Theol Kueng:2TstJhre Antijud durch Christl.Kirche

mission impossible *g*

Also - in meinem Fremdwörter-Duden steht unter „missionieren“:
„eine (besonders die christliche) Glaubenslehre verbreiten“.

der duden ist aber produkt einer christlichen welt. wäre
interessant was zum beispiel ein ehemaliges ostdeutsches
wörterbuch (in kommunistisch-atheistischer tradition) dazu meint.
vielleicht bekehrung, überredung?

Danke. Für mich schließt es sich aber nicht gegenseitig aus,
zu sagen: „Du darfst glauben, was Du willst, aber ich glaube,
dass Jesus der einzige Weg zu Gott ist.“ Das passt für mich
problemlos zusammen.

ja schon. aber soweit ich das verstehe, gehört es doch zur
aufgabe des christen, allen anderen davon zu berichten. mit
anderen worten fühlt sich ein andersgläubiger (dazu zählen auch
atheisten) irgendwie mißachtet. er wird nicht einfach in ruhe
gelassen („ich glaube zwar das wahre, aber wenn du nicht willst,
soll mir das egal sein“), sondern bedrängt, einfach durch diese
einstellung. oder? dazu kommt, daß geglaubt wird, ungläubige
würden bestraft werden oder so. oder hat man das auch aufgegeben?
(interessierte frage, kein vorwurf! :smile:

Warum hat sich Dein negatives Bild von Mission dadurch nicht
geändert? (Soll jetzt kein Vorwurf sein, nur eine
interessierte Frage…!)

ich mache mir gedanken über das prinzip der mission. erlebt habe
ich unterschiedliches. negatives aber weit weniger.

Das ist, wie wenn ich irgendwo ein Schnäppchen entdecke und
allen meinen Freunden erzähle: Hey, in dem und dem Laden gibt
es super billige Hard- und Software zu 90% reduziert o.ä. Da
kann auch jeder selbst entscheiden, ob er hingeht oder nicht.

schnäppchen sind objektiv was gutes, etwas, das jeden
interessiert. da schwingt irgendwie mit, daß der, der nicht
hingeht, dumm ist. daß aber dieser und jener glaube der einzig
wahre ist, ist eben ein glaube, und andere glauben
vielleicht was ganz anderes. das andere muß man nicht akzeptieren
(geht auch gar nicht, weil die verschiedenen religiösen ansichten
sich ja logisch widersprechen. einer muß also unrecht
haben), aber man kann das andere doch einfach sein lassen wie es
ist, ohne dem andren von der eigenen „wahrheit“ erzählen zu
müssen. wenn sie die „wahre wahrheit ist“, werden die menschen
schon von selbst dazu finden, oder durch gottes hilfe (wie mans
sehen will). missionieren ist so ähnlich, wie wenn mir ein
bekannter ständig erzählt, wie toll heavy metal konzerte sind.
ich steh aber nicht drauf…

der spieß dreht sich wieder

Stimmt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie nicht
mit körperlicher Arbeit ihren Unterhalt verdienten. Und das
war den meisten von Luthers Zeitgenossen suspekt.

*lach* was für eine denkweise. zuerst jemandem was verbieten, und
dann ihm vorhalten, daß er sich drum drückt? erinnert mich fatal
an die ausländer ohne arbeitsgenehmigung, die dann schwarz
arbeiten. ja sollen sie denn stehlen gehen??

und noch was: was ist am geldgeschäft schlecht? gäbe es das
nicht, gäbe es gar nichts.

Dazu kommt auch noch: die meisten Juden sonderten sich von der
Bevölkerung ab.

Besser: Sie wurden abgesondert!

nein, sie sondersten sich schon selbst ab.

ja, taten sie, weil man sie sonst massakriert hätte.

Allein ihr regelmäßriger
Anspruch, das auserwählte Volk zu sein, kein anderes hätte die
Möglichkeit usw. verärgerte die Christen.

weißt du, JEDE religion hält sich für die wahre. das ist nunmal
das wesen der religion. warum dürfen das juden nicht? zur
auserwähltheit siehe mein anderes posting mit norbert högel.

Mit dieser Art zu denken sind schon so manche Kriege
entstanden.

laß dich nicht manipulieren stucki. der spieß wird immer
umgedreht, sodaß DU der wahre intolerante bist!

denkfehler!

Man sagte sich damals: hätten die
nicht Christus ermordet, hätten wir heute das Paradies auf
Erden.

och, ich dachte dadurch daß jesus auferstanden ist und uns von
allen sünden befreit hat, wäre jetzt das paradies auf erden.

wie kann einer auferstehen, der vorher nicht mal stirbt? hätte
luther den bösen juden nicht sogar dankbar sein müssen?!!

Um dann anschließend auf Wiedetgutmachung für 2000 Jahre
verklagt zu werden? Wiedetgutmachung in klingender Münze
natürlich!

sollte doch für die kirche, der reichsten company der welt, kein
problem sein. wer sagte dauernd, juden wären weltmeister im
geldmachen?

siehst Du, lehitraot, Deine Antwort zeigt mir, dass ich recht hatte. Es geht um Geld. Geld, das für Krieg und Bereicherung eingesetzt werden soll. Nicht für so profane Sachen wie Schulen und Krankenhäuser, Kindergärten…
Das ist eines der Gründe, warum Ihr Euch so unbeliebt macht: es ist alles käuflich, es geht immer um Geld.
grüße
Raimund

lehitraot,
Du hast mhrere Fehler:

  1. ganz oben: Verfolgungswahn (aber das haben schon mehrere festgestellt)
  2. Du kannst nicht lesen
  3. Du kannst nicht geschichtlich denken
  4. du verdrehst die Tatsachen so, wie Du sie brauchst
  5. für Dich zählt nur eines: Geld
    Grüße
    Raimund

Was soll das?

siehst Du, lehitraot, Deine Antwort zeigt mir, dass ich recht
hatte. Es geht um Geld. Geld, das für Krieg und Bereicherung
eingesetzt werden soll. Nicht für so profane Sachen wie
Schulen und Krankenhäuser, Kindergärten…
grüße
Raimund

Hallo,

ehrlich gesagt finde ich, daß das Niveau so langsam abdriftet! Ich bin noch nicht so lange dabei, aber es scheint mir, als ob die eine Seite pauschal die Kirche zu verurteilen gedenkt, was nun die Tendenz zum faschistoiden hat, während die andere Seite hier irgendeiner Gruppe folgendes unterstellt:

Das ist eines der Gründe, warum Ihr Euch so unbeliebt macht:
es ist alles käuflich, es geht immer um Geld.

Soll es hier um Juden (der Kontext der Diskussion legt es nahe, allerdings ist lehitraot auch Frau, Studentin… vielleicht geht es allen Frauen nur ums Geld, habe ich auch schon mal gehört!) gehen? Eigentlich ist das egal, denn auch das hier ist unerträglich faschistoid! Allein schno deswegen, weil hier von einer Person auf eine ganze Gruppe geschlossen wird! Also, Raimund, wenn es einer Person Deiner Meinung nach ums Geld geht, solltest Du dadurch nicht auf alle anderen Personen, die Deiner Meinung nach zu derselben Gruppe gehören, verurteilen!

Sorry, aber diese Art des Umgangs ist nun wirklich das letzte!

Gruß,
Taju

mission is possible and the way for real freedom!
Hi lehitraot

der duden ist aber produkt einer christlichen welt. wäre
interessant was zum beispiel ein ehemaliges ostdeutsches
wörterbuch (in kommunistisch-atheistischer tradition) dazu
meint.
vielleicht bekehrung, überredung

Also, ein kommunistisches Wörterbuch habe ich leider nicht zu bieten, dafür aber ein Latein-Wörterbuch zur Erforschung des Wortstammes. Dort heißt es:

missio: Das Schicken, das Loslassen, die Freilassung (von Gefangenen), die Gnade (für den Gladiator), die Befreiung von Strafe

missus: Die Sendung, der Auftrag, der Gang

Obwohl ich eigentlich das große Latinum habe, weiß ich jetzt nicht genau, von welchem der beiden Wortstämme das deutsche Wort „Mission“ abstammt, aber ich denke, dass es beide sind. Wie Du siehst ist Mission also genau das Gegenteil von Knechtung, Bevormundung und Unterjochung:

Wir Christen wurden von Jesus ausgesandt, um der ganzen Welt die FREIHEIT zu predigen, die Erlösung von Schuld, die Gnade Gottes, die Befreiung von Strafe!!! Also wenn das nichts positives ist! Diese Deutung, die ganz genau mit dem biblischen Missionsverständnis übereinstimmt, impliziert also, dass gerade VOR der Bekehrung zu Jesus ein Abhängigkeitsverhältnis herrscht: Abhängigkeit von Schuld, Gefangensein in Sünde, Bindung an böse Mächte (Okkultismus; habe ich selbst bei Leuten gesehen, die davon frei wurden!!!).
Aber es gibt ja Gefangene, die die Freiheit bewusst nicht wollen und ihr Gefängnis als einen sicheren Aufenthaltsort bezeichnen. Unser Auftrag ist mit dem Predigen und Vor-Leben dieser Befreiung auch erfüllt - mehr müssen wir nicht tun. Die Entscheidung zur Freiheit kann ich niemandem abnehmen.

ja schon. aber soweit ich das verstehe, gehört es doch zur
aufgabe des christen, allen anderen davon zu berichten.

ja - aber das wars dann auch schon (s. o.). Viel wichtiger ist es, für den anderen zu beten, als ihm die Ohren ständig vollzulabern.

mit
anderen worten fühlt sich ein andersgläubiger (dazu zählen
auch
atheisten) irgendwie mißachtet.

Das kommt auf den Stil meines Erzählens und auf das Empfinden des Gegenübers an. Das kann man nicht verallgemeinern. Wie gesagt - ich habe viele (ungläubige) Freunde, die Bescheid wissen und sich trotzdem zu nichts gedrängt fühlen.

er wird nicht einfach in ruhe
gelassen („ich glaube zwar das wahre, aber wenn du nicht
willst,
soll mir das egal sein“), sondern bedrängt, einfach durch
diese
einstellung. oder?

Das mag vielleicht vorkommen, wäre aber ziemlich lieblos. Mission beinhaltet meines Ermessens immer eine große Liebe und Ehrerbietung dem anderen gegenüber. Er ist mir wichtig mit allen seinen Stärken und Schwächen. Ich habe meine ungläubigen Freunde genauso lieb wie meine gläubigen (manchmal sogar noch mehr!). Sie sind mir überhaupt nicht egal, aber ich dränge sie zu nichts. Ich habe sie innerlich losgelassen und ich bin nicht für ihr Seelenheil verantwortlich!!! Wenn sie nicht von sich aus fragen, kann ich auch meinen Mund halten. Aber interessanterweise fragen sie oft von sich aus, ohne dass ich etwas sage…

dazu kommt, daß geglaubt wird, ungläubige
würden bestraft werden oder so. oder hat man das auch
aufgegeben?
(interessierte frage, kein vorwurf! :smile:

Was mit den Leuten nach ihrem Tod passiert, die in ihrem jetzigen Leben keine Beziehung zu Jesus und keine Vergebung ihrer Schuld haben, beschreibt die Bibel ganz deutlich, aber nicht detailliert. Egal, wie man sich die Hölle oder ewige Verdammnis vorstellt: Es ist ein Ort, wo es keine Gemeinschaft mit Gott gibt!
Aber mal ehrlich: Das ist doch kein Druckmittel für Mission! Das wäre ja wieder völlig lieblos, damit zu drohen! Aber verschweigen darf ich es eben auch nicht. Es kommt auf die Verpackung an…

schnäppchen sind objektiv was gutes, etwas, das jeden
interessiert. da schwingt irgendwie mit, daß der, der nicht
hingeht, dumm ist.

Das Christentum und die Befreiung von Sünde durch Jesus ist objektiv auch etwas Gutes; überleg mal, was Christen schon alles auf der Welt positives bewegt haben! Das Thema Schuld, Sünde, Vergebung, Leben nach dem Tod etc. betrifft JEDEN Menschen, nicht nur ein paar Spinner. Ich maße mir nicht an, jeden Ungläubigen als Dummkopf zu bezeichnen (die Bibel tut das allerdings manchmal, besonders im AT). Oft arbeitet der Heilige Geist schon in einem Menschen, obwohl ich noch gar nichts davon sehe.

aber man kann das andere doch einfach sein lassen wie
es
ist, ohne dem andren von der eigenen „wahrheit“ erzählen zu
müssen.

Nee - wenn Du was tolles erfahren oder erlebt hast, dann erzählst Du es automatisch weiter. Dann fällt es Dir total schwer, den Mund zu halten, das ist bei allem so, nicht nur beim Glauben. Schau Dir mal ein Kind an, das was tolles zum Geburtstag geschenkt bekommen hat, das erzählt jedem Besucher mit glänzenden Augen davon…

wenn sie die „wahre wahrheit ist“, werden die menschen
schon von selbst dazu finden, oder durch gottes hilfe (wie
mans
sehen will).

Eben - der Heilige Geist wird sich offenbaren oder auch nicht. Wie gesagt - ich bin nicht für das Seelenheil anderer verantwortlich, es reicht wenn ich wie ein Geburtstagskind erzähle…

missionieren ist so ähnlich, wie wenn mir ein
bekannter ständig erzählt, wie toll heavy metal konzerte sind.
ich steh aber nicht drauf…

Wenn er Dich respektiert und wenn Du ihm wichtig bist, wird er irgendwann merken, dass das nicht Dein Geschmack ist und Dich damit in Ruhe lassen. Trotzdem (oder gerade deswegen) wird er Dein Freund bleiben!

Herzliche Grüße

Alex

Luther usw.
Hallo,
das war wirklich eine tolle Antwort! Macht richtig Spaß, sie zu lesen. Was nicht heißt, dass ich allem zustimme! Grundsätzlich: Luther war und ist eine der großen Figuren der deutschen Geschichte, da gib’s nichts dran zu rütteln. Aber, ich zitiere Walter Jens, der auf die großen Verdienste Luthers hin gewiesen hat, „dass man ihn an anderen Stellen zurück weisen muss“.
Was die Beurteilung aus heutiger Sicht angeht, zitiere ich Metapher, den fleißigen Mitdiskutierer hier in diesem Brett, der sinngemäß sagte: „Es kommt nicht darauf an, was es damals bedeutete, sondern was es für uns heute bedeutet.“ Hoffentlich habe ich das richtig behalten … :frowning:( - jedenfalls halte ich das für unbedingt richtig. Das heißt auf gar keinen Fall , dass man Luther für die Folgen verantwortlich machen darf. Aber die Historiker sind sich weit gehend darüber einig, dass die Folgen sehr zwiespältig sind: „Die Reformation hat die deutschen Lande glatt in zwei Hälften zerschlagen.“ Aber: Luther wollte keine Kirchenspaltung - so wie Jesus keine neue Kirche wollte.
Aber: Luther hat strikten Gehorsam gegenüber der Obrigkeit gepredigt, worin viele die Ursache für obrigkeitsstaatliches Denken in Deutschland sehen, was man heute wohl bestenfalls zähneknirrschend hinnehmen kann. Calvin, wesentlich intelektueller als Luther, dessen Lehren dann mehr im angelsächsischen Bereich Fuß fassten, hat das nicht getan. Worauf vielleicht die frühere Aufklärung und Parlamentarismus zurück gehen.
Lassen wir das, das ist politische/historische Philosophie (oder Filosofie).

Wenn man darauf aufmerksam macht,daß Luther in einem
bestimmten historischen Kontext gelebt und gedacht hat,
heißt das noch lange nicht, daß man irgendetwas wegwischt!

Richtig! Zwischen meinen Aussagen stand auch ein „oder“

… man dürfte Luther nicht als Kind seiner Zeit ansehen,
weil er einerseits heute verehrt werde,

Das darf man schon, man muss seine Aussagen nur in den heutigen Kontext einordnen, meine ich. „Verehrt“ ist vielleicht nicht der ganz richtige Ausdruck, aber immerhin hat er als einer der ganz großen Deutschen eine gewisse Vorbildfunktion und wird ja auch so hin gestellt!

… andererseits weil er sich Christ nannte.

Christ sein ist in gewissem Maße natürlich zeit-/epochenabhängig. Wie man gegenüber anderen Menschen redet und handelt,sollte aber weitgehend unabhängig sein - so wird’s jedenfalls seit mehr als 2000 Jahren in den 10 Geboten gepredigt!

… Andererseits sollten man doch fairerweise auch jemanden, der
sich als Christ bezeichnet, nicht als ein Überwesen ansehen, …

… und dann aber auch nicht als moralisches Vorbild.

Im Vergleich zu dem sonst Üblichen hat Luther sich zunächst
für die Juden eingesetzt.

Das weiss ich jetzt nicht. Nenne mal Beispiele.

Man sollte zumindest festhalten, daß, wenn er missionieren
wollte, er niemanden etwas Böses wollte, sondern
tatsächlich aus Nächstenliebe gehandelt hat.

Das hat man bei denen, die man auf den Scheiterhaufen gestellt hat, auch gesagt!

(Meinen nicht auch wir, die Demokratie sei die beste Staatsform…?)

Sie ist es nach heutigen Gegebenheiten! Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen, wir aber wohl nicht mehr erleben.

Man muss auch versöhnlicherweise sagen, dass

  1. es vielleicht weniger „das Christentum“ war, als „die
    Europäer“, …

Vielleicht hat es ja auch etwas mit unserer europäisch-zentrierten
Geschichtssschreibung zu tun, daß wir uns für schlimmer als
alle anderen halten …

Das ist eine reine Abzählfrage: Vergleiche einfach die Regionen, Kontinente, Völker miteinander, dann sind, was Versklavung, Ausrottung, Völkermord angeht, die Europäer so ziemlich einsame Spitze. Das heisst ja nicht, dass nicht auch andere sich gekloppt haben, aber sie haben eben nicht die Bevölkerung ganzer Kontinente oder Regionen ausgerottet. Da gibt es nichts dran zu deuteln!!!

Aber was wäre das, wenn der Europäer an sich intolerant
und massenmörderisch veranlagt wäre?
Müßten wir ihm das entsprechende Gen herausnehmen…?

Na ja, vielleicht ist das ja bald möglich :wink:) Nein, deswegen müssen sich die heutigen nicht in die Ecke stellen und schämen. ABER: Sie haben als Staat, als Gesellschaft eine besondere, „kollektive“ Verantwortung gegenüber anderen Völkern, denen sie in der ganz und gar nicht fernen (!) Vergangenheit so übel mitgespielt haben! Und wenn ich dann heute das Gezerfe um Schuldenerlass für die dritte Welt sehe, wenn ich sehe, wie die westliche Wirtschaft u.a. in Afrika alles tut, um sich billige Rohstoffe zu sichern, dann sehe ich, dass man dieser Verantwortung nicht einmal in Ansätzen gerecht wird. Na ja, meinetwegen bezeichne die vielen Hilfsorganisationen als „Ansatz“.

Das es nicht das Christentum ist, was böse ist, …

Würde ich auch so sehen. Es sind immer die Menschen, die etwas draus machen. Z. B. wenn die Hauptverantwortliche für den Völkermord in Südamerika, Königen Isabella die Kotholische von Spanien, aus Anlass des 500. Jahrestages der Entdeckung Amerikas 1992 (!) heilig gesprochen werden soll, dann zweifele ich doch, dass da eine Einsicht vorhanden ist.
Und dann zweifele ich daran, dass das eine geeignete Philosophie/Religion/Ideologie ist, die uns sagen kann, wo es im Leben lang gehen soll, was Wahrheit, was Moral ist! Punkt, aus, Feierabend!
Genug, wir kommen ab!

Gruß, Stucki

Christen in anderen Teilen der Welt
Hallo lehitraot,

… aber grade in anderen teilen der welt gings doch rundum.
ganz amerika und afrika, sowie teile asiens wurden wenn
nicht ausgerottet, dann „bekehrt“.

Da haben wir uns falsch verstanden, war auch missverständlich ausgedrückt und vielleicht etwas schnell dahin gesagt. Das was in Amerika, Asien, Afrika passierte, das passierte natürlich durch die Europäer! Nicht europäische Christen waren meist zu gering in der Zahl und hatten nicht die Machtmittel, insofern war meine Aussage „in anderen Teilen der Welt waren die Christen erheblich friedfertiger und toleranter“ wohl falsch.
Ich sage immer, „wenn die Welt erstmal realisiert, was die Europäer (Amerikaner sind in diesem Sinne Europäer) der Welt angetan haben, dann Gnade uns Gott“.
Gruss, Stucki

Hallo,

Was die Beurteilung aus heutiger Sicht angeht, zitiere ich
Metapher, den fleißigen Mitdiskutierer hier in diesem Brett,
der sinngemäß sagte: "Es kommt nicht darauf an, was es damals
bedeutete, sondern was es für uns heute bedeutet.

Dem würde ich sicher zustimmen. Nur, wenn wir aus der Geschichte lernen wollen, dann ist es auch wichtig, zu verstehen, wie welche Entscheidungen/Lehren etc. zustande kamen. Die Vorläufigkeit und eventuellen Folgen unseres eigenen Denkens und Tuns können uns nur so bewußt werden (nun, der Theologe spricht da vom „eschatologischen Vorbehalt“:wink: )

Aber: Luther hat strikten Gehorsam gegenüber der Obrigkeit
gepredigt, worin viele die Ursache für obrigkeitsstaatliches
Denken in Deutschland sehen, was man heute wohl bestenfalls
zähneknirrschend hinnehmen kann. Calvin, wesentlich
intelektueller als Luther, dessen Lehren dann mehr im
angelsächsischen Bereich Fuß fassten, hat das nicht getan.
Worauf vielleicht die frühere Aufklärung und Parlamentarismus
zurück gehen.

Mh, auf Calvin geht ja auch angeblich die Erfindung des Kapitalismus zurück. Auch für Calvin war die Obrigkeit Dei vicarii, wobei er wahrscheinlich eine aristrokratische Regierungsform einer Monarchie vorzog. In Genf versuchte er eine Art „Bibliokratie“ durchzusetzen, der von Calvin verordneten Kirchenzucht fielen einige zum Opfer. Der Puritanismus hat seine Wurzeln im Calvinismus - auch mit seinen negativen Formen. Allerdings gebt es, auch wenn Calvin selbst wohl eher aristrokratische/oligarchisch dachte, tatsächlich wohl einen Zusammenhang zwischen Demokratisierung und Calvinismus, da dieser u.a. erwachsen ist aus dem Kapf gegen absolutistische (kath) Fürstentümer (Genf: Savoyen). Zudem waren die „Laien“ von Anfang an an kirchlicher Willensbildung beteiligt.

Bei Luther darf man nicht die wirkungsgeschichtlich bedeutende tatsache vergessen, daß er als erster auf die Idee kam, sich vor weltlicher und kirchlicher Obrigkeit auf sein Gewissen zu berufen (sein berühmtes: hier stehe ich, ich kann nicht anders… in Worms). damit hat er übrigens auch unser säkulares Denken von heute vorbereitet (wollte er bestimmt nicht). Luther kannte auch eine Grenze des Gehorsams gegenüber der Obrigkeit: das Gebot Gottes. Dabei plädierte er für verbalen Widerstand und gestand nur der Aristrokratie einen gewaltsamen Widerstand gegen der Kaiser zu.
Der bedeutsame Beitrag Luthers liegt aber wohl eher in seinem Berufsverständnis (jede Tätigkeit ist Beruf=Berufung=Gottesdienst), wodurch er den substantiellen Unterschied zwischen Klerus und Laien aufhob und dadurch ein „Gleichberechtigungsdenken“ der Laien förderte.

Lassen wir das, das ist politische/historische Philosophie
(oder Filosofie).

Sorry, ich konnte nicht anders:wink:

„Verehrt“ ist

vielleicht nicht der ganz richtige Ausdruck, aber immerhin hat
er als einer der ganz großen Deutschen eine gewisse
Vorbildfunktion und wird ja auch so hin gestellt!

Ich habe mit Vorbildern meine Schwierigkeiten. Sie können nie absolut gelten. Was man an Luther lernen kann, ist sein Mut, eigenständig zu denken, man kann auch von ihm lernen, wie anfällig man für überflüssige Eitelkeiten, Inkonsequenzen und Sünde (um in seiner Sprache zu bleiben) sein kann. Wir sollten alle unsere Vorbilder auch immer als solche betrachten, aus deren Fehlern wir für unser eigenes Leben lernen können.

Christ sein ist in gewissem Maße natürlich
zeit-/epochenabhängig. Wie man gegenüber anderen Menschen
redet und handelt,sollte aber weitgehend unabhängig sein - so
wird’s jedenfalls seit mehr als 2000 Jahren in den 10 Geboten
gepredigt!

Ich verstehe das hier jetzt nicht ganz! Wenn es Dir um Kontextunabhängigkeit einer historischen Persönlichkeit geht, die ist nun wirklihc nicht möglich. Daher ist ja auch bei Luther zu fragen, was er uns heute bedeutet (s.o.) und daher ist auch so manches über Bord zu werfen, wenn auch nicht zu verdrängen.

Im Vergleich zu dem sonst Üblichen hat Luther sich zunächst
für die Juden eingesetzt.

Das weiss ich jetzt nicht. Nenne mal Beispiele.

In den frühesten Quellen wirft Luther den Juden „Unbußfertigkeit und Selbstgerechtigkeit“ vor.
Diese Haltung änderte sich ab 1516 im Laufer der Römerbriefvorlesung, als er die Aussagen über die Verheißung des Heils für das jüdische Volk und das Doppelgebot der Liebe neu betrachete.
1523 veröffentlichte Luther die Schrift „Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei“. Er betont, daß das Heil von den Juden her gekommen sei und Christen und Juden sich gemeinsam freuen müßten. Da die Christen die Juden ständig mißhandelten, wären diese vom Christentum abgeschreckt. Gegen diese Mißhandlungen tritt Luther hier ein (z.B. wendet er sich dagegen, an Orten, wo man Juden vertrieben oder sogar hingerichtet hat, Kirchen zu bauen). Auch erklärt er die Vorwürfe gegen Juden (Ritualmorde, Brunnenvergiftungen und was es sonst noch so gab) für haltlos. Klar ist, daß er dies aus missionarischen Eifer getan hat. Das solidarische Verhalten mit den Juden sollte ihren Übertritt zum Christentum zur Folge haben.
Im damaligen Judentum wurde diese Schrift trotz des unverkennbaren Missionseifers sehr positiv aufgenommen.

Man sollte zumindest festhalten, daß, wenn er missionieren
wollte, er niemanden etwas Böses wollte, sondern
tatsächlich aus Nächstenliebe gehandelt hat.

Das hat man bei denen, die man auf den Scheiterhaufen gestellt
hat, auch gesagt!

Ja, das ist leider so! Und das ist wohl auch das Erschreckende, daß ein Mann, der zu einem so großen (hier meine ich das reformatorische) Denken fähig war, sich selber und seiner eigenen Erkenntnis so untreu geworden ist. Denn aus obigen, denke ich, ist ersichtlich, daß man zu seiner Zeit wohl nicht verlangen kann, historisch gesehen, daß jemand nicht missionieren wollte, aber man konnte sehr wohl verlangen, und Luther war ja dazu fähig, daß die Menschen nicht mehr an die Vorurteile gegen Juden glaubten und daraus mörderische Konsequenzen zu ziehen. Man kann Luther von ihm selbst aus kritisieren, insofern eben aus seinem eigenen historischen Kontext heraus. Ihm wird man so gerechter und es ist schon interesant, daß all diejenigen durch die Jahrhunderte hindurch, die Judenvertreibung und -morden forderten, immer nur die zweite Schrift („Von den Juden und ihren Lügen“, 1543) zitierten, die auch hier in diesem Thread immer wieder zitiert wird. Da man sonst immer gerne den jungen Luther zitiert hat und auch noch zitiert, gerade für gut-lutherische Positionen, ist schon interessant, daß man sich hier eines gewissen Eklektizismus bedient hat! Zumindest hätte einen ja die Inkonsequenz Luthers mal zum Nachdenken bringen müssen…

ABER: Sie haben als Staat, als Gesellschaft eine
besondere, „kollektive“ Verantwortung gegenüber anderen
Völkern, denen sie in der ganz und gar nicht fernen (!)
Vergangenheit so übel mitgespielt haben! Und wenn ich dann
heute das Gezerfe um Schuldenerlass für die dritte Welt sehe,
wenn ich sehe, wie die westliche Wirtschaft u.a. in Afrika
alles tut, um sich billige Rohstoffe zu sichern, dann sehe
ich, dass man dieser Verantwortung nicht einmal in Ansätzen
gerecht wird.

richtig!

Es sind immer die Menschen, die etwas
draus machen. Z. B. wenn die Hauptverantwortliche für den
Völkermord in Südamerika, Königen Isabella die Kotholische von
Spanien, aus Anlass des 500. Jahrestages der Entdeckung
Amerikas 1992 (!) heilig gesprochen werden soll, dann
zweifele ich doch, dass da eine Einsicht vorhanden ist.

naja, die Katholische Kirche ist nun wirklich nicht die Sachverwalterin der wahren christlichen Lehre…

Und dann zweifele ich daran, dass das eine geeignete
Philosophie/Religion/Ideologie ist, die uns sagen kann, wo es
im Leben lang gehen soll, was Wahrheit, was Moral ist! Punkt,
aus, Feierabend!

„Uns“ vielleicht nicht, aber vielleicht so manchem, der auch vor Deinem kritischen Blick bestehen kann…

Genug, wir kommen ab!

Ja, ich glaube, meine Antwort ist auch recht lang geworden…

Gruß, Stucki

gruß,
Taju

1 „Gefällt mir“

Schlussstrich
Hallo, Taju,
ich will mich zu diesem Thema nicht mehr äußern.
ich empfehle Dir, die Postings der letzten 4 Wochen von lehitrot zu lesen.
Ich weiß nicht warum, aber sic steigert sich immer mehr in ein:" die ganze Welt ist gegen uns"
Grüße
Raimund

Das ist, wie wenn ich irgendwo ein Schnäppchen entdecke und
allen meinen Freunden erzähle: Hey, in dem und dem Laden gibt
es super billige Hard- und Software zu 90% reduziert o.ä. Da
kann auch jeder selbst entscheiden, ob er hingeht oder nicht.

Wenn die Informationen richtig sind und nicht manipulativ, dann ist dagegen nichts zu sagen. In der Geschichte kam es immer wieder vor, daß Leute von einer Religon zur anderen konvertieren. Wenn es nicht unter Zwang passiert, sondern in aller Freiheit, dann finde ich das o.k.

Allerdings breiten sich hierzulande in steigendem Maße christliche Fundamentalisten aus, die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und Ausnutzen der Unwissenheit von russichen Juden Judenmission beitreiben und dabei Juden für ihre eigene Erlösung - wie sie das verstehen - funktionalisieren.

Aus aktuellem Anlaß hat haGalil deshalb die Aktion
Juden für das Judentum gegen Judenmission gestartet:
http://www.judentum.org/judenmission/index.htm

Viele Grüße

Iris

langsam lerne ich hier…

Ich weiß nicht warum, aber sic steigert sich immer mehr in
ein:" die ganze Welt ist gegen uns"

daß ihr unfähig seid, meine satire auf diesen dummen
antisemitischen dummquatsch zu erkennen!

da dies nur judenhaß fördert, werde ich ab jetzt todernst sein.

also: kein schwein ist scharf auf eine entschädigung von der kirche.

kein kommentar mehr.

  1. ganz oben: Verfolgungswahn (aber das haben schon mehrere
    festgestellt)
  2. Du kannst nicht lesen
  3. Du kannst nicht geschichtlich denken
  4. du verdrehst die Tatsachen so, wie Du sie brauchst
  5. für Dich zählt nur eines: Geld

nu damit ist wenigstens für peet endlich bewiesen, daß ich jüdin
bin…

also tschüß!

oh, mißverstanden, danke für die aufklärung! (nt)
.

wir reden aneinander vorbei!

Wir Christen wurden von Jesus ausgesandt, um der ganzen Welt
die FREIHEIT zu predigen, die Erlösung von Schuld, die Gnade
Gottes, die Befreiung von Strafe!!! Also wenn das nichts
positives ist!

bitte versuche, sachlich und objektiv zu bleiben. das ist keine
christlich-theologische debatte über die inhalte der
mission, sondern eine ethische über die mission an sich. damit
kann jede art von propaganda gemeint sein. kommunisten meinen,
das proletariat wäre gesandt, um die welt von der sünde des
kapitalismus zu befreien. microsoft meint, bill gates wäre
gesandt um der welt den computer zu bringen. und und und.

die frage ist nicht, was christliche mission immanent betrachtet
werden soll (das ist sache der theologen), sondern an welchen
punkt aus mission/propaganda geistiger hausfriedensbruch wird.

hallo, lehitraot,
nun mal langsam.
Vor einiger Zeit haben wir uns sehr gut verstanden (hier im Forum meine ich natürlich). Auch wenn wir nicht ganz der gleichen Meinung waren.
Hört sich vielleicht blöd an: ich mag Dich immer noch. Du hast Dich aber in was reingesteigert, das schon fast den Eindruck von Raserei macht.
Und das ist es, was mich stört.
Wie gesagt, du warst früher friedlicher.
Und noch etwas: ob Du Jüdin, Österreicherin oder Marsmädchen bist, ist mir absolut schnuppe!
Und sollte ich mal durch Wien fahren, dann lade ich Dich zu einem Wein (oder lieber Bier, Kaffee…?) ein. So Du Dich von einem alten Knacker einladen lässt!
Grüße
Raimund

Hört sich vielleicht blöd an: ich mag Dich immer noch.

lieb *g*

Du hast
Dich aber in was reingesteigert, das schon fast den Eindruck
von Raserei macht.

und du läßt in letzter zeit sachen von dir, die mir auch neu an
dir sind, zb. so verstaubte alte hüte wie die geldgierigen juden.
wie soll ich denn das verstehen?

Und das ist es, was mich stört.

und das stört mich!

Und noch etwas: ob Du Jüdin, Österreicherin oder Marsmädchen
bist, ist mir absolut schnuppe!

man kann sogar jude UND österreicher sein… mit den marsmenschen
weiß ich das nicht.

Und sollte ich mal durch Wien fahren, dann lade ich Dich zu
einem Wein (oder lieber Bier, Kaffee…?) ein.

wein klingt gut. du lebst in wien? wieso hast du eine .de adresse?

So Du Dich von
einem alten Knacker einladen lässt!

alt ist kein gegenargument!

und du läßt in letzter zeit sachen von dir, die mir auch neu
an
dir sind, zb. so verstaubte alte hüte wie die geldgierigen
juden.
wie soll ich denn das verstehen?

Nein, die Wörter „die Juden“ (als Verallgemeinerung) ist genauso dumm wie „die Deutschen“.
außerdem ging es in diesem Threed um die Zeit Luthers und dass amn luther nicht aus der heutigen Sicht sehen sollte. Aus welchen Gründen auch immer, damals durften nun mal die Christen kein Geld veleihen. Also haben das als einträgliches Geschäft die „Nichtchristen“ gemacht. Geh bitte auch von der Schulbildung der damaligen Bevölkerung aus. Ich habe 2 Bände "Weltgeschichte " von 1780. wenn Du die ließt, schüttelst Du nur noch den Kopf.

Und das ist es, was mich stört.

und das stört mich!

Und noch etwas: ob Du Jüdin, Österreicherin oder Marsmädchen
bist, ist mir absolut schnuppe!

man kann sogar jude UND österreicher sein… mit den
marsmenschen
weiß ich das nicht.

Und sollte ich mal durch Wien fahren, dann lade ich Dich zu
einem Wein (oder lieber Bier, Kaffee…?) ein.

wein klingt gut. du lebst in wien? wieso hast du eine .de
adresse?

Da hast Du mich falsch verstanden und ich Dich: ich war immer der Meinung, Du würdest in Wien studieren. Na, ja, man sollte sich immer die Visitenkarte ansehen.
Ich wohne in Süddeutschland (Nordbalkan)
Frege nebenbei: wie hält man die Hitze in Israel im August aus?

So Du Dich von
einem alten Knacker einladen lässt!

alt ist kein Gegenargument!

Nur die Entfernung! Und die etwas bleihaltige Luft. Die lässt einen immer so husten!

Grüße
Raimund