hallo carlos,
Ich sage einfach, dass deine obige Aussage Blödsinn ist.
Nun komme ich zu dir zu Besuch.
Du ziehst unter deinem Bett ein Terrarium mit einem kleinen
Waran hervor.
Und nun steh ich ziemlich bescheuert da.
nunja, ich werde dich nicht reinlassen und trotzdem bei meiner
behauptung bleiben. du kriegst nen kaffee an der tür und ich
erzähle dir von den neuen kunststücken meines drachens. dann
kannst du mir glauben-oder nicht. in jedem fall stehst du
bescheuert da.
Könnte sein. Bisher war ich immer der Meinung, dass derjenige
beweispflichtig ist, der eine Behauptung aufstellt, bzw. dass
man seine Meinung begründen können muß.
eine meinung nicht unbedingt, aber eine behauptung oder these.
sag ich doch. aber eine these beinhaltet etwas, und nicht
„nichts“. also: erstmal ist da nichts. ich stelle die these
auf:da muß doch etwas sein. ab diesem moment kann ich
behaupten:da ist „etwas“, muß es dann aber belegen können. dies
wäre eine korrekte reihenfolge, und nicht umgekehrt.
sonst könnte ich die absonderlichsten dinge behaupten, die bis
zum nachweis der unrichtigkeit als "wahr"gelten würden.
Er negiert somit nicht Existenz eines Gottes, wie auch, es
gibt diesen Begriff und den Glauben an einen Gott schließlich.
Er macht stattdessen Aussagen über seine Natur, indem er ihn
als „Krückengott“ bezeichnet. Somit stellt er eine Behauptung
auf. Die Grundlage dafür ist aber die These, dass ein Gott
außerhalb der Köpfe der Menschen nicht existiert.
Wenn er diese These nicht Beweisen kann, aber dennoch als
Grundlage für Folgerungen dient, so handelt es sich um ein
Dogma.
Somit hätten seine Behauptungen keine höhere Qualität, als
Folgerungen die auf dem Dogma „Es gibt einen Gott“ basieren.
das ist zwar in sich richtig gedacht, aber du gehst hier wieder
von dem axiom „gott“ aus. der „begriff“ und der „glaube“ sagt
rein garnichts aus über eine „wirklichkeit“.
also nochmal: es besteht keinerlei veranlassung, etwas zu
„negieren“, was nicht existiert. die grundannahme bzw
ursprungsthese ist nun mal eine andere, und, wie gesagt, wer
behauptet, etwas „ist“, muß entweder eine beweisführung antreten
oder sich in seinen glauben zurückziehen.
beides widerspricht sich jedoch nicht.
Es gibt durchaus Beweisführungen die für eine Existenz Gottes
sprechen. Dass diese Beweissführungen nicht jeden Menschen
überzeugen können liegt auf der Hand. Auch dass sie nicht
naturwissenschafftlichen Kriterien genügen, da die
Naturwissenschafften die Existenz von „höheren Mächten“ bei
ihrer Arbeit explezit ausschließt, ja auschließen muss.
daher sind diese „beweisführungen“ auch keine. keine
wissenschaft behauptet von sich, alles zu wissen. lediglich
wiederholbares wird akzeptiert, grob gesagt.
„religiöse“ beweisführung ist immer etwas hilflos und endet
wiederum in zirkelschlüssen. mir sind in ähnlichen diskussionen
immer wieder solche scheinargumente untergekommen wie:
„gott ist existent, weil es in der bibel steht. die bibel ist
gottes wort. es gibt die bibel, also muß es gott geben. sonst
wäre der wortlaut der bibel falsch, und das kann nicht sein, da
sie ja gottes wort ist.“
also? eine in sich geschlossene, unangreifbare festung mit
schlechter logik, die systemimmanent jedoch prächtig
funktioniert.
Die Weltreligionen haben häufig die Mission als
Kerngedanken. Wie wären sie sonst zu Weltreligionen geworden.
Wenn dies heute an Bedeutung verloren hat, so liegt es daran,
dass die großen Weltreligionen ihre Gebiete abgesteckt haben
und eine gewisse sattheit erreicht haben, bzw. die Intensität
des Glaubens abgenommen hat.
soweit richtig. aber ist das ein erstrebenswerter zustand?
über den „missions“-gedanken müssen wir hoffentlich nicht
diskutieren.
gute nacht,
frank

