Hallo Anwar.
Genau. Und ich „werfe Dir vor“ ein absichtlich unbrauchbares
Argument für die Todesstrafe zu nehmen, um es dann „triumphal“
zu negieren. 
Ach so. Da hast du natürlich recht, nur leider wird dieses Argument ja immer noch genannt, somit kann es nichts schaden, es auch immer wieder einmal zu bearbeiten.
Tatsache ist, dass es IMMER, egal in welcher Art von
Gesellschaft Mörer geben wird.
Das ist erst einmal nur eine These oder Annahme.
Auf die wir uns einigen können? Oder nicht?
Mh, wenn wir hier ethisch diskutieren, dann ja, religiös aber nicht, da ich hier sehr wohl von der einmal mörderlosen Gesellschaft ausgehe.
Aha. Wir können uns also auf diese Annahme einigen.
Ja, wenn ich obige religiöse Bedingung aussen vor lasse.
Die meisten Morde geschehen aus Eifersucht, Perversion oder
ähnlichen persönlichen Motiven. Wie da eine Förderung sozial
schwacher Gesellschaftsschichten helfen soll musst Du mir
bitte erklären.
Nicht nur und darauf habe ich mich hier auch nicht bezogen, somit hast du hier recht, dass gerade in dem Bereich es viel weiter gehen müsste. Auch diese Motive haben ihre gesellschaftliche Basis und hier wäre ich mir aber auch schon nicht mehr sicher - beziehungsweise ich bin mir sicher, dass nicht - die Gesellschaft wirklich so weit gehen wollte.
Immerhin müsste dann ja jeder Einzelne an sich arbeiten und daran, dass er selber eben nicht alles ist. - Merke gerade, dass es gar nicht so einfach ist, hier ohne religiösen Bezug auszukommen
- Das kan man dann sicherlich als Ideal annehmen, was wir so erst einmal nie erreichen können. Meine These ist aber, dass alleine unser Streben danach dafür sorgen würde, dass es zu weniger Gewalt und damit auch Morden käme.
Aber mir ging es hier eigentlich weniger um Prävention, sondern um die gesamtgesellschaftlichen Bedingungen. Mir ging es darum, wie eine Gesellschaft angemessen damit leben kann, dass es in ihr Mörder gibt. Eine primitive Gesellschaft wird hierauf mit Verdrängung und damit der Todesstrafe antworten. Gelöst werden in meinen Augen damit aber die gesamtgesellschaftlichen Probleme dabei nicht. Auch einen Mörder hier einfach nur für x Jahre wegzusperren, greift in meinen Augen zu kurz, da auch dieses zum einen den Opfersicht nicht berücksichtigt und dann aber auch den Asperkt des Lernens und Änders auf Seiten der Täter unterdrückt.
Bingo. Für mich (und andere anscheinend auch), wäre die beste
Hilfe den Mörder zu töten. Vielen Dank.
Gerne geschehen
Alles andere wäre aber auch naiv hier anzunehmen, dass diese Gruppe als nächstes mit dem Mörder eine Party feiern wollte. Das Problem dabei ist nur, dass dadurch erneut diese Gruppe geschaffen wird, nämlich auf Seiten des dann ermordeten Mörders, welche ja auch wieder nahe zu anderen Menschen steht. Diese werden das wohl selber auch nicht so gut finden.
Gelöst wurde dieses dadurch, dass man hier den Staat dazwischen stellte und so suggerierte, dieser zweite Mord wäre gesellschaft so gewollt.
Nur eine endgültige und angemessene Lösung scheint auch das für mich nicht zu sein, da es eben nicht aus Sicht aller als gerecht empfunden wird.
Findet hier ein Ausgleich
statt? Das geht dann in die Richtung ob man „Rache“ und somit
weitere Morde verhindern will, aber auch ein
Gerichtigkeitsempfinden, dessen Mangel auch wieder zu Morden
führen kann.
Kannst Du das etwas ausführen? Ich konnte beim besten Willen
nicht folgen.
Hierbei geht es mir darum, dass auch die gesellschaftliche Reaktion auf einen Mord die Gesellschaft ändern und definiert. Je nach Reaktion kann dieses als so ungerecht empfunden werden, dass die Betreffenden anfangen könnten ihr eigenes Gerechtigkeitsbild durchzusetzen und dieses Notfalls auch mit der Waffe. So kann ich mir hier nicht vorstellen, dass eine solche Gesellschaft zu weniger Morden führt.
Eine gerechte Gesellschaft würde hier in meinen Augen darüber hinaus eben nicht nur das Opfer in Form der Todesstrafe vertreten, sondern eben auch über sich selber nachdenken und welche Reaktion hier wirklich am ehesten zukünftige Gewalttaten verhindert.
Gruß,
Eli