Hallo miteinander,
wenn man einen Menschen nach 3-4 Jahren wieder trifft, ist der - atomar gesehen - nicht mehr der selbe. Nach ca. 15 Jahren nicht mal mehr zellular.
Würden wir den „witziger Weise“ besuchen, wenn der Nahe 0 Kelvin „schlummert“ (– 273,15 Grad Celsius), ist der nach Jahrmillionen noch der Gleiche. Weil die Atome „fast stehen bleiben“!
Ist unsere Rechtssprechung „tiefenblind“, denn z.Bsp. Eigentumsrechte treffen wohl eher - aus wissenschaftlicher Sicht - für den bei 0 Kelvin zu?!
Mit besten Grüßen
Jens Rabis
Hi,
Recht hat noch nie was mit Wissenschaft und Technik zu tun gehabt.
Das Erstere ist eine menschlich/kulturelle Erfindung und das Letztere ist sozusagen gott-/naturgegeben.
Gruss
Joey
Recht hat noch nie was mit Wissenschaft […] zu tun
gehabt.
Mist. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich nicht Rechtswissenschaften studiert.
Levay
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Die Frage, ob ein Mensch nach soundso vielen Jahren noch derselbe sei, gehört wohl eher ins Philosophiebrett (obwohl ich nicht glaube, dass das ein großes philosophisches Thema ist).
Für das praktische Leben gilt: Die Person bleibt selbstverständlich unabhängig vom Austausch ihrer Atome pp. dieselbe. An diesem praktischen Denken orientieren sich alle Wissenschaften wie Medizin, Sozialwissenschaften und - natürlich - auch die Rechtswissenschaften und folglich die Rechtsprechung. Das hat überhaupt rein gar nichts mit „Tiefenblindheit“ zu tun, sondern nur damit, dass keine Probleme aufgeworfen werden, wo keine sind.
Levay
Hallo Levay,
Mist. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich nicht
Rechtswissenschaften studiert.
Klaus Röhl widmet in seiner allgemeinen Rechtslehre ein Kapitel der Frage „Ist die Jurisprudenz eine Wissenschaft“. Gestritten wird darüber ja schon und das seit Jahrhunderten. Juluis Hermann von Kirchmann schreibt 1848 in seinem Buch „Die Wertlosigkeit der Jurisprudenzs als Wissenschaft“: „Alle Wissenschaften haben zu allen Zeiten neben den wahren auch falsche Gesetze;…die Erde dreht sich noch fortwährend um die Sonne, trotzdem, dass Ptolemäus das Gegenteil als Gesetz aufstellte…Anders ist es mit den positiven Gesetzen des Rechts…“
Und hier meine Lieblingsstelle:
„…Die Juristen sind durch das positive Gesetz zu Würmern geworden, die nur von dem faulen Holz leben; von dem gesunden sich abwendend, ist es nur das kranke, in dem sie nisten und weben. Indem die Wissenschaft das Zufällige zu ihrem Gegenstand macht, wird sie selbst zur Zufälligkeit; drei berichtigende Worte des Gesetzgeber und ganze Bibliotheken werden zu Makulatur“.
Ohne hier wirklich eine Diskussion darüber zu starten (der Fehler bein Kirchmann ist, dass er Naturgesetze mit den „positiven Gesetzen des Rechts“ gleichsetzt), ich zweifle nicht an der Qualität der Rechtswissenschaften als Wissenschaft, so kann man jedenfalls darüber diskutieren. Wenn man denn will. Ich mag nicht.
Gruß,
Florian.
Hallo!
Die Frage, ob ein Mensch nach soundso vielen Jahren noch
derselbe sei, gehört wohl eher ins Philosophiebrett (obwohl
ich nicht glaube, dass das ein großes philosophisches Thema
ist).
Wenn das der Kern der Frage war kriegst Du von mir schon ein Sternchen allein dafür. Ich habe nämlich auch nach mehrmaligem Lesen das Posting eigentlich nicht verstanden.
Gruß,
Florian.
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Die Frage, ob ein Mensch nach soundso vielen Jahren noch
derselbe sei, gehört wohl eher ins Philosophiebrett (obwohl
ich nicht glaube, dass das ein großes philosophisches Thema
ist).
Für das praktische Leben gilt: Die Person bleibt
selbstverständlich unabhängig vom Austausch ihrer Atome pp.
dieselbe. An diesem praktischen Denken orientieren sich alle
Wissenschaften wie Medizin, Sozialwissenschaften und -
natürlich - auch die Rechtswissenschaften und folglich die
Rechtsprechung. Das hat überhaupt rein gar nichts mit
„Tiefenblindheit“ zu tun, sondern nur damit, dass keine
Probleme aufgeworfen werden, wo keine sind.
Noch(!) keine Probleme sind. Wenn ich durch die Kältekonservierung meiner Leiche dafür sorge, dass ich mich weder atomar noch zellular verändere, was ist dann mit meinen Eigentumsrechten?
Levay
Hallo!
Noch(!) keine Probleme sind. Wenn ich durch die
Kältekonservierung meiner Leiche dafür sorge, dass ich mich
weder atomar noch zellular verändere, was ist dann mit meinen
Eigentumsrechten?
Die fallen Deinen Erben zu. Denn ob eingefroren oder nicht, eine Leiche ist eine Leiche ist eine Leiche ist kein Mensch.
Gruß,
Florian.
Warum zitiert ihr immer Tote, die sich nicht mehr wehren - geschweige denn umdenken und dazu lernen können?
Mit besten Grüßen
Jens Rabis
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Und wenn ich mich betäubt, lebend einfrieren lasse d.h. relativ gesund? Ich bin aus wissenschaftlicher Sicht, dann irgendwas dazwischen …
Mit besten Grüßen
Jens Rabis
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Dann wird es unter Garantie ein neues Gesetz geben, das solche Fragen regelt.
Levay
Nein absolut nicht, der Kern der Frage ist (ich hätte sie noch besser formulieren sollen):
Ein Mensch, der sich nahe 0 Kelvin lebendig einfrieren läßt, hätte noch leben können. Er ist auch keine Leiche, denn es sind nur seine atomaren und somit chemischen, als auch letztendlich zellurlaren
Prozesse gestoppt!
Was ist mit seinen Eigentumsrechten, bestehen die weiter? Meine Frage ist - meiner Meinung nach - berechtigt, denn aus wissenschaftlicher Sicht, ist der keine Leiche, sondern
ein Lebender in Biostase. Dem gehört die technologische Zukunft!
Eine Art Zeitspringer …
Mit besten Grüßen
Jens Rabis
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Dann wird es unter Garantie ein neues Gesetz geben, das solche
Fragen regelt.
Sollte das gegen solche - wie mich - ausfallen, werden noch mehr das Land verlassen. Das rohstoffarme Exportland Deutschland blutet noch mehr aus … Recht haben, heisst nicht Recht kriegen 
Levay
Tschüüüüüs, und schreib mal 'ne Karte!
Levay
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Dann wird es unter Garantie ein neues Gesetz geben, das solche
Fragen regelt.
Naja, das ist doch mit der aktuellen Gesetzeslage problemlos zu schaffen und lediglich eine Frage der Auslegung. Ist ein tiefgeforener aber wieder auftaufähiger Körper ein Mensch oder nicht. Wenn nein, dann Erbrecht, wenn ja, dürfte dieser natürlich auch Besitz, Eigentum, etc. (wie zB. ein Bewusstloser auch) haben.
Was natürlich nicht bedeutet, es würde dann nicht ggf. durch Spezialgesetz geregelt werden, aber unter Heranziehung der entsprechenden biologischen und ggf. auch rechtsphilosophischen Experten sehe ich hier eine Lösung im Wege der Auslegung als unproblematisch an.
Gruß
Dea
Ist doch eigentlich ganz einfach:
Entweder ist er tot, dann tritt der Erbfall ein (§ 1922 BGB), oder er ist nicht tot, dann bleibt er natürlich Eigentümer seiner Sachen. Das hat überhaupt rein gar nichts mit Juristerei zu tun, die Frage, wann jemand tot ist, beantwortet die Medizin. Jaaaa, tatsächlich: Juristen greifen auf fachfremdes Wissen zurück!
Levay
Naja, das ist doch mit der aktuellen Gesetzeslage problemlos
zu schaffen
Ich weiß. Das habe ich ja inzwischen auch so geschrieben.
Levay
Nein absolut nicht, der Kern der Frage ist (ich hätte sie noch
besser formulieren sollen):
Noch besser? Du hättest überhaupt mal treffend formulieren können. Was hat der Wechsel von Atomen mit deiner Frage zu tun? Nichts!
Levay
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Tschüüüüüs, und schreib mal 'ne Karte!
Levay
Ich meinte das für Kryoniker mit dem Aufbewahrungsort. Derzeit ist nur Russland und Amerika möglich.
Sicherlich werden sich auch Kryoniker aus diversen Gründen lieber in die EU importieren lassen.
Mit besten Grüßen
Jens Rabis
Sehr viel! Was ist denn Sterben und Tod? Auch nur ein chemischer Prozess, der wiederum ein atomarer ist 
Klar sollte man Fachleute - vor allem Quantenphysiker - zur Rechts-Beratung einladen. Die Biologie, geschweige denn die Ärzte sitzen viel zu weit oben in den natürlichen Lebensprozessen im Körper.
Dann wägt man noch die Chancen ab, einer zukünftigen technologischen Wiederauferstehung dieser Person …
Ich denke weder die mit der Leiche haben dann recht, noch die welche behaupten technologisch hellsehen zu können! Wie nun weiter mit den Eigentumsrechten in diesem Fall?
Mit besten Grüßen
Jens Rabis
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]