Hallo Robert!
Ich würde sagen, das hängt von der „Schule“ bzw. von Trainer ab.
Ich mache seit ca. 3 Jahren (äußerst unregelmäßig, da Familie, Beruf, Kinder) Jiu-Jitsu. Natürlich lernen wir das ganze auch nach „Lehrplan“, aber unser Sensei erklärt uns sehr wohl den Unterschied zwischen „Sport“ und „Straße“.
Einer unserer Schwarzgürtel arbeitet überhaupt als Security-Beauftragter bei verschiedenen Veranstaltungen, von dem bekommen wir immer wieder wertvolle Tipps, die mit dem Sport für Prüfungen und Wettbewerbe nichts zu tun haben.
Gewisse Griffe, Hebel, etc. dürfte er in der Praxis beim durchschnittlichen Opfer gar nicht anwenden, da dieses meist nur „besoffen“ ist, er es aber schwer verletzen würde (und es für ihn genug Möglichkeiten gibt, das Opfer unverletzt zu fixieren).
Andererseits spräche nichts gegen Techniken, wo ich bewusst in Kauf nehme, dass der Gegner ernsthaft verletzt wird, wenn ich als Frau mit wenig Prüfungen mich so gegen eine versuchte Vergewaltigung wehre (weil ich anders ev. überhaupt keine Chance hätte; d.h. er darf nach meiner Verteidigung nicht in der Lage sein, mir nachzurennen oder mich nochmals anzugreifen, da er beim 2. Versuch wüsste, dass ich mich wehre, damit ist meine Verteidigung viel schwieriger).
ich würde gerne wissen was ihr von „sportlicher“
Selbstverteidigung haltet. In vielen Kampfsportarten (zB
Shotokan Karate, Taekwondo) werden zur Prüfung automatisierte
Selbstverteidiungstechniken abverlangt, welche nur zu einem
sehr kleinen Teil einer realen SV entpsrechen.
Ich musste mit ansehen wie ein Prüfling (für eine
Braungurtprüfung) 10 (ZEHN !!!) verschiedene Methoden
vorzeigen soltle um ein Messer abzuwehren, aber alle nach
vorgeschriebenen Schema.
Wenn du 10 verschiedene Techniken beherrscht (automatisiert), ist die Chance immerhin gegeben, dass dir im Realfall zumindest eine brauchbare einfällt. Unserer Sensei sagt uns aber regelmäßig, dass wenn einer mit der Waffe geübt ist, du ohne Waffe kaum eine Chance hast.
Und alle waren derart unrealistisch und dadurch gefährlich
(tödlich bis gesundheitsbedrohend)…
wie gesagt, nicht wenn er den Sportlern „reinen Wein“ einschenkt. Sie wissen, sie machen „nur“ Sport, keine Übung für dunkle Straßen.
lg. Christine