Hallo Harald,
Dem widerstreite ich aber vehement. Es geht
der Wachturmgesellschaft nicht um Gott,
das ist eine schwere Beschuldigung.
Kannst Du das beweisen?
Das kann ich nicht, aber ich kann es ableiten. In zahlreichen Aussteigerberichten liest man, dass es ZJ nicht erlaubt ist, den Wachturm zu kritisieren oder sich auch nur eine eigene, andere Meinung zum Glaubensbild des Wachturms zu machen. Ansonsten droht der Ausschluss. Daraus folgere ich persönlich, dass somit nicht Gott im Vordergrund stehen kann, sondern die wenig überzeugenden Glaubensansichten des Wachturms, da der Glaube an ihn ansonsten nicht unter der Androhung des Rauswurfs erzwungen würde.
sondern um die
Wachturmgesellschaft und darum, dass möglichst alle Menschen
unbedingt an ihre Verkündigungen glauben.
Dsa haben sie doch mit anderen Religionen gemeinsam.
Wollen die Moslem etwas anderes?
Oder die rk Kirche?
Mir ist es bisher persönlich in der Ev.-Luth. Kirche und auch nicht in unserer römisch-katholischen Nachbargemeinde, mit der es viele gemeinsame Aktivitäten gibt, noch nie passiert, dass mir jemand gesagt hätte, ich müsse unbedingt eine bestimmte Konfession annehmen, um gerettet zu werden. Es gibt mittlerweile im kleinen Rahmen sogar gemeinsame Aktivitäten mit der Neuapostolischen Kirche, der ja meine Frau angehört. Selbst von da kommt sowas nicht (mehr). Die NAK überarbeitet derzeit ihren Katechismus, wobei sie in der neuen Ausfertigung vom alleinigen Heilsanspruch Abstand nehmen will. Aber das ist ein anderes Thema.
Also ich möchte auch, dass man meinen Ausführungen Glauben
schenkt.
Wozu rede / schreibe ich denn sonst?
Die Frage ist nur, ob auch Du dann denkst, dass derjenige, der Dir keinen Glauben schenkt, zwangsläufig verloren sein muss. Ich denke da sehr stark an das Gleichnis vom Zöllner und Pharisäer.
Hinweis: Zeugen
Jehovas exkommunizieren eigene Mitglieder u. a. dann, wenn sie
die Verkündigungen der WTG infrage stellen.
Das ist doch nur konsequent.
Ja. Das Gegenteil wäre in diesem Sinne Dialogfähigkeit, Offenheit, Geduld und insbesondere der uns von Gott gelassene freie Wille. Ich habe in „meiner Kirche“ schon sehr oft harte Glaubensfragen angebracht, zu denen ich durchaus eine andere Meinung hatte, obwohl mir hinterher aus Selbstüberzeugung klar wurde, dass ich falsch lag. Was, wenn man mich vor dieser Selbstüberzeugung rausgeworfen hätte? Das wurde nicht mal thematisiert.
Jesus sagt:„wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“
(Matth.12,30)
Womit er natürlich gesagt hat, dass er damit jene meint, die in seinem Namen sammeln. Und in seinem Namen sammelt nicht der, der sich bereits als falscher Prophet bewiesen hat. Denken wir an die zahlreichst fehlgegangenen Endzeit- und Weltuntergangsprophetien der Wachturmgesellschaft und dann lesen wir nochmal bei
Apg 1,7
„Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat.“
Mt 24,36
„Von jenem Tag aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel in den Himmeln, auch nicht der Sohn, sondern der Vater allein.“
-
Mose 18,22
„wenn der Prophet im Namen des HERRN redet, und das Wort geschieht nicht und trifft nicht ein, so ist das das Wort, das nicht der HERR geredet hat. In Vermessenheit hat der Prophet es geredet; du brauchst dich nicht vor ihm zu fürchten.“
-
Mose 18,20
„Doch der Prophet, der sich vermessen sollte, in meinem Namen ein Wort zu reden, das ich ihm nicht befohlen habe zu reden, oder der im Namen anderer Götter reden wird: dieser Prophet muß sterben.“
Naja, solche Verse sind heutzutage ja nicht gerade „en vogue“, aber das heisst zumindest, dass Propheten, die Falsches verkünden, bei Gott nicht sonderlich beliebt sind. Deshalb frage ich mich: Kann die die WTG mit Jesus sammeln?
Diese Ansicht hat Carlos bereits zurückgewiesen.
Darauf werde ich mich dann noch beziehen.
Mit dem Ökumenischen Rat habe ich allerdings auch meine
Probleme.
Man soll keine Zugeständnisse gegen seine Überzeugung machen.
Und mit manchen Kompromissen in der Lehre kann ich nicht
wirklich mitgehen. (ist aber ein anderes Thema)
Nun, das soll man in der Tat nicht. Aber ich glaube, dass es ein höheres Ziel gibt, als die eigenen Überzeugungen durchzusetzen. Man soll nicht verlangen, dass andere Konfessionen sich so verbiegen, dass sie wie ein Hündchen über das Stöckchen springen. Aber man kann aufeinander zugehen und wenigstens einmal prüfen, ob viele Unterschiede tatsächlich so groß sind, wie sie geschrieben werden.
nu ja, vielleicht bin ich nicht objektiv, aber konfessionelle
Glaubensansichten prüfe ich gerne am Wort der Bibel.
Und da läßt sich schon ein richtig oder falsch ablesen.
Richtig. Dann vergleiche bitte Deine Bibel mit der Neuen-Welt-Übersetzung der Zeugen Jehovas und belege mir dann, welche Bibel die richtige ist. Denn der ZJ sieht es genau wie Du und wird deshalb anhand seiner NWÜ-Bibel für richtig belegen können, was Du anhand Deiner Bibel als falsch nachweisen kannst. ;-p
Hmm ja, welches Gottesbild haben denn die Menschen?
Die Menschen haben unterschiedliche Gottesbilder. Doch das der
Zeugen Jehova gibt es ja logischerweise erst seit den Zeugen
Jehova, weshalb es vor den ZJ kein Mensch kannte, mit Ausnahme
ihres Gründers, der es kurz zuvor entwickelte.
Das ist auch wieder eine Behauptung, für die ich gerne einen
Beleg hätte.
Kann es nicht sein, dass auch Russel sein Gottesbild von
seinen Lehrern übernommen hat?
Scheinbar nein. Wie ich gelesen habe, war er mit keinem der Glaubensbilder, die er zuvor kennengelernt hat, einverstanden. Daher ist es für mich schlüssig, dass es sich um eine neue, von ihm begründete Lehre handelt. Wäre es keine neue Lehre, hätte er sicherlich nicht die ZJ gegründet?
Die meisten
Menschen werden eben ein anderes Gottesbild gehabt haben.
Die Griechen auch 
"Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr
Männer von Athen, ich sehe, daß ihr die Götter in allen
Stücken sehr verehrt. Ich bin umhergegangen und habe eure
Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand
geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch,
was ihr unwissend verehrt. " (Apg.17,22-23)
Das sage ich ja: Die Menschen hatten unterschiedliche Gottesbilder. Und ich habe nicht gesagt, dass das Gottesbild der ZJ falsch, sondern dass es neu ist. Zum Gottesbild zählen für mich alle Aspekte eine Glaubens.
Abraham hatte bestimmt ein anderes Gottesbild. War es deshalb
falsch?
Wie gesagt. Ich sagte nicht, ein bestimmtes Gottesbild wäre richtig oder falsch, sondern die Gottesbilder wären unterschiedlich.
Der Zeuge Jehova glaubt:
2. Der Heilige Geist ist nicht Gott, sondern eine Kraft
Gottes, die nicht allein hilft, Gott kennenzulernen, sondern -
neben der Wachturmgesellschaft, durch die sich Gott den
Menschen in erster Linie offenbart - ein lediglich weiteres
Offenbarungsmittel Gottes.
Da würde ich darauf vertrauen, dass der Heilige Geist den
wirklich Suchenden die richtige Erkenntnis bringt.
Die wirklich Suchenden bekommen aber scheinbar Probleme mit ihrem Mitglieschaftsverhältnis. D. h., dass sie entwender innerlich und nach außen unbemerkt suchen, was dann aber zu einer inneren Zereissprobe werden kann (bleibe ich trotzdem dabei und quäle mich innerlich oder trete ich aus und laufe Gefahr, mein bisheriges Umfeld total aufgeben zu müssen), oder sie finden bei den ZJ wirklich das, was sie suchten, was dann aber nur heissen kann: Offenbarung durch die WTG an erster, Offenbarung durch den Heiligen Geist an zweiter Stelle.
Die glaubenswirksamen Differenzen liegen m. E. daher auf der
Hand.
Ich sagte ja schon: Dir und mir können die ZJ nicht viel Neues
bringen 
Aber kann der Durchschnittschrist, bei dem der ZJ klingelt,
das auch so darlegen?
Ich bin auch nur ein Durchschnittschrist. Sehr durchschnittlich sogar 
Und wenn nicht, warum nicht?
Hat er sich damit nicht beschäftigt? Dann ist es doch von
Vorteil, wenn die Begegnung mit einem ZJ dazu führt, dass man
sich mit den eigenen Glaubensinhalten auseinandersetzt.
Das bestreite ich auch nicht. Natürlich kann man es so sehen, dass eine solche Begegnung dazu führen kann, dass man sich selbst wieder mit dem eigenen Glauben befasst. Das ist vermutlich sogar nicht selten der Fall. Doch sicherlich wollen die ZJ mit ihrem Besuch nicht erzeugen, dass ein Lutheraner sich enger an die Lutherische Kirche bindet. Das ist es doch, was ich in meinem Ausgangspost kritisierte, als ich sagte, dass sie Christen missionieren wollen. Das ist nach meinem Dafürhalten Abwerben, was ich grundsätzlich nicht in Ordnung finde. Man kann den Glauben durchaus streiten, aber man darf seinen Gegenüber nicht unter Zwang setzen, indem man ihm unterschwellig das Jüngste Gericht androht, wenn er nicht das glaubt, was man ihm vermitteln will.
Gruss
tigger