??? Gerade fuer Frauen sollte man das intensivst trainieren. Ich habe nicht besonders viele Frauen getroffen (auch im Kampfkunstbereich) vor deren Schlaegen ich wirklich Angst gehabt haette. Aus dem Alltag gegriffen sind Frauen einfach nur Lachpillen und deren Attacken einfach nur laecherlich. Gerade auf Atemi Techniken sollte mehr Wert gelegt werden, weil diese schnell, praezise und hart ausgefuehrt werden sollen.

richtige selbstverteidigung allerdings schon. aber
das betreibt man ja nicht nur um sich zu wehren, sondern weil
man fit bleiben will und einem diese art der sportlichen
betätigung eben gefällt. man könnte ja auch hallenhalma
spielen… :wink:

Falsch!
SV hat nicht zwangslaeufig was mit Fitness zu tun. Sie kann ein Nebeneffekt sein. Ich betreibe z.B. auch Jiu-Jitsu, allerdings nur weil es mir Spass macht und unter dem Fitness Aspekt. Die SV ist ein positiver Nebeneffekt, den ich gerne mitnehme.
SV betreibt man, um sich in seiner Haut wehren zu koennen. Man muss hier fein sauber zwischen den Motivationen trennen.
Britta sprach z.B. davon sich selber zu verteidigen und nicht davon sich fit zu halten. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
*ing *un ist unter dem Fitness Aspekt betrachtet naemlich absoluter Schrott. Ich zweifle nicht an, dass es anstrengend sein kann, aber unter dem Fitness Aspekt taugt es nichts.

du kennst die frauen in meiner abteilung nicht… :wink:
abgesehen davon - man betreibt gerade deshalb kampfsport, um
dieses defizit (kampf gegen einen körperlich überlegenen
gener) auszugleichen. ich bin auch nicht gerade deutschlands
antwort auf arnold schwarzenegger, traue mir aber schon zu
einem deutlich körperlich überlegenen gegner die stirn zu
bieten.

Ich traue mir zu so ziemlich jedem Gegner die Stirn zu bieten, weil ich schon so einiges erlebt habe.
Die Frauen aus Deiner Abteilung interessieren mich nicht, weil ich selber so viele Frauen von der Polizei (Hundertschaft u.a.) kenne, die staendig mit irgendwelchen Seminaren vollgepumpt werden und auf der Matte trotzdem nix koennen. Das ist einfach laecherlich. Ich hab’ auch schon Frauen getroffen, die mit mir den Boden gewischt haetten, aber die beschraenken sich auf eine handvoll. Maximal. Und es waren so viele dabei, die meinten sie seien ja soviel besser als ich.

nur zum thema sv : sv ist ein dehnbarer begriff und als sport
betrieben ist das nicht das gleiche wie ein crash kurs.

Selbstverteidigung ist KEIN Sport. In der SV geht’s um’s nackte Ueberleben und nichts anderes. Und wenn’s um’s ueberleben geht macht man keine Kompromisse.

sobald
du diesen sport „längere“ zeit betreibst (was wiederum ein
dehnbarer begriff ist), kommt nämlich die verhältnismäßigkeit
ins spiel. es ist nicht das gleiche, ob sich eine frau wehrt,
die irgendwann einmal in ihrem leben einen „bruce lee in 5
tagen kurs“ absolviert hat und ihrem gegner die augen
auskratzt, oder ob das eine frau macht, die seit 10 jahren
kampfsport betreibt und bereits den x-ten schwarzgurt trägt…

Ich kenne den Notwehr Paragraphen in- und auswendig. Ich persoenlich bin ja fuer Verhaeltnismaessigkeit. Einer der Gruende, warum ich das Jiu-Jitsu gewaehlt habe. Natuerlich ist es nicht das gleiche, aber es geht immer noch um’s ueberleben. Frauen bei solchen Dingen vor Gericht sowieso mal besser weg. Tut mir leid, aber wenn ich ‚ne Frau waer‘ und die Wahl haette zwischen Vergewaltigung und einer gerichtlichen Strafe haette, dann wuerde ich letzteres waehlen, UNABHAENGIG davon was das Urteil waere.

daß eine frau die mit sv nix am hut hat sich nach bestem
wissen und gewissen mit allen ihr zu verfügung stehenden
mitteln wehren darf steht außer frage.

MUSS!

dann kann ich nur empfehlen, ständig eine handtasche mit sich
zu führen und darin einen backstein zu verstecken. und damit
so lange zuhauen, bis sand rausbröselt… :wink:

*g* Auch 'ne Moeglichkeit. Wenn man die Gelegenheit dazu bekommt, dann auf jeden Fall.

Carpe noctem,

                    eclipze

Hi!

Ich muß an dieser Stelle mal eine Gegenfrage stellen: Was erwartest du eigentlich??? Du suchst eine Art der Selbstverteidigung, die du in möglichst kurzer Zeit erlernen kannst. Wohlmöglich in 2-3 Monaten? Tut mir leid, aber so etwas gibt es nicht, auch wenn es manche sogenannten „Experten“ von ihren Stilrichtungen behaupten. Fakt ist, dass jede Kampfsportart wirkungsvoll ist, solange der Angreifer nicht mit der Gegenwehr seines Opfers rechnet. Nur, um sich in jeder Situation entsprechend richtig zu verhalten, bedarf es eben einem längeren Training. Somit kommst du also nicht darum eine Kampfsportart aktiv zu betreiben und das auch noch über einen längeren Zeitraum hinweg. Zum Aikido kann ich folgendes sagen: Dadurch, dass es keine extreme Kraft bei der Abwehr eines Angriffes vorraussetzt, ist es hervorragend für Frauen geeignet. Da ich selbst aktiv Aikido betreibe, habe ich festgestellt, dass es grob gesagt 2 Richtungen gibt: Eine „weichere“, die bei eventuellen Angriffen eher nichts taugt und eine „direkte“, die höchst effektiv ist und funktioniert, wenn man sie lange genug betreibt. Leider gibt es in Deutschland meines Wissens nach momentan nur ein Dojo, das diese direkte Art, die auch auf der Strasse funktioniert,seit längerem unterrichtet: Das Aikido Dojo in Kempen. Dort orientiert man sich an der Stilrichtung von Larry Reynosa, einem der besten Schüler von Steven Seagal persönlich. Ich habe ihn schon live erlebt und kann behaupten, dass ich bis dato kein effektiveres Aikido gesehen habe, dass zugleich ohne den geringsten Kraftauffwand funktioniert.
Zu deinem gesundheitlichen Problem: Du hast entweder die Möglichkeit, auf die Zähne zu beißen, bis die Anfangsphase vorbei ist und du es einigermaßen beherrscht, ohne Schmerzen abzurollen, oder du suchst dir eine Selbstverteidigung, die darauf verzichtet. Das bedeutet aber, dass du ein riesiges Problem bekommst, wenn dich ein Angreifer zu Boden wirft. Solltest du nicht generell jeden, der dir zu nahe kommt, sofort KO schlagen, oder anders außer gefecht setzen (Grüße an die WT-ler, die ich kenne), so dass kein weiterer Angriff mehr erfolgt, besteht diese Möglichkeit durchaus, auch mal zu Boden zu gehen. Dann wirst du aber Probleme bekommen, wenn du diese Person ernsthaft verletzt, so dass sie nicht weiter angreifen kann, weil sie ernsthaft verletzt ist. Dies kann dir leider bei allen Kampfsportarten passieren, bei den einen mehr, bei den anderen weniger.
Diese Wahrscheinlichkeit kannst du eben nur minimieren, wenn du lange genug übst, bei jemandem der dir nicht nur sagt, dass es funktioniert, sondern auch sinnvoll zeigen kann wie. Leider gibt es keine Möglichkeit, das ganze zu beschleunigen, da schon alleine von der historischen Entwicklung her gesehen, die Kampfkünste lange brauchten um sich zu entwickeln. Bei vielen ist es heute noch der Fall, dass immer wieder neue Dinge hinzukommen.
Auf keinen Fall solltest du dich, und damit schließe ich mich der Mehrheit hier an, auf solche Wochenendkurse verlassen. Denn die erhöhen eher die Gefahr für dich in dem sie dir eine falsche Sicherheit vorgaukeln.
Wenn du dich wirklich verteidigen willst, ohne lange irgendwo dabei zu sein, gibt es nur eine Möglichkeit: Halte dich von den Orten fern, die als potentiell gefährlich gelten; oder nimm dir jemanden mit (sozusagen als Bodyguard).
Viele andere Möglichkeiten sehe ich momentan für dich nicht.

CIAO
Christian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Christian,

vielen Dank für Deine Antwort.
Da liegt sicher ein Missverständnis bei Dir vor. Ich hatte keineswegs nach einer Methode gesucht, die ich in kurzer Zeit lernen kann. Ganz ähnlich wie beim Laufen hatte ich bereits in Jahren gerechnet, ich denke das ist realistisch.
Was das Aikido anbelangt, so gibt es in Berlin durchaus Dojos (z.B. am Gleisdreieck). Infos dazu auch im Netz.
Kampfsport und Selbstverteidigung möchte ich so grundsätzlich nicht in einen Topf werfen. Das eine hat mit dem anderen sicherlich zu tun, ist aber dennoch nicht identisch.
Auch pures Weglaufen kann ab und an die beste Verteidigung sein…

Gruß,
Britta

Hi Britta!

Klar gibts in Berlin Aikido-Dojos, die frage ist aber viel mehr: Wie realistisch ist das was dort unterrichtet wird? Leider kann ich mir darüber kein Urteil bilden, da ich noch nicht in Berlin trainiert hab.
Ich teile deine Meinung, was das weggehen betrifft, aber man muß da klar unterscheiden: Ergreift man generell die Flucht wenn’s etwas gefährlicher zugehen könnte, ohne für den Ernstfall gewappnet zu sein, nenn ich das Feigheit! Ich bin der Meinung, dass man für den Ernstfall gerüstet sein muß, auch wenn man dann wegläuft! Denn in manchen Situationen ist eine „Flucht“ oftmals nicht möglich. Was ist wenn dich z.B. jemand ohne Vorwarnung von hinten attackiert? Da gibt es praktisch kein entkommen. Deshalb sollte man unbedingt für den ernstfall gerüstet sein, ohne dass man, wie es leider bei sehr vielen Kampfsportlern der Fall ist, ein gesteigertes Aggressionspotential an den Tag legt. Viele von denen wandeln eben in der Welt umher und versuchen Streitigkeiten immer mit Gewalt zu lösen. Da nimmt eben das Aikido eine besondere Stellung ein. Ohne eine Gewalteinwirkung funktionieren die Techniken nicht. Ein kleine Video, das zeigt, wie effektiv Aikido sein kann, kannst du übrigens unter www.makotodojo.com finden.
Die Trennung von Selbstverteidigung und Kampfkünsten ist meiner Meinung nach nicht möglich, da sich viele Selbstverteidigungsgruppen sich oftmals der Techniken einer oder mehrerer Kampfsportarten bedienen. Jedoch wird dann die Philosophie, die dahinter steckt gänzlich vernachlässigt.
Wie schon gesagt, ist die beste Selbstverteidigung immer noch den Angreifer zu überraschen. Wer rechnet denn schon ernsthaft damit, dass sich sein Opfer derart heftig und geziehlt wehren kann. Dann ist es eigentlich egal, was du ausübst. Dann bleibt allerdings nur noch die Frage, was man ausübt. Und das ist eine Sache, die jeder für sich entscheiden muß, indem er prüft, was ihm am meisten liegt. Aikido ist eben für Frauen deshalb geeignet, weil es weder Kraft, noch übermäßige Flexibilität oder Akrobatik vorraussetzt um zu funktionieren. Das bedeutet, man kann es auch mit zunehmendem Alter weiter ausüben. Was du im Endeffekt ausübst hängt eben von dir alleine ab.
Ich hoffe, dass du die richtige Wahl treffen wirst um im Ernstfall nicht erkennen zu müssen, dass das jahrelange Training umsonst war…

CIAO
Christian

Hi!
Ich wollte kurz mal Stellung nehmen, zu einigen Aussagen, die du getroffen hast:

Das macht nur der Anfänger oder der, der unsicher ist. Wer
souverän die Techniken beherrscht teilt kräfte, anstatt ihnen
gegenzuwirken :wink:

Da ich selbst Aikido betreibe, stimm ich dir absolut zu. Es ist für eine körperlich unterlegene Person nahezu unmöglich einen stärkeren Angreifer zu besiegen. Glückstreffer ausgenommen, denn das ist nicht die Norm.

Wie schon angeschnitten, das Ergebnis eines Kampfes hängt
immer davon ab, was für einen Sifu man hat, wie agressiv man
ist und trainiert wird.
Es gibt auch beim WT sanfte Techniken, leider finden die
harten mehr Beachtung und werden in den Verbandschulen stark
trainiert.

Mein Sifu (ich mache übrigens WT) gehört nicht zu diesen
Abzockern, ist in keinem Verband tätig und lehrt mir in
allererster Linie meinen Körper zu beherrschen, auf den Gegner
einzugehen, Kräfte zu teilen und den Gegener erstmal kommen zu
lassen.
Hier wird noch großen Wert auf die weichen Techniken gelegt
und es wird nicht auf höhere Grade trainiert, sondern auf die
beherrschung des Körpers und der Techniken in Effizienz.
Und davon gibt es viele.

Letztes Jahr hatte ich z.B. kurz Unterricht bei einem
Großmeister aus dem Shaolintempel, der garantiert nicht das
„sofort platt machen“ gelehrt hat :wink:.

Leider bist du einer der wenigen WT-ler, die viel wert legen eine gewisse Verhältnissmäßigkeit zu wahren. Die mit denen ich bisher gesprochen hab, legen mehr Wert darauf den Gegner generell dermaßen zu verprügeln, dass er kurz vorm Koma steht. Darin sehe ich keinen Sinn, da man doch viel mehr darauf achten sollte nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Deshalb gratuliere ich dir zu deiner Einstellung. Hast meine Hochachtung!

Ich habe Dir nicht großartig widersprochen, ich habe nur den
Eindruck, dass Du Dich sehr von der Leun Ting - Schule, wie
sie in Europa größtenteils vertreten ist, stark beinflussen
hast lassen.

Übrigens hat Bruce Lee ursprünglich auch WT gelernt, wurde
aber nach einem Streit mit seinem Großmeister nicht mehr
weitertrainiert und hat es dann mit Karate gemischt. Und Bruce
Lee war ein fast perfekter Kämpfer :wink:

Er war wirklich einer der Besten, aber leider eine der berühmten Ausnahmen, die es leider nur vereinzelt gibt. Einer der Besten Kämpfer überhaupt!

Grüße

Snarl

CIAO
Christian

Hi!

Ich kann dir bei dem einen oder anderen, was du hier schreibst, nicht so ganz zustimmen:

Ich kann weder das Aikido noch das Karate wirklich zur
Selbstverteidigung empfehlen. In das Aikido (oder Ableger
Aiki-Jitsu) muss man sehr, sehr, sehr viel Zeit investieren.
Die Bewegungsablaeufe sind insbesondere am Anfang nicht
wirklich klar und diese erlangten Kenntnisse auf die Strasse
zu transferieren bedarf einer sehr, sehr langen Zeit.

Du darfst das nicht so verallgemeinern! Sicherlich ist im Aikido nicht alles sehr leicht, wenn man es sich von Außen ansieht, aber dem ist nicht so. Es basiert eben nur auf der Neuverteilung der vorhandenen Kräfte. Es ist aber keinesfalls schwer die Techniken auf die Straße zu übertragen. Zumindest nicht schwerer als bei anderen Martial Arts. Es kommt nur darauf an, was du gelernt hast.

Damit faellt Jiu-Jitsu schonmal raus, wo der Bodenkampf fuer
Frauen sicherlich attraktiv ist, weil in
Vergewaltigungssituationen mit einem potentiellen Angreifer
kurzer Prozess gemacht werden kann.

Der Wichtige Punkt ist doch vielmehr nicht in einen Bodenkampf verwickelt zu werden. Ich selbst betreibe Aikido und versuche nach Möglichkeit der Stil von Larry Reynosa umzusetzen, einem der besten Schüler von Steven Seagal persönlich. Er versucht dir zuerst folgende Grundregeln zu vermitteln: Don’t get grapped, don’t get kicked, don’t get punched!
Wenn du das behherscht, wird es für einen Angreifer unmöglich sein, dich in einen Bodenkampf zu verwickeln.
Das Problem hier in Deutschland ist einfach, dass niemand ein solch „kurzes“ und effektives Aikido unterrichtet. Leider wird hier mehr das weite Aikido unterrichtet, was in der Tat auf der Strasse nicht funktioniert. Steven Seagal sagte dazu einmal: Wenn man einen tänzerischen Weg erlernt hat, wird man Probleme bekommen, wenn man ihn praktisch nutzen will. Hat man hingegen einen praktischen Weg erlernt, beherrscht man ohne Probleme auch den tänzerischen Weg!
Du kennst vielleicht nur den tänzerischen Weg. Aber das Ursprüngliche Aikido wie es von Morihei Ueshiba entwickelt wurde, war 100% praktisch orientiert und effektiv! Wie sonst hätte er es geschafft mit 1.54m Körpergröße den amtierenden Ringerweltmeister, der ihn herausgefordert hatte, innerhalb weniger Sekunden aus seinem Dojo zu werfen??? Und du kannst nicht bestreiten, dass die Ringer zu den besten Bodenkämpfern überhaupt gehören.

Meine Empfehlung an alle Frauen im Prinzip ist irgendein
Ableger des *ing *un (Wing-Tsun, Ving-Chun, Wing-Tschun,
Ving-Tsun etc.), aber auch nur, weil man hier an Krav-Maga
sehr schlecht rankommt. Alle *ing *un Ableger entstanden aus
der gleichen Basis. Feinheiten sind nur im Detail zu erkennen,
wobei einige Ableger sicherlich effektiver sind und deren
Namensgebung nicht nur im Verband begruendet liegt. Es sei
dazu gesagt, dass Wing-Tsun (WT) am weitesten verbreitet ist,
sich hierunter aber auch die groessten Abzocker, die die
Kampfkunstwelt je gesehen hat, verbergen.

Warum empfehle ich jetzt fuer eine Frau fuer die SV
ausgerechnet WT, obwohl ich selber sehr zufriedener
Jiu-Jitsuka bin? (Mal abgesehen davon, dass Du
Bandscheibenprobleme bei der Fallschule (Ukemi-Waza) hast)

*ing *un ist limitiert auf relativ wenige Techniken. Frauen
tun sich im allgemeinen schwer mit den Bewegungsablaeufen etc.
und erlernen eine Kampfkunst in der Regel schlechter und
langsamer als ein Mann. Eine Fuelle an Techniken (die auch
schon so manchen Mann zur Verzweiflung getrieben hat) verwirrt
die Frau nur noch mehr, so dass sie in einer Stresssituationen
gar nicht weiss wie sie reagieren soll. Bruce Lee hat damals
schon gesagt, dass es besser ist EINE Technik richtig zu
koennen als hundert verschiedene nur so halb. Alle Techniken
sind RELATIV leicht zu erlernen und erfordern keinerlei
Koerperakrobatik, wie z.B. im Tae-Kwon-Do.

Ich glaube aber nicht, dass Bruce Lee damit sagen wollte, dass es eine ultimative Technik gibt. Vielmehr wollte er damit zum Ausdruck bringen, dass man besser eine Technik 100%ig beherrschen sollte, wenn es darauf ankommt, anstatt hunderte Techniken nur 50%ig zu beherrschen. Es gibt aber zu viele verschiedene Variationen von Angriffen, um sie alle mit einer Technik zu bekämpfen. Wichtig ist, dass du dass, was du erlernt hast beherrschst.
Zum WT kann ich nur sagen, dass es sich oftmals um das Prinzip „Mit Kanonen auf Spatzen schießen“ handelt. Erst wenn der Gegner nicht mehr gradeaus schauen kann, ist das Ziel erreicht. Und das hier erreichte Aggressionspotential ist absolut fehl am Platz. Denn was bringt es einen Angreifer, generell so zu verletzen, dass er mehrere Monate ins Krankenhaus muß, auch wenn sein Angriff vielleicht nur darauf abziehlte dem Opfer die Handtasche zu rauben. Das ist meiner Meinung nach absolut übertrieben. Ich verstehe es, wennein Angreifer die Absicht hat das Opfer zu verletzen, aber im WT (und seinen Variationen) wir heute oftmals keinen Wert darauf gelegt angemessen zu reagieren. Und ich sehe darin mit den größten Unsinn den es in irgendeiner Kampfkunst gibt. Dann kann ich genauso gut mit ner Knarre auf die Straße gehen und jeden über den Haufen schießen, der mich auch nur schief ansieht.

*ing *un ist absolut kompromisslos. Im Zweifelsfall zuerst
zuschlagen. Ein Mann, der eine Frau angreift, hat entweder
NULL Manieren oder geht nicht gerade zimperlich ran. Eine Frau
kann sich nur dann effektiv gegen einen koerperlich
ueberlegenen Gegner verteidigen, wenn sie absolut
kompromisslos ist. Erst zuschlagen, dann Fragen stellen.

Und die meisten ticken dann so aus, dass man später nicht mal mehr ne Fragen stellen kann. Zur Kompomisslosigkeit: Jeder sollte sich mit der gleichen Kompromisslosigkeit verteidigen, wie er/sie angegriffen wird. Nicht mehr und nicht weniger.

Frauen haben bei sowas eher mal gute Chancen vor Gericht
wegzukommen als Maenner.

Ist leider so. Sie wollen sich emanzipieren, aber nur darin, bei denen sie Vorteile haben. :wink:
Also Männer: Emanzipiert euch!!!
(Nimm das nicht ganz so ernst)

Ach und nochwas. SV ist nichts, was man mal so eben erlernt.
Alles was man lernt effektiv auf der Strasse anzuwenden und
wirklich umsetzen zu koennen unter Stress ist nochmal was ganz
anderes. Je nach Talent, Trainingseinheiten und Konstanz
wuerde behaupten, dass es MINDESTENS 2, wenn nicht sogar eher
3 Jahre dauert bis man sich halbwegs vernuenftig verteidigt
auf der Strasse. Man darf sich hierbei nichts vormachen. Eine
unregelmaessige Teilnahme an den Einheiten verlaengert den
Prozess natuerlich ungemein. Am Talent kann man nichts
aendern.

Das ist doch das Problem: Sich HALBWEGS verteidigen zu können. Sorry, aber das ist absoluter Schwachsinn. Denn es gibt zu viele Situationen, in denen eine Verteidigung die nicht 100%ig funktioniert eher das Gegenteil bewirkt. Man kann den Angriff nicht abwehren und durch die Gegenwehr des Opfers wird der Angreifer nur noch aggressiver. Dann kann es passieren, dass ein simpler Handtaschenraub mit einem Krankenhausaufenthalt endet. Versteh mich nciht falsch: Man soll sich besser verteidigen, als sich dem Schicksal zu ergeben. Aber wenn man das tut, sollte man auf Dinge zurückgreifen, die man nicht nur halbwegs beherrscht, sondern die man richtig verinnerlicht hat.

In diesem Sinne, peace!!!

Carpe noctem,

                 
eclipze

CIAO
Kirisutojan

Hallo,
Ich glaube das es in den meisten Fällen einfach nur darauf
ankommt das Frau hinreichend aggressiv gegen den Angreifer
vorgeht, egal ob die Technik jetzt ausgepfeilt ist oder
nicht - im Zweifelsfall lassen sich ja noch Hilfsmittel
(Pfefferspray, Messer, Nagelpfeile, Haarspray + Feuerzeug :wink:)
einsetzen. Insofern ist es wohl wichtiger überhaupt das
Bewußtsein zu schaffen, daß massives Vorgehen gegen den
Angreifer hier angesagt ist.

Gruss
Enno

Hi!
—snip

dinge gezeigt bekommt, wie man jemanden mit den fingern in die
augen sticht oder die geniatien eintritt. meiner meinung nach
braucht man für sowas keinen kurs, der sich unter dem
deckmäntelchen „kampfsport“ verbirgt.

—snip

Sorry - so wenig ich vom ATK halte - diese Techniken sind nichts, was vom ATK erfunden wurde. Es gibt sie durchaus in diversen traditionellen Kampfkünsten (im Karate sind es Ippon-Nukite und Kin-Geri).

Liebe Grüße
Guido

P.S. Ansonsten bin ich aber voll Deiner Meinung!