Urteil:Lehrer dürfen kein religiöses Kopftuch

Kleine Richtigstellung
Hallo Marcus,

Eben, wir leben in Deutschland und Deutschland ist in seinen
Wurzeln ein christlicher Staat. Staat und Kirche sind aber
strikt getrennt. Deshalb gibt es in Bayern z. B. keine Kreuze
mehr in den Klassen,

Selbstverständlich hängen in vielen bayerischen Klassenzimmern noch Kreuze!
Das BVerfG hat ja nicht untersagt, dass da Kreuze hängen dürfen, sondern hat nur entschieden, dass die bayerische Regierung per Erlass das Anbringen von Kreuzen in Klassenzimmern vorschreiben kann.
Erst wenn sich ein Schüler, Lehrer oder auch Eltern durch ein Kreuz im Klassenzimmer in seiner Freiheit eingeschränkt fühlt, muss das Kreuz entfernt werden. Und dazu ist meistens immer noch eine gerichtliche Klage notwendig.

Noch ein Link dazu:
http://www.stmukwk.bayern.de/presse/apr99uk/apr77.html

Gruß
Uschi

Hallo Sarah-Mae,

Die Achtung einer fremden Religion gehört bei den
Christen und auch im Islam zu den Pflichten eines Gläubigen.

Ist das so? Warum sind dann alle Nichtmoslems Ungläubige und
werden auch als solche behandelt?

Die Auslegungen der Geistlichkeiten - oder der amtlichen Lehre - widerspricht leider zu oft der Religion. Ich muss aber zugestehen, dass ich den Islam nicht genau kenne. Trotzdem sollte man nie aus einzelnen Zitaten dann die Religion verurteien.

Keine Religion wird in DE mehr geächtet, verleumdet oder
dessen Anhänger verfolgt wie Anhänger des Islam.

Empfindest Du das so?

Nein, ich empfinde es nicht so, ich stelle es fest. Wir haben sowohl in unserer Bundesregierung als auch in einigen Bundesländern geführten Ländern einen kaum zu überbietenden Rassimsus gegen Menschen, die sofort bei uns radikalen islamistischen Gruppen zu geordnet werden, wenn deren Nationalität bekannt wird.

Mich würde mal Deine Meinung zu

folgender Aussage interessieren: (nicht von mir übrigens)

>> Koran mit Grundgesetz ist wie Feuer mit Wasser. Wenn
der Zentralrat der Muslime es ehrlich mit der Bejahung des
Grundgesetzes meint, dann er muss er sich gleichzeitig von
vielen Forderungen des Korans distanzieren. Dies nicht nur
verbal.

Der Koran wird wohl wie andere Religionen auch von diversen Gruppen unterschiedlich ausgelegt. Ich habe beruflich mit Frauen zu tun, die sich zum Moslem bekennen. Diese Frauen haben daheim und in der Organsisation der Familie mehr zu sagen wie manche Frau bei uns.

Im Koran gibt es zu viele Aufforderungen, die

Ungläubigen zu töten, um sie als Zitate aus dem Zusammenhang
gerissen abzutun.

Aus dem Zusammenhang gerissen findest Du solche Aufforderungen bei jeder Religion,

Nicht nur diejenigen sind Ungläubige, die

den Islam verlassen haben, sondern auch die, „die sagen Allah
sei Christus, der Sohn der Maria“, und die, „welche sagen:
Allah ist der dritte von dreien“ (Sure 3(73,74). Ziel des
Islam ist die Vorherrschaft. Dafür ist es sogar erlaubt,
seinen Glauben zu verleugnen. Muslime folgern dies aus Sure 3
(29), in der es heißt: „Ihr mögt geheimhalten, was ihr in
eurem Innern hegt“.
Koran und Grundgesetz lassen sich von einem gläubigen Muslimen
kaum miteinander vereinen .

[christ]

solange er
nicht Lehrer ist und dieses nicht demonstrativ tut

[jude]

solange er
nicht Lehrer ist und dieses nicht demonstrativ tut (Auch im
Sommer und in geschlossenen Räumen)

[muslimin]

Es geht darum, ob
sie das als Lehrerin „demonstrativ“ vor der Klasse macht.

weder eine kipa noch ein kopftuch werden aus gründen des „demonstrierens“ getragen, sondern weil das ein gebot ist und damit basta. wenn kipot und kopftücher bei lehrern verboten sind, dann heißt das im klartext, daß keine religiösen juden bzw. moslems lehrer sein dürfen.

nebenbei frage ich mich ob religiöse lehrer jeglicher art vielleicht nicht sowieso besser in einer religiösen schule aufgehoben wären?

lehitraot.

hallo matthias,

naja, aber so klar auch nicht, ich wuerde nicht mal mich elimelechs beitrag an dich hart interpretieren in dem sinne, dass er dich als person beschimpft haette. vielleich hat er sich sogar ganz geirrt? deine antwort war nun ja, ungefaehr genauso uebertrieben, also aus 1 mach 5 mach 25 in multipilzierter steigerung ca., jetzt aber bitte kein gegenrechnen :wink:.

und du meinst sicher, du hast nationalstolz, nationalistisch ist bei mir etwas anders belegt als nationalempfinden. deswegen. das ist gut, wenn es so ist :wink:.

beste gruesse, lego

spruch der woche:

immer kuehl bleiben.

mein witz dazu, nur ein witz wie auch immer zu lesen:

cool hingegen ist us-amerikanischer kulturimperialismus hihi

Weshalb sollten man sich in Deutschland andauernd die
Unterminierung der eigenen Kultur vorschreiben lassen?

Entweder die Leute passen sich unserem System an, oder sie
fahren eben wieder nach Hause.

interessante gedanken. da komme ich später darauf zurück!

PS: willst du wirklich daß deutschland wie der IRAN wird???

wer laesst wen rein
hallo mathias,

also du passt manchmal nicht in mein system, ich nenne das dann einfach unser system und schicken dich nach hause. ups du bist hier zu hause? na dann hast du eben keines mehr und wir muessen dich dann einfach in einem schlauchboot, natuerlich mit motor und lebensmitteln, in staatenloses gebiet verweisen auf dein gutes glueck. oder du findest vorher ein land, dass eine patenschaft fuer dich uebernimmt :wink:.

aber ach, du weilst ja gar nicht zur zeit in deutschland, na das ist ja einfach, wir lassen dich einfach nicht mehr rein. :wink:

ups :wink:

nur so als spass gedacht explizit,

beste gruesse, lego

also ernsthaft, integretation und verfassung ja bitte, assimilierung nein danke.

lego

Na also, was soll die Diskussion?
Entweder die Leute passen sich unserem System an, oder sie
fahren eben wieder nach Hause.
Jeder handhabt das so, nur Deutschland darf das
eigenartigerweise nicht…

Grüße,

Mathias

Nein, es geht darum, dass ein Lehrer seinen Schülern neutral
und offen gegenüber jeglicher Religion/Weltanschauung
gegenüberzutreten hat.

als lehrer hat man stoff zu vermitteln und sonst gar nichts. als privatmensch soll jeder sich kleiden wie er will. wenn der lehrer es nicht schafft seine persönlichen MEINUNGEN vom lehrstoff zu unterscheiden, dann ist er sowieso untauglich.

was ist denn das für eine weltanschauung die den schülern da beigebracht wird „wir schreiben euch vor wie ihr euch zu kleiden habt“. das ist genau das was am islam kritisiert wird!

lehitraot.

wunderbarer kommentar, thx owt
also ca. 90 pro zustimmung, wenn man zahlen wollte :wink:

lego

naja, hast wohl recht. ich war nur stink sauer über das alles. und dann setzt einer genau den spruch an, den ich erwartet habe.
na egal.

schwam drüber

matthias

Also wenn keine Kruzifixe in Klassenzimmern,
dann auch keine Kopftücher.

Es hängen im Klassenzimmer ja auch keine Kopftücher, noch gibt es eine Anweisung einer Schülbehörde, dass alle Lehrer Kopftücher zu tragen haben. Somit sind hier schon gewaltige Unterschiede. Noch tragen ja u.a. Christen ihre religiösen Symbole usw.

Zumal die Dame ja erzwingen will,
daß sie dieses als „religiöses“ Symbol tragen möchte. Hier
macht der Vorsatz die Musik, nicht das Tuch.

Die Frau besteht nur auf ihrem Recht und deswegen ist sie vor eine Gericht gegangen. Dieses nun als erzwingen hinzustellen, wirkt etwas merkwürdig, vor allem, da es nach aussen nur ein Kopftuch ist. Alles weitere ist Interpretation des Betrachters und genau hier kommen die Vorurteile des Gerichts zum Tragen, welche nämlich nicht auf die Begründung von Frau Ludin eingegangen ist, sondern seine eigenen Befürchtungen im Urteil verwendet hat. Auch wenn diese auf Frau Ludin nicht zutreffen.

Nicht die Deutschen Gerichte sind intolerant, sondern die
Muslime, die hier in Deutschland zwar ihre eigenen
Vorstellungen verwirklichen möchten, aber die eingestammten
Vorstellungen wegklagen wollen.

Toleranz bedeutet also für dich, dass die Fremden sich anpassen müssen an die Mehrheit. Die Mehrheit gibt das Ziel vor und wer davon abweicht ist intolerant? Na ja, wenn du meinst.

Für mich bedeutet Toleranz hier aber erst einmal, dass wir akzeptieren das es Muslime in diesem Land gibt und diese noch nicht einmal Ausländer sein müssen, noch ausländische Herkunft haben müssen. Somit tragen nun halt ein Teil der Bundesbürger wegen ihrem Glauben Kopftücher. Wo ist hierbei die freuheitliche Grundordnung gefährdet?

Schalom,
Eli

Nur ist dieses Urteil auch unter dem Aspekt der absolut
problematischen Integration muslimischer Minderheiten zu
sehen, die zum Teil ein Weltbild auch hier in Dtl. vertreten,
das keinesfalls hier akzeptabel ist.

Eben eine Minderheit. Wir verbieten ja auch der christlichen Mehrheit nichts, nur weil es einige extreme Minderheiten unter den Christen gibt, welche u.a. auch für die Abschaffung dieses Staates sind. Sind deswegen alle Christen nun Verfassungsfeinde?

Wer in einem Gymnasium miterlebt hat, wie einem
hochintelligenten muslimischen Mädchen, kaum erreichte es die
Pubertät, die berufliche (und damit auch gesellschaftliche)
Zukunft von der Familie verbaut wird, der wehret jeglichen
Anfängen.

Nur was ist jetzt der Anfang? Liegt das nicht daran, dass wir es versäumt haben, diese Ausländer hier zu integrieren und diese nun ihre Lebensentwürfe aus der Heimt hier fortsetzen - vielleicht sogar mangels Alternativen? Somit sehe ich hier auch den Islam nicht wesentlich, da bei diesen Fällen es oft nicht um den Islam sondern u.a türkische Tradition aus der Heimat geht. Diese können wir aber nur auflösen, wenn wir hierzulande endlich Alternativen anbieten und jetzt nicht anfangen, allen Muslimen die Türen vor der Nase zuzuschlagen. Frau Ludin wollte Lehrerin werden, für mich kein Anzeichen für die Gefahren, welche du zu Recht in anderen Bereichen siehst.

Letztendlich ist ein Kopftuch noch immer ein Symbol der
Unterdrückung der Frau, da das Tragen zum Teil zumindest
erzwungen wird.

Nicht das Kopftuch sondern die Unterdrückung ist das Problem. Dieses ist erst wirksam bekämpft, wenn Frauen frei wählen können, ob sie ein Kopftuch tragen oder nicht. Wenn wir nun anfangen das Kopftuch stattdessen zu verbieten, besteht die Unterdrückung weiterhin und nun sind wir mit der Unterdrücker, weil wir den anderen Frauen diese Möglichkeit untersagen. Die Basis ist aus meiner Sicht genauso fundamentalistisch.

Schalom,
Eli

Ich habe nun mittlerweile verstanden, dass es Matthias umd die Ungerechtigkeit zwischen östlichen und westlichen Bundesländern bei der Beamtung geht. Nun gut, warum nicht und hier besteht auch wirklich eine Ungleichheit.

Wenn er aber nun anfängt, dieses als Vorwand zu nehmen, um ehemaligen Ausländern Rechte abzusprechen, auf welche andere Deutsche ein Anrecht haben, dann wird daraus Rassismus. Das Thema hat hier nichts zu suchen und wurde nur gebracht, weil er gelesen hat, dass Frau Ludin verbeamtet werden soll UND auch eine ehemalige Afghanin ist.

Nun klar?

Schalom,
Eli

Hallo Eli,

ich will weder „vernünftige“ religiöse Minderheiten verbieten - wobei Du der deutschen Gesellschaft bei aller Toleranz schon zugestehen musst, dass sie entscheidet, was sie akzeptiert und was nicht - noch erkläre ich irgendjemanden aufgrund seiner Religion pauschal zum Verfassungsfeind.

Ich lasse den Deutschen aber auch nicht pauschal vorwerfen, dass sie an der z.T. vorhandenen Intergrationsresistenz alleine schuld sind. Wenn wir an etwas alleine schuld sind, dann daran, dass wir aus kurzfristigen materiellen Vorteilen heraus Menschen entwurzelt haben, die eben nicht zur Integration willig oder fähig sind und ihnen und uns vorgegaukelt haben, dass sie wieder freiwillig nach kurzer Zeit zurückgingen.

Zu einer erfolgreichen Integration gehören aber grundsätzlich zwei Seiten. Mir ist auch klar, dass wir weder eine 100%ige Anpassung fordern können noch sollen (ich würde mich ja auch nicht in der Türkei 100% anpassen). Aber es gibt hier in Mitteleuropa hart erkämpfte Werte, die ich niemals akzeptieren werde, dass sie in Frage gestellt werden. Und ich verlange von allen, seien es Deutsche, Ausländer, Christen, Muslime…, dass sie sich an diese Werte halten.

Dass dazu sicher nicht eine Entscheidung in Bezug auf ein Kopftuchtragen gehört, sollte klar sein (auch wenn es das ja wohl nicht ist). Ich wollte lediglich als Hintergrund die tatsächlich vorhandenen Probleme eines bestenfalls mittelalterlich zu nennenden Frauenbilds auch aufgeklärter Muslime nennen, zu dessem äußerlichen Kennzeichen u.a. auch der Zwang zum Kopftuchtragen gehört.
Und es ist für mich nachvollziehbar (auch wenn ich das wie gesagt schon etwas lockerer sehe), dass man in Mitteleuropa (z.B. in F wird diese Frage noch sehr viel harscher behandelt) versucht, nicht den Zwang zum normalen zu erklären sondern die Freiheit und das auch unter Inkaufnahme von Zwang. Man will schlicht und ergreifend den Hardcore-Religiösen die Möglichkeit nehmen, ein zwanghaftes Rollenbild schleichend in einem sehr beeinflussenden Umfeld durchzusetzen, auch wenn die Dame jetzt vielleicht ein unschuldiges Opfer ist.

Grüße
Jürgen

Ich habe nun mittlerweile verstanden, dass es Matthias umd die
Ungerechtigkeit zwischen östlichen und westlichen
Bundesländern bei der Beamtung geht. Nun gut, warum nicht und
hier besteht auch wirklich eine Ungleichheit.

Wenn er aber nun anfängt, dieses als Vorwand zu nehmen, um
ehemaligen Ausländern Rechte abzusprechen, auf welche andere
Deutsche ein Anrecht haben, dann wird daraus Rassismus.

Da biste aber auf dem falschen Dampfer: Er vergleicht, Deutsche, die seit 1990 Bürger der BRD sind und nicht verbeamtet werden mit Neubürgern, die erst 5 jahre Angehöriger der BRD sind und verbeamtet werden sollen.

Und nun erkläre mir bitte: Wenn ein Deutscher, weil er Bütrger der DDR war, nicht verbeamtet wird(quasi per Gesetz), warum sollen dann (und hier spricht er von möglicher Illoyalität/teil des Beamteneides) andere eingebürgerte mit weniger Rechten aus der Vergangenheit verbeamtet werden.

Für mich eine legitime Frage und ganz weit weg von Rassismus. wenn du da allerdings Rassismus daraus machst, dann wirst du Rassismus gegen dich ernten. Das sehe ich als größere Gefahr.

Das

Thema hat hier nichts zu suchen und wurde nur gebracht, weil
er gelesen hat, dass Frau Ludin verbeamtet werden soll UND
auch eine ehemalige Afghanin ist.

Verkürzt falsch dargestellt!!!

Ich hoffe dir ist klar, daß diese offensichtliche und bestehende Ungerechtigkeit erst den Rassismus fördert. Es ist aber kein Rassismus seitens des Posters zu erkennen.

gruss
winkel

Bürger ist Bürger, oder nicht?
Hallo Matthias,

wer die deutsche Staatsbürgerschaft hat, ist vor dem Gesetz Deutscher. Wenn du dann verschiedene Abstufungen und Wertungen vornimmst und sagst, der eine ist ein höherwertiger Staatsbürger als der andere, oder ein minderwertiger Staatsbürger, dann kann man das schon als rassistisch empfinden.

Btw. ist Schul- und Bildungspolitik Ländersache und Frau Ludin würde in Sachsen bsw. nicht besser behandelt werden als ein ostdeutscher Referendar. Sie hat aber nun in Baden-Württemberg ihre Ausbildung gemacht und hier ist es üblich, bei Einstellung nach einer bestimmten Probezeit (und einer weiteren Prüfung) zu verbeamten. Da jetzt eine geringere Legitimität zu unterstellen, weil sie nicht Geburtsdeutsche ist, ist schon - noja… zumindest etwas unfreundlich, neidisch, voreingenommen. Sie mit „irgendwelchen Türken“ (??)zu vergleichen, ist schon ziemlich merkwürdig und zieht als Vergleich nicht. Schließlich hat sie Abitur, einen Abschluss an der Pädagogischen Hochschule, eine erstes und zweites Staatsexamen - und das schaffen noch nichtmal alle muttersprachlichen Deutschen! (Und ihr Deutsch ist sicher auch besser, als das von manch einem „Nationalen“ hier:wink:)

Gruß,

barbara

Hallo Eli,

dass sehe ich im übrigen nicht so. Nicht jede Muslima trägt ein Kopftuch. Und trotzdem kann sie gläubig sein. Als Frau Ludin ihr Kopftuch trug und der ganze Streit hochkochte, gab es ja in Afghanistan noch ein Regime, das zeigte, was alles (auch) Islam sein kann. Meines Wissens war damals auch die (richterliche) Begründung, dass das Tuch eben nicht ein religiöses Symbol sei, sondern ein kulturelles. Zumindest war das Schavans (Kultusministerin von BW) Standpunkt. (ist natürlich argumentativ schon irgendwie auch „Eiertanz“:smile:)

(Nicht nur) für mich ist das Kopftuch in erster Linie ein Symbol der Unterdrückung der Frau. Ich würde mich nicht besonders wohl dabei fühlen, wenn meine Tochter eine Lehrerin hätte, die so ein Kopftuch tragen würde. Da wird in meinen Augen auch ein bestimmtes Frauenbild transportiert, dass ich nicht unterstützen kann. Toleranz hieße dann, es wirklich nur „zu ertragen“, was ich tun würde. Akzeptieren kann ich sowas nicht.

Wer sich als Staatsbeamter in Deutschland anstellen lässt, muss auf die Grundlagen unserer Verfassung schwören. Kann das wirklich ein überzeugter Moslem? Meines Wissens ist der Islam deshalb anders (im Verhältnis zum Staat) zu beurteilen als bsw. das Judentum und das Christentum (die Buddhisten od. ä. ), weil er eine bestimmte Gesellschaftsform will. Er will *weltliche*, politische Veränderungen. Da kann es natürlich zu Konflikten kommen mit einem bsw. demokratischen pluralistischen Staat. Das ist aber etwas, was Frau Ludin mit sich selbst ausmachen muss, da kann ich nicht in ihr Herz schauen. Wer bereit ist, auf unsere Verfassung zu schwören, und damit die westlich-demokratischen Grundrechte anerkennt, der kann von mir aus auch Beamter werden. Dass der Staat da aber ein Wörtchen mitredet, wer ihn vertritt, finde ich sein gutes Recht und das sollte mit Sorgfalt geprüft werden. Ludin kann ja (das tut sie ja mittlerweile auch) jederzeit an eine private Schule gehen.

Ich finde, gerade die Frage des Kopftuches ist nicht einfach damit abzutun mit dem Hinweis tolerant/intolerant. Das hat viel mit dem Verhältnis von Staat und Kirche und Religionsfreiheit und Persönlichkeitsrechten, Gleicheitsgrundsätzen (Mann und Frau)und tun. Manchmal geraten Grundrechte in Konflikt miteinander und es ist nicht immer leicht, dann abzuwägen, welches schwerer wiegt.

beste Grüße,

barbara

Da biste aber auf dem falschen Dampfer: Er vergleicht,
Deutsche, die seit 1990 Bürger der BRD sind und nicht
verbeamtet werden mit Neubürgern, die erst 5 jahre Angehöriger
der BRD sind und verbeamtet werden sollen.

Damit ist er aber auf dem falschen Dampfer, da es hier einen Unterschied zwischen den Bundesländern gibt und ich ging davon aus, aufgrund der von ihm beschriebenen Hintergründe, dass ihm das bekannt ist. Daraus und nicht aus der ausländischen Herkunft ergeben sich die Unterschiede. Dieses aber so darzustellen, nenne ich Rassismus. Denn warum sollte es stören, dass in einem Bundesland jemand andere Rechte hat, als in einem anderen Land nur weil dieser eine andere Herkunft hat? Diesen Zusammenhang verstehe ich nicht und dieses zu machen, nenne ich nach wie vor Rassismus.

Schalom,
Eli

Hallo Juergen.

Ich lasse den Deutschen aber auch nicht pauschal vorwerfen,
dass sie an der z.T. vorhandenen Intergrationsresistenz
alleine schuld sind.

Das habe ich nicht gesagt, aber wenn wir hier ein Problem benennen, dass müssen halt auch wir es lösen und können dieses nun nicht wieder anderen übergeben. Es geht ja gerade um das gemeinsame. Frau Ludin hat ja aus meiner Sicht ihren Schritt getan.

Zu einer erfolgreichen Integration gehören aber grundsätzlich
zwei Seiten. Mir ist auch klar, dass wir weder eine 100%ige
Anpassung fordern können noch sollen (ich würde mich ja auch
nicht in der Türkei 100% anpassen). Aber es gibt hier in
Mitteleuropa hart erkämpfte Werte, die ich niemals akzeptieren
werde, dass sie in Frage gestellt werden. Und ich verlange von
allen, seien es Deutsche, Ausländer, Christen, Muslime…,
dass sie sich an diese Werte halten.

Diese stehen ja auch nicht zum Thema, auch wenn viele dieses als Hintergrund immer mitdenken. Frau Ludin hat diese nie in Frage gestellt und war bereit darauf zu schwören.

Dass dazu sicher nicht eine Entscheidung in Bezug auf ein
Kopftuchtragen gehört, sollte klar sein (auch wenn es das ja
wohl nicht ist). Ich wollte lediglich als Hintergrund die
tatsächlich vorhandenen Probleme eines bestenfalls
mittelalterlich zu nennenden Frauenbilds auch aufgeklärter
Muslime nennen, zu dessem äußerlichen Kennzeichen u.a. auch
der Zwang zum Kopftuchtragen gehört.

Ich dachte, dass zu diesen Werten auch gehört, dass jemand machen kann was er will, solange er nicht die Rechte anderer berührt. Darüber kann man im Falle von Frau Ludin auch reden, was aber selten gemacht wird. Wenn also eine Frau ein Kopftuch tragen will, was haben wir damit zu tun? Und wenn sie es tut, weil er Mann das will - und? Ich beschwere mich ja auch nicht darüber, wenn deine Frau obwohl sie das von sich aus nie tun würde, nur wegen dir Reizwäsche trägt. Wenn also in einer Parnterschaft oder Ehe einer dominiert, denke ich nicht, dass wir dadurch gesellschaftliche Probleme bekommen.

Und es ist für mich nachvollziehbar (auch wenn ich das wie
gesagt schon etwas lockerer sehe), dass man in Mitteleuropa
(z.B. in F wird diese Frage noch sehr viel harscher behandelt)
versucht, nicht den Zwang zum normalen zu erklären sondern die
Freiheit und das auch unter Inkaufnahme von Zwang. Man will
schlicht und ergreifend den Hardcore-Religiösen die
Möglichkeit nehmen, ein zwanghaftes Rollenbild schleichend in
einem sehr beeinflussenden Umfeld durchzusetzen, auch wenn die
Dame jetzt vielleicht ein unschuldiges Opfer ist.

Dieses ist aber ein ganz anderes Theme und muss auch anders behandelt werden. Wir können doch jetzt nicht allen Muslimen etwas verbieten, nur weil wir vor einem Teil Angst haben oder deren Ansichten nicht akzeptieren.

Schalom,
Eli

Hallo Barbara.

dass sehe ich im übrigen nicht so. Nicht jede Muslima trägt
ein Kopftuch. Und trotzdem kann sie gläubig sein.

Und? Müssen jetzt alle Muslime so leben, wie wir uns das vorstellen, wie es sein sollte oder wie wir es noch für akzeptabel halten?

(Nicht nur) für mich ist das Kopftuch in erster Linie ein
Symbol der Unterdrückung der Frau.

Da möchte ich aber betonen, dass dieses nicht am Kopftuch sondern nur an deiner Einstellung dazu liegt.

Da wird in meinen
Augen auch ein bestimmtes Frauenbild transportiert, dass ich
nicht unterstützen kann.

Schule wäre Schule wenn sie dieses thematisieren würde. Damit würde dann nichts im Stillen transportiert oder interpretiert, sondern offen gelehrt und diskutiert und die Schüler können daraus viel lernen.

Akzeptieren kann ich sowas nicht.

Das verstehe ich halt überhaupt nicht. Die Frau ist ja nicht unterdrückt, sondern sie trägt nur ein Kleidungsstück, welches du als Zeichen dafür nimmst. Wieso setzt du hier, dein Vorurteil der Realität gleich? Wirkte Frau Ludin auf dich so, wie du dir eine unterdrückte Frau vorstellst? Gehen unterdrückte Frauen vor Gericht um für ihre Rechte zu kämpfen?

Wer sich als Staatsbeamter in Deutschland anstellen lässt,
muss auf die Grundlagen unserer Verfassung schwören. Kann das
wirklich ein überzeugter Moslem?

Das muss doch der Moslim im Einzelfall beantworten. Wir können ihm das doch nicht abnehmen.

> weil er eine bestimmte Gesellschaftsform will.

DER Islam will das sicherlich nicht.

> Er will *weltliche*, politische Veränderungen.

Was ihn wieder eint mit dem Christenum und dem Judentum. Und gerade das Christentum mischt sich hierzulande ja politisch am meisten ein.

Ludin kann ja jederzeit an eine private Schule gehen.

Ich würde mir aber eine öffentliche Schule wünschen, wo Muslime als Lehre wie auch als Schüler ganz akzeptiert werden und die Schule endlich darauf reagiert, dass sie diese Art von Schülern hat. Wir können einfach nicht weiter so tun, als gebe es diese Menschen in Deutschland nicht.

Ich finde, gerade die Frage des Kopftuches ist nicht einfach
damit abzutun mit dem Hinweis tolerant/intolerant.

Nicht die Frage sondern die Antworten sind hier wichtig. Und diese können durch ihre Wertungen etc. schon intolerant sein. Diese Wertung liegt sicherlich aber auch daran, wie man diese Gesellschaft wahrnimmt. Ob aus Sicht der Mehrheit welche einfach kaum sieht, wie sie domminiert und bestimmte Bilder vorgibt oder aus Sicht einer Minderheit, welche dieses genau erfahrt.

Schalom,
Eli

Extra schönes Sternchen
Danke barbara,

wir sind mal wieder einer Meinung, nur dass du das ausgedrückt hast, wofür ich die ganzen Zeit die rechten Worte nicht gefunden habe :smile:

Nur eins unterschiedet uns:
Ich würde es nicht mal tolerieren sondern würde mein Kind von so einer Frau nicht unterrichten lassen wollen. (btw. ich würde mein Kind auch nicht von katholischen Nonnen unterrichten lassen wollen).

Keiner weiss, was diese Frau mit ihrem Kopftuch nun wohl tatsächlich ausdrücken will, aber anscheinend ist es für sie doch so wichtig, dass sie nicht darauf verzichten möchte.

Ok, kann sie eben nicht Lehrerin werden.

lieben Gruss und fröhliches Packen :smile:
Marion