Bisher noch nichts …
Hi Tessa und alle anderen,
jetzt muss ich doch noch meinen Senf zu dieser Diskussion abgeben. Vorweg schonmal: Ich glaube nicht an Gott.
Das heißt aber nicht, dass ich nicht früher gebetet hätte! Die freie Entscheidung, nicht zu glauben, kam bei mir erst relativ spät. Irgendwie war das ganze schon ein Zwang, aus dem ich mich nur mühsam befreien konnte. Insofern denke ich, dass das Ganze sehr stark von der Gesellschaft geprägt wird. Bei uns hat die Kirche noch (zu?) viel Macht, in anderen Ländern noch mehr. Es gehört einfach zur Kultur, an Gott zu glauben.
Die meisten Leute haben sich ja schon darauf geeinigt, dass Religion und Wissenschaft vereinbar sei, eben, weil Wissenschaft das „Wie?“ erforscht, die Religion aber nach dem „Warum?“ fragt. Insofern kann man die Frage nach Gott auch reduzieren auf: „Warum ist alles so, wie es ist?“ oder „Hat das Leben an sich einen Sinn?“
Nun, warum nicht die erste Frage mit dem anthropischen Prinzip beantworten: Weil wir sie sonst nicht so wahrnehmen könnten. In einem Universum voller Kälte/Hitze hätte sich kein Leben entwickelt, also können wir die Frage nach dem „Warum“ auch nur stellen, WEIL das Universum eben so ist, wie es ist. Da beißt sich die Katze selbst in den Schwanz.
Frage 2: Ich denke nicht, eben weil ich mir nicht vorstellen kann, wozu es dienen soll?! Um eine größere Aufgabe zu erringen? Vielleicht das ewige Paradies, wenn alle Menschen endlich nächstenliebend werden? Aber dann brauchen wir auch keinen Gott mehr, der uns das Paradies schafft, dann haben wir es nämlich schon selbst erreicht. Was ist also dann der Sinn?
Auch wenn diese Frage für Manche anmaßend klingt und sie mir antworten mögen: „Das menschliche Gehirn ist einfach nicht in der Lage, hinter die göttliche Weisheit zu blicken“, beharre ich doch darauf. Im Grunde ist es ein Patt, weil keiner seinen Standpunkt belegen kann. Und ein Glaube, der mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet befriedigt mich nicht. Es ist doch einfacher zu sagen: „Das Leben an sich hat keinen Sinn“ als „Das Leben hat einen von Gott gegebenen Sinn, den wir aber nicht erkennen können“. Letzteres ist unbefriedigend.
Also sage ich nur: Mein Leben hat einen Sinn, ich bin glücklich hier auf dieser Erde zu sein, auch wenn sie nur ein Staubkorn im Universum ist und auch, wenn es Probleme und Katastrophen gibt. Dazu sind wir halt Menschen. Ich brauche keinen Gott, an den ich glauben kann, und wie ein Vorredner schon gesagt hat: „Das Leben ist nicht die Generalprobe“ , mehr gibt es nicht, also macht hier etwas daraus!
Gruß
Sculpture