Tsunami

Hallo Harald

ich dachte, das hätte ich weiter unten erklärt.
Aber das willst Du ja nicht glauben.

Ja eben! Ich weigere mich, solchen Nonsens als gegeben zu akzeptieren. Vor allem dann, wenn der Glaube durch massivste Strafandrohungen erzwungen werden soll oder wird. Der Jurist nennt dies Nötigung oder Erpressung.

Wieso nicht Tabula rasa seitens des Allmächtigen? Dann
wäre der ganze Zirkus definitiv erledigt gewesen.

Das kommt schon noch. Alles zu seiner Zeit.

Wie üblich, schwammige Aussage. Etwas anderes kann ja mangels Tatsachen nicht erwartet werden.

Allerdings

Es geht hier nicht um Züchtigung sondern um Erkenntnis.
Der Mensch muss erkennen, dass jede Tat eine Folge hat.

Aktion = Reaktion ist eine altbekannte Tatsache. Zur Zemtierung derselben brauche ich keinen Beelzebub.

Das finde ich jetzt ganz toll.
Wenn Du frei entscheiden kannst, was Du tun willst, nennst Du
das „widerliches Gesülze“.

Dialektik, das unbekannte Wesen…

Wie nennst Du denn dann zwanghaftes Handeln?

Bibelgläubigkeit ist für mich z.B. zwangshaft. Weil die Nichtgläubigkeit mit massiven Strafandrohungen behaftet ist. Masochisten?

Wenn Du keine Wahl hast?

Lachhaft!

Lebst Du lieber als Maschine oder in einer Diktatur?

Bibelgläubigkeit beinhaltet imho beides.

Und ich habe Mühe, zu glauben, dass vernünftige Menschen keine
logischen Schlüsse nachvollziehen können.

Mit dem Wörtchen „Logik“ lässt sich immer wieder Schindluderei treiben. Was ist an der Bibel logisch? Die theoretische Wechselwirkug von Tat / Strafe oder Belohnung? Dasselbe Prinzip findet sich auch in Märchen - in denen der Neuzeit.

Gruss
Peter

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Hallo Metapher,

Ich freue mich immer, wenn mir der „Sinn“ erklärt wird von
Leuten, die mit den antiken Autoren persönlich diskutiert
haben :wink: und Erkenntnisse haben, die dem gerade
widersprechen, was sie geschireben haben.

Ist das nicht ein wenig unfair? Letztlich sind wir alle nur Interpreten von Texten… Dein begriffsgeschichtlicher Ansatz in allen Ehren - aber bist Du Dir sicher, daß auch der Autor dieser Zeilen sich der Begriffsgeschichte bewußt war, als er schrieb?

Es ist auch immer wieder erheiternd, zu sehen, wie gerne man
angesichts des Theodizee-Problems zu einem gnostischen
(dualistischen) Häretiker wird, oder zu einem „heidnischen“
Fatalisten oder Deisten. Aber wenn man sich so
vehement zu christlichen Glaubensformen (welchen auch
immer) bekennt, sollte man sich klar darüber sein, welche
Konzeptionen dazu im Widerspruch stehen. Und
gnostisch-manichäischer Dualismus und Fatalismus ist
ein Widerspruch:

Nun ja, hier eine grundsätzlich Anfrage: Nur weil die Kirche als Institution einiges als Häresie erklärt hat, muß es ja noch nicht nicht-christlich sein. Basilides, Tertullian und andere haben sich ja schließlich auch als „Christen“ verstanden. Es ginge hier um die Definition, was denn christlich ist. Dein Ausschlußverfahren scheint mir da nicht adäquat: Christlich ist, wer nicht Manichäer, Gnostiker etc, ist? Dein Kriterium scheint da zu sein, daß Christlichkeit sich in einem traditionsverbundenen Katholizismus äußert…

ja, der deistische Standpunkt. Du beziehst dich auf die
Disputation der causa prima (göttliche Ursache) und
causa secunda (geschöpfliche Ursache). Die zweite ist
der ersten untergeordnet, und zwar so, daß es unmöglich ist,
daß etwas in der Schöpfung geschieht, das nicht vom
Schöpfer vorgesehen und gewollt ist. Das würde dem
Grundbegriff der omnipotentia widersprchen und wäre
somit nicht mehr christlich.

Die Frage lautet vielmehr, was omnipotentia heißt. Jedenfalls weigere ich mich, mich auf die fatale Logik eines Augustins einzulassen - auf die Gefahr hin, dies sei nicht christlich.

Das tun sie auch. Aber wir reden vom Schöpfungsbegriff.
Immanente materielle Kausalität widerspricht dem nicht. Da es
aber nach Joh. 1.3. kein „außerhalb“ des Logos gibt, gibt es
keinnen außergöttlichen Zufall oder Fatum (Thomas, Summa
theol. I,22.2 a 1.).

Auch nicht auf die des guten Thomas und einer theologisch längst überholten Scholastik.

Es ist der Standpunkt, den Hieronymus und Augustinus explizit
gegen die Pelagianer verteidigen: Hieronymus Dial. adv. Pelag.
I.3, Augustinus Ep. 205.3,17.
Bist du Pelagianer?

Jaja, der gute Pelagius, auch ein Christ! Ich weiß, auch dogmatische Lehrbücher schreiben noch, was die Kirchengeschichte längst revidiert hat. Ein Pelagianer zu sein, heißt - auf die historische Figur bezogen - längst nicht das, was Hieronymus und Augustin behaupten.

Ansonsten halte ich es mit dem alten Ketzer Luther: Ja, es gibt Gottes omnipotens und nein, ich kann sie nicht begreifen. Daher ist die Theodizee ein Grund zur Klage, nicht der Erklärung, denn jeder Versuch bleibt Gottes- und Menschenverachtend (siehe Augistin).
Wenn Harald einen anderen Umgang damit bevorzugt, muß ich den nicht teilen, aber die christliche Tugend der Demut sollte mich vor Besserwisserei schützen.

Grüße,
Taju

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Ideengeschichte vs. Unkenntnis…
Hallo Taju,

Ist das nicht ein wenig unfair? Letztlich sind wir alle nur
Interpreten von Texten… Dein begriffsgeschichtlicher Ansatz
in allen Ehren - aber bist Du Dir sicher, daß auch der Autor
dieser Zeilen sich der Begriffsgeschichte bewußt war, als er
schrieb?

Die Begriffsgeschichte ist absolut grundlegend für diesen Themenbereich und warum das so ist führst Du gekonnt vor. Bevor ich allerdings genauer zeige, was ich damit meine nochwas Grundlegendes:
Die Berücksichtigung der geschichtlichen Entwicklung eines Begriffes wird einer Aussage immer mehr Gewicht verleihen und gewissermassen die einfachen ‚Meinungen‘ und ‚persönlichen Gedanken‘ trennen, und macht sie dadurch erst diskussionswürdig. Denn über reine Meinungen kann man schliesslich nicht streiten [Meinungsfreiheit]. Wie man allerdings dazu kam schon.

Nun ja, hier eine grundsätzlich Anfrage: Nur weil die Kirche
als Institution einiges als Häresie erklärt hat, muß es ja
noch nicht nicht-christlich sein.

Nun, da hast Du sicherlich recht. Wobei ich denke, dass Metapher einfach nur den Begriff falsch gegriffen hat [historisch eben: denn in der Debatte war christlich (damaliger Begriff, 5.Jh) = katholisch (heutiger Begriff)]. Für den katholischen Glauben gilt nämlich immernoch: was nicht ausdrücklich in den offiziellen Lehrkanon aufgenommen wurde ist nicht katholisch. Im Umkehrschluss heisst dies also, dass wenn jemand wiederholt (!) eine nicht der katholischen Lehre entsprechenden Meinung vertritt [cf. haerens > Häresie] fällt er von der doctrina catholica = allgemeinen Lehre ab.

Beweis (1) warum die Begriffsgeschichte so wichtig ist.

Basilides, Tertullian und
andere haben sich ja schließlich auch als „Christen“
verstanden.

Das ist zwar wunderbar für sie, ziehlt aber an der Problematik vorbei, weil wir hier über Dogmengeschichte debatieren und nicht über persönlichen Glauben oder Wahrnehmungen des Glaubenden.

Es ginge hier um die Definition, was denn
christlich ist. Dein Ausschlußverfahren scheint mir da nicht
adäquat: Christlich ist, wer nicht Manichäer, Gnostiker etc,
ist? Dein Kriterium scheint da zu sein, daß Christlichkeit
sich in einem traditionsverbundenen Katholizismus äußert…

Unsinn. Du perpetuierst hier nur Metaphers anfänglichen Lapsus.
Und im Übrigen hat auch Vaticanum II an den kirchenrechtlichen Vorgängen und der Fundamentaltheologie nichts verändert. Mit Tradition hat überhaupt nichts zu tun. Eher mit den Grundlagen, die Du mit Verlaub etwas locker aus dem Boot wirfst. (2)

Das tun sie auch. Aber wir reden vom Schöpfungsbegriff.
Immanente materielle Kausalität widerspricht dem nicht. Da es
aber nach Joh. 1.3. kein „außerhalb“ des Logos gibt, gibt es
keinnen außergöttlichen Zufall oder Fatum (Thomas, Summa
theol. I,22.2 a 1.).

Auch nicht auf die des guten Thomas und einer theologisch
längst überholten Scholastik.

HA! Darauf hab ich doch jetzt grad gewartet. Ich finds ehrlich amüsant, dass man bei solchen Diskussionen immer „Besserwisserei“ (s.u.) mit der Verbreitung hanebüchener Vorurteile über die scholastische Theologie bekämpfen will. *lach*
Dass die Summa theol. seit über 600 Jahren doctrina communis der Kirche ist, scheint Dir komplett entgangen zu sein… ja, ja die Begriffs-und Ideengeschichte (3)

Jaja, der gute Pelagius, auch ein Christ! Ich weiß, auch
dogmatische Lehrbücher schreiben noch, was die
Kirchengeschichte längst revidiert hat.

*räusper* Aber kein Katholik und zu der Zeit sind die Begriffe katholisch (als allgemein) und christlich synonym… Hach… (4)
Und seit wann kann die Geschichte rückwirkend revidieren? Wie geht das?

Daher ist die Theodizee ein Grund zur Klage, nicht der
Erklärung, denn jeder Versuch bleibt Gottes- und
Menschenverachtend (siehe Augistin).

Und aufgrund welcher Überlegung bezeichnest Du hier Augustinus als ‚Gottes- und Menschenverachter‘? Das einfache ‚s. Augustin‘ ist reine Augenauswischerei…

Wenn Harald einen anderen Umgang damit bevorzugt, muß ich den
nicht teilen, aber die christliche Tugend der Demut sollte
mich vor Besserwisserei schützen.

Und das sagst Du um Pelagius zu stützen? Der gleiche Pelagius der grandios verkündete, dass der Mensch keine Gnade zum Glauben braucht?
Sag mal hast Du die Grundlagentexte überhaupt gelesen??? Falls ja, der Spruch mit der Demut ist genau die augustinische Argumentation gegen die Pelagianer [der Mensch ist grundsätzlich unzulänglich und nur diese Einsicht ist der erste Glaubensakt, cf. Gesti Pelagii]. Ts… (5)

Ich halte nur fest, dass von Deiner Kritik ohne die 5 ‚Fehler‘ die auf Unkenntnis der Dogmengeschichte beruhen, nicht mehr viel übrigbleibt.

Aber Begriffsgeschichte ist überholt. Alles klar.

Schönen Nachmittag
wünscht

Y.-

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Vor allem dann, wenn der Glaube durch massivste
Strafandrohungen erzwungen werden soll oder wird. Der Jurist
nennt dies Nötigung oder Erpressung.

Es zwingt dich doch keiner in die Hölle zu gehen! Du könntest ja auch ganz freiwillig Jesus Christus als deinen Herrn anerkennen und die Ewigkeit mit Ihm im Himmel verbringen. Das wird das Tollste sein, was du jemals erlebt hast! Ist das etwa keine angemessene Alternative zur ewigen Verdammnis?

Wieso nicht Tabula rasa seitens des Allmächtigen? Dann
wäre der ganze Zirkus definitiv erledigt gewesen.

Das kommt schon noch. Alles zu seiner Zeit.

Wie üblich, schwammige Aussage. Etwas anderes kann ja mangels
Tatsachen nicht erwartet werden.

Mangels Tatsachen? Ich schlage dir vor: Nimm dir Zeit, die 28% Prophetie, aus der die Bibel besteht, mal genau unter die Lupe zunehmen. Dann wirst du sehen, dass davon schon einiges eingetreten ist und wir uns gerade auf der Schlussgeraden befinden. Spätestens, wenn durch die Entrückung der Gemeinde Jesu ein gewisser Prozentsatz der Erdbevölkerung plötzlich verschwunden ist (ob das nun in 10, 50 oder 100 Jahren der Fall sein wird), wirst du an „mangelnden Tatsachen“ nicht mehr vorbeikommen.

Wie nennst Du denn dann zwanghaftes Handeln?

Bibelgläubigkeit ist für mich z.B. zwangshaft. Weil die
Nichtgläubigkeit mit massiven Strafandrohungen behaftet ist.
Masochisten?

Ich nenne das Gerechtigkeit.

Gruß, Liza

Hallo Yseult,

Die Begriffsgeschichte ist absolut grundlegend für diesen
Themenbereich und warum das so ist führst Du gekonnt vor.
Bevor ich allerdings genauer zeige, was ich damit meine
nochwas Grundlegendes:
Die Berücksichtigung der geschichtlichen Entwicklung eines
Begriffes wird einer Aussage immer mehr Gewicht
verleihen und gewissermassen die einfachen ‚Meinungen‘ und
‚persönlichen Gedanken‘ trennen, und macht sie dadurch erst
diskussionswürdig. Denn über reine Meinungen kann man
schliesslich nicht streiten [Meinungsfreiheit]. Wie man
allerdings dazu kam schon.

Es sei vorweg gesagt, daß ich mit keiner Silbe behauptet habe, Begriffsgeschichte sei überholt oder gar überflüssig. Selbstverständlich sind Begriffs- und Ideengeschichte grundlegend. Mein Hinweis galt eigentlich Metapher, der mir allzu apodiktisch der Ansicht schien, mit Hilfe der Begriffsgeschichte Haralds Aussagen ad absurdum führen zu können. Wir sind uns sicherlich einig, daß wir bei jedem Autor auch nach seinen individuellen Voraussetzungen fragen müssen. Den Text eines Johannes müssen wir also auch individuell lesen, welche Bildung hat er, ist er mit einem griechischen Philosophen seiner Zeit vergleichbar, inwieweit ist er durch jüdisches Gedankengut beeinflußt, welche Sprache war seine Muttersprache, welche Literatur hat er gelesen etc. So und nicht anders war meine Frage gemeint, ob wir denn sicher sein könne, ob Johannes, dessen Verständnis wir hier anfragen, sich der Begriffsgeschichte in der gleichen Weise bewußt war wie Metapher zweifelsohne.

Nun, da hast Du sicherlich recht. Wobei ich denke, dass
Metapher einfach nur den Begriff falsch gegriffen hat
[historisch eben: denn in der Debatte war christlich
(damaliger Begriff, 5.Jh) = katholisch (heutiger Begriff)].
Für den katholischen Glauben gilt nämlich immernoch: was nicht
ausdrücklich in den offiziellen Lehrkanon aufgenommen wurde
ist nicht katholisch. Im Umkehrschluss heisst dies also, dass
wenn jemand wiederholt (!) eine nicht der katholischen Lehre
entsprechenden Meinung vertritt [cf. haerens >
Häresie] fällt er von der doctrina catholica =
allgemeinen Lehre ab.

Was Du mir samit sagen willst, ist mir nicht klar.

Beweis (1) warum die Begriffsgeschichte so wichtig ist.

Völlig klar.

Basilides, Tertullian und
andere haben sich ja schließlich auch als „Christen“
verstanden.

Das ist zwar wunderbar für sie, ziehlt aber an der Problematik
vorbei, weil wir hier über Dogmengeschichte debatieren und
nicht über persönlichen Glauben oder Wahrnehmungen des
Glaubenden.

Ich habe nicht über Dogmengeschichte diskutiert. Metapher hat, soweit ich es verstanden habe, Harald als sich hier christlich bezeichnenden Menschen unchristliche Denkweise vorgehalten, indem er darauf hinwies, daß er manichäische, gnostische, fatalistische Gedanken vertrete. Er mag zwar im 5. und auch im 13. Jahrhundert damit Recht haben - im Denken der damaligen Zeit, ob sein Urteil auch für heute gilt (und Harald ist ja schließlich unser Zeitgenosse:wink:, wage ich zu bezweifeln.

Es ginge hier um die Definition, was denn
christlich ist. Dein Ausschlußverfahren scheint mir da nicht
adäquat: Christlich ist, wer nicht Manichäer, Gnostiker etc,
ist? Dein Kriterium scheint da zu sein, daß Christlichkeit
sich in einem traditionsverbundenen Katholizismus äußert…

Unsinn. Du perpetuierst hier nur Metaphers anfänglichen
Lapsus.

?

Und im Übrigen hat auch Vaticanum II an den kirchenrechtlichen
Vorgängen und der Fundamentaltheologie nichts verändert. Mit
Tradition hat überhaupt nichts zu tun. Eher mit den
Grundlagen, die Du mit Verlaub etwas locker aus dem Boot
wirfst.

Ich werfe grundsätzlich keine Grundlagen locker über Bord:wink:
Gerade da das Vaticanum II an den fundamentaltheologischen Grundlagen nichts geändert hat, steht die katholische Kirche immer noch - gerade kirchenrechtlich - auf den Grundlagen Tradition, Lehramt, Bibel. Die römisch-katholische Kirche kann nur verstehen, wer sich mit ihrem Traditionsbegriff auseinandersetzt.

HA! Darauf hab ich doch jetzt grad gewartet. Ich finds ehrlich
amüsant, dass man bei solchen Diskussionen immer
„Besserwisserei“ (s.u.) mit der Verbreitung hanebüchener
Vorurteile über die scholastische Theologie bekämpfen will.
*lach*
Dass die Summa theol. seit über 600 Jahren doctrina
communis
der Kirche ist, scheint Dir komplett entgangen zu
sein… ja, ja die Begriffs-und Ideengeschichte (3)

Dann empfehle ich die Lektüre von Melanchthons Disputation gegen die scholastische Theologie inklusive der dafür grundlegenden SChriften des Erasmus. Natürlich ist Thomas auch für die prostestantischen Kirchen grundlegend, schließlich hat sich die gesamte altprotestantische Theologie weiter an ihm abgearbeitet. Innerhalb des Theodizeeproblems ist mit Luthers Gerechtigkeitsbegriff kaum noch in einer evangelisch-lutherischen Dogmatik mit Thomas zu argumentieren. Die Unterstellung hanebüchener Vorurteile gegen die scholastische Theologie verallgemeinert doch arg.

Jaja, der gute Pelagius, auch ein Christ! Ich weiß, auch
dogmatische Lehrbücher schreiben noch, was die
Kirchengeschichte längst revidiert hat.

*räusper* Aber kein Katholik und zu der Zeit sind die Begriffe
katholisch (als allgemein) und christlich synonym… Hach…
(4)
Und seit wann kann die Geschichte rückwirkend revidieren? Wie
geht das?

Sorry, es war von den theologischen Disziplinen die Rede.

Daher ist die Theodizee ein Grund zur Klage, nicht der
Erklärung, denn jeder Versuch bleibt Gottes- und
Menschenverachtend (siehe Augistin).

Und aufgrund welcher Überlegung bezeichnest Du hier Augustinus
als ‚Gottes- und Menschenverachter‘?

Ich hatte geschrieben, daß ich es mit Luther halte, empfehle wiederholt seine Schrift de servo arbitrio.

Und das sagst Du um Pelagius zu stützen? Der gleiche Pelagius
der grandios verkündete, dass der Mensch keine Gnade zum
Glauben braucht?

Ich habe Pelagius nicht stützen wollen. Ich erwähnte, ich halte es mit Luther, was mich nicht nur von Augustin Abstand nehmen läßt (und ja, von niemanden war Luther mehr beeinflußt als von Augustin), und auch dem historischen Pelagius gegenüber theologisch konträr ist.

Sag mal hast Du die Grundlagentexte überhaupt gelesen??? Falls
ja, der Spruch mit der Demut ist genau die augustinische
Argumentation gegen die Pelagianer [der Mensch ist
grundsätzlich unzulänglich und nur diese Einsicht ist der
erste Glaubensakt, cf. Gesti Pelagii]. Ts… (5)

Als Doktorandin weißt Du, daß (wissenschaftliche) Erkenntnis, gerade geisteswissenschaftliche, selten schwarz oder weiß ist. Nur weil ich Augustins Lösung der Theodizee nicht teile, muß ich auch Pelagius nicht recht geben. Ich empfehle die Lektüre eines der wenigen authentisch erhaltenen Quellen des Pelagius (ich habe nicht von den Pelagianern geschweige den Julian von Aeclanum geschrieben), den Brief an Demetrias. Wenn dogmatische Lehrbücher schreiben, Pelagius hätte den autonomen Willen des Menschen vertreten, so ist das schlicht falsch und beruht auf einer zudem oberflächlichen Lektüre Augustins, der nicht nur dogmatische Gründe hatte, sich gegen die Pelagianer (sic!) zu wenden. Hier haben wir das, was betonst: Pelagianer ist ein Begriff für die Bezeichnung derjenigen, die der Lehre anhängen, der Mensch habe einen autonomen Willen gegenüber Gott. Wenn Begriffsgeschichte dann so weit geht, daß sich niemand mehr nach dem historischen Pelagius erkundigt (was nun mal die Aufgabe der Kirchengeschichte ist und was schon längst geschehen ist), dann kann Begriffsgeschichte in die Irre führen - nämlich beim Verständnis des historischen Pelagius. Damit sei die Vermutung gestärkt, daß wir ohne Begriffsgeschichte nicht auskommen (wir wissen, was Metapher gemeint hat), aber damit noch lange nicht alles erschlossen haben.

Ich halte nur fest, dass von Deiner Kritik ohne die 5 ‚Fehler‘
die auf Unkenntnis der Dogmengeschichte beruhen, nicht mehr
viel übrigbleibt.

Ich halte fest: Erst fragen, dann urteilen. Kenntnis der Dogmengeschichte gibt einem kaum die Möglichkeit, über Haralds Christlichkeit zu urteilen:wink: Da ich mich persönlich angegriffen fühle, sei erwähnt, daß meine dogmengeschichtlichen Kenntnisse von angemessener Stelle geprüft wurden:wink:

Grüße,
Taju

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Hallo Liza

Es zwingt dich doch keiner in die Hölle zu gehen!

Bekanntlich ist der Weg in die Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert und solche fasse ich heute noch jeden Tag - leider mit wenig Erfolg.
Also, was tun?

Spätestens, wenn durch die Entrückung der Gemeinde
Jesu ein gewisser Prozentsatz der Erdbevölkerung plötzlich
verschwunden ist (ob das nun in 10, 50 oder 100 Jahren der
Fall sein wird), wirst du an „mangelnden Tatsachen“ nicht mehr
vorbeikommen.

welcher Prophet oder welche Sekte behauptet das?

Peter

. Spätestens, wenn durch die Entrückung der Gemeinde

Jesu ein gewisser Prozentsatz der Erdbevölkerung plötzlich
verschwunden ist (ob das nun in 10, 50 oder 100 Jahren der
Fall sein wird), wirst du an „mangelnden Tatsachen“ nicht mehr
vorbeikommen.

Aha „Entrückung“. Womit wir wieder beim Tsunami währen?Ganz krass ausgedrückt, diese 300.000 Menschen wurden auch dem irdischen Entrückt.
Oder glaubst du Jesus kommt vom Himmel, nimmt dich, deine Familie, dein Haus und deine Freunde mit in sein Schiff und ihr kommt auf einen anderen Planeten?
Kann Jesus beamen, oder wie entrückt der denn so? Vieleicht durch einen Tsunami?

Julia

ZJ
wusstet ihr eigentlich, dass kein einziger Zeuge Jehovas in den Fluten umkam oder vermisst wird? auch keine Urlauber,die ZJ sind?

weil alle an diesem Morgen in der Versammlung im Landesinneren waren… bis auf eine Familie - die ging leider nicht regelmäßig zu den Gottesdiensten genauso wie an diesem Morgen - sie starben in den Fluten…

LG

Andrea

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

aha, daher weht der Wind!
Hallo Andrea

Ich mag den ZJ ein Erfolgserlebnis gönnen, haben sie doch mit ihren diversen Weltuntergangs-Ankündigungen bisher mächtig daneben gegriffen…

wusstet ihr eigentlich, dass kein einziger Zeuge Jehovas in
den Fluten umkam oder vermisst wird? auch keine Urlauber,die
ZJ sind?

Dürfen ZJ lügen? Oder unbewiesene Behauptungen in die Welt setzen. Aber was soll’s, ihr Prophet (Russell) hat es ja vorgemacht - nebst einigen handfesten Betrügereien.

weil alle an diesem Morgen in der Versammlung im Landesinneren
waren… bis auf eine Familie - die ging leider nicht
regelmäßig zu den Gottesdiensten genauso wie an diesem Morgen

Märchen sind immer wieder schön…

  • sie starben in den Fluten…

Die Strafe für die böse Tat konnte ja nicht ausbleiben, wie bei allen anderen Märchen auch.

Peter

Hallo Rolf,
um diese Frage

Darf ich dich, Ralf, fragen, welcher Richtung des Buddhismus du angehörst.

vorweg zu beantworten: ich bin Laienordinierter (Zaike) der Sotoshu, einer japanischen Zen-Tradition, die auf Dogen Kigen (1200-1253) zurückgeht. Begründer (Kaisan) des westlichen ‚Ablegers‘, dem ich angehöre, war Kobun Chino Otogawa (1938-2002); meine Lehrerin ist Genki Rôshi.

dass ich mit einem kollektiven Karma sehr viele Fragen verknüpfte. Ihr vermutet
richtig, dass dies eine Erklärung im Vajrayana ist, dort so ausgesprochen; ich
habe weder im Theravada in Schriften oder Vorträgen noch in Schriften über Mahayana
diesen Begriff gefunden.

Wie schon angedeutet, ist gerade tibetischer Buddhismus im Allgemeinen und Vajrayana im Speziellen nicht so ganz meine Spielwiese; aber glücklicherweise gibt’s ja auch noch Marion. Wobei mir die Grundlagen des tibetischen Buddhismus - speziell das Madhyamaka und Yogacara - schon etwas vertraut sind; die sind gemeinsame Basis. Jedenfalls würde mich zum ‚kollektiven Karma im Vajrayana‘ eine Belegstelle (der Autorität halber möglichst von einem anerkannten ‚klassischen‘ Autor) schon interessieren, da ein solches Konzept mE der Konsistenz buddhistischer Lehre widerspricht. Das von Marion beigebrachte Zitat von Dagyab Kyabgön Rinpoche halte ich für nachvollziehbar, wenn auch für etwas problematisch - speziell die Aussage: „Auf der Ebene der Erklärungen ist der Begriff kollektives Karma sehr nützlich“. Ich halte diesen Begriff im Gegenteil für äußerst schädlich - und zwar, weil er gerne von Esoterikern aus der braunen Ecke benutzt wird; u.a. auch, um den Holocaust als *irgendwie* von den Juden selbst mitverschuldet zu deklarieren (was Dagyab Kyabgön Rinpoche sicherlich nicht bekannt ist). Ich reagiere daher auf den Begriff recht allergisch - insbesondere, wenn dann auch noch explizit Buddhas Lehre als angebliche Referenz für solchen Unfug bemüht wird.

ich meine, dass auch naturwissenschaftliche Fragen im Buddhismus gestellt werden sollten

Zum Verhältnis Naturwissenschaft und Dharma hat Marion schon das Richtige gesagt. Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass es sicherlich interessant ist, dass naturwissenschaftliche Erklärungsmodelle - kosmologische, quantenphysikalische, psychologische, neurologische usw. - und das religiöse ‚Erklärungsmodell‘ Dharma widerspruchsfrei koexistieren können. Ich habe auch keine Schwierigkeiten, mich parallel in beiden Arten von Modell zu bewegen, aber ich sehe keinen Sinn darin, sie zu verschmelzen. Solcher Eklektizismus tut idR weder dem einen Partner noch dem anderen gut. Dass eine solche Synthese einen qualitativen Sprung hin zum ‚Besseren‘, Heilsameren bewirken könnte, bezweifle ich. Es wird Dich nun wohl auch nicht überraschen, wenn ich Dir verrate, dass ich persönlich von Autoren wie Frietjof Capra oder Ken Wilber nicht viel halte.

Es scheint noch andere verschiedene Ansichten im Buddhismus zu geben; mir wurde
gesagt, dass nur Menschen und Tiere ein geistiges ?Substrat? besitzen,

Dass der Begriff „Substrat“ im buddhistischen Kontext äußerst problematisch ist, darauf hat Marion schon hingewiesen. Worum es eigentlich bei dieser Fragestellung geht, das sind die empfindenden Wesen (Sattva). Die Frage der Empfindungsfähigkeit ist insofern von zentraler Bedeutung, als diese direkt auf Duhkha (‚Erleiden‘) bezogen ist, die erste der vier ‚edlen Wahrheiten‘ des Buddhismus.

Hier gibt es in der Tat unterschiedliche Auffassungen, ob unter dem Begriff ‚empfindende Wesen‘ auch Pflanzen zu verstehen sind. Im Zen jedenfalls ist es so - bei der Abschlusszeremonie eines Sesshin (Meditationsretreats) wird auch für die „Errettung der Büsche und Gräser“ ‚gebetet‘ (= ein Eko rezitiert) und ein Zen-Übender sollte sich auch bei vegetarischen Mahlzeiten dankbar des ‚Opfers‘ der Pflanzen bewusst sein, deren Existenz beendet wurde, um ihm die Übung zu ermöglichen. Essen mit diesem Bewusstsein ist Teil der Übung stetiger Achtsamkeit.

Um dann ahimsa konsequent zu befolgen dürfte beispielsweise bei bakterieller
Infektion kein Antibiotikum gegeben werden. Habt ihr dazu eine Meinung und vor
allem, wie es in der Realität gehandhabt wird.

Vor einigen Tagen hatte Rolf/Thorshammer geschrieben dass Ahimsa ein (nicht absolut zu verwirklichendes) Ideal ist. Diese Formulierung trifft es zwar nicht ganz, dürfte aber zunächst einmal einigermaßen verständlich sein. Wenn wir Ahimsa etwa bei den Jaina betrachten, so wird Ahimsa dort in einem dem Buddhismus als ‚mittlerem Weg‘ fremden Extrem geübt. Nicht nur, dass ein konsequenter Jaina keine Mikroorganismen mit Antibiotika bekämpfen würde; das Ideal ist hier der Asket, der Ahimsa verwirklicht, indem er sich zu Tode hungert, um nur ja kein Leben (auch kein pflanzliches) mehr zu vernichten. Der (für einen Buddhisten jedenfalls) naheliegende Einwand dabei ist natürlich, dass auch Vernichtung des eigenen Lebens ein Verstoß gegen Ahimsa ist.

Ahimsa ist daher nach buddhistischer Auffassung kein zu erfüllendes Gebot, sondern Bemühung um achtsame, auf heilsames Handeln gerichtete Lebenspraxis. Ein ‚Feld der Übung‘, wie der geläufige Ausdruck im Zen dafür lautet. Antibiotika zu schlucken ist nichts moralisch Verwerfliches :wink: - aber es ist sicherlich (nicht nur im Sinne buddhistischer Praxis) empfehlenswert, sich bewusst zu machen, was man da tut und warum man es tut.

Freundliche Grüße,
Ralf

Hier (Saudi Arabien - Gespraechsthema unter
vielen der hier lebenden Moslems) wird eifrig verkuendet,
dass der Tsunami Allahs Werk war, um die Welt von einigen
hauptsaechlich Andersglaeubigen zu reinigen.
Als Beweis wird gesehen, dass in Sri Lanka einige
Moscheen stehen blieben, waehrend Wohnhaeuser in
unmittelbarer Nachbarschaft weggeschwemmt wurden.

Gruesse
Elke

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Ach Peter,

die ZJ bezeichnen das nicht als Strafe, sondern das Gott seine schützende Hand über sie gehalten hat…

Gott hat das Erdbeben nicht verursacht.

Und wenn es dich beruhigt, ich bin keine ZJ.

LG

Andrea

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ach Gott Andrea

die ZJ bezeichnen das nicht als Strafe,

Die Getöteten und ihre Angehörigen sehen das wohl anders. Uebrigens ist dies eine verdammte Anmassung der ZJ. Wenn deine Aussage stimmt.

sondern das Gott seine
schützende Hand über sie gehalten hat…

Ausgerechnet über die ZJ hat dein strafender Gott seine schützende Hand gehalten. Wohl ein Witz! Da sind (unbewiesenermassen) einige ZJ davon und um ihr Königreich gekommen. Über 300’000 hat der liebende und gerechte Gott dafür elendiglich verrecken lassen. Grundlos. Allah wird wohl dem Christengott gram sein und ebenfalls eine Aktion vorbereiten.

Gott hat das Erdbeben nicht verursacht.

Dann muss es Satan oder der Papst, Gottes Stv. auf Erden, gewesen sein…Vielleicht sogar ein Steineklopfer aus diesem Forum.

Und wenn es dich beruhigt, ich bin keine ZJ.

Du tickst aber wie diese…Wachtturm-Leserin?
Wäre mir auch egal - und wenn, selber schuld!

Gute Nacht
Peter

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Platz für den Teufel?
Hi Taju,

ich antworte dir mal hier zugleich auf dein voriges Posting, ok?

Ist das nicht ein wenig unfair? Letztlich sind wir alle nur
Interpreten von Texten… Dein begriffsgeschichtlicher Ansatz
in allen Ehren - aber bist Du Dir sicher, daß auch der Autor
dieser Zeilen sich der Begriffsgeschichte bewußt war, als er schrieb?

Ja, war er. Kann man zeigen. Aber darum ging es hier ja gar nicht. Es bezog sich auf Haralds Aussage:

Aber es nützt ja nicht viel, die Wörter sinngemäß zu übersetzen, wenn man den Sinn der Rede nicht versteht.

Damit sagt er, daß man zwar nicht unbedingt griechisch können muß (und den Autor und die Textentstehungsgeschichte nicht genauer kennen muß), sondern daß der Sinn, den er mir dann zu erklären versuchte (der aber in dem Satz nicht enthalten war), sich woherauchimmer sonstwie ergibt. Das ist Esoterik (im modernen Sinn des Wortes natürlich nur).

Wie ich unsere Theodizee-Kontroversen hier seit Jahren kenne, ist angesichts des von Rolf Drechsel aufgeworfnene Themas eben die Antwort aus der christlichen Ecke immer eine, die sich um das Theodizeeproblem durch willkürliche Textverbiegung herumdrücken will (und zwar fast immer, indem man den Teufel mit ins Feld holt). Und da das Joh.1.3 Zitat mittenhineinpiekst (ich behauptete nicht umsonst, daß dieser Satz einer der heißesten des NT ist), setze ich es eben an den Anfang der Diskussion. Und daß sich der Joh.-Autor der Begriffe εγενετο und παντα in höchstem Maße bewußt war (was man rein textanalytisch aus der logisch bedeutsamen Wiederholung desselben als Negativ-Aussage schon an dieser Stelle ergibt), das zeigt die sonstige Verwendung dieser Begriffe im übrigen Text.

Und daß das nicht wahr ist,

Hier ging es Johannes darum, den Ursprung Jesu (Logos) zu erklären.

für Vers 1.3 dürfte wohl kaum eine unfaire Bemerkung von mir sein.

Im Übrigen hab ich mich persönlich von dem Begriff „Häresie“ distanziert. Deine Kritik an meinem Begriff „christlich“ nehme ich aber an. Es war irreführend. Vielmehr ging es mir um den Hinweis, daß die von Harald vertretene Position zu ebensolchen Positionen gehört, die er aus anderen Gründen gewiß ablehnen müßte.

Wenn man schon den Standpunkt „in der Bibel steht“ = „Gott sagt“ = „eindeutige Lesart“ vertritt, sich dann aber durch zurechtgebogene Textinterpretationen um alle Provokationen und auch Widersprüche in den Texten herummogelt, indem man den „Teufel“ argumentativ zu Hilfe holt, dann darf man doch wohl auf einige uralte heftige Positionskämpfe verweisen und die Frage stellen, ob manche dieser Positionen ernsthaft vertreten werden?

Mir persönlich ist das Schnuppe, ob jemand pelagianisch, gnostisch, manichäisch (oder vielleicht neomanichäisch), oder gar irgendeine damals wie heute als „heidnisch“ bewertete Position einnimmt. Nur darf ich dann Fragen dazu stellen, die auf Widersprüche zu einer sonst vertretenen „die Bibel ist widerspruchsfrei und ist wörtlich zu nehmen“-Haltung verweist.

Ob du wiederum persönlich Thomas für überholt hältst, Augustinus für fatal einschätzt und Luther für das Theodizeeproblem in Anspruch nimmst, das hat glaube ich hier wenig zur Sache zu tun, ist aber ok als Hintergrundwissen für weitere mögliche Diskussionen hier.

Und ob Pelagius möglicherweise kein Pelagianer war, das ist eine interessante Frage, tut aber hier ebenso nichts zur Sache, denn mein zitierter Augustinus Epistola 205,3.17 mit seiner Bemerkung zu Sap. 8.1. ist davon unberührt.

Mein Hinweis galt eigentlich Metapher, der mir allzu apodiktisch der :Ansicht schien, mit Hilfe der Begriffsgeschichte Haralds Aussagen ad :absurdum führen zu können

Keineswegs war das meine Absicht, aber mit dem Hinweis auf ebendiese mochte ich aufzeigen, daß Haralds Positionen in sich nicht stimmig sind, sondern von ihm stimmig gemacht werden. diabolus ex machina sozusagen, der sich um die Provokationen einiger NT-Aussagen angesichts einer sog. Naturkatastrophe herummogelt.

Ich hatte allerdings früher einmal hier geäußert, daß ich denjenigen nicht für einen (sich radikal aufs NT beziehenden) Christen halte, der nicht angesichts Joh.1.3 ins Schwitzen kommt.

Den Text eines Johannes müssen wir also auch individuell lesen,

Hier erlaube ich mir anzumerken, daß ich das eifrig bereits getan habe, es aber hier nicht diskutieren möchte, da es den zwei von ihm zitierten Sätzen keinen Abbruch tut und im übrigen mein Kommentar und Neuübersetzung noch der Fertigstellung harrt.

welche Bildung hat er, ist er mit einem griechischen Philosophen seiner Zeit vergleichbar, inwieweit ist er durch jüdisches Gedankengut beeinflußt, welche Sprache war seine Muttersprache, welche Literatur hat er gelesen etc.

Ja, zu allen solchen Fragen läßt sich etwas aus seinen Texten erschließen. Und? Trägt das zur Frage, wie man sich um Joh.1.3 herummogeln kann, etwas bei.

… ob Johannes, dessen Verständnis wir hier anfragen, sich
der Begriffsgeschichte in der gleichen Weise bewußt war wie
Metapher zweifelsohne.

Er war sich sicher nicht der auf ihn folgenden Begriffsgeschichte bewußt :wink: hat diese aber entscheidend beeinflußt (z.B. durch seine Einführung der Begriffe „Geist“, „ewiges Leben“), sowie wesentliche Beiträge zur Religionsphilsophie gebracht (z.B. durch seine Begriffe „bleiben“ und „suchen“). Aber das ist offtopic.

… Wobei ich denke, dass
Metapher einfach nur den Begriff falsch gegriffen hat
[historisch eben: denn in der Debatte war christlich
(damaliger Begriff, 5.Jh) = katholisch (heutiger Begriff)].

Was Du mir samit sagen willst, ist mir nicht klar.

Sie [Yseult] will damit sagen, daß ich den Begriff „christlich“ irreführend statt „katholisch“ verwendet habe, womit ich ihr Recht gebe.

… Metapher hat,
soweit ich es verstanden habe, Harald als sich hier christlich
bezeichnenden Menschen unchristliche Denkweise vorgehalten,
indem er darauf hinwies, daß er manichäische, gnostische,
fatalistische Gedanken vertrete.

Ja, teils problmatisiert (Manichäismus, Gnosis), teils tatsächlich „heidnischem“ Fatalismus anhängend. Und zugleich vertrete ich tatsächlich den Standpunkt, daß der Deismus in der Form, daß der Schöpfer nicht in Naturprozessen seine Hand im Spiel habe (wie z.B. auch Sap. 8.1.: disponit omnia suaviter), einen Widerspruch zur gesamten Grundaussage des NT darstellt. Insbesondere, wenn man expliziert einen „Teufel“ einführt, der seinerseits sehr wohl seine Hand im Spiel habe.

Und genau das wollte ich zur Diskussion stellen.

Kenntnis der Dogmengeschichte gibt einem kaum die Möglichkeit, über :Haralds Christlichkeit zu urteilen:wink:

Siehe oben. Im Übrigen habe ich aber eine Stellung zu widersprüchlichen Aussagen, wie jeder andere auch, auch du. Und die möchte ich dann diskutieren.

Da ich mich persönlich angegriffen fühle,

wovon eigentlich??? Hast du denn behauptet, daß „_choris autou ouden _“ teilweise vom „Satan“ wiederlegt werde? Z.B. indem er die Atombombe erfunden hat und auch auf eine je aktuelle Tsunami Einfluß hat, die dann von den (vermutlich eh dem Teufel anhängenden) bösen Naturwissenschaftlern „erklärt“ wird, die ja auch an der Historizität von Adam und Eva zweifeln?

sei erwähnt, daß meine dogmengeschichtlichen Kenntnisse von angemessener Stelle geprüft wurden:wink:

Erwähnst du das jetzt, um damit deine Argumentation unerschütterlich machen? :wink:)

Gruß

Metapher

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Gott hat sie nicht gestraft… er ging doch nicht hin u überlegte, wie er mal wieder eine große Anzahl von Menschen umbringen könnte.

Was hast du denn für eine Meinung von einem Vater?

aber egal, du hast deine vorgefertigte Meinung - werd mit dieser glücklich.

Andrea

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Metapher,

ich antworte dir mal hier zugleich auf dein voriges Posting,
ok?

ich mach das jetzt auch mal, ok?

Damit sagt er, daß man zwar nicht unbedingt griechisch können
muß (und den Autor und die Textentstehungsgeschichte nicht
genauer kennen muß), sondern daß der Sinn, den er mir dann zu
erklären versuchte (der aber in dem Satz nicht enthalten war),
sich woherauchimmer sonstwie ergibt. Das ist Esoterik (im
modernen Sinn des Wortes natürlich nur).

dass mich jemand als Esoteriker bezeichnen würde, hätte ich mir nie gedacht *g*

Wie ich unsere Theodizee-Kontroversen hier seit Jahren kenne,
ist angesichts des von Rolf Drechsel aufgeworfnene Themas eben
die Antwort aus der christlichen Ecke immer eine, die sich um
das Theodizeeproblem durch willkürliche Textverbiegung
herumdrücken will (und zwar fast immer, indem man den Teufel
mit ins Feld holt).

Du kannst den Teufel nicht ignorieren, nur um Gott für Dinge verantwortlich zu machen, die er eben nicht getan hat.

Vielleicht hilft Dir das Gleichnis vom Ackerbau, meine Gedanken zu verstehen. (Matth.13,24-30)
Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan“ (gekürzt)

Jesus selbst räumt hier ein, dass es einen Feind Gottes gibt. Und dieser beeinflußt die Menschen in ihrem Handeln.

Und da das Joh.1.3 Zitat
mittenhineinpiekst (ich behauptete nicht umsonst, daß dieser
Satz einer der heißesten des NT ist), setze ich es eben an den
Anfang der Diskussion. Und daß sich der Joh.-Autor der
Begriffe εγενετο und
παντα in höchstem Maße bewußt war
(was man rein textanalytisch aus der logisch bedeutsamen
Wiederholung desselben als Negativ-Aussage schon an dieser
Stelle ergibt), das zeigt die sonstige Verwendung dieser
Begriffe im übrigen Text.

Es geht aber gar nicht um die Begriffe „alles“ oder „nichts“ sondern um die Frage, auf was sich Johannes bezog. Du hast mir schon zugestimmt, dass es sich hier um die Schöpfung handelt.

Ich bin der Meinung, dass die Schöpfung am 7.Tag abgeschlossen war. „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (Gen.1,31)

Der Tsunami ist also IMHO kein Teil der Schöpfung und deshalb nicht zwingend von Gott ausgelöst.

Im Übrigen hab ich mich persönlich von dem Begriff „Häresie“
distanziert. Deine Kritik an meinem Begriff „christlich“ nehme
ich aber an. Es war irreführend. Vielmehr ging es mir um den
Hinweis, daß die von Harald vertretene Position zu ebensolchen
Positionen gehört, die er aus anderen Gründen gewiß ablehnen
müßte.

Die Positionen anderer sind mir eigentlich egal :wink:

Wenn man schon den Standpunkt „in der Bibel steht“ = „Gott
sagt“ = „eindeutige Lesart“ vertritt, sich dann aber durch
zurechtgebogene Textinterpretationen um alle Provokationen und
auch Widersprüche in den Texten herummogelt, indem man den
„Teufel“ argumentativ zu Hilfe holt, dann darf man doch wohl
auf einige uralte heftige Positionskämpfe verweisen und die
Frage stellen, ob manche dieser Positionen ernsthaft vertreten
werden?

Ernsthaft vertrete ich nur meine eigene Position. Wenn sich andere Positionen damit decken, dann soll es mir recht sein.

Was den Standpunkt „in der Bibel steht“ = „Gott sagt“ = „eindeutige Lesart“ betrifft, muss ich fragen, ob ich solch eine Position tatsächlich vertreten habe?

Ich finde die „=“-Zeichen bedenklich.
Nicht alles, was in der Bibel steht, hat Gott selbst gesagt.
Und vieles kann unterschiedlich interpretiert werden, sodass es hier keine „eindeutige Lesart“ gibt.

Mir persönlich ist das Schnuppe, ob jemand pelagianisch,
gnostisch, manichäisch (oder vielleicht neomanichäisch), oder
gar irgendeine damals wie heute als „heidnisch“ bewertete
Position einnimmt. Nur darf ich dann Fragen dazu stellen, die
auf Widersprüche zu einer sonst vertretenen „die Bibel ist
widerspruchsfrei und ist wörtlich zu nehmen“-Haltung verweist.

Ich sehe Deinen Fragen gelassen entgegen :wink:

Sie [Yseult] will damit sagen, daß ich den Begriff
„christlich“ irreführend statt „katholisch“ verwendet habe,
womit ich ihr Recht gebe.

Dann bist Du bei mir an der falschen Adresse.
Ich bin kein Katholik und laufe deshalb immer Gefahr, als Ketzer beschuldigt zu werden.

… Metapher hat,
soweit ich es verstanden habe, Harald als sich hier christlich
bezeichnenden Menschen unchristliche Denkweise vorgehalten,
indem er darauf hinwies, daß er manichäische, gnostische,
fatalistische Gedanken vertrete.

Ja, teils problmatisiert (Manichäismus, Gnosis), teils
tatsächlich „heidnischem“ Fatalismus anhängend.

Könntest Du mir sagen, welche meiner Aussagen dem Fatalismus zuzurechnen wäre?

Und zugleich
vertrete ich tatsächlich den Standpunkt, daß der Deismus in
der Form, daß der Schöpfer nicht in Naturprozessen seine Hand
im Spiel habe (wie z.B. auch Sap. 8.1.: disponit
omnia suaviter
), einen Widerspruch zur gesamten
Grundaussage des NT darstellt. Insbesondere, wenn man
expliziert einen „Teufel“ einführt, der seinerseits sehr wohl
seine Hand im Spiel habe.

Der Teufel ist doch keine Ausrede.
Der Teufel ist eine reale Person, wie Du im Buch Hiob deutlich feststellen kannst.
Ausserdem warnt Jesus seine Jünger vor dem, „der Leib und Seele verderben kann in der Hölle“ (Matth.10,28)

Gruss Harald

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Hallo Peter,

ich dachte, das hätte ich weiter unten erklärt.
Aber das willst Du ja nicht glauben.

Ja eben! Ich weigere mich, solchen Nonsens als gegeben zu
akzeptieren.

ich habe nicht gefordert, dass Du es als gegeben akzeptieren sollst.
Ich würde mich nur freuen, wenn Du meine Aussagen vorurteilsfrei überdenken würdest.

Vor allem dann, wenn der Glaube durch massivste
Strafandrohungen erzwungen werden soll oder wird. Der Jurist
nennt dies Nötigung oder Erpressung.

Niemand hat mich gezwungen, zu glauben.
Und niemand zwingt Dich, zu glauben.
Es ist Deine freie Entscheidung, welchen Weg du gehst.
Aber Du musst Dir darüber im Klaren sein, dass jeder Weg ein Ziel hat.
Kennst Du Dein Ziel?

Wie nennst Du denn dann zwanghaftes Handeln?

Bibelgläubigkeit ist für mich z.B. zwangshaft. Weil die
Nichtgläubigkeit mit massiven Strafandrohungen behaftet ist.
Masochisten?

Warnungen sind nicht immer Strafandrohungen.
Ganz aktuell gibt es in den Bergen immer wieder Lawinenwarnungen.
Das Befahren der gesperrten Hänge ist definitiv nicht strafbar.
Und trotzdem gibt es Tote.

Lebst Du lieber als Maschine oder in einer Diktatur?

Bibelgläubigkeit beinhaltet imho beides.

Dann hast Du eine falsche Vorstellung davon.

Und ich habe Mühe, zu glauben, dass vernünftige Menschen keine
logischen Schlüsse nachvollziehen können.

Mit dem Wörtchen „Logik“ lässt sich immer wieder Schindluderei
treiben. Was ist an der Bibel logisch? Die theoretische
Wechselwirkug von Tat / Strafe oder Belohnung? Dasselbe
Prinzip findet sich auch in Märchen - in denen der Neuzeit.

Logisch ist z.B., dass man sich an gewisse Spielregeln halten muss.
Wer das nicht tut, wird ausgeschlossen / disqualifiziert.

Wer in den Himmel (=Gottes Reich) kommen will, muss sich an Gottes Spielregeln halten.

Gruss Harald

Hallo Matapher,
und auch hallo Harald, der hoffentlich nicht übel nimmt, wie sehr sein Posting hier „auseinandergenommen“ wird.

Damit sagt er, daß man zwar nicht unbedingt griechisch können
muß (und den Autor und die Textentstehungsgeschichte nicht
genauer kennen muß), sondern daß der Sinn, den er mir dann zu
erklären versuchte (der aber in dem Satz nicht enthalten war),
sich woherauchimmer sonstwie ergibt. Das ist Esoterik (im
modernen Sinn des Wortes natürlich nur).

Hier ist, glaube ich, der Punkt, an dem sich die Wege getrennt haben. Wenn man die Bibel als Glaubensbuch liest, liest man sie anders, als wenn man sie analytisch als Grundlage des christlichen Glaubens liest. Als Theologin und Historikerin ist dies eine für mich grundlegende Unterscheidung. Es wäre fatal, würde die wissenschaftliche Theologie sich zum Kriterium des Glaubens des Einzelnen erheben von dem Standpunkt einer höheren Kompetenz aus. Gerade die Theodizeefrage ist eine der sensibelsten Glaubensfragen. Da Du meine Voraussetzungen kennst: Ich halte sie für die Frage nach dem verborgenen Gott, damit schlechthin nicht beantwortbar. Wenn andere andere Antworten finden, dann resepktiere ich sie, hier einzugreifen hielte ich dann für Besserwisserei (d.h. damit warst also nicht Du in meinem vorherigen Posting gemeint). D.h. nicht, daß es keinen Grund zum Widerspruch geben könnte, so finde ich sowohl einen Vulgär-Augustin, -Calvin oder auch manichäistische Anschauungen kaum angemessen. Ob dann jemand gleich kein Christ ist, das weiß ich nicht.

Wie ich unsere Theodizee-Kontroversen hier seit Jahren kenne,
ist angesichts des von Rolf Drechsel aufgeworfnene Themas eben
die Antwort aus der christlichen Ecke immer eine, die sich um
das Theodizeeproblem durch willkürliche Textverbiegung
herumdrücken will (und zwar fast immer, indem man den Teufel
mit ins Feld holt). Und da das Joh.1.3 Zitat
mittenhineinpiekst (ich behauptete nicht umsonst, daß dieser
Satz einer der heißesten des NT ist), setze ich es eben an den
Anfang der Diskussion. Und daß sich der Joh.-Autor der
Begriffe εγενετο und
παντα in höchstem Maße bewußt war
(was man rein textanalytisch aus der logisch bedeutsamen
Wiederholung desselben als Negativ-Aussage schon an dieser
Stelle ergibt), das zeigt die sonstige Verwendung dieser
Begriffe im übrigen Text.

Hier will ich Dir gar nicht widersprechen, hoffe aber, daß aus meiner christlichen Ecke keine Textverbiegungen entstanden sind.

für Vers 1.3 dürfte wohl kaum eine unfaire Bemerkung von mir
sein.

Unfair fand ich bloß die Art, wie Du mit Haralds Aussagen umgegangen bist.

Im Übrigen hab ich mich persönlich von dem Begriff „Häresie“
distanziert. Deine Kritik an meinem Begriff „christlich“ nehme
ich aber an. Es war irreführend. Vielmehr ging es mir um den
Hinweis, daß die von Harald vertretene Position zu ebensolchen
Positionen gehört, die er aus anderen Gründen gewiß ablehnen
müßte.

Und hier wäre dann eventuell ein Ansatzpunkt zu Diskussion. Wenn man also in der Theodizee einen manichäistischen Standpunkt vertritt, was heißt das für andere Fragestellungen? Vielleicht wolltest Du das ja auch, aber dann wurde es zu wenig deutlich.

dann darf man doch wohl
auf einige uralte heftige Positionskämpfe verweisen und die
Frage stellen, ob manche dieser Positionen ernsthaft vertreten
werden?

Ja.

Mir persönlich ist das Schnuppe, ob jemand pelagianisch,
gnostisch, manichäisch (oder vielleicht neomanichäisch), oder
gar irgendeine damals wie heute als „heidnisch“ bewertete
Position einnimmt. Nur darf ich dann Fragen dazu stellen, die
auf Widersprüche zu einer sonst vertretenen „die Bibel ist
widerspruchsfrei und ist wörtlich zu nehmen“-Haltung verweist.

Ja. Mir fehlten nur die - offenen - Fragen:wink:

Ob du wiederum persönlich Thomas für überholt hältst,
Augustinus für fatal einschätzt und Luther für das
Theodizeeproblem in Anspruch nimmst, das hat glaube ich hier
wenig zur Sache zu tun, ist aber ok als Hintergrundwissen für
weitere mögliche Diskussionen hier.

Nur um mich vor Bannstrahlen zu schützen: Ich halte Thomas nicht in allem für überholt und Augustin in seinem Vulgärverständnis für fatal…

Und ob Pelagius möglicherweise kein Pelagianer war, das ist
eine interessante Frage, tut aber hier ebenso nichts zur
Sache, denn mein zitierter Augustinus Epistola 205,3.17 mit
seiner Bemerkung zu Sap. 8.1. ist davon unberührt.

Richtig. Aber Pelagius und die nach ihm benannten bleiben ein gutes Beispiel für die Macht der BEgriffe:wink:

Ich hatte allerdings früher einmal hier geäußert, daß ich
denjenigen nicht für einen (sich radikal aufs NT beziehenden)
Christen halte, der nicht angesichts Joh.1.3 ins
Schwitzen kommt.

Nicht nur Joh 1,3. Christsein ohne Anfechtung gibt es nicht.

Den Text eines Johannes müssen wir also auch individuell lesen,

Hier erlaube ich mir anzumerken, daß ich das eifrig bereits
getan habe, es aber hier nicht diskutieren möchte, da es den
zwei von ihm zitierten Sätzen keinen Abbruch tut und im
übrigen mein Kommentar und Neuübersetzung noch der
Fertigstellung harrt.

Glaube ich Dir und am letzteren bin ich sehr interessiert. Mein Dir sicher bekannter, leider kürzlich verstorbener Lehrer hat mir vor allem beigebracht, daß Johannes ein Minenfeld ist.

welche Bildung hat er, ist er mit einem griechischen Philosophen seiner Zeit vergleichbar, inwieweit ist er durch jüdisches Gedankengut beeinflußt, welche Sprache war seine Muttersprache, welche Literatur hat er gelesen etc.

Ja, zu allen solchen Fragen läßt sich etwas aus seinen Texten
erschließen. Und? Trägt das zur Frage, wie man sich um Joh.1.3
herummogeln kann, etwas bei.

Nein, jedenfalls ist es nicht mein Interesse, mich um irgendetwas herumzumogeln. Es ging ja um Begriffsgeschichte und ich wollte lediglich darauf hinweisen, daß eben Johannes und seine Verwendung der Begriffe wichtig sind (gegenüber Yseult). Ich denke, Du wirst es auch aus einigen Johannes-Kommentaren kennen, daß manch ein Autor sich so weit hineinverstrickt, daß man am Ende fragt, ob Johannes sich selbst eigentlich richtig verstanden hat:wink:

Da ich mich persönlich angegriffen fühle,

wovon eigentlich???

Von Yseults Behauptung, ich wäre in tiefster Unkenntnis der Dogmengeschichte.

sei erwähnt, daß meine dogmengeschichtlichen Kenntnisse von angemessener Stelle geprüft wurden:wink:

Erwähnst du das jetzt, um damit deine Argumentation
unerschütterlich machen? :wink:)

Nein, ich erwähnte es, weil ich erschüttert war von der Arroganz und mir persönlich unbegreiflichen Aggressivität des Postings und ich den Vorwurf ebenso lächerlich fand, wie wenn jemand auf Dein Posting schriebe, es zeuge halt von Unkenntnis der griechischen Sprache.

Grüße,
Taju

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Hallo Rolf,

eine späte Antwort, aber auch ich war lange nicht im Forum.

Zur Erklärung des Bösen in der Welt muss häufig der „freie Wille“, den Gott dem Menschen gegeben hat, herhalten. Es mag zynisch klingen, aber wenn ich da richtig informiert bin, müsste diese Katastrophe auch darunter fallen: Tsunamis sind im Pazifischen und auch im Indischen Ozean nicht gerade selten. Das wussten die Menschen früher und haben in der Vergangenheit nicht so dicht an der Küste gesiedelt. Durch Überbevölkerung, Ignoranz, Tourismus u.ä. ist das heute nicht mehr so … „Freier Wille“ also?

Gruß, Stucki

Hallo Peter,

die ZJ bezeichnen das nicht als Strafe,

Die Getöteten und ihre Angehörigen sehen das wohl anders.
Uebrigens ist dies eine verdammte Anmassung der ZJ. Wenn deine
Aussage stimmt.

Zur allgemeinen Beruhigung. Es gibt keine Aussage der WTG, dass kein Z.J. bei den Fluten umgekommen ist. Wie soll das auch möglich sein. Dazu müsste man alle Opfer kennen, die im Gebiet unterwegs waren, bzw. alle Z.J, die zum Zeitpunkt der Flut in den Überflutungsgebieten waren.

Ansonsten sind Z.J. den gleichen Gefahren ausgesetzt, wie ihre Mitmenschen (…na gut, nicht allen). Bei den Oder-Hochwassern vor einigen Jahren ertrank beispielsweise ein Z.J. bei dem Versuch zu helfen.

Gruß
Carlos

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