Moin Wolfgang!
und auf der anderen Seite eine Anzahl von Betrieben, die immer weiter rationalisieren.
Ratio -> Vernunft. Die Betriebe handeln vernünftig. Das
soll falsch sein?
Die KAPITALISTISCHE Vernunft definiert nicht den allgemeinen Begriff von Vernunft !
Ich habe den Begriff „rationalisieren“ nur verwandt, damiit man weiss, was ich anspreche.
Der Staat unterstützt diesen Prozeß auch noch, weil die
Abschaffung von Arbeitsplätzen abgabentechnisch belohnt wird.
Das stimmt schlicht nicht.
Richtig ist allerdings, daß für nicht vorhandene Mitarbeiter
Löhne und Abgaben entfallen. Aber wie soll das anders gehen?
Eben. Die Abgaben beziehen sich auf die vorhandenen Arbeitplätze und nicht auf den WErt der geschaffen wird. Folglich belohnt der Staat eine niedrigere Zahl von Arbeitsplätzen bei gleicher Produktion durch verringerung der geforderten Abgaben. Das leuchtet Dir doch ein, oder ?
Willst Du die Abgabenlast der verbliebenen Mitarbeiter
erhöhen?
Habe ich nicht gesagt !
Wie wäre es mit
einer WErtschöpfungsabgabe zur Finanzierung der Sozialsysteme?
Jedes Unternehmen zahlt gewinnabhängige Steuern. Was denn
noch?
Eine Wrtschöpfungsabgabe ist etwas völlig anderes als eine Gewinnsteuer!
Im übrigen wird es Unternehmen ermöglicht ihre Gewinne wegzurechnen, bzw. durch den Kauf von Mantelgesellschaften Verluste vorzutäuschen
… schlage ich
eine radikale Verkürzung der zulässigen Wocharbeitszeit vor.
Solche Ideen stammen aus der Zeit, als das Hamburger
Arbeitsamt täglich per Radio verlauten ließ, daß sich
soundsoviele Hafenarbeiter zur Frühschicht in der
Admiralitätsstraße einfinden mögen.
Wie begegnest dDu denn bitte dem Faktum, daß die Erwerbsarbeit in Dtl immer weniger wird ?
Niemand käme auf
die Idee, etwa am Werk eines Bildhauers oder Kunstmalers durch
eine andere Person weiterarbeiten zu lassen, wenn der Künstler
Feierabend gemacht hat.
In gleicher Weise ist es unmöglich,
die Arbeit von Konstrukteueren oder Entwicklern beliebig zu
teilen.
Schon mal was von Teamarbeit gehört ?
Weil Gewerkschaften und Betriebsräte in etlichen
Unternehmen die Wochenarbeitszeit eingehalten wissen wollten,
Lag vielleicht auch daran, daß die damit verbundenen Lohnkürzungen einfach nicht tragbar waren ???
Außerdem trifft das runterfahren in einem Betrieb nicht den Kern. Gesamtgesellschaftlich könnte die Reduzierung von Wochenarbeitszeit sehr wohl sinnvoll sein, weil so mehr Menschen in menschenwürdige Arbeit kämen. In den meisten Ländern gibt es im Schulwesen übrigens eine Sabbatjahrregelung, die im Effekt mehr Lehrer beschäftigen um die gleiche Anzahl an Stunden bereitzustellen
http://www.gew.de/wissen/wissenspool/texte/synsab.pdf
wurden ganze Entwicklungsabteilungen ausgegliedert und
verselbständigt. Viel Arbeit ging und geht an Selbständige und
manchem Mitarbeiter großer Firmen wurde die Kündigung nahe
gelegt, damit er sich selbständig macht und endlich so lange
arbeitet, wie er will und kann.
Ja, ja, sich selbst beutet der Mensch am effektivsten aus.
Das ist ja gerade das perfide an der „Ich-AG“
Die herrschende Politik hat damit hofähig gemacht, was sich neoliberale
Lügner schon immer wünschten . „Der Mensch als Ware“ Und das ab 600 Euro.
Wir machen unseren Standort mit den versimpelnden Ideen der
Arbeitszeitverkürzung kaputt. So etwas konnte man beim
ameisenhaften Heer der Blaumannträger vertreten, aber nicht in
einer Wirtschaft, die unbedingt auf das nicht austauschbare
Produkt und den nicht austauschbaren Spezialisten angewiesen
ist.
s.o. Teamarbeit
Gruß Stefan