Hi Ali,
ich wuerde versuchen herauszufinden, warum du zu spaet dran bist. Bei mir ist das auch ein Problem, hat sich aber sehr gebessert.
Ich habe fuer mich herausgefunden, dass einer der Gruende ist, dass ich es hasse zu warten. Wenn ich z. B. einen Arzttermin habe, versuche ich dort so einzutreffen, dass ich auf keinen Fall warten muss. Dass ich dabei nicht immer puenktlich sein kann, ist klar. Bei einem Arzttermin bin ich ueblicherweise nicht mehr als 5-10 zu spaet, wenn ich denn zu spaet bin. Wenn ich mich mit Freunden treffe, dasselbe.
Wenn ich morgens frueher aufstehe, bin ich meistens zur selben Zeit fertig, wie wenn ich zu spaet aufgestanden waere. Ich bin kein Fruehaufsteher und funktioniere frueh morgens einfach nicht. Ich erklaere mir das so, dass meine innere Uhr sich einfach weigert, das Haus zu frueh zu verlassen und ich ohne mich daran erinnern zu koennen, troedle. Wie sonst kann diesselbe Morgenroutine eine halbe Stunde laenger dauern wenn ich mal eine halbe Stunde frueher aufgestanden bin?
Das andere was ich bei mir festgestellt habe, ist dass ich troedle, wenn ich etwas nicht machen will oder nicht wohin will (vielleicht hast du keine Lust zur Uni zu gehen?). Als ich 17 J. alt war, hat es mir vielleicht sogar das Leben gerettet. Ich hatte mit vier Freunden verabredet, dass wir zusammen zu einer Disco fahren wuerden, ich hatte aber nicht wirklich Lust. Zu meiner Freundin, deren Freund das Auto hatte, war es ein 15 minuetiger Fussweg. Ich habe sehr getroedelt und war 20 Min. zu spaet. Zum allerersten Mal haben sie nicht auf mich gewartet, sondern sind ohne mich gefahren. Bei der Rueckfahrt verlor der Fahrer die Kontrolle weil zu schnell und das Auto ueberschlug sich mehrere Male. Keiner war schwer verletzt, die Rettungskraefte meinten aber, dass sie Glueck hatten und eine fuenfte Person es vermutlich nicht ueberlebt haette, da sich nur vier anschnallen konnten. Vielleicht habe ich das noch im Unterbewusstsein.
Zuspaetkommen ist unhoeflich und respektlos anderen gegenueber und ich hasse es, auch verursacht es mir unnoetigen Stress. Seit ich mir aber bewusst bin warum ich das so mache, habe ich mich schon sehr gebessert und ich denke, dass es jetzt relativ ok ist – abgesehen vom morgens das Hausverlassen.
Gruesse
Kris