Yoga ist Sünde?! :)

Ja natürlich, das ist was du jetzt behauptest. Aber
gleichzeitig bestehst du darauf, dass Menschen in Ägypten das
Recht auf die Ausübung von Yoga haben… Wenn es in der
komplexen ägyptischen „Gesellschaft“ zu einem Kompromiss bei
der Ausübung von Yoga kommt, dann ist es meiner Meinung nach
etwas, was mich in Deutschland nichts angeht, weil nicht
schlimm.

Das sei dir unbenommen :smile: Ich sehe das halt anders.

Natürlich bleibt es dein Recht das System anzuzweifeln, aber
vom Ende der Welt zu sprechen (wie in deinem Eingangstext) ist
nicht angebracht.

Damit wollte ich nur zum Ausdruck bringen, daß es halt nicht
in München oder Siegen, also meinem direkteren Umfeld stattfindet.

Im Übrigen bin ich eher dafür, dass Experten

die Jobs erledigen. Darum geht es u.a. in diesem Forum :smile:

Na, bis jetzt habt ihr aber noch nicht sehr expertenhaft
gezeigt, warum das Kopftuch in der Schule erlaubt sein sollte :smile:

Nun scheint das Problem zu sein, dass diese Fatwa nur örtlich
beschränkt ist??

Auch, nicht nur. Frank kam vor kurzem auch mit so einer Rechts-
auffassung daher. Recht und Justiz sollte durch dialektisch
geschulte Bürger ersetzt werden. Diese Zersplitterung einer
flächendeckenden Gesetzbegung und Rechtssprechung halte ich
für kontraproduktiv.

grüße, rené
grüße, rené

Hi :smile:

Ich fühle mich durch die Kippa belästigt. Welches Grundrecht
gilt jetzt mehr?

Diese Frage wieder an dich zurück! Wenn du dich belästigt
fühlst, kannst du dich abwenden, oder du schaffst es dich
aufzuklären!

Moment: wenn er mein Lehrer ist? Darum geht es doch hier,
um Schulbereich. Ich kann als SChüler ja schlecht
den ganzen Tag auf den Boden schauen oder mit dem Rücken zur
Tafel sitzen. Im privaten auf der Straße oder oder ist
das doch was anderes.

ahja, was ist wenn dir sein Schnauzbart, seine Schuhe, i.A. seine Kleidung nicht gefallen? Muss der Lehrer ausgetauscht werden? Bist du nicht vielmehr daran interessiert, dass dein Lehrer kompetent ist?

Gruss, Omar Abo-Namous

Und da ich ja bis zu einem gewissen Zeitpunkt die
Verantwortung
für die Erziehung meiner Kinder habe, muß ich mich auch darum
kümmern und mir Gedanken machen, wer denn den ganze Tag vor
meinen
Kindern steht. Nonnen in entsprechender Kutte oder eben
Muslima mit Kopftuch stehen bei mir nicht hoch im Kurs
bzgl. Lehrkörper.

Wenn du dir die Lehrer einzeln aussuchen willst, dann schick deine Kinder auf eine private Schule oder lass Lehrer zu dir nach Hause kommen.
Die Frage ist nämlich: was geschieht mit muslimischen Eltern, die ihren Kindern auch zeigen wollen, dass kopftuchtragende Frauen durchaus erfolgreich und eigenverantwortlich sein können, in Kürze: sie wünschen sich eine Lehrerin mit Kopftuch… was machst du aus ihrem Erziehungsrecht?

Ist das bei dem Mufti so anders? Ausserdem ist es absurd hier
zu trennen, da jeder auch in öffentlichen Einrichtungen, wenn
diese verpflichtend sind, seine Privatheit hat, welche zu
schützen ist. Und Kopftücher sind nun wirklich alles andere
als öffentlich.

In der Schule ist ein Kopftuch durchaus nicht mehr privat
und sehr öffentlich.

Warum denn? Es herrscht in den meisten deutschen Schulen keine Uniformpflicht, also ist die Kleidung der Lehrer von vornherein individuell. Nochmal: Ihre Kleidung ist ihre persönliche Auswahl!!

Andererseits: Was ist, wenn ein auf die Stirn tätowierter
Penis für ein Naturvolk ein unglaublich wichtiges Symbol wäre und
er wäre Lehrer eines muslimischen Kindes in Berlin-Mitte?

Ja, wo wäre das Problem?

Erzählt mir doch nicht, ihr wärt alle so supertolerant. Der
Lehrer würde durch die Elternschaft in hohem Bogen
rausfliegen,
wenn er überhaupt in den Dienst käme.

Es kam an unserer Schule vor, dass eine Lehrerin von der Elternschaft nicht gemocht wurde. Sie wurde einfach (nach sehr langem Hinundher) nur an eine andere Schule verschoben. Das heisst, ihre Eignung als Lehrerin wurde nicht in Frage gestellt. Es wurde lediglich zur Erhaltung des Schulfriedens ein Kompromiss eingegangen.

Gruss, Omar Abo-Namous

PS: ich brech gleich den Rekord für die Anzahl der Postings/Sekunde :smile:)

Aber wir sehen es als eines unserer politischen Lebensziele
an,
diese Menschenrechte zu transpotieren, oder nicht?

Ja? Dann schliess dich der amerikanischen Fremdenlegion an.
Ich sehe es nicht als mein Lebensziel an.

Ich habe 2 Fragezeichen gemacht. Weil es echte Fragen waren,
weder Suggestivfragen noch rhetorische. Und ich habe dir schon
bzgl. des neuen „Sendungsbewußtseins“ der Amerikaner gesagt,
daß ich das nicht unterstütze. Die Menschenrechte kann man
nicht in die Köpfe der Menschen reinbomben.

Nein, eigentlich sollte man überzeugen. Das Überstimmen
kommt nur in Ausnahmefällen zum Tragen. theoretisch!

Konsensualpolitik ist ja schön und gut. Aber leider nicht immer
der Fall. Mehrheitsbeschlüsse bedeuten nunmal, daß sich die
Minderheit fügen muß. Mal ist das einfach zu ertragen, mal
schwieriger.

Denn ansonsten unterscheidet sich die Demokratie nicht von
irgendeiner anderen Staatsphilosphie: Wenn die Mehrheit in
einem monarchisch regierten Land etwas nicht will, dann wird
sie nötigenfalls den Monarchen stürzen und einen anderen an
seiner Stelle setzen, der ihren Wunsch erfüllt. Es sei denn
natürlkich eine Demokratie greift ein und stützt diesen
Monarchen, dann verschieben sich die Mehrheitsverhältnisse (s.
USA im Irak).

Überleg mal, so ungefähr ist ja auch die Demokratie
entstanden! (Französische Revolution…)

Ist ja alles richtig was du da sagst. Dennoch bleibe ich bei
der Meinung, daß Demokratie, nicht immer oder oft, aber manchmal,
Minderheiten unterdrückt. Denk an Garzweiler oder ähnliche
Problematiken: Da werden 7.000 Menschen zwangsumgesiedelt, zum
Wohle der Allgemeinheit. Die finanzielle Entschädigung ist
für viele alteingesessene bzw. Menschen die dort seit ihrer
Geburt wohnen und schon den Platz auf dem Friedhof ausgesucht
haben, ein Schlag ins Gesicht. Aber dennoch nötig.

grüße, rené

Gruss, Omar Abo-Namous

Was kommt alls nächstes? Verbot einen Vollbart zu tragen (im
Islam auch höchst symolträchtig!)?

Sicherlich eine Diskussionsgrundlage :smile:

Na klar, wenn wir schon dabei sind: Muslimische Männer müssen
Hosen tragen bis zu den Knien! Verbieten wir die auch gleich.
Vor allem im Sportunterricht.

Macht ja nun wirklich keinen Sinn :smile:

Was genau macht keinen Sinn? Das Verbot oder das Anziehen der Hose?

Auch schwimmen im
Winterpelz
ist irgendwie nicht so wirklich sinnvoll. Könnte zum ertrinken
führen, also lieber sein lassen.

Im Schwimmen kann man immer noch eine Knielange Hose anziehen und mit der ertrinkt man nicht. Wie dem auch sei, ich sprach vom Sportunterricht.

Solange dieser Lehrer ansonsten nicht exibitionistisch
veranlagt ist, sollte das kein Problem sein. Natürlich werden
Muslime kein Verständnis für sowas haben, solange ihnen das
Recht auf religiöse Entfaltung nicht gewährt wird!

Oh, wenn ich ihnen das Tragen des Kopftuches erlaube, würden
die Muslime nichts zu sagen haben, wenn tätowierte Penise den
ganzen
Tag vor ihren Mädchen stehen?

Für Muslime ist manche Bekleidung einiger Lehrerinnen im Sommer exhibitionistisch. Hast du je jemanden gehört, der sich darüber beschwert hat? Natürlich wird es privat nicht so richtig funken (wahrscheinlich), aber solange der Lehrer professionellen Unterricht vermittelt, warum nicht?

Gruss, Omar Abo-Namous

Hallo,

Das Kopftuch widerspricht meiner Meinung nach der freien
Entfaltung
der Frau. Dieses „Bild“ würde meinen Kindern tagtäglich
vorgelebt.

Dieses „Bild“ vermittelst du deinen Kindern. Du hast es richtig festgestellt: es ist deine Meinung. Solange du versuchst, deinen Kindern diese Meinung aufzudrängen, werden sie nie offen auf ihre Umgebung zugehen können. Deshalb: versuch dich selbst aufzuklären, geh auf Muslima zu. Eine Gelegenheit wird sich bestimmt am Tag der offenen Moschee zeigen. (3. Oktober)

Hihi, ich warte auf den Tag, an dem muslimische Mädchen ihren
konservativen Eltern erzählen, was ihr neuer Lehrer auf der
Stirn hat :smile:)

Wie bereits gesagt, privat werden diese Eltern nicht gut auf den Lehrer zu sprechen sein, übrigens davon abgesehen, ob es Muslime sind oder nicht. Möglicherweise sind soviele Eltern von ihm verärgert, dass sie seine Verschiebung herbeiführen können. Aber ihn aus dem Schuldienst zu entlassen? Das glaubst du wohl selbst nicht.

Gruss, Omar Abo-Namous

Wie dem auch sei:
Die Al-Azhar-Universität ist keineswegs mit dem Vatikan (für
Katholiken) zu verwechseln. Gelehrte gibt es überall. Eine

Was ja grade ein Problem des Islam in Deutschland war, bis der
ZdM seitens der Muslime als Ansprechpartner für Politik und
Gesellschaft eingerichtet wurde. Dummerweise hilft das auch
nicht
so wahnsinnig weiter, weil der Islam bzw. die Auslebung in
100 Ländern 100 Facetten hat. Es gibt halt keine Autorität wie
den Papst oder den Dalai Lama.

mein Reden.

Heissa, wir sind mal einer Meinung :wink:)

Laut Spiegel ist es die Justiz gewesen. Auf der anderen Seite:
Wäre es anders, wenn die Justiz das auf „weltlichem“ Wege
festgemacht hätte??

Also wenn ich das richtig verstanden habe, hat der besagte alte
Mann den Mufti um das Rechtsgutachten gebeten, und das Justiz-
ministerium hat meinem Verständnis nach nur dieses Geschehen
kommentiert, in dem Sinne daß es stattgefunden hat, nicht, daß
das Justizministerium den Auftrag gebeben hat.

Klär mich auf, wenn ich da den Schuß nicht gehört habe :smile:

Das glaube ich garantiert nicht und habe ich ja auch nicht
behauptet. Allerdings wird es möglich sein, im Geltungsbereich
dieser Fatwa einen Menschen der Yoga ausübt zu verklagen.

Nein! Woher nimmst du das denn? Eine persönliche Anfrage einer
Person wird wohl kaum zur Folge haben, dass Leute daraufhin
verklagt werden. Und wenn wir schon davon sprechen, es werden
selbst Dinge, in denen sich alle Muslime einig sind nicht
angeklagt (Alkoholverkauf, -konsum bspw.). Also wieder meine
Frage: warum die Aufregung?

Die Fatwa kann aber in Zukunft bei konkreten Fällen und Anklagen
als Grundlage für das Urteil benutzt werden, oder nicht? Darauf
will ich hinaus. Wenn diese Fatwa so wenig Wirkung hätte, gibt
es dann etliche Suchmaschinen zu dem Thema?

Wie ist das denn dann mit der religiösen Selbstbestimmung?
Darf ein Muslim seinen persönlichen Erfahrungshorizont nicht
über den reinen Islam hinaus erweitern?

Erfahrungshorizont? Reden wir hier über Naturwissenschaften?
Oder vielleicht meinst du auch andere Religionen? Mir ist nie
bekannt geworden, dass einem Muslimen verboten wurde, sich
irgendwie weiterzubilden.

Ich meinte eigentlich nicht die wissenschaftliche Weiterbildung,
sondern die Erweiterung seines spirituellen Seins :smile: Wenn Yoga
dazu hilfreich ist, wäre das doch schön wenn er dies in seinen
Glauben integrieren könnte. Und diese religiöse Selbstbestimmung
wird ja letztlich durch diese Fatwa eingeschränkt.

Aber das ist wirklich uninteressant, schließlich obliegt es
der Glaubensrichtung die Inhalte zu definieren.

grüße, rené

Muslime und ‚Ungläubige‘

Hallo Omar,

es ging mir um den folgenden Punkt. Die Schriftreligionen, das
Juden- und Christentum werden im Quran benannt, wenn auch
nicht immer schmeichelhaft und akkzeptiert. Im islamischen
Kulturraum wurden diese Anweisungen auch beachtet, so das
Juden und Christen jahrhunderte lang dort unbehelligt leben
konnten.
Eine solche Toleranz bringt der Quran gegenüber den
Götzendienern, und das sind Polytheisten in moslemischen
Augen, nicht auf. Mir ist auch nicht bekannt, dass
polytheistische oder animistische Religionen im islamischen
Kulturraum geduldet wurden.
Etwas anders sah es in Mittelasien in dem Bereich um Indien
aus, wo es dann doch gewisse vermischungen gab.

In Südostasien und auch in Afrika gab es Menschen, die weder Muslime noch Christen oder Juden waren. Diese wurde durch mehrere Regeln geschützt:
Eine Überlieferung des Propheten: „Do not be treacherous. Do not mutilate. Do not kill children or those (people) in convents.“ („Seid nicht hinterhältig. Tötet keine Kinder oder Menschen, die in Klostern sind“). Daraus wurde später eine Anweisung Abu-Bakrs (erster Khalifa) an seine Generäle:
„Do not betray or be treacherous or vindictive. Do not mutilate. Do not kill the children, the aged or the women. Do not cut or bum palm trees or fruitful trees. Don’t slay a sheep, a cow or camel except for your food. And you will come across people who confined themselves to worship in hermitages, leave them alone to what they devoted themselves for.“ ("… Ihr werdet auf Menschen treffen, die sich der Anbetung gewidmet haben, lasst sie in Ruhe mit dem, wofür sie sich gewidmet haben") Hier ist ganz klar, dass von Religionen die Rede ist, die die Muslime vorher nicht kannten (durchaus Götzendiener).
Eine weitere Überlieferung: „Beware of the prayer of the oppressed; for there is no barrier between it and Allah.“ ("~Fürchtet euch vor dem Gebet des Unterdrückten, es gibt kein Hindernis zwischen ihm und Gott.") Wieder wird hier nicht von den muslimischen Unterdrückten gesprochen.

Quellen:
http://www.islamonline.net/fatwa/english/FatwaDispla…
http://www.islamonline.net/fatwa/english/FatwaDispla…

Das ist im Falle, dass Muslime auf Andersgläubige im Kriegszustand treffen, also wie ist es mit dem normalen Zustand? Dazu findet man mehr in den Bereichen, zu denen das islamische Reich nicht vorgedrungen ist: Mittelafrika und Südostasien.

Gruss, Omar Abo-Namous

ahja, was ist wenn dir sein Schnauzbart, seine Schuhe, i.A.
seine Kleidung nicht gefallen? Muss der Lehrer ausgetauscht
werden? Bist du nicht vielmehr daran interessiert, dass dein
Lehrer kompetent ist?

Die Kompetenz sollte Grundvoraussetzung sein. Der Schnurrbart
ist nunmal nicht so belastet wie das Kopftuch. Tu doch nicht
so, als ginge es hier um ein völlig harmloses Problem
stilistischer und kleidungstechnischer Frage.

so hartnäckig wie du für das Kopftuch plädierst, plädiere ich
halt dagegen. Und wir begründen das beide mit den Grundrechten.
Selbst der EuGH hat 2001 ein Berufsverbot einer Muslimin in
der Schweiz nicht aufgehoben, weil es (das Berufsverbot) eben nicht
gegen die Religionsfreiheit bzw. Berufsausübung verstößt.

grüße, rené

Hi :smile:

Zum Einen ist eine Pflicht kein Symbol! Ich hatte es schon
gesagt: ich muss eine lange Hose tragen. Ist nun die lange
Hose ein Symbol? Wohl kaum.
Auf der anderen Seite muss die muslimische Frau es selber
einsehen. Wenn sie’s nicht tut, dann ist es ihre Sache. Hoffe,
das war nun klarer?

Die Hose ist ein normales Kleidungsmittel, die tragen die meisten
Menschen auch ohne Zwang. Das sieht beim Kopftuch anders aus.
Von daher ist die Symbolkraft, die Symbolhaftigkeit des Kopftuches
nicht mit der deiner Hose oder eines Schnurrbartes zu vergleichen.

Und so, wie die Kopftuchträgerin ein Recht auf positive
Religionsfreiheit hat, hab ich bzw. meine Kinder die an ihrem
Unterricht teilnehmen ein Recht auf negative
Religionsfreiheit.

Das habe ich auch bereits erwähnt: die negative
Religionsfreiheit wird durch eine kopftuchtragende Lehrerin
nicht verletzt. Ganz im Gegenteil. Die Indoktrination, die
derzeit geschieht (die Kinder wissen, dass keine
kopftuchtragende Lehrerin sie unterrichten wird, weil es
verboten ist, ergo sie werden beeinflusst) wird gar nicht
berücksichtigt. Der Staat sollte eigentlich dafür sorgen, dass
Lehrerinnen mit Kopftuch unterrichten, damit Vorurteile
abgebaut werden und gleichzeitig die Vielfalt schon in der
Schule zu sehen ist.

Oder der Staat sorgt dafür, daß keinerlei Symbole in Schulräumen
vorkommen. Außer in dafür explizit vorgesehenen Unterrichtsstunden,
Ethikunterricht oder ähnliches. Hier können sich dann die Nonnen,
Priester, Pfaffen, Rabis, Muftis, Imame, Hippies, Baumanbeter,
Treckies etc. pp. die Klinke in die Hand geben :smile:

grüße, rené

Hi :wink:

Wenn du dir die Lehrer einzeln aussuchen willst, dann schick
deine Kinder auf eine private Schule oder lass Lehrer zu dir
nach Hause kommen.

Das ist natürlich ein ganz anderer Schuh. Privatschulen sind
von der Debatte ausgenommen. Wenn ich dafür zahle, bekomme
ich was ich versprochen bekomme. Wenn ich meine Kinder auf
ein katholisches Internat oder eine islamisch geprägte Schule
schicke, ist ja im Vorfeld klar wer meine Kinder erzieht.
Es geht rein um öffentliche Einrichtungen.

Die Frage ist nämlich: was geschieht mit muslimischen Eltern,
die ihren Kindern auch zeigen wollen, dass kopftuchtragende
Frauen durchaus erfolgreich und eigenverantwortlich sein
können, in Kürze: sie wünschen sich eine Lehrerin mit
Kopftuch… was machst du aus ihrem Erziehungsrecht?

Das ist dann eine Frage der Mehrheit. Du siehst genau diesen
Konflikt ja auch beim BVerG. Dort gab es, auf höchster Experten-
ebene wohlbemerkt, genau die gleichen Diskussionen. Welches
Recht ist höher zu bewerten?

Warum denn? Es herrscht in den meisten deutschen Schulen keine
Uniformpflicht, also ist die Kleidung der Lehrer von
vornherein individuell. Nochmal: Ihre Kleidung ist ihre
persönliche Auswahl!!

Dir ist aber schon bewußt, daß grade für Lehrer bestimmte
Grundrechte eingeschränkt sind, grade mit dem Hinweis auf
ihre staatliche Verantwortung? wer sich in den Staatsdienst
begibt, muß sich nunmal mit gewissen Einschränkungen auseinander-
setzen. Wenn er/sie das nicht ertragen will, muß er klagen
und ggfs. durch alle Institutionen. Genau das passiert derzeit,
unter großem Anteil der allgemeinen Bevölkerung :smile:

Es kam an unserer Schule vor, dass eine Lehrerin von der
Elternschaft nicht gemocht wurde. Sie wurde einfach (nach sehr
langem Hinundher) nur an eine andere Schule verschoben. Das
heisst, ihre Eignung als Lehrerin wurde nicht in Frage
gestellt. Es wurde lediglich zur Erhaltung des Schulfriedens
ein Kompromiss eingegangen.

Zeig mir bitte die Stelle, an der ich oder irgendein Gericht
oder irgendein anderer Bedenkenträger ernsthaft die fachliche
Kompetenz von Frau Ludin bezweifelt hat. Letzenendes geht
es auch hier um eine Kompromißfindung um die Erhaltung des
gesellschaftlichen Friedens.

grüße, rené

Gruss, Omar Abo-Namous

PS: ich brech gleich den Rekord für die Anzahl der
Postings/Sekunde :smile:)

Oder der Staat sorgt dafür, daß keinerlei Symbole in
Schulräumen
vorkommen. Außer in dafür explizit vorgesehenen
Unterrichtsstunden,
Ethikunterricht oder ähnliches. Hier können sich dann die
Nonnen,
Priester, Pfaffen, Rabis, Muftis, Imame, Hippies, Baumanbeter,
Treckies etc. pp. die Klinke in die Hand geben :smile:

Aber dann beschränkst du diese Leute auf ihre Religiosität (bzw. ihrer Weltvorstellung), was gar nicht der Fall ist. Diese Nonnen, Priester, Pfaffen, Rabis, Muftis, Imame, Hippies, Baumanbeter und Treckies sind auch Menschen, die studiert haben und deinen Kindern bei ihren Matheproblemen helfen können!

Gruss, Omar Abo-Namous

Ja, ich beschränke teilweise ihre Grundrechte. Das sag ich ja die
ganze Zeit. Aber ich glaube in einem Maße, das als vertretbar
zu rechtfertigen ist.

grüße, rené

Hallo,

Heissa, wir sind mal einer Meinung :wink:)

Da bin ich auch froh.

Laut Spiegel ist es die Justiz gewesen. Auf der anderen Seite:
Wäre es anders, wenn die Justiz das auf „weltlichem“ Wege
festgemacht hätte??

Also wenn ich das richtig verstanden habe, hat der besagte
alte
Mann den Mufti um das Rechtsgutachten gebeten, und das Justiz-
ministerium hat meinem Verständnis nach nur dieses Geschehen
kommentiert, in dem Sinne daß es stattgefunden hat, nicht, daß
das Justizministerium den Auftrag gebeben hat.

Bitte beim Wortlaut bleiben. Ein Mann, kein alter Mann! weiteres weiter unten.

Nein! Woher nimmst du das denn? Eine persönliche Anfrage einer
Person wird wohl kaum zur Folge haben, dass Leute daraufhin
verklagt werden. Und wenn wir schon davon sprechen, es werden
selbst Dinge, in denen sich alle Muslime einig sind nicht
angeklagt (Alkoholverkauf, -konsum bspw.). Also wieder meine
Frage: warum die Aufregung?

Die Fatwa kann aber in Zukunft bei konkreten Fällen und
Anklagen
als Grundlage für das Urteil benutzt werden, oder nicht?
Darauf
will ich hinaus.

Ja klar, beispielsweise bei diesem konkreten Fall: „Herr Richter, dieser Mann, ja genau dieser Mann hat gestern nacht kurz vor Mitternacht Yoga praktiziert!“ Der Gerichtssaal birst vor Aufregung.

Ich meinte eigentlich nicht die wissenschaftliche
Weiterbildung,
sondern die Erweiterung seines spirituellen Seins :smile: Wenn Yoga
dazu hilfreich ist, wäre das doch schön wenn er dies in seinen
Glauben integrieren könnte. Und diese religiöse
Selbstbestimmung
wird ja letztlich durch diese Fatwa eingeschränkt.

Nein, immer noch nicht. Der betroffene kann sich immer noch weiterbilden, kann aber laut Spiegel laut Fatwa sich dabei nicht auf den Islam beziehen. Das ist alles.

Aber das ist wirklich uninteressant, schließlich obliegt es
der Glaubensrichtung die Inhalte zu definieren.

Danke. Zumindest ein Zugeständnis.

Gruss, Omar Abo-Namous

Na klar, wenn wir schon dabei sind: Muslimische Männer müssen
Hosen tragen bis zu den Knien! Verbieten wir die auch gleich.
Vor allem im Sportunterricht.

Macht ja nun wirklich keinen Sinn :smile:

Was genau macht keinen Sinn? Das Verbot oder das Anziehen der
Hose?

Das Tragen gewisser Kleindungstücke beim Sport. Ich kenn das noch
aus meiner Schulzeit. Wenigstens einen hatten wir dabei, der
aufgrund seiner Kleidung nur bedingt einsatzfähig war. Das hat
genervt. Hätte er normal in kurzer Hose gespielt, wäre sein
Beitrag zur Mannschaftsleistung erheblich größer gewesen.
Wir haben damals Unterwasserrugby gespielt, und mit wassersaugenden
halblangen Hosen ist das eine Qual.

Auch schwimmen im Winterpelz
ist irgendwie nicht so wirklich sinnvoll. Könnte zum ertrinken
führen, also lieber sein lassen.

Im Schwimmen kann man immer noch eine Knielange Hose anziehen
und mit der ertrinkt man nicht. Wie dem auch sei, ich sprach
vom Sportunterricht.

? Schwimmen ist doch Sport ? Aber egal, ich habe in einem
anderen Posting geantwortet, daß die Symbolträchtigkeit von
Kopftuch nicht mit der von Schnurrbart, Hose oder Sandale
zu vergleichen ist. Das zeigt doch die Emotionalität der Debatte.

Für Muslime ist manche Bekleidung einiger Lehrerinnen im
Sommer exhibitionistisch. Hast du je jemanden gehört, der sich
darüber beschwert hat?

Ja, einige Konservative würden sehr gerne den jungen Lehrerinnen
die in kurzem Rock und halbdurchsichtiger Bluse unterrichten
dieses Verbieten. Allerdings ließe sich das schlicht durch
eine entsprechende Weisung seitens des Kollegiums lösen, wenn
es tatsächlich zu Ärger führen sollte. Die persönliche
Kleiderwahl ist halt am Arbeitsplatz eingeschränkt. Eine
Bankangestellte die am Schalter bedienen soll wird wohl kaum
im Domina-Lederoutfit arbeiten können.

Natürlich wird es privat nicht so richtig funken (wahrscheinlich),
aber solange der Lehrer professionellen Unterricht vermittelt, warum
nicht?

Kompetenz ist Grundvoraussetzung, das sollte klar sein. Aber
dann folgen noch andere Punkte die gegeben sein müssen, damit
ein friedlicher Lehrprozeß stattfinden kann.

grüße, rené

Ja, ich beschränke teilweise ihre Grundrechte. Das sag ich ja
die
ganze Zeit. Aber ich glaube in einem Maße, das als vertretbar
zu rechtfertigen ist.

Rene, ich weiss, dass wir nun immer schneller posten, dennoch bitte ich dich meine postings (und andere auch) sorgfältig durchzulesen, bevor du antwortest:
Du beschränkst sie (diese Menschen). Nicht nur ihre Grundrechte, sondern sie. Sie sind für dich nur noch bspw. Priester. Er ist kein Mensch in der Gesellschaft, der sich an der Lösung einer physikalischen Problemstellung beteiligen kann. Das ist sehr schlimm. Wer bist du, um solch ein Urteil abzugeben? Möglicherweise ist dieser Priester (oder auch diese kopftuchtragende Frau) viel besser geeignet als du, diesen Job zu erledigen.

Gruss, Omar Abo-Namous

Hallo :smile:

Das Kopftuch widerspricht meiner Meinung nach der freien
Entfaltung der Frau. Dieses „Bild“ würde meinen Kindern tagtäglich
vorgelebt.

Dieses „Bild“ vermittelst du deinen Kindern. Du hast es
richtig festgestellt: es ist deine Meinung. Solange du
versuchst, deinen Kindern diese Meinung aufzudrängen, werden
sie nie offen auf ihre Umgebung zugehen können.

Das ist nunmal das Problem der elterlichen Erziehung.

Deshalb: versuch dich selbst aufzuklären, geh auf Muslima zu.
Eine Gelegenheit wird sich bestimmt am Tag der offenen Moschee
zeigen. (3. Oktober)

Schlonak? ich bin seit Jahren mit Muslimen im ständigen Kontakt.
Ich kenne mich sehr gut aus :smile: Im Gegensatz zu anderen lebe
ich Integration, ich rede nicht nur davon. Die Hälfte meines
Bekanntenkreises besteht aus Muslimen, ich habe mehrmals lange
Gespräche mit Gläubigen in Damaskus (Omayyaden Mosche) geführt,
ich habe den Koran gelesen und mit Muslimen darüber diskutiert.
Ana atakallamu 3rabiya, bas misch fus7a, faqat 3mmiya.
Naja, halt mischmasch aus Hocharabisch und Dialekt. Kein Wunder.

Wie bereits gesagt, privat werden diese Eltern nicht gut auf
den Lehrer zu sprechen sein, übrigens davon abgesehen, ob es
Muslime sind oder nicht. Möglicherweise sind soviele Eltern
von ihm verärgert, dass sie seine Verschiebung herbeiführen
können. Aber ihn aus dem Schuldienst zu entlassen? Das glaubst
du wohl selbst nicht.

Ich vermute mal, er wird mit der Tätowierung erst gar nicht
in den Schuldienst aufgeommen, läßt er sich während seiner
Schulzeit entsprechend tätowieren, wird garantiert ein
entpsrechendes disziplinarisches Verfahren eingeleitet.

grüße, rené

Hallo,

Wenn du dir die Lehrer einzeln aussuchen willst, dann schick
deine Kinder auf eine private Schule oder lass Lehrer zu dir
nach Hause kommen.

Das ist natürlich ein ganz anderer Schuh. Privatschulen sind
von der Debatte ausgenommen. Wenn ich dafür zahle, bekomme
ich was ich versprochen bekomme. Wenn ich meine Kinder auf
ein katholisches Internat oder eine islamisch geprägte Schule
schicke, ist ja im Vorfeld klar wer meine Kinder erzieht.
Es geht rein um öffentliche Einrichtungen.

Ja, und natürlich kannst du sie an eine streng atheistische Schule schicken, aber solange sie in einer allgemein zugänglichen Schule sind, darfst du dich eigentlich nicht wundern, wenn sie ein breites Spektrum von der richtigen Gesellschaft zu Gesicht bekommen.

in Kürze: sie wünschen sich eine Lehrerin mit
Kopftuch… was machst du aus ihrem Erziehungsrecht?

Das ist dann eine Frage der Mehrheit. Du siehst genau diesen
Konflikt ja auch beim BVerG. Dort gab es, auf höchster
Experten-
ebene wohlbemerkt, genau die gleichen Diskussionen. Welches
Recht ist höher zu bewerten?

Das hatte man ein SPD-Mann hier in Niedersachsen angesprochen. Wir haben ein Viertel Hannover List, wo die Mehrheit türkische Mitbürger sind. Darf dann auch verboten werden, dass Lehrerinnen mit Kopftuch an die Schule unterrichten, nur weil die Mehrheit der Eltern Lehrerinnen mit Kopftuch haben wollen???

Dir ist aber schon bewußt, daß grade für Lehrer bestimmte
Grundrechte eingeschränkt sind, grade mit dem Hinweis auf
ihre staatliche Verantwortung? wer sich in den Staatsdienst
begibt, muß sich nunmal mit gewissen Einschränkungen
auseinander-
setzen.

Ja klar, sie müssen ihren Unterricht politisch und religiös neutral gestalten. Das können einige Lehrer nicht. Aber das von einer muslimischen Lehererin zu behaupten, nur weil sie ein Kopftuch trägt ist unverantwortlich. Vor allem, da so einige Experten sie für sowohl kompetent als auch neutral eingestuft haben.

Zeig mir bitte die Stelle, an der ich oder irgendein Gericht
oder irgendein anderer Bedenkenträger ernsthaft die fachliche
Kompetenz von Frau Ludin bezweifelt hat. Letzenendes geht
es auch hier um eine Kompromißfindung um die Erhaltung des
gesellschaftlichen Friedens.

Aber nicht auf die Kosten der Lehrerin, die nun arbeitslos ist! Wenn sie einfach nur an eine andere Schule verschoben wird, wäre es nicht das Problem. Übrigens Frau AlZayes hier in Niedersachsen wurde sehr wohl von der ganzen Schule (ob nun im Kollegium oder auf dem Hof) willkommen geheissen. Ihr Problem bestand nur mit dem einen Direktor, und später mit Politikern. D.h. der gesellschaftliche oder auch der schulische Frieden wurden nicht durch sie, sondern durch diesen Direktor gestört.
Es wäre ja auch weniger schlimm, wenn einzelne Lehrerinnen an andere Schulen geschoben werden, weil die Elternschaft das so will. Nun setzt man sich über den Willen genau dieser Eltern hinweg und verbietet der Lehrerin, sich überhaupt „bei den Eltern“ anzubieten/zu bewerben… Also wie war das mit dem Schulfrieden?

Gruss, Omar Abo-Namous

Rene, ich weiss, dass wir nun immer schneller posten, dennoch
bitte ich dich meine postings (und andere auch) sorgfältig
durchzulesen, bevor du antwortest:
Du beschränkst sie (diese Menschen). Nicht nur ihre
Grundrechte, sondern sie. Sie sind für dich nur noch bspw.
Priester. Er ist kein Mensch in der Gesellschaft, der sich an
der Lösung einer physikalischen Problemstellung beteiligen
kann.

Ich denke ein Priester als Physiklehrer hat einen
gewissen Widerspruch :smile:

Das ist sehr schlimm. Wer bist du, um solch ein Urteil
abzugeben?

Ich bin ein Mensch mit freier Meinung. So wie du. Wir teilen
unsere Meinungen grade artig in einem „Streitgespräch“ aus.
Wir suchen beide nach einer Lösung. Wer bist du, mir Unlauterkeit
zu unterstellen? *g*

Möglicherweise ist dieser Priester (oder auch diese
kopftuchtragende Frau) viel besser geeignet als du, diesen Job
zu erledigen.

Das ist aber doch kein Problem das sich nur auf diesen Bereich
erstreckt. 90% aller Probleme entstehen nicht aus fachlichem
Mangel oder Unverständniss, sondern aus menschlichen
Inkompatibilitäten und falschen Erwartungen, falschen Bedürfnissen
oder falsch verstandenen Bedürfnissen. Jegliches Arbeitsverhältnis
ist in großem Maße nicht von der Inkompetenz der Beteiligten
gefährdet, sondern durch die Unvollständigkeiten der Beteiligten
Personen in „zwischenmenschlichen“ Fragen.

grüße, rené

Gruss, Omar Abo-Namous

Deshalb: versuch dich selbst aufzuklären, geh auf Muslima zu.
Eine Gelegenheit wird sich bestimmt am Tag der offenen Moschee
zeigen. (3. Oktober)

Schlonak? ich bin seit Jahren mit Muslimen im ständigen
Kontakt.
Ich kenne mich sehr gut aus :smile: Im Gegensatz zu anderen lebe
ich Integration, ich rede nicht nur davon. Die Hälfte meines
Bekanntenkreises besteht aus Muslimen, ich habe mehrmals lange
Gespräche mit Gläubigen in Damaskus (Omayyaden Mosche)
geführt,
ich habe den Koran gelesen und mit Muslimen darüber
diskutiert.

Das ist ja ganz schön, aber wie lässt sich deine ignorante (das musst du doch zugeben) Haltung erklären?
Der Vorteil beim Tag der offenen moschee ist, dass du auf genau die Frauen triffst, die sich für ihre Freiheit einsetzen u.a. ein Kopftuch zu tragen.

Gruss, Omar Abo-Namous