Hallo Fritz,
es ist leider erschreckend, wieviele Sportvereine den
Unterschied zwischen Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik
nicht kennen. „Rückenschule“ dürfen nur von Krankengymnasten,
Physiotherapeuten etc. gelehrt werden und nicht von
Übungsleitern!
Ich habe jetzt überall gesucht und keine anderslautende Quelle gefunden. Rückenschule heißt ganz allgemein eine Schulung zur Verminderung oder Vorbeugung bei Rückenschmerzen und hat einen ganzheitlichen Ansatz. Nur die klassische Rückenschule ist eine Therapie (und therapieren dürfen eben zunächst mal Ärzte und dann noch von ihnen Beauftragte), heute wird der Begriff viel weiter gefasst und angewendet.
Soweit ich weiß ist Rückenschullehrer keine geschütze Berufsbezeichnung, sondern lediglich eine Weiterbildung, die vom Bundesverband der Rückenschulen für bestimmte Berufsgruppe angeboten wird.
Diese Zusatzqualifikation ermöglicht unter anderem das Abrechnen der Kurse mit der Krankenkasse.
Das Problem ist eben nur: Wie kann ich zu einem Verein noch
Vertrauen haben, wenn der noch nicht einmal weiß, was er
seinen Mitgliedern anbietet?
Rückenschule kann und wird durchaus von Sortvereinen angeboten. Z.B in Zusammenarbeit mit Ärzten und Krankenkassen und mit speziell geschulten Übungsleitern (nach den Qualitätskriterien Pluspunk Gesundheit.DTB oder Gütesiegel Sport pro Gesundheit). Diese Qualitätskriterien wurden unter anderem mit der Bundesärztekammer entwickelt.
http://www.sportprogesundheit.de/pages/de/SPGaktion/…
Manche Kurse heißen Schule, andere eben Rücken-Fitness oder auch Rücken-fit (Qualitätssiegel Pro Sport) und beinhalten eine Haltungsschulung, also kein Wunder, wenn man da zur Rückenschule kommt.
http://www.dtb-online.de/cms/index.php?navId=332&red…
Hinzu kommt, dass natürlich auch
erhebliche Missverständnisse vorprogrammiert sind, wenn sich
ein Teilnehmer zur Rückenschule anmeldet und
Wirbelsäulengymnastik angeboten wird.
Die Beschreibungen der Sportvereine sind in der Regel sehr detailiert, was die einzelnen Kursangebote angeht. Außerdem sind die Vereine durchaus in der Lage zu beraten und im Zweifelsfall auch Umbuchungen zu ermöglichen, wenn jemand mal den falschen Kurs gebucht hat.
Viele Rückenpatienten
sind (z.B. nach einer OP) noch gar nicht in der Lage die doch
recht anspruchsvollen Übungen der Wirbelsäulengymnastik
durchzuführen. Die müssen nämlich quasi bei Null anfangen und
erst einmal lernen, sich rückengerecht zu bewegen.
Diese Patienten würde man sicherlich nicht in eine allgemeine Rückenschule stecken, da hier ganz sicher zunächt die Einzeltherapie geleistet werden muß. Und Sportvereine und ihre Übungsleiter wissen sehr gut, wo Therapie anfängt und Gesundheitssport aufhört.
Was hier von Nöten ist, ist Physio und Ergotherapie sowie der Beginn einer Rückenschule.
Therapie-> Fachpersonal
Gesundheitssport-> Vereine
und Kombiantionen dazwischen eben in Zusammenarbeit
Warum Rückenschule an Sportvereinen? Sportvereine haben viele Mitglieder, die so für den Gesundheitssport erreicht werden können. Häufig ist eine Rückenschule beim Verein bezahlbar. Angebote im Gesundheitssport und Fitnessbereich runden das Angebot ab.
Gruß
Juhe