Zukunft des Religionsunterrichts

hallo raimund…
ich misch mich mal ein :smile:

hier im Forum wurde
mehrmals behauptet, dass frauen in der jüdischen Religion
gleichberechtigt sind.

was soll gleichberechtigt heissen? sind chirurgen und automechaniker gleichberechtigt? sie haben verschiedene aufgaben, das ist alles. ich wuerde keinen automechaniker an meinen koerper lassen. und ein chirurg sollte nicht an bremsen herumpfuschen.

gruss!

hallo barbara nochmal,

Die Evangelische Kirche
geht an die Grundfeste, das Fundament, und definiert sich (wie
der Name sagt) über das Evangelium.

ich sehe hier keinen unterschied, was die voraussetzungen betrifft. tut mir wirklich leid. :smile:

Zeig mir einen Wissenschaftler, der zugibt, eine Position zu
haben, und ich zeig dir einen ehrlichen Mann. Sich der
eigenen Subjektivität bewusst zu sein, ist der erste Schritt
auf dem Weg zum echten Wissenschaftlichen Arbeiten. Alles
andere ist ein Sich und Andere Belügen.

ja das stimmt. es ist bekannt, dass es auch in der wissenschaft so etwas wie eine orthodoxie und haeretiker gibt. ich erinnere mich an popper, der aus einem kongress (?) geschasst wurde, weil er es gewagt hat, die evolutionstheorie … naja… zu verarschen (das mit den flugzeugen… genau weiss ich es nicht mehr.)

aber trotz allem: die wissenschaft hat sich auf voraussetzungen wie intersubjektivitaet und objektivitaet geeinigt. und da passt theologie nunmal nicht rein.

gruss!

ps: meine meinung hat nichts mit der kirche oder oesterreich zu tun. dasselbe gilt fuer jede religion. du brauchst statt „theologische fakultaet“ nur „talmudschule“ lesen, und meine meinung wird die gleiche bleiben.

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Theologie und Wissenschaft
Hi lehi
Punkt 1: Theologie ist eine Wissenschaft, denn es wird mit wissenschaftlicher Methodik gearbeitet. (Wissenschaft ist so definiert) Sie beschäftigt sich mit der Feinstruktur Gottes…

Alleine aufgrund des Untersuchten Gegenstandes auf Wissenschaft oder Nichtwissenschaft zu schliessen, ist m.e. irrig.
Dann könnten wir ja alle Soz-Päd Fächer als nichtwissenschaftlich deklarieren.
Wichtig beim wissenschaftlichen Arbeiten ist die Unvoreingenommenheit der Forscher.

Punkt 2: ALLES Wissenschaftliche beruht im Grunde auf unbeweisbaren Axiomen.
So lautet das Axiom der Naturwissenschaften: „Das Regelsystem der Natur, das durch die derzeit bekannten Naturgesetzte nur unvollkommen beschrieben wird, gilt immer und überall.“
Ein Axiomensystem einer Wissenschaft sollte in sich logisch und widerspruchsfrei sein… und keine Widersprüche zur beobachtbaren Welt aufweisen.

Das Grundaxiom der Theologie lautet: „Es gibt ein oder mehrere höhrer Wesen… oder sowas in der Art“.
Dazu kann man jetzt weitere Axiome basteln bis es mit der realen Welt ncht mehr übereinstimmt. Gefährlich wird es, wenn „letzte Wahrheiten“ verkündet werden… die haben üblicherweise keinen Bestand… und zwar in allen Wissenschaften.

So halte ich die katholische Dogmatik in weiten Teilen für nichtwissenschaftlich.
(irgendwann trifft mich Ratzingers Bannstrahl)

By the way:
Eine (gute) Talmudschule ist meines bescheidenen Wissensstandes nach ein herausragendes Beispiel für die wissenschaftliche Bearbeitung Theologischer Themen.

Gruß
Mike

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Hi Lehitraot,

Mike *wink* hats viel deutlicher und besser gesagt, als ich es könnte.

was weurde denn passieren, wenn ein student eine arbeit
abgibt, in der er bestreitet, dass jesus ueberhaupt existiert
hat?

klar wird in der NT Forschung auch über die Historizität als solche diskutiert!

nein nein, im lehrbuch stand das drin. das gleiche buch wird
ueberall verwendet. und uebrigens, der sprachkurs als solcher
war exzellent!

Es gibt viele Lehrbücher, ich habe hier vor einiger Zeit eine interessante Diskussion mit Eli gehabt zum Thema „Gesetz“ und was es alles bedeutet, wenn du sie gelesen hättest, wüsstest du, das es in der Prot. Theologie keine einseitige oder vereinfachende Sichtweise zu diesem ganzen Themenkomplex gibt.

wieviele moslems, ZJs, Scientologen, Juden etc. studieren denn
dort? zum vergleich: bei den islamwissenschaften und der
judaistik sind die meisten nicht islamisch bzw. juedisch,
nichtmal die professoren.

aber ziemlich viele Atheisten studieren dort…btw hat das auch damit was zu tun, dass dieses Studium zu einem bestimmten Beruf führt (ich war der Mikrosatz an Leuten an der Fakultät, die das als Nebenfahc studiert haben und NICHT Leherin oder Pfarrerin werden wollte ( zeitweise waren wir 3 unter 600 oder so)

grüssle,

b.

Danke Mike,

so gut hätte ich als olle Geiwi das nie sagen können :smile:)

babs §B-D

[immerhin tun wir Geiwis nicht 5 Jahre lang Forschungsgelder des Klo runterspülen, weil wir Schafe nicht von Kühen unterscheiden können ! ;-D]

Hallo Lehitraot,

irgendwie ist deine Argumentation recht sprunghaft, mal kommst du mit den Finanzen und erwähnst den Vatikan, mal beschwerst du die über die Qualität des Wie (z.B. Tora-Übersetzung), dann wieder springst du zu dem Gegenstand selbst, wobei da auch nicht klar ist - für mich- wie du das definierst.

aber trotz allem: die wissenschaft hat sich auf
voraussetzungen wie intersubjektivitaet und objektivitaet
geeinigt. und da passt theologie nunmal nicht rein.

Erklär mal für Blondinen im Geiste Intersubjektivität und Objektivität *grins?

Gut, vielleicht hab ich ja mit Fächern wie Geschichte, Politische Wissenschaften (so nannte sich das ) und Theologie nichts studiert, was deinen Kriterien von Wissenschaft standhält…ich glaub, damit kann ich aber ganz gut (und erfolgreich) leben:smile:

ps: meine meinung hat nichts mit der kirche oder oesterreich
zu tun. dasselbe gilt fuer jede religion. du brauchst statt
„theologische fakultaet“ nur „talmudschule“ lesen, und meine
meinung wird die gleiche bleiben.

ich maße mir nicht an, sagen zu können, wie und was in Talmudschulen gelehrt wird, deshalb kann ich nicht sagen, ob es hier Unterschiede oder nicht gibt.

Gruss,

b.

Hä?
hallo Lehitraot

ich misch mich mal ein :smile:

ich auch :smile:

was soll gleichberechtigt heissen? sind chirurgen und
automechaniker gleichberechtigt? sie haben verschiedene
aufgaben, das ist alles. ich wuerde keinen automechaniker an
meinen koerper lassen. und ein chirurg sollte nicht an bremsen
herumpfuschen.

diese Analogie hätt ich gerne mal näher erläutert bekommen.Das versteh ich ja nun gar nicht.

gruss,

b.

Hallo Lehitraot!
Irgendwie scheinst Du Vorurteile gegeb Theolgen zu haben. Jedenfalls unterstellst Du ihnen Voraussetzungen, die sie sicherlich nicht - alle - haben.

theologie genuegt nicht den bedingungen, die man an eine
wissenschaft richtet, egal ob nun geistes- oder
naturwissenschaft.

Ich denke, dazu wurde hier schon gut geantwortet (Danke!).

alle diese faecher kann jeder lernen und unterrichten, sogar
wenn er nichtmal katholisch ist!

Das ist wahr. Aber Dir hätte auch was auffallen können: Wer studiert das schon alles gleichzeitig? Ein Theologe ist in der Wissenschaft ein Universalist (er kann alles ein bißchen). Z.B. müssen ev. Theologen als Studienvoraussetzung Altgriechisch lernen. Historiker müssen das erst als Bedingung zur Promotion. Als Kirchenhistorikerin gehörte zu meiner Ausbildung auch Mittelalterliche und moderne Dogmatik. Das eröffnet Perpektiven. Mein Kollege ist Historiker und ich habe vor seinem Wissen in seinem Bereich Respekt und kann viel lernen. Meine geistesgeschichtlich orientierte Arbeit dagegen bietet den Vorteil, daß mir größere (Denk-)Verläufe bewußt sind, was gerade für die Frage nach der Wirkungsgeschichte interessant sind. Noch einmal: Theologen sind erst einmal Spezialisten für christliches Denken und seine Geschichte. Aufgrund der jahrhundertealten Geschichte unserer Disziplin besitzen wir Hilfsmittel in einem Maße, von denen andere Disziplinen nur träumen, aber eben auch profitieren können. Ein Bespiel ist die neutestamentliche Textforschung. Ohne sie wüßten auch Altphilologen nicht so viel über antike Schreibgewohnheiten, Verschreibgewohnheiten etc.

das einzige was theologisch ist, ist die interne,
bekenntnisorientierte LEHRE, und die ist unwissenschaftlich.
sie hat ihren platz in den kirchlichen lehrstuben, nicht an
der universitaet. wie raimund schon sagte steht sie
gleichberechtigt neben allen anderen spirituellen lehren, von
boesen zungen als „bloedsinn“ bezeichnet.

Definiere mal genau, was „bekenntnisorientierte Lehre“ ist und warum dies prinzipiell unwissenschaftlich ist. Dogmatisches Reflektieren heißt erst einmal, systematisch und diszipliniert denken und reden zu lernen. Nur so kann man sich das Denken eines anderen erschließen. Meine Erfahrung mit philosophischen Seminaren war da nicht anders. Erst einmal haben wir Kant gelesen und versucht, sein eigenes Denksystem uns zu erschließen, bevor man zu eigenen Urteilen kam.

er kann ja lesen, wenn er denn will. man kann alles lesen mit
dem blick des wissenschafters. Man kann nicht alles Lesen, weil man schlicht gar nicht die Zeit hat. Man sollte auch als Wissenschaftler seine Grenzen kennen und vielleicht mal auf Experten vertrauen, wenn auch kritisch.

deswegen muss man noch lange
nicht dran glauben. es ist aber unmoeglich theologie zu
studieren, ohne daran zu glauben. und deswegen alleine kann es
keine wissenschaft sein.

Na, die Einzige, die hier Voraussetzungen schaft, bist Du.

es genuegen kleinigkeiten, zum beispiel die permanente
uebersetzung des wortes „tora“ mit „gesetz“, wie es in dem im
seminar benutzten hebraeischbuch der fall war, die schon genug
aussagen ueber die tendenzioese haltung der theologie.
wahrscheinlich gibt es noch mehr beispiele, aber dieses fiel
mir halt auf.

Dann hat weder Dein Hebräischbuch noch Dein Hebräischlehrer etwas getaugt! Man lernt ja eigentlich die alten Sprachen, um sich kontextuell den Sinn zu erschließen, sicherlich nicht durch Vokabelsturheit.

ja, aber dass jesus gelebt hat, der messias war, auferstanden
ist, und dass es einen gott gibt, der sein vater ist - das
setzen sie alle voraus, oder etwa nicht?!

Wer sind sie? Klar studieren viele Theologe, weil sie gläubig sind. Du kannst aber davon ausgehen, daß für die meisten das Theologiestudiul eine Anfechtung bedeutet.
Der letzte, der die alte „Das Grab war voll“-These von sich gegeben hat, war übrigens Professor für NT in Göttingen (was aus ihm geworden ist, gehört hier nicht mehr hin).
Auch wenn es lang wird, eine Geschichte aus meinem Studium:
Als Theologe besucht man als erstes Seminar nach dem Graecum das NT-Proseminar. Ich ging mit einer Freundin dorthin, die sicherlich sehr gläubig war und eine positiv-kirchliche Sozialisation hinter sich hat.
Unser Professor, der im übrigen auch Pfarrer ist, hielt seine Einleitungsrede, schwenkte das griechische NT und sagte:
„Wir betrachten das NT als ein Stück antiker Literatur, nichts weiter.“ Er begründete dies mit der Notwendigkeit zur Wissenschaftlichkeit und der Geschichte der historisch-kritischen Exegese.
Meiner Freundin gefiel das nicht: „Aber man muß doch zwischen den Zeilen lesen!“
Der Prof schlug darauf sein NT auf, runzelte die Stirn, hielt es geöffnet Richtung Seminar und meinte: „Komisch, bei mir zwischen den Zeilen steht nichts. Wo nichts steht, können wir auch nichts sagen.“

Grüße,
Taju

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Hallo Mike,

entschuldige bitte, dass ich mich einmische, aber einiges scheint mir an deinem Posting erläuterungswert.
(Bemerkung: Ich habe nicht den ganzen Thread gelesen.)

Punkt 1: Theologie ist eine Wissenschaft, denn es wird mit
wissenschaftlicher Methodik gearbeitet. (Wissenschaft ist so
definiert) Sie beschäftigt sich mit der Feinstruktur Gottes…

Das Beschäftigungsfeld der Theologie wird von den verschiedenen Konfessionen verschieden interpretiert: Nach meiner Kenntnis sehen die Katholiken Theologie als „Wissenschaft von Gott“, während die Protestanten Theologie eher als „Wissenschaft vom Glauben“ bezeichnen würden. Selbstverständlich gibt es Überschneidungen.

Das Grundaxiom der Theologie lautet: „Es gibt ein oder mehrere
höhrer Wesen… oder sowas in der Art“.

Nein, nicht ganz. Sondern es wird eher davon ausgegangen, dass der Mensch nicht von sich aus existenzfähig ist. Und daraus ergibt sich, dass es so etwas geben muss. Das nennt man „natürliche Theologie“. Diese ist der Theologie vorgelagert. Theologie ist - auch wenn sie Wissenschaft von Gott ist - nicht vom Menschen ablösbar.

So halte ich die katholische Dogmatik in weiten Teilen für
nichtwissenschaftlich.
(irgendwann trifft mich Ratzingers Bannstrahl)

Nun, Razinger ist jemand, den man nun bei weitem nicht unwissenschaftlich nennen kann (auch wenn man es gerne möchte). Denn gerade Ratzinger ist jemand, der die rationale Methode bis in alle Feinheiten beherrscht (im Gegensatz etwa zu JP II, dessen Schriften eher verkündigenden Charakter haben). Gerade der wissenschaftliche Charakter der Argumentation Ratzingers macht es so schwer, gegen ihn wirklich zu argumentieren. Seine Professur hat er für „Systematische Theologie und Dogmengeschichte“ bekommen. Dogmatik als „behauptende“ Wissenschaft ist nur ein Teil der Systematischen Theologie. Im Gegensatz zu den meisten Nichttheologen (und auch im Gegensatz zu vielen Theologen) ist Ratzinger fähig, geschichtliche Dogmatik von verkündeter Dogmatik zu trennen. Ich finde, dass sollte man ihm zumindest zu Gute halten, auch wenn man - wie wir beide - nicht immer seiner Meinung ist.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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Hallo Thomas (mal wieder, oder?),
Deinen richtigen Ausführungen möchte ich nur noch etwas hinzufügen, bevor wieder die Mißverständnisse kommen…

Das Beschäftigungsfeld der Theologie wird von den
verschiedenen Konfessionen verschieden interpretiert: Nach
meiner Kenntnis sehen die Katholiken Theologie als
„Wissenschaft von Gott“, während die Protestanten Theologie
eher als „Wissenschaft vom Glauben“ bezeichnen würden.
Selbstverständlich gibt es Überschneidungen.

es gibt Überschneidungen, aber dieses unterschiedliche Verständnis verursacht auch verschiedene Schwerpunkte. Z.B. ist die Frage nach dem historischen Jesus ein eher protestantisches Thema.

Nein, nicht ganz. Sondern es wird eher davon ausgegangen, dass
der Mensch nicht von sich aus existenzfähig ist. Und daraus
ergibt sich, dass es so etwas geben muss. Das nennt man
„natürliche Theologie“. Diese ist der Theologie vorgelagert.
Theologie ist - auch wenn sie Wissenschaft von Gott ist -
nicht vom Menschen ablösbar.

Du beschreibst hier Theologie richtig im engeren Sinne, also eher „dogmatisch“. Theologie als Universitätsfach arbeitet aber auch und vor allem historisch. Wenn man also kirchenhistorisch arbeitet, ist die Frage, ob der Mensch von sich aus existenzfähig ist oder nicht, irrelevant.

Nun, Razinger ist jemand, den man nun bei weitem nicht
unwissenschaftlich nennen kann (auch wenn man es gerne
möchte). Denn gerade Ratzinger ist jemand, der die rationale
Methode bis in alle Feinheiten beherrscht (im Gegensatz etwa
zu JP II, dessen Schriften eher verkündigenden Charakter
haben). Gerade der wissenschaftliche Charakter der
Argumentation Ratzingers macht es so schwer, gegen ihn
wirklich zu argumentieren. Seine Professur hat er für
„Systematische Theologie und Dogmengeschichte“ bekommen.
Dogmatik als „behauptende“ Wissenschaft ist nur ein Teil der
Systematischen Theologie. Im Gegensatz zu den meisten
Nichttheologen (und auch im Gegensatz zu vielen Theologen) ist
Ratzinger fähig, geschichtliche Dogmatik von verkündeter
Dogmatik zu trennen. Ich finde, dass sollte man ihm zumindest
zu Gute halten, auch wenn man - wie wir beide - nicht immer
seiner Meinung ist.

Auch wenn ich hier nicht gemeint bin, stimme ich der Beurteilung Ratzingers zu. Dogmatik ist „verantworteter Glaube“ (Jüngel). Auch verkündete Dogmatik sollte im Hinblick auf Geschichte und ihre Entwicklungen begründet werden.

Grüße,
Taju

hallo!

Dann könnten wir ja alle Soz-Päd Fächer als
nichtwissenschaftlich deklarieren.

warum? was fuer wesen behaupten die denn? *g*

Wichtig beim wissenschaftlichen Arbeiten ist die
Unvoreingenommenheit der Forscher.

und die ist bei der theologie nicht gegeben. punkt.

So lautet das Axiom der Naturwissenschaften: „Das Regelsystem
der Natur, das durch die derzeit bekannten Naturgesetzte nur
unvollkommen beschrieben wird, gilt immer und überall.“

nein. es reicht zu sagen: " angenommen es gibt in der natur immerwaehrende regeln, was fuer welche sind das?" die naturwissenschaft macht keine aussagen darueber, ob gammastrahlen tatsaechlich existieren. sie findet heraus, wie sich die welt verhaelt, wenn man annimmt, es gibt gammastrahlen.

das aeqivalent waere wieder die religionswissenschaft (wie verhalten sich menschen unter der annahme eines gottes) und nicht theologie.

Ein Axiomensystem einer Wissenschaft sollte in sich logisch
und widerspruchsfrei sein… und keine Widersprüche zur
beobachtbaren Welt aufweisen.

genau. was ist aber, wenn unbeobachtbares erforscht werden soll?

Das Grundaxiom der Theologie lautet: „Es gibt ein oder mehrere
höhrer Wesen… oder sowas in der Art“.

noch sehr viel mehr! denn sonst waere altgriechische mythologie mit katholischer theologie identisch. die alten griechen hatten naemlich dasselbe axiom!

So halte ich die katholische Dogmatik in weiten Teilen für
nichtwissenschaftlich.

allerdings. da dies aber derjenige teil der theologie ist, die keine sgn. hilfswissenschaft ist, ist die gesamte theologie unwissenschaftlich.

Eine (gute) Talmudschule ist meines bescheidenen
Wissensstandes nach ein herausragendes Beispiel für die
wissenschaftliche Bearbeitung Theologischer Themen.

stimmt. dennoch ist ihr gegenstand unwissenschaftlich, da sie unwissenschaftliche voraussetzungen trifft. und deswegen sind das auch eigene schulen und keine fakultaeten an den universitaeten.

wie gesagt nochmal: ich spreche keiner theologie ihren wert ab. nur ihren platz an der uni.

gruss!

hi taju,

Definiere mal genau, was „bekenntnisorientierte Lehre“ ist und
warum dies prinzipiell unwissenschaftlich ist.

bekenntnisorientiert erkennt man daran, dass zum beispiel bestimmten personen bedeutungen zugemessen werden, die innerhalb einer sinngemeinschaft auftauchen, aber objektiv nicht existieren, sobald man versucht, seinen glauben von aussen zu betrachten.

zum beispiel „der prophet mohammed“, „das auserwaehlte volk“ oder der „heiland jesus“.

es ist unwissenschaftlich zu sagen: „mohammed war ein prophet“, aber es ist wissenschaftlich zu sagen: „die muslime gehen davon aus, dass mohammed ein prophet war.“ der erste satz ist innerhalb eines glaubensbekenntnisses gueltig, der zweite ist wahr.

es war die leistung der aufklaerung und der philosophie, diesen unterschied zu erkennen. und das macht wissenschaftlichkeit aus.

Erst einmal haben wir Kant
gelesen und versucht, sein eigenes Denksystem uns zu
erschließen, bevor man zu eigenen Urteilen kam.

ja, aber keiner ging davon aus, dass kant a) auserwaehlt b) heilig oder c) auferstanden war. (sorry fuer diese polemik)

Dann hat weder Dein Hebräischbuch noch Dein Hebräischlehrer
etwas getaugt! Man lernt ja eigentlich die alten Sprachen, um
sich kontextuell den Sinn zu erschließen, sicherlich nicht
durch Vokabelsturheit.

es war nicht der vokabelteil. durch diese uebersetzung wird gezielt ein gefuehl geweckt, aber das geht hier wirklich zu weit.

Der letzte, der die alte „Das Grab war voll“-These von sich
gegeben hat, war übrigens Professor für NT in Göttingen (was
aus ihm geworden ist, gehört hier nicht mehr hin).

ah was ist denn aus ihm geworden? das wuerde mich doch interessieren.

„Wo nichts steht, können wir
auch nichts sagen.“

daran hielt sich auch mein erwaehnter professor. ausgelegt wurde nie explizit. aber allein die verwendung gewisser worte ist eine auslegung. eigentlich geht das schon zu weit. du weisst, was ich meine.

noch was zu dieser grab-these (das habe ich dummerweise geloescht). daran sieht man auch deutlich den unterschied zwischen theologie und religionswissenschaft. fuer einen religionswissenschafter ist es voellig schnurzpiepegal, was nun tatsaechlich mit diesem grab war. er untersucht, wie christen mit den texten ueber das grab umgehen und was sie daraus ableiten.

gruss!

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hi lehi
Ich glaube, wir definieren den Begriff Wissenschaft verschieden.

Nochmal:
der Begriff Wissenschaft bezieht sich rein und ausschlieslich auf die Methodik. (zumindest nach allgemeiner Auffassung)

sprich, ich kann alles mit einer wissenschaftlichen methodik bearbeiten (also innere logik, und übereinstimmung mit der beobachtbaren welt). Sollte ich einen Phänomenkomplex untersuchen, der von der „schulwissenschaft“ (noch) nicht anerkannt ist, dann nennt sich das Kryptowissenschaft (im unterschied zu Parawissenschaft, die mit nichtwissenschaftlichemn Methoden arbeitet)

Die Naturwissenschaften haben es da naturgemäß am einfachsten… denn diese können ihre Theorien anhand realer Experimente überprüfen.
Sozialwissenschaften haben es da schon um einiges schwerer, und Theologie kann die Vorraussagen eben nur anhand von Gedankenexperimenten überprüfen.

Auf dem Grundaxiom der theologie… (wie es Thomas ja noch besser hingestellt hat) baut ein ganzes set von Axiomen auf, von denen keine bis sehr viele (je nachdem) im Widerspruch zur beobachtbaren Welt stehen, bzw mit dem Nat-Wisslichen Grundaxiom nicht vereinbar sind.
Jede Religion (!!!) hat ein eigenes Axiomenset.
Aufgabe der Theologie als Wissenschaft ist die Untersuchung der jeweiligen Axiome sowie deren logische Fortentwicklung und der Vergleich zwischen den einzelnen theologischen Systemen. durch die externe Unüberprüfbarkeit hat die Theologie allerdings erheblich mehr Spielraum, neue axiome aufzustellen, wie die Naturwissenschaften.
Es kommt da natürlich zu Überschneidungen mit Ethik und so…

Wichtig beim wissenschaftlichen Arbeiten ist die
Unvoreingenommenheit der Forscher.

und die ist bei der theologie nicht gegeben. punkt.

Stimmt nicht punkt.
(wenn du das ohne Begründung reinsetzt, dann behaupte ich mal ohne Begründung das Gegenteil *g*)
(by the way… bornierte Deppen sind in allen Fakultäten in der Überzahl)

So lautet das Axiom der Naturwissenschaften: „Das Regelsystem
der Natur, das durch die derzeit bekannten Naturgesetzte nur
unvollkommen beschrieben wird, gilt immer und überall.“

nein. es reicht zu sagen: " angenommen es gibt in der
natur immerwaehrende regeln, was fuer welche sind das?" die
naturwissenschaft macht keine aussagen darueber, ob
gammastrahlen tatsaechlich existieren. sie findet heraus, wie
sich die welt verhaelt, wenn man annimmt, es gibt
gammastrahlen.

???
Also, wenn ich meinen Stein auseinandernehme, dann Untersuche ich nicht, wie die welt aussähe, wenn es diesen stein gäbe, sondern ich untersuche, warum dieser stein so aussieht, wie er aussieht
Der Erkenntnisweg der naturwissenschaften erfolgt umgekehrt: Die Theorie wird aufgrund der Phänomene aufgestellt, und dann wird die Theorie anhand ihrer Vorhersagen mittels eines oder viele Experimente getestet. Wir arbeiten schon mit „harten Daten“ und nicht anhand von theoretischen Überlegungen… (was wäre, wenn) die natürlich auch ihre Berechtigung haben.

das aeqivalent waere wieder die religionswissenschaft (wie
verhalten sich menschen unter der annahme eines gottes) und
nicht theologie.

Ähm…das ist nicht Religionswissenschaft… das gehört zur Verhaltensforschung. religionswissenschaft ist die Untersuchung der Religion an sich, also des reinen Gedankengebäudes.

Ein Axiomensystem einer Wissenschaft sollte in sich logisch
und widerspruchsfrei sein… und keine Widersprüche zur
beobachtbaren Welt aufweisen.

genau. was ist aber, wenn unbeobachtbares erforscht werden
soll?

dann ist das keine Naturwissenschaft… und auch keine Humanwissenschaft

Z.B. baut mathematik auf einem (relativ kleinen) Axiomenset auf. Dieses Gedankengebäude namens Mathe ist vollkommen künstlich.
Aber doch ist die Beschäftigung damit eine Wissenschaft. (Wohl am ehesten eine Sprachwissenschaft *g*) Ich kann ja keine Zahlen in freier Wildbahn beobachten… *g*

So halte ich die katholische Dogmatik in weiten Teilen für
nichtwissenschaftlich.

allerdings. da dies aber derjenige teil der theologie ist, die
keine sgn. hilfswissenschaft ist, ist die gesamte theologie
unwissenschaftlich.

HALT:
Nur weil ein Teil des Axiomengebäudes einer Teilreligion unwissenschaftlich ist, heißt das noch lange nicht, das die gesamte Theologie als Wissenschaft in den orkus gestampft gehört…
genauso könnte man behaupten, das wegen der Astrologie die Astronomie keine Wissenschaft ist *g* Beschäftigen sich doch beide mit den Sternen.

Eine (gute) Talmudschule ist meines bescheidenen
Wissensstandes nach ein herausragendes Beispiel für die
wissenschaftliche Bearbeitung Theologischer Themen.

stimmt. dennoch ist ihr gegenstand unwissenschaftlich, da sie
unwissenschaftliche voraussetzungen trifft. und deswegen sind
das auch eigene schulen und keine fakultaeten an den
universitaeten.

Was hat Wissenschaft und Universität miteinander zu tun *g*
(Frage ich mich schon seit längerem)

Gruß
Mike

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Wenn ich richtig informiert bin, ist der Muttertag als
Feiertag auch aus der Zeit.

wirklich? ist der aber nicht ohnehin an einem sonntag oder so?
ich dachte immer, das stammt aus amerika, erfunden von der
blumenindustrie. oder war das der tag der verliebten?

Der Muttertag stammt auch meines Wisens (oder Glaubens?? ) aus Amerika, irgendwann in den 20iger Jahren wurde er eingeführt, da gibt es sogar 'ne Geschichte dazu, erinnere mich aber nur noch nebulös.

Gruß Heike

hallo lehitraot,
na, das war aber ein etwas unpassendes Ausweichmanöver!:smile:))
Grüße
Raimund

hallo Thomas
ich kenne diese wortspielereien.
Doch wenn Dir einer zwei mal links eine auf die Backe gibt und zweimal recht, dann weißt Du ganz genau, dass er Dich 4 mal geschlagen hat. Axiome hin oder her. Auch der Richter wird die Axiome nicht verändern und sagen 2 + 2 = 0 ergo gab es keine Ohrfeigen.
Doch bei den Religionen ist es genau umgekehrt. Es lässt sich nicht beweisen, gleich aus welchem Blickwinkel ich die Sache betrachte.
Der christliche Glaube hat genauso viel Wahrheit, wie der Islam und die Naturreligion aus dem tiefsten Amazonasgebiet. Oder wie die lächerliche Esotherik.
Alle Religionen ist eines gemeinsam: sie sind geschaffen worden, damit die Menschen miteinander leben können, ohne sich abzuschlachten. Das hat solange funktioniert, wie die Gruppe klein war. Und diese ihre Religion nur auf sich bezog. Als sie anfingen zu missionieren ging die Wirkung flöten. Sie wurde für die Mächtiggen Mittel zum Zweck.
Ob Du dieses erfunden Preudowesen Gott, Quezalkoatl, Allah, Jawe oder sonst wie genannt wird, ist vollkommen gleichgültig. Es soll nur Deine Gruppenmitgliedern vor Dir zu schützen.
Leider ist die Wirkung immer weiter verloren gegangen, je weiter die Waffen tragen. Heute, wo man nur noch einen Knopf drücken muss, um Millionen zu töten, ohne dass Du das Ergebnis siehst, heute ist die Hemmschwelle fast auf 0 gesunken. Es ist zum Spiel geworden. Wir müssen eine neue Ethik entwickeln, die diese Schwächen nicht hat. Die Religionen haben ausgedient.
Grüße
Raimund

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Muttertag

Bereits in 1644 wurde in England zum ersten Mal vom „Mothering Day“ berichtet, an dem alle Kinder und Enkelkinder sich bei den Eltern versammelten und feierten.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er verstärkt in England gefeiert, und etwa um 1900 wurde der Muttertag dann in Amerika als offizieller Feiertag eingeführt.

Eine Frauenrechtlerin aus Philadelphia startete am 9. Mai 1907 anlässlich des Todestags ihrer Mutter eine richtige Werbekampagne für den „Muttertag“. 1909 wurde der Muttergedenktag in 45 amerikanischen Bundesstaaten offiziell begangen und 1914 wurde er vom amerikanischen Kongress zum offiziellen Feiertag erklärt. Schnell kamen Geschenk- und Grusskarten zum Ehrentag der Mütter in Mode und haben sich bis heute gehalten.

Nach dem zweiten Weltkrieg setzte sich diese Brauch ganz allmählich auch in Europa durch. In Deutschland wurde der Muttertag 1923 zum ersten Mal offiziell gefeiert, und 1933 zum Feiertag erklärt.

http://www.melody.de/muttertag/

Gruss Harald

hi barbara,

irgendwie ist deine Argumentation recht sprunghaft, mal kommst
du mit den Finanzen und erwähnst den Vatikan, mal beschwerst
du die über die Qualität des Wie

ehm koennte daran liegen, dass ich 5 leuten gleichzeitig antworte. tut mir echt leid, wenn das konfus wird.

Erklär mal für Blondinen im Geiste Intersubjektivität und
Objektivität *grins?

ist ein scherz? oder nicht? *hilfe* auf die gefahr hin, dass ich jetzt einem scherz auf den leim gehe… intersubjektivitaet heisst, dass theoretisch jeder, der will, eine these nachpruefen kann. bei der these „es gibt genau einen gott“ wirds happig.

Gut, vielleicht hab ich ja mit Fächern wie Geschichte,
Politische Wissenschaften (so nannte sich das ) und Theologie
nichts studiert, was deinen Kriterien von Wissenschaft
standhält…ich glaub, damit kann ich aber ganz gut (und
erfolgreich) leben:smile:

die ersteren drei doch sicher… ausserdem soll das keine wertung sein. habe ich ja schon einmal gesagt. mir gehts nur um die zuordnung. ich bin kein naturwissenschaflicher religionshasser und -laecherlichmacher. genauso allergisch werde ich, wenn naturwissenschafter auf einmal ueber die bibel reden.

ich maße mir nicht an, sagen zu können, wie und was in
Talmudschulen gelehrt wird, deshalb kann ich nicht sagen, ob
es hier Unterschiede oder nicht gibt.

ich auch nicht. als frau habe ich sowas noch nie von innen gesehen. aber das macht ja nichts. es geht ja nur ums wesentliche - den gegenstand und die voraussetzungen.

gruss!

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diese Analogie hätt ich gerne mal näher erläutert bekommen.Das
versteh ich ja nun gar nicht.

hi barbara,

ja war eine miese analogie, aber mir ist nichts gescheiteres eingefallen. soll heissen: nach juedischer tradition haben mann und frau verschiedene aufgaben und sind also nicht „gleich“. der mann hat zum beispiel eine ganze reihe von religioesen verpflichtungen, von der die frau befreit ist. das ist sowas aehnliches wie mit dem militaer. man geht halt davon aus, dass die meisten frauen irgendwann mal kinder haben, und das dies genug an belastung und „aufgabe“ ist. wahrscheinlich kommt jetzt der aufschrei von wegen gebaermaschine. ja, aus unserer sicht sieht es so aus. aber die menschen, die in dieser tradition leben, sehen es eben anders. und das akzeptiere ich wie es ist. daraus resultieren die ungleichheiten wie zb. die zuschauerrolle der frau im gottesdienst, aber auch die pflicht der (ehe)frau, fuer jedes familienmitglied an sams- und feiertagen (ups, ist das deutsch?) eine kerze zu zuenden usw.

gruss!

aber hallo raimund,

Alle Religionen ist eines gemeinsam: sie sind geschaffen
worden, damit die Menschen miteinander leben können, ohne sich
abzuschlachten.

deine rhetorik ist krass, aber du triffst den nagel auf den kopf. der unterschied zwischen atheismus und theismus besteht jetzt nur mehr darin, dass der theist glaubt, gott habe die religion geschaffen, und der atheist glaubt, die menschen haben sie geschaffen!

Das hat solange funktioniert, wie die Gruppe
klein war. Und diese ihre Religion nur auf sich bezog. Als sie
anfingen zu missionieren ging die Wirkung flöten. Sie wurde
für die Mächtiggen Mittel zum Zweck.

naja, - um im selben stil zu bleiben - die wirkung blieb auch nach dem missionieren, denn untereinander haben sie sich ja noch immer nicht abgeschlachtet, bloss die unglaeubigen.

Ob Du dieses erfunden Preudowesen Gott, Quezalkoatl, Allah,
Jawe oder sonst wie genannt wird, ist vollkommen gleichgültig.
Es soll nur Deine Gruppenmitgliedern vor Dir zu schützen.

ich wette da lacht jetzt einer ganz oben *g*. wenn das die wirkung ist, dann wirkt gott sowieso, egal was wir von ihm glauben, egal obs ihn gibt oder nicht. :smile:

Wir müssen eine neue
Ethik entwickeln, die diese Schwächen nicht hat. Die
Religionen haben ausgedient.

wir warten alle gespannt!

gruss!