Einfach 20000 Bundespolizisten einstellen und alle 500 Meter einen Posten neben die Leitung stellen. Dazu noch ein hübscher 10-Punkte-Plan und schon sind alle zufrieden?
Die Hochspannungsleitungen sind nicht zu schützen. Das ist schlicht und einfach nicht möglich.
Wir haben in unserem Stadtgebiet drei Umspannwerke. Dazu sicher Hundert oder mehr Masten mit Hochspannung. Teilweise sehr unzugänglich im Mittelgebirgswald.
Die Nachbarstadt wird mit einer 110kV-Stichleitung versorgt. Da hängen rund 40000 Einwohner an 21 Masten. Wenn einer davon fällt, war’s das erst einmal.
Leute, was soll das? Der Bundesinnenminister legt jetzt los und alles wird gut. Ich versteh echt nicht, wieso ihr immer mit „Logik“, „Fakten“ und „aber die Realität“ daherkommt…
Im Zusammenhang mit dem Anschlag passt das wohl nicht zum Thema.
Gegen Rechtsextremisten hatte doch ohnehin seine Vorgängerin Ermittlungen ausweiten lassen. Ist das denn inzwischen ausgesetzt worden?
Irgendwie schon, weil insbesondere die rechten Politiker reflexhaft aufschrien: „das waren die Linksextremisten“. Vor denen haben sie nämlich Angst, weil die nämlich Autos und andere schöne Sachen kaputtmachen und oftmals für so eklige Dinge wie Umverteilung von oben nach unten, Klimaschutz, mehr Eindämmung des Kapitalismus und mehr Schutz für die Armen und Wehrlosen fordern. Die Rechtsextremisten haben ja nur ein Problem mit Ausländern, Juden und so und da fühlt man sich in der Union halt nicht betroffen.
Das Problem ist halt, dass sich anhand der Faktenlage die Behauptung, es seien Linksextremisten kaum aufrechterhalten lässt.
Ich werde die Frage wahrscheinlich noch bereuen, aber was willst Du uns damit sagen?
Warte: Du bist der Ansicht, dass bei einem ziemlich offensichtlich politisch motivierten Anschlag auf die Infrastruktur unseres Landes alle Ermittlungsergebnisse zeitnah der Öffentlichkeit mitgeteilt werden?
Aber Du hast natürlich recht, dass nach den offiziellen Stellungnahmen in Richtung links ermittelt wird. Es gibt Traditionen, die müssen einfach fortgesetzt werden.
Um genau zu sein, gibt es noch gar keine Ermittlungserfolge, die in die Öffentlichkeit getragen wurden. Die Behauptung, es seien Linksextremisten ist daher genau so stichhaltig, wie die Behauptung, es waren Rechtsextremisten, oder der Bundeskanzler, oder der Bundespräsident, oder ich oder Du - nämlich gar nicht.
Die klare Aussage müsste lauten: Wir wissen nicht, wer es war. Wir haben zwar ein Bekennerschreiben mit Täterwissen, wissen aber nicht von wem es kommt. Das Bekennerschreiben enthält eine krude Mischung von linksextremen und fanatisch-klimaschützenden Phrasen. Aber das kann ja jeder schreiben, der halbwegs rhetorisch begabt ist. Es ist also kein Indiz. Eher ist der Anschlagsort und die daraus entstehenden Folgen ein Indiz. Und das spricht nicht für Linksradikale.
Nachtrag: ich fühle mich bei der sehr schnellen Zuschreibung an die Morde des NSU erinnert. Da „wusste“ man ja auch sehr frühzeitig, dass die Opfer selber Täter waren und zur türkischen Mafia gehörten.
Sicherheitsbehörden halten das Schreiben, das am frühen Samstagmorgen auf einer linksextremen Leipziger Online-Plattform erschien, für authentisch. Wer sind diese Täter, die sich scheinbar wenig um die Folgen ihres Handelns und um Menschenleben scheren – und die Debatte um einen neuen Linksterrorismus befeuern? Noch sind ihre Mitglieder Phantome.
WELT AM SONNTAG konnte Ermittlungsunterlagen einsehen, sprach mit Polizisten und Nachrichtendienstlern, wertete Gerichtsurteile aus und analysierte die digitale Datenspur der mutmaßlichen Täter. So werden die Umrisse der neuen Bedrohung klarer. Dabei rückt eine klandestine Bewegung in den Vordergrund, über die bislang kaum gesprochen wurde: eine Szene aus Anarchisten, IT-Experten und Technologiekritikern. Ein Milieu, das Wissenschaft und radikale Ideologie vermengt – und erstaunlich offen zu Widerstand und Sabotage aufruft. Einige dieser selbst ernannten Aktivisten nennen sich „Capulcu“, eine Anspielung auf das türkische Wort für „Marodeure“. Ihre Texte und Aktionen weisen auffällige Parallelen zu den Bekennerschreiben der Täter auf. Was treibt Menschen an, die den Staat brennen sehen wollen?
Anarchisten ? Klingt eher weniger nach „Bundespräsident“
Was genau bedeutet das? Dass die Sicherheitsbehörden eine recht hohe Wahrscheinlichkeit dafür sehen, dass das Bekennerschreiben von den Tätern stammt. Mehr nicht.
Genau das schrieb ich weiter oben. Nur mit etwas überspitzten Beispielen.
Gerichtsurteile? Zur Vulkangruppe? Die seit 15 Jahren unerkannt agiert?
Datenspuren von Tätern, die auch dem BKA völlig unbekannt sind? (Warum will Dobrindt dann die Regeln verschärfen, wenn sogar Axel Springer diese Daten auswerten kann?)
Auch das nur Spekulation, wie die Linksradikalen. Wenn man sehr freundlich sein möchte, könnte man es noch als „Profiling“ durchgehen lassen. Aber als sehr grobes…
Mich erinnert die „Analyse“ der „BILD-Zeitung für Menschen mit Abitur“ irgendwie an den urbanen Mythos der BILD-Schlagzeile: „Mann durch den Fleischwolf gedreht, BILD sprach als erstes mit dem Opfer“.
Übrigens: auf der „Leipziger Online-Plattform“ hat inzwischen die Vulkangruppe, die vor 15 Jahren den Brandanschlag am Ostkreuz durchführte (auch hier als Beleg Täterwissen) die Zugehörigkeit der Vulkangruppen 1-3 zu ihnen bestritten. Allerdings ohne sich in Spekulationen zu ergehen, wie es die WELT vormacht. Sie hegen darin indirekt starke Zweifel, dass die Formulierungen aus Überzeugung entstanden.
Es ist von „Sicherheitsbehörden“ die Rede. WELT berichtet über deren Schlüsse. Sicherlich gibt es auch mal Irrtümer:(Wer hätte gedacht, dass der Serienbrandstifter, die drei Fahrzeuge der Obdachlosenhilfe nacheinander abfackelte, ein Obdachloser aus Ungarn ist,)
Ja? Schauen wir mal, wie der Satz zu den Sicherheitsbehörden lautet:
Und der Rest? Geschwurbel, keine echten Ermittlungsergebnisse. Keine offiziellen Verlautbarungen. Geschwurbel.
Ich nicht, wenn ich mir die Definition für Anarchismus bei Wikipedia oder DWDS ansehe. Vor allem aber: man kennt die Täter noch nicht. Wie kann man ihnen Anarchismus als Tatmotiv unterstellen und so tun, als wäre das evidenzbasiert?
Dies war ein subtiler Hinweis darauf, dass das eben nicht so gehandhabt wird. Erstens, weil aktuelle Ermittlungsergebnisse nicht zwingend die endgültigen sein müssen und man deswegen eben nicht frühzeitig an die Öffentlichkeit geht, wenn man sich nicht wenigstens ansatzweise sicher ist, dass man auf der richtigen Fährte ist.
Das ist eine eher unglaubwürdige Aussage. Journalisten haben kein Recht darauf, in Ermittlungsakten Einsicht zu nehmen und gerade in so einer frühen Phase, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Welt tatsächlich Akteneinsicht erhielt. Entweder hat da jemand aus dem Nähkästchen geplaudert oder die Welt hat nur mit Ermittlern gesprochen und den Vorgang maßlos übertrieben oder die Sache ist frei erfunden und es wird wild rumspekuliert. Für letzteres spricht die wilde Räuberpistole, die auf den einleitenden Halbsatz folgt.
Was mir jetzt erst in Deiner Nebelkerze bewusst wird: Du lügst wie gedruckt!
„Wir ermitteln wegen des Verdachts der Brandstiftung“, sagt eine Polizeisprecherin. Ebenfalls werde geprüft, ob der 43-Jährige auch für die erste Brandstiftung verantwortlich ist. Zunächst bekam er am Freitagnachmittag einen Haftbefehl wegen der aktuellen Brandstiftung.
Quelle: der verlinkte Artikel
Oder etwas sarkastisch. Es steht derzeit genauso fest, dass Linksradikale den Brandanschlag auf die Leitungen verübten, wie dass der gefasst Feuerleger die ersten beiden Busse angesteckt hat.
Nur mit einem Unterschied. Wenistens für einen der Brandanschläge auf die Kältebusse hat man einen dringend Tatverdächtigen. Bei den Brandanschlägen auf die Energieversorgung tappt man dagegen noch völlig im Dunkeln.
Damit will ich Deine Nebelkerze nicht weiter bedienen.