Stimmt es

hallo Lehitraot,
…dann lass´ uns den Fehdehandschuh vergrabren!
Um es noch einmal zubetonen: ich habe nichts gegen Juden! Genauso wenig, wie gegen alle anderen Menschen. Wen ich z.Zt. angreife, ist nicht die israelische Bevölkerung, es ist deren Regierung und Militärführung.
negatives über die Bevölkerung zu sagen ist Schwachsinn. Ich denke da besonders an Deutschland - Frankreich. jahrhunderte haben wir uns gegenseitig miesen (auch ein jiddisches Wort) Charkter vorgeworfen, haben uns die Köpfe eingeschlagen. Wofür?
Damit die Herrscher verdienen und immer mehr Land und macht bekommen. Die Bevölkerung hat davon nur negatives gehabt. Heute versteht das kein Mensch mehr.
Denk auch daran, dass ich wirklich nicht mit absoluter Sicherheit sagen kann, ob ich nicht in der Ahnenreihe mal einen jüdischen Verwandten hatte. Also bin ich verständlicherweise vorsichtig mit dem Satz: „die Juden…“ Was aber nicht heißen soll, dass ich das akzeptiere, was die israelische Regierung da abzieht.
Friede?
Grüße
Raimund

Hi Lehi

ich finde diesen thread ekelig. da kommt einer mit braunen
zitaten und anschuldigungen der übelsten art und „die juden“
verteidigen sich auch noch schön brav! fast wie im
mittelalter. ich finde es wäre besser wenn auf diesen BS nicht
mehr eingegangen wird.

Stimmt, es ist ekelig
Die Frage bleibt, wie geht man am besten gegen so was vor.
Durch die Richtigstellung von Fakten, incl. Belegen, oder durch ignorieren.
ich meine, dass Ignorieren derartigen Unrats nur dazu führt, dass die Dreckhäufen noch größer werden.
Zugegeben, bei den „Hardcore“-Antisemiten wird die Argumentative Herangehensweise nix bringen, aber es kann die Ausbreitung derartigen braunen Schlamms verhindern.

Gruß
Mike

100 Punkte thx owT
jau thx!

lego

Hallo Marion,

Denn, wieso wirst du Eli, als Deutscher, den Juden Auschwitz
nie verzeihen ? …hä… ?

Oder sind alle nichtjüdischen Deutschen gemeint, also ich
vielleicht ? Werde ich als Deutsche den Juden Aschwitz nie
verzeihen ?

Oder vielleicht ein aus der Türkei stammender Deutscher ? Wird
er den Juden Auschwitz nie verzeihen ? …hä…?

Also WAS will uns der Zitierte sagen ? WEN könnte er meinen ?

Das inkriminierte Zitat stammte aus der Zeit kurz nach der Befreiung - also 1945.
Da war es in der jüdischen Welt Konsens, daß jüdisches Leben - der Überlebenden - in Deutschland nur eine Frage der Zeit sei, nämlich bis alle Überlebenden ausgewandert sein würden bzw. diejenigen, die dafür zu alt oder schwach waren, gestorben sein würden.

Daß ein gutes halbes Jahrhundert später Deutschland die einzige wachsende jüdische Gemeinschaft der Welt sein würde, hätte sich zu der Zeit niemand vorstellen können.

Die osteuropäischen DPs waren zu der Zeit noch nicht in der britischen und amerikanischen Besatzungszone und von einer türkischen oder wie auch anders gearteten Zuwanderung war noch nichts zu ahnen.

Soweit zur Einordnung des Zitats.

Viele Grüße

Iris

Hallo Mike,

Stimmt, es ist ekelig
Die Frage bleibt, wie geht man am besten gegen so was vor.
Durch die Richtigstellung von Fakten, incl. Belegen, oder
durch ignorieren.
ich meine, dass Ignorieren derartigen Unrats nur dazu führt,
dass die Dreckhäufen noch größer werden.
Zugegeben, bei den „Hardcore“-Antisemiten wird die
Argumentative Herangehensweise nix bringen, aber es kann die
Ausbreitung derartigen braunen Schlamms verhindern.

genauso sehe ich das auch, wobei ich mich immer wieder ärgere über den zeitlichen und energie-mäßigen Aufwand, der mit solchen Klarstellungen verbunden ist.

Viele Grüße

Iris

jesus ist auch kein „jüdischer gelehrter“. zumindest hab ich
noch kein buch von dem gelesen. alles was erhalten sind, sind
die memoiren seiner anhänger auf griechisch.

Hi Lehi,

welche Anforderungen muss man erfüllen, um als „jüdischer Gelehrter“ zu gelten?

Jesus war Jude, das ist sicher.
Jesus war auch gebildet, er konnte die Schrift auslegen. Manche meinen, dass er eine Zeit bei den Essenern gelebt habe.

Ist es notwendig, selber Bücher zu schreiben?

Gruss Harald

welche Anforderungen muss man erfüllen, um als „jüdischer
Gelehrter“ zu gelten?

hallo.

ehm, ich würde sagen: in der jüd. geistesgeschichte vorkommen. jesus gehört aber zur christlichen geistesgeschichte, auch wenn er jude war.

grüße
lehitraot.

Moin Iris,

Also WAS will uns der Zitierte sagen ? WEN könnte er meinen ?

Das inkriminierte Zitat stammte aus der Zeit kurz nach der
Befreiung - also 1945.

hm…ich hätte jetzt angenommen, dass sich das Zitat inhaltlich auf eine bestimmte Art der deutschen „Vergangenheitsbewältigung“ beziehen würde. Kurz nach 1945 dürfte aber vermutlich noch keine Art der Bewältigung welcher Art auch immer Stattgefunden haben (schließlich war man damit beschüftigt, seine Toten zu begraben, auf die Heimkehr von Kriegsgefangen zu hoffen und die Städte wieder neu aufzubauen.

Wenn der Zitierte sich aber nicht auf die Vergangenheitsbewältigung bezieht, worauf dann ? Und wen meint er nun wirklich damit ?

Da war es in der jüdischen Welt Konsens, daß jüdisches Leben -
der Überlebenden - in Deutschland nur eine Frage der Zeit sei,
nämlich bis alle Überlebenden ausgewandert sein würden bzw.
diejenigen, die dafür zu alt oder schwach waren, gestorben
sein würden.

Das kann ich mir schon denken und auch nachvollziehen. Dann würde allderdings auch der von mir vermutete Hintergrund zutreffen, nämlich dass:

„Mir scheint eher, hier hat irgendwer DEN Deutschen etwas nicht verziehen, und zwar dermaßen nicht, dass er nicht mehr in der Lage ist, zu differenzieren, woraus ich ihm nicht mal einen Vorwurf machen will, wenn er tatsächlich ein KZ überlebt hat.“

Soweit zur Einordnung des Zitats.

o.k. nur versteh ich immer noch nicht ganz, wieso du dieses Zitat anführst und anscheinend heute noch für aktuell hältst ? Auch bei Eli versteh ich das nicht so ganz. Sonst wehrt er sich doch immer zurecht, wenn man ihm das „deutsch sein“ absprechen will. Das es laut diesem Zitat aber nicht möglich ist, gleichzeitig Deutsch und Jude zu sein, sondern dass hier zwei „Fronten“ geschaffen werden, ist doch offensichtlich…oder überseh ich was ?

Gruss
Marion

Hallo Lego,

Uns deutschen Christen ist es verboten, die Hochheilige

erstmal gibt es klarerweise nicht nur deutsche christen.
und nicht nur deutsche juden.

Die Formulierung „uns deutsche Christen“ möchtest Du bitte nicht so tiefgründig betrachten. Hätte ich gesagt „uns bayrische Katholiken“, so wäre vielleicht zuviel Lokalkolorit hineingeraten, bereits „europäische Christen“ schließt z.B. Dänemark ein, wo angeblich ein liberaleres Meinungsrecht herrscht, bis zu „Christen der Welt“ wollte ich auch wieder nicht gehen.

„warum habt ihr drei?“
siehst du das auch bereits als laesterung an?

Ein milder Spott, wie nett. - Und da fällt mir ein, daß „bayrische Katholiken“ vielleicht doch ein wenig korrekter gewesen wäre. Bei den bayrischen Katholiken ist noch ein wenig Erinnerung an die Zeit vor der römisch-katholischen Konfession übrig, man spottet hierzulande durchaus ein wenig über „Rom“. Hier ein Beispiel:
„Kennst einen vierbeinigen Heiligen? Nein. Doch, der Heilige Stuhl“.

Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Raimund,

Sch.Al. ist eine Sammlung von Interpretationen, die nicht
bindend für den einzelnen sind. (hallo Iris, habe ich das

Weißt Du, das ist mir zu flach. Immerhin wird ja wohl nicht jeder Satz tradiert, den irgendein Rabbi jemals gesagt hat. Der Sch.Al. ist, wie es scheint, über die Jahrhunderte hinweg in immer neuen, überarbeiteten Versionen erschienen, und manches, auf das sich wohl Hitler bezogen haben mag, mag über Jahrhunderte in den Schriften Bestand gehabt haben oder heute noch drinnestehen.
Elimelech sagte, einerseits würden solche amoralischen Textstellen irgendwie als Negativbeispiel im Unterricht Verwendung finden, andererseits würden sie auch ausgemerzt. Das ist zwar die schöpfendste Auskunft, die ich im WWW in diesem heiklen Themenzusammenhang je gesehen habe, aber immer noch äußerst nebulös.

Anderes Beispiel: Kolnidre
Darüber hat jemand vor gut einem Jahr gefragt. Kolnidre bedeutet „alle Eide“, so war auf Englisch im Internet zu lesen, und ist ein Gebet, das zu einem der höchsten Feiertage in der Synagoge dreimal hintereinander gebetet wird, damit man in den kommenden 12 Monaten Meineide leisten darf. Es war auch auf Englisch zu lesen, das das vielen Orthodoxen ziemliche Kopfschmerzen bereitet und seine Abschaffung häufig gefordert würde.

Die Antworten der WWW-Experten haben sich damals darauf beschränkt, vom Fragesteller Internetbelege für die Existenz des Kolnidre zu fordern, aber nur solche, die von den WWW-Experten nicht als „rechts“ angesehen werden. Daß es das Kolnidre überhaupt nicht gäbe, haben die Experten andererseits aber auch wieder nicht gesagt.

Doch zurück zu der gegenwärtigen Diskussion. Ich finde sie recht lehrreich, trotz der mageren inhaltlichen Ausbeute. Was man da so alles beobachten kann: an Rückfällen in die Latrinalphase leidende Sozialdemokraten, Fraternisierungsverbote gepaart mit idealisierenden Überhebungen, hyperventilierende SozialpädagogInnEn – Nein! Keine Juden sind mit all dem gemeint, die sind ja auch alle auf dem Teppich geblieben. Reine Deutschenhetze, und die wird ja wohl noch erlaubt sein, jawoll.

Oder was so mancher pfarrer den lieben langen Tag von sich
gibt. Unterschied zum Judentum ist, dass dem sein dummes
Geschwafel nicht aufgezeichnet wird, bei den Juden scheinbar
schon.

Ich glaube das nicht. Erstens wird doch nicht jedes Geschwafel jedes Rabbi aufgeschrieben, sondern nur das, was der Rabbi nicht für Geschwafel hält. Zweitens gibt es auch bei den Christen reichlich Sekundärliteratur zur Bibel, populäre und klerikale. Und da stehen nirgends solche amoralischen Ausreißer drin.

Gruß,
Wolfgang Berger

hallo wolfgang,

Die Formulierung „uns deutsche Christen“ möchtest Du bitte
nicht so tiefgründig betrachten. Hätte ich gesagt "uns

ah ok, ich hatte mich schon gewundert, wieso deutsche christen und juden, denn die meisten christen sind nicht deutsch, und ein
einige deutsche sind juedisch :wink:

das gleiche problem habe ich immer noch mit marion, sie will hartbeinig dieses einen satz interpretieren als ein auseinanderdividieren. naja *g*

„warum habt ihr drei?“
siehst du das auch bereits als laesterung an?

Ein milder Spott, wie nett. - Und da fällt mir ein, daß
„bayrische Katholiken“ vielleicht doch ein wenig korrekter

und dann kam dein witz mit dem vierbeinigen heiligen stuhl.
das verstehe ich natuerlich. :wink:

und wie sieht es damit aus: war mein erstes posting in diesem thread:

wo beginnt bei dir die verunehrung der dreifaltigkeit?

beste gruesse, lego, siehe unten zitat von mir

_wie verstehst du das? inwieweit willst du verunehrung verstehen? jedenfalls versichere ich dir, dass mir nicht bekannt waere, dass in der juedischen religion als ausgeuebte religion irgendwo das christentum verunglimpft wird oder gar speziell die dreifaltigkeit. es ist sogar verboten meines wissens.

was ist mit moslems, fuer die jesus zum beispiel ein phrophet ist? fuer juden ein juedischer gelehrter? fuer die christen ist jesus teil der dreifaltigkeit und zu gottes sohn erklaert auf dem 2. konzil von konstantinopel von 536. und dann waeren da noch die gruppen der atheisten und agnostiker und oder der buddhisten und … gleich alle? da soll es aber noch ganz andere geben, deren beispiele ich nicht nennen moechte, kannst dir aber einige vorfaelle/schmierereien in kirchen vorstellen. was ist mit christen, koennen nicht christen dreifaltigkeit verunehren und wie dann?_

Hallo Wolfgang,

Anderes Beispiel: Kolnidre
Darüber hat jemand vor gut einem Jahr gefragt. Kolnidre
bedeutet „alle Eide“, so war auf Englisch im Internet zu
lesen, und ist ein Gebet, das zu einem der höchsten Feiertage
in der Synagoge dreimal hintereinander gebetet wird, damit man
in den kommenden 12 Monaten Meineide leisten darf. Es war auch
auf Englisch zu lesen, das das vielen Orthodoxen ziemliche
Kopfschmerzen bereitet und seine Abschaffung häufig gefordert
würde.

Die Antworten der WWW-Experten haben sich damals darauf
beschränkt, vom Fragesteller Internetbelege für die Existenz
des Kolnidre zu fordern, aber nur solche, die von den
WWW-Experten nicht als „rechts“ angesehen werden. Daß es das
Kolnidre überhaupt nicht gäbe, haben die Experten andererseits
aber auch wieder nicht gesagt.

mit ein wenig guten Willen läßt sich doch für alles eine Erklärung finden.
Zu Kol Nidrej:
_Kol Nidrej ist das feierliche ‚Auftaktgebet‘ für die Gebete an Jom Kippur. Kol Nidrej entstand im Mittelalter. Oft hatten die Juden ihrem Glauben abschwören müssen und mit diesem Gebet baten sie, diese Sschwüre ungeschehen zu machen. Die Entbindung aller Gelübde wie es im folgenden heißen wird, entbindet aber nicht von Geschäftsverträgen.

Alle Gelübde, Verbote, Bannsprüche, Umschreibungen und alles was dem gleicht, Strafen und Schwüre, die wir geloben, schwören, als Bann auszusprechen, uns als Verbot auferlegen von diesem Jom Kippur an, bis zum erlösenden nächsten Jom Kippur. Alle bereue ich, alle sein ausgelöst, erlassen, aufgehoben, ungültig und vernichtet, ohne Rechtskraft und ohne Bestand. Unsere Gelübde seien keine Gelübde, unsere Schwüre keine Schwüre. (Die Übersetzung folgt der aus dem Machzor: Gebetbuch für den Versöhnungsabend.Verlag Lehrberger & Co. Frankfurt am Main 1933)_

gefunden bei http://israel-information.net/glossar/

Oder was so mancher pfarrer den lieben langen Tag von sich
gibt. Unterschied zum Judentum ist, dass dem sein dummes
Geschwafel nicht aufgezeichnet wird, bei den Juden scheinbar
schon.

Ich glaube das nicht. Erstens wird doch nicht jedes Geschwafel
jedes Rabbi aufgeschrieben, sondern nur das, was der Rabbi
nicht für Geschwafel hält. Zweitens gibt es auch bei den
Christen reichlich Sekundärliteratur zur Bibel, populäre und
klerikale. Und da stehen nirgends solche amoralischen
Ausreißer drin.

Dass in der reichlich vorhandenen christlichen Literatur auch reichlich Geschwafel drin ist, will ich gar nicht leugnen. Aber den jüdischen Schriften Amoral vorzuwerfen, ohne sich ausreichend informiert zu haben, finde ich unpassend.

Gruss Harald

Hallo Lehi,

ehm, ich würde sagen: in der jüd. geistesgeschichte vorkommen.
jesus gehört aber zur christlichen geistesgeschichte, auch
wenn er jude war.

das wird jetzt ein wenig abstrakt :wink:
Jesus kann eigentlich nicht zur christlichen Geistesgeschichte gezählt werden, weil es zu seiner Zeit noch gar kein Christentum gab. Er kann also bestenfalls als jüdischer Sektengründer gelten.

Nach Deiner Argumentation müßte sonst auch Moses und Jesaja zur christlichen Geistesgeschichte gehören :wink:

Gruss Harald

irreführend
hallo harald

die ganze debatte ist doch sinnlos. wir wissen beide was gemeint war. der rest sind streitereien um worte. niemand käme auf die idee mohammed als „christlichen gelehrten“ oder „christlichen sektengründer“ einzustufen. der baute ja auch auf das christentum auf, nicht wahr?

lehitraot.

Darüber hat jemand vor gut einem Jahr gefragt. Kolnidre
bedeutet „alle Eide“, so war auf Englisch im Internet zu
lesen, und ist ein Gebet, das zu einem der höchsten Feiertage
in der Synagoge dreimal hintereinander gebetet wird, damit man
in den kommenden 12 Monaten Meineide leisten darf.

ich will ja nicht stören wenn ein paar ahnungslose sich darüber unterhalten was hitler zum schulchan aruch gesagt haben könnte, aber: der herr wußte anscheinend nichtmal wie man das besagte werk schreibt. wie kann man sowas nur ernst nehmen? was für internetseiten sind denn das mit dem „meineiden“?? quelle bitte! oder traust du dich nicht (aus gutem grund!) diese zu nennen?

lehitraot.

Hallo Lehi,

die ganze debatte ist doch sinnlos. wir wissen beide was
gemeint war.

na klar :wink:

der rest sind streitereien um worte.

das macht die Sache ja so reizvoll *g*

niemand käme
auf die idee mohammed als „christlichen gelehrten“ oder
„christlichen sektengründer“ einzustufen. der baute ja auch
auf das christentum auf, nicht wahr?

Nur dass Mohammed sicher kein Christ war, aber Jesus war ganz bestimmt Jude.

Also lassen wir das :wink:

Shalom
Harald

Hallo Marion,

Also WAS will uns der Zitierte sagen ? WEN könnte er meinen ?

Das inkriminierte Zitat stammte aus der Zeit kurz nach der
Befreiung - also 1945.

Eine Bekannte meinte gestern, es sei erst von 1947. Habe im Moment keine Möglichkeit, das genauer zu checken.

hm…ich hätte jetzt angenommen, dass sich das Zitat
inhaltlich auf eine bestimmte Art der deutschen
„Vergangenheitsbewältigung“ beziehen würde. Kurz nach 1945
dürfte aber vermutlich noch keine Art der Bewältigung welcher
Art auch immer Stattgefunden haben (schließlich war man damit
beschüftigt, seine Toten zu begraben, auf die Heimkehr von
Kriegsgefangen zu hoffen und die Städte wieder neu aufzubauen.

Wenn der Zitierte sich aber nicht auf die
Vergangenheitsbewältigung bezieht, worauf dann ? Und wen meint
er nun wirklich damit ?

Wieso? Die Vergangenheitsbewältigung ging doch da schon los - nämlich mit den überlebenden Juden, denen man begegnete.
Und der Umgang war meist nicht gerade von Freude und Begeisterung über deren Überleben oder gar von Anteilnahme an deren Ergehen geprägt.

In der amerikanischen Besatzungszone neidete man den Überlebenden, daß sie durch die Versorgung von UNRRA-, Joint, IRO und anderen Programmen, höhere Lebensmittelzuteilungen bekamen als die deutsche Bevölkerung.

Die großen DP-Lager, die entstanden mußten ja nicht durch die Militärpolizei bewacht werden wegen der geschwächten überlebenden Juden sondern wegen der Feindseligkeiten der deutschen Bevölkerung.

Und wenn nun überlebende Juden auch in Deutschland in die Orte zurückkamen, an denen sie vorher gelebt hatten, waren diejenigen, die sich ihre Wohnungen angeeignet oder sie zugeteilt bekommen haben oder Eigentum von ehemaligen jüdischen Nachbarn für nen Appel und ein Ei ersteigert hatten, nicht gerade vor Begeisterung aus dem Häuschen.

In der britischen Besatzungszone hatten die überlebenden ehemals deutschen Juden im Gegensatz zu den osteuropäischen DPs den Status von „enemy aliens“ (feindliche Ausländer)- sie waren also was Lebensmittelzuteilungen der deutschen nicht-jüdischen Bevölkerung gleichgestellt, obwohl ihr Gesundheitszustand gravierender beeinträchtigt war, weil sie noch weniger zu essen gehabt hatten als die deutsche Normalbevölkerung.
Nicht wenige dieser Juden sind durch diese Mangelerscheinungen nach der Befreiung gestorben, was aufs Konto der britischen Militärregierung geht, um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen.

Und die Beamten, die meist in den Behörden saßen und mit ihren Anträgen auf Unterstützung oder Freigabe von gesperrten Konten befaßt waren, waren nicht selten - aufgrund ungebrochener Kontinuitäten - diejenigen, die vorher mit Enteignung, Arisierung etc. befaßt gewesen waren.

Um nicht mit dem alten Antisemitismus konfrontiert zu werden, zogen es eine Reihe von Überlebenden vor, erst einmal vorzugeben deutsche Flüchtlinge aus den Ostgebieten oder von wo auch immer zu sein (siehe Biografie von Ruth Klüger).

Da war es in der jüdischen Welt Konsens, daß jüdisches Leben -
der Überlebenden - in Deutschland nur eine Frage der Zeit sei,
nämlich bis alle Überlebenden ausgewandert sein würden bzw.
diejenigen, die dafür zu alt oder schwach waren, gestorben
sein würden.

Das kann ich mir schon denken und auch nachvollziehen. Dann
würde allderdings auch der von mir vermutete Hintergrund
zutreffen, nämlich dass:

„Mir scheint eher, hier hat irgendwer DEN Deutschen etwas
nicht verziehen, und zwar dermaßen nicht, dass er nicht mehr
in der Lage ist, zu differenzieren, woraus ich ihm nicht mal
einen Vorwurf machen will, wenn er tatsächlich ein KZ überlebt
hat.“

kann ich so - aufgrund der von mir geschilderten Umstände - nicht sehen

o.k. nur versteh ich immer noch nicht ganz, wieso du dieses
Zitat anführst und anscheinend heute noch für aktuell hältst ?
Auch bei Eli versteh ich das nicht so ganz. Sonst wehrt er
sich doch immer zurecht, wenn man ihm das „deutsch sein“
absprechen will. Das es laut diesem Zitat aber nicht möglich
ist, gleichzeitig Deutsch und Jude zu sein, sondern dass hier
zwei „Fronten“ geschaffen werden, ist doch
offensichtlich…oder überseh ich was ?

Na ja, ums Deutschsein ging es doch erst einmal nicht. Die überlebenden osteuropäischen DPs waren staatenlos - und die ehemaligen deutschen Juden, die überlebt hatten, hatten ja 1935 qua Reichsbürgergesetz (oder so ähnlich) ihre deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt bekommen.

Von daher kannst Du „deutsch sein“ im heutigen Sinn nicht an diese damaligen Verhältnisse herantragen.

Viele Grüße

Iris

Hallo Marion,

das Zitat
„die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen“

läuft also darauf hinaus, daß Deutsche - wieviele auch immer - wenn sie mit Juden konfrontiert sind, an Auschwitz erinnert werden, ihnen diese Erinnerung - verständlicherweise - nicht gefällt und sie es eben den Juden übelnehmen, diejenigen zu sein, die sie daran erinnern.

gruss

Iris

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Verunehrung
Hallo Lego,

wo beginnt bei dir die verunehrung der dreifaltigkeit?

ein Beispiel dafür aus dem japanischen Fernsehen habe ich erzählt.
Ich weiß auch nicht, was für Praktiken in dem Buch beschrieben sind, dessen Titel der Aufhänger für die jetzige Diskussion ist. Auch werde ich jetzt hier nicht meine Phantasie bemühen, um irgendwelche mögliche Verunehrungsszenarien zu beschreiben. Ich weiß auch nicht, was z.B. der „Stürmer“ damit meint, weil ich davon nur die eine oder andere Schlagzeile gesehen habe, aber keinen Artikeltext.
Es ist Unwissen, was mich zum Fragenstellen veranlaßt.

Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Harald,

Aber den jüdischen Schriften Amoral vorzuwerfen, ohne sich
ausreichend informiert zu haben, finde ich unpassend.

Vorgeworfem habe ich überhaupt nichts, schon gar nicht Amoral pauschal „den“ jüdischen Schriften.

Gruß,

Wolfgang Berger