Wer hat Lust eine Partei mit mir zu gründen?

Hallo Wolfgang,

Niemand baut Arbeitsplätze ab, die er zur Realisierung
betriebliche Ziele braucht.

DOch ! Die werden über Outsoucing im Betrieb gestrichen. Die auswärts entstehenden Arbeitsplätze sind schlechter abgesichert und vor allem schlechter bezahlt.
Produktion realisiert, „Kostenfaktoren“ minimiert Profit maximiert
Efolgszulage für den Manager fällig.
Und alles auf Kosten der Arbeitnehmer. Lohnsklaven ist da schon das riuchtige Wort. Man könnte auch von Subproletariat oder working poor sprechen.

Wer z. B. Schuhe produziert, muß sich am
50 €-Preisniveau von Handelsketten orientieren. Sonst kauft
das Zeug keiner.

Könnte es vielleicht daran liegen, daß sich ein normaler Arbeitgeberhaushalt einfach nicht mehr leisten kann ?
Falls Du es vergessen hast Kinder sind noch immer das Armutsrisiko Nummer eins.

Wer aber Maßschuhe produziert, kann 1.000 €
pro Paar verlangen

Und bekommt die auch. Finanziert wahrscheinlich von der Steuerreform der Sozialdemokraten.
Glaubst Du nicht, daß an der Wirtschaft- und Gesellschaftssordnung etwas nicht stimmt, wenn die einen 1000 Euro für das xte Paar sChuhe hinlegen, während die anderen in die Kleiderkammer gehen, weil 1000 Euro für mehrere Monate reichen müssen.

Mit steigender Qualifikation fällt i. d. R. das
Risiko, beliebig austauschbar zu sein. Das sollte sich aber
seit einem halben Jahrhundert herumgesprochen haben.

deswegen steigt die Quote der arbeitslosen Akademiker auch beständig

Gruß Stefan

Hallo Christian !

Du schaffst es offensichtlich nicht einmal Dich gedanklich
aus der kapitalistischen Logik zu befreien
Viel Spass noch mit dem Handelsblatt

Stefan

Hi Mirjam,

in meinem alten "Heimat"dorf war es genau das gleiche Problem!
Resultat: das Schwimmbad wurde (mit vielen, vielen
freiwilligen Helfern!) gebaut, das Personal besteht
größtenteils aus Müttern und Schülern, die ehrenamtlich
arbeiten.

Das Schwimmbad ist frisch renoviert und reichlich frequeniert.

Toll, hier hat es leider nicht geklappt. Ich hätte meinen Kleinen (der Große hatte noch die Möglichkeit) im Schwimmverein, weil das in mehrfacher Hinsicht (körperlich und sozial) sehr positiv ist. Aber kein Bad, kein Verein. … Die nötige Sanierung wäre wohl nur durch einen Fachbetrieb ausführbar gewesen … ?!? … Kann man 10 Quadratmeter große Verbundgalscheiben als Laie wechseln? Was kostet das das Material? …

Klar, Folgekosten hätte es gegeben, denn nichts hält ewig. Ob ein Verein mit 100 Mitgliedern eine Investition von 500 000 DM … opps, 250 000 Euro rechtfertigt? Was kostet die Gesundheit von 100 Leuten?

Ich freu mich für Euch, wo’s geklappt hat. Immer fleißig schwimmen, bevor auch das wegen mangelnder Nachfrafe geschlossen wir, :wink:

cu Rainer

Hallo C.

Ich war nach Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens gekommen, um Arbeits-:und Lebensbedingungen von Frauen in den sogenannten Freien
Exportzonen zu untersuchen. Der Hintergrund: Multinationale Konzerne,
auch deutsche, lassen da produzieren, wo es für sie am günstigsten
ist: niedrige Löhne, flexible Arbeitszeiten, schwache oder gar keine
Gewerkschaften, die auf die Einhaltung der Arbeitsgesetze achten
könnten. Dazu: Ein nahezu unerschöpfliches Heer von Arbeitslosen,
die gezwungen sind, auch unmenschliche Arbeitsbedingungen zu
akzeptieren.

Klingt das nicht wie eine Vision von Hundt ?

Stefan

Hallo Steven,

Du hast das Problem erkannt!
Die Industrie ist nicht dazu da, die Bevölkerung mit Waren zu versorgen, sondern die Bevölkerung ist dazu da, die Industrie mit Arbeitskräften zu versorgen.
Sobald Roboter die Arbeit günstiger erledigen, kann die Industrie ganz auf das Volk verzichten. … Für wen dann noch produziert werden soll, ist mir allerdings schleierhaft. :wink:

Wenn ich Dich richtig verstehe, soll es so sein, daß jeder, der für seinen Lebensunterhalt arbeiten muß, sich mit dem zufrieden zu geben hat, was ihm der AG zugesteht, schließlich ist er ja ersetzbar.
Dafür steigen dann die Unternehmensgewinne in utopische Höhen, schließlich ist der AG ja überflüssig, ohne Ihn würde der Laden auch nicht anders laufen. … Tolle Logik!
Laß mich raten, Du bist kein Tarifangestellter? :wink:

Bleib ruhig weiter beim Wolfsgesetz, laß Dich aber nicht fressen. Zum Glück gibt es auch noch Leute mit anderen Ansichten.

cu Rainer

Moin datafox,

was ist für dich arbeit? nur etwas bei dem man schwitzt? der
unternehmer arbeitet mit seinem kopf.

Der Arbeitsbegriff ist wohl etwas zu komplex um hier darauf einzugehen
kopfarbeit kann übrigens auch wertschaffend sein. Und genau das ist der "unternehmer " NICHT

Oder glaubst Du Hundt kann ewinen
seiner 1300 Arbeiter ersetzen?

wer ist das?

schon mal gesehen ?
http://www.bda-online.de/www/bdaonline.nsf/id/Fotos

meistens ist es schon so, daß das möglich WÄRE. niemand
gründet ein unternehmen in einem bereich, in dem er keine
ahnung hat.

´"ahnung haben" und produktiv sein sind zweierlei Dinge/Welten

Gruß Stefan

Moin Christian,

Falls Du Interesse haben solltest, Dich mit dem Ende der DDR wirklich zu beschäftigen, sei Dir Stefan Bollingers Aufsatzband anempfohlen

http://www.bundesstiftung-rosa-luxemburg.de/Bib/Pub/…

im übrigen ist ja wohl allgemein bekannt, daß der real existierende Sozialismus nur dem Namen nach Sozialismus war.
Insoweit ist Franks Ausführungen nichts hinzuzufügen

Gruß
Stefan

moin datafox,

auch ein unternehmer
hat ein gehalt, nur gibt er es sich selbst.

und wenn es sich um eine AG handelt ? was ist der Job des Aktionäs, der ihn berechtigt, ein „gehalt“ zu beziehen?
gruß
Stefan

Moin Wolfgang!

und auf der anderen Seite eine Anzahl von Betrieben, die immer weiter rationalisieren.

Ratio -> Vernunft. Die Betriebe handeln vernünftig. Das
soll falsch sein?

Die KAPITALISTISCHE Vernunft definiert nicht den allgemeinen Begriff von Vernunft !
Ich habe den Begriff „rationalisieren“ nur verwandt, damiit man weiss, was ich anspreche.

Der Staat unterstützt diesen Prozeß auch noch, weil die
Abschaffung von Arbeitsplätzen abgabentechnisch belohnt wird.

Das stimmt schlicht nicht.
Richtig ist allerdings, daß für nicht vorhandene Mitarbeiter
Löhne und Abgaben entfallen. Aber wie soll das anders gehen?

Eben. Die Abgaben beziehen sich auf die vorhandenen Arbeitplätze und nicht auf den WErt der geschaffen wird. Folglich belohnt der Staat eine niedrigere Zahl von Arbeitsplätzen bei gleicher Produktion durch verringerung der geforderten Abgaben. Das leuchtet Dir doch ein, oder ?

Willst Du die Abgabenlast der verbliebenen Mitarbeiter
erhöhen?

Habe ich nicht gesagt !

Wie wäre es mit
einer WErtschöpfungsabgabe zur Finanzierung der Sozialsysteme?

Jedes Unternehmen zahlt gewinnabhängige Steuern. Was denn
noch?

Eine Wrtschöpfungsabgabe ist etwas völlig anderes als eine Gewinnsteuer!
Im übrigen wird es Unternehmen ermöglicht ihre Gewinne wegzurechnen, bzw. durch den Kauf von Mantelgesellschaften Verluste vorzutäuschen

… schlage ich
eine radikale Verkürzung der zulässigen Wocharbeitszeit vor.

Solche Ideen stammen aus der Zeit, als das Hamburger
Arbeitsamt täglich per Radio verlauten ließ, daß sich
soundsoviele Hafenarbeiter zur Frühschicht in der
Admiralitätsstraße einfinden mögen.

Wie begegnest dDu denn bitte dem Faktum, daß die Erwerbsarbeit in Dtl immer weniger wird ?

Niemand käme auf
die Idee, etwa am Werk eines Bildhauers oder Kunstmalers durch
eine andere Person weiterarbeiten zu lassen, wenn der Künstler
Feierabend gemacht hat.

In gleicher Weise ist es unmöglich,

die Arbeit von Konstrukteueren oder Entwicklern beliebig zu
teilen.

Schon mal was von Teamarbeit gehört ?

Weil Gewerkschaften und Betriebsräte in etlichen

Unternehmen die Wochenarbeitszeit eingehalten wissen wollten,

Lag vielleicht auch daran, daß die damit verbundenen Lohnkürzungen einfach nicht tragbar waren ???
Außerdem trifft das runterfahren in einem Betrieb nicht den Kern. Gesamtgesellschaftlich könnte die Reduzierung von Wochenarbeitszeit sehr wohl sinnvoll sein, weil so mehr Menschen in menschenwürdige Arbeit kämen. In den meisten Ländern gibt es im Schulwesen übrigens eine Sabbatjahrregelung, die im Effekt mehr Lehrer beschäftigen um die gleiche Anzahl an Stunden bereitzustellen
http://www.gew.de/wissen/wissenspool/texte/synsab.pdf

wurden ganze Entwicklungsabteilungen ausgegliedert und
verselbständigt. Viel Arbeit ging und geht an Selbständige und
manchem Mitarbeiter großer Firmen wurde die Kündigung nahe
gelegt, damit er sich selbständig macht und endlich so lange
arbeitet, wie er will und kann.

Ja, ja, sich selbst beutet der Mensch am effektivsten aus.
Das ist ja gerade das perfide an der „Ich-AG“
Die herrschende Politik hat damit hofähig gemacht, was sich neoliberale
Lügner schon immer wünschten . „Der Mensch als Ware“ Und das ab 600 Euro.

Wir machen unseren Standort mit den versimpelnden Ideen der
Arbeitszeitverkürzung kaputt. So etwas konnte man beim
ameisenhaften Heer der Blaumannträger vertreten, aber nicht in
einer Wirtschaft, die unbedingt auf das nicht austauschbare
Produkt und den nicht austauschbaren Spezialisten angewiesen
ist.

s.o. Teamarbeit

Gruß Stefan

kopfarbeit kann übrigens auch wertschaffend sein. Und genau
das ist der "unternehmer " NICHT

was wertschaffend in diesem zusammenhang bedeuten soll mußt du mir erklären. ebenfalls was die alternative zu einem betrieb wäre.

´"ahnung haben" und produktiv sein sind zweierlei Dinge/Welten

warum maßt du dir an jemanden als unproduktiv zu bezeichnen?

datafox

und wenn es sich um eine AG handelt ? was ist der Job des
Aktionäs, der ihn berechtigt, ein „gehalt“ zu beziehen?

er stellt sein geld zu verfügung und riskiert es für andere. geld, mit dem er sich sonst etwas anderes kaufen könnte oder was auch immer - es ist SEIN eigentum, das er zur verfügung stellt. dies ist eine dienstleistung, für die es eine nachfrage gibt, und daher kann er dafür geld verlangen. ist doch so einfach.

gruß
datafox

Auch ein geleastes Auto wirst du
pflegen, genau wie dein finanziertes Haus. Solange eine
Zession drauf liegt, bist du aber nicht Eigentümer, nur
Besitzer.

gemietete objekte werden oft vernachlässigt. es juckt den bewohner halt nicht wenn er das ruiniert. bei eigentumsobjekten sieht es schon GANZ anders aus. die besitzer investieren und hegen und pflegen ihre errungenschaft. leasing läuft sich auf besitz hinaus, miete nicht.

datafox

Nein, du bist nachweisslich vom Charakter her nicht mehr wert
als eine Ware.

falsch. menschenhandel ist verboten. ich lehne sogar die
prostitution als menschenhandel ab.

Sag das dem Kanzler in D und lasss ihn z.B. die PSA´s verbieten. Qualitativ sind die mit Sklavenmärkten identisch.

Deine Arbeitskraft ist nur Ware

ja.

Und da bist du stolz drauf? Wie weit muß mein Selbstwertgefühl sinken, um so zu denken?

Frank, Mensch

Das widerspricht mir doch nicht. Er arbeitet doch auch selbst mit.
Diesen idealen Kapitalisten gibt es eh nur abstrakt. In der Realität sind es alle durch die Bank weg zu einem Teil.

Gruß

Hallo Frank!

Er könnte es mit selber arbeiten versuchen.

Was bitte macht ein Unternehmer in seinem Unternehmen?

Der arbeitet sicherlich, um den ging es also nicht. Eher um den idealen Kapitalisten, der keinen Finger krumm macht, aber das ihm eigene ausnutzt, um von anderen daraus Gewinne abzuschröpfen.
In dieser Gesellschaft hat das eine innere Loguik, der aber ein Grundwiderspruch innewohnt.

Gruß
Frank

Hallo Steven,

stimme dir voll und ganz zu.
Ich glaube wir bräuchten in Deutschland mehr mit deiner Einstellung.

Dieses ewige gejammere über die bösen Unternehemen finde ich echt lästig. Keiner ist mehr in der Lage für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Der Staat und die Wirtschaft sollens richten.

Schade, daß wir in der Minderheit sind.

Gruß
Rudi

Antowrt an alle…
Hallo Leute,

vielen Dank für alle Antworten, und die vielen Ideen.

Meine Interpretation auf die Antworten meiner ursprünglichen Frage ist folgende:

  1. Die einen wollen nichts ändern
  2. Die anderen wollen einfach nur jammern (leider die meisten)
  3. Wie andere sind echt helle Köpfe und arbeiten täglich an den Problemen

Schade daß sich aus so vielen guten Ideen und diesem „Pfund“ an Kompetenzen so wenig gutes machen lässt. Ist für mich wieder ein Hinweis darauf, daß wir die Gesellschafft zu mehr Selbstverantwortung entwickeln müssen.

In diesem Sinne werde ich wohl vorerst keine Partei gründen, und wenn doch, dann lasse ich es euch wissen.

Gruß und Dank
Rudi