Hallo,
nachdem die Wogen hier von rechts nach links geschwappt sind auch noch mal mein Senf. Vorab: Ich hab nicht alles, aber einiges gelesen.
Du hast die Überschrift „ärgerlich“ genommen. Ich werde das mal als Aufhänger nehmen:
- Ärgerlich war in der Situation das Verhalten der „Nervensäge“
- Ärgerlich war das Nichtverhalten des Vaters
- Ärgerlich war deine Überreaktion
Damit mal von hinten nach vorne: Ich halte Schläge, zu denen auch so ein (verharmlosend genannter) Klaps gehört, auch in jedem Fall für falsch - allerdings finde ich die masslose Verdammung auch nicht gut.
Kinder können eine besonders penetrante Art haben, einen auf den Nerv zu fühlen. Und ich behaupte mal, dass es keine Eltern gibt, die nicht zumindest mal das Bedürfnis gehabt haben, einen solchen Klaps auszuteilen.
Aber : Nur weil etwas verständlich ist, wirds nicht besser. Lassen wir mal die ganzen anderen Gründe weg, warum das doof ist: Es nützt nix! Zumindest nützt es im Gesamtkontext nix. Ganz abgesehen davon, dass man damit eben nur Schwäche zeigt. Und genau das würde ich mir an aller erster Stelle mal verinnerlichen:
Du willst deine Souveränität! Die wolltest du in der Situation. Respekt im positiven Sinne (so wie du die Kleine ja auch respektierst). Das ist dein Ziel. Das Mittel, der Klaps, hat zwar vielleicht Ruh gebracht im Augenblick, aber für das Ziel war er schädlich.
Also heißt es für dich: versuche deine Souveränität zurückzugewinnen und zu festigen. Das heißt hier konkret: Du brauchst dir so ein Verhalten dir gegenüber nicht gefallen zu lassen. Es ist bullshit, dass man so ein Verhalten durchgehen lässt, nur weil ein Kind durch Trennung belastet ist!
Und genau das musst du erst mal vom Vater einfordern. ER ist der Erziehungsberechtigte und Erziehungsverpflichtete.
Was deine eigene Souveränität angeht: Du hast hier auch die Nerven in einigen Antworten verloren. Vielleicht liegts am Temperament, vielleicht, weil du noch jung bist. Versuche diese Unsicherheit zu überwinden - und finde deinen Weg für eine Reaktion. Du kannst konkret mit Humor reagieren (der Hinweis mit dem Zungewaschen war eine Möglichkeit).
Aber wenn es um Souveränität geht, gehts um deine Grenze, hier ist Humor zumindest als Alleinlösung nur dann angebracht, wenn das Kind grundsätzlich die Grenze wahrgenommen hat und respektiert. Ist das noch nicht der Fall, musst du sie erst mal markieren. Das bedeutet: Sie sollte möglichst immer an derselben Stelle sein - und du musst dir irgendeinen Ritus einfallen lassen, der die Marke setzt: Grenze erreicht! Keinen Schritt weiter! Das kann eine bestimmte Tonlage in Kombination mit einer bestimmten Körperhaltung sein, da klare Wort NEIN oder STOPP schadet nicht, etc. Wichtig: So wenig wie möglich sagen. An deiner Grenze wird nicht mehr diskutiert. Auch nicht erklärt.
Und für den lieben(den) Papa noch ein Wort: Eines der wichtigsten Ausdrucksformen der Elternliebe ist das Grenzesetzen!
LG Petra