Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologischether

Moin Moin

ich hab da mal ein anliegen, ich bin seit ein paar wochen beim Psychologen in behandlung (tiefenpsychologe).

Jedoch sagte er mir das es für mich vlt besser wäre einen Verhaltenstherapeuten aufzusuchen.

Meine Probleme sind (kurzfassung)

  • extrem niedrige Reizschwelle
  • Mein Vater war (ist) alkoholiker hat in meiner Kindheit meine
    Mutter und Schwester geschlagen (mich nie)
  • schwer für etwas zu begeistern,
  • neige zu verhaltensmuster meines vaters jedoch ohne zu schlagen aber ich werd doch manchmal recht grob zu meiner Freundin
  • Kann nich über Gefühle reden
  • kann in konfliktsituationen nicht vernünftig artikulieren
  • statt zu reden hau ich jedes mal ab
  • kann gut austeilen aber nicht einstecken (verbal)
  • usw

jetzt meine eigentliche Frage.
wäre es nicht sinnvoller ne tiefenpsychologische Therapie zu machen wo man den dingen auf den grund geht und versucht dadurch die probleme zu lösen.
jedoch muss man sich ja bei der Tiefenpsych. in alte Situationen reinversetzen und auch Gefühle wieder importieren.
Was jedoch für mich sehr sehr schwierig ist.

Bei der Verhaltenstherapie (man möge mir verzeihen) würd doch eigentlich nur das verhalten umprogrammiert ohne jedoch das problem genau zu analysieren.

kann das dann nicht dazu führen das man später wieder in alte verhaltensmuster verfällt.

was wäre nun das richtige für mich.

vielen Dank für die netten antworten

Moin Moin

Auch schönen Moin!

ich hab da mal ein anliegen, ich bin seit ein paar wochen beim
Psychologen in behandlung (tiefenpsychologe).

Na, wird wohl eher n Psychotherapeutb sein. :wink:

Jedoch sagte er mir das es für mich vlt besser wäre einen
Verhaltenstherapeuten aufzusuchen.

Chapeau vor dem Kollegen. Ist ne ehrliche Haut.
Aber ich mache das auch zuweilen, dass ich dem Patienten die „andere“ Methode empfehle.

  • Kann nich über Gefühle reden
  • kann in konfliktsituationen nicht vernünftig artikulieren
  • statt zu reden hau ich jedes mal ab

Das zumindest wäre schonmal ein Hinweis, dass vielleicht Verhaltenstherapie eher bei dir greift als die gesprächsorientierte tiefenpsychologische Methode.

jetzt meine eigentliche Frage.
wäre es nicht sinnvoller ne tiefenpsychologische Therapie zu
machen wo man den dingen auf den grund geht und versucht
dadurch die probleme zu lösen.

Im Grunde ja, aber es ist nicht für jedermann das beste. Wenn du deine Gefühle nicht verwörtern kannst, bleibst du u.U. nur mit schweigsamen Sitzungen hängen.

jedoch muss man sich ja bei der Tiefenpsych. in alte
Situationen reinversetzen und auch Gefühle wieder importieren.
Was jedoch für mich sehr sehr schwierig ist.

Nicht nur in alte Situationen, sondern auch in aktuelle.

Bei der Verhaltenstherapie (man möge mir verzeihen) würd doch
eigentlich nur das verhalten umprogrammiert ohne jedoch das
problem genau zu analysieren.

Naja, wir sind ja keine Computer. Umprogrammiert wird so schnell nix. Es wird halt mehr übers Kognitive, übes Bewusstsein gearbeitet als übers Unbewusste. Das ist der wesentliche Unterschied.

kann das dann nicht dazu führen das man später wieder in alte
verhaltensmuster verfällt.

Eher passiert es, dass neue Symptome statt der alten auftauchen.

was wäre nun das richtige für mich.

Versuch doch mal ne Verhaltenstherapie. Schadet selten was.
Gruß,
Branden

Hi HHSV,

erstmal: ich finde es klasse, dass du aus deinen alten Verhaltensschemata ausbrechen möchtest und offen bist für eine Therapie!

Welcher Psychologe bzw. welche Form für dich das richtige ist, finde ich schwer zu beurteilen. Zwar ist es m.E. von der Thematik abhängig, aber da bringst du ja gleich mehrere Themen auf den Tisch… :wink:
Die eine Seite der Medaille ist die, dass die Therapieform für den Klienten geeignet sein sollte (d.h., dem einen liegt dies mehr, dem anderen das) und die andere -ganz entscheidend- ist die, dass der größte Therapieerfolg abhängig ist von deiner Sympathie zu dem Therapeuten (60%) und der Rest ist dein Eigenengagement…
Sprich, die Therapieform ist definitiv sekundär…

Dennoch *g* :
Ich denke nicht, dass VT das richtige für dich ist, zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt.
VT erachte ich als eine gute Therapieform für Ängste.
Auch, um neues Verhalten zu erlernen, aber wie Branden bereits schrieb bzw. andeutete, das macht wenig Sinn wenn die Ursachen nicht aufgearbeitet wurden. Oder, anders gesagt, wenn die Problembearbeitung noch in den Kinderschuhen steckt.

Ich denke auch, die tiefenpsychologische Therapie ist nicht die richtige für dich, aus dem Grund, den du selbst benennst:

in alte
Situationen reinversetzen und auch Gefühle wieder importieren.
Was jedoch für mich sehr sehr schwierig ist.

Vor allem gehören die Psychoanalytiker eher zum schweigsamen Volk :wink: weil es in erster Linie um deine Assoziationen geht.

Was für dich m.E. gut wäre, wäre, einen Überbegriff für die Themen zu finden. Meint, all die Themen, die du benennst, in ein Bild packen zu können, so dass Zusammenhänge und Ursachen klar werden.

Ich stelle mir vor, eine Gesprächstherapie wäre hierfür gut geeignet.
Zum einen würden dir Zusammenhänge klar, zum anderen würdest du lernen können, dich zu äußern, was ja anscheinend nötig ist.

  • Kann nich über Gefühle reden
  • statt zu reden hau ich jedes mal ab
  • kann in konfliktsituationen nicht vernünftig artikulieren

Alle Erlebnisse in unserem Leben werden nicht nur im Kopf gespeichert sondern auch im Körper. Vor allem in der Kindheit, während der Geist noch nicht in der Lage ist, Situationen kognitiv zu verarbeiten. Daher bin ich ein großer Verfechter von Körpertherapie: ohne diese Erinnerungen/Blockaden in unserem Körper gelöst zu haben ist m.E. kein wirklicher Wandel in unseren tiefsten Mustern/Strukturen möglich.
Ich kenne viele Menschen, die sagen, Körpertherapie sei ausreichend.
Ich persönlich bin der Überzeugung, dass eine geistige Verarbeitung definitiv auch Bestandteil des Prozesses sein sollte, um ihn ganz und gar, sprich, in allen Bereichen abschließen zu können.
(Hierzu vielleicht die Anmerkung, dass wir uns von unserem „alten Zeug“ nie zu 100% lösen können werden. Was aus meiner Erfahrung heraus jedoch möglich ist, ist ein konstruktiver Umgang mit alten Mustern, so dass sie einem nicht mehr im Wege stehen oder zur Last liegen)

Was ich dir raten möchte:
Bediene die Suchmaschine nach Therapeuten in deiner Stadt. Schau dir ihre homepage an und das, was sie schreiben.
Und die/der, die/der dir sympathisch ist, die/der dich anspricht, da gehe hin!
Wie gesagt, Therapieerfolg hängt am allerwenigsten von der Therapieform ab sondern von dir und der Sympathie zum Therapeuten!

Was mir persönlich auch viel geholfen hat war das Lesen von Sachbüchern zu entsprechenden Themen.
Wenn ich dein posting lese, habe ich den Eindruck, du kannst gut analysieren. Vielleicht wären Sachbücher dir auch eine Hilfe?!

Deine Themen lesen sich z.T. auch so, als sei dein Selbstbewusstsein nicht das Beste…

  • extrem niedrige Reizschwelle
  • kann gut austeilen aber nicht einstecken (verbal)

Das ist mit der Vergangenheit kein Wunder :wink: aber m.E. auch ein Thema, das du angehen solltest, willst du aus den Mustern ausbrechen.

Alles in allem hört es sich so an, dass du einen schweren Weg vor dir hast.
Aber ich garantiere dir hiermit aus meiner eigenen Erfahrung, dass es definitiv die Chance gibt, diese Sch*** hinter sich zu lassen!

Hört sich abgedroschen an, aber ich meine es ernst:
Bleib tapfer und verliere nie den Mut! :smile:

Liebe Grüße,
jeanne

Hi Jeanne,

dass der größte Therapieerfolg abhängig ist von deiner
Sympathie zu dem Therapeuten (60%)

Das ist eine sehr fragwürdige Aussage. Ich möchte sogar eher im Gegenteil behauptet, dass es wichtig ist, eine gewisse Distanz zu dem Therapeuten zu bewahren

und der Rest ist dein Eigenengagement…

Bereitschaft ist die wichtigste Voraussetzung. Es gibt psychische Erkrankungen, da dauert es lange, bis von einem Klienten/Patienten „Engagement“ erwartet werden kann.

Sprich, die Therapieform ist definitiv sekundär…

Naja, das ist ja wohl ein Witz.

Gruß,

Anja

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Deine Sicht vom Wesen der Verhaltenstherapie: bloße ‚Umprogrammierung‘ des zum geistlosen ‚Roboter‘ degradierten Mensch - finde ich sehr zutreffend. Was mich wundert ist, dass dieser Rat, Du sollest es besser mal damit probieren, von einem angeblichen Tiefenpsychologen ausgesprochen wurde. Wie hat er ihn denn begründet?

Deinem Post glaube ich entnehmen zu können: er ist frustriert von der erwähnten Schwierigkeit, Deine Gefühle zu artikulieren… d.h. mit seinem Latein am Ende…

obwohl das geannte Problem ja ein Teil eben der Problematik ist, wegen der Du Dich an ihn gewendet hast, und die Du mit Recht ursachen-diagnostisch geklärt haben möchtest: Allein eigene Klarheit, und zwar auf volle Eigene Gefahr und Verantwortung, anhand einer Punkt für Punkt nachvollziehbaren, naturwissenschaftlich fundierten Diagnose, kann es ermöglichen, tatsächlich „heilsame“ Änderungen des sonst weiterhin krank(machend)en Denkens und Verhaltens vorzunehmen. Ohne das kann man sich gleich an die Religion wenden um aufs Heil nach dem Tode zu hoffen… und sonst an den Verhaltenstherapeuten…

Woraus bestehen Eure momentanen Sitzungen,
bzw. nach welcher Methode wird gearbeitet?

„Reine Gesprächsanalyse“? - das würde ich allerdings anhand des schlechten Dir erteilten Rats vermuten…

Oder untersucht ihr auch - wie ich ernstlich also kaum annehme - Deine Träume? Geht es vor allem um die Erforschung dieser symblischen Botschaften des „Tiefsten“, dann ist zwar das häufige Problem, sein Gefühlsleben kaum artikulieren zu können, nicht verschwunden, man hängt jedoch nicht derart ‚in der Luft‘ wie es während der bloß gesprächs-analytischen Sitzungen immer wieder der Fall ist.

Letztere können nur das thematisieren, was einem ohnehin mehr oder weniger vollbewusst ist… Im Gegensatz dazu geht es in den Träumen von Grund auf um jene Emotionen/ Wünsche; angeborenen Bedürfnisse) des ES, die meisst ab der frühesten Kindheit derart von schlechten Erfahrungen traumatisiert wurden, dass sie das ICH entweder gar nicht erreichen („Verdrängungs“-Phänomen) oder nur in Verbindung mit einem mehr oder weniger schwerem Unbehagen. Das kriegst man selbstverständlich auch in der Gesprächsanalyse zu spüren (oder beim Beichtvater), nur fehlen in solchen Sitzungen eben die klaren Hinweise ihrer Herkunft; erst von den Träumen werden sie geboten…

Schreibe mal bitte, was Du denkst bei diesem Versuch zur Beantwortung Deiner Frage - hast Du weiterführende Fragen, etwas zu ergänzen oder einzuwenden?

Wolfo

Hi Wolfo
IM Laufe der Zeit und jetzt hier einmal mehr gewinne ich zunehmend den Eindruck, dass du kaum bis nie die Postings der anderen User auf eine Fragestellung hier liest, sondern eigentlich nur unermüdlich und ein wenig autistisch in deinem Sud köchelst.
Grundsätzlich sind wir ja nicht einmal weit auseinander, denn die Traumdeutung ist eines meiner „Hauptgeschäfte“ in meiner täglichen Praxis - ich würde aber nicht (mehr) darauf kommen, das tiefenpsychologische Verfahren allgemein und die Traumdeutung insbesondere als das non plus ultra für j e d e n Menschen als die einzig selig macende Methode anzupreisen.
Gruß,
Branden

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Erstmal danke für die antworten auch wenn sie mich bis jetzt kein stück schlauer gemacht haben in welche richtung ich meine therapieform fortsetzen soll.

@ Wolfo sorry aber es geht hier nicht um meine träume oder so die ich deuten lassen möchte es geht um die realität in der es mir zuschaffen macht.
ich weiß nun nicht was das damit zu tun hat aber vlt irre ich ja aber ich soll mich nicht in meine träume reinversetzen sondern in vergangene Erlebnisse und das wieder aufleben mit emotionen und gefühlen und so.

das ist halt mein problem das ich da (noch) nicht (vlt nie) in der lage bin diese gefühle und emotionen zu importieren.

jedoch bei der verhaltenstherapie interessiert mich ob es halt nur oberflächlich behandelt???

jedoch ist es da dann aber so das ich sehr ungern von alleine erzähle und statt dessen immer nur die fragen beantworte und dann schweige denkr das nicht leicht für den therapeuten dann mit mir zu arbeiten

naja wie es sei es geht mir mehr darum endlich so in die richtige richtung zu kommen als mich ständig nur im kreis zu drehen weil die therapieform oder was auch immer nicht stimmt.

gibt es denn eigentlich nur die Verhaltenstherapie und die Tiefenpsychologische oder gibt es noch mehr ???
nicht das mich mein Verhaltenstherapeut dann wieder weiter schickt sollte ich eine VT machen

ich für mich sehe mich eigentlich eher in der Tiefepsychologischentherapie besser aufgehoben vlt aber auch nicht weil man halt ganz unten anfängt um alles aufzuarbeiten
bin aber nicht abgeneigt von der VT.

wäre schön wenn mir einige von euch nen kleinen stups in die richtige richtung geben könnten.

vielen dank

Lieber Branden!

Unter „authistisch“ verstehe ich eine Art angeborene Nervenkrankeit, die es den Betroffenen - bei sonst intakten 6 Sinnen - verwehrt, sinnvoll auf beliebige Äußerungen ihrer Mitmenschen zu reagieren; so weit sind wir wahrscheinlich einer Meinung. Wie aber kommst Du auf Deine Diagnose, in mir einen minderschweren Fall dieser Art vorliegen zu haben? Immerhin teile ich nicht nur HHSV1887’s Bedenken bezüglich der ihm von seinem angeblichen Tiefenpsychologen empfohlenen Verhaltenstherapie, bzw. bejate seine Frage, sondern stellte noch eine Art Definition dessen , was unter „eigentlicher TIEFEN-Psychologie“ zu verstehen sein müsste, zur Diskussion, damit er sich seinerseits kritisch dazu äußere.

Dass meine Sichtweise vom psychologischen Mainstream allgemein abweicht und speziell auch mit Deinem werten Standpunkt nicht (mehr) zu vereinbaren ist, hast Du mir schon in Deiner Stellungnahme auf eines der ersten meiner Postings zu bedenken gegeben. Dass wir uns damals nicht einigen konnten, fand ich schade, heute aber wundert mich ein wenig, von Dir als ein wenig krank bezeichnet zu werden, ohne dafür eine andere Begründung erhalten zu haben als die mir lange bekannte Tatsache, dass Du „nicht (mehr) darauf kommen (würdest), die Traumanalyse“ als fundiertes diagnostisches Instrument und Therapiemethode zu empfehlen. Wenn Du ein echtes Argument, das dagegen spricht, findest, reiche es gerne nach, ansonsten nimm es bitte nicht persönlich, dass ich Freuds „Königweg in das Unbewusste“ weder Dir noch pauschal j e d e m Menschen empfehlen kann.

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Hallo,

naja, ein Königsweg muss ja nicht der einzige Weg sein, auch andere Wege dürfen begangen werden - ansonsten wird die Weltsicht enger*. Als Nichtfachperson kann ich Brandens Sicht nachvollziehen und hoffe, es jetzt nicht noch differenziert fachmännisch erläutern zu müssen. „Autistisch“ ist wohl eher als „Tendenz“ gemeint und als Charakterzug / -ausrichtung.

*Eine sehr praktische Methode, den Königsweg zu „kennen“ und sich auf diese Weise die Welt zu vereinfachen. Praktisch, gut zu verteidigen (einen (von einem anerkannten „König“, Freud) bestätigten / ernannten König wird niemand ungestraft angreifen. Wer rüttelt denn da an seinem Throne?!?) Eine gute Position, die Du Dir da ausgesucht hast. Zweifler müssen da nicht anerkannt werden.

Das soll keine Kritik am „restlichen“ Artikel sein, die Gedanken konnte ich nachvollziehen. Trotzdem hat jeder seinen eigenen „Königsweg“, den man so einfach von „außen“ erstmal garnicht festlegen kann.

Gruß,
A.

Hallo!

Deine Sicht vom Wesen der Verhaltenstherapie: bloße
‚Umprogrammierung‘ des zum geistlosen ‚Roboter‘ degradierten
Mensch - finde ich sehr zutreffend.

Das beweist, dass Du keine Ahnung hast worüber Du hier schreibst.

Was mich wundert ist, dass
dieser Rat, Du sollest es besser mal damit probieren, von
einem angeblichen Tiefenpsychologen ausgesprochen wurde. Wie
hat er ihn denn begründet?

Deinem Post glaube ich entnehmen zu können: er ist frustriert
von der erwähnten Schwierigkeit, Deine Gefühle zu
artikulieren… d.h. mit seinem Latein am Ende…

Schön, dass Du auf Fernsiagnosen - gleich auch in Bezug auf den behandelnden Therapeuten - spezialisiert bist. Indes fürchte ich, solch falsches Urteil könnte von Zeit zu Zeit auch Schaden hervorrufen. Dumm nur, wenn man kein Verantwortungsgefühl diesbezüglich kennt.

obwohl das geannte Problem ja ein Teil eben der Problematik
ist, wegen der Du Dich an ihn gewendet hast, und die Du mit
Recht ursachen-diagnostisch geklärt haben möchtest: Allein
eigene Klarheit, und zwar auf volle Eigene Gefahr und
Verantwortung, anhand einer Punkt für Punkt nachvollziehbaren,
naturwissenschaftlich fundierten Diagnose, kann es
ermöglichen, tatsächlich „heilsame“ Änderungen des sonst
weiterhin krank(machend)en Denkens und Verhaltens vorzunehmen.

Wie soll die naturwissenschaftlich fundierte Diagnose denn aussehen? Das täte mich jetzt wirklich interessieren. Ich als Naturwissenschaftler kenne the „State of Art“ in der Traumforschung. Das, was Du hier so von Dir gibst lässt mich aber erahnen, dass das soviel mit Naturwissenschaften zu tun hat wie Dieter Bohlen mt klassischer Musik.

Ohne das kann man sich gleich an die Religion wenden um aufs
Heil nach dem Tode zu hoffen… und sonst an den
Verhaltenstherapeuten…

Naja, was hiernach kam lohnt nun wirklich nicht, als dass ich es noch weiter kommentiere - einfach gräußlich.

Besten Gruß
Patrick

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Hi

„Autistisch“ ist wohl eher
als „Tendenz“ gemeint und als Charakterzug / -ausrichtung.

Genauso ist es. Du hast meine Formulierung im Gegensatz zu Wolfo richtig verstanden. Im Grunde war es auch leicht, es richtig zu verstehen. Es war eigentlich klar, dass es nicht als Diagnose oder Krankheit gemeint war.

*Eine sehr praktische Methode, den Königsweg zu „kennen“ und
sich auf diese Weise die Welt zu vereinfachen.

Ich fürchte, es ist weitaus schlimmer. Ich beschäftige mich seit 1970 mit Träumen und Traumdeutung und habe einiges darüer publiziert. Zudem ist 3es mein Fachgebiet. Bei Wlfo habe ich eher den Eindruck, dass er sich als Laienanalytiker betätigt.
Gruß,
Branden

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Wie soll die naturwissenschaftlich fundierte Diagnose denn aussehen? Das täte mich jetzt wirklich interessieren. Ich als Naturwissenschaftler kenne the „State of Art“ in der Traumforschung. Das, was Du hier so von Dir gibst lässt mich aber erahnen, dass das soviel mit Naturwissenschaften zu tun hat wie Dieter Bohlen mt klassischer Musik.

Du scheinst auch eine kleine Schwäche für Ferndiagnosen zu haben, nicht wahr? Wie auch immer… als Naturwissenschaftler müsstest Du jedemfalls geradezu erpicht darauf sein, Dir Deine aus dem Bisherigen plausibel scheinende Hypothese zu entkräften um sie wo machbar durch eine hieb- und stichfestere zu ersetzen. Dass dies nicht unbedingt zugunsten Deines Forschungsobjekts ausfallen braucht und schon gar nicht soll, muß es Dir als ausgefeilter Naturwissenschaftler nicht noch mal extra sagen; damit Du aber nicht aus den Augen verlierst, was von Dir angeregt wurde: Du hast hast oben eine Frage gestellt und Dein Gegenüber hat darauf als 1. Schritt vor vielleicht weiteren mit einer versuchsweisen Definition seines Verständnis’ von „naturwissenschaftliche“ Vorgehensweise reagiert - nun möchte es seinerseits gerne erfahren, mit wem oder was er es am anderen Ende der langen Leitung zu tun hat. Also: Hast Du irgendwelche grundsätzlichen Bedenken gegen die Definition anzumelden, Fragen oder Anmerkungen zu hinterlegen, die das Gesagte eventuell ergänzen oder untergraben?

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naja, ein Königsweg muss ja nicht der einzige Weg sein, auch andere Wege dürfen begangen werden… Als Nichtfachperson kann ich … es jetzt nicht noch differenziert fachmännisch erläutern…

Braucht die Nichtfachperson auch nicht machen, da die Logik ihrer zwei Aussagen für sich selbst spricht. Vielleicht sucht sie aber bei Gelegenheit die Passage aus meinem Post heraus, wo solch Unsinn, dass ein Königsweg der einzig erlaubtermaßen begehbare Weg wäre oder sein dürfe, formuliert wurde, damit der Eindruck als inkompetente Nichtfachperson ein Gespräch mit sich selbst zu führen entkräftet werde?

„Autistisch“ ist wohl eher als „Tendenz“ gemeint und als Charakterzug / -ausrichtung.

Ich fürchte, so ist es voll und ganz gemeint, sofern man nicht versäumt das kleine vorangesetze „ein wenig“ mitzulesen…

Wer rüttelt denn da an seinem Throne?!?) Eine gute Position, die Du Dir da ausgesucht hast. Zweifler müssen da nicht anerkannt werden.

Das macht er davon bedingt, welche Argumente sie ihm liefern, und vor allem: ob überhaupt. Bloßes Behaupten von charakterliche Schwächen, mit nichts sonst als Zutat, dass man selbst auf solche „Idee“ nicht (mehr) kommt/ sie als vielfacher Bücherpublizist längst überwunden hat), ist kein themenbezogenes Argument sondern deutet lediglich auf Discreditationsversuche hin.

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Hallo!

Also: Hast Du irgendwelche grundsätzlichen Bedenken gegen die
Definition anzumelden, Fragen oder Anmerkungen zu hinterlegen,
die das Gesagte eventuell ergänzen oder untergraben?

Ich habe gegen Deine Definition keinerlei Bedenken anzumelden und finde sie ohnehin uninteressant.

Zwei Dinge stören mich allein:

  1. Deine Äußerungen gegen die Verhaltenstherapie. Damit versuchst Du die in der Brettbeschreibung geschilderten „Verhaltensmaßregeln“ zu unterminieren.

  2. Dass Deine Vika, Dein Verhalten hier und Deine Antwort suggerieren, als wolltest Du sämtliche Probleme mittels Traumanalyse heilen - das Patentrezept schlechthin. Der Ursprungsposter wollte wissen, ob Analyse oder VT - nichts weiter. Wie kommst Du jetzt drauf, hier Träume - was erstens nicht gefragt war und zweitens nur leidlich in das Brett hier passt - analysieren zu wollen? Bietest Du das online gegen Geld an?

Besten Gruß
Patrick

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Hallo!

Bei der Verhaltenstherapie (man möge mir verzeihen) würd doch
eigentlich nur das verhalten umprogrammiert ohne jedoch das
problem genau zu analysieren.

Das ist so eigentlich nicht richtig - auch in der VT wird vor allem der Dialog mit dem Patienten gesucht und es werden die Schwächen im Verhalten und Denken des Patienten gemeinsam analysiert.

So wird ihm die Möglichkeit gegeben, dass Verhalten und das Denken zu ändern.

Oftmals ist es - gerade wenn das Denken extrem einseitig funktioniert - wichtig, dies zu erörtern und gemeinsam zu lösen. Beck z.B. nennt dies negative Schemata, welche z.B. dazu führen, dass man angesichts verschiedener Ereignisse immer nur die negativen Aspekte wahrnimmt.

Um dies zu lösen ist es wichtig, dass der Patient dies sieht und zusätzlich andere Alternativen aufgezeigt bekommt.

Was ich an der VT sehr gut finde, ist dass dem Patienten konkrete Handlungsoptionen an die Hand gegeben werden, mittels derer er selbstständig entscheiden kann.

Das Problem wird dabei wie gesagt sehr wohl analysiert - nur eben nicht, wie das Problem entstanden ist. Hier ist die Haltung der VT eher, dass dies nebensächlich ist - und meiner Meinung nach liegt hier der größte Unterschied zur Psychoanalyse.

Ein guter Psychotherapeut wird aber Elemente aus beiden Richtungen in seine Therapie mit einfließen lassen. Der Vorteil einer Analyse ist - wenn sie einmal durch die KV genehmigt worden ist - dass sie über sehr viele Sitzungen geht. Die VT ist i.d.R. wesentlich eher abgeschlossen.

Lieben Gruß
Patrick

Guten Tag,

inwiefern bist Du, Wolfo, denn Fachperson?
Es kam für mich einfach so rüber, als ob Du die Traumdeutung als „den“ Weg ansiehst und alle anderen Möglichkeiten dagegen „abfallen“.

Gruß
A.

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Bester Patrick,

Zwei Dinge stören mich allein (…) Dass …, Dein Verhalten hier suggerier(t), als wolltest Du sämtliche Probleme mittels Traumanalyse heilen - das Patentrezept schlechthin. Der Ursprungsposter wollte wissen, ob Analyse oder VT - nichts weiter. Wie kommst Du (…) drauf, hier Träume - was erstens nicht gefragt war und zweitens nur leidlich in das Brett hier passt - analysieren zu wollen?

Wenn sich jemand über Tiefenpsychologie, Analyse usw. informieren oder austauschen möchte, gehört da die Traumanalyse mit zum Thema, u.z. ganz besonders. Dass Du und andere es offensichtlich nicht so sehen, Eure Perspektiven mit Begriffen wie „einfach grauslig“ und „ein wenig authistisch“ polemisch würzend, finde ich an sich verständlich. - Sehr andere Erfahrungen bedingen sehr oft sehr andere Verhaltensmuster…

Bietest Du das online gegen Geld an?

Selbstverständlich nicht! Mich interessiert der themenbezogene Austausch und erachte ich es darum als alleinigen Wert, mit jemandem ins Gespräch zu kommen, der versteht sich kritisch auseinanderzusetzen. Findet er Ungereimtheiten in meiner momentanen Sicht der Dinge, sie argumentativ verbessernd oder ganz verwerfend - um so besser.

Deine Äußerungen gegen die Verhaltenstherapie. Damit versuchst Du die in der Brettbeschreibung geschilderten „Verhaltensmaßregeln“ zu unterminieren.

Das interpretierst Du durch die Brille Deiner Erfahrungen. Meine Absicht ist auf keinem Fall, Priester und Verhaltenstherapeuten oder überhaupt irgendwen verächtlich zu machen, noch werde ich mich auf solch Niveau begeben. Ich habe lediglich den vom abschlägigen Gefühl des „Umprogrammiert werden sollens“ begleiteten Eindruck des Fragestellers bekräftigt, dass es in der Verhaltenstherapie schwerpunktmäßig nicht - und zwar oft ausdrücklich nicht - um die Klärung der Ursachen eben jener Probleme geht, derend wegen sie kunsultiert wird. Wer dran glaubt, werde seelig - aber damit wiederhole ich mich… während Du Dich darin wiederholst, dies Gespräch ohne ein Argument dafür zu lassen, inwiefern meine Bekräftigung ein Beweis dafür sei, dass ich keine Ahnung hätte worum es hier ginge.

Wie soll die naturwissenschaftlich fundierte Diagnose denn aussehen? Das täte mich jetzt wirklich interessieren.

Ich habe gegen Deine Definition keinerlei Bedenken anzumelden und finde sie ohnehin uninteressant.

Gut mein Lieber; dann wäre wir also hinsichtlich Dieter B. und der Naturwissenschaft einer Meinung.

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es kam für mich einfach so rüber, als ob Du die Traumdeutung als „den“ Weg ansiehst und alle anderen Möglichkeiten dagegen „abfallen“.

Guten Tag Dir auch, Anwärter!

Ja, das war auch Absicht es so rüberkommen zu lassen. Meiner Meinung nach hat es Vorteile beim Versuch der Klärung beliebiger Probleme, seinen Standpunkt möglichst deutlich herauszukristallisieren, ganz unabhängig davon zunächst, wie wahr oder falsch er sei.

Manche Sichtweisen haben dann den unbeabsichtigten Effekt, die Summe der Diskussionsteilnehmer in zwei Parteien mit scheinbar unüberbrückbarer Kluft zwischen sich zu polarisieren; der Graben zeigt sich an ihren Argumenten, Fragen, Erwiderungen…

Du fragst, inwiefern ich ein Fachmann sei? Ich fände es anmaßend sich dazu selbstzuernennen bzw. auf seine langen Erfahrungen, Meisterbriefe, akademische Titel ect. ff zu berufen. Wer das tut in einer Diskussion etwa über das psychische Leiden, der liefert damit keine inhaltsbezogenen Argumente (für oder wider wie es zu beheben w#re ) - er strebt eher nur darnach, die Menschen aktiv in zwei Schubfächer ‚Profis $ Laien‘ einzusortieren, und das trägt zur Lösung des Problems nichts bei - im Gegenteil! Übrigens glaube ich, dass die Leute links vom Graben auch nicht besser sind als die anderen…

Hallo,

ich kann gut nachvollziehen, dass Dich das ins Grübeln bringt. Ich könnte es mir ziemlich gewinnbringend vorstellen, wenn Du in der nächsten Therapiestunde Deinen jetzigen Therapeuten nochmal darauf ansprichst und ihn fragst und Deine Bedenken mit ihm besprichst.
Er hat Dich ja in der Therapie erlebt und kann sich darauf beziehen. Und wenn Du danach zu dem Schluss kommst, dass Du doch bei der Tiefenpsychologie bleiben möchtest, dann hat Euch vielleicht das Gespräch darüber weiter gebracht - oder Du kannst auch (evtl. durchaus mit ihm gemeinsam) überlegen, ob ein Therapeutenwechsel Dir weiterhelfen könnte.

Ich finde wie Branden, dass es ein gutes Zeichen ist, dass ein Therapeut auch darüber nachdenken kann, dass für einen Menschen eine andere Therapieform oder ein anderer Therapeut das beste sein könnte.

Viele Grüße,

Jule

Hallo Anja,

ach, wie ich es liebe, wenn jetzt sogar die Leute, von deren Artikel ich bislang viel gehalten habe, nicht mehr in der Lage zur sachlichen Rückmeldung sind sondern meinen, gleich beleidigend werden zu müssen…

Sprich, die Therapieform ist definitiv sekundär…

Naja, das ist ja wohl ein Witz.

In dem Kontext, in dem ich das schrieb, ist es kein Witz.
Falls du es nicht verstanden hast, hier noch mal im Klartext, was meine Aussage beinhaltet:
Nicht jede Therapieform ist für jeden gleich geeignet. Der eine kommt mit einer Therpieform sehr gut klar und für sich weiter, während der andere überhaupt nichts damit anfangen kann.
Sprich, es kommt ja wohl in erster Linie darauf an, dass die Therapieform einen anspricht.

Und weiterhin implizierte meine Aussage folgenden Aspekt:

dass der größte Therapieerfolg abhängig ist von deiner
Sympathie zu dem Therapeuten (60%)

Das ist eine sehr fragwürdige Aussage. Ich möchte sogar eher
im Gegenteil behauptet, dass es wichtig ist, eine gewisse
Distanz zu dem Therapeuten zu bewahren

Sorry, Anja, aber du irrst mit deiner Infragestellung!
Grundvoraussetzung für einen Therapieerfolg ist definitiv die Sympathie zum Therapeuten. Ohne Sympathie läuft nämlich nichts, weil: würdest du dich jemandem öffnen, der dir unsympathisch ist, dem du nicht vertraust? Und dass Öffnung und Vertrauen Grundvoraussetzung für eine gelingende Therapie sind, darin wirst du mir wohl nicht widersprechen, oder?
Und, weiterhin: das Gegenteil von Sympathie ist definitiv nicht „gewisse Distanz“. Wobei ich nämlich 100% mit dir überein stimme, dass die Distanz nötig ist. Das Gegenteil von Sympathie ist Antipathie. Und das Gegenteil von Distanz ist Nähe.
Sympathie kann Nähe implizieren, es ist aber kein Muss.
Ich kann ja auch den Verkäufer im Supermarkt sympathisch finden, aber das heißt noch lange nicht, dass als Folge irgendeine Nähe zwischen uns entsteht.

und der Rest ist dein Eigenengagement…

Bereitschaft ist die wichtigste Voraussetzung. Es gibt
psychische Erkrankungen, da dauert es lange, bis von einem
Klienten/Patienten „Engagement“ erwartet werden kann.

Sag mal, was hat dich denn gebissen? :wink:
Das ist doch Wortklauberei, was du hier betreibst.
Ich sehe wirklich keinen großen Unterschied zwischen Eigenengagement und Bereitschaft. Beides beinhaltet, dass ich sage: „Ich will etwas verändern und dafür begebe ich mich in Therpie.“ Und dass ich bereit bin, an mir zu arbeiten.

Klar stimmt es, was du sagst, dass man bei manchen psychischen Erkrankungen oftmals wenig Engagement antrifft (z.B. Depression), aber zum einen ist die Bereitschaft auch nicht größer als das Engagement. Zum anderen ist es ja wohl so, dass diejenigen mit psychischen Erkrankungen i.d.R. erstmal medikamentös behandelt werden und die Genesung, sofern sie überhaupt eintritt, sich sehr lange hinzieht.

jeanne