'sportliche' Selbstverteidiung

Hallo,

ich würde gerne wissen was ihr von „sportlicher“ Selbstverteidigung haltet. In vielen Kampfsportarten (zB Shotokan Karate, Taekwondo) werden zur Prüfung automatisierte Selbstverteidiungstechniken abverlangt, welche nur zu einem sehr kleinen Teil einer realen SV entpsrechen.
Ich musste mit ansehen wie ein Prüfling (für eine Braungurtprüfung) 10 (ZEHN !!!) verschiedene Methoden vorzeigen soltle um ein Messer abzuwehren, aber alle nach vorgeschriebenen Schema.
Und alle waren derart unrealistisch und dadurch gefährlich (tödlich bis gesundheitsbedrohend)…

Was ist euere Meinung zu diesem Thema?

Danke,

fighters-board

Hallo Robert!

Ich würde sagen, das hängt von der „Schule“ bzw. von Trainer ab.

Ich mache seit ca. 3 Jahren (äußerst unregelmäßig, da Familie, Beruf, Kinder) Jiu-Jitsu. Natürlich lernen wir das ganze auch nach „Lehrplan“, aber unser Sensei erklärt uns sehr wohl den Unterschied zwischen „Sport“ und „Straße“.

Einer unserer Schwarzgürtel arbeitet überhaupt als Security-Beauftragter bei verschiedenen Veranstaltungen, von dem bekommen wir immer wieder wertvolle Tipps, die mit dem Sport für Prüfungen und Wettbewerbe nichts zu tun haben.
Gewisse Griffe, Hebel, etc. dürfte er in der Praxis beim durchschnittlichen Opfer gar nicht anwenden, da dieses meist nur „besoffen“ ist, er es aber schwer verletzen würde (und es für ihn genug Möglichkeiten gibt, das Opfer unverletzt zu fixieren).
Andererseits spräche nichts gegen Techniken, wo ich bewusst in Kauf nehme, dass der Gegner ernsthaft verletzt wird, wenn ich als Frau mit wenig Prüfungen mich so gegen eine versuchte Vergewaltigung wehre (weil ich anders ev. überhaupt keine Chance hätte; d.h. er darf nach meiner Verteidigung nicht in der Lage sein, mir nachzurennen oder mich nochmals anzugreifen, da er beim 2. Versuch wüsste, dass ich mich wehre, damit ist meine Verteidigung viel schwieriger).

ich würde gerne wissen was ihr von „sportlicher“
Selbstverteidigung haltet. In vielen Kampfsportarten (zB
Shotokan Karate, Taekwondo) werden zur Prüfung automatisierte
Selbstverteidiungstechniken abverlangt, welche nur zu einem
sehr kleinen Teil einer realen SV entpsrechen.
Ich musste mit ansehen wie ein Prüfling (für eine
Braungurtprüfung) 10 (ZEHN !!!) verschiedene Methoden
vorzeigen soltle um ein Messer abzuwehren, aber alle nach
vorgeschriebenen Schema.

Wenn du 10 verschiedene Techniken beherrscht (automatisiert), ist die Chance immerhin gegeben, dass dir im Realfall zumindest eine brauchbare einfällt. Unserer Sensei sagt uns aber regelmäßig, dass wenn einer mit der Waffe geübt ist, du ohne Waffe kaum eine Chance hast.

Und alle waren derart unrealistisch und dadurch gefährlich
(tödlich bis gesundheitsbedrohend)…

wie gesagt, nicht wenn er den Sportlern „reinen Wein“ einschenkt. Sie wissen, sie machen „nur“ Sport, keine Übung für dunkle Straßen.

lg. Christine

Hallo Robert,

die Kampfkunst ist ein Handwerk und eine Kunst. Natürlich lernt man am Anfang die Grundtechniken.
Aber wenn man die Grundtechniken gelernt hat und ein Gefühl für die dahinterliegenden Prizipien entwickelt hat, hebt man sich über die Grundtechniken hinweg.
Jeder Meister im Handwerk, Kunst oder Kampfkunst hat seinen eigenen Stil und seine eigenen Methoden. Deswegen gibt es soviele Stile wie Meister.

Die Geschichte mit den Schüler oder Meistergraden ist eigentlich entbehrlich und dient eher dem Stolz der Beteiligten, als das hier wirklich die persönliche Weiterentwicklung gefördert wird.

Wozu 10 Techniken, wenn eine sehr gute Technik ausreicht. Die wirkliche Meisterschaft wird erreicht, wenn es überhaupt keine Technik mehr gibt sondern nur noch die erfolgreiche Bewegung.

Gruß
Carlos

extrem skeptisch
Hi,
ich halte nicht besonders viel davon. Ich glaube, dass man sehr genau zwischen Sport und realem Kampf auf der Straße unterscheiden sollte, das Beispiel Messerabwehr zeigt sehr gut warum.

Ich musste mit ansehen wie ein Prüfling (für eine
Braungurtprüfung) 10 (ZEHN !!!) verschiedene Methoden
vorzeigen soltle um ein Messer abzuwehren

Ich frage mich, ob den Prüflingen ein paar elementare Dinge zuvor klar gemacht wurden:

  1. Meiner Ansicht nach hat man immer, egal wie gut man trainiert ist, eine 70-80%ige Chance, sich eine lebensbedrohliche Verletzung zuzuziehen, wenn der andere ein scharfes Messer in der Hand hat, es ernst meint und kein kompletter Idiot ist. Ich habe in meinem Leben nicht viele Messerstechereien gesehen, aber bei keiner von denen hat der ohne Messer eine sonderlich gute Figur gemacht. Irgendwie scheint das in Hollywood häufiger vorzukommen, vielleicht muss ich mal dahin gehen.

Das Gefährliche ist, dass die Leute sich evt. einbilden, sie wären überlegen, dabei muss man bei einem Agressor auf der Straße natürlich auch damit rechnen, dass er Kampferfahrung hat, in der Regel sogar ne Menge. Selbstverteidigung sollte nur der ALLERLETZTE Ausweg sein, habe das leider in Vereinen nicht so häufig so explizit gehört.

  1. Ich glaube, dass man nichts wirklich kann, was man nicht in der Praxis häufiger ausprobiert hat. Ich habe oft festgestellt, dass Leute, die mir technisch in allen möglichen Kampfsportarten weit überlegen waren, einfach das Problem hatten, dass ich durchs Boxen mehr Übung darin hatte, eins auf die Omme zu kriegen und trotzdem weiterzumachen. Vor allem bei SV-Kursen für Frauen wird häufig überhaupt nichts vollkontakt trainiert, ich glaube, dass das überhaupt nichts bringt.
    Das ist mit so extremen Dingen wie Messerabwehr natürlich besonders schwierig, denn wie gewöhnt man sich daran, mit durchgeschnittenem Trizeps weiterzukämpfen? Und man kann viele Antworttechniken (z.B. Fingerstiche ins Auge etc.) auch nur sehr theoretisch üben.

Noch eine kleine Privatmeinung: Sprint über 400-600 Meter halte ich für eine extrem gute Selbstverteidigung, in 90% aller kritischen Situationen, in die ich selbst auf der Straße gekommen bin, konnte ich abhauen. Habe noch keinen Kampfsportverein gesehen, wo das trainiert wird.
lg
F.

Danke für die vielen Interessanten Antworten!

@ Fredun Mazaheri:

„Das Gefährliche ist, dass die Leute sich evt. einbilden, sie wären überlegen“
– genau das ist der Punkt welcher die Gefahr beinhaltet. Die Schüler werden mit Vertrauen in ihre eigenen Techniken voll gestopft und überschätzen sich dann derart. Aber ist ja auch selbstverständlich, alle diese „gutausehenden“ Techniken funktionieren auch einwandfrei (im Training) und man hat sie ebenfalls tausendmal geübt. Doch dass der Angreifer auf der Strasse nicht mit einem geraden Faustoß angreift und es dabei belässt, erfährt man erst in der Realität…

„dass ich durchs Boxen mehr Übung darin hatte, eins auf die Omme zu kriegen…“

  • galant ausgedrückt und trifft es auf den Punkt

@ Christine:

„Wenn du 10 verschiedene Techniken beherrscht (automatisiert), ist die Chance immerhin gegeben, dass dir im Realfall zumindest eine brauchbare einfällt.“

  • ich finde die Ansicht nicht ganz „richtig“, wer automatisierte Techniken beherrscht der kann sie sicher zum größten Teil nur auf das anwenden wozu sie gedacht sind. Weicht dann aber der Angreifer vom gedachten Bild ab, so sollte man nicht erst überlegen müssen („einfällt“) welchen nächsten Automatismus man nun verwendet, sondern sofort drauf reagieren (wie man es fast nur durch praktische Erfahrung lernen kann). Mich würden 10 verschiedene Techniken im Ernstfall verwirren…

„… sie machen „nur“ Sport, keine Übung für dunkle Straßen.“

  • genau :smile:

Robert von fighters-board.de

moinsen!

Selbstverteidigung sollte

nur der ALLERLETZTE Ausweg sein, habe das leider in Vereinen
nicht so häufig so explizit gehört.

Noch eine kleine Privatmeinung: Sprint über 400-600 Meter
halte ich für eine extrem gute Selbstverteidigung, in 90%
aller kritischen Situationen, in die ich selbst auf der Straße
gekommen bin, konnte ich abhauen. Habe noch keinen
Kampfsportverein gesehen, wo das trainiert wird.
lg
F.

leider kann ich nur einen stern verteilen aber für das posting hättest du 10 verdient!!
wie singt Fischmob so schön in „Ey Alder“ …lieber 5 min feige als ein lebenlang tot…!( wobei ich wegrennen nicht für feige sondern extrem intelligent und mutig halte!)
grüße steve

*gaehn* nicht schon wieder…
Hi Robert!

Sportliche SV ist Mist. Denn sobald Sport im Spiel ist siehst Du von echter SV ab. Auf der Strasse wird ein Tritt zwischen die Beine eben immer legal bleiben und wenn Du auf Wettkampf kaempfst brauchst Du darauf nicht reagieren, weil er immer verboten bleibt und eine Finte sein koennte.

Automatisierung ist enorm wichtig, denn nur so wird der Lernende jemals in der Lage sein in einer echten Gefahrensituation korrekt zu reagieren.

Allerdings gebe ich Dir Recht, wenn Du sagst, dass die meisten Techniken Schrott sind.

Guertelfarben haben im Uebrigen noch nie etwas ueber den Kenntnis-, dem Erfahrungsgrad noch ueber das eigentliche Koennen ausgesagt. Wer das heute noch glaubt ist ein Idiot!

TapouT

Hi Christine!

Ich würde sagen, das hängt von der „Schule“ bzw. von Trainer
ab.

Das prinzipiell immer.

Gewisse Griffe, Hebel, etc. dürfte er in der Praxis beim
durchschnittlichen Opfer gar nicht anwenden, da dieses meist
nur „besoffen“ ist, er es aber schwer verletzen würde (und es
für ihn genug Möglichkeiten gibt, das Opfer unverletzt zu
fixieren).

Das gilt zwar auch in Deutschland, allerdings mache ich mir da nichts draus. Wie schnell glaubst Du hast Du bei einem besoffenen ein Messer im Ruecken? Wer mich angreift hat Pech gehabt. Natuerlich sehe ich von Genickhebeln ab, aber sonst wird gedroschen bis sich nix mehr bewegt. Nur so kannst Du Dir sicher sein.

d.h. er darf nach meiner Verteidigung nicht in
der Lage sein, mir nachzurennen oder mich nochmals
anzugreifen.

Meine Rede.

Wenn du 10 verschiedene Techniken beherrscht (automatisiert),
ist die Chance immerhin gegeben, dass dir im Realfall
zumindest eine brauchbare einfällt. Unserer Sensei sagt uns
aber regelmäßig, dass wenn einer mit der Waffe geübt ist, du
ohne Waffe kaum eine Chance hast.

Sie darf eben nicht EINFALLEN. Sie muss passieren.

TapouT

Hi Carlos!

die Kampfkunst ist ein Handwerk und eine Kunst. Natürlich
lernt man am Anfang die Grundtechniken.
Aber wenn man die Grundtechniken gelernt hat und ein Gefühl
für die dahinterliegenden Prizipien entwickelt hat, hebt man
sich über die Grundtechniken hinweg.
Jeder Meister im Handwerk, Kunst oder Kampfkunst hat seinen
eigenen Stil und seine eigenen Methoden. Deswegen gibt es
soviele Stile wie Meister.

Ein wahres Wort.

Die Geschichte mit den Schüler oder Meistergraden ist
eigentlich entbehrlich und dient eher dem Stolz der
Beteiligten, als das hier wirklich die persönliche
Weiterentwicklung gefördert wird.

Ich sehe die einzelnen Schulergrade und Meistergrade (Guertelfarben) ebenfalls nur als ein positives Sanktions- oder Motivationssystem.

Wozu 10 Techniken, wenn eine sehr gute Technik ausreicht. Die
wirkliche Meisterschaft wird erreicht, wenn es überhaupt keine
Technik mehr gibt sondern nur noch die erfolgreiche Bewegung.

ack.

TapouT

Hi Fredun!

ich halte nicht besonders viel davon. Ich glaube, dass man
sehr genau zwischen Sport und realem Kampf auf der Straße
unterscheiden sollte

Ich kann das nicht oft genug unterstreichen!!!

  1. Meiner Ansicht nach hat man immer, egal wie gut man
    trainiert ist, eine 70-80%ige Chance, sich eine
    lebensbedrohliche Verletzung zuzuziehen, wenn der andere ein
    scharfes Messer in der Hand hat, es ernst meint und kein
    kompletter Idiot ist. Ich habe in meinem Leben nicht viele
    Messerstechereien gesehen, aber bei keiner von denen hat der
    ohne Messer eine sonderlich gute Figur gemacht.

Naja es geht. Es kommt immer drauf an. Aber ich moechte einem Messerstecher auch nicht unbewaffnet gegenuebertreten.

Das Gefährliche ist, dass die Leute sich evt. einbilden, sie
wären überlegen, dabei muss man bei einem Agressor auf der
Straße natürlich auch damit rechnen, dass er Kampferfahrung
hat, in der Regel sogar ne Menge. Selbstverteidigung sollte
nur der ALLERLETZTE Ausweg sein, habe das leider in Vereinen
nicht so häufig so explizit gehört.

Nunja, das kann man gerne immer wieder so schreiben. Wie soll ich sagen? Wenn mich jemand offensichtlich angreift ist bei mir definitiv der letzte Geduldsfaden gerissen.

  1. Ich glaube, dass man nichts wirklich kann, was man nicht in
    der Praxis häufiger ausprobiert hat. Ich habe oft
    festgestellt, dass Leute, die mir technisch in allen möglichen
    Kampfsportarten weit überlegen waren, einfach das Problem
    hatten, dass ich durchs Boxen mehr Übung darin hatte, eins auf
    die Omme zu kriegen und trotzdem weiterzumachen.

Boxer ist eine Kampfkunst. Boxer sind meistens extrem gute Kampfkuenstler. Sie lernen keine SV, aber eine Kampfkunst und die Jungs sind hart, haben ein gutes Distanzgefuehl und sie koennen austeilen bis zum umfallen (woertlich).

Vor allem bei
SV-Kursen für Frauen wird häufig überhaupt nichts vollkontakt
trainiert, ich glaube, dass das überhaupt nichts bringt.
Das ist mit so extremen Dingen wie Messerabwehr natürlich
besonders schwierig, denn wie gewöhnt man sich daran, mit
durchgeschnittenem Trizeps weiterzukämpfen? Und man kann viele
Antworttechniken (z.B. Fingerstiche ins Auge etc.) auch nur
sehr theoretisch üben.

Ich rate immer wieder von SV-Kursen ab, aber es ist klar. Wieviele Frauen wuerden noch demotivierter aus diesen Kursen gehen, wenn sie „Vollkontakt“ gegen einen Mann ranmuessten. 90% aller Frauen waren selbst nach jahrelangem Training nicht in der Lage sich selbst zu verteidigen. Und ich habe viele Frauen getroffen und viel Kampfkuenste gesehen. SV-Kurse dienen der Geldmacherei und vermitteln ein falsches Selbstbewusstsein.

Noch eine kleine Privatmeinung: Sprint über 400-600 Meter
halte ich für eine extrem gute Selbstverteidigung, in 90%
aller kritischen Situationen, in die ich selbst auf der Straße
gekommen bin, konnte ich abhauen. Habe noch keinen
Kampfsportverein gesehen, wo das trainiert wird.

Doch hab’ ich. Die sind sogar sehr erfolgreich. Bei der Leichtathletik Abteilung bei Bayer Leverkusen ;0)

TapouT

Hi steve!

Selbstverteidigung sollte

nur der ALLERLETZTE Ausweg sein, habe das leider in Vereinen
nicht so häufig so explizit gehört.

Allerletzter Ausweg als Aussage gilt es zu relativieren.

leider kann ich nur einen stern verteilen aber für das posting
hättest du 10 verdient!!
wie singt Fischmob so schön in „Ey Alder“ …lieber 5 min
feige als ein lebenlang tot…!( wobei ich wegrennen nicht für
feige sondern extrem intelligent und mutig halte!)
grüße steve

Das kommt drauf an. Wegrennen ist nicht immer mutig und intelligent z.B. in Bezug auf unterlassene Hilfeleistung, Zivilcourage etc.

Ich sag’ immer: lieber einmal zu feste zugeschlagen und nachgetreten als ein lebenlang am Katheder.

TapouT

Hi Robert nochmal!

„Das Gefährliche ist, dass die Leute sich evt. einbilden, sie
wären überlegen“
– genau das ist der Punkt welcher die Gefahr beinhaltet. Die
Schüler werden mit Vertrauen in ihre eigenen Techniken voll
gestopft und überschätzen sich dann derart. […]

Tut mir leid, aber wer so hirnverbrannt (auch als Schueler) so durch die Welt zieht und wenn er einmal einen Boxkampf (Klitschko o.ae.) mal gesehen hat und dann glaubt, dass immer nur mit einem Oi-Tsuki angegriffen wird hat entweder einen IQ knapp ueber Zimmertemperatur oder gehoert in eine Hab-Mich-Lieb Jacke. Fuer solche Leute hab’ ich kein Herz, denn die sind nicht nur falsch geschult, sondern haben in jederlei Hinsicht den Bezug zur Realitaet verloren.

  • ich finde die Ansicht nicht ganz „richtig“, wer
    automatisierte Techniken beherrscht der kann sie sicher zum
    größten Teil nur auf das anwenden wozu sie gedacht sind.
    Weicht dann aber der Angreifer vom gedachten Bild ab, so
    sollte man nicht erst überlegen müssen („einfällt“) welchen
    nächsten Automatismus man nun verwendet, sondern sofort drauf
    reagieren (wie man es fast nur durch praktische Erfahrung
    lernen kann). Mich würden 10 verschiedene Techniken im
    Ernstfall verwirren…

Dich vielleicht ja. Aber 10 verschiedene Techniken mit verschiedenen Angriffswinkeln und Messerhaltungen finde ich 10 nicht zuviel. Du hast recht die Verteidigung sollte passieren und der Verteidigende hat de facto keine Zeit um zu ueberlegen. Man kann Messerabwehr nicht nur durch Praxis erlernen. DAs ist voelliger Bloedsinn. Militaers werden auch erfolgreich in Messerabwehr ausgebildet, ohne dass staendig jemand stirbt, weil sie „scharf“ geuebt haben.

TapouT

hallo!
wir sprechen hier aber von SELBSTVERTEIDIGUNG!! sprich die situation wo mich der blonde kahlgeschoren hans oder der dunkle ali körperlich deformieren wollen!schon oft gehabt am WE wenn mann nur relaxt feiern will!und „nachtreten“ ist ja wohl ganz unterste schublade!so wie ich dich einschätze( nachdem posting+vika ) bist du jemand der keiner solche situation aus dem weg geht!!! solche leute sind mir suspekt!!
sorry!
steve

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo auch!
Also entweder ich mache Sport (welchen auch immer) oder ich muss mich selbst verteidigen … Sportlich gesehen habe ich selbst im Jiu Jitsu und Karate viele schöne Techniken geübt und übe noch. Auch das freie Kämpfen macht sportlich viel Spass und ich übe es gerne.
Sollte ich jedoch in freier Wildbahn mal gezwungen sein mich zu verteidigen, ist es mir ziehmlich egal, ob die Technik die mir dann automatisch! aus dem Körper kommt schön und perfekt ist. Welcher Kampfsportart sie entspringt ist mir dann wurscht. Wenn ich als erstes dem Kerl (davon geht man als Frau ja aus) zwischen die Beine trete und es wirkt, reicht mir das völlig. Auch würde ich immer die Variante des Weglaufens vorziehen. In keinem guten Dojo erzählt einem der Trainer, dass man sich jetzt perfekt wehren kann, vor allem wenn der Gegner bewaffnet ist. Wir üben bei uns auch mit scharfen Messern und siehe da - wir bewegen uns schneller und die Techniken funktionieren auch besser. Aber bei uns passt der Angreifer ja auch höllisch auf…
Lange Rede kurzer Sinn, ich komme nicht auf die Idee eine perfekte Kampfmaschine zu sein und bewege mich auch nicht so auf den Strassen. Allerdings lasse ich keinen Zweifel aufkommen, dass ein Angreifer mit erbitterter Gegenwehr zu rechnen hat. Was einige Typen im Parkhaus mit einer Eisentür am Kopf zum umdenken veranlasst hat - Glück gehabt.
Gruss
Quirli

Sportliche SV ist Mist. Denn sobald Sport im Spiel ist siehst
Du von echter SV ab.

Schlussfolgere ich daher richtig, dass wer Wettkämpfe mitmacht sofort benachteiligt ist, gegenüber gemanden der ausschliesslich „SV“ macht?

Ich denke nicht so.

Auf der Strasse wird ein Tritt zwischen
die Beine eben immer legal bleiben und wenn Du auf Wettkampf
kaempfst brauchst Du darauf nicht reagieren, weil er immer
verboten bleibt und eine Finte sein koennte.

Du hast also noch keinen Wettkampf mitgemact. Denn ich verspreche Dir, dass Du bei Techniken, die nicht erlaubt sind Dich trotzdem bewegen wirst … spätestens, wenn Du ein oder zweinmal Erfahrung gesammelt hast.

Automatisierung ist enorm wichtig, denn nur so wird der
Lernende jemals in der Lage sein in einer echten
Gefahrensituation korrekt zu reagieren.

… und Kampferfahrung? Also Situtationen erkennen, wenn man unter Stress ist und der Partner nicht „mitspielt“ - ist das nicht auch wichtig?

Allerdings gebe ich Dir Recht, wenn Du sagst, dass die meisten
Techniken Schrott sind.

Das erklär mir mal.

Guertelfarben haben im Uebrigen noch nie etwas ueber den
Kenntnis-, dem Erfahrungsgrad noch ueber das eigentliche
Koennen ausgesagt. Wer das heute noch glaubt ist ein Idiot!

Ist mir auch neu.

Chris

Hi!

Ich stimme Dir in vielem zu. Ich habe selbst schon ein paar nette Runden auch mit Boxern gedreht. Kommt man in deren Distanz, bekommt man ne dicke Lippe.

Aber um mal hierauf einzugehen:

Vor allem bei SV-Kursen für Frauen wird häufig überhaupt nichts vollkontakt trainiert, ich glaube, dass das überhaupt nichts bringt.

Wer glaubt, dass man in nem SV Kurs für Frauen die Wehrhaftigkeit verbessern muss - der irrt! Oder anders ausgedrückt: Wer Frauen verspricht, dass sie nach 10 Doppelstunden Sieger in einer Auseinandersetzung werden können, auch wenn das generische Exemplar 1/3 mehr wiegt ist ein Scharlatan.
Aber der Sinn eines SV Kurses ist vor allem eins: Richtiges Erkennen und Verhalten und den MUT (meist fehlt der Wille) in einer Gefahrensituation.
Ich finde Frauen SV Kurse sehr sinnvoll.

Chris

1 „Gefällt mir“

Nachtreten
Hallo,

und „nachtreten“ ist ja wohl ganz unterste schublade!

nein - nur gründlich. In den seltesten Fällen landet man einen 100% Treffer beim Gegner. Und was hat man davon, wenn er 10sec später wieder auf den Beinen steht ? Wenn mich jmd. mit einem Messer attackiert, ist es mir reichlich egal, in welchen Gesundheitszustand er sich nach dem Angriff befindet.

Gruss
Enno

2 „Gefällt mir“

Hi Steve!

Bin selber Auslaender und hatte schon Begegnungen mit Pitbull, Everlast und Lonsdale Traegern. Wer mich angreift, sollte sich besser warm anziehen. Ich attackiere und provoziere niemanden und will im Gegenzug dafuer in Ruhe gelassen werden. Wer das nicht akzeptieren kann muss auch mit Schlaegen bis zum bitteren Ende rechnen.

nachdem posting+vika ) bist du jemand der keiner solche
situation aus dem weg geht!!! solche leute sind mir suspekt!!

Ich muss nicht aus dem Weg gehen, sondern die Leute sollen sich von mir fernhalten und nicht dumm rumpoebeln. Ob ich Dir suspekt bin ist mir eigentlich ziemlich Latte, aber Du gehoerst gerade schon dazu. Du gehst mir auf’n Sack, obwohl ich Dir nix getan habe und Du mich nicht im entferntesten kennst.

sorry!

Brauchst Dich nicht entschuldigen, aber Deine voreiligen Wertungen sprechen fuer sich.

TapouT

Hi!

Danke, Enno! Du hast es wenigstens kapiert.

Lieber einmal mehr nachgetreten als ein lebenlang am Katheder.

TapouT

Hi XChris!

Schlussfolgere ich daher richtig, dass wer Wettkämpfe mitmacht
sofort benachteiligt ist, gegenüber gemanden der
ausschliesslich „SV“ macht?

Solche Plakativaussagen sind sehr gefaehrlich. Aber prinzipiell ist er benachteiligt, da er z.B. verschiedene Angriffe ausblendet. Bevorteilt ist er durch sein Auge, seine Reflexe und Erfahrung. Aber wer nicht umschalten kann, hat schlechte Karten.

Du hast also noch keinen Wettkampf mitgemact. Denn ich
verspreche Dir, dass Du bei Techniken, die nicht erlaubt sind
Dich trotzdem bewegen wirst … spätestens, wenn Du ein oder
zweinmal Erfahrung gesammelt hast.

Ich kenne Wettkaempfe und ich kenne das Sparring. Sowas gewoehnst Du Dir ab, wenn Du zweimal im Finale auf eine derartige bloede Finte reingefallen bist und die Deutschland Teilnahme verpasst.

… und Kampferfahrung? Also Situtationen erkennen, wenn man
unter Stress ist und der Partner nicht „mitspielt“ - ist das
nicht auch wichtig?

Wie willst Du denn Kampferfahrung simulieren? Jetzt sag’ mir bitte nicht durch Sparring. Das ist Schwachsinn. Eine echte Schlaegerei endet nach spaetestens 2 Minuten und verlaeuft in 90% aller Faelle am Boden.

Das erklär mir mal.

Wer ein Messer mit einem Fuss abwehrt und zur Seite „blockt“ sich dabei eindreht um einen Fussfeger zu landen ist zweierlei genial und wahnsinnig. Es gibt noch viele solcher „Messerabwehren“.

TapouT