Warum geben die U-Bahnen immer so Gas, bevor sie in die Station einfahren? Normalerweise tuckeln sie so vor sich hin, aber auf die letzten Meter drehen sie voll auf und rasen mit vollem Karacho in die Station.
Soll das für die wartenden Fahrgäste schneller aussehen?
Weißt du ds wirklich nicht? Als U-Bahnfahrer bevorzug man nachblinde Menschen. diese fahren dann im Tunnel entsprechend verhalten. Wenn dann endlich wieder Licht zu sehen ist, sie twas erkennen, geben sie Gas.
Im Ernst: auf welche Stadt und vielleicht sogar auf welche Linie oder sogar welche Station bezieht sich Deine Beobachtung? Kannst Du sie durch Messungen belegen oder ist es nur ein Gefühl?
In Berlin habe ich sowas noch nicht beobachtet. Ja, sehr häufig hat man das Gefühl, dass sie mit dem Geschwindigkeitshebel nicht gut umgehen können und daher nicht linear verzögern, wie es beispielsweise die Metro in Vancouver tut (da gibt es aber auch keine menschlichen Fahrer*innen mehr). So kommt es immer mal wieder zum Vor-und Zurückzuckeln. Aber das bei weitem nicht so schlimm, wie bei der Straßenbahn. Die scheinen nur einen Umschalter zu haben: Beschleunigen oder Bremsen. Wenn man nicht sitzt oder sich gut festhält, wird man zwangsläufig auf die Fresse fliegen.
Meine Vermutung: Die gehen vor der Station vom Gas und merken dann, dass sie zu viel Geschwindigkeit verloren haben, um einigermaßen flott bis ans Ende des Bahnsteigs zu kommen.
ich würde vermuten, dass die Geschwindigkeit nicht gemessen wurde, sondern sich aus irgendetwas anderem ableitet.
Eventuell ein Geräusch, das Flackern von Lichtern oder etwas anderes, was mit der Geschwindigkeit korreliert.
Könnte man das zunächst näher definieren und prüfen, ob sich diese Bezugsquelle konstant verhält?
So könnten kürze Abstände von hörbaren Gleisunebenheiten das Gefühl vermitteln, die Bahn würde schneller fahren.
Ein alternativer Ansatz wäre über die (negative) Beschleunigung, die sich beim anbremsen langsam und gleichmäßig erhöht, dann abrupt nachlässt, wenn die Zielgeschwindigkeit erreicht ist.
Das könnte fälschlich als positive Beschleunigung aufgefasst werden.
Ein handelsübliches Smartphone sollte nen 3-Achsen-Beschleunigungssensor drin haben. Den kann man doch bestimmt auslesen und so verlässliche Daten erhalten.
Zur Not basteln oder ein Pendel aufstellen. (darauf angesprochen, bist du eben Pendler)
bist Du dir sicher, daß du dieses Verhalten genau so auch auf der U6 beobachtet hast?
Denn die U1-U5 fahren halbautomatisch mit sog. „linienförmigen Zugbeeinflussung“ Linienförmige Zugbeeinflussung – Wikipedia,
der „Fahrer“ in Wien wird außerhalb von Störungen nur noch bei der Haltestellenabfertigung aktiv (Türenfreigabe/-schließung, Abfahtssignal), die eigentliche Fahrt wird dann automatisch durchgeführt.
Also wird das Anfahrverhalten in die Haltestelle von Parametern der Zugbeeinflußung gesteuert.
M. W. beträgt wie in anderen U- bzw. Stadtbahnsystemen auch in Wien die Höchstgeschwindigkeit bei Einfahrt in die Haltestelle max. 40 Km/h. „Volles Karacho“ ist was anderes.
Bei modernen Bremssystemen von Schienenfahrzeugen im ÖPNV „schließen“ die Bremszylinder nicht erst bei Stillstand, sondern bereits bei einer Geschwindigkeit von 5-8 Km/h, um ein „Überrollen“ der Haltepunkte zu vermeiden. Bei vielen Bremssystemen kann dies erfahrenes Fahrpersonal besser als jede Automatik kompensieren, da jeder Zug aufgrund technischer Besonderheiten innerhalb zulässiger Toleranzen zB im technischen Zustand der Bremsen oder aber unterschiedlicher Abnutzung der Radreifen leichte Abweichungen der sog. „Bremskurve“ hat, die eine Halb- oder Vollautomatik nicht ohne weiteres berücksichtigen kann, der intuitive „Popometer“ des Fahrpersonals aber schon.
Außerdem können schon leichte Steigungen bzw. Gefälle die Bremskurve beeinflußen.
Bei der U6 sollte es aber doch unterschiedlich sein, da durch technische Besonderheiten mW die für 2024 vorgesehene Nachrüstung mit einem anderen Zugbeinflussungssystem verzögert hat und das Fahrpersonal noch wirklich selbst steuert.
Und der Eindruck geht nicht vielleicht auch darauf zurück, dass Du im Tunnel die Geschwindigkeit wegen der fehlenden Referenzpunkte nicht gut einschätzen kannst und bei Eintritt in den Bahnhof auf einmal das Gefühl hast, dass sich ganz viel ganz schnell bewegt?
Anmerkung: Mein LZB-Kurs liegt schon über 15 Jahre zurück, bin seitdem nur unter PZB gefahren.
Vielleicht ist es ja immer noch so, daß der Zug nur “Signale” (also die entsprechende Information über den Linienleiter) erkennt, aber keinen Halt am Bahnsteig. Der Zug würde dann kurz vor dem Halt aus der PZB “herausfallen“ und der Tf muß dann selbst anhalten und auch wieder abfahren.
Hängt evtl. auch vom Hersteller der Bremsausrüstung ab. Einen 440er (Mops) stelle ich Dir an den Bahnsteig, ohne daß Du auch nur den geringsten Ruck verspürst. Beim Mireo (Bremsenhersteller Faiveley Transport) übe ich immer noch, nach über einem Jahr. Manchmal gelingt es mir, aber dann weiß ich nicht, wie ich das gemacht habe
LZB: Linien Zug Beeinflussung Der Zug bekommt kontinuierlich einen Datenstrom, so daß er stets über die aktuell Zulässige Höchstgeschwindigkeit, Stellung der Signale etc informiert ist, und daher im Prinzip vollautomatisch dahren kann.
PZB: Punktförmige Zugbeeinflussung: Der Zug bekommt nur an speziellen Punkten bei Signalen etc ein Signal. Verhindert im Notfall, daß der Zug an Halt Zegenden Signalen vorbei fährt, aber ein Lokführer ist zwingend erforderlich der das Ding manuell fährt.
TF: Triebfahrzeugführer: Ofizielle Fachbezeichungfür den Lokführer.
Mops: Ein spezieller Zugtyp. Kenne das Modell aber nicht näher.