Wie sich selbst entdecken?

Servus zusammen,

meine Frage ist:

„Wie entdecke ich mich selbst?“

bezogen auf die Frage, „Wer bin ich?“.

Wie finde ich heraus, wer ich wirklich bin und was mich ausmacht?

mfg,

Hanzo

Servus

„Wie entdecke ich mich selbst?“

bezogen auf die Frage, „Wer bin ich?“.

Man du hast ja was vor:smile:))))

Wie finde ich heraus, wer ich wirklich bin und was mich
ausmacht?

Wenn etwas bescheidener gehen kann, dann lese was andere darüber geschrieben haben. Ob du so viel Zeit hast? Nicht vergessen die östliche Phylosophen, Kognitionsforscher usw. Hast du das erledigt, dann hast du eine ungefähre Ahnung wer du warst :smile:

Gruß

Balázs

„Wie entdecke ich mich selbst?“

bezogen auf die Frage, „Wer bin ich?“.

indem du alles, was du bist jetzt machst, ablässt, nicht fern siehst oder radio hörst, sondern dich nachts unter dem sternenhimmel auf eine wiese setzt und in den himmel schaust.
dann lässt du den gedanken freien lauf und schaust, wo sie dich hinführen.

Wie finde ich heraus, wer ich wirklich bin und was mich
ausmacht?

hast du dein profil bei studivz noch nicht sauber ausgefüllt?

Hallo!

Kaum hat man einen Artikel geschrieben, schon wird er vom Mod gelöscht, weil ich mich angeblich über den Fragesteller lustig gemacht habe, ohne zur Diskussion sinnvoll beizutragen. Ja, der Artikel war lustig gemeint, aber ich wollte mich nicht über jemanden lustig machen (da gibt es einen Unterschied). Und ich glaube schon, dass ich etwas sinnvolles zur Diskussion beizutragen hatte. Mein gelöschtes Posting:

":Wie finde ich heraus, wer ich wirklich bin

Für’n Anfang hilft ein Blick in den Personalausweis…

:wink: (SCNR)"

Da steckt neben der Pointe auch etwas ganz wesentliches drin: Wenn ich wirklich herausfinden will, wer ich bin, dann muss ich zwar schon unter die Haut gehen. Ich sollte aber keineswegs das aus den Augen verlieren, was ich laut meinem Personalausweis bin: Mein Name, meine Herkunft, mein Alter, … schlicht alles, was zu meiner physischen Existenz und meinem sozialen Umfeld gehört.

Viele Grüße und viel Erfolg bei der Selbstfindung!
Michael

PS @MOD: In den einzelnen Brettern von w-w-w wird sehr unterschiedlich rigoros gelöscht. Ich hatte in meinem ursprünglichen Posting extra im Gruß die Ironie und das Augenzwinkern ausgedrückt, um zu zeigen, dass ich es nicht bös meinte. Wenn man schon viele inhaltlich „schwachen“ Postings stehen lässt, sollte ein Scherz hin und wieder meiner Meinung nach erlaubt sein.

Wegen mir kannst Du dieses Postscriptum gerne aus dem Beitrag löschen. Ich hoffe jedoch, dass Du den Rest einigermaßen ganz lässt.

[MOD] Re^2: Wie sich selbst entdecken?
Hallo,

die Löschung deines Postings ist begründet und geht mit den w-w-w Regeln konform.
Die Ironie deiner Antwort ist mir natürlich nicht entgangen, aber daraus können erfahrungsgemäß Streitereien entstehen, die einer Diskussion fruchtlos entgegen stehen.
Es spricht nichts dagegen, in seinen Beitrag einen Scherz einfließen zu lassen, wenn es sich im Endeffekt um einen hilfreichen Beitrag handelt.
Allerdings stand dein „Scherz“ alleine und ohne weitere Erläuterung zur Frage. Sensible Gemüter können sich dadurch angefriffen fühlen.

Wenn in anderen Bretter Postings, die gegen die Netiquette verstoßen, stehenbleiben oder erst spät gelöscht werden, liegt es daran, daß der betreffende Mod den Artikel nicht oder erst später gelesen hat.

Wenn du noch Fragen zu meiner Entscheidung hast, bitte ich dich, diese per Email an mich zu stellen, da eine Diskussion darüber nicht in dieses Brett gehört.

Danke für Dein Verständnis.

Gruß
Roland

Hallo Michael.

Für’n Anfang hilft ein Blick in den Personalausweis…

Das habe ich mir zwar nicht getraut (vorauseilender Gehorsam:smile: aber eine Wette hätte ich abschliesen können, dass es kommt, weil das einfach kommen musste:smile:))

Viele Grüße und viel Erfolg bei der Selbstfindung!

Ich drücke auch die Daume.

Balázs

Hallo Hanzo,

zu wissen, wer ich bin, das war auch viele Jahre lang mein Ziel. Mehr über mich zu erfahren, Klarheit über mein Verhalten, meine Denkstrukturen, meine Gefühle zu erhalten, das gelang mir durch die Aneignung von Wissen aus der Pädagogik und Psychologie.

Du schreibst

Wie finde ich heraus, wer ich wirklich bin

und hier beginnt bereits das Dilemma.

Denn der, der du „wirklich“ bist, ist m.E. nicht identisch mit dem, der du wahrscheinlich bist: Zwar eine Persönlichkeit, allerdings plus das Resultat deiner Erziehung und Sozialisation.
Authentisch/ echt/ „wirklich“ ist man m.E. erst dann, wenn es einem gelungen ist, sich von aufgedrängten Wert- und Moralvorstellungen weitestgehend zu lösen und in seinem Verhalten frei zu sein von alten Ängsten…

Wie dem auch sei,
wie gesagt, mir gelang es, durch o.g. Wissensaneignung mir zum einen über mein Verhalten bewusst zu werden und im weiteren es auch zu verändern/ abzulegen.
Es war auch unerheblich, mit welchem Thema ich mich konkret beschäftigt habe, seien es die Abwehrmechanismen von Angst, sei es die Liebe, sei es Entwicklungspsychologie, Gehirnforschung, Kommunikationsmodelle, etc.pp… in allen Bereichen fand ich Anteile von mir, so dass ich mir zumindest theoretisch ein Bild machen konnte darüber, wie ich „ticke“.

Hinzu kommt natürlich noch die Beobachtung der eigenen Gedanken und des persönlichen Verhaltens. Wobei widerum häufig die Gefahr des Selbstbetrugs (s. z.B. Abwehrmechanismen) gegeben ist.

So habe ich 20 Jahre mit dem Bemühen verbracht, zu mir selbst zu finden und kann inzwischen von mir behaupten, dass ich ein sehr authentischer, kongruenter Mensch bin.

Doch eine Krux hat die ganze Geschichte doch:
Immer dann in meinem Leben, wenn ich dachte, jetzt weiß ich endlich, wer ich bin, habe ich mich wieder verändert und war so schlau wie je zuvor…
Soll heißen, solange du offen dafür bist, dich zu verändern, wirst du diese Weisheit nie erlangen. Heute denke ich, es ist auch gar nicht mehr wichtig, wer und wie ich bin. Wichtig ist einzig und allein, sich selbst in seinem „So-sein“ zu akzeptieren. Bist du an diesem Punkt angelangt, ist der Rest unerheblich.

Meint
jeanne

Werde, der du bist.
Hi Hanzo

zu dem Themenkomplex, in den deine Fragestellung gehört, findet sich im Archiv ein Artikel von mir (mit einem kleinen philosophiegeschichtlichen Überblick):

/t/schoene-worte-oder-quatsch/4490266/5

Gruß
Metapher

Moin Hanzo,

„Wer bin ich?“.

Eines weiß ich sicher: Diese Frage stellst du dir das ganze Leben lang.
Und wenn du weißt, wer du bist, dann hast du das Ziel erreicht. Dann bist du tot oder ganz kurz davor.

„Wie entdecke ich mich selbst?“

Indem du in dich horchst und beobachtest. Und die Veränderungen und Wandlungen versuchst wahrzunehmen. Ein stetiger Prozess. Ein Prozess, den man überwiegend nicht wahrnimmt und manchmal nicht wahrnehmen kann, weil er still und leise begleitet. Ohne Unterbrechung.

Franz

Lebenslanges Lernen ohne Abschluss
Hi Metapher,
hi Jeanne,

bezüglich eurer differenzierten Beiträge kann ich nur bestätigen, dass die Selbsterkenntnis ein lebenslanges Lernen ist. Ich fing an, mich mit dieser Frage zu beschäftigen, als ich sechs Jahre alt war und in ein Kinderheim musste. Ich fragte mich ständig, warum gerade ich in dieser religiösen Zuchtanstalt sein musste, und andere Kinder, die ich von früher her kannte, nicht. Deshalb bildete ich mir ein, ich hätte ganz andere Eltern und ich sei nicht ich. Ich dachte mir in meiner Fantasie, dass es ja höchst relativ war, gerade ich und kein anderes Kind zu sein.

Diese Relativität ist mir bis heute geblieben. Wenn ich meine Selbstentwicklung zusammenfasse, kann ich (vorerst) zwei grundsätzliche Dimensionen erkennen: Ein lebenslanges Lernen in der so genannten Außenwelt und ein lebenslanges Lernen in der so genannten Innenwelt.

In der Außenwelt geht es um die Interaktion mit anderen Menschen. In der Innenwelt dagegen geht es um einen ganz alleine, denn man hat andere nur in der Erinnerung seines Gedächtnisses zur Verfügung. Aber man kann alle Ereignisse mit anderen Menschen rekapitulieren, und, wenn ich will, daraus lernen. Ja man kann sogar alle Ereignisse in seiner Fantasie korrigieren, im Sinne eines „Als Ob“, wie es besser hätte sein können…

Die Erfahrungen der so genannten Innenwelt kann man in drei Dimensionen unterteilen. An erster Stelle das Selbstbewusstsein, weil davon alles abhängt. Ich steure bewusst mein Selbstbewusstsein auf Ziele. Das gilt nicht nur in der Außenwelt, sondern auch in der Innenwelt. So kann ich Selbstbewusstsein, Unterbewusstsein und Überbewusstsein grundsätzlich unterscheiden.

Das Selbstbewusstsein ist mein Ich, das heißt „ich“ will etwas. Das kann ich aber nicht ohne mein Selbstbewusstsein erreichen. Mit meinem Selbstbewusstsein kann ich mir über mein Unterbewusstsein klar werden. Aber auch klar werden über mein eigenes Selbstbewusstsein von einer höheren Meta-Ebene aus. Man beginnt mit dem Unbewussten zu arbeiten, indem man seine Körpergefühle bewusst wahrnimmt, durch verschiedene Methoden, zum Beispiel: Muskelentspannung, Autogenes Training, Meditation.

Und immer wieder rekapitulieren! Nicht nur die individuelle Vergangenheit, sondern auch die Vergangenheit der Eltern, der ganzen Menschheit, der Tiere, Pflanzen und Planeten. Das alles gehört zu unserem (unbewussten) Selbst und ist im individuellen und kollektiven Unterbewusstsein präsent, während man es bewusst integrieren und gleichzeitig auch wieder relativieren kann, bis zuletzt ein reines Selbstgefühl übrig bleibt als „wahres Selbst“, verbunden mit dem Selbstbewusstsein als „absolute Identität“ (vergleiche die Lehren von Sokrates, Hegel, Schelling, Fichte, Wilber, Ernst Tugendhat, Manfred Frank, Abraham Maslow, Carl Rogers, Fredric Perls, Freud, Adler, Jung, Frankl, Fromm, Lacan, Arno Gruen, Schopenhauer, Nietzsche, Kierkegaard, Dilthey, Heidegger, Jaspers, Sartre und unzähligen anderen).

Mit seinem inneren Selbstbewusstsein tritt man immer wieder der Außenwelt gegenüber, in der man unter anderem über die Medien alle Informationen sammeln kann, die einen persönlich interessieren und weiter bringen. So sehe ich die eigene Selbsterkenntnis als ein lebenslanges Lernen in der Innen- und Außenwelt, das ohne Abschluss bleibt…

Gruß
C.

Das wahre Selbst gibt es nicht
Hallo Hanzo

Wenn Du Dich einfach nur selber besser verstehen willst, dann empfehle ich Dir Dich über die Funktionsweise des Menschen im Allgemeinen zu informieren. Die entsprechenden Wissenschaften sind ja bekannt. Dabei erfährst Du automatisch auch vieles über Dich selber.

Eine wichtige Ergänzung dazu ist, andere Personen zu befragen wie sie Dich sehen. Diese Methode kann Dir sehr überraschende und wertvolle Hinweise liefern.

KISS: Keep it strictly simple
Vjeko (der sein wahres Ich nicht sucht, weil er an eine derartige Singularität nicht glaubt)

Fazit …
^^ Servus zusammen,

danke für eure Antworten, manche haben mir mehr, andere weniger geholfen.
Ich habe mir auch mal eure Ratschläge befolgt und meine Gedanken kreisen lassen und mir ist aufgefallen, dass ich garnicht so viel bin, wie ich gedacht habe(aus meiner Sicht).

Ich bin sozusagen etwas von mir enttäuscht, aber auch nicht sehr überrascht von mir selbst, gibt aber einem zu denken, wie viel man ist und als wie viel man manchmal gepriesen wird.

Naja, das Leben geht weiter und ich hab ja noch etwas Leben vor mir =)

mfg,

Hanzo

Der UP ist nicht Jason Bourne
Hi Michael.

Kaum hat man einen Artikel geschrieben, schon wird er vom Mod
gelöscht, weil ich mich angeblich über den Fragesteller lustig
gemacht habe, ohne zur Diskussion sinnvoll beizutragen.

Sorry, aber das Argument für die Löschung ist nachvollziehbar.

":Wie finde ich heraus, wer ich wirklich bin

Für’n Anfang hilft ein Blick in den Personalausweis…

:wink: (SCNR)"

Das passt mehr ins Witzebrett als hierhin. Der UP ist bestimmt kein Jason Bourne, der nicht einmal seine Papieridentität kennt.

Da steckt neben der Pointe auch etwas ganz wesentliches drin:
Wenn ich wirklich herausfinden will, wer ich bin, dann muss
ich zwar schon unter die Haut gehen.

Das stand allerdings nicht in deinem Post.

Ich sollte aber keineswegs das aus den Augen verlieren, was ich laut meinem Personalausweis bin: Mein Name, meine Herkunft, mein Alter, … schlicht alles, was zu meiner physischen Existenz und meinem sozialen Umfeld gehört.

Diese Teil-Erkenntnis kann bei einer philosophischen Frage über das wirkliche Selbst getrost voraussetzt und muss dem Poster nicht erst klargemacht werden. Sinn der Frage ist es ja, über diesen vordergründigen und als bekannt vorausgesetzten Tellerrand hinauszublicken.

Gruß

Horst

1 Like

Zen und das Ich
Hi Hanzo.

mir ist aufgefallen, dass ich garnicht so viel bin, wie ich gedacht habe(aus meiner Sicht).

Na, ich weiß nicht, ob dir die Antworten wirklich geholfen haben. Vielleicht bist du viel „mehr“ als das, was du gedacht hast.

In der Zen-Philosophie sieht man das z.B. so:

http://www.suite101.de/content/zenbuddhismus-freihei…

Zitat:

Wer den Weg des Zen-Buddhismus geht, strebt danach, Buddha-Natur zu erlangen. Was dem Erlangen der Buddha-Natur, der wahren Befreiung oder auch "Erleuchtung“ des Menschen, im Wege steht, ist das Ich. Das Ich meint in diesem Fall alle Vorstellungen, die wir von uns selbst, der Welt und unseren Mitmenschen haben; es meint unsere mentalen Grenzen in Form von Meinungen, Vorurteilen, Überzeugungen und Dogmen – geistige "Schablonen“, durch die wir die Welt und uns betrachten und auf starre Konturen begrenzen. "Unsere selbstbezogenen Vorstellungen sind Täuschungen, die unsere Buddha-Natur verdecken“, sagt Shunryu Suzuki in seinem Buch „Zen-Geist – Anfänger-Geist“. Um uns selbst zu entdecken, müssen wir zunächst Distanz zu uns herstellen – ein scheinbarer Widerspruch.

Gruß

Horst

Existierst du auch ohne Körper?
Hi Horst,

Vielleicht bist du viel „mehr“ als das, was du gedacht
hast.

Ganz bestimmt! JEDER ist in der Evolution immer „mehr“ als er sich mal gedacht hat, zumindest auf eine idealistische Ganzheitsphilosophie bezogen…

Was dem Erlangen der Buddha-Natur,
der wahren Befreiung oder auch "Erleuchtung“ des Menschen, im
Wege steht, ist das Ich.

Aber als Philosophierender mit einer so genannten „Buddha-Natur“ ist das „Ich“ doch eine ZWINGENDE Voraussetzung zum Leben überhaupt, um seinen fühlenden Körper zu erhalten oder nicht? Oder existiert du als „Buddha-Natur“ auch ohne Körper, also ohne dass du sagen kannst: „Ich fühle Hunger, Durst, Schmerz, Freude, Traurigkeit, Müdigkeit, Geilheit“ usw.??

WIE???

Herzliche Buddha-Grüße
C.

Über die Buddha-Natur
Hi Claus.

Was dem Erlangen der Buddha-Natur,
der wahren Befreiung oder auch "Erleuchtung“ des Menschen, im
Wege steht, ist das Ich.

…existiert du als „Buddha-Natur“ auch ohne
Körper, also ohne dass du sagen kannst: „Ich fühle Hunger,
Durst, Schmerz, Freude, Traurigkeit, Müdigkeit, Geilheit“
usw.??

Buddha-Natur - das ist das reine, den ganzen Kosmos erfüllende Bewusstsein unabhängig von einzelnen Egos. Sie ist zugleich der innerste Kern jeden Egos, um den herum die Illusionen kreisen, die unser Ego-Bewusstsein durchziehen. Das Ego-Bewusstsein ist sozusagen ein stark verzerrte und nach unten skalierte Version der Buddha-Natur.

Diese Buddha-Natur kann bewusst gemacht werden, im extremen Fall nennt man das „Erleuchtung“.

Natürlich besteht die Buddhanatur unabhängig vom Körper und vom Ich. Sie reicht aber, wie gesagt, in das Ich hinein. Im Zen gilt die Buddhanatur als das wahre Selbst, weil das persönliche Selbst nur eine Maske jenes Selbst ist. Es versteht sich, dass dieses wahre Selbst absolut apersonal ist.

Zitate zum Thema:

Aus Wiki „Buddhanatur“:

Die Ursprünge der Buddha-Natur im Mahayana liegen in den Darlegungen des Lotos-Sutra, des Nirvana-Sutra, der Tathagatagarbha-Sutras, im Vajrayana auch in den Lehren nichtdualer Praxissysteme wie Lamdre, Dzogchen und Mahamudra. Dort wird die Buddha-Natur auch als die Natur des Geistes oder als klares Licht ursprünglichen Gewahrseins bezeichnet. Im Nirvana-Sutra wird die Buddha-Natur (Buddha-dhatu) vom Buddha selbst als „das wahre Selbst“ Buddhas erklärt und als „beständig, fest und ewig“ (nitya, dhruva, sasvata) beschrieben. Sie wird auch mit dem Dharmakaya gleichgesetzt.

Aus:

http://www.tibet.de/tib/tibu/1995/tibu33/33natur.html

Zitat:

"Der Geist ist leer von inhärenter, unabhängiger, wahrer Existenz; das ist die endgültige Natur des Geistes. Auf der konventionellen Ebene ist der Geist geeignet, von allen Befleckungen befreit zu werden; das ist die weiterzuentwickelnde Buddhanatur. In endgültiger Hinsicht ist der Geist leer von unabhängiger oder wahrer Existenz; das ist die natürlich anwesende Buddhanatur.

Der Geist, der die Eignung trägt, weiterentwickelt und von allen Befleckungen befreit zu werden, wird auf dem Pfad geschult bis hin zur Buddhaschaft; so wandelt er sich um in den Geist des Buddha, der »Weisheits-Dharmakāya« genannt wird. Die endgültige Natur des Geistes, frei zu sein von inhärenter oder wahrer Existenz, wird — wenn das Resultat erreicht ist — zum Natürlichen Dharmakāya. Obwohl diese Veranlagung die Essenz eines Tathāgatas oder Vollendeten bildet, ist sie doch vorübergehend befleckt, durch bestimmte Umstände und Hindernisse im Geist verdunkelt. Diese Hindernisse müssen erst beseitigt werden, um das ganze Potential der Buddhanatur zu entwickeln."

Gruß

Horst

Hallo,

http://www.suite101.de/content/zenbuddhismus-freihei…

daran ist so einiges fragwürdig …

Zitat:

Wer den Weg des Zen-Buddhismus geht, strebt danach,
Buddha-Natur zu erlangen.

Wer ‚den Weg des Zen-Budhismus geht‘ wird - wenn er dies konsequent tut - recht schnell bemerken, dass es nichts zu erlangen gibt (und ‚Streben‘ auch nur eine Ego-Falle ist). Schon gar nicht die Buddhanatur - die ist ihm nämlich wie allen Wesen angeboren. Falls nicht, wird ihn sein Lehrer mit der Nase darauf stoßen. Zum Thema ‚Buddha-Natur‘ hier ein Versuch, sich einer Begriffsklärung anzunähern: http://zensplitter.blogspot.com/2009/12/buddha-natur…

Freundliche Grüße,
Ralf

1 Like

Hallo Tychiades,

Wer den Weg des Zen-Buddhismus geht, strebt danach,
Buddha-Natur zu erlangen.

Wer ‚den Weg des Zen-Budhismus geht‘ wird - wenn er dies
konsequent tut - recht schnell bemerken, dass es nichts zu
erlangen gibt (und ‚Streben‘ auch nur eine Ego-Falle ist).

Ist diese (Zitat):

„Dieses Potential bedarf der Kultivierung, um Frucht zu tragen.“

Kultivierung nicht eben dieses Streben?

Gruß
Junktor

Glaube an CJW
Hi Horst,

Natürlich besteht die Buddhanatur unabhängig vom Körper und
vom Ich.

Ähm, wie willst du das beweisen? Das ist Glaube, kein Wissen! Ich glaube an keinen Buddha, sondern an CJW („Wenn du Buddha triffst, schlag ihn tot!“).

Gruß
C.

Unbewusst vorhandene Buddhanatur
Hi Ralf.

Wer den Weg des Zen-Buddhismus geht, strebt danach,
Buddha-Natur zu erlangen.

Wer ‚den Weg des Zen-Budhismus geht‘ wird - wenn er dies
konsequent tut - recht schnell bemerken, dass es nichts zu
erlangen gibt (und ‚Streben‘ auch nur eine Ego-Falle ist).
Schon gar nicht die Buddhanatur - die ist ihm nämlich wie
allen Wesen angeboren.

Dass die Buddhanatur angeboren ist, davon geht der Verfasser der von dir kritisierten Formulierung sicher auch aus. Gleich über diesem Satz kann man als Überschrift lesen:

„Der Zen-Buddhismus praktiziert das Loslösen von inneren Konzepten, die der Entfaltung der Buddha-Natur im Wege stehen.“

„Entfaltung“ kann hier nur meinen, dass die Buddhanatur sozusagen knospenhaft im menschlichen Geist vorhanden ist. Das „Erlangen“ entspricht der Entfaltung der unbewussten Knospe zur bewussten Blüte.

Auch wird Shunryu Suzuki zitiert mit den Worten:

„Unsere selbstbezogenen Vorstellungen sind Täuschungen, die unsere Buddha-Natur verdecken.“

Was nichts anderes heißen kann als: die Buddhanatur ist schon da, aber unserem Bewusstsein verborgen.

Das „Streben“ entspricht dem Willen und dem Bemühen, die „selbstbezogenen Vorstellungen“ als solche zu durchschauen und zu transzendieren, was im allgemeinen - und wem sage ich das - durch Meditation und ethisch angemessenes Verhalten bewerkstelligt wird. Von selbst wird die Buddhanatur in der Regel keinem bewusst. Ist nicht Buddha selbst ein Beispiel dafür, wie hart und langwierig der Prozess ist, um die (unbewusst vorhandene) Buddhanatur entdecken (was dem „Streben“ entspricht)? Er brauchte immerhin sechs Jahre.

Gruß

Horst

PS. Habe z.Zt. Probleme, wirklich gut deutsch sprechende VietnamesInnen aufzutreiben. Zwei Studentinnen sind verzogen, und einer ist in Urlaub). Bleibe aber am Ball.