Hallo Stucki,
> Gott sei Dank! Musste schwer genug erkämpft werden!
Sehe ich genauso. Und dabei meine ich das „Gott sei Dank“ wörtlich. Aber auch Dank den Menschen, die das erkämpft haben. Falls es Dich interessiert: darunter waren auch Christen.
> Mir kommen die Tränen angesichts der
„instrumentalisierten Geistlichkeit“.
Nanu, gleich so emotional?
Nun erkläre diese bloss
nicht auch noch für unschuldig!
Das ist überhaupt nicht meine Absicht. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass man es sich etwas zu einfach macht, wenn man so tut als habe nur die böse, böse Kirche in hinterhältiger Absicht sich aller wissenschaftlichen Erkenntnis entgegengestellt.
Allerdings war
es die christliche Kirche, die ihn auf den Scheiterhaufen
stellen wollte!
Nun, meiner Meinung nach weder die Kirche noch die Christen, sondern eine machtgeile und gestörte Fraktion innerhalb dieser. Sozusagen ein Triumvirat aus Inquisition/Dominikanern/Papsttum.
Nebenbei, wenn Du die Verwurzelung im aristotelischen Denken und in der auf Autoritätsargumenten aufgebauten Beweisführung sozusagen als „mildernde Umstände“ für die wissenschaftlichen Gegner Galileos anführst, musst Du dies konsequenterweise auch für seine kirchlichen Feinde gelten lassen.
Es geht mir hier nicht darum, die katholische Kirche zu rehabilitieren, mit dieser Organisation habe ich wirklich nichts am Hut.
Mir ging es vielmehr darum, dass es auch andere Strukturen gab, die wissenschaftliche Erkenntnis in unserem heutigen Sinne behindert und verhindert haben. Dazu gehört z.B. die von Dir angeführte Fixierung auf antike Autoren wie Aristoteles und die hohe Priorität von Autoritätsargumenten. Und das war keine primär kirchliche Erscheinung.
… Hitler hatte auch einen freien Willen und kann, wenn er
aufrichtig bereut, auch in den Himmel kommen. Vielleicht isser
da schon, dann will ich da nicht hin!
Ehrlich gesagt, der Gedanke wäre mir auch unangenehm.
Und das gehört auch zu den Dingen, die am christlichen Glauben so ungeheuerlich sind: egal wie gross die Schuld ist, sie kann vergeben werden. Und zwar ohne dass der Mensch sich dafür abrackern muss.
Aber dazu muss man nicht unbedingt Hitler bemühen, irgendwo hab ich mal den Spruch gehört (sinngemaess): everybody wants to go to heaven, but nobody wants to meet his neighbour there.
Aber dafür kann man nicht Gott den schwarzen Peter in die Schuhe schieben, …
> Tue ich auch nicht! Geht auch gar nicht, wenn ich glaube,
dass es ihn nicht gibt.
Aber Du hast sein Nicht-Eingreifen im Falle von Unrecht als Beleg für seine Nicht-Existenz angeführt. Und dass dieses Argument nicht zieht, wollte ich ausdrücken.
Gruesse,
HastaLavista