'sportliche' Selbstverteidiung

Hi XChris!

Schlussfolgere ich daher richtig, dass wer Wettkämpfe mitmacht
sofort benachteiligt ist, gegenüber gemanden der
ausschliesslich „SV“ macht?

Solche Plakativaussagen sind sehr gefaehrlich. Aber
prinzipiell ist er benachteiligt, da er z.B. verschiedene
Angriffe ausblendet. Bevorteilt ist er durch sein Auge, seine
Reflexe und Erfahrung. Aber wer nicht umschalten kann, hat
schlechte Karten.

Ich denke eher, dass der, der nie nen Wettkampf besucht hat von der Aggressivität überrannt wird.
Ist Wettkampf nicht eine Säule des Training? So wie Grundschule, Sparring … usw?

Ich kenne Wettkaempfe und ich kenne das Sparring. Sowas
gewoehnst Du Dir ab, wenn Du zweimal im Finale auf eine
derartige bloede Finte reingefallen bist und die Deutschland
Teilnahme verpasst.

Gehören Finten nicht auch für nen Kampf den man gar nicht haben will dazu?

Wie willst Du denn Kampferfahrung simulieren? Jetzt sag’ mir
bitte nicht durch Sparring. Das ist Schwachsinn. Eine echte
Schlaegerei endet nach spaetestens 2 Minuten und verlaeuft in
90% aller Faelle am Boden.

Distanzgefühl, Partnerverhalten … das lernt man super gut im Wettkampf.
Das mit dem Boden ist so. Aber da ist der Kampf ja auch noch nicht zuende. Auch nicht der Wettkampf.

Wer ein Messer mit einem Fuss abwehrt und zur Seite „blockt“
sich dabei eindreht um einen Fussfeger zu landen ist zweierlei
genial und wahnsinnig. Es gibt noch viele solcher
„Messerabwehren“.

Wenn er’s kann … ich kanns nicht.

:wink:

Chris

SV vs. Wettkampfsport
Hi XChris!

Ich denke eher, dass der, der nie nen Wettkampf besucht hat
von der Aggressivität überrannt wird.
Ist Wettkampf nicht eine Säule des Training? So wie
Grundschule, Sparring … usw?

Nicht unbedingt. Man kann auch (ob gewollt oder ungewollt) viel Erfahrung auf der Strasse sammeln (auch ohne dabei immer direkt eins auf die Nase zu kriegen). Ist Wettkampf eine Saeule des Trainings? Hmm, interessanter Ansatz und eindeutige Antwort: JEIN!

Es hat sicherlich positive Aspekte, aber es schult nicht unbedingt die SV. Als Ergaenzung sicherlich zu empfehlen. Aber nicht als Simulation einer SV Situation zu betrachten.

Gehören Finten nicht auch für nen Kampf den man gar nicht
haben will dazu?

Schon, aber im Wettkampf brauchst Du auf bestimmte Angriffe nicht reagieren, weil sie nicht regelkonform sind. Also, kann man sich bestimmte Reflexe bewusst abtrainieren, weil es Spezis gibt, die genau diese Schwaeche nutzen und zu eigen machen. Auf der Strasse, darf man nicht kassieren, denn es koennte das letzte sein, was man noch mitbekommt.

Distanzgefühl, Partnerverhalten … das lernt man super gut im
Wettkampf.

Aber eben auch im Sparring. Man muss nicht gleich an einem Wettkampf teilnehmen.

Das mit dem Boden ist so. Aber da ist der Kampf ja auch noch
nicht zuende. Auch nicht der Wettkampf.

In der Tat.

Wer ein Messer mit einem Fuss abwehrt und zur Seite „blockt“
sich dabei eindreht um einen Fussfeger zu landen ist zweierlei
genial und wahnsinnig. Es gibt noch viele solcher
„Messerabwehren“.

Wenn er’s kann … ich kanns nicht.

:wink:

Ich kann’s auch nicht. Aber das ist eine Messerabwehr aus der Kategorie „Techniken, die die Welt nicht braucht“. Ich mach’ sie gerne und uebe sie. Sie macht Spass und sie ist anspruchsvoll. Wuerde ich sie zur SV einsetzen? NIEMALS!
Man muss unterscheiden zwischen mutig und lebensmuede.

TapouT

Hi,

Aber der Sinn eines SV Kurses ist vor allem eins: Richtiges
Erkennen und Verhalten und den MUT (meist fehlt der Wille) in
einer Gefahrensituation.

Das stimmt, aber das bedeutet zum Beispiel, dass man Sachen lernen müsste wie:
Fluchtwege erkennen; Strategien, wer wann am sinnvollsten wegrennt, wenn man zu zweit ist; in welchen Situationen macht es Sinn, eine Handyleitung zu einem Freund stehen zu haben, wenn ich in einer gefährlichen Gegend unterwegs bin; wie rufe ich effektiv um Hilfe; usw.

Die Kurse bestehen aber häufig zu einem großen Teil eher ausdem üben von „Techniken“. Das ist es, wovon ich nix halte, weil es bei Leuten ohne Kampferfahrung nichts bringt.

lg
F.

1 „Gefällt mir“

Hi TapouT!

Man kann Messerabwehr nicht nur durch Praxis
erlernen. DAs ist voelliger Bloedsinn. Militaers werden auch
erfolgreich in Messerabwehr ausgebildet, ohne dass staendig
jemand stirbt, weil sie „scharf“ geuebt haben.

naja, erstens habe ich noch nie mit einem Messer gegen einen Militär gekämpft, also, weiß ich nicht wirklich, wie gut die Jungs Messerabwehr drauf haben.
Mit Sicherheit gibt es Spezialeinheiten, die extrem gut ausgebildet werden, ohne dass sie real abgestochen werden, aber das ist eine andere Ausbildungssituation als im Dojo, die Typen werden mental ständig auf Situationen eingestellt, in denen sie mit schweren Verletzungen weiterkämpfen müssen. Außerdem wird die Gefahr einer leichten Verletzung (durchgetrennte Muskelfasern etc.) bei so einem Training -wie ich glaube- zum Teil in Kauf genommen und das ist schon eine verdammt andere Situation als wenn Du einen netten Trainer hast, der gut aufpasst, dass er Dir nicht die Haut ritzt.
Versteh mich nicht falsch, ich sag nicht, dass in den Dojos alle nix drauf haben, aber reale Kampferfahrung ist meistens schon ne andere Nummer.

lg
F.

Hi Fredun!

naja, erstens habe ich noch nie mit einem Messer gegen einen
Militär gekämpft, also, weiß ich nicht wirklich, wie gut die
Jungs Messerabwehr drauf haben.

Ich kannte mal ein paar. Bin zwar nicht mit einem echten Messer auf die losgegangen, aber die waren schon nicht schlecht. Probieren wollen wuerde ich’s nicht.

Mit Sicherheit gibt es Spezialeinheiten, die extrem gut
ausgebildet werden, ohne dass sie real abgestochen werden,
aber das ist eine andere Ausbildungssituation als im Dojo, die
Typen werden mental ständig auf Situationen eingestellt, in
denen sie mit schweren Verletzungen weiterkämpfen müssen.

Dafuer sind sie ja schliesslich da.

Außerdem wird die Gefahr einer leichten Verletzung
(durchgetrennte Muskelfasern etc.) bei so einem Training -wie
ich glaube- zum Teil in Kauf genommen und das ist schon eine
verdammt andere Situation als wenn Du einen netten Trainer
hast, der gut aufpasst, dass er Dir nicht die Haut ritzt.

Naja, ganz so hart ist es nun dann doch nicht.

Versteh mich nicht falsch, ich sag nicht, dass in den Dojos
alle nix drauf haben, aber reale Kampferfahrung ist meistens
schon ne andere Nummer.

Darueber brauchen wir auch nicht diskutieren. Aber Kaempfe und echte SV Situationen lassen sich nicht simulieren, auch wenn einige WT-ler oder Combat-JJ o.ae. praktizierende Leute sowas gerne behaupten und dass sie dies in ihr System integrieren wuerden. Natuerlich koennen die Leute in Dojos was, aber wieviel davon was auf der Strasse wert ist steht auf einem anderen Blatt Papier geschrieben.

TapouT

Außerdem wird die Gefahr einer leichten Verletzung
(durchgetrennte Muskelfasern etc.) bei so einem Training -wie
ich glaube- zum Teil in Kauf genommen und das ist schon eine
verdammt andere Situation als wenn Du einen netten Trainer
hast, der gut aufpasst, dass er Dir nicht die Haut ritzt.

Naja, ganz so hart ist es nun dann doch nicht.

Meinst du? Hast du dir mal Trainingsvideos von den Green Berets und/ oder Berkut angesehen? Wer schwach ist fliegt raus (egal wie)…

Darueber brauchen wir auch nicht diskutieren. Aber Kaempfe und
echte SV Situationen lassen sich nicht simulieren, auch wenn
einige WT-ler oder Combat-JJ o.ae. praktizierende Leute sowas
gerne behaupten und dass sie dies in ihr System integrieren
wuerden. Natuerlich koennen die Leute in Dojos was, aber
wieviel davon was auf der Strasse wert ist steht auf einem
anderen Blatt Papier geschrieben.

Okay, WT-ler ist eine Sache, aber die Combat-JJ die ich kenne eine ganz andere Sache. Die können sich schon wegen ihrer Trainingsmethoden sehr gut auf der Strasse verteidigen/ zerstören, auch wenn es „nur“ Wettkämpfer/ Sportler sind.

Robert

Hi Tapout,

ich verstehe dich auch gut. Dennoch wäre es nicht meine Mentalität „vorbeugend/ nachhaltend“ am Boden weiter auf den bereits (vorerst) abgewehrten Gegener einzuwirken.

Robert

Hallo Fred

Allein diese deine Aussage verdient einen Stern!

Noch eine kleine Privatmeinung: Sprint über 400-600 Meter
halte ich für eine extrem gute Selbstverteidigung, in 90%
aller kritischen Situationen, in die ich selbst auf der Straße
gekommen bin, konnte ich abhauen. Habe noch keinen
Kampfsportverein gesehen, wo das trainiert wird.

Und von all jenen, die da weiter unten von unterlassener Hilfeleistung faselten: In jedem 1.Hilfe-Kurs lernt man, dass die eigene Sicherheit erstes Gebot ist, wenn ich jemandem helfen will; dh. wegrennen und Hilfe organisieren ist jedenfalls besser, als bei der Schlägerei mitzuwirken. (und ich schätze, diese Aussage sollte jedenfalls auch für Männer gelten, auch für „richtige“).

lg. C.

1 „Gefällt mir“

Nicht unbedingt. Man kann auch (ob gewollt oder ungewollt)
viel Erfahrung auf der Strasse sammeln (auch ohne dabei immer
direkt eins auf die Nase zu kriegen). Ist Wettkampf eine
Saeule des Trainings? Hmm, interessanter Ansatz und eindeutige
Antwort: JEIN!

Also die Gefahr ins Krankenhaus zu landen oder im Knast ist bei solchen „Übungen“ mir zu hoch.

Es hat sicherlich positive Aspekte, aber es schult nicht
unbedingt die SV. Als Ergaenzung sicherlich zu empfehlen. Aber
nicht als Simulation einer SV Situation zu betrachten.

Was dann?
Ich sehe die psychischen Druck, das Partnergefühl, das Gefühl für das Ansätzen einer Technik usw. sehr gut durch einen WK geschult.

Gehören Finten nicht auch für nen Kampf den man gar nicht
haben will dazu?

Schon, aber im Wettkampf brauchst Du auf bestimmte Angriffe
nicht reagieren, weil sie nicht regelkonform sind. Also, kann
man sich bestimmte Reflexe bewusst abtrainieren, weil es
Spezis gibt, die genau diese Schwaeche nutzen und zu eigen
machen. Auf der Strasse, darf man nicht kassieren, denn es
koennte das letzte sein, was man noch mitbekommt.

Ich verstehe was Du meinst. Zum Beispiel: Wenn keine Geraden zum Kopf erlaubt sind oder wenn man nicht Schlagen darf, wenn gefasst ist …

… und doch: WK gehört zum Training! Weil er eine Erweiterung des Lernens bietet, die ich im normalen Training nicht habe.

Aber eben auch im Sparring. Man muss nicht gleich an einem
Wettkampf teilnehmen.

Sehe ich nicht so.
Die Aggresivität ist auf nem WK fast immer höher.
Aber auf alle Fälle ist der Gegner UNBEKANNT. Selbst wenn du ihn vorher schon beobachtet hast … er überrascht viel mehr, als jeder Trainingspartner.

Das mit dem Boden ist so. Aber da ist der Kampf ja auch noch
nicht zuende. Auch nicht der Wettkampf.

In der Tat.

Was für WK hast Du schon gemacht? Wieviele?

Chris

???
Hi!

wir sprechen hier aber von SELBSTVERTEIDIGUNG!! sprich die
situation wo mich der blonde kahlgeschoren hans oder der
dunkle ali körperlich deformieren wollen!schon oft gehabt am
WE wenn mann nur relaxt feiern will!und „nachtreten“ ist ja
wohl ganz unterste schublade!

Wieso das denn?
Unabhängig davon, dass TapouT und ich etwas andere Meinungen zum Thema rennen haben…
Ich gerate nur dann in eine Schlägerei, wenn es keinen Fluchtweg gibt. Wenn dann wirklich jemand der Meinung ist, er müsste sich mit mir prügeln (das ist so etwas von schwer!), dann muss er damit rechnen, dass er bleibende Schäden behält! Schließlich muss ich es ja bei seinem Angriff auch!
Ich würde nicht wie blöde in sein Gesicht treten, und vom Hals würde ich mich auch fern halten, aber ich hätte kein Problem damit, seine Hand, seinen Arm oder sein Bein zu zerstören - schließlich hat er mich angegriffen, und ich verteidige mich nur! Dass ich das mit der für mich geltenden letzten Konsequenz tue ist nicht mein Problem - sondern das Seine!

Meine Angst, sein Messer in den Rücken zu bekommen, wenn er wieder steht, wäre einfach zu groß (und noch nicht einmal überzogen!)…

LG
Guido

Jetzt will ich auch mal… :wink:
Hi!

ich würde gerne wissen was ihr von „sportlicher“
Selbstverteidigung haltet. In vielen Kampfsportarten (zB
Shotokan Karate, Taekwondo) werden zur Prüfung automatisierte
Selbstverteidiungstechniken abverlangt, welche nur zu einem
sehr kleinen Teil einer realen SV entpsrechen.

Im Shotokan? Ich habe sowohl Prüfungen vor der JKA als auch dem DKV gemacht, aber SV-Techniken wurden da nicht verlangt…
OK - die „normalen“ genormten Abwehr- und Konterübungen bei genormten Angriffen kenne ich, aber Messer…

Ich musste mit ansehen wie ein Prüfling (für eine
Braungurtprüfung) 10 (ZEHN !!!) verschiedene Methoden
vorzeigen soltle um ein Messer abzuwehren, aber alle nach
vorgeschriebenen Schema.
Und alle waren derart unrealistisch und dadurch gefährlich
(tödlich bis gesundheitsbedrohend)…

Vielleicht aber eine gute Methode, die Sauberkeit seiner Techniken zu demonstrieren?

Was ist euere Meinung zu diesem Thema?

Ich halte eher wenig bis gar nichts von vorgeschriebenen SV-Techniken in Prüfungen!
Es kann aber doch nicht schlecht sein, Techniken zu trainieren, bis sie sitzen, oder? Natürlich muss dabei der Realitätssinn gewahrt werden!
Sinnvoll finde ich zum Beispiel, die Treffgenaugkeit eines Kin Geri zu üben (mit einem kleinen Stempelkissen zum Beispiel).
Sinnvoll ist es, die Funktionsmechanismen einer Schusswaffe zu kennen (unabhängig von einem artistischen Tobi Geri *g*).

Ich weiß nicht, ob es eine sinnvolle Abwehr gegen einen guten Messerstecher gibt - da habe ich größere Zweifel, wenn man selbst keine Waffe hat!

Wenn jemand so dämlich ist, sich mit einer Knarre direkt vor mich zu stellen, dann kann ich die Funktionstüchtigkeit recht einfach beeinflussen, aber in ein Messer zu greifen tut in der Regel ohne mittelalterlichen Ritterrüstungshandschuh sehr weh!

Wenn es um das Thema SV ohne Waffen geht, dann kann es schon gut sein, dass einige wenige Techniken so gut trainiert werden, dass sie einfach passieren, ohne dass man nachdenken muss! Allerdings ist das ein wirklich langer Prozess! UND: Mann sollte nie den Bezug zur Realität verlieren!

Wie hat schon Laotse erkannt: Ein verhinderter Kampf ist ein gewonnener Kampf

LG
Guido

???

Wenn jemand so dämlich ist, sich mit einer Knarre direkt vor
mich zu stellen, dann kann ich die Funktionstüchtigkeit recht
einfach beeinflussen, aber in ein Messer zu greifen tut in der
Regel ohne mittelalterlichen Ritterrüstungshandschuh sehr weh!

Guido? Whats up? Sonst postest Du doch sehr vernünftige Sachen, wie bist Du denn auf das hier gekommen? Oder ist es nicht ernst gemeint?

Sorry, aber das ist Schwachsinn. Wenn jemand eine Pistole auf Dich richtet, kannst Du die Funktionsfähigkeit der Waffe gar nicht beeinflussen, denn wenn Du Dich bewegst, bist Du tot.

Wenn derjenige den Finger am Druckpunkt hat, wärest Du wahrscheinlich sogar dann tot, wenn Du es schaffen würdest, ihn umzubringen, bevor er abdrückt (was mehr als unrealistisch ist, außer wie gesagt in Hollywood, wo die Naturgesetze immer mal auszusetzen scheinen).
Also: wenn jemand ne Knarre auf Dich richtet, denk gar nicht erst dran.

Wie hat schon Laotse erkannt: Ein verhinderter Kampf ist ein
gewonnener Kampf

Hier bin ich wieder voll bei Dir. Der größte Held ist der, der seine eigene Eitelkeit, seine eigene Wut und seinen eigenen Stolz besiegen kann. Den respektiere ich am meisten.

lg
ein erstaunter
F.

Mächtig falsch verstanden!
Oops!

Oder erst mal
Hi!

Guido? Whats up? Sonst postest Du doch sehr vernünftige
Sachen, wie bist Du denn auf das hier gekommen? Oder ist es
nicht ernst gemeint?

Doch! Eigentlich schon!

Sorry, aber das ist Schwachsinn. Wenn jemand eine Pistole auf
Dich richtet, kannst Du die Funktionsfähigkeit der Waffe gar
nicht beeinflussen, denn wenn Du Dich bewegst, bist Du tot.

Ich meinte: Wenn mir jemand das Ding an die Brust drückt!
Ich hole mal ein wenig weiter aus:

Jemand, der ernsthaft vor hat, mich mit einer Schusswaffe zu bedrohen, wird in der Regel nicht so dämlich sein, näher als 2 meter an mich heranzukommen (zumindest würde ich das nicht tun).

Und Deine These mit dem Totsein trifft nur dann zu, wenn seine Schusswaffe durchgeladen und entsichert ist (bei einer Pistole), bzw. wenn der Hahn gespannt ist (bei einem Revolver).
Und genau das kann bezweifelt werden, wenn sich jemand mit Wumme zu sehr nähert…
Ist der Revolver nicht gespannt, brauchst Du lediglich die Trommel festzuhalten, und Dein Gegenüber hat ein ersthaftes Problem! Bei einer nicht durchgeladenen Pistole gilt das Gleiche für den Schlitten.

Wenn derjenige den Finger am Druckpunkt hat, wärest Du
wahrscheinlich sogar dann tot, wenn Du es schaffen würdest,
ihn umzubringen, bevor er abdrückt (was mehr als unrealistisch
ist, außer wie gesagt in Hollywood, wo die Naturgesetze immer
mal auszusetzen scheinen).
Also: wenn jemand ne Knarre auf Dich richtet, denk gar nicht
erst dran.

Was ich sagen wollte, war: Bei einer Schusswaffe kann die Chance sehr viel höher sein, als bei einem Messer! Das ist allerdings von der Dämlichkeit des Gegenüber abhängig!

Dazu kommt etwas, was viele Leute falsch einschätzen: Die Art der Wunden! Eine Schussverletzung kann durchaus tödlich sein, wenn richtig getroffen wird. Die Trefferfläche einer Kugel ist aber recht klein. Bei einem Messerhieb bist Du unter Umständen ziemlich großflächig aufgeschlitzt!!!

Ich habe mich oben vermutlich etwas sehr befremdlich ausgedrückt!

Nur: Bei einem Messer kann ich rennen gehen (ok - es könnte geworfen werden, aber dazu muss echt schon ein Profi an der Klinge sein) - bei einer Knarre hätte ich da ein echtes Problem!

Ich hoffe, mein etwas größtenwahnsinnig klingendes Posting (obgleich - es wäre eigentlich passend für Herrn Kernspecht *scnr*) ein wenig relativiert zu haben…

LG
Guido

Hi Robert!

Das ist keine Mentalitaeten Frage. Wenn Du auf der Strasse angegriffen wirst, dann interessiert es niemanden, wenn er Dich danach absticht, ob Du oder fair gehandelt hat. Hoechstens den Staatsanwalt, aber das aendert nichts an der Tatsache, dass Du tot bist.

Wie lange willst Du den gucken und warten? 10 Minuten und Dich DANN umdrehen? Nicht wirklich.

Mein bester Freund ist fast vom Ex seiner aktuellen Freundin abgestochen worden und waere ich dabei gewesen und haette den Typen entwaffnet kann sich kein Schwein wie oft und wie gerne ich dem Typen noch in die Fresse getreten haette.

Wer mich angreift (bewaffnet, unbewaffnet, mit mehreren oder alleine) muss immer mit der Konsequenz rechnen. Warum sollte ich mit jemandem zimperlich umgehen, wenn er es auch nicht getan haette?

TapouT

Hi!

helfen will; dh. wegrennen und Hilfe organisieren ist
jedenfalls besser, als bei der Schlägerei mitzuwirken.

Haettest Du gesehen, was ich gesehen hab’, dann wuerdest Du nicht so 'ne scheisse erzaehlen. Wenn’s um Deinen Arsch gegangen waere haettest Du Dir wahrscheinlich auch sofortige Hilfe gewuenscht und nicht, dass der Hampelmann erstmal wegrennt und dann 10 Blocks weiter die Bullerei alarmiert. Ich sag’s ja: Schlaegereien enden meist schneller als sie begonnen haben und fuer einen der beiden (bei 2 Einzelpersonen) sieht die Sache meistens ziemlich schnell sehr sehr schlecht aus. SV ist kein Boxkampf.

(und
ich schätze, diese Aussage sollte jedenfalls auch für Männer
gelten, auch für „richtige“).

Warum kommt bei solchen Diskussionen immer das Bullshit Gelaber um „echte Maenner“ auf??? Von Feiglingen in die Welt gesetzt, um Feiglinge (unterlassene Hilfeleistung) zu legitimieren.

TapouT

Hi!

Ich stimme Dir in vielem zu. Ich habe selbst schon ein paar
nette Runden auch mit Boxern gedreht. Kommt man in deren
Distanz, bekommt man ne dicke Lippe.

Wohl wahr, wohl wahr.

Wer glaubt, dass man in nem SV Kurs für Frauen die
Wehrhaftigkeit verbessern muss - der irrt! Oder anders
ausgedrückt: Wer Frauen verspricht, dass sie nach 10
Doppelstunden Sieger in einer Auseinandersetzung werden
können, auch wenn das generische Exemplar 1/3 mehr wiegt ist
ein Scharlatan.

Selbst die groesste Wehrhaftigkeit ist nach einigen gezielten Schlaegen mitten auf die 12 gebrochen. Es muss gezielt gearbeitet werden und das klingt jetzt so leicht.

Aber der Sinn eines SV Kurses ist vor allem eins: Richtiges
Erkennen und Verhalten und den MUT (meist fehlt der Wille) in
einer Gefahrensituation.

Ich halte es fuer sehr schwer vorstellbar, dass eine Frau in einer Vergewaltigungssituation der Wille fehlt sich zu verteidigen. Das Problem liegt in der Psychologie, deswegen befassen sich „gute“ Frauen-SV-Kurse zu 2/3 mit der Psyche und wie man Angst- und Stresssymptome in den Griff bekommen KANN und dass es lebenswichtig ist einen kuehlen Kopf zu bewahren.

Ich finde Frauen SV Kurse sehr sinnvoll.

In den allerseltensten Faellen. Eine Dose Pfefferspray, die in der Hand getragen wird ist wohl die sinnigere Alternative und bessere Investition.

TapouT

Hi!

Meinst du? Hast du dir mal Trainingsvideos von den Green
Berets und/ oder Berkut angesehen? Wer schwach ist fliegt raus
(egal wie)…

Wie dem auch sei. Ich glaube auch nachwievor nicht, dass in der westlichen Welt ein Leben sinnlos auf’s Spiel gesetzt wird. Natuerlich werden die Schwachen mit extrem harten Methoden gesiebt.

Okay, WT-ler ist eine Sache, aber die Combat-JJ die ich kenne
eine ganz andere Sache. Die können sich schon wegen ihrer
Trainingsmethoden sehr gut auf der Strasse verteidigen/
zerstören, auch wenn es „nur“ Wettkämpfer/ Sportler sind.

Combat-JJ ist gequirlte Scheisse, die sich jemand ausgedacht hat, um Geld damit zu verdienen. Die Trainingsmethoden sind nicht neu und die Techniken ebenfalls nicht. Man muss das Rad nicht neu erfinden, aber der Geldmacherei dient ein reisserischer Name wie „Combat Jiu-Jitsu“ allemal. Besser sind diese Jiu-Jitsu-ka auch nicht, als die regulaeren, die ich kenne.

TapouT

Hi!

Also die Gefahr ins Krankenhaus zu landen oder im Knast ist
bei solchen „Übungen“ mir zu hoch.

Du hast mich falsch verstanden. Ist auch nicht so wichtig. Ich hab’ viel im Securitybereich gesehen. Hier in der Duesseldorfer Altstadt ist der Poebel auch nicht gerade zimperlich. Vor allem nach Feierabenden, wenn die wandelnden agressiven Alkoholleichen unterwegs sind gibt es viel zu sehen und zu umgehen.

Was dann?
Ich sehe die psychischen Druck, das Partnergefühl, das Gefühl
für das Ansätzen einer Technik usw. sehr gut durch einen WK
geschult.

Stress, Angst und Intensitaet sind beim WK ganz anders einzustufen. Die Agression ist eine andere. Der WK im speziellen schult deshalb die SV nicht, weil er voellig SV-fremd ist. Auf der Strasse ist das Ding nach 1 Minute gegessen. Keine Regeln, keine Runden. Ein Fehler und Du bist faellig. Kein Umtaenzeln oder taktisches ausboxen. Kein Gegner erstmal kommen und auspowern lassen. Wer getroffen wird, verliert. Es muss nicht immer um Leben und Tod gehen, aber wer mal in einer Boxerei verwickelt war, weiss was das fuer ein Gefuehlschaos ist und wie die Nerven Achterbahn fahren und das im Sekundentakt. Der WK ist nicht vergleichbar.

Ich verstehe was Du meinst. Zum Beispiel: Wenn keine Geraden
zum Kopf erlaubt sind oder wenn man nicht Schlagen darf, wenn
gefasst ist …

Richtig. Man verteidigt nicht. Wozu? Es ist ja „verboten“. Boing! und die Lichter gehen aus.

… und doch: WK gehört zum Training! Weil er eine Erweiterung
des Lernens bietet, die ich im normalen Training nicht habe.

Ich will den WK nicht schlechtmachen. Er hat einige positive Aspekte, die ich bereits nannte. Er schult das Auge, die Reflexe, die Ausdauer und das Distanzgefuehl. Wer sich auf Wettkampf spezialisier KANN u.U. auf der Strasse schlechte Karten. Ich kenne auch gute WK Leute, die real auch alles umnieten, aber das hat verschiedene Gruende.

Sehe ich nicht so.
Die Aggresivität ist auf nem WK fast immer höher.
Aber auf alle Fälle ist der Gegner UNBEKANNT. Selbst wenn du
ihn vorher schon beobachtet hast … er überrascht viel mehr,
als jeder Trainingspartner.

Nunja, ein Gegner muss nicht unbekannt sein. Gerade in kleinen Verbaenden oder dort wo die Veranstaltungen begrenzt sind, kennt man die Leute. Man schaut sich Kaempfe von ihnen und sucht nach Verhaltensweisen. Natuerlich verlaesst man sich nicht auf sowas, denn das kann erfahrungsgemaess boese ins Auge gehen. Bei einem WK schwirrt immer der Sieg im Hinterkopf herum, waehrend bei der SV immer nur gefragt ist, wie man wieder heile aus der Situation rauskommt. Klingt so, als ob es identisch ist, ist aber ein vehementer Unterschied.

Was für WK hast Du schon gemacht? Wieviele?

Ist das wichtig?

TapouT

Hi!

Also die Gefahr ins Krankenhaus zu landen oder im Knast ist
bei solchen „Übungen“ mir zu hoch.

Du hast mich falsch verstanden. Ist auch nicht so wichtig. Ich
hab’ viel im Securitybereich gesehen. Hier in der
Duesseldorfer Altstadt ist der Poebel auch nicht gerade
zimperlich. Vor allem nach Feierabenden, wenn die wandelnden
agressiven Alkoholleichen unterwegs sind gibt es viel zu sehen
und zu umgehen.

… naja - mir ist meine Haut zuviel Wert, als dass ich so nen Beruf haben möchte … ich denke, dass auch dort man mit einem Fuß im Knast und mit dem anderen im Krankenhaus steht.

Stress, Angst und Intensitaet sind beim WK ganz anders
einzustufen. Die Agression ist eine andere. Der WK im
speziellen schult deshalb die SV nicht, weil er voellig
SV-fremd ist. Auf der Strasse ist das Ding nach 1 Minute
gegessen. Keine Regeln, keine Runden. Ein Fehler und Du bist
faellig. Kein Umtaenzeln oder taktisches ausboxen. Kein Gegner
erstmal kommen und auspowern lassen. Wer getroffen wird,
verliert. Es muss nicht immer um Leben und Tod gehen, aber wer
mal in einer Boxerei verwickelt war, weiss was das fuer ein
Gefuehlschaos ist und wie die Nerven Achterbahn fahren und das
im Sekundentakt. Der WK ist nicht vergleichbar.

Da mach ichs mal wie DU: Jain.

Dann wäre also jegliches Kampftraining für die Katz?

Ich denke, so wie ein guter Schläger auf nem WK nicht die optimalen Karten hat, so hat der Wettkämpfer nicht die besten auf der Strasse. Aber beide haben gute Karten. Weil es eine gemeinsame Schnittmenge gibt - so wie wir beide schon festgestellt haben.
Muffensausen ist auf der Strasse sicherlich extremer - aber kann auch ähnlich beim WK sein.

Richtig. Man verteidigt nicht. Wozu? Es ist ja „verboten“.
Boing! und die Lichter gehen aus.

Umgedreht - Techniken die im WK reflexartig gesetzt werden, nutzen auch in der SV.

… und doch: WK gehört zum Training! Weil er eine Erweiterung
des Lernens bietet, die ich im normalen Training nicht habe.

Ich will den WK nicht schlechtmachen. Er hat einige positive
Aspekte, die ich bereits nannte. Er schult das Auge, die
Reflexe, die Ausdauer und das Distanzgefuehl. Wer sich auf
Wettkampf spezialisier KANN u.U. auf der Strasse schlechte
Karten. Ich kenne auch gute WK Leute, die real auch alles
umnieten, aber das hat verschiedene Gruende.

Naja … wie gesagt, ich denke das Techniktraining - Partnertraining - Spaaring usw, usw. bis zum WK zusammen eine gute Möglichkeit bieten, im Fall der Fälle ne gute Figur zu machen.

Nunja, ein Gegner muss nicht unbekannt sein. Gerade in kleinen
Verbaenden oder dort wo die Veranstaltungen begrenzt sind,
kennt man die Leute. Man schaut sich Kaempfe von ihnen und
sucht nach Verhaltensweisen. Natuerlich verlaesst man sich
nicht auf sowas, denn das kann erfahrungsgemaess boese ins
Auge gehen. Bei einem WK schwirrt immer der Sieg im Hinterkopf
herum, waehrend bei der SV immer nur gefragt ist, wie man
wieder heile aus der Situation rauskommt. Klingt so, als ob es
identisch ist, ist aber ein vehementer Unterschied.

Ich denke eher, wenn der Kopf wirklich so voll ist - verlierst Du bei beiden Dingen.

Was für WK hast Du schon gemacht? Wieviele?

Ist das wichtig?

Mein Eindruck ist, dass Du wenige bzw. keine WK gemacht hast. Wenn das so ist, dann bist Du über deine Kompetenz gegangen.

Chris

Wer glaubt, dass man in nem SV Kurs für Frauen die
Wehrhaftigkeit verbessern muss - der irrt! Oder anders
ausgedrückt: Wer Frauen verspricht, dass sie nach 10
Doppelstunden Sieger in einer Auseinandersetzung werden
können, auch wenn das generische Exemplar 1/3 mehr wiegt ist
ein Scharlatan.

Selbst die groesste Wehrhaftigkeit ist nach einigen gezielten
Schlaegen mitten auf die 12 gebrochen. Es muss gezielt
gearbeitet werden und das klingt jetzt so leicht.

Das ist nicht das Hauptziel eines _guten_ SV Kurses.

Aber der Sinn eines SV Kurses ist vor allem eins: Richtiges
Erkennen und Verhalten und den MUT (meist fehlt der Wille) in
einer Gefahrensituation.

Ich halte es fuer sehr schwer vorstellbar, dass eine Frau in
einer Vergewaltigungssituation der Wille fehlt sich zu
verteidigen.

Das ist der Punkt. Was _MAN(n)_ glaubt ist uninteressant. Viele Leutz die Kampfsport machen, denken einen SV Kurs für Frauen anbieten zu müßen.
Es gibt ausreichend Studien über Täter, Tathergang, Opfer usw. usw.

In den meisten Fällen ist relativ wenig körperliche Gewalt im Spiel. Das Opfer bleibt einfach still liegen - aus Angst …

Das Problem liegt in der Psychologie, deswegen
befassen sich „gute“ Frauen-SV-Kurse zu 2/3 mit der Psyche und
wie man Angst- und Stresssymptome in den Griff bekommen KANN
und dass es lebenswichtig ist einen kuehlen Kopf zu bewahren.

Das ist 100% ok.
Aber der Kampfwille ist wirklich eine Problem … da in den meisten Fällen sich Frau nicht gegen einen Unbekannten wehren muss - sondern gegen den Arbeitskollegen, Freund, Kumpel, Onkel, Opa usw.
UND das ist wirklich schwer.

Ich finde Frauen SV Kurse sehr sinnvoll.

In den allerseltensten Faellen. Eine Dose Pfefferspray, die in
der Hand getragen wird ist wohl die sinnigere Alternative und
bessere Investition.

Sorry - woher nimmst DU Dein Wissen?
Das hat nichts mit der Realität zu tun. Les mal was Du selbst oben zur Psyche geschrieben hast.

Chris