Woran erkenne ich eine gescheiterte Beziehung?

Guten Tag ihr Wissenden,
ich (24) bin seit 7 Jahren mit meinem Partner (33) zusammen.
Seid einigen Monaten kriselt es immer wieder in der Beziehung. Wir hatten schlimme Streits, schlimmen Alltag und noch schlimmeres Geschweige.
Ich denke, dass solche Phasen jede Beziehung hat, wir hatten uns kurzfristig wieder zusammengerauft.

Jetzt habe ich vor einer Woche einen Mann kennengelernt, mit dem ich mich super verstehe. Wir haben den gleichen Humor, er ist sehr intelligent und insgesamt eine nette Gesellschaft.
Obwohl nichts gelaufen ist, hat mich dieser Mann zum Nachdenken gebracht.
Kann man wirklich in einer Beziehung wie Bruder und Schwester miteinander leben?
Ich muss dazu sagen, dass mein Partner und ich viele schlechte Zeiten gemeinsam gemeistert haben…

Wann lohnt es sich zu kämpfen und wie?
Hat diese Beziehung noch eine Chance?

Vielen Dank für eure Anregungen,

R.

Kann man wirklich in einer Beziehung wie Bruder und Schwester
miteinander leben?

Hi R.

Kann es sein, dass hier der Kern des Problems ist? Diese Frage möchte ich Dir mit NEIN beantworten. Und die vielen Jahre, die mit immer wieder erfolglosen Versuchen dahingehen, kommen Dir später verloren vor.

Mein Expertentum auf diesem Gebiet kommt nicht von der Uni, es kommt aus der Praxis.

Alles Gute

Uli

Nachtrag
Nachtrag:

Und warum tut mit der Gedanke an eine Trennung dennoch so weh?

Danke,
R.

Und warum tut mit der Gedanke an eine Trennung dennoch so weh?

Jede Veränderung tut ein bisschen weh. Das nennt man Gewohnheit.

Gruss
Uli

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Moin,

Kann man wirklich in einer Beziehung wie Bruder und Schwester
miteinander leben?

man/frau kann das sicherlich, nur ist zu fragen, ob das, speziell ion Deinem ALter, ein wünschenswerter Zustand ist.
Sexualität gehört in den meisten Fällen zu einer erfüllten Beziehung dazu.

Wann lohnt es sich zu kämpfen und wie?

Das kannst nur Du entscheiden!

Hat diese Beziehung noch eine Chance?

Dazu müssen sich beide zusammenraufen, sich austauschen, die Wünsche/Bedürfnisse geäußert werden und es muß sich ernsthaft etwas ändern.
Wenn das nicht (ernsthaft) passiert, sehe ich kurz- bis mittelfristig schwarz für die Beziehung.

Gandalf

Und warum tut mit der Gedanke an eine Trennung dennoch so weh?

Diese Problematik liegt im „Narzißmus“-Syndrom verankert, das seine frühesten Anfänge in der Beziehung des Säuglings zu seiner emotionell versagenden Mutter hat: Mann/ Frau sucht sich seine Partner demgemäß unbewusst aus. Am Anfang steht jedesmal die „Verliebtheit“ (Illusion, endlich eine liebesfähige Ersatzmutter/Mensch in dieser Funktion gefunden zu haben), nach dem Untergang der Flitterwochen beginnt dann der Alltag, der von infantiler Hörigkeit (Masochismus; Liebessehn-Sucht) und Rachedrang (Sadismus) gegenüber der enttäuschenden Ersatzmutter abwechselnd geprägt ist. Wenn Du Deine zwischenmenschlichen Beziehungen künftig wahrhaft Sinn-gebend gestalten willst, solltest Du Dich an eine tiefenpsychologisch gelenkte Therapie wenden, Deine Kindheit und die damit verbundenen Probleme nachträglich verarbeitend.