viel text-andere gesichtspunkte
hallo nina,
einige weitere betrachtungsweisen, nicht(!) aus ernährungswissenschaftlicher sicht:
Rohkost-Extremismus
Spricht man einen Rohkost-Extremisten auf den offensichtlichen Nonsens seiner extremen und fanatischen Lebensgestaltung an, so kontert dieser in der Regel mit Verschwörungstheorien:
Da gibt es die Verschwörung der Nahrungsmittelhersteller, die Verschwörung der Ärzte und Mediziner, die Verschwörung der Arzneimittelhersteller, die Verschwörung der Metzger und Bäcker und so weiter und so fort.
All diese Verschwörungen, die offenbar aufgrund des Einwirkens dunkler Mächte von der Erde Besitz ergriffen haben, bleiben dem „normalen“ Menschen verborgen. Nur die Rohköstler haben diese Verschwörungen durchschaut.
Und weil sie dies durchschaut haben und die Wahrheit über diese Verschwörungen verbreiten, werten sie jede Kritik am praktizierten Extremismus und seinen oft fanatischen Ansprüchen gegen die Welt und den Mitmenschen umgehend als einen Angriff von Seiten der „Verschwörer“.
Einige dieser Verschwörungen, die besonders gravierend sind, müssen schon vor einigen hunderttausend Jahren begonnen haben, denn:
Den Rohkost-Propheten zufolge ist der Mensch nicht an „denaturierte Nahrung“ (= erhitzte, gelagerte/konservierte oder mechanisch zubereitete Nahrung) angepasst.
Und ohne diese Verschwörungen hätte sich der Mensch gar nicht erst von seiner Ur-Natur entfernt, hätte keine Zivilisationen entwickelt, die ja allesamt „unnatürlich“ sind.
Spätestens wenn man die obskure Trennung zwischen der willkürlich und rabiat postulierten Natur-Entwicklung einerseits und der widernatürlichen Zivilisation andererseits hinterfragt, stammeln sich Rohkost-Extremisten, sofern sie überhaupt auf eine solche einfache Frage eingehen, die absurdestes Antworten zusammen.
Was aber macht für einen Menschen den Rückzug auf einen solch exklusiven (oder besser: „isolierten“) Standpunkt so attraktiv?
Die Ernährung, das Essen und Trinken, hat zweifellos eine bedeutende soziale Dimension.
Was wäre also besser geeignet, um eine exklusive soziale Position gegenüber all den anderen Dummköpfen und Schlechtmenschen einzunehmen, als die fanatische Weigerung, sich an den gegebenen Ernährungsformen zu beteiligen?
Überhöht: „Ihr seid dumm oder schlecht – ihr esst und trinkt falsch, ich bin intelligenter und moralischer, ich esse und trinke richtig!“
Dass unsere Esskultur über Fastfood und TV-Dinner, über Chemiezusätze und Industrialisierung an Qualität verloren hat, und dass der Verlust dieser Qualität auch im Hinblick auf Gesundheit und Wohlbefinden negativ zu Buche schlägt, ist unstrittig und bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung mehr.
Ratschläge zu einer gesunden Ernährung mit einem hohen Anteil an Obst und Salaten, frischem Gemüse, wenig Fleischprodukten, etc., und besonders die Forderung nach körperlicher Aktivität im Sport oder bei der Arbeit, gibt es genug. Da wäre es wünschenswert, wenn diese Ratschläge beherzigt würden.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann durch eine Ernährungsumstellung und sportliche Betätigung und körperliche Ertüchtigung so manches Wehwehchen, so manche Befindlichkeitsstörung geheilt werden.
Aber beim Rohkost-Extremismus geht es gar nicht um gesunde Ernährungsformen.
Es geht um extreme Weltanschauungen, die ein „Ernährungs-Dogma“ als Vehikel benutzen, um totalitäre, sektiererische und manchmal sogar faschistoide Ideologien zu transportieren.
Rohkost-Extremismus bedeutet: ausschließlich unbehandelte Nahrung ist gestattet. Da gibt es die unterschiedlichsten Strömungen, vermittels derer der Rohkost-Extremist seine Exklusivitaät auch innerhalb der „großen Rohkost-Bewegung“ dramatisieren kann:
Rohfleisch essende Rohkost-Extremisten, Getreide essende Rohkost-Extremisten und die Veganen Rohkost-Extremisten", die man nicht mit kochenden Vegetariern verwechseln darf…
Jedes Vorzeichen beansprucht dabei für die eigene Ernährungsweise Exklusivität und die jeweils allen anderen überlegene Moral und Technologie.
Dabei bewirken die extremen Rohkost-„Diäten“ keinerlei gesundheitliche Besserstellung gegenüber einer gesunden und ausbalancierten Vollwertkost.
Ganz im Gegenteil.
Der Ernährungs-Extremismus erzeugt erwiesenermaßen Mangelerscheinungen, die sich auf Dauer zu permanenten Krankheitszuständen und deutlichen Störungen der allgemeinen körperlichen und geistigen Verfassung entwickeln können und besonders bei Kindern verheerende Folgen haben können.
Aufgrund dieser einfachen Tatsachen genügt die Ernährungsweise dem Rohkost-Extremisten schon bald auch nicht mehr als Grundlage für seinen Exklusivitäts-Anspruch.
Er weitet diesen auf unterschiedlichste Aspekte der Lebensgestaltung aus, wie z.B. Kleidung, Musik, Religion, Sexualität, Berufsbilder, politische Ansichten, u.s.w. u.s.w.
Wie allen paranoiden Egomanen geht es den Rohkost-Gurus, sofern nicht verantwortungslose Geschäftemacherei im Vordergrund ihrer Aktivitäten zur „Rettung der Menscheit“ steht, um „Einflussnahme“.
Da sie aber offensichtlich unfähig sind, sich in gegebenen Normen und Werten mit Kompetenz und Fähigkeit im alltäglichen Spiel der Kräfte zu entfalten, nehmen sie Zuflucht zu einer Position außerhalb der Gesellschaft, die sie „bekehren“ möchten.
Dort wo sich Menschen um sie scharen, die mit ähnlichen psychologischen oder sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, werden sie zur „Führer-Figur“.
Wie in sektiererischen Kreisen allgemein üblich, besteht die Argumentation der eigenen Überlegenheit zumeist darin, alle anderen ins Unrecht zu setzen und sich „Feindbilder“ zu schaffen – als nützliche Grundlage für eine „Opfer- oder Märtyrer-Dramatisation“, die den Anspruch, der „bessere Mensch“ zu sein auch dann noch stützt, wenn das „Helfer- oder Retter-Syndrom“ sich als unzulänglich herausstellen sollte.
Rohkost-Extremismus beruht auf fantasierten Vorgaben und Behauptungen mit meist religiösem, esoterischem Charakter.
Die Basisbehauptungen, die Prämissen wurden den Gurus offenbart und sind in der Regel nicht nachvollziehbar und prüfbar, sondern setzen schlicht einen „Glauben an…“ voraus.
Die Versprechungen des Rohkost-Extremismus bezüglich der Heilung aller Krankheiten und Lösung aller Probleme (immer vorausgesetzt, man folgt dem jeweiligen Guru ohne Einschränkung), sind UNHALTBAR.
Es darf gesagt werden, dass sie letztendlich BETRÜGERISCH sind, insoweit sie offen oder verdeckt gemacht werden.
Sie sind VERANTWORTUNGSLOS, insoweit sie den Menschen davon abhalten, sich wirklich kompetente Hilfe zu suchen statt an oft schweren Krankheiten selber herumzudoktern.
Nicht nur dass Rohkost-Extremismus unhaltbare Versprechen bezüglich der Heilung und der körperlichen und geistigen Gesundheit des Menschen abgibt – darüber hinaus führt Rohkost-Extremismus mit größter Wahrscheinlichkeit zu dauerhaften Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes.
Von einer „geistigen Klarheit“ oder auch nur einer ausgeglichenen Gemütsverfassung kann angesichts des bei Rohkost-Extremisten andauernden Spannungszustandes zwischen (gesellschaftlicher, menschlicher) Realität einerseits und Utopie andererseits nicht die Rede sein.
So kennzeichnet den Rohkost-Extremisten seine kognitive Dissonanz: die Unfähigkeit, mit Ansichten und Tatsachen, die seinen fanatischen Vorstellungen nicht entsprechen, umzugehen und diese einfach auszublenden, hinwegzuerklären oder hinwegzulügen.
Der Rohkost-Extremist kann mit den Widersprüchlichkeiten seiner Weltanschauung nicht umgehen und weigert sich daher, diese zur Kenntnis zu nehmen.
Wer ihm diese Widersprüche aufzeigt, gehört zu den „Feinden“, die besiegt werden müssen. So wird der Rohkost-Extremist zum erbitterten Feind aller Kritik und jeglichen Anspruchs auf Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit in der Argumentation des Für und Widers seiner Weltanschauung und seines Menschenbildes.
Man kann nun aber zur Relativierung anführen, dass diese Merkmale und Erscheinungen nicht nur auf den Rohkost-Extremismus zutreffen.
In der einen oder anderen Form findet man sie in jeder extremistischen Geisteshaltung, welche die eigene – angeeignete oder aufgeprägte – Weltanschauung und das eigene Menschenbild für die „einzig wahre“ Anschauung hält, und diese Exklusivität gegen jede andere Anschauung vom Menschen und seinem Leben zu verteidigen sucht.
Dies führt bis hin zu dem faschistoiden Verlangen, andere Realitäten, Lebensplanungen und -gestaltungen, andere Ziele und Wünsche real zu vernichten.
Auch hier gibt Rohkostprophet Franz Konz in seinem ausdrücklich formulierten Ziel, die sog. „Schulmedizin“ auszulöschen ein beredtes Beispiel.
Darin ist er an Eindeutigkeit seinem Kollegen Burger sogar noch voraus. Dieser fordert lediglich, die gegebene gesellschaftliche Norm und Moral des Schutzes von Kindern vor Missbrauch und Ausbeutung auszutauschen gegen seine „Moral“ des sexuellen Missbrauchs und der rigorosen Ausbeutung von Kindern und Proselyten.
Und tatsächlich ist Rohkost-Extremismus nur ein Phänomen einer Entwicklung, die unter dem Begriff der „esoterischen Verblödung“ und des „NewAge-Sektierertums“ immer mehr Menschen zumindest besorgt, oft aber auch zornig macht, und genauso oft in schallendes Gelächter ausbrechen lässt und zu bösem Sarkasmus animiert.
zitat ende
quelle: solidinfo
es ist also m.m. nach genauso blösinn, nur rohkost zu essen, wie ausschließlich fett wie bei der atkinsdiät zu sich zu nehmen.
allerdings ist es sicherlich den eltern überlassen, wie sie ihr kind ernähren.
du kannst nämlich nicht nachweisen, ob die kinder mit anderer kost gesünder ausshen würden.
solange sie dich nicht missionieren…
strubbel
Q:open_mouth:)