guguist,
zum Thema “günstig”. Dies impliziert für mich eher “preiswert” und weniger “billig”.
Die chinesischen Autos sind noch nicht einmal billig (s. Kaufpreise von knapp 50k für ein mittelklassiges BYD-SUV), geschweige denn günstig oder gar preiswert.
Das größte Problem sind nämlich die kurze Lebensdauer und der sich daraus ergebende hohe Wertverlust bei gleichzeitiger Absenz eines erwähnenswerten gebrauchtmarktes, was natürlich wiederum an der kurzen Lebensdauer der Akkus liegt.
Aktuell wird dies durch viele Hersteller dadurch abgemeildert, dass sie günstige Leasingraten anbieten und somit den Wertverfall größtenteils übernehmen.
Da aber kein Wirtschaftsunternehmen auf Dauer damit leben kann, mit einer teuren Produktsparte kein Geld zu verdienen, wird dies perspektivisch enden.
Und dies ist das Hauptproblem, auf das keiner der mich hier ständig Angreifenden bislang eingegangen ist. 50k€ für ein Auto, das nach 8-10 Jahren obsolet und bereits nach 6-8 Jahren, je nach Umfang der für den Hersteller freiwilligen Garantieverträge, weitgehend wertlos ist.
Dem entgegen stehen die Hybrid-Fahrzeuge in der gleichen Größe, meist sind das ja Mittelklasse-SUVs, welche man zumindest mal auf 10-15 Jahre, je nach Akku für das Hybridsystem, planen kann. Sie kosten selbst angesichts der aktuellen Subventionen insbes. der chinesischen Hersteller (vom chin. Staat gestützt und zum Schaden der europ. Autohersteller, von denne wir mittelbar alle hier leben, wohl gemerkt), 5-15k€ weniger. Zudem besitzen sie auch nach 15 Jahren noch ein paar Tausender an Restwert.
Wohin Strom- und Benzinkosten gehen, ist aktuell schwer kalkulierbar. Abhängig von staatlicher Besteuerung und Marktpreisen sind beide Systeme, zumal in Europa nur eine Minderheit ein Eigenheim mit der Möglichkeit einer eigenen PV und die Mittel für den nötigen, großen Speicher besitzt. Daher kann man auch nicht behaupten, dass das BEV im betrieb günstiger wäre. Zumal dies ja auch von der individuellen jährlichen Fahrleistung abhängt.
Was das Thema Service angeht habe ich gelernt, dass unser Firmen-Taycan dabei um ca. 800 Euro p.a. günstiger ist als ein vergleichbarer Panamera. Und das sind schon 2 x Öl, weil der Wagen weit mehr als das Durchschnittsfahrzeug genutzt wird. Also nicht erwähnenswert. Allein der niedrigere Kaufpreis des Benziners / Hybrid ist weit wirksamer.
Du musst am Ende also dein BEV, solltest du es privat kaufen, auf 8 Jahre abschreiben und genießt möglicherweise noch 1-4 Jahre weitere, dann aber stark eingeschränkte Nutzung. Der Restwert st dann längst gegen Null.Niemand will ein gebrauchtes BEV mit unklarer Restlebensdauer des teuren Herzstücks Akku.
Einen Benziner / Hybrid kannst du dagegen privat ganz locker auf 12 oder 15 Jahre abschreiben und kannst ihn dann nochmal 5 Jahre fahren, oder zu einem gewissen Restwert noch verkaufen.
Aus diesen Gründen ist mir der Blick der meisten BEV-Fans auf das Ganze viel zu begrenzt. Natürlich ist mir bewusst, dass die grottenschlechte wirtschaftliche Ausbildung an Schulen, Berufsschulen und Hochschulen abseits der WiWi einen großen teil des Problems darstellt. Kaum jemand in diesem Land ist in der Lage, eine Berechnung der TCO einer technischen Anlage / Maschine durchzuführen. Deshalb freuen sich alle im Web höchst aktiven Eigner von EFH, DHH, RH, REH übder den “Gratisstrom aus der eigenen PV”. Dass die PV auch Geld gekostet hat, eine begrenzte Lebensdauer besitzt und während der Dunkelflauten und nachts nicht liefert, wird einfach ausgeblendet oder schöngeredet.
Hierzu ein Link:
Und nur dies kritisiere ich.
Es geht mir absolut nicht darum, den Verbrenner und den Lärm eines alten V8 oder den Gestank eines TDI ohne SCR-Filtersystem zu bewerben. Was mich stört, ist, wie beim unsäglichen Heizungsgesetz, die ideologische Verblendung und die daraus abgeleiteten Mehrkosten oder gar Verbote für die anderen, die mit der durch zumeist technisch völlig Ahnungslose wie Habeck, Baerbock & Cie. Technologie in ihrem Alltag (also dem Alltag fast aller Menschen außerhalb von Großstädten, die beruflich mobil sein müssen) nichts anfangen können.
Mir persönlich ist es doch völlig egal, womit ihr alle durch die Gegend fahrt. Und das ist der Unterschied: ihr wollt mir meine gute, preiswerte Mobilitätslösung nehmen und mir eure halbgare Ideologie vom BEV aufs Auge drücken, die mich das Dreifache kostet (s.o., Abschreibung!) und mir gewaltige Komfort- und Umsatzeinbussen (längere Reisezeiten) beschert.
Wenn wir uns darauf einigen könnten, einander in Frieden und die Konzepte sich im Alltag bewähren zu lassen, wäre das schon mal ein riesen Gewinn. DIe Klimabewegten könnten, wie die Ökobewegten in den 80ßer und 90er Jahren, ihrem BEV-Hype schon bald beim Scheitern an der Realität zusehen und der Rest könnte einfach weiterhin in Frieden leben und seinen Geschäften nachgehen, und dies sogar, ohne, im Gegensatz zu den Kat-losen 80ern, die Umwelt und das heilige “Klima” unterm Strich mehr zu schädigen als ein BEV mit chinesischem Akku.