Hi HHSV,
erstmal: ich finde es klasse, dass du aus deinen alten Verhaltensschemata ausbrechen möchtest und offen bist für eine Therapie!
Welcher Psychologe bzw. welche Form für dich das richtige ist, finde ich schwer zu beurteilen. Zwar ist es m.E. von der Thematik abhängig, aber da bringst du ja gleich mehrere Themen auf den Tisch… 
Die eine Seite der Medaille ist die, dass die Therapieform für den Klienten geeignet sein sollte (d.h., dem einen liegt dies mehr, dem anderen das) und die andere -ganz entscheidend- ist die, dass der größte Therapieerfolg abhängig ist von deiner Sympathie zu dem Therapeuten (60%) und der Rest ist dein Eigenengagement…
Sprich, die Therapieform ist definitiv sekundär…
Dennoch *g* :
Ich denke nicht, dass VT das richtige für dich ist, zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt.
VT erachte ich als eine gute Therapieform für Ängste.
Auch, um neues Verhalten zu erlernen, aber wie Branden bereits schrieb bzw. andeutete, das macht wenig Sinn wenn die Ursachen nicht aufgearbeitet wurden. Oder, anders gesagt, wenn die Problembearbeitung noch in den Kinderschuhen steckt.
Ich denke auch, die tiefenpsychologische Therapie ist nicht die richtige für dich, aus dem Grund, den du selbst benennst:
in alte
Situationen reinversetzen und auch Gefühle wieder importieren.
Was jedoch für mich sehr sehr schwierig ist.
Vor allem gehören die Psychoanalytiker eher zum schweigsamen Volk
weil es in erster Linie um deine Assoziationen geht.
Was für dich m.E. gut wäre, wäre, einen Überbegriff für die Themen zu finden. Meint, all die Themen, die du benennst, in ein Bild packen zu können, so dass Zusammenhänge und Ursachen klar werden.
Ich stelle mir vor, eine Gesprächstherapie wäre hierfür gut geeignet.
Zum einen würden dir Zusammenhänge klar, zum anderen würdest du lernen können, dich zu äußern, was ja anscheinend nötig ist.
- Kann nich über Gefühle reden
- statt zu reden hau ich jedes mal ab
- kann in konfliktsituationen nicht vernünftig artikulieren
Alle Erlebnisse in unserem Leben werden nicht nur im Kopf gespeichert sondern auch im Körper. Vor allem in der Kindheit, während der Geist noch nicht in der Lage ist, Situationen kognitiv zu verarbeiten. Daher bin ich ein großer Verfechter von Körpertherapie: ohne diese Erinnerungen/Blockaden in unserem Körper gelöst zu haben ist m.E. kein wirklicher Wandel in unseren tiefsten Mustern/Strukturen möglich.
Ich kenne viele Menschen, die sagen, Körpertherapie sei ausreichend.
Ich persönlich bin der Überzeugung, dass eine geistige Verarbeitung definitiv auch Bestandteil des Prozesses sein sollte, um ihn ganz und gar, sprich, in allen Bereichen abschließen zu können.
(Hierzu vielleicht die Anmerkung, dass wir uns von unserem „alten Zeug“ nie zu 100% lösen können werden. Was aus meiner Erfahrung heraus jedoch möglich ist, ist ein konstruktiver Umgang mit alten Mustern, so dass sie einem nicht mehr im Wege stehen oder zur Last liegen)
Was ich dir raten möchte:
Bediene die Suchmaschine nach Therapeuten in deiner Stadt. Schau dir ihre homepage an und das, was sie schreiben.
Und die/der, die/der dir sympathisch ist, die/der dich anspricht, da gehe hin!
Wie gesagt, Therapieerfolg hängt am allerwenigsten von der Therapieform ab sondern von dir und der Sympathie zum Therapeuten!
Was mir persönlich auch viel geholfen hat war das Lesen von Sachbüchern zu entsprechenden Themen.
Wenn ich dein posting lese, habe ich den Eindruck, du kannst gut analysieren. Vielleicht wären Sachbücher dir auch eine Hilfe?!
Deine Themen lesen sich z.T. auch so, als sei dein Selbstbewusstsein nicht das Beste…
- extrem niedrige Reizschwelle
- kann gut austeilen aber nicht einstecken (verbal)
Das ist mit der Vergangenheit kein Wunder
aber m.E. auch ein Thema, das du angehen solltest, willst du aus den Mustern ausbrechen.
Alles in allem hört es sich so an, dass du einen schweren Weg vor dir hast.
Aber ich garantiere dir hiermit aus meiner eigenen Erfahrung, dass es definitiv die Chance gibt, diese Sch*** hinter sich zu lassen!
Hört sich abgedroschen an, aber ich meine es ernst:
Bleib tapfer und verliere nie den Mut! 
Liebe Grüße,
jeanne