Wie kann ich der Frau helfen ?

Guten Tag,

Ich bin mal so mutig und frage Euch hier in diesem Forum, weil ich mich schon länger frage, wie ich einem mir schon seit langem vertrauten Menschen helfen kann?

Dieser Mensch (wbl., ca. 50 Jahre) hatte eine schwere entbehrungsreiche Kindheit. Sie war, wie so viele Kinder der 50er Jahre ein ungewolltes Kind. Die Eltern mussten arbeiten, das Kind wurde ab dem 4. Monat bis zum 3. Lj. in Wochenkrippen aufbewahrt, danach zur Tante „evakuiert“ und erst im frühen Jugendalter zurück zur Ursprungsfamilie, wo es nicht dazu gehörte und trotzdem seine noch kindliche Arbeitskraft als Aschenputtel ausgebeutet wurde. Im weiteren Lebensverlauf, leistete diese jetzt schon ältere Frau sehr viel Arbeit, oft auch unterbezahlt.

Seit ihrer Geburt machte sie sehr viele schmerzhafte Erfahrungen mit Menschen, spürt in sich einen über Jahrzehnte währenden Mutterhass und eigentlich überhaupt Hass auf andere Menschen.
Dann so Mitte der 90er Jahre begann sie sich dem Leistenmüssen zu verweigern und fühlt in sich bis heute eine große, fast unstillbare Bedürftigkeit.
Diese Frau ist intelligent, gut ausgebildet und auf manchen Gebieten ein Genie.
Doch ihr Problem ist, dass sie mit dem, was sie kann, anderen nicht helfen will!
Sie hasst die Menschen so sehr, dass sie denen nicht helfen will.

In ihr scheint es mehrere Seelen/Programme zu geben, wie den immens starken Hass und das Nichthelfenwollen.
Sie blieb seit Mitte der 90er viele Jahre bewusst zu Hause, obwohl sie hätte arbeiten gehen können, doch sie ließ sich gewollt vom Staat versorgen, in dem Bedürfnis, dass andere ihr mal Gutes tun, für sie arbeiten.
Nur dieses nicht Helfenwollen und somit nicht Arbeitenwollen, ist gegen die Natur. Normalerweise, wenn es keine Stütze geben würde, müsste sie verhungern und ich denke, da tickt noch mind. ein drittes Programm: Selbstzerstörung.

Betonen möchte ich noch, dass ich diese Frau nicht als krank oder einer Therapie bedürftig erlebe. Über alles, was ich hier schrieb, ist sie sich bewusst und das ist für mich ein Zeichen dafür, dass sie gesund ist. Außerdem hasst sie auch Psychologen und Pädagogen.

Meine Fragen:

  1. Wie kann diese Frau ihren Hass erlösen?
  2. Wie kann diese Frau aus ihrem „Programm“ Nichthelfenwollen und somit nicht Arbeitenwollen aussteigen?
  3. Wie geht bzw. geht überhaupt eine Bedürftigkeit zu befriedigen, die ihre tieferen Ursachen in dem frühkindlichen Mangel an Zuwendung und Liebe hat?

Hoffentlich überfordere ich die Möglichkeiten der Wissensvermittlung in diesem Forum nicht.

Ich möchte dieser Frau, meiner Freundin gerne in unseren Gesprächen besser helfen und bin Euch sehr dankbar für Eure Ideen und Anregungen.

Vielen Dank

Es grüßt Euch sehr freundlich
Vanessa :smile:

Ich denke garnicht. Hört sich hart an, ist aber wahrscheinlich so. Sie hat so viele negative Prägungen. Erst wenn sie selbst so darunter leidet, daß sie was dagegen unternehmen will, wird sie sich helfen lassen. Da kann wohl nur ein guter Psychologe und es hilft nur, wenn sie WILL!!!

Hallo Vanessa!

Dieser Mensch (wbl., ca. 50 Jahre) hatte eine schwere
entbehrungsreiche Kindheit. Sie war, wie so viele Kinder der
50er Jahre ein ungewolltes Kind. Die Eltern mussten arbeiten,
das Kind wurde ab dem 4. Monat bis zum 3. Lj. in Wochenkrippen
aufbewahrt, danach zur Tante „evakuiert“ und erst im frühen
Jugendalter zurück zur Ursprungsfamilie, wo es nicht dazu
gehörte und trotzdem seine noch kindliche Arbeitskraft als
Aschenputtel ausgebeutet wurde. Im weiteren Lebensverlauf,
leistete diese jetzt schon ältere Frau sehr viel Arbeit, oft
auch unterbezahlt.

Seit ihrer Geburt machte sie sehr viele schmerzhafte
Erfahrungen mit Menschen, spürt in sich einen über Jahrzehnte
währenden Mutterhass und eigentlich überhaupt Hass auf andere
Menschen.
Dann so Mitte der 90er Jahre begann sie sich dem Leistenmüssen
zu verweigern und fühlt in sich bis heute eine große, fast
unstillbare Bedürftigkeit.
Diese Frau ist intelligent, gut ausgebildet und auf manchen
Gebieten ein Genie.
Doch ihr Problem ist, dass sie mit dem, was sie kann, anderen
nicht helfen will!
Sie hasst die Menschen so sehr, dass sie denen nicht helfen
will.

Find ich nachvollziehbar!

In ihr scheint es mehrere Seelen/Programme zu geben, wie den
immens starken Hass und das Nichthelfenwollen.
Sie blieb seit Mitte der 90er viele Jahre bewusst zu Hause,
obwohl sie hätte arbeiten gehen können, doch sie ließ sich
gewollt vom Staat versorgen, in dem Bedürfnis, dass andere ihr
mal Gutes tun, für sie arbeiten.
Nur dieses nicht Helfenwollen und somit nicht Arbeitenwollen,
ist gegen die Natur.

So what??? Wer lebt schon mit der Natur?

Wie war es denn mit ihrer Kindheit und Jugend, abgeschoben und ausgenutzt zu werden? War das etwa nicht „gegen die Natur“?

Ihr Verhalten ist für das, was sie erlebt hat, absolut nachvollziehbar. Sie hat ihr „Lebensarbeitspensum“ eben schon früher abgearbeitet.

Normalerweise, wenn es keine Stütze geben
würde, müsste sie verhungern und ich denke, da tickt noch
mind. ein drittes Programm: Selbstzerstörung.

Das mag sein. Wie hätte sie bei der Vergangenheit so etwas wie Selbstliebe lernen sollen?

Betonen möchte ich noch, dass ich diese Frau nicht als krank
oder einer Therapie bedürftig erlebe. Über alles, was ich hier
schrieb, ist sie sich bewusst und das ist für mich ein Zeichen
dafür, dass sie gesund ist. Außerdem hasst sie auch
Psychologen und Pädagogen.

Meine Fragen:

  1. Wie kann diese Frau ihren Hass erlösen?

Meine Frage: Warum willst du der Erlöser sein?
Was hat das eigentlich mit dir zu tun? Da würd ich mal graben.

  1. Wie kann diese Frau aus ihrem „Programm“ Nichthelfenwollen
    und somit nicht Arbeitenwollen aussteigen?

Warum sollte sie? Weil du den moralischen Anspruch hast??

  1. Wie geht bzw. geht überhaupt eine Bedürftigkeit zu
    befriedigen, die ihre tieferen Ursachen in dem frühkindlichen
    Mangel an Zuwendung und Liebe hat?

Nur durch viel Liebe, Zuwendung und Annehmen, wie sie ist.

Weißt du denn eigentlich, wie das ist, als Kind keine Zuneigung und Liebe zu bekommen???

Hoffentlich überfordere ich die Möglichkeiten der
Wissensvermittlung in diesem Forum nicht.

Och du…

Ich möchte dieser Frau, meiner Freundin gerne in unseren
Gesprächen besser helfen und bin Euch sehr dankbar für Eure
Ideen und Anregungen.

Hast du ein Helfersyndrom? Oder hat dich diese Freundin um deine Hilfe gebeten?

Ich weiß, dass du es gut meinst, aber versuch mal die Welt auch aus ihrer Perspektive zu sehen. Und frag dich mal ganz ehrlich, warum du sie auf dein Weltbild anpassen willst. Nicht, dass ich ihr nicht gönnen würde, ihren Hass zu verlieren und im Alter noch glücklich zu werden.

Ganz liebe Grüße

ChrisTine

Hallo Vanessa,
Du scheinst so gut mit der Frau befreundet zu sein, dass sie Dir viel anvertraut hat. Als Freundin hast Du aber nicht die Aufgabe sie zu therapieren.

Es gibt aber kleine Schritte, die Du unternehmen kannst um ihr Vertrauen in Menschen zu stärken.

Was unternimmt ihr wenn ihr zusammen seid?
Gespräche sind gut, noch besser wenn ihr sie mit Aktivitäten verbindet.
Besucht Konzerte oder Theater
Schenk ihr ein Buch (suche Dir es vorher aus und lese es vorher selbst)
Geht ins Kino
Lade ein oder zwei Freundinnen ein und sie - kocht zusammen
Bringe sie mit Kindern zusammen
Bringe sie mit Tieren zusammen

Vieles psychische erfährt man durch den Körper. Bei Menschen, die sich vor Therapeuten oder Psychologen ängstigen können andere Therapeuten wahre Wunder wirken: z.B. Yoga, Feldenkreis oder Alexander Technik (nach dem Motto „ach, ich habe ja seit längerer Zeit solche unglaublichen Probleme mit meinem Rücken - kommst Du mit?“

Andere Gebiete, wo Du versuchen kannst sie behutsam heranzuführen sind: Kirche oder ehrenamtliche Tätigkeiten.

Was gibt Dir diese Frau, so dass eine Freundschaft entstehen kann?

Viele Grüße

Hallo Vanessa,

ich glaube, es ist schwer, dieser Person irgendwie zu helfen. Sie hat einiges hinter sich und ihr Verhalten ist zumindest sehr nachvollziehbar, oder nicht?
Sie hat - wie so viele Menschen - Erfahrungen gemacht, die sie jetzt auf alles und jedes im Leben projiziert. Das ist nicht ungewöhnlich bei einschneidenden Dingen und ich kann ein Lied davon singen… :wink:
Als Ansatzpunkt sehe ich aber - und ohne zu behaupten, dass ich da sehr bewandert bin, würde ich auch sagen, dass das früher oder später Inhalt einer Therapie wäre - genau das: Sie muss neue Erfahrungen machen. Sie darf sich nicht zurückziehen und mit dem Trotz eines Kindes (nichts gegen kindlichen Trotz, ich bin auch erst 15… *lach*) vor allem mit Abwesenheit glänzen, um die Menschheit für die Taten einiger Individuen (auf deren Persönlichkeit sie nun also offensichtlich den Begriff „Menschheit“ reduziert…) zu strafen. Sie sollte sich der Sache stellen und wieder unter Menschen gehen - einfach damit sie die Erfahrung macht, dass es durchaus genug Menschen gibt, die einen nur ausnutzen (und damit muss eben jeder leben), dass jeder Mensch aber auch anders ist, dass es mindestens ebenso viele Gegenbeispiele gibt und dass es ein Fehler ist seine Weltsicht auf die Ebene der „Allgemeinheit“ oder „Gesellschaft“ zu begrenzen… Voraussetzung für ein „normaleres“ Verhältnis, wenn man es so nennen will, ist ein neues Fassen von Vertrauen ins menschliche Wesen an sich. Dazu muss sie selbst aber in erster linie auch bereit sein. Du solltest mit ihr darüber sprechen und ihr Zeit lassen, aber wenn sie davon nichts wissen will und keine Einsicht zeigt, solltest du dir auch darüber im Klaren sein, dass du niemanden zu seinem Glück zwingen kannst…

Grüße aus dem Gummibärchenland. Viel Glück mit deiner Freundin, ich drücke alle Daumen (ich weiß, das sind nur 3… egal.)

  • Carmen

Hallo Vanessa!

Den besten oder wenigstens vorerst naheliegensten Weg, Deiner Freundin zu helfen sähe ich darin, dass Du Dir selbst fundierte psychologische Erfahrungen und Kenntnisse aneignest, denn wenn Deine Freundin nach tieferer Klarheit sucht über ihren Menschenhass, und eigentlich von ihm loskommen möchte (was nicht ganz selbstvesrtändlich ist), dann wird sie hierbei nicht ablehnend auf solch ein Gespräch-Angebot von Deiner Seite reagieren, da Du sie bereits seit langem kennst, Dich ihre Freundin nennend. Fremde Psychologen will sie ja nicht konsultieren, bzw. hasst sie sie wie sonst alle anderen Menschen… und etwas anderes als Dir psychologische Kenntnisse anzueignen, weiß ich nicht zu empfehlen.

Natürlich ist Menschenhass nicht gesund! - dass man sich dessen bewusst sein kann (auch hinsichtlich solcher allgemeinen Ursachen wie den genannten, die ihn so weit völlig plausibel machen) ist kein Kriterium.

Die Frage wäre allerdings, ob Dein Standpunkt: Arbeit = Menschen helfen, ohne weiteres berchtigt ist. Sicher scheint mir vorerst lediglich, dass der Bezug von Sozialhilfe einen Weg darstellt, sich das täglich Brot und ein Dach über dem Kopf zu sichern - dazu eine relativ effektive Methode des Gelderwerbs, wenn man sie etwa mit dem Job eines workoholischen Managers aus dem Bereich der Zigarettenindustrie vergleicht (-eine schöne Art hilfe, die Du Dir da für Deine Freundin potentiell ausgedacht hast!).

Normalerweise, wenn es keine Stütze geben würde, müsste sie verhungern und ich denke, da tickt noch mind. ein drittes Programm: Selbstzerstörung.

Könnte man meinen, wenn „Arbeit“ in jedem Fall gleich „Menschen Helfen“ wäre. Aller Wahrscheinlichkeit nach aber dürfte Deine Freundin noch ein paar Jahre fähig bleiben, sich - für den Fall, dass das Sozialamt ihr seine Funktion ungerechter Weise verweigern würde - eine andere Einkommenquelle zu erschließen. Auch wenn ihre Grundhaltung hinsichtlich der derzeitigen Geldquelle von reinem Rachedrang getrieben sein sollte (was ich vollkommen verständlich fände), geht dieser bei einem Menschen, der offensichtlich kein Psychopath ist, nicht so weit, sich einfach dem Verhungern zu ergeben…

Betonen möchte ich noch, dass ich diese Frau nicht als krank oder einer Therapie bedürftig erlebe.

Wie definierst Du denn den Begriff „Therapie“ a) ganz allgemein und b) speziell z.B. in Bezug auf den „Menschenhass“ Deiner Freundin? Dass sie dessentwegen sich verweigert, anderen Menschen zu helfen (was etwa als Laienpsychologin machbar wäre, d.h. ohne Geld dafür zu verlangen) ist doch Deiner Ansicht nach „gegen die Natur“, und allein das würde ich für meinen Teil als „krank“ und somit heilungsbedürftig definieren. Unabhängig davon, ob der/die Betreffende damit einverstanden ist oder nicht

Hallo Vanessa,

ich glaube, dass ein wichtiger Bestandteil professionellen Helfens darin besteht, Abstand zu wahren.

In dem Sinne ist m. E. für Dich wichtig, acht zu geben, dass Du nicht „Teil ihrer Probleme“ wirst, sondern ausreichend Distanz wahrst beim Angehen ihrer Probleme - das kann im freundschaftlichen Verhältnis eine Gratwanderung sein.

Erschwerend hinzu kommt ferner, dass sie professionelle Hilfe (aus welchen Gründen und/oder mit welcher Intuition auch immer) grundsätzlich ablehnt - nein, Zitat: hasst - , was bedeuten kann, dass sie lieber Bestätigung und Zuspruch erfährt als Ursachenforschung zu betreiben und Hintergründe zu beleuchten.

Offenbar hat sie Dir ihre leidvolle Lebensgeschichte bereits ausführlich dargelegt und scheint sich deren Wirkung (auf sich, als die, die das erleben musste, und auf andere, als solche, die sich das anhören) durchaus bewusst.

Betonen möchte ich noch, dass ich diese Frau nicht als krank
oder einer Therapie bedürftig erlebe. Über alles, was ich hier
schrieb, ist sie sich bewusst und das ist für mich ein Zeichen
dafür, dass sie gesund ist. Außerdem hasst sie auch
Psychologen und Pädagogen.

  1. Wie kann diese Frau ihren Hass erlösen?
  2. Wie kann diese Frau aus ihrem „Programm“ Nichthelfenwollen
    und somit nicht Arbeitenwollen aussteigen?
  3. Wie geht bzw. geht überhaupt eine Bedürftigkeit zu
    befriedigen, die ihre tieferen Ursachen in dem frühkindlichen
    Mangel an Zuwendung und Liebe hat?

Ich fürchte, dass alle vorstehenden Fragen und die damit verbunden Probleme nur dadurch nachhaltig angegangen werden können, indem sich die Betroffene (nicht Du) dessen bewusst wird, sich dem stellt und ggf. sich professionell helfen lässt. Da sie offenbar um Ihre Probleme weiss, aber gleichzeitig professionelle Hilfe ablehnt, schließe ich, dass sie in gewisser Weise sicherzustellen scheint, dass sich eben (vorerst) nichts an ihrer Situation ändert. Sollte diese Einschätzung zutreffen, ist Dein Ansinnen zwar äußerst ehrenrührig, letztlich dürfte es aber ein aussichtsloses Bemühen bleiben . . .

Du als ihre Freundin kannst m. E. an der Lösung ihrer eigentlichen Probleme wenig ändern, außer für sie da zu sein - unabhängig was sie tut - und sie ggf. auf ihrem Weg zu „begleiten“.

Abschließend rate ich nochmals dazu, bei allem Einsatz für Deine Freundin stets auf die eigene „Sicherheit“ zu achten.

hallo Vanessa,

Zitat :
„Hast du ein Helfersyndrom? Oder hat dich diese Freundin um deine Hilfe gebeten ?
Ich weiß, dass du es gut meinst, aber versuch mal die Welt auch aus ihrer Perspektive zu sehen. Und frag dich mal ganz ehrlich, warum Du sie auf dein Weltbild anpassen willst. Nicht, dass ich ihr nicht gönnen würde, ihren Hass zu verlieren und im Alter noch glücklich zu werden.“
(Zitatende)
Ist krass, nicht wahr ?
Aber auch mir ist das eingefallen, als eine von vier möglichen Antworten, die ich Dir geben kann.

Kann es sein, dass Du Deine Freundin für Dich und Deine Bedürfnisse „passend machen“ möchtest ?

Was mich auch gedanklich beschäftigt ist Deine Behauptung „Sie hasst alle Menschen.“
Den Ausspruch kenne ich auch, getätigt durch eine Frau über eine andere
(später auch über eine zwite) Frau. In dem Fall der als „hassend“ bezeichneten Frauen handelte es sich um Enttäuschungen, schlimme ERfahrungen mit Menschen, Erkenntnisse über die Falschheit und Boshaftigkeit von Menschen, nicht um Hass. Die Person, die sich „nicht genug geliebt fühlte“, machte daraus einfach „Hass“.
Möglicherweise stellst Du die Ablehnungen und den Zorn dieser Frau auch übertrieben als Hass dar.
Dass Menschen auch Ablehnungen gegen andere Menschen haben, ist eine ganz natürliche Sache.

Ein Bekannter von mir löst solche Probleme folgendermaßen : Er sagt zu mir und anderen Personen : „Ich laufe zweimal mit dem Kopf vor eine Mauer und renne zwei geschlossene Türen ein.“

Er sitzt gerade neben mir und sagt : „Dieser Spruch bringt ihr nichts, Du solltest aber mal drüber nachdenkn.“

P.S. Wir sind nicht betrunken. Wir sind in Vollbesitz unserer geistigen Kräfte, aber (Zitat, Patr1ck) : „Unsere Kritikfähigkeit ist erschöpft.“

Verschiedene Menschen lösen eben Probleme auf unterschiedliche Art und Weise.

Gruß
Angelika

@alle, die mir antworteten
Vielen Danke für Eure Antworten. :smile:
Ich bin sehr beeindruckt zu den mir wertvollen Antworten,
die ich mir noch öfter durchlesen werde.

Danke für Eure Tipps und Anregungen.

Vanessa :smile:

Ich denke garnicht. Hört sich hart an, ist aber wahrscheinlich
so.

Sie ist seit Schulzeit meine beste Freundin und ich meine, ich kann ihr helfen, indem ich ihr im Rhamen meiner Grenzen zuhöre, Verständnis für sie aufbringe, sie wertschätze und sie in ihrem Bemühen, ein gutes Leben zu führen unterstütze. Das ich zu ihr halte, meine ich, ist eine Hilfe. Oder wie siehst Du das?

Sie hat so viele negative Prägungen.

Ja, sie hat ab Geburt so sehr viel Leid erfahren, dass dies für mehrere Leben reicht.

Erst wenn sie selbst so darunter leidet, daß sie was dagegen :unternehmen will, wird sie sich helfen lassen.

Wie definiert sich dieses "Leiden"Deiner Meinung nach?
Der Hass macht ihr zu schaffen und sie meint selbst, dass sie eigentlich für ihren Lebensunterhalt arbeiten müsste.

Da kann wohl nur ein guter Psychologe

Vor 15 Jahren bekam sie diesbezüglich Hilfe, mit dem Ergebnis, dass sie zum ersten Mal ihren Hass bewusst, als zu ihr gehörig erkannte.
Sie weiß von ihren unvorteilhaften frühkindlichen Prägungen, sie kann ihren Lebenskontext dahingehend interpretieren.
Derzeit ist nur ihr „Problem“ wie sie mit dem Hass umgeht und wie sie es schaffen kann, ihr Nichthelfenwollen zu überwinden und es wieder schafft, mittels bezahlter Erwerbsarbeit einen Nutzen für andere zu erbringen.

Danke für Deine kluge anteilnehmende Antwort.
Es grüßt Dich Vanessa :smile:

Hallo ChrisTine!

danke für Dein einfühlsames Verständnis für das Verhalten meiner Freundin.

Nur dieses nicht Helfenwollen und somit nicht Arbeitenwollen,
ist gegen die Natur.

So what??? Wer lebt schon mit der Natur?

Im Allgemeinen hast Du Recht. Ich meinte damit, dass ein Mensch, um zu essen, auch arbeiten muss/sollte. Sie ist auch selbst der Meinung, dass sie wieder für ihren Lebensunterhalt sorgen müsste, wenn…
Auch meine ich, ist der Sinn von Erwerbsarbeit nicht nur der Gelderwerb, sondern die Einbindung in einen sozialen Kontext.

Wie war es denn mit ihrer Kindheit und Jugend, abgeschoben und
ausgenutzt zu werden? War das etwa nicht „gegen die Natur“?

Interessante Frage, ob das „gegen die Natur“ war. Es war, wie es war und das, was war, geht nicht mehr rückgängig zu machen. Sie ist sich ihrer frühkindlichen Prägungen bewusst und bemüht sich, trotz dieser Prägungen ihr Leben positiv zu meistern.

Ihr Verhalten ist für das, was sie erlebt hat, absolut
nachvollziehbar.

Das zu lesen tat mir sehr gut. :smile:

Sie hat ihr „Lebensarbeitspensum“ eben schon
früher abgearbeitet.

Ja, so sehe ich das auch und sagte ihr das schon. Ich meine jeder Mensch bekommt per Gene und in den ersten fünf Jahren seines Lebens ein Pensum an Lebenskraft und wenn dieses zu gering war, bzw. zu früh zu viel verbraucht wurde, dann muss man sich im fortgeschrittenen Alter mit den Kraft - Reserven bescheiden, die noch da sind.

Normalerweise, wenn es keine Stütze geben
würde, müsste sie verhungern und ich denke, da tickt noch
mind. ein drittes Programm: Selbstzerstörung.

Das mag sein. Wie hätte sie bei der Vergangenheit so etwas wie
Selbstliebe lernen sollen?

Sie bemüht sich, in diese Richtung zu denken und was für sich zu tun.

  1. Wie kann diese Frau ihren Hass erlösen?

Meine Frage: Warum willst du der Erlöser sein?
Was hat das eigentlich mit dir zu tun? Da würd ich mal graben.

Nein, ich leide nicht an einem Helfersyndrom. :smile:
Mit mir hat das insofern zu tun, dass sie meine beste Freundin ist und allgemein mit dem Thema Hass. Unter Hass leidet nicht nur meine Freundin. Ich meine, es gibt sehr viel unterdrückten Hass in der gesamten Gesellschaft und mich persönlich beschäftigt es, wie damit umgegangen wird, um zum Beisp. solche Amokläufe (Winnenden) zu vermeiden.

  1. Wie kann diese Frau aus ihrem „Programm“ Nichthelfenwollen
    und somit nicht Arbeitenwollen aussteigen?

Warum sollte sie? Weil du den moralischen Anspruch hast??

Nein. Wie ich schon oben schrieb, widerspricht es der Natur des Überlebens.

  1. Wie geht bzw. geht überhaupt eine Bedürftigkeit zu
    befriedigen, die ihre tieferen Ursachen in dem frühkindlichen
    Mangel an Zuwendung und Liebe hat?

Nur durch viel Liebe, Zuwendung und Annehmen, wie sie ist.

Das sehe ich ebenso. Zugleich ist das im Erwachsenenleben sehr schwer zu realisieren.

Weißt du denn eigentlich, wie das ist, als Kind keine
Zuneigung und Liebe zu bekommen???

Hm, ja, weiß ich …

Ich möchte dieser Frau, meiner Freundin gerne in unseren
Gesprächen besser helfen und bin Euch sehr dankbar für Eure
Ideen und Anregungen.

Hast du ein Helfersyndrom? Oder hat dich diese Freundin um
deine Hilfe gebeten?

Ja, sie bittet mich oft um meine Meinung.

Ich weiß, dass du es gut meinst,

Auch ich weiß, dass Du das, was Du hier geschrieben hast, Deine Anteilnahme gut meintest und dafür danke ich Dir.

Lieber Gruß von Vanessa :smile:

Hallo Chili,

Du scheinst so gut mit der Frau befreundet zu sein, dass sie
Dir viel anvertraut hat. Als Freundin hast Du aber nicht die
Aufgabe sie zu therapieren.

Ja, sie ist meine beste Freundin und ich habe nicht den Anspruch, sie zu therapieren, dass würde mich überfordern. Ich verstehe es als Freundschaftsdienst, dass ich ihr zuhöre, für sie Verständnis aufbringe, sie wertschätze.

Es gibt aber kleine Schritte, die Du unternehmen kannst um ihr
Vertrauen in Menschen zu stärken.

Was unternimmt ihr wenn ihr zusammen seid?
Gespräche sind gut, noch besser wenn ihr sie mit Aktivitäten
verbindet. Besucht Konzerte oder Theater. Schenk ihr ein Buch
(suche Dir es vorher aus und lese es vorher selbst)
Geht ins Kino
Lade ein oder zwei Freundinnen ein und sie - kocht zusammen
Bringe sie mit Kindern zusammen
Bringe sie mit Tieren zusammen

Danke Dir, genau solche Anregungen erhoffte ich mir mit meiner Frage.

Vieles psychische erfährt man durch den Körper. Bei Menschen,
die sich vor Therapeuten oder Psychologen ängstigen können
andere Therapeuten wahre Wunder wirken: z.B. Yoga, Feldenkreis
oder Alexander Technik (nach dem Motto "ach, ich habe ja seit
längerer Zeit solche unglaublichen Probleme mit meinem Rücken

  • kommst Du mit?"

Das ist eine super Idee, dass werde ich tun. Danke. :smile:

Was gibt Dir diese Frau, so dass eine Freundschaft entstehen
kann?

Wir kennen uns schon seit der Schulzeit und haben einen dicken Draht zueinander, fühlen uns wohl miteinander und das gibt mir ein gutes Lebensgefühl.

Lieben Gruß für Dich von Vanessa :smile:

Liebe Carmen,
Deine Antwort zitiere ich nicht. Sie ist mir so sehr we4rtvoll, dass ich sie so als Ganzes stehen lasse und die noch sehr oft lesen werde.
Du schreibst so sehr reif, dass es mich sehr erstaunte, dass Du selbst erst 15 Jahre zählst. Alle Achtung
Danke Dir sehr für Deine einfühlsamen Worte.

Ich wünsche Dir das Beste.
Lieben Gruß von Vanessa :smile:

Liebe Vanessa,

ich habe ein wenig ein schlechtes Gewissen, dass ich gerade so einseitig und schroff gewantwortet habe.

Helfen wollen kann natürlich auch eine wertvolle Sache sein.

Es ist aber schwer , sich über eine kleine Information im Internet ein Bild von Menschen zu machen. Mir geht es jedenfalls so. Ich kenne weder Dich noch die Frau, der Du helfen willst.

Wenn sie wirklich Hilfe braucht, würde ich ihr die Adresse eines guten Psychoanalytikers geben, sofern ich eine solche fände. Welcher Analytiker gut ist, welcher nicht, das weiss ich leider auch nicht.

WEnn sie den Analytiker nicht aufsuchen will, hilft es vielleicht, wenn Du mit ihr Gespräche führst, sie sich aussprechen kann - Du mußt zuhören können ! Auch gemeinsame Unternehmungen (Kino, Theater, Konzert, Zoobesuch, was auch immer) könnten ihr Freude und damit wieder Schwung und Interesse bringen. Vielleicht kannst Du es auch einrichten, dass sie Menschen kennenlernt, mit denen sie über Themen sprechen kann, an denen sie interessiert ist.

Alles Gute für Dich und Deine Freundin.

Gruß
Angelika

Hallo !

Den besten oder wenigstens vorerst naheliegensten Weg, Deiner
Freundin zu helfen sähe ich darin, dass Du Dir selbst
fundierte psychologische Erfahrungen und Kenntnisse aneignest,
denn wenn Deine Freundin nach tieferer Klarheit sucht über
ihren Menschenhass, und eigentlich von ihm loskommen möchte

Genau, mich interessiert, wie ein Mensch mit seinem Hass umgehen kann, ohne sich selbst oder anderen zu schaden und wie ein Mensch, der nicht das Bedürfnis (mehr) hat anderen helfen zu wollen, wie der Mensch, einer Erwerbsarbeit (mit der meist immer anderen Menschen geholfen wird) nachgehen kann?
Deshalb stellte ich hier gestern meine Fragen, um dazu zu lernen. :smile:

Natürlich ist Menschenhass nicht gesund! - dass man sich
dessen bewusst sein kann (auch hinsichtlich solcher
allgemeinen Ursachen wie den genannten, die ihn so weit völlig
plausibel machen) ist kein Kriterium.

Ich gehe mal davon aus, dass Wut und Hass zu den Grundgefühlen des Menschen gehören und wenn das fehlen würde, der Mensch dann krank wäre, so las ich das mal in einem Buch der angewendeten Psychologie.
Als nicht gesund erlebe ich in unserer Gesellschaft teils den Umgang mit den Gefühlen Wut und Hass. Wenn Du ehrlich bist, wirst Du mir zustimmen, dass dies die stiefmütterlich ungewollten Gefühle sind.
Trotzdem halte ich es für wichtig, dass der Ausdruck und Umgang mit den Themen Wut und Hass, mehr ins öffentliche Bewusstsein rückt, um diese Gefühle erlösen und wandeln zu können.

Die Frage wäre allerdings, ob Dein Standpunkt: Arbeit =
Menschen helfen, ohne weiteres berchtigt ist.

Kennst Du eine Erwerbsarbeit, mit der Du n icht anderen dienst?

Sicher scheint mir vorerst lediglich, dass der Bezug von Sozialhilfe
einen Weg darstellt, sich das täglich Brot und ein Dach über dem
Kopf zu sichern - dazu eine relativ effektive Methode des
Gelderwerbs,

Sehe ich ähnlich, solange diese Sozialhilfe noch gewährt wird.
Für meine Freundin ist mir der dauerhafte Bezug von Sozialhilfe keine Lösung. Sie ist gut ausgebildet, kann viel und gemessen daran, ist der Bezug von Sozialhilfe ein unwürdiger sozialer Status.

Aller Wahrscheinlichkeit nach aber
dürfte Deine Freundin noch ein paar Jahre fähig bleiben, sich

  • für den Fall, dass das Sozialamt ihr seine Funktion
    ungerechter Weise verweigern würde - eine andere
    Einkommenquelle zu erschließen.

Das hoffe ich für sie.

Auch wenn ihre Grundhaltung
hinsichtlich der derzeitigen Geldquelle von reinem Rachedrang
getrieben sein sollte (was ich vollkommen verständlich fände),
geht dieser bei einem Menschen, der offensichtlich kein
Psychopath ist, nicht so weit, sich einfach dem Verhungern zu
ergeben…

Rache üben, ja, dass trifft zu. Auch hier bin ich zuversichtlich. Sie ist sehr geschickt und clever und wird sich zu helfen wissen.

Betonen möchte ich noch, dass ich diese Frau nicht als krank oder einer Therapie bedürftig erlebe.

Wie definierst Du denn den Begriff „Therapie“
a) ganz allgemein

Therapie=Begleitung, Betreuung

b) und speziell z.B. in Bezug auf den „Menschenhass“ Deiner Freundin?

Das ist mir eine sehr schwierige Frage und genau deshalb, stellte ich hier in dem Forum meine Frage.

Danke für Deine sehr klugen Überlegungen.

Lieben Gruß von Vanessa :smile:

ich glaube, dass ein wichtiger Bestandteil professionellen
Helfens darin besteht, Abstand zu wahren.
In dem Sinne ist m. E. für Dich wichtig, acht zu geben, dass
Du nicht „Teil ihrer Probleme“ wirst, sondern ausreichend
Distanz wahrst beim Angehen ihrer Probleme - das kann im
freundschaftlichen Verhältnis eine Gratwanderung sein.

Lieber Tom, danke, dass Du an mich denkst, das berührt mich sehr.
Und Du hast so sehr Recht. Wenn man anderen hilft, ist es sehr wichtig, sich seiner eigenen Grenzen bewusst zu sein und zu Ereignissen, die einen auslaugen Abstand zu halten.
Stimmt, es ist eine Gratwanderung. Mit meiner Freundin bin ich schon sehr lange befreundet und wir sprachen auch darüber, wie es uns mit uns geht, wie wir uns nach den Treffen oder Telefonaten fühlten und ich sagte ihr auch schon manchmal, dass ich ihr Bedürfnis nach Zuwendung spüre und ich mich zeitweise etwas überfordert fühle.
Das ich ihr so was sage, hat sie gelernt anzunehmen und ihre Ansprüche etwas zurück zu nehmen. Sie weiß, um ihre Bedürftigkeit und sie weiß, dass nie mehr das nachzuholen geht, was sie ganz früh nicht bekommen hat.

Erschwerend hinzu kommt ferner, dass sie professionelle Hilfe
(aus welchen Gründen und/oder mit welcher Intuition auch
immer) grundsätzlich ablehnt - nein, Zitat: hasst - , was
bedeuten kann, dass sie lieber Bestätigung und Zuspruch
erfährt als Ursachenforschung zu betreiben und Hintergründe zu
beleuchten.

Nein, hier widerspreche ich Dir entschieden!
Das sie Psychologen hasst, ist von mir etwas übertrieben geschrieben worden. Ganz sicher hasst sie Pädagogen.
Sie kennt die Hintergründe, weiß, dass viele ihrer heutigen Problem und Befindlichkeiten ihre Ursachen in den nachteiligen frühkindlichen Prägungen haben. Sie weiß das alles und sag sich, es war, wie es war und sie sucht nach Möglichkeiten mit ihrem Hass zurecht zu kommen.

Gerade merke ich, dass ich ganz schön wütend dazu bin, dass Menschen mit einem schweren Start ins Leben, ein Leben lang damit gestraft zu sein scheinen.

Offenbar hat sie Dir ihre leidvolle Lebensgeschichte bereits
ausführlich dargelegt und scheint sich deren Wirkung (auf
sich, als die, die das erleben musste, und auf andere, als
solche, die sich das anhören) durchaus bewusst.

Ihr ist an der Wirkung nicht gelegen. Ihr get es úm Inhalte.
Ihr geht es um die Frage, wie mit dem Hass und den Rachegelüsten umgehen, wie trotz Menschenhass, unter Menschen leben, für die arbeiten. Da steht sie und deshalb stellte ich hier meine Frage.

  1. Wie kann diese Frau ihren Hass erlösen?
  2. Wie kann diese Frau aus ihrem „Programm“ Nichthelfenwollen
    und somit nicht Arbeitenwollen aussteigen?
  3. Wie geht bzw. geht überhaupt eine Bedürftigkeit zu
    befriedigen, die ihre tieferen Ursachen in dem frühkindlichen
    Mangel an Zuwendung und Liebe hat?

Ich fürchte, dass alle vorstehenden Fragen und die damit
verbunden Probleme nur dadurch nachhaltig angegangen werden
können, indem sich die Betroffene (nicht Du) dessen bewusst
wird, sich dem stellt und ggf. sich professionell helfen
lässt. Da sie offenbar um Ihre Probleme weiss, aber
gleichzeitig professionelle Hilfe ablehnt,

Sie hat vort 15 Jahren ca. 6 Monate eine stationäre Therapie mitgemacht, in der sie sehr viel lernte und zum ersten Mal ihren Hass, als zu ihr gehörig realisierte.
Darüber hinaus hat sie den Anspruch an sich, im wahrsten Sinn des Wortes „selbstständig“ zu sein, dass heißt, ohne weitere therapeutische Begleitung, die Antworten für ihr Leben zu finden.
Sie meint, dass sie gesund ist, dass ihr Befinden erklär bar ist, mit den frühkindlichen Erfahrungen und weshalb dann professionelle Hilfe beanspruchen?

Du als ihre Freundin kannst m. E. an der Lösung ihrer
eigentlichen Probleme wenig ändern, außer für sie da zu sein -
unabhängig was sie tut - und sie ggf. auf ihrem Weg zu
„begleiten“.

Ich höre ihr im Rahmen meiner Grenzen zu und sie kann sich auf mich verlassen. Das tut ihr und mir gut.

Abschließend rate ich nochmals dazu, bei allem Einsatz für
Deine Freundin stets auf die eigene „Sicherheit“ zu achten.

Danke Dir sehr, dass ist echt lieb von Dir und werde ich beherzigen.

Lieben Gruß für Dich von Vanessa:smile:

Hallo Angelika,

Zitat :
"Hast du ein Helfersyndrom?

Eindeutig nein.

Oder hat dich diese Freundin um deine Hilfe gebeten ?

Manchmal schon.

Ich weiß, dass du es gut meinst, aber versuch mal die Welt
auch aus ihrer Perspektive zu sehen. Und frag dich mal ganz
ehrlich, warum Du sie auf dein Weltbild anpassen willst.

Ist nicht meine Absicht.

(Zitatende)
Ist krass, nicht wahr ?
Aber auch mir ist das eingefallen, als eine von vier möglichen
Antworten, die ich Dir geben kann.

Was diese Posterin schrieb, tat mir etwas weh und trotzdem berührte mich sehr ihr gezeigtes Verständnis für das Sosein meiner Freundin.

Kann es sein, dass Du Deine Freundin für Dich und Deine
Bedürfnisse „passend machen“ möchtest ?

Nein.

Was mich auch gedanklich beschäftigt ist Deine Behauptung „Sie
hasst alle Menschen.“
Den Ausspruch kenne ich auch, getätigt durch eine Frau über
eine andere
(später auch über eine zwite) Frau. In dem Fall der als
„hassend“ bezeichneten Frauen handelte es sich um
Enttäuschungen, schlimme Erfahrungen mit Menschen,
Erkenntnisse über die Falschheit und Boshaftigkeit von
Menschen, nicht um Hass. Die Person, die sich „nicht genug
geliebt fühlte“, machte daraus einfach „Hass“.

Weißt Du, ihr Weg erscheint mir wie eine Kettenreaktion, eine ständige Wiederholung an negativen Erfahrungen mit anderen Menschen und der Hass resultiert daraus, was ihr in der frühen Kindheit und Ursprungsfamlie angetan wurde. Und das nachteilige ist, dass sie solche sehr ungünstigen emotionellen Konstellationen irgendwie anzuziehen scheint, sich das eben immer und immer wieder wiederholt und wie ich vermute, so lange, bis der Hass erlöst ist und da sind wir bei meiner Frage: Wie geht Hass zu erlösen?

Ein Bekannter von mir löst solche Probleme folgendermaßen : Er
sagt zu mir und anderen Personen : „Ich laufe zweimal mit dem
Kopf vor eine Mauer und renne zwei geschlossene Türen ein.“

Und wie schaut der Kopf Deines Bekannten aus? Ich denke, es gibt im Umgang mit Gefühlen einen Unterschied zwischen Männern und Frauen.
Solch archaisches Verhalten, sich körperlich auszuagieren, ist bei ihr auch da, nur sie traut sich nicht, dass raus zu bringen.

Verschiedene Menschen lösen eben Probleme auf unterschiedliche
Art und Weise.

Genau, so sehe ich das auch und deshalb stellte ich hier meine Frage, um zu erfahren, wie andere über das Thema Hass und das Nichthelfenwollen denken.

Danke für Deine Antwort.
Gruß
Vanessa :smile:

Liebe Angelika,
vielen Dank, dass Du mir noch mal und freundlicher antwortest.
Deine erste Antwort war mir trotzdem „erträglich“. :smile:
Ich sehe das auch so, dass ich überhaupt froh sein darf, wenn mir jemand antwortet.

Im Moment fühle ich mich etwas erschöpft, auf alles, was Du schriebst noch mal im Einzelnen einzugehen. Ich sitze jetzt sehr konzentriert, um allen, die so freundlich waren, mir zu antworten, ein Feedback zu geben und ehrlich gestanden, fühle ich mich gerade etwas ausgepowert.
Ich denke auch,d ass ich Dir viel Wesentliches schon auf Deinen ersten Artikel antwortete.

WEnn sie den Analytiker nicht aufsuchen will,

Will sie nicht und was soll das bringen? Sie weiß um ihre Vergangenheit.

hilft es
vielleicht, wenn Du mit ihr Gespräche führst, sie sich
aussprechen kann - Du mußt zuhören können !

Das sehe ich auch so und darum bemühe ich mich im Rahmen meiner Grenzen.

Auch gemeinsame
Unternehmungen (Kino, Theater, Konzert, Zoobesuch, was auch
immer) könnten ihr Freude und damit wieder Schwung und
Interesse bringen. Vielleicht kannst Du es auch einrichten,
dass sie Menschen kennenlernt, mit denen sie über Themen
sprechen kann, an denen sie interessiert ist.

Das sind gute Ideen, die ich mit ihr besprechen werde.

Alles Gute für Dich und Deine Freundin.

Danke Dir sehr für Deinen guten Wunsch.

Lieben Gruß von Vanessa :smile:

Liebe Vanessa!

Dein Standpunkt, dass Arbeit anderen Menschen (meisstens) helfe, setzt voraus, dass das was die Arbeit produziert den naturgemäßen Grundbedürfnissen zugute käme; es geht aber in unserer Gesellschaft fast ausschließlich nur um unersättliche, deswegen infaltionär ausufernde Ersatzbedürfnisse, deren ‚Stillung‘ in der Tat weder dem ‚Geholfenen‘ noch dem ‚Helfer‘ in irgend einer Weise hilft, im Gegenteil.

Was Deine Freundin wirklich braucht (ob sie’s will oder nicht), ist eine psychologische Untersuchung ihres Problems (zu dem auch zu gehören scheint, dass sie die versagende frühkindliche Mutter auf so gut wie jeden einzelnen Menschen überträgt) und Klarheit über die angeborenen (bei ihr ab Geburt stark frustriert gebliebenen) Bedürfnisse des Menschen, damit eine fundierte Diagnose erstellt und eine darauf basierende Empfehlung zur Heilung ihrer Problematik gegeben werden kann. Möglicher Weise beinhaltet solche Therapie dann tatsächlich den Rat: ‚Geh arbeiten‘, es wird aber wenn, dann ein in unserer Gesellschaft vollkommen unbekannter Job sein, keinen Wert auf Bezahlung legend. Liebe ist unbezahlbar…

Liebe Vanessa,

es tut mir aufrichtig leid, dass ich Dir weh getan habe.

Also, ich muss gerade gegen ziemlich flotte Musik anschreiben.

Mich heitert manche Musik ziemlich auf.

Gönne Dir und DEiner Freundin öfter mal was Schönes : tolle Musik,
eine Party, einen Besuch in einem Tanzlokal, einen Tanzkursus, Gesangsunterricht,
einen Film zum Lachen im Kino (die sind ja leider viel zu selten).

Schöne Musik und was zum Lachen … das tut gut !

Viele liebe Grüße
Angelika