ab und zu sollte man liebgewordene Vorurteile mal anhand der Fakten überprüfen:
In Tarifa und in ca. 5 Km Umkreis gibt es mindestens 6 öffentliche Ladestationen mit 19 Ladepunkten.
Bei Hotels, Campingplätzen und Restaurants gibt es weitere 9 Stationen mit 17 Ladepunkten, von denen einige auch öffentlich zugänglich sind und bei 9 Ladepunkten ist das Laden für die jeweiligen Gäste kostenlos:
Ich gehe nicht davon aus, dass man mit einem Elektroauto irgendwann mal Parkentgelte entrichten muss, um an einer Ladestation zu stehen, während das Auto dort zum Laden steht.
Dass es primär um etwas ganz anderes ging, ist Dir aber aufgefallen?
In einem ersten Schritt könnte man ja mal Dieselfahrzeuge bei der Energiesteuer genauso behandeln wie Benziner. Da wären die ersten 7-8 Mrd. im Jahr im Sack. In einem zweiten Schritt könnte man sich anschauen, wie andere Staaten das handhaben. Großbritannien zum Beispiel.
Zumal ich jetzt insbesondere Wohnmobilverwender gerade nicht der Gruppe der rasenden Reisenden zugeordnet hätte, bei denen es auf jede Sekunde ankommt.
Wikipedia kennt “Etmal” als Zeitspanne sowie zugehörige Wegstrecke im Bereich der Schifffahrt…
Was aber ein gutes Stichwort ist: Im Schiffsverkehr startet die Elektrifizierung auch schon erfolgreich bei einigen Fährrouten - und das ist für Passagiere, Besatzung, Hafenpersonal, Besucher und ggf. Anwohner definitiv eine Verbesserung!
In welchem Zusammenhang das auch ursprünglich hier gemeint war, trotzdem dazu:
Es gibt schon regelmäßig suboptimale Konstellationen: Schnellladesäulen auf Supermarktparkplätzen sollten schon auch ausserhalb der Öffnungszeiten genutzt werden dürfen - das ist oft nicht wirklich gut geregelt, manchmal Schranke zu, manchmal Parkraumüberwachung, Vertragsstrafen,…
Die Idee ist halt, dass die Leute dort laden sollen, während sie einkaufen. Darüber hinaus kann man sich vieles wünschen, aber am Ende bestimmt der Betreiber, ob er Dritten die unbeschränkte Zufahrt auf das Gelände (und da kann man ja nicht nach beabsichtigter Nutzung unterscheiden) auch außerhalb der Öffnungszeiten ermöglichen wollen. Im Übrigen kenne ich es nur so, dass Elektroautos während des Ladens dort stehen dürfen.
Aber klar: kann schon sein, dass sich Betreiber der Säule und Betreiber des Supermarktes mitunter darüber einig sind, dass nur während des Einkaufens dort geladen werden darf. Das dürfte dann aber auch nur Schnellladesäulen betreffen, an denen man im Normalfall ja auch nicht ewig lange stehen muss (meist ja nicht länger als 20-30 Minuten). Auf einem Supermarktparkplatz eine 11 KW-Ladesäule aufzustellen, macht ja an sich eher wenige Sinn.
In absoluten Zahlen gesprochen: seit 2020 ist der PKW-Bestand um 1,8 Mio. angestiegen. Die Veränderungen nach Antriebsart:
Benzin: - 2,2 Mio.
Diesel: -1,7 Mio.
Elektro: + 1,9 Mio.
Hybrid: + 3,8 Mio.
Für Supermärkte kann ich nicht sprechen, aber mir ist auf einem dem Anschein nach öffentlichen Parkplatz vor etwas mehr als 2 Jahren in der Nähe von Wismar genau so widerfahren. Parkentgelt auch für die Ladezeit. Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ja.
Ganz genau habe ich mir den Parkplatz allerdings nicht angeschaut.
Noch besser: Vergessen wir doch zunächst einmal den Bruchteil der Fahrzeuge, die wegen ihrer Bauart eher ungeeignet für Elektroantrieb sind.
Vergessen wir dann auch zunächst noch den Bruchteil aller Fahrzeugnutzer, für die ein Elektrofahrzeug massive Probleme bringen würde.
Kümmern wir uns um den Rest - mögen es 80 Prozent sein - die jetzt und heute umsteigen könnten. Die, die an einem regelmäßig genutzten Stellplatz laden können und täglich weniger als 200 km fahren, oder die, die kein Eigenheim haben, aber nur rund 30 km täglich fahren und einmal wöchentlich an einer Ladestation halten können.
Dann prügeln wir den Autodesignern die Vorstellung aus den Hirnen heraus, Elektroautos müssten unbedingt futuristisch aussehen, am besten einen 120 cm breiten Touchscreen haben und ganz ohne Schalter auskommen.
Wenn ich sehe, was die Konzerne mir als „Zukunft des Automobils“ verkaufen wollen, dann behalte ich halt meinen Alten.
Ich will kein Auto,
was ständig online ist,
was dauerhaft meinen Standort an eine dilletantisch gesicherte Datenbank meldet,
bei dem ich zum Ändern der Lüftungstemperatur soviel Zeit brauche, dass ich dabei eine ganze Grundschulklasse überfahren kann,
bei dem ich für die Nutzung von Sitzheizung, Heckscheibenwischer oder Radio ein Abo zu 15€ im Monat abschließen muss
welches dem Hersteller ständig mitteilt, wie ich gerade fahre, ob ich regelmäßig stark bremse oder in den Fahrersitz pupse.
Das gibt es nicht nur erst seit der Einführung der BEV, Verbrenner können das genau so gut.
Was hat das mit dem Antriebssystem zu tun, wenn der Hersteller sich amateurhaft verhält?
Wir drehen entweder an einem physischen Drehrad oder betätigen einen physischen Wippschalter. Alternativ gibt es auch Spracheingabe.
Das ist unabhängig von der Antriebsart. Bei unseren BEV benötigen wir keine Abos.
Eine kleinere Kontrollinstanz hat was für sich.
Das ist schon lange Vergangenheit. Einige der Assistenzsysteme sind bei Neuwagen sogar vorgeschrieben, auch der Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner. Ansonsten fahre einen VW Käfer, der hat das alles nicht.
Ich habe das auch nicht auf die Antriebsart bezogen, sondern ganz allgemein auf das, was einem aktuell so angeboten wird.
Wobei ich schon den Eindruck bekommen hatte, dass die Entwickler bei BEV ganz besonders hemmungslos in die Gruselkiste der technischen Gimmicks greifen.
Jedenfalls habe ich aktuell so überhaupt gar keine Lust, eine rollende X-Box zu kaufen - ganz egal, ob diese Öl verbrennt oder Ionen wandern lässt.
Bei jedem neuen Modell, egal welche Antriebsart das Fahrzeug hat, werden die Assistenzsysteme weiterentwickelt. Und das ist auch gut so.
Mich erinnern manche Argumente an die Zeit, als die Sicherheitsgurte eingeführt wurden. “Will ich nicht, brauche ich nicht, haben wir früher auch nicht gehabt”. Sich bloß nicht mal mit neuen (und meist sinnvollen) Technologien beschäftigen müssen.
1970 gab es mehr als 21000 Tote auf unseren Straßen. 2025 nur noch etwa 2800. Das hat (auch) mit Weiterentwicklung der Fahrzeuge und neuen Assistenzsystemen zu tun. Wenn wir nur mit unseren alten Schüsseln rumfahren würden, hätten wir wohl einiges verkehrt gemacht, sowohl für die Umwelt als auch für die Verkehrssicherheit.
Nur haben viele der heute eingebauten Gimmicks keinerlei Sicherheitsgewinn sondern bestenfalls Kostenersparnis für den Hersteller, oder einen Gewinn an Kundendaten zur Folge aber aber eben keinerlei Sicherheit.
Bei Assistenten wie Bremsassistent, oder Spurhalteassistent kann man noch mit der Sicherheit argumentieren, wenn die Dinger fehlerfrei funktionieren, was sie oft nicht so ganz tun.
Beim Geschwindigkeitsassistenten der Verkehrszeichen liest, wird es schon schwieriger, wenn dieser auf einmal eine Vollbremsung mitten auf der Autobahn beim Überholvorgang hinlegt, weil auf dem gerade überholten LKW hinten ein roter Kreis mit 80 aufgeklebt ist. Oder (selbst schon erlebt) bremst weil oben auf der Brücke unter der man gerade durch fährt eine 70er Begrenzung steht, die aber eben nur für die Straße oben auf der Brücke und nicht für die Autobahn darunter gilt. Ja klar kann man das dann durch Vollgas oder so überbrücken, aber das hat dann nichts mehr mit entspanntem Fahren zu tun, und mit Sicherheit erst recht nicht.
Und warum es sicherer ist, ein Touchpad einzubauen um Heizung oder Lüftung etc zu regeln, bei dem man dann immer hinsehen muss, was man tut, anstelle von taktil fühlbaren Schaltern, die man blind bedienen kann, und dabei die Augen auf der Straße lässt. Oder warum das Fahrzeug ständig nach Hause telefoniert, um dem Hersteller zu sagen wo ich bin (das geht den gar nichts an!), wirst Du mir vermutlich auch nicht erklären können. Aber um genau diese Funktionen ging es.
Meine Schilder-Erkenn- Software hat niemals gebremst - die hat immer nur gepiepst, wenn ich die Geschwindigkeit um die von mir selbst eingestellte Grenze überschritten hatte. Ich konnte es aber auch einfach komplett ausschalten
Das Einzige was tatsächlich eigenständig gebremst hat, war
der Assistent der reinspringt wenn man rückwärts aus einer Parklücke fährt und etwas in seinem „Sichtfeld“ erscheint. Und das ist auch gut so (es sei denn man will gerade rückwärts in eine Wiese fahren, dann muss man ihn ausschalten) …
der Assistent, der eine Notbremsung einleitet, wenn man mit Schwung auf ein Hindernis zufährt und keine Anstalten macht selber zu bremsen - der sprang aber auch nur ein wenn man vorher sein Gepiepse und Gewarne ignoriert hat (habe ich extra mal auf einen Parkplatz mit großen leeren Umzugskartons ausprobiert, weil ich wissen wollte was das Teil so macht, bevor es mich auf der Fahrt überrascht)
der Abstandsassistent, der ja aber auch nur dann eingeschaltet war, wenn man auch den Tempomaten drin hatte (den fand ich mal richtig gut, vor allem in Staus)
Insgesamt war das Auto wesentlich hysterischer als mein Mann hat aber auch so gut wie nie eingegriffen sofern eben nur gepiept
Die meisten der Assistenzsysteme haben tatsächlich ihren Sinn und wurden vor einem ernsten Hintergrund entwickelt. Trotzdem entbinden sie einen natürlich nicht von einer gewissen Eigenverantwortung
…vor allem den Spurhalteassistent fand ich sehr gewöhnungsbedürftig wenn der in Baustellen direkt die Baugrube ansteuerte, weil er mit den verschiedenen Linien auf der Straße nicht zurecht kam
Vollbremsung ja eher nicht, aber davon abgesehen, kann der Hersteller nichts dafür, weil die Funktion (die man übrigens deaktivieren kann) für Neuzulassungen seit 2024 Pflicht ist.
Und beim Lexus hat man sich damals beschwert, weil der über 100 Schalter und Tasten hatte. Ich kann nicht für andere Fahrzeuge sprechen, aber bei meinem VW gibt es zwei berührungssensitive Flächen, die ich nur so grob treffen muss, um die Temperatur zu ändern. Es würde mich nicht wundern, wenn man das ganze Zeug auch durch Sprachbefehle steuern könnte.
Ging es hier aber nicht eher um die Frage, ob BEV eine Alternative sind?
Übrigens auch seit Mitte 2024 für Neuwagen vorgeschrieben wie auch der Rückfahrassistent, der Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner, der Notbremsassistent und einiges andere auch. Darüber kann man sich natürlich auch aufregen, aber am Ende dienen diese Regelungen dazu, dass auch die Benutzer von Kleinwagen in den Genuss von ggfs. lebensrettenden Assistenten geraten, die die Hersteller zuvor entweder komplett Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse vorbehalten hatten oder sich bei Kleinwagen sehr, sehr teuer bezahlen ließen.
Auch wenn das wieder nichts mit dem Antrieb zu tun hat, so geht z.B. VW wieder weg von den Slidern und Touchpads. Die Entwicklung geht weiter und was sich nicht bewährt hat, verschwindet wieder.
Das kann ich gut nachvollziehen, unsere beiden sind keine. Es scheint aber in China ein anderer Geschmack vorzuherrschen, die stehen IMHO öfters im Stau, als dass sie fahren. Dann gehört ein saftiges Entertainment und das mobile Büro im Vordergrund.
Es scheint aber auch so zu werden, dass sich die chinesischen Hersteller vermehrt auch auf unsere Eigenheiten einstellen.
Bei eklatant mehr zugelassenen PKW, das kommt noch hinzu. 1970 waren hier rund 14 Millionen zugelassen, heute sind es knapp unter 50 Millionen.
Sie sind und bleiben aktuell und IMHO eine Alternative für sehr viele Szenarien, aber nicht für alle bis zum allerletzten Einzelfall. Keine Frage, flächendeckend sind sie es und müssen es auch werden.
Wobei es indirekt schon ein wenig mit dem Umstieg an sich zu tun hat. Wenn man denn schon neu entwickeln muss, dann kann man dabei auch die moderneren Assistenten integrieren. Teilweise muss man es sogar.