Warum gibt es Ungläubige?

Hallo.

Also diese Argumentation ist ja wohl kaum haltbar. In der
Bibel sind fast alle Personen Israeliten, damit dürfte die
Bibel ja gar keine Bedeutung für das Christentum haben.

*g* Wem sagst du das.

Aus deiner Argumentation heraus, dürften die 10 Gebote dann
nur für Israeliten gelten.

Habe ich je etwas anderes behauptet?

Nein, aber was hat das damit zu tun? Es gibt auch keine
brennenden Dornbüsche mehr und keinen rauchenden Berg Sinai.
Was hat der Ort, von dem aus Gott gesprochen hat, damit zu
tun?

Das Gebot bezieht sich ausdrücklich auf diesen Ort als Bedingung.

Es geht hier um das Gesetz über Brandopfer. Es spielt
bei einem Gesetz absolut keine Rolle, ob Gott da in einer
Stiftshütte oder einem Einkaufszentrum war. Es spielt auch
keine Rolle, welcher Altar das war!

Wenn du das sagst, bei uns sieht die Sache ganz anders aus und wir studieren das Gesetz ja nun schon einige tausend Jahre.

Ein Gesetz ist keine Situationsbeschreibung, sondern
eine Verallgemeinerung. Daher ist es total egal, auf welchem
Altar du dein Brandopfer erbringst.

Eben nicht.

Also ich will ja nicht meckern, aber deine Argumentation
erscheint doch ein bisschen sehr auf wackligen Füssen zu
stehen.

Das liegt vielleicht daran, dass diese Art des Textverständnisses etwas ungewohnt ist, wo jedes Detail eben auch wörtlich genommen wird und nicht nur die zentrale Aussage oder ein einzelner Abschnitt.

Wie man an deiner Argumentation sieht, ist das überhaupt nicht
so. Du versuchst hier mit irgendwelchen Haarspaltereien über
Orte und Altäre irgendwas zu beweisen, obwohl es hier um ein
Gesetz geht, und nicht um den exakten Nachbau dieser
Situation.

In dem Gesetz sind aber nun einmal Bedingungen genannt, unter denen es gilt. Diese kann man natürlich ausblenden und behaupten, dass das Gesetz auch allgemein gelte. Nur sollte man sich dann eben nicht beschweren, wenn es zu Fehler kommt.

In jeder Kirche steht ein Altar und Gott ist
überall. Es ist auch egal ob eine Stiftshütte existiert, die
hat doch ausser der Ortsangabe keine Aussage in dem Text!

Der Text spricht von einem bestimmten Altar und der kann nicht überall stehen.

Um das gehts doch! Das ist doch die INTENTION des
Kettenbriefes!

Aber dieses Moment liegt im Schreiber des Kettenbriefs. Er hat also wenn hier ein Problem mit sich selbst. Übertragbar auf andere ist das aus meiner Sicht nicht.

Ja, aber diese Haarspaltereien obs nun exakt dieser Altar sein
muss oder nicht, sind nun wirklich kein Gegenargument. Kein
Mensch erlässt ein „Gesetz“ nur für den aktuellen Fall.
Gesetze haben es an sich, allgemein zu gelten.

Aha, Gesetze der BRD gelten also auch einfach in anderen Ländern?

Ich kann doch aus christlicher Sicht nicht nur mit dem Alten
Testament argumentieren. Dann kann ich mir das Neue Testament
ja gleich sparen und eine Gesellschaft auf Intoleranz
aufbauen, wie das in Leviticus beschrieben ist.

Der Brief richtet sich nur an Christen? Dann sollte man das doch gleich sagen… :smile: Ansonsten danke für das Kompliment der Intoleranz. Wie schön das uns dieses Christen über die Jahrtausende mit ihrer Nächstenliebe immer wieder austreiben wollte… :frowning:

Mir ist es ziemlich egal, welcher Religion irgendjemand
angehört, der zu Hass und Intoleranz aufruft!

Ich dachte, obiges gilt nur für Christen? Wie dem auch sei, was hat den Fr. Schlesinger genau gesagt?

Ähm? Was hat das damit zu tun, dass es ultrakonservative
„Christen“ gibt, die unter Berufung auf das Alte Testament
Abtreibungsärzte töten oder Homosexuelle krankenhausreif
prügeln?

Eben, was hat der Brief damit zu tun?

Solche Taten - schon gar im Namen der Christlichen Religion -
sind verabscheuungswürdig und denen gehört entgegengetreten.

Dagegen spricht nichts, nur sollte man dabei aufpassen, dass man dabei nicht andere gleich mit der Intoleranz bezichtigt (s.o.).

Schalom,
Eli

Hallo deconstruct.

Es ist Sinn dieses Briefes, dass er „zerpflückt“ wird.
Die Aussagen sollen sogar zerpflückt werden, um die
Dummheit der Argumentation der Homo- und Abtreibungsgegner -
die sich ja u.a. auf genau diese Passagen des Alten Testaments
berufen - aufzuzeigen.

Aber genau diesen Sinn verfehlt er, weil alleine seine Argumentation falsch ist. Aus einer falschen Beweiskette folgt aber nicht, dass andere Beweise in einem Regelwerk zwangsläufig auch falsch sein müssen.

Denn wie ich schon geschrieben habe, gehöre ich mit zu denen, welche den Tanach wörtlich auslegen und dabei aber eben sorgfältiger vorgehe. Somit also nicht zu den Schlüssen aus dem Brief komme und dennoch der Ansicht bin, dass haSchem von seinem heiligen Volk will, dass die Männer keine homosexuellen Beziehungen pflegen.

Schalom,
Eli

PS. Ich weiss, dass ich ein Fundamentalist bin, aber für mich ist das auch erst einmal nichts Negatives.

Hallo.

[…] Es geht in
erster Linie um Gesetze für sein Volk, und dazu kannst du
jeden Gläubigen zählen.

Das ist ein innerchristliches Problem und dazu kann ich nichts sagen. Für mich gilt das Gesetz weiterhin nur für uns.

Doch liegt sie, du kannst doch hier nicht die etwas
altertümliche Sprachwahl heranziehen, in der das geschrieben
ist.

Habe ich gemacht: „Ki kol-asher ya’aseh mikol hato’evot ha’eleh venichretu hanefashot ha’osot mikerev amam.“

Woraus leitest Du hier ab, das und wie die „Ausrottung“ geschehen soll? Ich lesen hier nur die Trennung vom Volk, wie auch immer.

"Wenn eine Frau sich irgendeinem Tier naht, um mit ihm
Umgang zu haben, so sollst du sie töten und das Tier
auch.
"
Hier ist ganz klar von „du“ die Rede, und nicht von irgendwem
anders.

Wo ist denn in „vehemah leriv’ah tevel hu.“ das Du?

Weil das eine voller Intoleranz strotzt? Man muss doch sehr
verblendet sein, wenn du diese beiden Dinge in Einklang
kriegst.

Nu, ich bekomme beides in Einklang und mir ist unklar wo die Verblendung liegen soll. Aber wie gesagt, ich stütze mich auf ganz andere Auslegungen und Umgang mit dem Text.

Richtig, das ist ja noch nicht schlimm und kann auch noch im
Einklang mit dem Neuen Testament gesehen werden. ABER: sie
schreibt auch vor, was mit Leuten geschehen soll, die diese
Gesetze brechen. Und DAS ist sicherlich nicht mehr im Einklang
damit.

Warum sollte mich auf einmal interessieren, was im Einklang mit anderen christlichen Quellen ist?

Denn sämtliche Werte des neuen Testaments wie Erbarmen,
Verzeichen, Güte, Nächstenliebe usw werden dabei verletzt.

Diese „neuen“ Werte haben ihre Quelle ja im Tanach. Sollte dies also dort schon widersprüchlich sein, wäre G’ttes Offenbarung widersprüchlich und mit diesem Gedanken würde das Christentum seine Basis verlieren. Somit verstehe ich nicht, warum Christen immer Unterschiede zwischen Tanach und sogenanntem „Neuen Testament“ konstruieren wollen.

Ja, so sollte es ja auch wenn dann ausgelegt werden. Aber das
ist dann eben nicht mehr wörtlich!

Doch.

Ja, und dies versucht dieser Kettenbrief zu kritisieren, in
dem er die Lächerlichkeit der Argumentation aufzuzeigen
versucht. Ob der Weg dazu der richtige ist, ist wohl
Geschmackssache, aber die Intention nicht.

Mir gefällt der respektlose und aggressive Umgang in dem Brief einfach nicht. Das kann eigentlich nie der richtige Weg sein.

Schalom,
Eli

Hallo Nadir.

na dann dürfte mindestens das alte testament gar nicht für die
christen gelten, da es sich doch „nur“ auf die israeliten
bezieht

Aus meiner Sicht bekommt jeder Christ massive Widersprüche, wenn er anfängt den Tanach wörtlich auszulegen.

na das ist aber nett von dir (und wohl „ächte“ nächsten
liebe), dass du dich bemühst „menschen mit dieser praxis“
trotzdem zu lieben…

Jeder liest, was er lesen will, wobei ich doch darauf hinweisen will, dass du hier anscheinend einen Unterschied machst oder warum kannst Du ihn bei mir herauslesen (‚trotzdem‘ ist von dir)?

Schalom,
Eli

nanu? wirst du zum Schluss persönlich?
Moin!

Denke das religiöse und kulturelle Koordinatensystem schiebt
uns in eine Ausrichtung. Ob das religiöse jetzt noch mit
Glauben behaftet ist oder nicht, ist dabei nicht entscheidend.

Da würde ich dir widersprechen, denn die Auswirkungen der Färbung des Koordinatensystems empfinde ich als um so schwerwiegender, je organisierter eine Glaubensgemeinschaft ist.
Bitte definiere für mich doch mal deine Vorstellung von Glaube und den Unterschied zu Religion, du schriebst letzlich etwas, dass man religiös sein kann, aber nicht glaubt…

Stimmt und die Wertvorstellungen bei uns im Westen ist auch
nicht gläubig, bestenfalls religiös, gegenwärtig esotherisch
behaftet.

Die heutigen Wertvorstellungen entstammen aber den Inhalten der religiösen Vorstellungen unserer Altvorderen.

(…)

Das ist nicht ganz richtig, da in der jüdische Kultur und
Religiösität nie Kannibalismus vorkam und deswegen das Ritual
keine Abwandlung davon sein kann.

Ach, nicht? Aber Menschenopfer, ohne sie zu essen (AT, Isaak soll seinen Sohn Opfern, in letzter Sekunde darf ein ein Substitut nehmen)). Und wenn ich - ganz unchristlich- an das Abendmahl denke, und das Sprüchlein dazu, dann kommt mir nunmal die Assoziation eines rituellen Kannibalismus. Inkorporation des heiligen Geistes/Jesu Körper durch Verzehr.

Der tatsächlich grad
abgeurteilte Kannibale widerspricht unserem heutigen
Koordinatensystem, er ist ‚abnormal‘.

Stimmt, so wie zB. die Abtreibung, welche ethisch,
wissenschaftlich und christlich klar einen Menschtötung ist,
bei uns heute normal ist, unserem Koordinatensystem
entspricht.

Ich lese daraus: Abtreibung ist ‚abnormal‘. Meinst du das so?

Stimme Dir voll zu, ausser das eben vieles religiös gelebt und
nicht Glauben gelebt ist, ein 2" ist also beerechtigt.

Dazu meine Frage oben. Wo ist für dich der Unterschied?

*urgks* O.K., das ist so eine christliche AGB, ich denke aber,
auch ein ‚vielleicht‘ ist angebracht. Ich kann das nicht
glauben, aber ich bezweifel auch nicht, dass andere Menschen
das als tröstend für sich empfinden. Dann bin ich wohl
Agnostiker, wie Branden das weiter unten erwähnte.

Es ist nicht eine AGB sondern ein Entscheid der auf einem
inneren Wissen beruht,

Inneres Wissen? Ich glaub, dass ist der Unterschied in unserer Sichtweise.

welcher durch die Berührung Gottes oder
durch ein Zeichen/Wunder ausgelöst wird.

Ich habe kein inneres Wissen, nur die Gewißheit, dass sich mir noch kein Wunder gezeigt hat. Und auch kein Gott hat mich berührt.

Ist aber schwierig zu
erklären, ähnlich wie das Gefühl auf einer Achterbahn man auch
schwer erklären kann, smile. Wichtig ist aber, dass es in den
seltesten Fällen etwas mit tröstend zu tun hat, bzw deshalb
ausgelöst wurde.

Ich habe da aber schon häufiger von Christen gehört, dass es sie tröstet. Aber O.K., als Auslöser würde ich eher die Suche nach innerem Frieden und Ausgeglichenheit nach einem Trauma vermuten.
Und dass man viel am Modell lernt, ist mir auch klar.

Ob Du Agnostiker bist oder nicht, kann ich nicht beurteilen.

Ich finde die Beschreibung von Branden:
„Agnostiker; jemand, der über bestimmte metaphysische bzw. religiöse Dinge keine feste Ansicht hat.“

für mich ganz passend, da sich das im Laufe meines Lebens immer gewandelt hat. Flexibilität im Geiste und Dogmen hinterfragend.

Sicher ist, dass Du das obgenannte nicht glauben kannst, da Du
Dich nicht damit auseinader gesetzt hast, sei es zB im Gebet,
oder durch einen Kurs.

Oha, da wittere ich doch eine klitzekleine Unterstellung.
Ich habe in meiner Jugend angefangen, mich intensiv damit auseinanderzusetzen, wer ich bin und wohin ich will, und nie damit aufgehört, in mich zu horchen. Ich habe bisher keinen Lenker gefunden (noch gebraucht), der mein Schicksal führt, sondern für mich erkannt, dass ich, wenn ich weiss, was ich will, es auch erreichen kann.

Welcher Mensch sagt schon ja zu etwas,
das er nicht kennt?

*Boinggg* Unterstellung!
Ich sage zu so vielem JA, das ich nicht kenne. Nie hätte ich so kurdische Küche, Nacktbaden oder meine Holde schätzen und lieben gelernt. Nein im Ernst, ich *kenne* zwar das Christentum nicht so, wie du es wahrscheinlich schätzt, doch das ethisch-moralische Weltbild (Nächstenliebe, Vergebung, Toleranz,etc), die das NT vermittelt, hat mein entschiedenes JA!

Und zum Abschluss zitiere ich hier mal den Eckard, der im anderen Thread weiter oben schrieb:
Wer glaubt, lebt bequemer. Er ist von einem großen Teil der Eigenverantwortlichkeit befreit.

So long

MainBrain

Hallo:

Denke das religiöse und kulturelle Koordinatensystem schiebt
uns in eine Ausrichtung. Ob das religiöse jetzt noch mit
Glauben behaftet ist oder nicht, ist dabei nicht entscheidend.

Da würde ich dir widersprechen, denn die Auswirkungen der
Färbung des Koordinatensystems empfinde ich als um so
schwerwiegender, je organisierter eine Glaubensgemeinschaft
ist.

Stimme Dir zu, trifft aber auf jede Gemeinschaft zu, mit oder ohne Religion, mit oder ohne Glauben

Bitte definiere für mich doch mal deine Vorstellung von Glaube
und den Unterschied zu Religion, du schriebst letzlich etwas,
dass man religiös sein kann, aber nicht glaubt…

Christlicher gLAUBE HEISST (sehr kurz gefasst): Erkennen und Bekennen das man ein Sünder ist, das der sündlose Jesus, Gottes Sohn dafür am Kreuz gelitten hat, für jeden der dieses Geschenk/Gnade annimmt. Er hat also bezahlt für unsere Sünden, damit wir erlöst/frei durch diese Annahme werden. Dazu gehört das Bereuen und sich zur Umkehr entscheiden (neu geboren werden).
Was es braucht zB. um ein religiöser Katholik zu sein, weisst Du ebenso wie ich und das diese beiden Sachen meist nicht deckungsgleich sind, leuchtet Dir sicher auch ein.

Stimmt und die Wertvorstellungen bei uns im Westen ist auch
nicht gläubig, bestenfalls religiös, gegenwärtig esotherisch
behaftet.

Die heutigen Wertvorstellungen entstammen aber den Inhalten
der religiösen Vorstellungen unserer Altvorderen.

Praktisch fast nicht der Glaubensvorstellung und sogar nur teilweise der religiösen Vorstellung. Oder findest Du die überwiegende Wertvorstellung im Bereich der Abtreibung entstammmt einer religiösen Wertvorstellung?

(…)

Das ist nicht ganz richtig, da in der jüdische Kultur und
Religiösität nie Kannibalismus vorkam und deswegen das Ritual
keine Abwandlung davon sein kann.

Ach, nicht? Aber Menschenopfer, ohne sie zu essen (AT, Isaak
soll seinen Sohn Opfern, in letzter Sekunde darf ein ein
Substitut nehmen)).

Issak war ebnso überrascht, weil ihm kein solcher Fall bekannt war und Gott oder seine Kultur dies vorher auch noch nie tat. Schliesselich musste er es auch nicht tun

Und wenn ich - ganz unchristlich- an das

Abendmahl denke, und das Sprüchlein dazu, dann kommt mir
nunmal die Assoziation eines rituellen Kannibalismus.
Inkorporation des heiligen Geistes/Jesu Körper durch Verzehr.

Da hab ich Verständnis mit dieser Assoziation, aber das besagte Anwandeln hat wirklich keinen Zusammenhang.
Wenn Du vorher die Grundlage des Glaubens liest, dann ist das Abendmahl vieleicht auch für Dich verständlich. Wir sollen sein Blut annehmen, dh seinen Tod für unsere Sünden annehmen und er soll in der Form des heiligen Geistes in uns leben.

Der tatsächlich grad
abgeurteilte Kannibale widerspricht unserem heutigen
Koordinatensystem, er ist ‚abnormal‘.

Stimmt, so wie zB. die Abtreibung, welche ethisch,
wissenschaftlich und christlich klar einen Menschtötung ist,
bei uns heute normal ist, unserem Koordinatensystem
entspricht.

Ich lese daraus: Abtreibung ist ‚abnormal‘. Meinst du das so?

Nein, meinte damit das wir zwar den Kanibalen als abnormal empfinden (dazu muss ein mensch getötet werden) aber die Abtreibung schon als normal ansehen, auch wenn dazu auch ein mensch, wenn auch ein Ungeborener, getötet werden soll.

Stimme Dir voll zu, ausser das eben vieles religiös gelebt und
nicht Glauben gelebt ist, ein 2" ist also beerechtigt.

Dazu meine Frage oben. Wo ist für dich der Unterschied?

siehe oben

*urgks* O.K., das ist so eine christliche AGB, ich denke aber,
auch ein ‚vielleicht‘ ist angebracht. Ich kann das nicht
glauben, aber ich bezweifel auch nicht, dass andere Menschen
das als tröstend für sich empfinden. Dann bin ich wohl
Agnostiker, wie Branden das weiter unten erwähnte.

Es ist nicht eine AGB sondern ein Entscheid der auf einem
inneren Wissen beruht,

Inneres Wissen? Ich glaub, dass ist der Unterschied in unserer
Sichtweise.

Man kann nur Wissen was man gesehen oder erlebt hat und deshalb kann oder wird da schon ein Unte^rschied sein. Denke Du weisst auch Sachen, weil du sie gesehen oder erlebt hast, die ich nicht wissen kann.

welcher durch die Berührung Gottes oder
durch ein Zeichen/Wunder ausgelöst wird.

Ich habe kein inneres Wissen, nur die Gewißheit, dass sich mir
noch kein Wunder gezeigt hat. Und auch kein Gott hat mich
berührt.

Das meinte ich mit der obigen Aussage. Ist normal, geht den meisten so. Aber das kann man ändern, denn „und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan“. Du kannst darum ehrlich beten und ich bin überzeugt, Jesus Christus wird Dir antworten.

Ist aber schwierig zu
erklären, ähnlich wie das Gefühl auf einer Achterbahn man auch
schwer erklären kann, smile. Wichtig ist aber, dass es in den
seltesten Fällen etwas mit tröstend zu tun hat, bzw deshalb
ausgelöst wurde.

Ich habe da aber schon häufiger von Christen gehört, dass es
sie tröstet. Aber O.K., als Auslöser würde ich eher die Suche
nach innerem Frieden und Ausgeglichenheit nach einem Trauma
vermuten.

Das stimmt schon, aber in den meisten Fällen ist man schon Christ wenn man durch den Glauben Trost bekommt. Nur in sehr wenigen Fällen wird man Christ dadurch dass man Trost bekommt. Auslöser kann das von Dir geschriebene sein, oder das Gefühl, dass es noch etwas gegeben könnte, oder die Frage, gibt es Gott und die anschliessende Beschäftigung damit. Wenn Du Christen kennst, kannst du mit Ihnen auch mal an eine Veranstaltung oder Kurs oder Gottesdienst gehen. Da erfährst du auch mehr und kannst oft auch Fragen stellen.

Ob Du Agnostiker bist oder nicht, kann ich nicht beurteilen.

Ich finde die Beschreibung von Branden:
„Agnostiker; jemand, der über bestimmte metaphysische bzw.
religiöse Dinge keine feste Ansicht hat.“

Hast recht, könnte auf dich zutreffen. Beschäftige Dich damit, bist du diese Gewissheit bekommst. Bin fest überzeugt, dass u sie bekommen wirst, wenn du Dixch damit beschäftigst.

für mich ganz passend, da sich das im Laufe meines Lebens
immer gewandelt hat. Flexibilität im Geiste und Dogmen
hinterfragend.

Finde ich gut, hinterfragte auch immer alles und hintzerfrage auch heute noch viel. Manchmal bekommt man aber eine klare und unmissverständliche und einleuchtende Antwort auf die „hintere Frage“.

Sicher ist, dass Du das obgenannte nicht glauben kannst, da Du
Dich nicht damit auseinader gesetzt hast, sei es zB im Gebet,
oder durch einen Kurs.

Oha, da wittere ich doch eine klitzekleine Unterstellung.

Stimmt, war eine kleine Unterstellung, wenn auch nicht eine bewusste, sorry

Ich habe in meiner Jugend angefangen, mich intensiv damit
auseinanderzusetzen, wer ich bin und wohin ich will, und nie
damit aufgehört, in mich zu horchen. Ich habe bisher keinen
Lenker gefunden (noch gebraucht), der mein Schicksal führt,
sondern für mich erkannt, dass ich, wenn ich weiss, was ich
will, es auch erreichen kann.

Wenn Du Gott hören willst, musst Du ihn auch ansprechen. Ist wie vor einer gegensprechanlage, erst wenn du auf das Knöpfchen drückst (und dazu noch auf das richtige) besteht die Möglichkeit, dass Du gegenüber was hörst und wenn Du lange genug drückst, wirst Du wwas hören.

Welcher Mensch sagt schon ja zu etwas,
das er nicht kennt?

*Boinggg* Unterstellung!
Ich sage zu so vielem JA, das ich nicht kenne. Nie hätte ich
so kurdische Küche, Nacktbaden oder meine Holde schätzen und
lieben gelernt. Nein im Ernst, ich *kenne* zwar das
Christentum nicht so, wie du es wahrscheinlich schätzt, doch
das ethisch-moralische Weltbild (Nächstenliebe, Vergebung,
Toleranz,etc), die das NT vermittelt, hat mein entschiedenes
JA!

Du warst derjenige der Fragte, was der Unterschhied von Religion und Glaube ist… smile.
Ausserdem ist das ethisch-moralische Weltbild so gut es auch ist, nicht das entscheidende, können auch nicht Christen haben. dASD ENTSCHEIDENDE IST ALLEIN DIE bEZIEHUNG ZU jESUS cHRISTUS und der weg dazu habe ich oben ganz grob beschrieben.

Und zum Abschluss zitiere ich hier mal den Eckard, der im
anderen Thread weiter oben schrieb:
Wer glaubt, lebt bequemer. Er ist von einem großen Teil der
Eigenverantwortlichkeit befreit.

Oh da stimme ich überhaupt nicht zu.

So long

Beat

hallo,

venichretu hanefashot

Woraus leitest Du hier ab, das und wie die „Ausrottung“
geschehen soll? Ich lesen hier nur die Trennung vom Volk, wie
auch immer.

die strafe „karet“ wird afaik auch als verweigerung der auferstehung interpretiert, d.h. daß derjenige nach dem tod einfach tot ist. eine recht milde strafe, immerhin ist es das, woran atheisten ohnehin glauben :smile:

gruß
datafox

Hallo eli

Jeder liest, was er lesen will, wobei ich doch darauf hinweisen will, dass du hier anscheinend einen Unterschied machst oder warum kannst Du ihn bei mir herauslesen (‚trotzdem‘ ist von dir)?

womit du eindeutig recht hast! und ich bitte um verzeihung, denn ich unterstelle dir etwas!
für mich klang dein „ich kann mich ja bemühen menschne dieser praxis…“ wie „trotzdem“. „ich kann“ und dann „bemühen“…„dieser praxis“, klingt für mich irgendwie abwertend. trotzdem ist es natürlich nicht so fair, dir ein „trotzdem“ zu unterstellen…also nochmal sorry!

aber könntest du so gut sein, doch einmal klar zu sagen was homosexuelle im jüdischen glauben für eine stellung einnehmen?
ist ein jüdischer homosexueller im jüdischen glauben genauso viel wert und wichtig vor gott, wie jeder andere jude auch?

ansonsten würde ich es begrüßen, wenn du dich auch so klarer ausdrückst!
zb wenn du sagst, das sein jene und jene oder christliche interpretation, doch die jüdische wäre eine andere. ich erfahre dann immer noch nicht, welche denn nun die jüdische auslegung sei…

aber ansonsten gebe ich dir absolut recht, was deine ausführungen über gesetze, altäre, opfer usw betrifft.
gerade religiöse texte lassen nur eine glaubhafte interpretation im kontext der kultur derer die sie verfasst haben zu.
hierin liegt wahrscheinlich auch der hauptzwist zwischen juden- und christentum.
nicht weil die juden den juden christus ans kreuz genagelt hatten, sondern weil gewissermaßen der eigentliche erfinder einer neuen religion den „gottessohn“ jener neuen religion gar nicht anerkennt und seine von ihm erfundene „heilige“ schrift auch auch noch ganz anders interpretiert als es die „dazu gekommenden“ tun. das ist natürlich nicht nett, wenn der erfinder sagt, dass stimmt aber so nicht und ich muß esschließlich besser wissen, wie mein eigenes werk auszulegen ist und ihr seid sowieso nicht in meinem werk gemeint…das der groll sich dann natürlich gegen den erfinder selber richtet, ist ja irgendwie zu verstehen…aber das nur nebenbei

schalom
nadir

Hallo Eli,

Dem kann ich mich auch nicht anschliessen und habe an anderer
Stelle ja schon ausgeführt, dass das Verbot einer Tat nie zur
Verurteilung eines Menschen als solchen führen darf. So muss
man alleine sehen, dass dieses Verbot sich ja in 365 andere
ein und steht damit neben dem Verbot über andere schlecht zu
reden oder zu hassen.

Naja, dann sind wir uns ja hier zumindest einig :wink:

Hier hängt es stark von der Übersetzung ab, wie hier die

Die von mir zitierte war die Übersetzung Martin Luthers in der revidierten Fassung von 1984, erhältlich unter http://www.bibel-online.net

Wie ist das ganze dann eigentlich im Tanach überliefert? So groß sollten die Unterschiede doch dabei eigentlich nicht sein, oder?

Gewalt in den Mittelpunkt gestellt wird und was man jeweils
mit den Massnahmen verbindet. So wird ein christlich
sozialisierter Leser unter Steinigung etwas ganz anderes
verstehen, als ein frommer Jude. Ähnliches gilt z. B. für das
„Feuer verbrennen“ aus deinem Zitat.

Was versteht denn dann ein frommer Jude unter „Steinigung“? :wink:
Kann mir da ehrlich gesagt darunter nur die grausame Hinrichtung eines Menschen vorstellen. Und Steinigungen gabs ja früher im Christentum - und heute wohl im Islam immer noch - und deren Ausführung war genauso, wie ich mir eine Steinigung vorstelle, nämlich grausam und schlecht.

Aber wie gesagt: Durch Jesus wurden schließlich sämtliche
dieser Sachen über den Haufen geworfen, und deswegen ist eine
wörtliche Berufung darauf total sinnlos.

Hier sollten sich die Christen einmal einigen, ob dem nun so
ist oder nicht. Soweit mir gesagt wurde, hat Jesus genau das
Gegenteil verkündet.

Hmm, ich weiß jetzt nicht genau was du mit „Gegenteil“ meinst.

Aber Jesus, hat nach christlicher Überzeugung, die Menschen von der Sünde befreit, in dem er ihnen die Möglichkeit gibt, sich von ihren Sünden reinzuwaschen (Beichte, Reue usw). Gott wird damit zum verzeihenden und barmherzigen Gott.
Im Agnus Dei betet man deshalb zu Jesus z.B. " Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden."

Genauso werden die alten Prinzipien wie „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ersetzt durch die Nächstenliebe und die Verzeihung. Das beste Beispiel, wie hier Dinge des Alten Testaments für falsch erklärt werden und durch neue Werte ersetzt werden findet sich z.B. in der Bergpredigt, in der Jesus sprach:
„Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben» (3. Mose 19,18) und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr dvollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“
http://www.bibel-online.net/buch/40.matthaeus/5.html…

Das sind Kernaussagen des Neuen Testaments, die einem Christen verbieten sollten, in irgendeiner Art und Weise Intoleranz oder Hass auszuüben. Für mich sind das einige der schönsten Sätze, die in der ganzen Bibel zu finden sind.

Wie dem auch sei, im Judentum sind diese Sachen nicht über den
Haufen geworfen und hier kann man sehen, dass es wohl eine
Diskrepanz geben muss, zwischen dem was man über das Gelesen
denkt und was damit gemeint ist.

Welche Lehren zieht dann das Judentum z.B. aus diesen Passagen im Leviticus? Oder wie interpretiert ihr das?

mfg
deconstruct

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Laura Schlessingers ‚Ansichten‘
Hallo,

Um das gehts doch! Das ist doch die INTENTION des
Kettenbriefes!

Aber dieses Moment liegt im Schreiber des Kettenbriefs. Er hat
also wenn hier ein Problem mit sich selbst. Übertragbar auf
andere ist das aus meiner Sicht nicht.

Der Schreiber hat ein Problem mit Frau Schlessinger und ihren reaktionären und intoleranten Ansichten. Und er will gegen ihre Ansichten kämpfen.

Der Brief richtet sich nur an Christen? Dann sollte man das
doch gleich sagen… :smile:

Der Brief richtet sich an alle Menschen und symbolisiert Toleranz.

Ansonsten danke für das Kompliment
der Intoleranz. Wie schön das uns dieses Christen über die
Jahrtausende mit ihrer Nächstenliebe immer wieder austreiben
wollte… :frowning:

??? Was? Wie? Ich wollte keine Religion der Intoleranz bezichtigen. Da habe ich nirgends gemacht. Ich bezichtige - genauso wie der Briefe-Schreiber - Frau Schlessinger und ihre Gesinnungsgenossen der Intoleranz. Sonst niemanden.

Mir ist es ziemlich egal, welcher Religion irgendjemand
angehört, der zu Hass und Intoleranz aufruft!

Ich dachte, obiges gilt nur für Christen? Wie dem auch sei,
was hat den Fr. Schlesinger genau gesagt?

Sie bezeichnet Schwule als „biologischen Fehler“ und als „Abarten des Menschen“. Sie schürt Hass gegen Schwule, in dem sie behauptet, dass Schwule pädophil und kriminell wären und die Gesinnung unserer Kinder untergraben.
Sie spricht Schwulen das Recht ab, schwul zu sein, weil es für solche „sexuellen Abartigkeiten“ keine Rechte gäbe.
Sie verharmlost den Mord von zwei Ultrakonservativen an dem Schwulen Matthew Shepard, sagt sogar er wäre selber schuld daran und bezeichnet den Getöteten als „Abschaum“.
Sie schlägt vor, Schwule in Therapien zu bringen, um ihre sexuelle Abartigkeit zu heilen. Homosexualität steht ihrer Meinung nach auf derselben Stufe wie Inzest oder der geschlechtliche Verkehr mit Tieren.
Sie rechtfertigt die Morde an Abtreibungsärzten oder Homosexuellen, da die Leute ja nur versuchen würden, das „gesunde“ im Menschen zu verteidigen.

Gerade ihre Sprachwahl von „Gesunden“ und „Kranken“, „Abartigen“, „Entarteten“ und „biologischen Fehlern“ zeugt von ihrer Einstellung. Diese Wortwahl erinnert doch irgendwie an die der Nazis vor 70 Jahren, muss ich sagen.

Auf jeden Fall hatte Sie eine Fernsehsendung („Dr. Laura“) wo sie diese Ansichten amerikaweit verbreiten konnte. Dagegen gabs zahlreiche Proteste von Menschenrechts- und Bürgerrechtsgruppen. Paramount Pictures setzen daraufhin ihre Sendung ab, um dieser Intoleranz-Sendung keine Plattform mehr zu bieten.

Und in dieser Sendung sagte sie u.a., dass ihre Meinung zu Homosexualität ja auch von der Bibel bestätigt werde, da in Leviticus 18:22 Homosexualität ausdrücklich verboten wird. Daher sollten alle Gläubigen vereint mit ihr die biblichen Werte verteidigen.

Und darauf hin, gabs diesen Protestbrief, der Teil der Proteste gegen Schlessinger und ihre Ansichten war.

Und in diesem Zusammenhang betrachtet, finde ich an dem Brief nach wie vor nichts verkehrtes.

Ähm? Was hat das damit zu tun, dass es ultrakonservative
„Christen“ gibt, die unter Berufung auf das Alte Testament
Abtreibungsärzte töten oder Homosexuelle krankenhausreif
prügeln?

Eben, was hat der Brief damit zu tun?

Er wendet sich GEGEN diese Typen, die sowas für richtig halten. Das ist doch wohl nicht verkehrt, oder?

Solche Taten - schon gar im Namen der Christlichen Religion -
sind verabscheuungswürdig und denen gehört entgegengetreten.

Dagegen spricht nichts, nur sollte man dabei aufpassen, dass
man dabei nicht andere gleich mit der Intoleranz bezichtigt

Nochmal: Ich habe niemanden der Intoleranz bezichtigt, schon gar keine Religionsgemeinschaft, außer Fr. Schlessinger und ihre Gesinnungsgenoßen. Und diese Frau ist intolerant.

mfg
deconstruct

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Hallo,

Aber genau diesen Sinn verfehlt er, weil alleine seine
Argumentation falsch ist. Aus einer falschen Beweiskette folgt
aber nicht, dass andere Beweise in einem Regelwerk
zwangsläufig auch falsch sein müssen.

Aus einer falschen Beweiskette folgt sehr wohl, dass eine gleich aufgebaute Beweiskette nicht funktionieren kann. Daher finde ich auch nicht, dass der Brief seinen Sinn verfehlt.

Denn wie ich schon geschrieben habe, gehöre ich mit zu denen,
welche den Tanach wörtlich auslegen und dabei aber eben
sorgfältiger vorgehe. Somit also nicht zu den Schlüssen aus
dem Brief komme und dennoch der Ansicht bin, dass haSchem von
seinem heiligen Volk will, dass die Männer keine homosexuellen
Beziehungen pflegen.

Mag ja sein, aber sprichst du diesen deswegen das Recht ab, schwul zu sein? Oder forderst, dass sie damit aufhören sollen?
Ich denke nicht. Und mehr wollte der Brief nicht sagen.

PS. Ich weiss, dass ich ein Fundamentalist bin, aber für mich
ist das auch erst einmal nichts Negatives.

Solange man nicht anderen diese Sachen aufzwängt oder gegen die Menschenrechte verstößt, ist mir es total egal, ob einer „Fundamentalist“ ist, oder nicht.

mfg
deconstruct

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Hallo,

zu deinen zitierten Textstellen kann ich nichts sagen, da ich kein hebräisch beherrsche. Aber in der christlichen Bibel steht es nunmal so. Das heißt ja nicht, dass es für dich genauso sein muss.

Nu, ich bekomme beides in Einklang und mir ist unklar wo die
Verblendung liegen soll. Aber wie gesagt, ich stütze mich auf
ganz andere Auslegungen und Umgang mit dem Text.

Ja, ich sprach aber von der christlichen Auslegung der Texte…

Warum sollte mich auf einmal interessieren, was im Einklang
mit anderen christlichen Quellen ist?

Der Brief ist auf die christliche Bibel und den Christlichen Glauben bezogen, daher spielt das Neue Testament hier sehr wohl eine Rolle.
Außerdem will doch dich und deine Religion gar keiner anfechten, schon gar nicht ich. Du kannst die Texte doch auslegen, wie immer du es für richtig hältst.

Diese „neuen“ Werte haben ihre Quelle ja im Tanach. Sollte
dies also dort schon widersprüchlich sein, wäre G’ttes
Offenbarung widersprüchlich und mit diesem Gedanken würde das
Christentum seine Basis verlieren. Somit verstehe ich nicht,
warum Christen immer Unterschiede zwischen Tanach und
sogenanntem „Neuen Testament“ konstruieren wollen.

Weil das Neue Testament an mehrern Stellen - sogar ausdrücklich und von Jesus höchstpersönlich - bestimmten Dingen im Alten Testament widerspricht. Deswegen verliet aber das Christentum noch lange nicht seine Basis.

Mir gefällt der respektlose und aggressive Umgang in dem Brief
einfach nicht. Das kann eigentlich nie der richtige Weg sein.

Tja, das mag Ansichtssache sein, ich schrieb ja selbst, dass dies nicht zwangsweise der richtige Weg sein muss. Aber die Intention und
Absicht des Schreibers sind doch wohl klar?

Der wollte weder irgendeine Religion beleidigen noch in Frage stellen. Genauswenig wie ich das machen will. Ich sage nur, dass man aus christlicher Sicht den Schwulen nicht das Existenzrecht absprechen kann.

mfg
deconstruct

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Hallo,

die strafe „karet“ wird afaik auch als verweigerung der
auferstehung interpretiert, d.h. daß derjenige nach dem tod
einfach tot ist. eine recht milde strafe, immerhin ist es das,
woran atheisten ohnehin glauben :smile:

Für jemanden der an das ewige Leben glaubt, ist das aber keine „milde“ Strafe, sondern nur eine etwas hinausgeschobene Todesstrafe.

mfg
deconstruct

Hallo,

Der Kettenbrief beachtet den Kontext nicht und die Zeit auch
nicht, so ist dabei keine einzige Stelle des NT darin
enthalten

Rede ich eigentlich gegen eine Wand?
Wie oft soll ich noch sagen, dass es genau darum in diesem Kettenbrief geht, in dem er die Sinnlosigkeit der Argumentation der Homo-Gegner in den USA darstellt, die eben nur mit dem Alten Testament argumentieren, was für einen Christen totaler Schwachsinn ist.
Das schreibe ich doch die ganze Zeit.

Was ist also bitte an dem Brief verkehrt??
Das einzige was Ansichtssache ist, ob Ironie und Sarkasmus hier geeignete Waffen sind, aber das ist wie gesagt Ansichtssache, und hat nichts mit der Absicht und der Intention des Briefes zu tun.

Dass das ganze im jüdischen Glauben durchaus eine andere Bedeutung haben kann, tut doch hierbei nichts zu Sache.

mfg
deconstruct

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Genauso werden die alten Prinzipien wie „Auge um Auge, Zahn um
Zahn“ ersetzt durch die Nächstenliebe und die Verzeihung.

es hat keinen sinn. gewisse dinge werden menschen in österreich eingehämmert von kindesbeinen an, zb. das mit „auge um auge“, das „böse alte testament“ und das gute neue testament der nächstenliebe usw. sei mir net bös, aber ich weiß wovon ich rede. elimelech kämpft gegen windmühlen.

gruß
datafox

Lol
Hallo,

es hat keinen sinn. gewisse dinge werden menschen in
österreich eingehämmert von kindesbeinen an, zb. das mit „auge
um auge“, das „böse alte testament“ und das gute neue
testament der nächstenliebe usw.

Wat? Wie? Ich bin weder aus Österreich, noch wurde mir irgendwas eingehämmert. Schön, dass du mich so gut kennst. Vielleicht solltest du mal nen Gang zurückschalten.

sei mir net bös, aber ich
weiß wovon ich rede.

Ja, das hört sich allerdings so an.

elimelech kämpft gegen windmühlen.

Würdest du das bitte in irgendeiner Weise sachlich erläutern?

mfg
deconstruct

Hallo,

Der Schreiber hat ein Problem mit Frau Schlessinger und ihren
reaktionären und intoleranten Ansichten. Und er will gegen
ihre Ansichten kämpfen.

er tut es aber mit untauglichen Mitteln.

Der Brief richtet sich nur an Christen? Dann sollte man das
doch gleich sagen… :smile:

Der Brief richtet sich an alle Menschen und symbolisiert
Toleranz.

Der Brief zeigt eher die Unkenntnis des Schreibers.

Gerade ihre Sprachwahl von „Gesunden“ und „Kranken“,
„Abartigen“, „Entarteten“ und „biologischen Fehlern“ zeugt von
ihrer Einstellung. Diese Wortwahl erinnert doch irgendwie an
die der Nazis vor 70 Jahren, muss ich sagen.

Da gebe ich Dir Recht. Diese Assoziation kam mir auch.

Auf jeden Fall hatte Sie eine Fernsehsendung („Dr. Laura“) wo
sie diese Ansichten amerikaweit verbreiten konnte. Dagegen
gabs zahlreiche Proteste von Menschenrechts- und
Bürgerrechtsgruppen. Paramount Pictures setzen daraufhin ihre
Sendung ab, um dieser Intoleranz-Sendung keine Plattform mehr
zu bieten.

Das ist gut so.

Und in dieser Sendung sagte sie u.a., dass ihre Meinung zu
Homosexualität ja auch von der Bibel bestätigt werde, da in
Leviticus 18:22 Homosexualität ausdrücklich verboten wird.
Daher sollten alle Gläubigen vereint mit ihr die biblichen
Werte verteidigen.

Biblische Werte verteidigen ist eine Sache.
Zu Ausgrenzung oder gar Mord aufrufen aber eine andere.

Nun zur Sache:
An wen ergeht das Gebot Gottes?
Lviticus 18
"Und der HERR redete zu Mose: Rede zu den Söhnen Israel und sage zu ihnen: "

somit gilt es erst einmal nur den „Söhnen Israels“

Und bei einem Mann sollst du nicht liegen, wie man bei einer Frau liegt: ein Greuel ist es. Und bei keinem Vieh sollst du liegen, so dass du dich an ihm unrein machst. Und eine Frau soll sich nicht vor ein Vieh hinstellen, damit es sie begattet: es ist eine schändliche Befleckung.

Der Gott Israels macht hier Seine Moralvorstellungen deutlich.
Wer diesen Gott ablehnt, braucht sich also auch um diese Vorschriften keine Gedanken machen.

Wie sollen sich jedoch Christen verhalten, die ja meinen, dem Gott der Bibel (also dem Gott Israels) zu dienen?
Können wir leben wie wir wollen? Ungeachtet, ob es unserem Gott ein Greuel ist?

Lies doch dazu Apostelgeschichte 15:

"_5 Einige aber von denen aus der Sekte der Pharisäer, die gläubig waren, traten auf und sagten: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten.

6 Die Apostel aber und die Ältesten versammelten sich, um diese Angelegenheit zu besehen. 7 Als aber viel Wortwechsel entstanden war, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Brüder, ihr wisst, dass Gott [mich] vor langer Zeit unter euch auserwählt hat, dass die Nationen durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und glauben sollten. 8 Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab wie auch uns; 9 und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, da er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. 10 Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten? 11 Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise errettet zu werden wie auch jene. 12 Die ganze Menge aber schwieg und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott unter den Nationen durch sie getan habe.

22 Dann schien es den Aposteln und den Ältesten samt der ganzen Gemeinde gut, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und sie mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden: Judas mit dem Beinamen Barsabas und Silas, Männer, die Führer unter den Brüdern waren. 23 Und sie schrieben [und sandten] durch ihre Hand: `Die Apostel und die Ältesten [als] Brüder an die Brüder aus den Nationen zu Antiochia und in Syrien und Zilizien [ihren] Gruss. 24 Weil wir gehört haben, dass einige aus unserer Mitte euch mit Worten beunruhigt und eure Seelen verstört haben - denen wir keine Befehle gegeben haben -, 25 schien es uns, nachdem wir einstimmig geworden, gut, Männer auszuwählen und sie zu euch zu senden mit unseren geliebten [Brüdern] Barnabas und Paulus, 26 Leuten, die ihr Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. 27 Wir haben nun Judas und Silas gesandt, die auch selbst mündlich dasselbe verkünden werden. 28 Denn es hat dem Heiligen Geist und uns gut geschienen, keine grössere Last auf euch zu legen als diese notwendigen Stücke: 29 euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, so werdet ihr wohl tun. Lebt wohl!_
"

Was also könnte es bedeuten, „sich der Unzucht zu enthalten“?

Und darauf hin, gabs diesen Protestbrief, der Teil der
Proteste gegen Schlessinger und ihre Ansichten war.

Und in diesem Zusammenhang betrachtet, finde ich an dem Brief
nach wie vor nichts verkehrtes.

Nach betrachten von Apg.15 immer noch nicht?

Ähm? Was hat das damit zu tun, dass es ultrakonservative
„Christen“ gibt, die unter Berufung auf das Alte Testament
Abtreibungsärzte töten oder Homosexuelle krankenhausreif
prügeln?

Eben, was hat der Brief damit zu tun?

Er wendet sich GEGEN diese Typen, die sowas für richtig
halten. Das ist doch wohl nicht verkehrt, oder?

Wie gesagt, es ist nicht verkehrt gegen radikale Fundamentalisten zu sein.
Aber es ist verkehrt, Zitate aus dem Zusammenhang zu reissen und dann noch falsch einzusetzen.

Gruss Harald

Hallo Deconstruct.

Wie ist das ganze dann eigentlich im Tanach überliefert? So
groß sollten die Unterschiede doch dabei eigentlich nicht
sein, oder?

Nu, in den betreffenden Punkte haben ich ja schon gezeigt, dass hier der Text im wesentlich ganz anders ist.

Was versteht denn dann ein frommer Jude unter „Steinigung“? :wink:
Kann mir da ehrlich gesagt darunter nur die grausame
Hinrichtung eines Menschen vorstellen. Und Steinigungen gabs
ja früher im Christentum - und heute wohl im Islam immer noch

  • und deren Ausführung war genauso, wie ich mir eine
    Steinigung vorstelle, nämlich grausam und schlecht.

Genau das stelle ich mir hierbei eben nicht vor. Die Steinigung ist ein komplexes Gerichtsverfahren, an dessen Ende als letzte Möglichkeit die Steinigung steht und auch deren Ausführung unterscheidet sich von anderen.

Ist es denn für dich kein Problem, dass dein G’tt Steinigungen nach deinen Vorstellungen befohlen hat?

Aber Jesus, hat nach christlicher Überzeugung, die Menschen
von der Sünde befreit, in dem er ihnen die Möglichkeit gibt,
sich von ihren Sünden reinzuwaschen (Beichte, Reue usw). Gott
wird damit zum verzeihenden und barmherzigen Gott.

Nu, das war er vorher auch schon. Jesus hat auch hier nichts Neues eingeführt.

Genauso werden die alten Prinzipien wie „Auge um Auge, Zahn um
Zahn“ ersetzt durch die Nächstenliebe und die Verzeihung.

Dieses Prinzip „Auge um Auge“ ist ein christliches. Im Judentum wird hier nur Schadensersatz und dessen Grenzen gelehrt. Ausserdem haben schon vor Jesus viele andere Gelehrte im Judentum betont, wie wesentlich die Nächstenliebe ist, was ja auch Mitzwot aus dem sogenannten „Alten Testament“ zurückgeht. Also auch hier nichts Neues.

"Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen
Nächsten lieben» (3. Mose 19,18) und deinen Feind hassen.

Nu, auch hiermit bringt Jesus nichts wesentlich neues. Es fällt hier ja auch schon auf, dass er sagt: „Ihr habt gehört“ und eben nicht: „es wird gelehrt“.

Welche Lehren zieht dann das Judentum z.B. aus diesen Passagen
im Leviticus? Oder wie interpretiert ihr das?

Für uns sind dieses Mitzwot, welche wir zu befolgen haben und uns von G’tt offenbart wurden. Aus diesem Grund versuchen wir zum einen, diese genau zu verstehen und alle in Einklang zu bringen und zum anderen dann in diesem Weise zu leben.

Schalom,
Eli

Hallo Deconstruct.

Der Brief richtet sich an alle Menschen und symbolisiert
Toleranz.

Wie geschrieben, an mich kann er sich nicht wenden, weil er einfach nur Unkenntnis und damit Respektlosigkeit zeigt. Sicherlich sind Fr. Schlessingers Ansichten zu kritisieren, aber ich sehe nicht, dass dieses dazu berechtigt Dummheiten gegen andere Religionen loszulassen.

Schalom,
Eli

Hallo deconstruct.

Mag ja sein, aber sprichst du diesen deswegen das Recht ab,
schwul zu sein? Oder forderst, dass sie damit aufhören sollen?
Ich denke nicht. Und mehr wollte der Brief nicht sagen.

Das hat er nun einmal aber nicht getan.

Solange man nicht anderen diese Sachen aufzwängt oder gegen
die Menschenrechte verstößt, ist mir es total egal, ob einer
„Fundamentalist“ ist, oder nicht.

Dann dürftest Du aber auch nichts gegen Fr. Schlessinger haben?!

Schalom,
Eli