Hallo Peter
Meine Frau hat aber vor 6 Jahren als „normale“
Aushilfsverkäuferin begonnen, wurde dann mit allen Höhen und
Tiefen Marktleiterin bei einem Discounter, wechselte dann zu
einem anderen Discounter zur Abteilungsleiterin etc. und
verdient nun 5000 Mark Brutto.
Nun kommt Mitte Oktober ein neuer Haus/Marktleiter, erfährt,
dass meine Frau weder deutscher Schulabschluß noch Ausbildung
hat und erklärt sie für nicht qualifiziert…
unter leichtem psychischen Druck hat sich dann meine Frau in
einer „Nacht- und Nebelaktion“ unter tatkräftiger Hilfe des
Bezirksleiters eine Arbeitsvertragsänderung abreden lassen mit
einer um 800 Mark Brutto reduziertem Gehalt.
Würde ich an der Stelle Deiner Frau einen solchen Typen vor die Nase gesetzt bekommen, würde ich wohl so schnell wie möglich die Stelle wechseln wollen, oder wenigstens intern so wechseln, dass ich nichts mehr mit dem Herrn direkt zu tun habe.
Was bildet sich einer ein, der nur nach Zeugnissen urteilt und übersieht wie Deine Frau mit Herzblut ihre Arbeit macht? Wollt Ihr Euch das wirklich gefallen lassen? Ich finde es höchst unprofessionell von dem Herrn, Deine Frau nur wegen dem Lebenslauf runterzustufen. Er hat ja anscheinend wirklich nur nach den Zeugnissen geurteilt und sich nicht mal persönlich einen Überblick verschafft, wie denn Deine Frau in der Praxis arbeitet. 
Gerade in einer Verkaufsposition denke ich mir, ist es sowieso wichtiger wie ein Mensch mit seinen Kunden umgeht statt welche Abschlüsse er hat? Da kann einer kommen mit den besten Abschlüsse und ist im Umgang mit Menschen total unfähig…
Kann es aber auch sein, dass jemand diesem Herrn etwas zugeflüstert hat wegen der fehlenden Ausbildung? Jemand der neidisch ist, dass Deine Frau eine so grossartige Leistung erbracht hat? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein neuer Leiter einfach mal so alle Lebensläufe der Abteilungsleiter durchliest um ‚Mängel‘ zu suchen?
Wer macht denn jetzt konkret den Job den Deine Frau hatte, da sie runtergestuft wurde?
Wir denken jetzt an die Anforderung eines Zwischenzeugnis;
sollte die Firma sich gerne von meiner Frau trennen wollen,
würden die bei der Anforderung eines Zwischenzeugnis ja
denken, dass meine Frau gehen will und wird da keine „Steine
in den Weg legen“; sollten sie nicht wollen, dass sie geht,
werden wir ja eine Reaktion erhalten.
Wie sollte das Zwischenzeugnis formulierend schriftlich
angefordert werden, und soll/muß man schreiben, was der Inhalt
sein sollte?
Es wäre wichtig, dass noch der frühere Chef Deiner Frau den Input für das Zwischenzeugnis liefert (und nicht der neue), denn der war ja zufrieden mit ihr. Ist das in Deutschland üblich, dass man ein Zwischenzeugnis schriftlich fordert? Wir hier in der Schweiz verlangen dies mündlich beim direkten Vorgesetzten.
Falls Ihr es schriftlich macht, würde ich es dem Chef des neuen Marktleiters schicken und darin schreiben, dass man wegen dem Vorgesetztenwechsel (evtl wegen Differenzen mit Vorgesetztem) ein Zwischenzeugnis haben möchte.
Auf den Wink, dass man evtl kündigen möchte, mit dem Zwischenzeugnis, würde ich nicht zählen. Vielleicht möchte dies ja der neue Chef sogar?
Den Inhalt sollte man nicht vorschreiben. Aber man darf es beanstanden, sobald man das Zeugnis hat und nicht einverstanden ist damit.
Wäre echt super, wenn hier ein paar erfahrene Leute uns das
mitteilen könnten; wir wollen die besinnlichen Feiertage dazu
nutzen, „Für und Wider“ zu durchdenken.
Für mich gibt es da kein ‚für und wider‘. Ganz klar ist das eine Situation um ein Zwischenzeugnis zu verlangen.
Ich habe gelernt, dass ich bei jedem Vorgesetztenwechsel ein Zwischenzeugnis verlange. Man weiss nie, wie der neue Chef ist und sollte dieser später ein Zeugnis über einen längeren Zeitraum schreiben müssen, kann es unter Umständen schlecht für mich ausfallen, da man Differenzen untereinander hatte. Ein früherer Chef hatte vielleicht ein ganz anderes Bild von mir und so möchte ich das schriftlich haben.
Ich hoffe ich konnte Euch etwas helfen!
Ich würde auch vorschlagen, dass wenn Ihr wieder etwas Ruhe habt, Deine Frau sich mal um eine Schulung informieren würde? Da Sie so lernbegierig ist, würde Sie das sicher locker schaffen?
Gibt es da irgendwas für Sie? Eine Fachausbildung berufsbegleitend oder ähnliches?
Liebe Grüsse und schöne Festtage!
Tanja