Was sind die Ursachen der seelischen Krankheiten

Guten Tag,

waere es moeglich, dass seelische Krankheiten
aehnliche Ursachen haben wie koerperliche Krankheiten? Z.B.: zu wenig Schlaf/Erholung, zu viel Stress, zu wenig Bewegung,einseitiger Bewegung, falsche Ernaehrung, mangelnde Hygiene,zu wenig oder falsche Pflege, zu wenig/zu viele soziale Kontakte etc. etc.? Oder ist diese Gedanke zu naiv? Und wenn ja warum? Schreibe bitte nicht, dass eine Seele keinen Knochenbruch erleiden kann. Dazu gibt es die Rubrik: Witze.

Gruss: Ge-es

Kurz und knapp
Hi
ehr viele seelische Erkrankungen entstehen aus einer Mischung von äußeren Einflüssen und der persönlichen seelischen Konstitution, wobei bei die Neurosen und Psychosomatosen die äußeren Einflüsse mehr Anteil haben als bei den Psychosen.
Gruß,
Branden

Hallo van Branden,

darf ich dich fragen, welche Definition von „Psychose“ und „Neurose“ deiner Aussage zugrunde liegt?

Gruß

Jenna

Hallo,

Mir wurde das von meinem Arzt mal so erklärt, dass Belastungen, wie Schlafmangel, Stress usw. bei entsprechender Disposition beim Betroffenen psychische Erkrankungen auslösen können. Beobachtet habe ich das beim Burnout eines Kollegen, der erst körperliche Beschwerden, totale Schwäche empfunden hat, und mit einem mal davon überzeugt war, in 5 Minuten sterben zu müssen (interessanterweise über Stunden hinweg, ausreden war unmöglich). Er war dann einige Zeit in psychiatrischer Behandlung und mit entsprechender medikamentöser Unterstützung und Streßabbau hat sich die Erkrankung wieder gelegt.

Bei mir führt vor allem Schlafmangel dazu, dass die psychischen Beschwerden massiv stärker werden. Wie jedoch ein Mensch auf (Über-)Belastungen reagiert, ergibt sich daraus, wie er im Laufe seines Lebens gelernt hat, Belastungen zu verarbeiten - oder er hat es eben schlecht oder gar nicht gelernt.

Ich habe jedoch leider nicht den Überblick eines Fachmannes über alle Arten von psychischen Erkrankungen - insoferne finde ich Brandens knappe Antwort schade - aber mir ist auch bewusst, dass dies nicht auf alle Formen von psychischen Erkrankungen zutrifft, sondern eher auf die von Branden erwähnten psychsomatomen Formen. Ich glaube u. a. Schizophrenie ist anders „gestrickt“ und es gibt sicher zahlreiche Erkrankungen, die nicht in mein oben beschriebenes Erfahrungsbild passen.

Den von Dir erwähnten aus dem Lot geratenen Sozialkontakt (zu viel / zu wenig) würde ich jedoch nicht mehr als Ursache, sondern bereits als Ausdruck einer bestehenden Erkrankung sehen.

Ich hoffe mein Blick ist durch die eigene Erkrankung nicht zu eingeschränkt, sonst bitte ich die Spezialisten mich zu korrigieren (oder vielleicht auch zu bestätigen?)

Gruß

morrighan.

Hi Jenna

darf ich dich fragen, welche Definition von „Psychose“ und
„Neurose“ deiner Aussage zugrunde liegt?

Ebeneso könntest du mich bei einer Diagnose wie „Herzinsuffizienz“ nach der Definition fragen. Die Diagnosen, seien sie aus der Inneren, aus der Chirurgie, aus der Augenheilkunde oder der Psychiatrie, sind klar definiert und nicht irgendwie kaffeesatzmäßig auslegbar. Es sind wissenschaftliche Diagnosen.
Gruß,
Branden

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Die Ursachen der seelischen Krankheiten
liegen aller Regel nach in den nicht-artgerecht verlaufendenen Kindheitsbeziehungen, wobei Sigmund Freud aus dem psychischen Krank-Sein restlos aller Familienmenschen schloß, dass die beziehungsmäßige Strukturdynamik der „Familie“ selbst krankmachend sei. Was er beim damaligen Forschungsstand nicht klar herausarbeiten konnte, stellt folgendes dar:

1- Diese Daseinsform ist zu klein für die Bildung einer artegrechten Kindergruppe, die alle Altersstufen umfasst (so dass die Kinder sich unterreinander sozialisieren nach dem sog. „Selbstorganisationsprinzip“),
2 - Weil die Familie zu klein ist für solche konstant ca. 20 Kinder umfassende Gruppe, werden die Kinder von ihren erwachsenen Bezugspersonen triebfeindlich/ moralisch erzogen, sie zu brav funktionierenden „instinktverarmten“ neuen Bürgern züchtend

  • zwei Sachverhalte, die jeder auf seine Weise zu dem am häufigstens verbreiteten, „normalen“ seelischen Leiden führen: „neurotische“ Strafangst vor den Triebregungen der Seele/ angstfreies Haschen nach den moralisch legalisierten Ersatzbedürfnissen, und das lebenslängliche „narzißtische“ Sehnen nach ersatzweise vom Partner erhoffter Mutterliebe. Dass viele Psychotherapeuten und Pädagogen diese Normalität zwar fahrlässig aber äußerst profitabel mit „Gesund“ gleichsetzen (um Abweichungen entsprechend zu korrigeren), sagt dabei etwas aus über ihre eigenen seelischen Probleme…

Abgesehen von den nicht artgerechten Kindheitsbeziehungen gibt es auch genetisch-/angeborene Faktoren, die zum Ausbruch zusätzlicher Störungen führen oder ihn begünstigen - etwa das „psychotische“ Unvermögen des ICH-Bewusstseins, die innere von der umgebenden Realität zu differenzieren/ „Stimmen hören“. Hinzu kommen jene Ereigenisse, die auch Erwachsene seelisch traumatisieren können, selbst wenn sie zuvor ebenso gesund geblieben sein sollten wie sie geboren wurden: Folter, Kriege, schwere Unfälle usw. Solche Ereignisse und angeborenen Faktoren würden aber auf psychischem Gebiete weit weniger schwere Folgen haben (wenn überhaupt), wäre die Kindheit artgerecht verlaufen… So führt die eine besondere Sensibilität voraussetzende Fähigkeit des Stimmen hören nicht unbedingt zu einer Psychose hin, ja kann die Stimme sogar als unfehlbare Weisheit der Natur/ „Intution“) geschätzt werden/ vgl. Sokrates’ „Daimonion“…

Hallo van Branden,

darf ich dich fragen, welche Definition von „Psychose“ und „Neurose“ deiner Aussage zugrunde liegt?

Das darfst und sollst Du, da die akademische Psychologie Anspruch erhebt auf „Wissenschaftlichkeit“, um sich von der christlichen Religionen und ihr credo quia absurdum zu unterschieden. An den Früchten (Antworten) erkennt man dann, ob es sich hierbei um wahre Aussagen handelt oder bloße Lippenbekenntnisse… In der Tat fehlt der akademischen Psychologie ein naturwissenschaftlich fundiertes Gesundheitsmodell, anhand dessen es möglich und machbar wäre, beispielsweise die Neurose ebenso klar zu definieren wie eine Herzinsuffizienz: als irrationale Angst des Ich-Bewusstseins vor den biologisch-genetisch verankerten Grundbedürfnissen/ Instinkten des ES. Solche Angst ist meistens erziehungsbedingt (immer traumatisch ins Über-Ich eingeprägt) und führt in der Regel zur Verdrängung der betreffenden ES-Regungen ins Unbewusste - nicht zur Auslöschung. Andernfalls würden sich keine „neurotischen“ Symptome bemerkbar machen, jedesmal, da dem ES gelingt, die Verdrängungsbarriere (partiell) zu überwinden…

Die Tatsache, dass unsere ganze Gesellschaft derart „neurotisch“ ist (per Definition), darf aber nicht heißen, dass es gut wäre, diese Normalität mit dem Naturzustand der „Gesundheit“ gleichzusetzen. Das zeugt im Gegenteil von der neurotischen Ignoranz derer Fachleute, die sich dazu hinreissen lassen, oder sonst den Laien unklare Auskünfte erteilen, die es schwer oder unmöglich machen, sie zu hinterfragen.

Das darfst und sollst Du, da die akademische Psychologie
Anspruch erhebt auf „Wissenschaftlichkeit“, um sich von der
christlichen Religionen und ihr credo quia absurdum zu
unterschieden.

Deswegen habe ich ja auch keine Diagnosen aus cder akademischen Psychologie angeführt, sondern psychiatrische, also ärztliche Nomenklatur, verwendet.

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ja, ich möchte es sogar noch extremer ausdrücken als du:

(fast)ALLE psychischen Störungen entstehen in der Gegenwart - unter anderem durch die Faktoren, die du aufgeführt hast. Dazu kommen traumatische Ereignisse, das wären quasi die Armbrüche (oder schlimmeres) der Psyche.

Natürlich kann ein Kindheitstrauma bleibende Schäden hinterlassen, aber die heutigen Probleme entstehen auch da nur durch heutiges Verhalten.

Ich meine, zu konstruktiven Lösungen kommen wir nur, wenn wir uns klar machen, dass psychische Probleme nur durch unser gegenwärtiges Verhalten entstehen und auch nur in der Gegenwart behandelt werden können (medikamentöse Behandlung beziehe ich da durchaus mit ein).

Graben in der Vergangenheit und Beschuldigung von Eltern, Schule oder sonstigem mag nachvollziehbar sein, konstruktiv ist es nicht.

Gruß ina

Deswegen habe ich ja auch keine Diagnosen aus cder akademischen Psychologie angeführt, sondern psychiatrische, also ärztliche Nomenklatur, verwendet.

Weswegen? Damit Jenna weiß, dass sie Dich - da Du Dich als Wissenschaftler ausgibst - fragen soll und darf? Mein diesbezüglicher Kommentar auf ihre Frage war lediglich polemisch, davon veranlasst, dass Du ihrer Bitte um eine Definition u.a. des Begriffes Neurose nicht nachgekommen bist. Höchstens in dem Sinne, dass es unter den verschiedenen akademischen Nomenklaturen keine einheitliche Definition gibt - oder wie darf man Deine Stellungnahme auf Jenna verstehen?

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(fast)ALLE psychischen Störungen entstehen in der Gegenwart

Leider ist das Gegenteil der Fall: sie machen sich zwar (fast) immer in der Gegenwart bemerkbar, ihre Entstehung liegt aber (meistens) in der Vergangenheit, und zwar zuerst in der Beziehung des Säuglings zu seiner Mutter. Ihr als leidender Erwachsener bloß die Schuld daran zu geben (falls sie überhaupt noch lebt) und weiter nichts zu unternehmen, wäre dann freilich auch nur symptomatisch: Solch ein Mensch ignoriert die Fähigkeit des ICH-Bewusstsein, aus der tiefenpsychologischen Entdeckung causaler Zusammenhänge - etwa traumanalytisches Graben im Unbeussten - Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Selbstverständlich findet sowohl dies (nämlich die Therapie) als auch das diagnostische Ursachenforschungverfahren in der Gegenwart statt…

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So führt die eine besondere

Sensibilität voraussetzende Fähigkeit des Stimmen hören nicht
unbedingt zu einer Psychose hin, ja kann die Stimme sogar als
unfehlbare Weisheit der Natur/ „Intution“) geschätzt werden/
vgl. Sokrates’ „Daimonion“…

das finde ich interessant was du da schreibst. denn ich höre stimmen, öfter mal, wenn ich erschöpft bin zum beispiel, und es wurde immer als psychose-ähnlicher zustand bezeichnet, allerdings war und ist mir immer klar gewesen dass diese stimmen nur in meinem eigenen erleben existieren…

hmmm, danke für diesen denkanstoss

Hallo Ina,

Graben in der Vergangenheit und Beschuldigung von Eltern,

Schule oder sonstigem mag nachvollziehbar sein, konstruktiv
ist es nicht.

Manchmal glaube ich, dass Menschen nach diesem „Graben“ zuviel Nachsicht mit sich selber ausueben. Leider aber nicht mit den Mitmenschen.

(fast)ALLE psychischen Störungen entstehen in der Gegenwart -
unter anderem durch die Faktoren, die du aufgeführt hast. Dazu
kommen traumatische Ereignisse, das wären quasi die Armbrüche
(oder schlimmeres) der Psyche.

Also du denkst, dass einige psychische Stoerungen vermeidbar waeren wenn wir unsere Seele ebenso lieben und pflegen als unseren Koerper? z.B. keine 20h Nachrichten mehr schauen.

Danke fuer deine Antwort: Ge-es

Gutenabend Joshua,

danke fuer deine Bemuehungen. Wenn ich deine Postings richtig begriffen habe,dann glaubst du nicht, dass die Seele aus aehnliche Gruende erkranken kann wie der Koerper?

Gruss: Ge-es

Hallo Morrighan,

danke fuer deine Reaktion.

Den von Dir erwähnten aus dem Lot geratenen Sozialkontakt (zu

viel / zu wenig) würde ich jedoch nicht mehr als Ursache,
sondern bereits als Ausdruck einer bestehenden Erkrankung
sehen.

Kann sein. Manchmal ist es wie beim Huhn und seinem Ei. Wer war zuerst da.

Bei mir führt vor allem Schlafmangel dazu, dass die
psychischen Beschwerden massiv stärker werden. Wie jedoch ein
Mensch auf (Über-)Belastungen reagiert, ergibt sich daraus,
wie er im Laufe seines Lebens gelernt hat, Belastungen zu
verarbeiten - oder er hat es eben schlecht oder gar nicht
gelernt.

Dies versteht sich als teilweise Bestaetigung, dass Seele und Koerper durch aehnliche Ursachen krank werden konnten. Ein Burnout, wie du das bei einem Kollegen beobachtet hast, verstehe ich wie wenn mann zu lange in zu hohe Geschwindigkeit eine Strecke rennt die einem etwas angst macht, und auch nicht gut kennt, keine Pausen einlegt. Und vielleicht auch die andere Teilnehmer ueberschaetzt. Dann gibt es auch einen Kollaps.

Gruss: Ge-es

Hallo van Branden,

Hi

ehr viele seelische Erkrankungen entstehen aus einer Mischung
von äußeren Einflüssen und der persönlichen seelischen
Konstitution, wobei bei die Neurosen und Psychosomatosen die
äußeren Einflüsse mehr Anteil haben als bei den Psychosen.
Gruß,
Branden

Willst du damit sagen, dass koerperlich Krankheiten andere Ursachen haben als die Krankheiten der Seele?

Gruss: Ge-es

Dir auch einen guten Abend.

Ja, einerseits können oder müssen für die sog. seelischen Erkrankungen offenbar andere Ursachen angenommen werden als für die sog. körperlichen. Da ich aber mit Freud Körper und Geist lediglich für zwei sich im naturgemäßen Zustand der Gesundheit harmonisch ergänzende Aspekte des selben erachte: der Seele nämlich (die also einen dritten, synthetischen, Sachverhalt ergibt) -, kann solche Unterschiedung nur einen vorläufigen Charakter haben. Sie steht zunächst im Dienste des diagnostischen Verfahrens und letzlich der daraus zu entwickelnden therapeutischen - oder besser noch profilaktischen Empfehlungen…

Anders gesagt: Bleibt ein Kind dauernd sozial unterfordert (fehlen artgerechter Kinderbeziehungen) und wird dazu auch noch von seiner Mutter zum triebfeindlichen Gehorsam erpresst (- die Bedrohung mit dem sog. „Liebesentzung“ ist die effektiveste Erziehungswaffe überhaupt), dann führt dies selbstverständlich nicht nur zu „seelischen“ Störungen, sondern schlägt es sich ebenfalls in körperlichen und geistigen Abweichungen nieder. Mindestens anbetreffen diese Anomalien also jene Organe, die für die Verinnerlichung von „Erfahrungen“ und das bewusste Denken prädestiniert sind. Mag sich der restliche Körper anscheinbar optimal entfalten: solch ein Lebewesen kennt nicht den Naturzustand der vollen seelisch-/ geist-körperlichen Gesundheit, kein „Glück“…

Wie Du siehst, Deine wichtige Frage führt direkt zum „Leib-Seele“-Problem, über das sich das Abendland 2000 Jahre lang ergebnislos den Kopf zerbrach, bis Freud kam…

es wurde immer als psychose-ähnlicher zustand bezeichnet, allerdings war und ist mir immer klar gewesen dass diese stimmen nur in meinem eigenen erleben existieren…

Das spricht an sich gegen die genannte akademische Diagnose. Davon abgesehen wäre aber für eine fundierte Erklärung des Phänomens interessant, was Deine Stimmen Dir mitzuteilen versuchen; daraus ließe sich auf ihre Herkunft schließen. Grundsätzlich gibt es nämlich zwei verschiedene, sogar unvereinbare Möglichkeiten:

>> Entweder stammen sie aus dem moralisch-triebfeindlich erzogenen Über-Ich, dem ICH-Bewusstsein dazu ratend, fromm oder artig zu denken, damit man vom Lieben Gott im Himmel oder den Eltern (Erziehern) auf Erden geliebt wird. Solche Stimmen nennt man „religiöse“ Offenbarung.

>> Oder aber stammen die Stimmen aus dem ES, seinem ICH - so wie bei Sokrates der Fall war - dazu ratend, dessen Irrtümer einzusehen und zu korrieren, bevor dass sie zu einem Verhalten führen, das nachteilige Konsequenzen für das Glück des Gesamtorganismus hat. Diese Art Stimmen gehören zum Phänomen der „mystischen“ Offenbarung.

Hallo,

Hinzu kommen jene Ereigenisse, die auch Erwachsene seelisch
traumatisieren können, selbst wenn sie zuvor ebenso gesund
geblieben sein sollten wie sie geboren wurden

Leiden wir alle unter „seelischen Krankheiten“? Das „sein sollten“ schließt seelische Unversehrtheit nahezu aus. Wir sind aber nicht alle seelisch krank.

Folter, Kriege,
schwere Unfälle usw. Solche Ereignisse und angeborenen
Faktoren würden aber auf psychischem Gebiete weit weniger
schwere Folgen haben (wenn überhaupt), wäre die Kindheit
artgerecht verlaufen…

Die Folgen derartiger Ereignisse dürften weitgehend unabhängig von „artgerechter“ Kindheit ähnlich sein.
Es stellt sich zuerst die Frage: Was ist „seelisch krank“? Wer ist „seelisch krank“? Nicht annähernd soviele wie du es darstellst.

Tommy

Hinzu kommen jene Ereigenisse, die auch Erwachsene seelisch traumatisieren können, selbst wenn sie zuvor ebenso gesund geblieben sein sollten wie sie geboren wurden

Leiden wir alle unter „seelischen Krankheiten“? Das „sein sollten“ schließt seelische Unversehrtheit nahezu aus.

Das tut es mitnichten. Das „gesund geblieben sein sollten“ heißt nur, dass eine seelische Erkrankung imfolge z.B. einer schweren körperlichen Traumatisierung viel wahrscheinlicher dann akut wird, wenn das erwachsene Opfer wärend der Kindheit seelisch vorbelastet wurde. Bei sehr vielen Menschen, die seelisch gesund heranwachsen, ist das ausgeschlossen: man kann sie zu Tode foltern, sie zerbrechen daran aber seelisch nicht. Seelische Krankheiten entstehen erst /- werden akut oder latent bis zum Ausbruch verankert), wenn man als kleines Kind von den engsten, einzigsten Bezugspersonen z.B. der moralischen Erziehung unterworfen wird…

Wir sind aber nicht alle seelisch krank.

Wenn man die kranke „Normalität“ unserer Gesellschaft fahrlässiger Weise als „Gesund“ definiert (- so wie es z.B. die akademische Psychologie macht), dann sind sogar die meisten nicht seelisch krank.

Es stellt sich zuerst die Frage: Was ist „seelisch krank“? Wer ist „seelisch krank“? Nicht annähernd soviele wie du es darstellst.

Egal wie viele oder wenige: Mit Deiner leider nicht weiter begründeten quantitativen These/ s. letzter Satz) gibst Du weder eine Antwort auf Deine beiden davor geäußerten qualitativen Fragen(?) ab, noch nimmst Du zur Kenntnis, als was ich stellvertretend der Tiefenpsychologie Freuds die seelische Krankheit „Neurose“ definiert habe. Demnach sind restlos alle Gesellschaftsmenschen seelisch krank - einschließlich Freud (gemäß seiner Selbstanalyse) -, auch wenn es Dir und weiteren zahllosen Kanditaten nicht passt. Freu’ Dich doch, wenn Du gesund geblieben sein solltest…